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uni) zwar unter Zugrundelegung der Haager Ab- lommen und des Vcungplanes. Diese notwendigen Regelungen ebenso wie die vorbehaltlose Zu­stimmung zur allgemeinen obligatorischen Schieds­gerichtsbarkeit und die Herabsetzung der Rü­stungen können nur durch die Einigung der Linksparteien innerhalb der Re­gierung gewährleistet werden.

DiefranzösischenRaiionalisten TerNationalausschutz gegen dieNhcinland- räumnng fordert unerbittlicheDurchführung des Versailler Diktats.

Paris, 25. Okt. (WTB.) Der unter dem Dorsitz des Generals Morbacq stehende Ra­tionalausschuh gegen d i e Rhein­landräumung und gegen den Ver­zicht auf das Saargebiet hat dem Prä­sidenten der Republik eine Eingabe überreicht, in der es heißt:Es ist unzulässig, daß die natürliche, durch den Rhein gebil­dete Verteidigungslinie geräumt wird, während weder für den Schutz der Grenze, noch für die logische Reorganisierung des fran­zösischen Heeres etwas geschehen ist. Durch die aufeinander folgenden Schuldennachlässe sind die Schuldverpflichtungen Deutsch­lands auf eine lächerliche Summe herabgesetzt worden, wodurch den sowieso von Steuern nahezu erdrückten fran­zösischen Steuerzahlern die Lasten auf­gebürdet werden, die gerechterweise den deut­schen Steuerzahlerna l s den verant­wortlichen Urhebern des Unglücks aufgebürdet werden mühten. Cs ist unmöglich, den Verzicht auf das Saargebiet zuzulassen. Die Saarbergwerke sind Frankreich als Wiedergutmachung für d i e systema - tische Zerstörungunserer Bergwerke und Fabriken in Rordfrankreich über­geben worden. Das Saargebiet bildet für die französische Produktion einen nötigen Ab­satzmarkt. Deshalb fordert der Rationalaus- schuh den Präsidenten der Republik auf, nur eine Regierung zuzulassen, die entschlossen ist, d i e geheiligten Rechte Frankreichs zu wahren und unerbittlich den Frie­densvertrag von Versailles auszu- sühren. Wenn die Bemühungen des Präsidenten der Republik erfolglos sein sollten, fordert Gene­ral Mardocq die Auflösung der Kammer und einen Appell an das Land.

Minister Leuschner zur Lage.

Beamte und Volksbegehr.-Polizei und Versammlungsschutz.

Darmstadt, 25. Okt. Wie amtlich mitgeteilt wird, machte bei der Provinzial- und Kreisdirektoren-Konferenz im hessi­schen Innenministerium der hessische Innen­minister Leuschner längere Ausführungen über die politische Lage. Er teile die Auffassung der Reichs- und preußischen Staatsregierung, daß es sich mit dem besonderen Treueverhältnis, in dem der Beamte zu Volk, Staat und Regie­rung zu stehen habe, nicht vereinbaren lasse, wenn ein Beamter sich öffentlich zu der Auffassung bekenne, daß Reichsminister als Lan­desverräter mit Zuchthaus zu bestrafen feien, die sich in Übereinstimmung mit der großen Mehr­heit des deutschen Volkes und mit allen ihren Kräften für die Verbesserung der Lage Deutsch­lands einsetzten. Er sei bereit und ent­schlossen, für die Beamten seines Geschäfts­bereiches d i e notwendigen Konsequen­zen zu ziehen. Besondere Aufmerksamkeit ver­diene die Versammlungstätigkeit gewisser rechts­radikaler Kreise, deren Reigung, Politik mit Dolch und Revolver zu machen, die obersten Polizeibeamten vor schwierige Situationen stellt. Obwohl durch den Wegfall des Republikschuh- gesehes der Polizei eine wichtige Waffe im Kampf _ gegen politisches Rowdytum genommen sei, müsse unter allen Umständen für d i e Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung gesorgt werden. Namentlich den Un­gesetzlichkeiten der Rationalsozialisten müsse über­all mit Entschiedenheit entgegengetreten werden, damit sie nicht zu einer ständigen Bedrohung der öffentlichen Sicherheit werden. Seiner Anord­nung auf die Durchsuchung nach Waffen fei in diesem Zusammenhang besondere Aufmerk­samkeit zu schenken. Wenn auch infolge des scharfen Zugreifens in Hessen heute nicht mehr in dem Maße Waffen gefunden würden wie früher, so habe sich doch in der letzten Zeit ergeben, daß besonders Angehörige der Rational- sozialistischen Partei auch wenn sie nicht uni­formiert sind immer wieder mit Waffen er­scheinen und auch entschlossen seien, von diesen Waffen jederzeit Gebrauch zu machen. Um diesem Unwesen entgegenzutreten, halte er eine Unter­

suchung überall da für erforderlich, wo der Ver­dacht der Bewaffnung besteht, besonders wenn Zusammenstöße mit politisch Andersdenkenden zu befürchten seien. Es sei selbstverständlich, daß die Versammlungsfreiheit nach allen Seiten hin zu schützen sei, solange sich die Ver­sammlung in den Grenzen der Gesetze hält.

Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

Darmstadt, 25. Okt. (Wolff.) Der Finanz­ausschuß des Hessischen Landtags befaßte sich zunächst mit einer Eingabe des Hessischen Heb­ammenverbandes auf Befreiung von der Gewerbesteuer. Die Regierung erklärte, das Lan- desfinanzgeseh habe entschieden, daß der Bern der Heilgehilfen und Hebammen als Gewer b e gilt, die Hebammen würden daher mit Recht zu der Gewerbesteuer herangezogen. Uebrigens sei der größte Teil der Hebammen selbst ge­werbesteuerfrei, insoweit sie weniger als 500 Mk. Betriebskapital besitzen und ein Einkommen von weniger als 1200 Mark haben. Die Eingabe wird daher durch die Regierungsantwort für erle­digt erklärt. Auf eine Eingabe Heckmann-Eber­bach auf Herabsetzung der Steuer­werke bei der Grundsteuer, die für er­ledigt erklärt wird, wird die Regierung von meh­reren Ausschuhmitgliedern ersucht, bei starkem Mißverhältnis zwischen der früheren und der heutigen Steuerbewertung durch die Finanz­ämter im Einzelfalle Rücksicht walten zu lassen. Der Ausschuß behandelte dann noch zwei Regierungsvorlagen, betreffend die Reueinrichtung des Lehrstuhls für Elek­trotechnik II an der Technischen Hochschule zu Darmstadt, und betreffend die Bewilligung von Berusungsforderungen bei Besetzung des durch die Emeritierung von Prof. Dr. Elbs frei ge­wordenen Lehrstuhls für Chemie an der Universität Gießen. Beide Vorlagen wur­den zurückgestellt, da sich die Fraktionen dar­über erst noch einmal schlüssig werden wollen.

Oie Haltung Oer kleinen Parteien.

Paris, 25. Oft. (WD.) Mehrere Parteien haben im Laufe des Rachmittags zu der Frage der Kabinettsbildung Stellung genommen. Die radikale Gruppe (Loucheur) mit 54 Ab­geordneten hat sich einstimmig bereit erklärt, mit den anderen Linksparteien wegen Beteiligung an der Regierung Fühlung zu nehmen. Die sozialistischen Republikaner (Gruppe Chabrun) mit 12 Mitgliedern erklären in einer Entschließung, daß sie für die Einigung der Linksparteien seien und nur eine Regierung unterstützen würden, die diese Formel verwirk­liche. Dagegen hat die Fraktion Maginot mit 29 Mitgliedern, ohne dies allerdings in einer Entschließung festzulegen, erklärt, daß sie gegen die Bildung einer Regierung der reinen Linksparteien fei.

Schutz dem Grenzlanddeutschtum.

EinProgrammfürdieLaarverhandlungen

Düsseldorf, 25. Okt. (WD.) In einer vom Memellandbund, dem Verein der San» 3 i g e r , dem Verein Heimattreuer Oberschle- ficr, dem Verein Heimattreuer Ost- und West Preußen, dem Saarverein und dem Sudetendeutschen Heimatbund veranstal­teten Kundgebung für das Grenzlanddeutschtum wurde einstimmig eine Entschließung angenom­men, in per es heißt: Zweitausend zu einet Kundgebung für die Rot des Grenzlanddeutsch- tums in Düsseldorf versammelte deutsche Männer und Frauen erwarten von dem deutschen Volk und der deutschen Regierung, daß sie die Be­völkerung der Grenzgebiete in ihrer schweren Tat um die Erhaltung ihres Volkstums tat­kräftig unterstützen. Sie fordern ener­gisches Eingreifen für die R ü ck g a b e aller durch die Friedensdiktate verlorengegangener unstrei­tig deutschen Gebiete, besonders die Be­seitigung des widersinnigen polNi­sche n K o r r i d or s im deutschen Westpreußen uni) bis zur Erreichung dieser Ziele eine wirt­schaftliche und kulturelle Stützung der deutschen Volksgenossen in den abgetretenen Gebieten. Sie verlangen insbesondere, daß bei den bevorstehen­den Saarverhandlungen die deutschen Unterhändler ein treten für eine bedingungs­lose ck gliederung des ganzen 6 a argebiets entsprechend dem einmütigen Wcklen der Bevölkerung, für die Rückkehr sämtlicherSaargruben in den ungeschmä­lerten deutschen Staatsbesitz und für die all­mähliche Zurückführung des Gebiets in das deutsche Zollgebiet. Sie erwarten, daß, falls wese Forderungen nicht durch gesetzt werden können, die deutschen Vertreter einer f Df ar­tigen Lösung dieser Fragen, die dem deutschen 43011 und besonders dec Bevölkerung des Saar- gebiets neue dauernde Opfer auferlegen würde Hre Zustimmung versagenund die endgültige Regelung bis zur Abstimmung im Iahte 1935 verschieben.

Verschiebung -er Abreise der deutschen Saardelegation.

Berlin. 25. Ott (Privat.) Angesichts der u ixgc 11a r te n inne rt> oIi t if d> en Lage 1 n o t ankreich haben die deutschen Delegier­ten. die morgen abend zu den Verhandlungen über ue Saarfrage abreisen wollten, ihre Abreise vorläufig verschoben.

Oie Räumung von Aachen.

Aachen, 25. Okt. (WB.) Wie von unterrichteter Stelle verlautet, wird Aachen am 3 0. November von der Besatzung geräumt sein. Als letzter belgischer Soldat wird dec kommandierende General der belgischen Besatzungstruppen, General Pou - leur, Aachen verlassen. Die Räumung setzt mit dem 10. November ein. Ein Teil der Offiziersquar- tiere Ist schon geräumt worden. Die Offiziere werden bis zur endgültigen Rnimung im Hotel unter« gebracht.

Förderung derErniebewsgung

Anträge der Grünen Front.

Berlin, 26. Oft. (Priv.-Tel.) Die Reichs­tagsfraktionen der Deutschnationalen Volkspartei, der De utschen Bauern­partei und der Christlich-nationalen Bauern» und Landvolkpartei haben gestern vier Anträge mit Begründung im Reichs­tag eingebracht, in denen unter anderem folgende Forderungen aufgestellt werden: Zur Förderung be8 Exports, zur Aufspeicherung und zur Ver­billigung des für Futter- und Brennzvecke be­stimmten inländischen Roggens für die Getreideernte 1929 sollen in den Etats des Reichsernährungsministeriums 2 0 Millionen Mark eingestellt werden. Für den gleichen Zweck soll in den folgenden vier Ctatsjahren ein Betrag von je 20 Millionen Mark zur Verfü­gung gestellt werden. Die im Gesetz über die Feststellung des Reichshaushaltsplanes zur Förderung der Bewegung öer Ge­treideernte für die erste Hälfte des Ecnte- jahres 1929 bis 1930 vorgesehene Summe von 3750000 Mark soll sofort in vollem Um- ange zur Verfügung gefteHt, sowie die Zinsen des der Deutschen Getreidehandelsgesell- Haft vom Reich zar Verfügung gestellten Kapi­talkredits erlafjen werden. Ferner sollen Sur Förderung des Kartoffelab- sahes und der Kartoffelverwertung 7 Millionen Mark und für den gleichen Zweck in ben folgenden vier Etatsjahren ein Betrag von je 7 Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden. Der Zoll auf Malz, mit Aus­nahme des gebrannten und gemahlenen, wird auf 15 Mark für einen Doppelzentner festgesetzt.

Reform der Krankenversicherung.

Berlin, 26. Oft. Im Reichsarbeitsmi- nifterium wird demnächst eine Besprechung über den Ausbau der Krankenversicherung statt- inben. Es soll geprüft werden, inwieweit der Kreis der Versicherten und ba3 Au S- mab ber Leistungen den sozialen Bedürf­nissen besser angepaht werden können. Insbe- onberc soll der F a m i l i e n s ch u tz der Kranken­versicherung durch verschiedene Maßnahmen (Krankenhilfe für Familienangehörige, Familien­zulagen zum Kranken- und Hausgeld) verbes- e r t werden. Der zweite Teil der Erörterungen wird sich mit dem Aufbau der Krankender- icherung befassen. Cs ist geplant, für das ganze Reich einen Hauptausschuß für Kranken- Versicherung zu bilden, in dem die Wirtschaft- lidjen Vereinigungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die Verbände der Kranken­kassen, die Aerzteverbände und die So- ßiate Medizin vertreten sind. Dieser Haupt- ausschuß soll für die Durchführung der Kranken­versicherung Richtlinien aufstellen.

Das Brüsseler Attentat.

Der Kronprinz von Italien verläßt Brüssel.

Brüssel, 25. Oft. (WTB.) Der italienische Kronprinz Umberto bat heute abend 6.38 Uhr Brüssel verlassen. Die Mitglieder der königlichen Familie, die Minister und zahl- reiche andere hohe Persönlichkeiten waren am Bahnhof anwesend. Strenge polizeiliche Maßregeln waren getroffen worden. Die spalierbildenden Schulkinder und die Menschen- menge begrüßten den Kronprinzen und die könig­liche Familie mit stürmischen Deifallskundgebun- gen. Der unter dem Verdacht der Beteiligung an Dem Qlttentct bereits zum zweitenmal verhaftete Italiener Pasquali ist wieder in Frei- b c 11 gefegt worden. Wie erinnerlich, hat j3adquali der sich unter der Zuschauermenge birett neben be Rosa befand, den Versuch ge- kestzuhalfen, ist habet in den Erdacht geraten, ein Komplize de Rosas du sein und festgenommen worden. Kurz nach Aufklärung des Mißverständnisses und seiner Freilassung erfolgte seine erneute Festnahme da

Augenzeugin des Attentats behauptete ' ein Individuum in der Menge habe be Rosa Zei - Ocn gemacht. Heute ist nun diese Zeugin

I Pasquali gegenübergestellt worden, hat ihn aber nicht wiebererkannt.

Eine gegenrevolutionäre Organisation im Kaukasus.

Moskau, 25. Oft. (Telegraphenagentur der Sowjetunion.) Die staatliche politische Verwal­tung hat im Rordkaukasus eine große inonar - ch i stische Organisation entdeckt, die ihre Ziele unter der Maske einer religio» f e n Sekte versteckte.' Die Organisation be­reitete einen bewaffneten Aufstand gegen bie Sowjetmacht vor unb wirkte den Regierungs­maßnahmen aktiv entgegen. Sie vereinigte die ileberrefte Weißgardistischer Banden unb besaß eine geheime Zentralstelle, R a t der Zwölf genannt, die sich in einem einsamen Dorf im Bezirke Sotschi an dem zentralen kaukasischen Gebirgszug befand, sowie ein Retz von Zweig» stellen im nordkaukasischen Gebiet. Die Führer ber Organisation, bie Brüder Gregoro- to i t s ch, die in der Zarenarmee den Rang eines Obersten bzw. eines Stabsrittmeisters bekleidet hatten, sowie die Mitglieder des Rates der Zwölf wurden zum Tode verurteilt, die übrigen Teilnehmer zur Internierung in einem Konzentrationslager auf fünf bis zehn Iahre. Die Todesurteile sind bereits boll ft red t.

Anklage gegen Woldemaras?

Berlin, 26. Oft. Wie dieDossische Zei- tung aus Kowno meldet, erwägt bie neue litauische Regierung 2 übet iS, gegen den ehe­maligen Diktator Woldemaras Ankla ge we­gen Verschleuderung von Regie­rungsgelbern zu erheben. Woldemaras soll kurz vor seinem Sturz aus dem Disposi- ti o nsfonbs von zwei Millionen, der dem Ministerpräsidenten zusteht, einen großen Betrag abgehoben haben, ohne Rech- numj über bie Verwendung vorzulegen. Wol- bemacas soll vor feinem Sturz einen nicht un- bebeutenben Betrag an den ihm politisch nahe­stehendenEisernen Wolf" gegeben haben. Der frühere Ministerpräsident wurde in einer Satzung des neuen Ministeriums zu der Ange­legenheit vernommen. Seine Rechtfertigung scheint aber keinen günstigen Eindruck gemocht zu haben.

Aus aller Welt.

Fürst Bülows Befinden.

Das Befinden des Fürsten Bukow ist unver­ändert. Fürst Bülow ist wieder soweit bei Bewußtsein, daß er seine Umgebung klar ernennt und jede Person nach seiner Ratio­nalität, deutsch ober italienisch, anredete. An seinem Krankenlager weilen augenblicklich Frau General v. Bülow, die Witwe des ältesten Bru­ders des Fürsten, ferner Gräfin Waldersee ge­borene v. Bülow, eine Richte des Fürsten sowie ein Reffe des Fürsten, der an der deutschen Botschaft in Rom beschäftigt ist.

42. verbandslag des Deutschen Postverbandes.

Der Deutsche Postoerband hatte in Berlin seinen 42. Berbandstag. In der Vollversammlung hielt der Erste Verbandsvorsitzende, Oberpostinspektor Schnei­der-Berlin, einen Vortrag überVerbandspolitik und Deutsche Reichspost", worin er Darauf hinwies, daß durch die sog. Beamtenwirtschafts« Unternehmungen die Beamtenschaft wohl kaum einen Vorteil durch wesentlich billigere Preise oder durch Waren besserer Qualität gehabt, sich aber zweifellos dadurch bie Gegnerschaft wei­te r Kreise zugezogen hätte. Am zweiten Ver­handlungstage wurde von Reichsminister a. D. von Raumer ein Vortrag gehalten überWirtschaft und Berufsbeamtentum". Die Wirtschaft könne sich bei der Frage, ob das Berufsbeamtentum notwen­dig sei, nicht so sehr von materiellen Gesichtspunk« ten leiten lassen, für sie sei vielmehr bei weitem die Hauptsache die Rechtssicherheit, Unbestechlichkeit, Sachkunde, schnelle Erledigung der Funktionen in Den Staatsverwaltungen. Die Wirtschaft müsse sicher Disponieren können, das sei Die GrunDlage jeDes sicheren Arbeitens für sie. Daher müsse Die Wirt-

schäft sich für Die volle Aufrechterhak'* tung des Berufsbeamtentums ausspre­chen. Hinzu käme, daß gerade in Der Demokratie das Berufsbeamtentum weit nötiger sei als in Der Monarchie: Denn in Der Demokratie fei Das Berufs­beamtentum Der ruhenDe Pol in Der Erscheinungen Flucht. WürDe man statt Der Beamten Angestellte beschäftigen, so würDe man ihnen Das Streik- recht, Das Die Beamten nicht hätten, nicht versagen können. Bei einem Streik aber z. B. Der Verkehrs« betriebe, also auch Der Post, würDe Der gesamte Verkehr still liegen, woraus Der Wirtschaft unge­heuerer Schaben erwachsen könne. Man müsse aber auch erwarten. Daß Die Berufsbeamten Der Wirt­schaft, Dem ehrbaren Kaufmann VerstänDnis entgegenbrächten. Die Berufsbcamten könnten nicht bestehen ohne eine gesunDe Wirtschaft, aber anDerer- seits könnte eine gesunDe Wirtschaft nur entstehen und sich entwickeln auf Der GrunDlage eines ge­sicherten, reDlichen Berufsbeamtentums. Es rour- Den Entschließungen angenommen, in denen Be­seitigung von Härten für die obere Postbeamten­schaft gefordert wurde. Zum 1. Vorsitzenden wurde Oberpostinspektor Schneider (Berlin) roieDcrge- wählt, zum zweiten und Dritten Vorsitzenden Ober- telegraphensekretär Haß (Berlin) unD Postamtmann' Looß (Berlin).

Sie Ursache des Eisenbahnunglücks bei Reichelsdorf.

Die Reichsbahnverwaltung teilt mit: Die Auf- räurnun'gsarbeiten bei Reichelsborf sink) soweit fortgeschritten, baß bas Gleis MünchenNürn­berg bereits wieder befahren wirb. Doppelglei­siger Betrieb wirb erst im Laufe bes morgigen Tages möglich fein, da bie Beseitigung ber Loko­motiven erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Als Ursache des Unfalls ist zu bezeichnen Dor* schrif tswidrige Fahrbien st leitung unb Gebers ähren bes Haltezeigers bes Ausfahrtsignals durch ben O-Zug 39 ohne ausbrücklichen besonderen Be­fehl. Ob unb welches Maß von Verschulden Die beteiligten Bediensteten trifft, wirb bie be­reits eingeleitete gerichtliche ülntersuchung er­geben.

30 Todesopfer der Pulverexplofion bei Vvulogna.

Heber Die Pulverexplofion bei Boulogna wer­den furchtbare Einzelheiten gemeldet. Die erste Explosion ereignete sich in einem kleinen Trockenraum. Ihr folgte nach wenigen Mi­nuten die zweite, bie katastrophale Ver - to üft ungen anrichtete. Mauern und Material wirbelten in Der Luft herum, während dichte Rauchwolken und haushohe Flammen emporstie- gen. Die Arbeiter flüchteten unter furchtbarem Geschrei mit brennenden Kleidern von der Hn- glücksstelle. Ungefähr 200 Meter von der Fabrik entfernt wurde die erste Leiche geborgen, bis zur LlNkenntlichkeit verstümmelt. 50 Meier von Dem Explosionsherd entfernt lag die Leiche eines Fi- '.lanzbeamten. Die traurige Bilanz Der Explo­sionskatastrophe ergibt 30 Tote und 15 Schwer­verletzte. Die elf bisher Vermißten sind ums Leben gekommen. Bei Den Aufräumungs­arbeiten fand man nur noch einzelne Glieder Der zerrissenen Körper.

Berlin schließt zwei städtische Erholungsheime.

Der Magistrat hat beschlossen. Die beiden städti­schen Erholungsheime AIexisbad im Harz unb Hosterwitz bei Pillnitz mit Rücksicht auf bie geringe Inanspruchnahme durch bie städtischen Beamten unb Ange st eilten zu schließen. Der Betrieb in Hosterwitz ist bereits am 10. Oktober eingestellt worden. Das Kurhaus I.lexisbad soll Ende Ia- nuar 1930 seine Pforten schließen. Beide Heime sollen möglichst bald verkauft werden.

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Wettervoraussage.

Die Störungstätigkeit, die gestern noch herrschte und auch uns Regen brachte, hört allmählich auf. Im Westen und Nordwesten hat starker Luftdruck« anftieg eingesetzt, so daß Die noch über Mitteleuropa lagernden Rcststörungen zur Auffüllung kommen Dürften. Die Durch Die herrschend Druckoerteilung einsetzenDe NorDwestströmung wirD ozeanische Luft­waffen aus höheren Breiten nach Dem FestlanDe ver­frachten, Die unter Auflösung Der WolkenDecke nächt- lichen Temperaturrückgang bis in Gefrierpunktsnähe verursacht.

Wettervoraussage für Sonntag: Wolkig mit Aufheiterung, keine oDer nur ganz Der- emzelt geringe Schauer, leichte Nachtfrostgefahr.

Witterung aussichten für Montag: Roch mehr aufheiternDes unD meist trockenes Wetter mit nächtlichem Temperaturrückgang.

Lufttemperaturen am 25. Oktober: mittags 11,3 (3raD Celsius, abends 5,3 Grad: am 26. Oktober: morgens 6 Grad. Maximum 11,4 Grad, Minimum 5,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Oktober: abends 9,7 Grad: am 26. Oktober: mor­gens 7,8 Grad Celsius.

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