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ten Doppelquartett Hochstadk, letzterer Verein erhielt auch den Dirigentenpreis. 1. Land­klasse: Klassensingen: 1. Preis Harmonie Du­tenhofen mit 172 Punkten: der Verein erhielt ferner den Hauptehrenpreis und Dirigentenpreis: 2. Preis mit 168 Punkten und Ehrenpreis Turn- gesellschaft Dietzenbach: 3. Preis mit 167,5Punkten Germania Kirch-Göns. 2. Landklasse: 1. Preis, Ehrenpreis und Dirigentenpreis Lieder- kranz Hasselbqch: 2. Preis Konkordia Münchholz­hausen: 3. Liederkranz Kirch-Göns: 4. Blas nach; 5. Zeppenfeld Rodheim v. d. H 3. L a r- d k l ässe 1. Preis, Ehrenpreis und Dirigentenpreis Sal­chendorf. 4. Richtpreisgekrönte Ver­eine: 1. Preis, Ehrenpreis, Hauptehrenpreis und Dirigentenpreis Germania Ostheim bei Butzbach: 2. Preis Liederkranz Kleeberg.

Kreis Büdingen.

Nidda, 24. Juni Der hiesige Männer- GesangvereinSängerkranz" begeht am nächsten Samstag und Sonntag die Feier seines 90jährigen Bestehens, mit der ein Gesangswettstreit verbunden ist. Etwa 1500 auswär­tige Sänger werden an diesem Feste teilnehmen. Für Samstagnachmittag ist ein« Ehrung der Ge­fallenen am Denkmal am Johanniterturm, für Samstagabend ein Kommers in der Turnhalle vor­gesehen. Sonntagvormittag wird in zwei Lokalen das Wettsingen stattfinden, nachmittags wird sich ein Festzug durch die Stadt nach dem Festplatz be­wegen, wo nach der Festrede die einzelnen Vereine singen werden und anschließend die Preisoerteilung staitfinden wird. Der nach Abzug der für die Schwierigkeiten gewerteten Punkte mit der höckp sten Punktzahl ausgezeichnete Verein soll durch einen vom Reichspräsidenten von Hindenburg gestifteten Preis ausgezeichnet werden, der aus einem Bild des Reichspräsidenten bestehl.

Ridda, 25. Juni. Gestern wurde hier das Heugras von 100 Abteilungen je 2000 Quadratmeter städtischer Wiesen verstei­gert. Es hatten sich viele Steigliebhaber auch von den umliegenden Orten dazu eingefunden. Die Preise waren gegen voriges Jahr etwa das Doppelte. Eine Abteilung kam auf durchschnittlich 35 Mark. Solche mit gutem Bestand auf 50 Mark. Die Hälfte der städtischen Wiesen ist auf mehrere Jahre verpachtet. Auch hier ist der Ertrag an Heu diesmal bedeutend geringer als sonst, namentlich auf den trockenen Wiesen. Land­wirt Gustav Eichelmann, gebürtig aus Rup­pertsburg, kaufte von Landwirt Karl Speng- I c r hier die in der Krugschen Gasse gelegene Hofreite nebst einigen Grundstücken.

ch O r t e n b e r g, 24. Juni. DerSchützenver- ein Ortenberg hält auf seinem idyllisch ge­legenen Festplatz und Schießständen am 30. Juni und 1. Juli sein diesjähriges Hauptschießen ab, ver­bunden mit Jugendfest. Eine Hauptanziehungskraft wird die verpflichtete Gießener Militärkapelle fein, die schon am Samstagabend ein Konzert gibt.

ch Ortenberg, 25.Juni. Die Lage der I n - dustrie im Vogelsberg hat sich zu­friedenstellend gebessert. Die meisten Arbeitslosen können wieder beschäftigt werben. Kurzarbeit wird nicht mehr geleistet. Die Da - -saltindustrie besonders die größeren Werke ist reichlich mit Aufträgen versehen. Dasselbe gilt für die Sandstein verarbeiten­den Betriebe. Auch die Baugeschäfte sind vo'lb.schästi^t. d?sgl:ichen die H o l z i n d u st r i e.

rl. Bleichenbach, 25. Juni. Der hiesige Spar- und Darlehnskassenverein hielt am Samstagabend seine erste diesjährige Generalversammlung ab. Hauptpunkt der Tagesordnung war die Bekanntgabe und Genehmigung der Bilanz vom 31. Dezember 1928. Das Geschäftsjahr 1928 brachte dem Verein eine ansehnliche Erhöhung des Umsatzes im Waren­verkehr. Richt nur die Kleinverkaufsstelle hat sich in diesem Jahre rege aufwärts entwickelt, sondern auch der Absatz von Getreide kam auf eine vorher nie erreichte Höhe. Der bedeutend

Vornan von Edgar Wallace.

11 Fortsetzung Nachdruck verboten

Wenige Minuten später waren sie schon in dem düsteren Gebäude an dem Themse--Ernbank- ment und fanden nichts Auffälliges an der Tür von Zimmer 47. Er öffnete sie und schaltete das Licht ein.

Da haben wir s ja," sagte er leise. Das Schloß des Wandschrankes, in dem er die Beweisstücke des Falles Stuart aufbewahrte, war aufge­brochen, und die Türen standen weit offen.

Er nahm die Schale heraus und überflog mit einem Blick den Inhalt.

Die Braille-Schrift war verschwunden.

12.

Er nahm den Telephonhörer ab und sagte kurz: Schicken Eie sofort die ersten beiden Beamten, die Sie im Hause finden, hierher und einen Boten. Aber schnell."

Das junge Mädchen beobachtete ihn mit Inter­esse. Jetzt lernte sie zum erstenmal den wirklichen Larry Holt kennen, den Mann, von dem der Kommissar gesagt hatte, daß ernicht einmal im Schlaf die Spur verlor". Auf seinen Wunsch wartete sie vor der offenen Tür, bis er feine Untersuchung beendigt hatte. Der Eindringling hatte sich nicht die Mühe gemacht, das leichte Stemmeisen wieder mitzunehmen, das er ge­braucht hatte. Es lag auf dem Fußboden. Er nahm cs vorsichtig mit einem Stück Papier auf und brachte es unter das Licht.

Ein kurzer wollener Faden hing an seinem rauhen Ende, und das bewies, daß man Hand­schuhe getragen hatte, um Fingerabdrücke zu vermeiden. Seine einzige Hoffnung war die Schale, deren Boden aus einer dicken Glasplatte be­stand. Seitenwände und Handgriffe waren Korb­geflecht. Larry wußte, daß, falls die Handschuhe überhaupt ausgezogen worden waren, es bei dem Hantieren mit der Schale geschehen sein mußte. Jemand, der nicht daran gewöhnt ist, mit Handschuhen zu arbeiten, würde diese sicher ablegen, um die kleinen Gegenstände prüfen zu können. Unb seine Annahme war richtig. Als er auf die polierte Rückfläche der goldenen Uhr hauchte, wurde ein Fingerabdruck deutlich sichtbar.

Inzwischen waren die beiden Polizisten ein­getroffen.

Ost in der daktylographischen Abteilung je­mand in Dienst?" fragte Larry.

.Jawohl."

Bringen Sie die Uhr hin. Halten Sie sie an der Krone; kann man den Wdruck nicht mit Puder sichtbar machen, so muß er sofort Photo­

erhöhte Warengewinn wird aber leider stark beeinträchtigt durch Zinsverluste auf faule Mit- gllederwarenkonti. Die Spareinlagen haben sich 1928 um etwa 20 Prozent erhöht, während sich das Darlehnskonto verringert hat. Die Schulspar­kasse brachte wiederum verhältnismäßig gute Er­träge, während Sparkarten wenig vertrieben werden konnten. Die Zahl der Mitglieder blieb etwa auf ihrer alten Höhe stehen (80). Die Bi­lanz wurde einstimmig genehmigt und den Ver­waltungsorganen Entlastung erteilt. Der Vor­steher des Vereins, Lehrer S ch n i e r I e, sprach dann über Rotwendigkeiten im Geld- und Warenverkehr. Eine Beruhigung für die Mitglieder war die Mitteilung, daß der Verein seine 1926 anläßlich der Sanierungsaktion der Raiffeisenbank gegebenen Bürgschaften am 1. April 1929 zurückerhalten habe. Das sei durch das Aufgehen der D.-R.-D. in der Preutz. Zen- tral-Genossenschaftskafse möglich geworden. Diese Tatsache habe also entgegen den vor mehreren Wochen von manchen Zeitungen (nicht vom Gie­ßener Airzeiger) verbreiteten Meldungen, für die Mitglieder der Raiffeisengenossenschaften keinerlei Rachteile, sondern Vorteile gebracht, wenn auch eine große Anzahl von Vereinen dabei um seine Aktien bei der D. R. D. gekommen sei. Zu dem PunktVerschiedenes" sprachen meh­rere Mitglieder, und es kam dadurch noch zu Beschlüssen, die dem Geld- und Warenverkehr des Vereins förderlich fein werden.

Kreis Schotten.

rog. Gedern, 25. Juni. Ein Erlebnis, das noch lange in den Herzen aller Teilnehmerinnen wirken wird, war der am Sonntag unternommene Ausflug von vierzig Mitgliedern des Guftav-Adolf- Frauenvereins Gedern nach Marburg. Unter sachkundiger Führung einer Marburgerin wurden die Ausflügler bekannt gemacht mit Mar­burgs schönstes Punkten, mit seinen Sehenswürdig, feiten, besonders der Elisabethkirche, die den Be­schauern unvergeßlich bleiben wird, mit der Uni­versität, in der die Aula mit ihren mächtigen Wand­gemälden von Künstlerhand Staunen und Bewunde­rung hervorrief, mit all den winkligen Gassen und Gäßchen, den anheimelnden, sich an den Berg an- schmiegenden Fachwerkhäuschen, nicht zu vergessen das merkwürdige Haus, das gegen alle Sitte und Gewohnheit feine Eingangstür hoch oben am höchsten Dachgiebel hat. Der Abschluß des ereignisreichen Tages war dann der Besuch der Festsviele auf der Höhe des Schloßberges, wo SchillersTell" auf der Freilichtbühne gespielt wurde.

ld. E i ch e l s a ch s e n, 25. Juni. Auch unser Dorf will, nachdem bereits vor einigen Jahren eine Ge­denktafel für die im Weltkriege Gefallenen unserer Gemeinde in der Kirche angebracht wurde, nunmehr ein Gefallenendenkmal errichten und ist zur Zeit mst Geldsammlungen für den Denkmalsbau beschäftigt, die gute Ergebnisse zeitigen. Als Denk­malsplatz kommt wohl nur der um die Kirche liegende alte Friedhof in Frage, der durch feine wunderbare Lage und feine aus Eichelsachsens Glanzzeit im 18. Jahrhundert stammenden Grabdenkmäler hoher Forst- und Jagdbeamter einen einzigartigen Stand­ort für ein Gefallenendenkmal abgeben würde.

* Eichelsdorf, 25. Juni. Unter großer Be- teiligunrr aus allen Kreisen der Bevölkerung wurde die früf'?re Handarbeitslehrerin unseres Dorfes, Frau Lina Döhl, zu Grabe getragen. 30 Jahre lang hat die Verstorbene mit außerordent­lichem Fleiß die | .ulpflichtigen Mädchen in die An- fangsaründe weiblicher Landarbeit eingeführt und dem Dorf dadurch wertvolle Dienste geleistet. Kranz­niederlegung durch Gemeinde- und Schulvorstand waren äußere Zeichen des Dankes für eine Lebens­arbeit im Dienste ländlicher Wohlfahrtspflege.

Meinhessen.

WSR. Gau-Algesheim, 24. Juni. Am Sonntagfrüh gegen 1 Uhr lauerte der 21 Jahre alte Josef Schmidt von hier dem im 35. Le­bensjahr steheirden Wilhelm Wolff, eben-

graphiert und innerhalb der nächsten Stunde verglichen werden."

Der Einbrecher hatte noch einen anderen faux pas gemacht. Larry hatte den Papierkorb unter dem Tische hervorgezogen, ohne seinen Inhalt durcheinan erzubringen, und hatte drei zusammen- geknüllte Stückchen Papier, die obenauf lagen, herausgenommen. Die beiden ersten waren nichts Wichtigeres als Briefentwürfe in Dianas Hand­schrift. Das dritte dagegen zeigte einen Plan des Zimmers, von fachmännischer Hand in Tinte gezeichnet. Der Platz des Wandschrankes und die Position der Schreibtische waren genau angegeben.

Der Zeichner hat angenommen, daß es hier drei Wandschränke gibt," sagte Larry und wies auf die Skizze.Einer soll links vom Kamin sein," er blickte auf und zog seine Brauen Überrascht in die Höhe.Weiß der Himmel, das stimmt auch." Und ein anderer hinter der Tür," er blickte hin und nickte.Die kennen das Zimmer viel besser als ich selbst. Miß Ward," sagte er und studierte von neuem die Zeichnung.Das hat ein Mann gezeichnet, der Fachkenntnisse hat. Ich glaube, es wäre besser, wir hätten einen Geldschrank hier und eine Leibwache," fügte er bitter hinzu.

Auf der Türschwelle tauchte plötzlich Sir John Hason auf, der gelegentlich abends in sein Bu­reau kam, um ruhig und ungestört arbeiten zu können.

Was ist denn vorgefallen, Larry?" fragte er.

Ach, gar nichts," sagte Larry leichthin.Rur ein Einbrecher hat Scotland Bard einen Besuch abgestattet! Meinst du nicht, wir mühten nach der Polizei schicken?" Als Antwort auf diese impertinente Frage grinste Sir John, war aber sofort wieder ernst.

Man hat doch nicht die Stuart-Beweisstücke gestohlen?"

Das einzige Beweisstück, das wirklich von Wert war, ist verschwunden," entgegnete Larry. Cs wäre eigentlich eine gute Idee, wenn wir im Präsidium ein paar Pfadfinder Dienst tun lassen würden, damit auf unsere bewegliche Habe aufgepaht wird."

Wenn du Witze machst, gefällst du mir aus­nehmend," sagte der Kommissar halb im Scherz, halb im Ernst.Laß den Pförtner nach oben kommen."

Aber auch dieser konnte keine zufriedenstellende Auskunft geben. Er hatte gedacht, es wäre Miß Ward gewesen, die an seiner Loge vorbeiging. Es war Gewohnheit im Bard, daß die Beamten beim Passieren der Portierloge ihre Zimrner- nummer angaben, wenn sie ihren Dienst begannen, und dieselbe Gewohnheit galt auch für die Zeit außerhalb der Bure au stunden. Der Besucher hatte 47" angegeben und war ohne weiteres hinein- gelaffen worden.

falls von hier, auf, überfiel ihn und zertrüm­merte ihm mit einem Schlagring die Schädeldecke. Außerdem brachte er dem Wolff, der sofort bewußtlos war, mit einer Packnadel von rückwärts mehrere Stiche bei. Der Schwerverletzte wurde alsbald in das Hospi­tal nach Dingen übergeführt, wo er, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, verstarb. Der Täter, der zunächst geflüchtet war, konnte durch die Gendarmerie verhaftet werden und wurde in das Untersuchungsgefängnis nach Mainz verbracht.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

<> Dornholzhausen, 25. Juni. Unsere Gemeinde ist ohne jede Verkehrsverbindung mit der Kreisstadt Wetzlar. Es ist deshalb angeregt wor­den, das auf der Kraftpostlinie Wetzlar Hochelheim verkehrende Postauto an ver­schiedenen Tagen der Woche bis Dornholz­hausen fahren zu lassen. Gewünscht wird, daß dieser Verkehr auf Mittwoch, Donnerstag und Sams­tag gelegt wird. Es wäre zu begrüßen, wenn die Postverwaltung dem Anträge der Gemeinde statt- geben würde.

Familientragödie in Frankfurt.

Mutter und zwei erwachsene Töchter gasvergiftet.

WSR. Frankfurt a. M, 25. Juni. Heute nachmittag wurde in der Parterrewohnung eines Hauses in der Thorwaldtfenstrahe die Woh­nungsinhaberin mit ihren zwei erwach­senen Töchtern gasvergiftet tot auf­gefunden. Aus einem hinterlassenen Zettel geht hervor, daß die Familie, die in guten Ver­hältnissen lebte, freiwillig aus dem Le­ben geschieden ist. Dor etwa vier Wochen war der Ehemann und Vater gestor­ben, so daß hierin vielleicht das Motiv zur Tat zu suchen ist.

Verbandsiag der Hessischen Geschichis- nnd Altertumsvereine.

WER. Oppenheim, 24. Juni. Am Sonntag fand hier der Verbandstag der Hessi­schen Geschichts- und Altertumsver­eine statt, dem am Samstag ein Degrühungs- abend vorausgegangen war. Die Tagung wurde durch den Vorsitzenden, Geheimrat v. Hahn, mit kurzen Degrüßungsworten eröffnet, der be­sonders den Regierungsvertreter Ministerialrat Hoffmann willkommen hieß und einen schrift­lichen Gruß des Staatspräsidenten Adelung verlas. Vertreter hatten entsandt: Geschichtsver­ein Alsfeld, die Altertumsvereine Alzey, Dingen, Büdingen, Butzbach, Darmstadt, der Verein für Hess. Kirchengeschichte, Familiengeschichtliche Ver­einigung, Geschichtsverein Friedberg, Verein für Volkskunde, Geschichtsvereine Gießen, Ingel­heim, die Altertumsvereine Mainz, Offenbach und Worms. Aus dem Geschäftsbericht des Vor­sitzenden war zu entnehmen, daß dem Verbände 18 Vereine mit 3500 Mitgliedern angehören. Das verflossene Derbandsjahr galt der inneren Or­ganisation. Geschäftsbericht, sowie Kassenbericht wurden genehmigt. Der nächste Derbandstag fort in Alsfeld stattfinden. Rach Genehmigung einiger Satzungsänderungen hielt Stadtarchivar Dr. Adolf Müller (Darmstadt) einen Vortrag überWie können wir für die Ge­schichts- und Altertumsvereine wer­ben?" Der Redner bedauerte besonders die Teil­nahmslosigkeit unserer Jugend gegenüber allem Geschichtlichem. Die Jugend zu gewinnen, müsse die erste Aufgabe der Geschichtsvereine sein. Dem Vortrag schloß sich eine anregende Aus­sprache an, in der namentlich Prälat D. Dr- Diehl, Professor Decker (Darmstadt), Dol-

Sind denn Fremde heute hier gewesen?" fragte Larry.

Rein," entgegnete das junge Mädchen, fügte dann aber hinzu:Heute nachmittag war ein Blinder hier. Sie entsinnen sich doch, daß Sie eines dieser Instrumente sehen wollten, die diese bedauernswerten Menschen benutzen, und ich bat den kleinen, alten Mann, der Streichhölzer auf dem Cmbankment verkauft, nach oben zu kommen."

Auf jeden FaU," sagte Larry, der sich daran erinnerte,konnte er doch keinen Plan des Zim­mers angefertigt haben."

Das System, das sich hier uns herauf gebildet hat, scheint ein bißchen unsicher zu sein," sagte Sir John, als der Pförtner das Zimmer verlassen hatte.Wir können dem Mann wirklich keinen Vorwurf machen. Es ist unser eigener Fehler."

ilnb im Torweg ist kaum Licht genug, um die Plakate lesen zu können," beklagte sich Larry. Hier haben wir ja den Herrn von der dakthlo- graphischen Abteilung."

Der Beamte, der hereinkam, strahlte über das ganze Gesicht: das zufriedene Lächeln eines Man­nes, der mit seiner Arbeit Erfolg gehabt hat.

Gleich beim ersten Griff gefunden, Sir," sagte er. Fanny Weldon, Coram Street 280. Hier ist ihr Personalrekord." Er übergab Larry eine Karte.

Zweimal Gefängnisstrafe für Beilegung fal­scher Persönlichkeit/ las er.Das ist das Frauen­zimmer. Aber was hat sie mit der ganzen Ge­schichte zu tun?

Der Beamte, der die Uhr nach der Abdmcks- abicilung gebracht hatte und sie jetzt wieder ab­lieferte, gab die nötigen Auskünfte.

Fanny ist eine merkwürdige Frau, Sir," sagte er,sie hat nicht einen Funken von eigenen Ideen und ist immer in Unannehmlichkeiten ge­kommen, weil sie anderen Leuten bei ihren Plänen geholfen hat. Der dicke Joe Jacket hat sie ge­braucht, um die bekannte Schauspielerin Miß Lottie Holm darzustellen. Das war vor ungefähr zwei Jahren. Dann hatte sie im Auftrage von irgend jemand eine Bardame personifiziert, wäh­rend der Besitzer nicht im Hause war. Die Mannic-Dande hat bei der Gelegenheit im Hotel Dictor Hugo dreitausend Pfund erwischt."

Larry sah an seinem Schreibtisch und hatte nachdenklich das Kinn in die Hand gestützt.

Die Sache ist ganz klar", sagte er dann. Die Bande, hinter der wir her sind, kennt alle Hochstapler in London und hat höchstwahrschein­lich Fanny für ihre Pläne gewonnen. Wie war kwch die Adresse Coram Street 280? . . . Wir wollen mal sehen, waS Fanny Weldon dazu zu sagen hat."

Er bekam aber Fanny nicht vor Tagesanbruch zu sehen. Coram Strset 280 war ein Eckhaus,

fer (Offenbach) und Ministerialrat Wagne^ das Wort ergriffen. Rach gemeinsamen Mittags- essen wohnten die Teilnehmer der Tagung am Rachmittag der Aufführung des FestspielsEin Küfertag zu Oppenheim anno 1354 auf dem Marktplatz bei. Die Aufführung fand den leb­haften Beifall der nach vielen Hunderten zählen­den Zuschauermenge.

Rundfunkprogramm.

Freitag. 28. 3uni.

6.30: Morgengymnastik. 12.15: Schallplatten­konzert. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. Aus der Technik des Alltags, vorgetragen von Mittel­schullehrer Hans Röhler:Es ist ein langer Tag bis zur Erzielung von Höchstleistungen". (Für Kinder vom 10. Jahre ab.) 15.35: Gemüse- unt> Obstpreise der Frankfurter Markthalle. 16.35 bis 17.15: Hausfrauen-Rachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenverein. Don der Kochtante:Eis- und Fruchtspeisen". 17.15 bis 17.45: Vortragszyklus des Frauenverbandes Hessen-Rassau und Waldeck.Was muß die be­rufstätige Frau wissen, um sich gesund zu er­halten?", Vortrag von Dr. Lotte Fink. 17.45 bis 18: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorche­sters. 18 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.50: Die Sünde wider das Tier", Vortrag von F. v. Artus. 18.50 bis 19.10:Schicksalsstunde in Versailles." Als Zeuge bei der Friedensunter­zeichnung vor 10 Jahren, Vortrag von Jakob Altmeier. 19.10 bis 19.30:Hilfsaktion zur Ret­tung des Kölner Domes", Vortrag von Reichs- minister Giesberts. 19.30 bis 19.50. Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik 19.50 bis 20: Film-Wochenschau. 20 bis 22: Von Berlin: 1919 28. Juni 1929. 22 bis 32: Opern-Konzert.

Samstag, 29. 3uni.

6.30: Morgengymnastik. 10.40 bis 11.50: Schul­funk: Französisch, vor getragen von Professor Dr. Mill^quant. 13.15: Schallplattenkonzert:Aus Werken von Franz Liszt". 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. Aus dem deutschen Liederkranz: Das Collegium musicum des Lessing-Gymnasiums. Leitung: Professor Dr. Hans Burkhardt. Tanz­musik des 18. Jahrhunderts. 16.30 bis 18: Rach Köln: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Briefkasten. 18.45 bis 19.05: Esperanto-Unterricht. 19.05 bis 19.45:Der luftige Baedeker". 19.45 bis 20.15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbil­dung:Der Sternhimmel im Juli: Entfernungen im Weltall", Vortrag von Prof. Edmund Sitttg. 20.15:Die Luftkutsche", Rundfunkkabarett. 20.30: Von Stuttgart: Rachtbrettl; anschließend bis 0.30: Tanzmusik.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

A. ö. 555. Der Eigentümer eines Hauses, der ein oder mehrere Stockwerke vermietet hat, ist nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch verpflichtet, dem Mieter die vermietete Sache zu dem vertragsmäßigen Gebrauch zu überlasten. Schließt der Vermieter aus Sicher­heitsgründen zur Nachtzeit das Hoftor ab, so muß dieses der Mieter dulden, kann jedoch einen Hoftorschlüssel verlangen. Muß zur Nachtzeit der Arzt gerufen werden oder erseh t dieser erst zur Nachtzeit im Interesse des Mieters, so ist es die Aufgabe des letzteren, dem Arzte das H.f- tor zu öffnen, wenn nicht etwa mündliche oder schriftliche Vereinbarungen für solche Fälle etwas anderes bestimmen. Das Schließen des Tores b e i Tage würde dagegen als Schikane angesehen wer­den können, wenn nicht besondere Gründe eine vorübergehende Schließung erforderlich machen, die sich in angemestenen Grenzen hallen muß.

das augenscheinlich nur möblierte Zimmer ent­hielt. In den ersten Morgenstunden fuhr ein Wagen vor das Haus, eine Frau stieg heraus und bezahlte den Kutscher. Als sie auf die Haus­tür zuging, kam Larry hinter ihr her und er­griff ihren Arm. Mit einem Ausruf des Schre­ckens fuhr sie herum. Sie war eine hübsche Frau mit einem etwas ordinären Mund.

Was soll das heißen?" rief sie erschreckt.

Sie werden mich auf einem kleinen Spazier­gang begleiten", sagte Larry.

Geheimer?" fragte sie und erblaßte.

Richtiggehender Geheimer", entgegnete Larry und führte sie am Arm nach dem nächsten Po­lizeibureau, wo Diana und feine Beamten ihn erwartetem

Auf dem Wege dorthin bejammerte sie ihr Schicksal.

Das kommt davon, wenn man anderen Leuten Gefälligkeiten erweist", sagte sie bitter.WaS soll ich denn getan haben?"

Heiligtumsschändung", sagte Larry zu ihrer Ueberraschung feierlich.

Heiligtumsschändung? Was wollen Sie denn damit sagen? Einbruch inne Kirche oder so was ähnliches?"

Einbruch in Scotland Bard", sagte Larry noch feierlicher.

Sie stieß einen tiefen Seufzer aus.

Dann liege ich im Essen!" sagte sie.

Das scheint mir auch so", gab Larry zu.

Weibliche Beamte nahmen einer Körpervisi­tation vor, deren Ergebnis der Fund von ein* hundertfünfzig Pfund in Banknoten war. Fanny hatte sich mittlerweile von ihrem ersten Schrecken erholt und bestand darauf, daß das Geld genau gezählt wurde.

Mir ist schon öfter auf Polizeibureaus ver­schiedenes abhanden gekommen", sagte sie an* züglich.

Statt in eine Zelle wurde sie in ein kleines» Wartezimmer gebracht, wo Larry sir in Gegen­wart Dianas verhörte. Die Anwesenheit der letzteren interessierte Fanny ungemein.

Wie ich sehe, haben Sie Ihre Freundin mit* gebracht", sagte sie schnippisch. Trotz ihrer ele­ganten Kleidung und kostbaren Juwelen war sie ,gamin von reinstem Wasser.

Ist das die Dame, die ich .nachgemacht* habe?"

Das ist die betreffende Dame", sagte Larry. Also, Fanny, jetzt wollen wir mal wie Vater und Tochter miteinander reden." u

Immer los, und genieren Sie sich gar nicht', sagte Fanny unbekümmert.Aber eins kann ich Ihnen sagen. Die ganzen letzten Monate kam» man mir nichts nachsagen." Larry grinste.

(Fortsetzung folgt) v f.