Ausgabe 
26.8.1929
 
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29elW für internationale Freundschastsardeil der Kirchen.

Der Vizepräsident deS preußischen Obertirchen- rates D. Dr. Burghart (Berlin) eröffnete die in Kassel stattfindende 7. Jahresversammlung der Deutschen Vereinigung des Weltbundes für inter­nationale Freundschaftsarbeit der Kirchen. Er be­grüßte die zahlreichen Vertreter der freien Kirchen und besonders die ausländischen Gäste aus Eng­land, Skandinavien, der Schweiz, Ungarn, der Tschechoslowakei, Frankreich und Amerika. Die große orientalische Kirche mit allen Unterzweigen wurde durch den russischen Bischof Professor Dr. B. T y ch o w (Moskau) vertreten.

Zum ersten Verhandlungsgegenstand:Was haben die deutschen Kirchen von den britischen und die britischen Kirchen von den deutschen Kirchen empfangen?" sprach Geheimer Konsistorialrat Prof. D. Dcißma nn (Berlin), wobei er hervorhob, daß das, was die Arbeit der englischen freien Kirche auf dem Gebiete der Bibelforschung, Armenpflege usw. geschaffen habe, nach und nach von Deutschland übernommen und weitergeführt worden sei. Er be­handelte die politischen Auswirkungen dieser Wech­selbeziehungen und trat für eine weitere enge Zu­sammenarbeit ein. Für die englischen Kirchen legte Universitätsprofessor Principal A. E. Garvie

(London) dar, welchen Einfluß Luther auf die eng­lische Kirche gehabt habe und wie der Geist der mo­dernen deutschen Theologie den Geist der englischen Hochkirche beeinflußte. Lordbischof Ripon (Lon­don) wies in einem Vortrag über christliche Neu­orientierung, Politik und Versailles darauf hin, daß nach seiner Ueberzeugung der Weltbund für die Räumung des Rheinlandes mit aller Ent­schiedenheit eintreten müsse, weil sie das Ziel der neuen Richtung aller Kirchen geworden ist. Mit der Forderung nach der Räumung des Rheinlandes stehe eine weitere Forderung in engem Zusammen­hang, nämlich daß auch die 21 b r ü ft u n g Aller durchgeführt werden müsse. Die Abrüstung der Völ­ker wird folgen, wenn die christlichen Kirchen davon durchdrungen bleiben, daß diese Forderung nach der Abrüstung der Lehre Jesu Christi entspringt, ist doch auch der Kelloggpakt letzten Endes dem Einfluß der amerikanischen Kirchen zu verdanken, während England für sich in Anspruch nehmen darf, dazu den Anstoß gegeben zu haben. Der Lordbischof wies darauf hin, daß die starke Beschäftigung der Welt­literatur mit dem Kriege in Wahrheit eine Abkehr vom Kriege bedeute und geistig die von ihm hier geforderte Abrüstung vorbereite, so daß die Kir­chen durchaus klug handeln, wenn sie diese Forde­rung der Gerechtigkeit und Liebe zu den Völkern auf ihr Panier schreiben.

Nachdem in der Diskussion Prof. D. Schultze

(Berlin) die furchtbare Ungerechtigkeit des Dersail- ler Vertrages seinen englischen und amerikanischen Freunden in schonungsloser Offenheit dargelegt und insbesondere die doppelzüngige Art Wilsons bezeich­net hatte, die den Vertrauensbruch gegenüber Deutschland überhaupt erst ermöglicht habe, stellte unter großer Spannung der Führer der englischen Freikirchen Universitätsprofessor D. Graoie (Lon­don) kurz fest, daß Scham und Kummer sei­nen englischen und amerikanischen Freunden das Herz zerwühlt hätten bet den Ausführungen ihres deutschen Freundes über die Ungerechtigkeit und den Treubruch, der durch den Versailler Vertrag am deutschen Volke begangen worden sei.

SechSTodesopseremesSxplosionsimgMs in Ssardrücken.

Gersweiler bei Saarbrücken, 26.Aug. (2DIß. Drahlmeldung.) heule ,rüh gegen 9 Uhr ereignete sich bei der hiesigen Sauerstoff-Fabrik beim Aus- wechseln der Glocke eines Gasometers eine schwere Explosion, durch die sechs Arbeiter getötet und einer schwer verletzt wurden. Ueber die Ursache ist bisher noch nichts bekannt, doch dürften sich im Gasometer, der angeblich entleert war, noch Gasreste befunden haben.

Die Glmbtzermächte machen England neue Zmschläge.

Haag, 25. Aug. (Reuter.) S no w den sandte Samstag vormittag einen Brief an Iaspar, in dem er um weitere Erläuterungen bezüglich der Zahlen des letzten ' Vor­schlages der vier Machte ersuchte. Der Schah­kanzler deutete an, daß seine Ge­duld zu Ende gehe und daß er eine endgültige und bestimmte Antwort wünsche. Aach Empfang des Briefes suchten die belgischen Delegierten Jaspar und Franequi den britischen Schahkanzler auf und machten w ei­te r e V o r s ch l ä ge , die aber wiederum als unzureichend befunden wurden. Snow­den erklärte dem Sonderberichterstatter des Bu­reaus, er wisse nicht, wie lange die Konferenz noch dauern werde. Das hänge nicht von ihm ab. Er nehme aber an, sie werde zu Ende sein, bevor der Völkerbund in Genf zusammenkomme.

Die Vertreter der vier Mächte werden ihre neuen Vorschläge wahrscheinlich erst Montag in schriftlicher Form überreichen können. Die Dele­gierten scheinen endlich begriffen zu haben, daß die Zeit drängt und daß die Folgen eines Abbruchs vielleicht sehr ernst sein werden, wäh­rend Großbritannien sie mit viel größerem Gleich­mut tragen könnte. Besonders B r i a n d bemüht sich nach Kräften, auf die ernste Störung der Ruhe Europas hinzuweisen, die durch ein Fehlschlagen der Konferenz verursacht werden würde. Es ver­lautet, daß die italienischenDelegier- t e n sich jetzt nicht mehr wie in der vorigen Woche vollkommen unzugänglich verhalten; sie scheinen vielmehr in mehreren wesentlichen Punkten nachzugeben.

Das Memorandum, das die französischen, bel­gischen, italienischen und japanischen Delegierten im Finanzausschuß ausgearbeitet haben und das Montagvormittag dem englischen Schah- kanzler überreicht werden soll, soll, wie die Agentur Havas berichten zu können glaubt, kein neues Angebot enthalten. Es be­schränke sich darauf, die letzten Vorschläge zu wiederholen und zu präzisieren, die dem englischen Schahkanzler Snowden von Caspar im Ramen seiner Kollegen unterbreitet worden sind und die ungefähr 60 Prozent der englischen Forderungen mittels einer zusätzlichen Annuität decken. Zu dieser Annuität kommen übrigens die unbestreit­baren, aber schwer zu beziffernden wirtschaft­lichen Vorteile hinzu, die für England das neue vom Voungplan vorgesehene und zu Eng­lands Gunsten im Laufe der letzten Verhand­lungen verbesserte Sachlieferungs­regime darstellen. Sobald Snowden im Besitz dieser endgültigen Vorschläge ist, wird er auf­gefordert werden, seinerseits seinen Kollegen zur Kenntnis zu bringen, welchen Beitrag er

zum Werke dcr allgemeinenVerstän- I digung für die Inkraftsetzung des Poungplans zu leisten gedenkt.. Wenn entgegen aller vernünftigerweise zu hegenden Er­wartung der englische Schah'anzler sich weigern sollte, den übrigen Delegationen, die mehr als die Hälfte des trennenden Weges durchschritten haben, entgegenzukommen, würde die Konferenz nur ihren Mißerfolg fest stellen kön­nen, der auf die Intransigenz der englischen Dele­gierten allein zurückzuführen wäre, obwohl sämt­liche Mächte fortdauernd guten Willen bekundet haben. Falls dagegen, was man immer noch als möglich annehmen will, die Verständigung letz­ten Endes doch zustande kommen sollte, würde die Konferenz nur noch die von den Sachverstän­digen vorgesehenen Organisationskomi­tees des Voungplans zu bezeichnen haben. Es scheint bereits jetzt entschieden zu sein, daß diese technischen Komitees in Lausanne tagen würden.

Die Zugsstündniffe.

London, 26. Aug. (2BIB. Funkspruch.) Wie Pertinax aus dem Haag meldet, spricht man dort von einer leichten Besserung der Lage. Es wird darauf hingewiesen, daß das britische Schatz­amt eine Summe von 10 0 Millionen Mark übersehen habe, die England bereits über seinen normalen Anteil an dec Annuität hin­aus erhalten habe.

Zweitens erklärt Frankreich sich bereit, 220 Mil­lionen Mark aus dem Dawesüberschuh, die ihm größtenteils zugewiesen worden waren, preiszugeben. Sollte übrigens die britische Dele­gation mit der Auffassung einverstanden sein, daß Deutschland noch immer verpflichtet sei, die Differenz des Ueberschusses unter dem Dawessystem (ungefähr 80 Millionen Mark) zu zahlen, dann würde der britische Anteil sich noch um diese Summe er­höhen. Die französischen Sachverständigen ver­sichern noch immer, daß Snowdens Einwände ge­gen eine Vergrößerung der deutschen Last sich nicht auf diesen Punkt beziehen können, doch wird die Sache nicht erwähnt werden, da die vier Delega­tionen nach den Erfahrungen der letzten Tage nicht wünschen, Dr. Stresemann um irgend etwas zu ersuchen.

Drittens hat sich die italienische Regie­rung bereit erklärt, die Zahlung von 150 Mil­lionen Goldmark voll zu garantieren, die sie a conto der sog. Befreiungsanleihe von der Tsche­

choslowakei fordert. Dieses Zugeständnis, sagl Pec- tinax, wird wahrscheinlich Bciand in einen Kon­flikt mit der Tschechoslowakei bringen.

Viertens wird der unverteilte Heber- schuß des geschützten Telles der An­nuität England zugewiesen werden. Die vier Delegationen waren bereit, auf Deutschland einen Druck auszuüben, damit der geschützte Teil der Annuität um 80 Millionen Mark erhöht werde, doch wird der versuch nicht unternommen werden, weil Snowdens Rote als ein Ikfo da­gegen aufgefcßt wird.

Fünstens: Frankreich verpflichtet sich den klei­nen Staaten auf eigene Kosten und außer­halb des Voungplanes eine Entschädigung für den Verlust ihres Teiles der geschützten Annuität zu geben.

Sechstens: Bezüglich der Sa djliefer ungen wird vereinbart, daß nach 10 Jahren im Falle eines Moratoriums Sachlieferungen nur wieder ausge­nommen werden sollen, wenn zuvor ein internatio­naler Ausschuß, in dem England vertreten sein würde, ein günstiges Gutachten abgegeben hat. Man glaube, daß hierdurch 60 Prozent der briti­schen Förden,ngen gedeckt werden.

Der Haager Korrespondent derDaily Mail" er­klärt: Der neue angebotene Betrag sei ebenso hoch wie der vorige, den Snowden als durchaus unbefriedigend abgelehnt habe. Rur die Zahlungsgarantien seien besser.

Englands Vertretung in der Nheinlandkommission.

Paris, 26. Aug. (WTD. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter desOeuvre" im Haag erklärt, Briand habe noch nicht alle Hoffnung verloren, von Henderson die Zustimmung zu erlangen, daß ein britischer Vertreter in der Rheinlandkommission ver­blei b e n werde, so daß die Besetzung bis zum letzten Tage einen interalliierten Charakter be­halten könne.

Die Vergleichskommissisn.

Ist eine Einigung erzielt'? Keine Un­stimmigkeiten in der deutschen Delegation.

Haag, 26. Aug. (TU.) Von gut unterrichteter französischer Seite verlautet am Sonntag­abend, daß in der Frage der Vergleichs- und Feststellungskommission eine grundsätzliche Einigung zustandegekommen sei. Frankreich und Deutschland sollen sich danach unter Zustimmung Englands auf folgendes geeinigt haben: Die im

Das Echo.

Von Alfred Richard Meyer.

Ich habe ein Echo gekauft ohne es zu wissen, d. h. ich habe es mitgekauft, zusammen mit einer kleinen Waldparzelle an einem märkischen See. Da ich indessen die Grunderwerbssteuer zu zah­len hatte, ergab es sich, daß es gar nicht die Mark, sondern schon di« Äckermark mit dem Kreise Angermünde war, wo ich nun zum Wochenende seßhaft zu werden gedenke. Was sich aber noch ergab, war das prachtvolle Echo, für das ein Amerikaner, wenn er sich ein altes englisches Schloß taufen will, mindestens 50 Pro­zent Aufschlag zu zahlen hat, und noch einmal dieselbe Summe, wenn im Schlosse gar ein Ge­spenst umgeht. Von meinem Gespenst kann ich vorläufig noch nichts bestimmtes sagen, weil das Haus ja überhaupt noch nicht gebaut ist. Vor­sorglich aber, wie ich bin, lieh ich mir gleich den Sagenschatz des Kreises Angermünde von Ru­dolf Schmidt kommen und weih nun, daß in mei­ner Gegend ein Wesen mit dem schönen Ramen Mise-Pupiseumgeht", vermutlich eine Art Ge­spenstertatze. mit der ich schon fertig werden will. Was nun jedoch das Echo angeht, so ist es nur wenig gebraucht, von außerordentlicher Tonstärke, erseht also einen Lautsprecher durchaus. Rur nimmt es die Sache mit den Konsonanten nicht ganz genau wie ja manche Menschen leider auch nicht. Wenn ich z. B. Hella rufe, so meine Frau ist, wirft das Echo Ella zurück, die bis­her eine Freundin meiner Frau war und wohl abgehängt" werden muß, weil meine Frau plötz­lich den selbstverständlich gänzlich unbegründeten Verdacht gefaßt hat, daß ich mich für Ella, nicht nur wegen des jetzt getauften Echos, intensiver interessiere.

Ratürlich ist mein neues Echo nicht das erste Echo, mit dem ich im Leben zu tun hab«, mit dem ich mich jetzt aufs engste verknüpft fühle. Zu man­chem Echo bin ich stundenlang im Schweiße meines Antlitzes Berge hinausaeklettert und war dann oft enttäuscht, weil der Baedeker nach meiner Ansicht viel zu viel Aufhevens von die­sem Raturwunder machte, das, wenn ich tarn, meist heiser war oder gar durch die Rale sprach, oder, wenn es dreißig Menschen zugleich auf die Probe stellen wollten, nicht die bei einem Echo

doch eigentlich selbstverständliche Geistesgegenwart besaß, sich blitzschnell für einen ganz bestimm­ten Zuruf zu entscheiden, den es zurückzuwer­fen hatte. Echos können eben auch so etwas wie Starlaunen haben, weil sie sich einbilden, Künstlernaturen zu sein wogegen man nichts machen kann oder höchstens nur in dec Kindheit durch strenge Erziehung. Ich werde mich hüten, aus meinem neuen Echo, das mir ganz allein ge­hört, weil ich es zufällig mitkaufte, ein Wunder­kind züchten zu wollen. Echos liebe ich nur, wenn sie die Raturburschen sind und bleiben.

*

Mein erstes Echo ach, ich habe sehr lange darauf warten müssen. Da ich vor einem Men­schenalter mein erstes, sehr schmalbrüstiges Lyrik- bändchen in die aufhorchende Welt entsandte und auf das Echo lauerte, verspätete es sich merk­würdigerweise verschiedene Jährchen, bis end­lich Dieser eine ersehnte Satz eines einsichtigen Kritikers an mein Ohr und Auge kam:Wir werden uns hinfort den Ramen Meyer merken müssen!" Mit dem Resultat freilich, daß mich noch vor ein paar Jahren der Vorsitzende einer bekannten Berliner literarischen Gesellschaft also vorstellte:Gestatten die Herrschaften der Dichter Konrad Ferdinand Meyer!" Zwei Vor­namen, zwei bekannte Vornamen waren es das wenigstens war dem Herrn Oberlehrer noch in der Erinnerung geblieben. Daß jener Bieder­mann sich einen Scherz erlaubt haben sollt«, möchte ich nicht annehmen. Zwei charakteristische Vornamen immerhin, ich muß neidlos zugeben, daß heute noch Konrad Ferdinand, mein Ra- mensvetter, etwas berühmter ist. Unö diesem ersten Echo solcher Art sind dann im Laufe der Zeit noch viele gefolgt, die mich entweder erfreu­ten oder ohnmächtig hinsinken ließen, wenn da vonbereits beängstigend virtuoser Technik", von Manier, von abgestandenenl Humor usw. die Rede war. Der Ohnmacht folgten dann Stunden der Resignation und der Rachprüsung, die schließ­lich doch nicht ganz so pessimistisch aussiel, nach­dem weitere durchweg günstige Kritik und dann auch die erste Abrechnung des Verlegers ein­lief, die mit einer Flasche Schampus gefeiert wurde. So ein Psropfenknallen ist auch ein Echo, pnd entschieden kein unangenehmes.

Wie viel feinfühliger sind da die Schauspieler konstruiert, die abends bei der Premiere, vom

Beifall des Parketts und der Ränge untrauscht, den größten Erfolg ihres Lebens immer mal wieder stolz einstecken, um dann am anderen Morgen in den Zeitungen das mißtönige Echo vorzufinden: eine verlorene Schlacht, mit durch­aus untauglichen Waffen in Szene gesetzt! Ein gutes Echo gehört für diese Künstler zum Wohl­befinden und zur Schaffensfreude wie ein leckeres Frühstück, wie für eine Filmdiva der strahlende Blumenstrauß, das beredtere Zeugnis unserer Bewunderung und Verehrung, als es je ein noch so begeisterter Mu>ü) ftammeln könnte. Ganz und ohne Ironie sei das gesagt. Pen großen Illu­sionen hat eine weitere, noch viel größere Illu­sion zu entsprechen Das wissen wir Leute von der Feder, und wir sind uns dieser Voraussetzung in Waltung unseres verantwortungsvollen Amtes stets bewußt. Ja, ja Echo zu fein, kritisches, ist nicht immer ganz leicht, wenn man zugleich einem jungen Dichter wie einem altbewährten Mimen gerecht werden möchte.

In der Che das Echo das ist ein ganz kom­pliziertes Kapitel! Die Jugend und die Anmut einer Frau will immer wieder ihr Echo haben, auch wenn die Flitterwochen längst vergangen sind. Im Auge des Gatten hat dieses Echo zu stehen; von seinen Lippen hat es in Liebe, Zart­heit und Anbetung zu kommen; kleine und große Geschenke haben es täglich zu beweisen; die Che sei ein immer wieder aus sich selbst verjüngen­der. ewig blühender Rosenstrauß auch wenn s bisweilen schwer fällt mit diesem ewigen Blühen. Mikmänner, gedenkt des Echos! ilnb sei es selbst aus gaiu egoistischen Gründen: wie man in den Wald schreit bzw. flüstert, so schallt es wieder heraus! ,

Peinlich der Mensch, der andererseits nichts kann, als in Gesellschaften und an Stammtischen das Echo zu spielen, als zu echoen, als alles das morionettenhaft nachzuplappern, was er am Mor­gen in Den Zeitungen las, was er gestern an Weisheit von Freunden vernahm, um es stets alseigenen Standpunkt" weiterzugeben. Hier ward das Echo schosi vor der Erfindung aller Sprechmaschinen zur mechanisierten Wiedergabe des Wortes, das da ist wie ein tönend Erz oder eine klingend« Schelle.....und hätte der Liebe

nicht" ... Peinlich ein solcher Mensch ...

Locamodertrag vorgesehenen deutsch-fran­zösischen und deutsch-belgischen Schiedsgerichtskommissionen werden ineine Kommissionzusammengefaßt, die aus einem Franzosen, einem Belgier, einem Deutschen und sechs Reutralen, somit aus ins­gesamt neun Personen bestehen soll. Die Kom­mission wirdDe r g le i ch s k o m m i s s i o n" genannt und besitzt keine eigenen Initiativrechte. Sie hat auch keine Befugnisse, irgendwelche Un­tersuchungen, Kontrollmaßnahmen oder derglei­chen vorzunehmen. Die Kommission wird aus­schließlich auf Antrag Der deutschen, französischen ober belgischen Regie­rung tätig fein. Sie trägt einen ständigen Charakter und ihre Zuständigkeit erstreckt sich auch auf die entmilitarisierte Zone. Falls bei einem Zwischenfall eine Verständigung auf diplomatischem Wege zwischen den betreffen­den Regierungen nicht zustande kommt, soll die Vergleichskommission als erste Instanz ein­greifen. Wenn innerhalb der Kommission keine einheitliche Auffassung zustande kommt...soll als zweite Instanz ein internationales Schiedsgerich t eingesetzt werden.

Von französischer Seite wird ferner mitgeteilt, daß d i e deutsche Regierung bereits grundsätzlich ihre Zustimmung zu diesem Vor­schlag den übrigen Abordnungen übermittelt haben soll. Eine Bestätigung dieser Mitteilung von deutscher Seite liegt bisher nicht vor. Von deutscher offizieller Seite wird vielmehr zu der Frage der Schlichtungskommission im Rheinland Darauf hingewiesen, daß noch kein abschlie- ßendesErgebnis ter Iuristenbespre- djungen vorliegt. Es handelt sich hier nur um unverbind liebe Meinungsäußerun­gen des Ausschusses. Ein« Entscheidung über die Frage einer Schiedskommission kann gar nicht von dem Iuristenausschuß gefällt werden, sondern liegt bei den Delegierten der politischen Kom­mission. Weiter wird von unterrichteter Seite mit Entschiedenheit betont, daß die Meldun­gen über irgendwelche Streitigkei­ten innerhalb der deutschen Dele­gation nicht zutreffend sind.

Oie Innungen und dasVolksbegehren".

Berlin, 26. Aug. (Wolff.) Das Preußisö / Landesgewerbeamt stellt fest, daß die Heranziehung von Innungen zu demDeutschen Volksbegehren" gesetzlich unzulässig ist. In dem Gutachten des Landesgewerbeamts heißt es:Die Organisationen des Handwerks über­schreiten den Kreis der ihnen durch das Gesetz zugewiesenen Aufgaben, wenn sie sich Verbänden anschließen, die über die Wahrnehmung der be= russständischen Interessen hinaus Politik, ins­besondere Parteipolitik, treiben. Von zuständiger Stelle ist den Körperschaften des Handwerks diese Stellungnahme des Landes- gewerbeamts zugeleitet worden.

Feier am Tannenberg-Aational- benkmal.

Hohenstein, 25. Aug. (WTB.) Im Ehren­hof des Tannenberg-Rasionaldenkmals wurde heute mittag die feierlich« Weih« und Enthül­lung von etwa 60 Gedenktafeln voll­zogen die von ost - und west preußischen Regimentsvereinen dem Gedächtnis ihrer in der Schlacht bei Tannenberg gefallenen Kame­ragen gewidmet worden sind. An der Feier nah­men zahlreich« ehemalige Heerführer sowie Gene­rale aus der Schlacht bei Tannenberg teil, darunter Generalfeldmarfchall von Macken» s e n. Für den verhinderten Chef der Heereslei­tung war der Befehlshaber des Wehrkreises I, Generalleutnant Freiherr v. Esebeck, mit den aktiven Generalen und Kommandeuren der 1. Division erschienen. Diele Tausende waren in Sonderzügen oder zu Fuß nach dem National­denkmal gekommen, um bei dem Weiheakt zu­gegen zu sein. Zahlreiche vaterländische Ver­bände, Militärvereine usw. mit Fahnen und 2lbzeich«n hatten im Ehrenhof Ausstellung ge­nommen. Die Reichswehr hatte eine Ehrenkom­pagnie entsandt. Desgleichen war eine Abord­nung des im Königsberger Hasen liegenden

Das Echo als Dildhauennotip. In dubio immer von Eberlein. Expressionismus und neue Sach­lichkeit nehmen sich des Echos nicht mehr an, oder wenn doch, so wird man nie auf den Gedan­ken kommen, daß es sich da um ein Echo handelt, ilnb das ist auch gut so wenigstens was mein mitgetaufteß Echo am uckermärrischen See be­trifft, ras ich mir ganz nach Den Launen meinet Phantasie ausmalen kann, ohne Rücksicht auf einen just modernen Stil, der vielleicht in meine Landschaft überhaupt nicht hineinvassen würde.

Oie flüchtigen Pelikane.

Drei Wochen ist es her, daß zwei Der schönsten Pelikane aus dem Londoner Tiergarten entflohen sind. Offenbar fürchteten sie gerade in diesen schönen Sommertagen den Herbst, den Londoner Herbst und Winter mit all ihren Schrecken und mit all ihrem Rebel. Ohne irgendwie Abschied zu nehmen, haben sie sich entfernt und alles Suchen war vergeblich geblieben. Da kam plötz­lich Die Rachricht, man hätte die Vögel $inge- fangen und sie auch gleich an den Ringen,- die sie um die Deine trugen, erkannt. Aber, man sand die flüchtigen Pelikan« nicht in London, auch nicht an der schönen Südküste des Vereinig­ten Königreichs ober auf der milden Insel Man, nein, viel weiter waren die Vögel, offenbar auf der Reise in ihre sonnig« Heimat, -gelangt. In Marokko, auf einem öanbberge, hatte ein Ein­geborener die müden Tiere gefangen, deren Traum nun ausgeträumt ist und die wieder zurück müssen in das Häusermeer, in das bald aus der Themse die trüben Dünste steigen.

Lochschulnachrichten.

Zur Wiederbesetzung des durch den Weggang des Professors H. A. Fischer nach Breslau an der Uni­versität Jena erledigten Lehrstuhls für römisches und bürgerliches Recht ist ein Ruf an Professor Dr. Leo R a a p e in Hamburg ergangen. Dr. Raape widmete sich dem Stubium der Rechtswissen­schaften in Bonn besonders unter Professor Zitel- mann. Seit 1899 als Gerichtsreferendar tätig, wurde er 1904 Assessor. 1906 habilitierte sich Dr. Raape in Bonn für römisches und bürgerliches Recht, fiedelte später als Extraordinarius nach Halle über und er­hielt dort 1915 die Ernennung zum Ordinarius. Seit 1924 lehrt Professor Raape in Hamburg.