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schließenden Teil der Nordanlage werden zur Zeit recht umfangreiche Straßenbauarbeiten aus- geführt. In der Strecke zwischen der Goetheschule und der Neustadt wird der südliche Bürgersteig auf 5 Meter verbreitert und mit einer Daum- reihe versehen. Diesen Dürgersteig entlang wird eine 9 Meter breite und mit Guhasphalt befestigte Fahrbahn angelegt. An Stelle der bisherigen Fahrbahn werden gärtnerische Anlagen geschaffen. Durch die Beseitigung der bisherigen
Mit „Schmücke dein Heim" fing es an. Manche taten daraufhin, was sie sollten. Kauften sich nämlich etwa Diaphania-Glasbilder, vor die Fenster zu hängen, was direkt entzückend aussah. Manche verstanden es anders und blieben (ohne falsche Bescheidenheit) einfach zu Haufe. Dann folgte bald „Koche mit Gas", „Heize mit Luft!" u. ä. Man tat dies und war zeitgemäß.
Dis letzthin lebten wir alle, ob verheiratet oder nicht (und demgemäß, wenigstens meistens, kinderreich oder kinderlos), durchweg im „Zeitalter des Kindes". Ob wir damit einverstanden waren oder ob nicht. Alles für die Kinder. Dor allem wurde ihr Recht auf Persönlichkeit entdeckt
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— Tageskalender für spielhaus, Bahnhofstraße: „Der „Vom Täter fehlt jede Spur".
Berliner Börse.
Berlin, 26. Aua. (WTB. Funkshruch.) 0. wohl nach der zweitägigen Unterbrechung sich im heutigen Früyderkehr noch kein Geschäft entwickeln konnte und auch Rachrichten nennenswerter Art kaum Vorlagen, scheint man in den Dankbureaus für die heutige Börse doch eher
Seit einer Generation etwa schwelgt man in ihnen. Dor dem Kriege waren sie eine Zeitlang sozusagen kategorische Imperative, wodurch das Leben ungeheuer erleichtert wurde. Denn man wußte immer, was man zu tun hatte.
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Aus der Provinzialhauptstadt
Gießen, den 26. August 1929.
Serien her Hausfrau.
" Die Neugestaltung läge. In der Westanlage zwischen der Dahn- hofstrahe und der Neustadt sowie in dem an-
Schlagworte hat es seit langem gegeben, mindesten seit R o u s s e a u s „Rückkehr Natur". Zuerst traten sie nur vereinzelt
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Fahrbahn wirb auch die Beseitigung der Fuhrwerkswaage am Neustädter Dor erforderlich. Als Ersatz dafür wird eine neue und größere Waag« mit 20 000 Kilogramm Wiegesähigkeit neben dem Schulverwalterhaus der Goetheschule errichtet. An dieser Stelle liegt die Waage für den Verkehr von und nach dem Güterbahnhof günstiger als am Neustädter Tor. Der Umbau der Straße macht auch die Umlegung der Unter- grundleitungcn insbesondere der Starkstromkabel erforderlich. Gleichzeitig werden neue Kabel zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Kabelnetzeü eingelegt. Diese Arbeiten werden voraussichtlich in etwa 8 Tagen beendet. Die Straßenbau arbeiten werden voraussichtlich in etwa 3 bis 6 Wochen beendet sein.
** Kirchliche Personalien. Durch die Kirchenregierung wurde Pfarrer Friedrich E l o tz zu Wölfersheim auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vorn 1. Oktober 1929 an, und Pfarrer Friedrich Schick zu Queckborn auf sein Nachsuchen, mit Wirkung von 1. November 1929 in den Ruhestand versetzt.
** Berkehrsunfall. Am Samstagnachmittag gegen 6 Uhr «wurde eine Dame beim Cafe Hettler von einem Motorrad angefahren. Sie stürzte und erlitt eine leichtere Kopfverletzung. Nachdem sie von einem Arzt verbunden worden war, konnte sie nach Haufe gebracht werden.
** Der Kranken st and im Monat Juli. Der Hauptoerband deutscher Krankenkassen in Berlin weist für den Monat Juli (Stichtag 1. August) folgende Zahlen nach: Zahl der Mitglieder am 1. August 5 780 864 (3 118 334 männlich, 2 062 530 weiblich), davon waren arbeitsunfähig erkrankt 3,89 o. H. (3,78 o. H. männlich, 4,02 v. H. weiblich), das ist gegen den Stand am 1. Juli ein Mehr von 0,29 v. H. Die Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen (Stadt) hatte am gleichen Tage 10 858 Mitglieder (6094 männlich, 4764 weiblich), der Krankenstand betrug 3,79 v. H. (3,53 v. H. männlich, 4,11 v. H. weiblich) und war gegen die Zahlen vom 1. Juli um 0,68 o. H. höher. Ein ähnliches Bild ist bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen (Land) zu verzeichnen: Mitgliederzahl am 1. August: 8424 (5942 männlich, 2482 weiblich), an Kranken wurden gezählt 3,63 v. H. (3,42 o. H. männlich, 4,15 o. H. weiblich), mithin gegen den Stand am 1. Juli eine Zunahme von 0,62 o. H.
** Wichtig für Auswanderer nach Amerika. Ab. 1. September 1929 nimmt das Amerikanische Generalkonsulat in Frankfurt a. M. keine Anträge zur Auswanderung nach den Der- einigten Staaten von Amerika mehr an. Alle Anträge von im Bezirke des Amerikanischen Generalkonsulates Frankfurt a. M. wohnhaften Personen, die beabsichtigen, nach 11. S. A. auszuwandern, sind von obigem Tage an direkt an das Amerikanische Konsulat in Köln a. Rhein, Kaiser- Friedrich-Ufer 83. zu senden. Personen, die sich bereits vor dem 1. September 1929 in Frankfurt angemeldet haben, brauchen keine neuen Anträge in Köln einzureichen, da die in Frankfurt eingereichten Anträge ihre volle Gültigkeit behalten. Paß- und Transitvisen für Geschäftsreisende und Besucher werden nach wie vor durch das Amerikanische Generalkonsulat in Frankfurt a. Main, Dörsenstraße 2—4, ausgestellt:
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ferne wird der Firma Weimer in Gießen zu ihrem Angebotspreis von 2,30 Mark für den Kubikmeter übertragen.
Die Pslasterarbeiten für die Umgestaltung der Westanlage von der Goetheschule bis zur Neustadt werden der Firma K. S ch ne p p (Krofdorf) zu ihrem Angebotspreis von 5330 Mark übertragen.
Arbeiten für die Feuersichcrhett.
Die Erweiterung der Feuermeldeanlage wird genehmigt und die Kosten in Höhe von 4500 Mark bewilligt. Die Stadtverwaltung wird ermächtigt, die Arbeiten durch den Installationsmeistcr Balser ausführen zu lassen.
Für die Beschaffung eines neuen Wasserbehälters aus Kupferblech für die Automobilsprihe wird ein Betrag von 900 Mark zur Verfügung gestellt. Die Beschaffung des Behälters von der Firma Schaffstaedt (Gießen) wird genehmigt.
Reparatur des Obermühlwehrs.
Zur Instandsetzung des Obermühlwehres in der Lahn wird ein Kredit von 2000 Mark bewilligt.
Beschaffung von Transformatoren.
Für die Beschaffung eines Transformators 1250 kVA mit Drosselspule und zweier Mast- transsormatoren 10 kVA wird ein Kredit von 13 332 Mark bewilligt. Die Lieferung des Transformators wird zum Angebotspreis von zusammen 11902 Mark den Siemens-Schuckert- Werken, die Lieferung der beiden Masttransformatoren zum Angebotspreis von 715 Mark pro Stück der Firma Bergmann-Elektrizitätswerke A.-G. in Frankfurt a. M. übertragen.
Die Elektrizikätswerksrechnung für Rj. 1927.
Die in Einnahme mit 2 247 495 40 Mk. und in Ausgabe mit 2 246 538,14 Mk. abschließende Rechnung wird nicht beanstandet.
Zuschuß an die Gewerbe- und Maschinenbauschule.
Auf Grund des vorliegenden Rechnungsabschlusses für die Gewerbe- und Maschinenbauschule für das Rj. 1928 wird ein weiterer Zuschuß von 5752,57 Mk. bewilligt.
verschiedenes.
Das Lokalreglement vom 10. November 1879 über die Reinhaltung und Wegsamkeit der Straßen und Plätze, sowie die Reinhaltung der Kanäle in der Stadt Gießen wird aufgehoben.
Für die Gewerbe- und Maschincnbauschule wird eine neue Satzung für das Kuratorium antragsgemäß beschlossen.
Dem Entwurt einer Ortssatzung über die Erhebung des Marktstandgeldes aus den Vieh- und Krämermärlten Gießen wird zugestimmt.
Der Voranschlag der Plockschen Stiftung für das Rechnungsjahr 1929 in Einnahme und Ausgabe mit 1362,22 Mk. wird genehmigt.
Das Baugesuch von Ludwig Keil, Weidengasse 1, wird befürwortet.
Die Schankkonzcssionsgesuche des Forstgarten- verwaltcrs Heinrich Binz im Hniversitätssorst- garten, der Katharine Feurer geb. Hettler und Else Hettler, Frankfurter Straße 1, sowie des Karl Theiß, Lindengasse 2, werden antragsgemäß befürwortet.
Vorbereitung von Notstandsarbeiten.
Die sozialdemokratische Fraktion ersucht in einem Antrag die Stadtverwaltung, im Hinblick auf die Arbeitsmarktlage die Durchführung umfangreicher Notstandsarbeiten vorzubereiten. Auf Vorschlag des Bürgermeisters Dr. Seid wird dieser Antrag dem Finanzausschuß zur weiteren Veranlassung überwiesen.
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Wettervoraussage.
Mit dem Abzug der nördlichen Störung haben die Kaltluftmasfen an ihrer Rückseite Deutschland überflutet und eine leichte Abkühlung verursacht. Dabei hat sich der hohe Druck von Westen nach dem Kontinent ausgebreitet und nimmt Deutschland mit in feinen Bereich. Im Bereich hohen Druckes haben wir zunächst mit meist heiterem Wetter zu rechnen. Die Temperaturen stergen dabei mit Dem Abflauen der Kaltluftzufuhr zunächst langsam an, jedoch bleibt es nachts küchl. Später dürste erneuter Zustrom warmer Luft einsetzen, so daß die Erwärmung cmhält und auch nachts die Temperaturwerte wieder gehoben werden.
Wettervoraussage für Dienstag: Meist heiteres Wetter, wärmer, trocken.
Wettervoraussage für Mittwoch: Zeitweise aufkommende Bewölkung unb weitere Erwärmung.
Lufttemperaturen _m 25. August: mittags 21 Grad Celsius, abends 16,7 Grad; am 26. August: morgens 13,1 Grad. Maximum 21,1 Grad, Minimum 10,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. August: abends 21,2 Grad: am 26. August: morgens 16,1 Grad Celsius. — Sonnenlckeindauer 2% Stunden.
Die Gießener Stadtratsoerfamm- l u n g beschäftigte sich in ihrer Sitzung vom Freitag, über deren Hauptpunkt wir am Samstag schon berichteten, noch mit folgenden Angelegenheiten:
Druck
der verwaltungsberichle und des Voranschlags.
Der im Voranschlag für 1929 vorgesehene Betrag von 4000 Mark für den Druck des Voranschlags für 1929 und der Verwaltungsberichte für 1924, 1925 und 1926 wird um 9000 Mark erweitert. Stadtratsmitglied Mann (Soz.) beanstandet, daß der er- forderliche Betrag nicht bereits im Voranschlag angefordert worden sei. In Zukunft solle diese Ausgabe in voller Höhe in den Voranschlag eingestellt werden.
Arbeiten an der Schillerschule.
Die Schreinerarbeiten an dem Um- und Erweiterungsbau der Schillerschule werden folgenden Firmen losweise übertragen: Firma E. H. Müller (Gießen) für 9940 Mark, Firma Anton Wagner (Gießen) für 7803 Mark, Firma Karl Hahn (Gießen) für 3354 Mark, Firma Wilhelm Bender (Gießen) für 837,20 Mark, Schreinermeister Wack (Gießen) für 938,20 Mark, Schreinermeister August E i d m a n n (Gießen) für 2332 Mark, Firma B. Nuhn (Gießen) für 546 Mark.
Die Lieferung der Solnhofener Platten erhält die Firma Dem & Co. zum Preise von 6039 Mark, die Lieferung der Mosaikplatten die Firma Sack & Iughardt zum Preise von 5768,50 Mark. Die Anschlagarbeiten werden an die Schlosser- meifteroereinigung für 2763,10 Mark und an Schlossermeister Karl Wiegand für 1238,75 Mark vergeben.
Arbeiten am Neubau der Peskalozzischule.
Die Ausführung der Dachrinnen und Anschlüsse in Zink wird der Firma Georg Appel zum Angebotspreis von 8231 Mark, und die Ausführung der Abfallrohre in Kupfer dem Dachdeckermeister Karl Lapp zum Angebotspreis von 3095 Mark übertragen.
wohnungsbauten in der Schwarzlach.
Die Erd- und Maurerarbeiten an den Wohnungsbauten in der Schwarzlach werden wie folgt vergeben:. An die Firma M. Abermann (Gießen) für 84 664 Mark, für ein Hnus Typ A und zwei Häuser Typ B an H. W. Rinn (Gießen) für 54 148 Mark, für ein Haus Typ A und ein Haus Typ B an die Firmen H. Weimer und Dirken stock und Schneider für 35 992,09 Mark; die Zimmerarbeiten erhalten die Firmen M. Abermann (Gießen), Karl D e b l i n g (Heuchelheim), Friedrich P i h N a ch f. (Steinbach) und August Rohm (Wieseck) zu ihren Angebotspreisen; die Dackdeckerarbeiten erhalten die Firmen Wilhelm K r ö ck (Gießen) zu 3185 Mark und Philipp Kröck & Sohn zu 3264 Mark.
Arbeiten am An- und Umbau der Gewerbeschule.
Die Schreinerarbeiten werden wie folgt vergeben: an Schreinermeister Heinrich Horn für 4139 Mark, Firma E. H. Müller fu# 2368 Mark, Firma Anton Wagner für 3509 Mark.
Die Erd- und Maurerarbeiten Aur Vergrößerung des Heizkellers und der Aufführung eines Kamins in der alten PestalMischule werden der Firma Ernst Wagner (Gießen) zum Preise von 3752 Mark übertragen.
Slraßenarbeiten.
Die Erd-, Maurer- und Rohrverlegungsarbeiten in der M o l t k e st r a ß e werden der Firma M. Abermann in Gießen zu den Grundpreisen für die gleichen Arbeiten vom Hochdruckbehälter bis zur Moltkestraße übertragen.
Die Auffüllung der Reststrecke der Straße hinter der früheren städtischen Ka-
Rach Osten, Süden und Westen waren sie einem Tage abgereist. Es hatte Großbetrieb geherrscht. Handkoffer, Hutkoffer (oder nicht?), Rucksack (der kleine oder der große?), Gummimantel (oder nicht?), Sohn oder Tochter verwechselten um ein Haar ihre sportlichen Knickerbockers, unsere Hausgenossin hatte ihren Pah verlegt, „Mutti, ob ich wohl den dicken Pullover mitnehme?— Ach, könntest du wohl? — meinst du wohl? — hast du vielleicht?..Die
Wogen gingen hoch. Endlich Abschied. Küsse. Winken. Und dann plötzlich tiefe Stille. Die sich in dem wohl tuenden Gedanken auflöst: Ferien der Hausfrau. Zehn Tage vollkommener Ruhei Wie würde ich sie ansnuhen! Alle Möglichkeiten wurden genießerisch erwogen: Sonnen- und Flußbäder, Waldspaziergänge, Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung.
Doch zuvor: Ordnung in die Wohnung gebracht. Ich kramte bis spät in den Abend und verschlief dadurch die erste Programmnummer: Frühspaziergang und Morgenkaffee außerhalb. Und dann blieb die Aufwartung aus. Auch die nächsten Tage. Sie hatte mit dem Wohnungsamt und dem Zahnarzt zu tun. Daher war der Fall hoffnungslos. Also „Bediene dich selbst". Das wäre nun weiter nicht so schlimm gewesen, wenn ich nur nicht beim „Alles-selber-machen" bemerkt hätte, wie reformbedürftig mein ganzer Haushalt durch mein ständiges anderweit Beschäftigtsein allmählich geworden war. Und so begab ich mich an ein Generalaufräumen, das mit der Bibliothek anfing und seinen Siegeszug durch Wäscheschrank, Büfett, über Flickenberge, durch Mottenkiste, Vorratskammer usw. hielt— „nur dies noch heute", dachte ich jeden Tag, „morgen mache ich mir bestimmt Ferien". Und fo dachte ich, bis ich mit allem fertig war. Mit der Wohnung, mit meinen Kräsien und mit den ungestörten Tagen.
„Und ich hatte dir doch s o geraten, dir recht gemütliche Ferien zu machen," sagte meine heimgekehrte Tochter. Aber wem nicht zu raten ist, dem ist nicht zu Helsen. Nicht mal mit dem Recht auf Ferien. E. v. M.
Daten für Dienstag, 27. August.
Sonnenaufgang 5.03 Uhr, Sonnenuntergang 18.59 Uhr. — Mondaufgang 21.42 Uhr, Monduntergang 1-3.22 Uhr.
1576: der italienische Maler Tizian in Venedig gestorben (geboren 1477); — 1770: der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel in Stuttgart geboren (gestorben 1831).
Vorrwtizen.
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(was oft erstaunliche pädagogische Resultate zeitigte. Doch das nur nebenbei).
Neuerdings ist man nun über das Kind hinausgegangen und hat ein neues Recht der Frau entdeckt. Nämlich das Recht der Hausfrau auf Ferien. Hat sie es, oder hat sie es nicht?
Es ist viel darüber geschrieben worden. Sehr viel. Und die öffentliche Meinung lautet wohl einstimmig: I a, s i e h a t e s. Warum auch nicht? Jedes Kind hat es. Jeder Mann. Jeder Beamte, jeder Angestellte, jeder Schusterlehrling — kurz jeder Mensch. Also auch die Hausfrau.
Ich war sehr angenehm berührt, als ich das las. Er ist immer erfreulich, Recht zu bekommen, besonders noch, wenn cs unvermutet geschieht. Dis jetzt hatte ich es allerdings nur auf dem Papier und moralisch. Was leider oft nicht viel besagen wiU. Auch in meinem Falle nicht, denn mir fehlten zu seiner Ausnutzung sowohl Zeit wie Ruhe. Plötzlich aber hatte ich beides. Als natürliche Folge des Rechts auf Ferien der nämlich meines ganzen kleinen Haus-
Jfreugetfl „Königsberg" erschienen. Auch die alten Fahnen der an der Tannenbergschlacht beteiligt gewesenen Regimenter waren nach Hohenstein gebracht worden.
Als der älteste der anwesenden Tannenberg- Kämpfer ergriff Feldmarschall von Mackensen das Wort. Die heutige Feier gelte den Helden, die ihr Leben für den Sieg dahingaben, den Mannern, die es als ihre höchste Aufgabe ansahen, die Grenzen unseres Vaterlandes zu schützen und Haus und Hof, Frau und Kind zu schirmen. Die Waffen habe man dem deutschen Volk genommen; den Geist aber könne man nicht bannen, den Geist, der im Weltkrieg das deutsche Voll als das kraftvollste Volk der Erde erwiesen habe und dessen Schaffen sich heute in der Weltsahrt des „Graf Zeppelin" offenbare. Dieser ®euft werde fortleben und mit ihm das Deutsche Reich.
Unter dem Salut einer Geschühbatterie erfolgte dann die Enthüllung der Ehrentafeln und die Kranzniederlegung durch Vertreter der Rcgi- mcntsvereine. Die Ehrenkompagnie präsentierte Ui . Gewehr, die Fahnen und Banner senkten sich > ) die Musik spielte „Ich hatt' einen Kameraden".
Aus aller Welt.
Marschall Liman von Sanders f.
Im 75. Lebensjahre ist in München der General der Kavallerie a. D.' und osmanische Marschall Liman v. Sanders gestorben. Der Verstorbene hatte nach glänzender militärischer Laufbahn 1911 das Kommando der 22. Division in Kassel übernommen und war 1913 Chef der deutschen M i li t är m i ss i on in der Türkei geworden. Der Ausbruch des Weltkrieges sah v. Sanders als Befehlshaber der Annee, der die Verteidigung der Halbinsel Gali- polis übertragen war. Alle Angriffe der stark überlegenen englischen Delagerungsarmee zerschellten an dem gut organisierten Widerstand der Verteidiger. Im weiteren Verlauf des Krieges stand Sanders mit seinen Truppen in Palästina, wo ihn schließlich der Zusammenbruch ereilte. Bei der Leitung des Abtransportes der deutschen Truppen wurde Sanders nach Kriegs- fchluß gefangen genommen und 1919 auf Malta interniert. Seit der Rückkehr nach Deutschland lebte er in München. Die Londoner „Sundah Times" sagt in einem Leitartikel, das britische Heer habe während des Weltkrieges keinen ehrenhafteren Feind gekannt als den verstorbenen deutschen General Liman v. Sanders. Es ist angenehm, daran zu denken, schreibt das Blatt, daß er ein ebenso ritterlicher w i e entschlossener Feind war, und daß seine vormaligen Gegner auch nicht ein ungutes Wort über ihn zu sagen haben. Die Beisetzung des verstorbenen Marschalls findet in Darmstadt statt.
Zwei Kinder ermordet.
In Düsseldorf wurden die sechs Jahre alte Gertrud Hamacher und ihre 13jährige Stiefschwester Louise Lenzen, die von den Eltern als vermißt gemeldet waren, in einem Garten unweit des KirmesplatzeS und nur etwa 200 Meter von der elterlichen Wohnung entfernt, von einem Wirtschaftsgehilfen, der sich um 6 Uhr morgens auf dem Wege zur Kirche befand, tot aufgefunden. Die Polizei stellte fest, daß die Keine Hamacher durch einen Stich In den Hals und die 13jahrige Lenzen nur wenige Schritte davon entfernt durch Stiche in die- Rückengegend ermordet worden waren.
Vier Todesopfer eines Uutounglücks.
Der Personenzug Soltau — H am bürg, der Soltau kurz vor 10 Uhr abends verläßt, hat auf der Provinzialstraße von Soltau nach Hamburg bei Wintermoor das Auto des Arztes Dr. Brinkmann aus Soltau überfahren. Der Chauffeur, zwei Frauen und ein Kind wurden getötet, Der Arzt schwer verletzt.
Todessprung einer Fallschirmpilolin.
Die Fallschirmspringerin K r ö h l aus Dresden ist bei einer Vorführung auf dem sehr stark besuchten Flugsporttag der Sächsischen Fliegerschule in der Nähe von Limbach tödlich veirunglückt. Der Absturz ist darauf zurückzuführen, daH der Fallschirm sich nach dem Ab- sprung nicht öffnete.
Ballonunglück bei Sarasani.
Arn Sonntagvormittag gegen 10.30 Uhr war man auf dem Zeltplatz in Regensburg mit dem Füllen des Reklamefesselballons der Sarasani-Schau beschäftigt. Ein in der Nähe stehender Angestellter klammerte sich an den Ballon und rief weitere Mannschaften um Hilfe. Bevor aber einer der herbeieilenden Leute zugreifen konnte, schwebte der Ballon bereits in Haushöbe und stieg, den Mann mit sich nehmend, in die Höhe. Wie man vom Boden aus beobachten konnte, versuchte der Artist, die Reihleine zu ziehen, um den Ballon zu entleeren, konnte aber nicht an die Leine herankommen. In etwa 100 Meter Höhe verliehen den Unglücklichen die Kräfte und er stürzte auf das Zirkuszelt, durchschlug die starke Zeltdecke und blieb bewußtlos in der Manege mit starken inneren Verletzungen liegen. Der Verunglückte wurde in das Krankenhaus eingeliefert.
Das Eisenbahnunglück auf der Tauernbahn.
Es wurde festgestellt, daß der Triester l) - Z u g von Schwarzach—St. Veit nach Gastein mit einer Versp ätung von 8 Minuten um 11.37 Uhr abgelassen worden ist. Da die V ahn eingleisig ist, hat der Fahrdienstleiter von C warzach—St. Veit selbstverständlich kein
< i g n a t „freie Dahn" abgegeben. Trotz bi«* r ? • Umstandes hat der Fahrdienstleiter von Loi- ? n den Prager Personenzug, ohne sich zu ^erzeugen, ob die Dahn frei sei, cögcfertigt. Der Fahrdienstleiter von Loifarn, : ?n die Schuld an dem Zusammenstoß trifft, hat sich bei seiner Vernehmung vor der Gendarmerie mit Ueberarbeitung entschuldigt.
Bei der Rettung seiner Kinder ertrunken.
Als der Kaufmann Wilh. Schultze in der Nähe der Elbbrücke von Wittenberg mit seinen Kindern an einer seichten Stelle badete, gerieten die achtjährige Tochter und der elfjährige Sohn, der seiner Schwester zu Hilfe kommen wollte, in die Strömung und trieben in die offene Elbe hinaus. Dem Vater gelang es, die beiden Kinder zu fassen und bis nahe ans Ufer zurückzubringen, als ihn ein Herzschlag ereilte. Paddelboote retteten die Kinder. Der Vate-r versank. Er hinterläßt acht Kinder.
ESonntaa, 5. August, 1929.8" mos


