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Dienstag, 26. März 1929
179. Jahrgang
Nr. 72 Erstes Blatt
bhangrgen christlicher er-
lonie der Alliierten degradieren. Wir halten einen gerechten Frieden für angebracht, der Deutschland die tatsächliche Gleichberechtigung unter den Volkern gewährt. Wir wollen, daß das von Präsident Wilson verkündete S e l b st b e st i in in u n g s r e ch t der Völker auch für das deutsche Volk Gültigkeit' erhält. Jeder neue Vertrag aber, der den Status quo von heute zur Grundlage hat, schasst eine moralische Stütze für den Versailler Vertrag. Wir wollen keinen Krieg, wir wollen aber unser Recht und unsere Freiheit.
Deutschland ist nicht in der Lage, die bisherigen Lasten aus eigener Kraft zu tragen. Rur die Anleihen, die ihm — in der .Hauptsache von Amerika — gegeben wurden, ermöglichen die Zahlungen der Tribute an die Alliierten. Aus eigener Kraft hat Deutschland seit dem Dawespakt nichts zu zahlen vermocht. Zur Zeit also zahlen die Amerikaner die Tributlasten Deutschlands. Sie sind es, die — sicherlich ohne bösen Willen, aber tatsächlich — den Militarismus Frankreichs finanzieren, den Engländern ihren F l o t t e n b a u ermöglichen. Sie lind es, die auch dem Marxismus in Deutschland die Mittel in die Hand geben, staatssozialistische und roirh schaftssozialistische Experimente zu machen.
Unter der Last der mit Hilfe von Anleihen be- zahlten Tribute verarmt Deutschland immer mehr. Ls ist eine Lüge, daß Deutschlands Wohlstand roödjft sowie es eine Lüge ist, dah ' Deutschland zahlungsfähig sei. Die wachsende
Lost der Schulden gefährdet schliehlich die Anleihen selbst sowie die deutsche Währung. Amerika hat also auch mit Rücksicht aus das in Deutschland angelegte Kapital kein Interesse daran, die Jahreszahlungen über die Leistungsfähigkeit zu legen.
Die Deutichnanonale Voiksparkei will eine vernünftige und gerechte Lösung der Tributfrage und der damit verknüpften Fragen. Die Revision als
Verlin. 24. März. (TA.) QIm 23. und 24. März tagte in Berlin das Hochkapitel des Jung- deutschen Ordens, das folgende Entschließung faßte: Das Hochkapitel des Jungdeutschen Ordens gibt der einmütigen Aeberzeugung Ausdruck, dah nunmehr der volle Einsatz der getarnten jungbeut scheu Bewegung zur nationalen politischen Neugestaltung Deutschlands unabwendbare Pflicht geworden ist. Weltplutokratie einerseits, Bolschewismus andererseits erfordern die Abwehr durch die Einheitsfront der Nation. Die Bildung einer Front, die den freien, unabhän' Volks st aat aus demBoden < ' und sozialer Kulturaussassung strebt, darf nicht mehr scheitern an gefühlsmaßi- gen Gegensätzen in der Flaggenfrage oder an den überholten Begriffen „Rechts" und „Links". Staatsbürger, die eine Gefahr für den sozialen Volksstaat sowohl in marxistischer Klassendiktatur, plutokratischen Machtbestrebungen und sozial- reaktionären Kastenbestrebungen als auch in der Verneinung eines gesunden Wehrwillens durch volksfremden Pazifismus sehen, müssen den Weg zueinander finden. Sie werden sich finden in der Ausgabe, d i e bankerotte Parteiwirtschaft durch eine organische Volksvertretung abzulösen. Der Staat ist die lebendige Organisation der Ration. Er darf nicht weiterhin Deute des Interessenten fein. Den: Jungdeutschen Orden fällt auf Grund seiner zehnjährigen Arbeit für Brüderlichkeit und Volksgemeinschaft die Aufgabe zu, Vortrupp für eine neue Front zu fein. Das Hochkapitel ermächtigt den Hochmeister des Jungdeutschen - Ordens, in Zusammenarbeit mit Menschen solcher Gesinnung und ohne Rücksichtnahme auf heutige parteipolitische Gegensätze, die Kraft des Jung- deutschen Ordens für die Frvnt der Ration gegen d i e Rutznieher an derRa - tion einzusetzen. Die Sammlung zu dieser Einheitsfront stellt für die an ihr mitwirkenden Kräfte weder eine Links- noch eine Rechtsschwenkung dar. Wer aus selbstsüchtigen Gründen oder aus Furcht vor der Demagogie der gegenwärtigen politischen Gruppierungen lieber einem Teile der Ration zum Kampf gegen den
Der Bericht des Kapitäns.
Die Besatzung in Ketten nach New Lrteans gebracht.
Washington, 25. März. (Reuter.) Die Beamten des Staatsdepartements sehen den Fall der Versenkung des britischen Schoners „Jmalone", der des Schmuggels mit Spirituosen verdächtig war, durch zwei amerikanische Küstenwachschiffe des Prohibitionsdienstes als ernst an.
Der Kapitän der „Jmalone", ein Kanadier, erklärte: Als wir 14 Meilen von der amerikanischen Küste entfernt waren, forderte ein amerikanisches Küstenwachschiff des Proh'.bitionsüienstes bte .Jmalone" zur Ae Vergabe auf. Auf unsere Ablehnung hin eröffnete es das Feuer. Die .Jmalone" nahm südlichen Kurs und wurde auf ihrer Fahrt von dem Kustenwachschisf zuerst mit Granaten beschossen und dann aus Maschinengewehren. Ein anderes amerikanisches Küstenwachschisf stieß zu dem ersten. Die „Jmalone" erhielt abermals den 'Befehl zur Äebergabe. aber ich lehnte auch diesmal ab. Als wir uns ungefähr 225 Meilen vor Rew Orleans befanden, wurden etwa 100 Granaten auf die „Jmalone" abgeschossen, die darauf unter ging. Die Besatzung wurde von den Küstenwachschiffen aufgenommen und i n Ketten nach Rew Orleans gebracht. Der Kapitän hat die Versenkung als feige Handlung bezeichnet und den Angriff auf das Schiff mit dem A -Bootkrieg verglichen. — Schahsekretär Mellon gab bekannt, daß er einen Bericht der Küstenwächter erhalten habe, und bemerkte dazu, dah die amerikanischen Schiffe anscheinend rechtmäßig gehandelt haben und Grund zu ihrem Vorgehen hatten. Große Beachtung in England Man wird den ausführlichen Konsulats- bcricht abwarten.
London. 26. März. (Reuter. Funkspruch.) In maftgebenöen Kreisen Londons ist man der Ansicht, daß. falls sich die tatsächlichen Amstände bei der Versenkung des englischen Schoners „Jmalone" durch amerikanische Wachschiffe des Prohibitionsdienstes als den Berichten entsprechend Herausstellen sollten, unbedingt ein Fall vorliege, der verlange, daß die englische Regierung die Autersuchung der Angelegenheit weiter verfolgt. Das bei der Versenkung des Schoners ums Leben gekommene Mitglied der Besatzung war französischer Staatsangehörigkeit. Der englische und der französische Konsul in Reuyork haben eine Unterredung gehabt, in der sie sich mit den über die Angelegenheit bekanntgewordenen Tatsachen be- sahtxn.
Die Londoner Morgenpresse zeigt in Erwartung genauer Rachrichten, besonders^ über die Entfernung, in der sich das Schiff während der Beschießung von der Küste befand, Zurückhaltung in ihren Aeußerungen. Die Blatter geben eine Anzahl amerikanischer Presseäuße- rungen wieder, die das Vorgehen der amerikanischen Küstenwachschiffe verurteilen. Weder die britische noch die kanadische Regierung wird Einspruch einlegen, bevor ein ausführlicher Bericht über den Zwischenfall vom britischen Konsulat in Rew Orleans eingegangen ist. 2n hiesigen diplomatischen Kreisen wird der Zwischenfall als sehr ernst angesehen. Auch die „Times" erklärt, die Versenkung des Schoners kann ernste Fragen internationalen Charakters aufwerfen, denn das Recht der Vereinigten Staaten, ein Schiff außerhalb der Serri- torialgewässer unter den vorliegenden Umständen zu verfolgen und zu beschießen, wird allgemein bestritten. „Daily Mail" veröffentlicht die Aeuheruug eines Sachverständigen für Seekriegsrecht. der den Zwischenfall als wahrscheinlich ohne Vorgang bezeichnet.
Der neue Kurs im Weißen Hause.
Gymnastiffaal statt Marstalt.
Washington. 25. März. (WTB.) Der neuernannte Staatssekretär Stimson wird morgen in Washington eintreffen und auf Hoovers Wunsch bis nach Ostern als Gast des Präsidenten im Weißen Haus Wohnung nehmen, damit Hoover mit ihm sofort alle dringenderen Fragen, wie das Revirement i m diplomatischen Dienst, den Beitritt der Vereinigten Staaten zum Weltgerichtshof und die Revolution in Mexiko, ausführlich besprechen und gemeinsam mit dem gleichfalls als Gast des Präsidenten im Weihen Haus wohnenden Brüsseler Botschafter Gibson Amerikas Haltung auf der kommenden, vorbereitenden Abrüstungskonferenz in Genf beraten kann.
Hoover, der dieser Tage die historische Präfi- dcnten-Jacht „M ahflower" außer Dienst stellen lieh weil ihre Unterhaltung zu kostspielig sei, hat heute auch den auf Staatskosten dem Präsidenten zur Verfügung gestellten M a r - stall von sieben Pferden abgeschafft, weil er, wie er sagte, keine Zeit zum Reiten finden werde. Statt dessen hat dec Präsident ein Zimmer des Weihen Hauses für Leibesübungen Herrichten lassen. Kellogg wird während der nächsten drei Tage seinen Aachfol- ger Stimson in das Amt einführen und sich am Donnerstag von dem Präsidenten und der Prefte verabschieden. Am kommenden Freitag tritt Kellogg eine Europareise an, während deren er sich in London malen lassen will.
Ein HMsch-amerikanischer Zwischenfall.
Oie Versenkung des englischen Schmugglerschiffes „Zmalone" durch Wachschiffe des amerikanischen Prohibitionsdienstes.
Das Wahlergebnis in Italien.
Rom. 25.März. (WV.) Das Gesamtergebnis der gestrigen Wahlen lautet: wahlberechtigte 9 650 570, abgegebene Stimmen 8 650 740, Wahlbeteiligung 89,63 v. h.. Ja-Stimmen 8 506 576. Rein- Stimmen 136 198, ungültige Stimmen 6824. Ls fehlen noch die endgültigen Ergebnisse einiger Wahllokale. — Mussolini Hut also einen überwältigenden Wahlsieg errungen. Freilich darf mack nicht vergeffen, dah es sich nicht um eine Wahl in unserem Sinne Haltdelle, sondern nur um d,e Abstimmung üher di« ofjijjelle R.gF
Die Folgen von Versailles. Lord Rothermcrc gegen die Grenzziehung der AricdcnSverträgc.
London. 26. Mär;. (WIL. Funkspruch.» „Daily Rews" bringt einen Beitrag von Lord Rothermere, in dem er sich besonders über die durch die Friedensoerträge geschaffenen ftrifen in Mitteleuropa äußert. (Er sagt u. a.: 3,5 Millionen Ungarn sind gezwungen, außerhalb der heutigen ungarischen Grenze zu wohnen. Für Oesterreich hat der Frieden von St. Germain zehn Jahre Armut gebracht. Die Oesterreicher sehen in der Bereinigung mit Deutschland den einzigen Ausweg an» ihrer unmöglichen Lage. Bei dem Bersuch, dies zu verwirklichen, wird Europa jedoch wiederum der Gefahr eines Krieges nahe fein. Dieselben düsteren Anzeichen müssen von jedem ocrffänbigeii Menschen wahrgenommen werden, der die östlichen Grenzlinien Deutschlands betrachtet und dabei sieht, wie Ostpreußen durch den „Polnischen Korridor" vom übrigen Deutschland abgetrennt ist. Der Artikel schließt: „Das englische Bolt wartet mit Besorgnis daraus, dah der britische Außensekretär die Führung bei der Beseitigung der tödlichen Gesahren übernimmt, die die Fehler der Friedensverträge in Europa zurück- gelassen haben."
Der Lungdeutsche Orden ruft zur Sammlung.
Für die Neugestaltung Deutschlands.
Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag».
Beilagen
Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle.
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Hugenbergs Brief.
Rach dem von der Telegraphen-Union ber- össentlichten Wortlaut des Hugenbergbnefes heißt es: . „ _,.
Die Verhandlungen über eine endgültige Regelung der deutschen Kriegstn- butc geben hervorragenden Mitgliedern des amerikanischen Volkes Gelegenheit, ihre oewich- Hge Stimme im Sinne einer gänzlichen Bef ne- Dung Europas und damit der Welt in ötc Wag- schale zu werfen. Diese Befriedung wird nur erreicht, wenn die endgültige Regelung den Grundsätzen der Vernunft und Gerechtigkeit entspricht, und der Lei- ft ungsfähigkeit Deuts chlandsange- p a h t wird. Sie wird nur erreicht, wenn Deutschland nicht die Möglichkeit genommen wird, H u - ter der Kultur zu bleiben, tote es im gleichen Sinne auch die Vereinigten Staaten von Amerika nicht nur selbst wieder sein wollen, sondern auch uns gönnen werden, es 8“ Jem
Die äußeren und inneren Feinde des deutschen Volkes behaupten noch immer, Deutschland, insbesondere feine rechts eingestellten Kreise, die mit dem Schlagwort „reaktionär" belegt werden, hätten den Krieg verschuldet. Die Aufklärungsarbeit namhafter Gelehrter --sei vor allem der tiefgründigen Arbeit der Amerikaner Barnes und Burgeh gedacht — und das umfangreiche Material der geöffneten Archive hat aber die Gültigkeit des Wortes bestätigt,^ das Hindenburg auf dem Schlachtfeld von Tannenberg prägte: „Mit reinem Herzen l"
den Krieg gezogen und m t t r e i n e n H a n d e n haben wir das Schwert geführt! Auch heute denkt die Deutschnationale Bolksparlei an- kemen Angriffskrieg, der angesichts unserer Entwaffnung ja auch Line Sinnlosigkeit wäre. Aber deshalb brauchen wir uns doch nicht widerspruchslos die Beschimpfung gefalle,i zu lassen, die mit der Kriegsschuldlüge auf den deutschen Ramen gelegt wurde.
Die Deutschnationalen wissen die Bestrebungen des Staatssekretärs Kellogg durch einen Pakt alle Bölter jur Aechkung des Krieges . zu veranlassen, wohl zu nnirdi- gen, wir sympathisieren mit diesen Bestrebungen. Wenn wir uns trotzdem entschlossen haben, der Ratisizierung des Kellogg-Paktes im Reichstag unsere Zustimmung zu versagen, dann geschah das, weil wir den unerträglichen Status guo, wie ihn der Bersailler Berfrag geschaffen hat, nicht freiwillig anerkennen können.
Der Versailler Vertrag hat das Deutsche Reich sei- ner Hoheitsrechte beraubt und will es zu einer Ko-
Don unserer Berliner Redaktion.
Berlin, 26. März. Am 5.März hat der Führer der Deutschnationalen Volkspartei, Geheimrat Hugenberg, an 3000 Adressen in den Vereinigten Staaten, Senatoren, Abgeordnete, Gouverneure, Bürgermeister, die führenden Zeitungen, Vertreter der Wirtschaft und des geistigen Lebens, einen Brief gesandt, der eine Darstellung der Lage Deutschlands nach der Auffassung der Deutschnationalen Volkspartei gibt, die darin gipfelt, daß die Deutschnationalen dazu berufen seien, die zivilisierte Welt vor dem Bolschewismus zu schützen. In etwa erinnert dieser Brief an das Schreiben des Obersten Bauer in den Tagen des Kapp-Putsches, das dieser damals an die amerikanische Oeffent- lichkeit richtete, um sie für eine stabile Regierung in Deutschland zu interessieren. Im Zusammenhang mit den zur Zeit .in Paris stattfindenden Reparationsverhandlungen läßt sich das Hugenbergsche Schreiben in seinen Einzelheiten nicht recht erklären. Was der Brief tatsächlich erreichen sollte, läßt sich auch nicht recht erklären, eben weil die Taktik dieses Schreibens nickt einheitlich ist. .
Die schärfste Ablehnung erfährt der Brief Geheimrat Hugenbergs bis zur Stunde von fetten des Zentrums, das in seinem offiziellen Organ den Brief als ein trauriges Dokument für die seltsame Fähigkeit einiger Deutscher hin- ftellt, unsere inneren Auseinandersetzungen in das Ausland hineinzutragen. Die Demokraten, die durch die Llllstein-Presse der deutschen Oef- fentlichkeit den Brief bekanntgaben, führen das Schreiben allein auf Hugenberg zurück, den sie als einzigen dafür verantwortlich machen, und wobei sie betonen, dah diese Hugenbergsche Politik immer mehr den Boden der Wirklichkeit verlasse und selbst die Deutschnationalen in Gefahr brächte. Die andern Parteikreise halten mit ihrer Kritik noch zurück. Auch läßt sich noch nicht überblicken, wie sich das A u s l a n d, namentlich Amerika, dazu stellen wird. Andeutungen, die die Reuyork Times gibt, lassen aber darauf schließen, daß man eben wegen der scharfen Trennung von der Sozialdemokratie, der man in Gegensatz zu Hugenbergs Ansicht das Verdienst zuspricht, zumindest die bolschewistische Gefahr neutralifiert zu haben, den entgegengesetzten Eindruck von dem haben wird, was Geheimrat Hugenberg bezwecken wollte. Es ist zu erwarten, daß der Brief in der politischen Diskussion der nächsten Tage noch eine große Rolle spielen wird, wir bringen deshalb ,m folgenden den wesentlichen Inhalt des Schreibens.
anderen als der ganzen Ration bienen will, der begeht bei der Große der Rot unserer Zeit politischen Landesverrat. An alle Ordensbrüder richtet das Hochkapitel die Aufforderung. aufrüttelnd und aufklärend den Ruf nach der großen nationalen Erneuerungsfront weiterzutragen. Deutschland geht zugrunde, wenn das deutsche Volk weiterhin die heutigen erstarrten Parteiungen und damit die Zwietracht pflegt. Der Jungdeutsche Orden kennt nur eine Tradition, und die heißt: „Deutschland!"
Endlösung darf den Grundsätzen nicht widersprechen, die der Präsident Wilson in seinen 14 Punkten aussprach und auf Grund deren das deutsche Volk die Waffen niebcrlcgte. Sie muß auf der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit aufgebaut fein und alle feine bisherigen Leistungen berücksichtigen. Rur eine gerechte Endlösung gibt dem deutschen Volk die Möglichkeit, die Aufgabe neu zu erfüllen, die ihm feine geographische Lage zuweift, den Schutz der zivilisierten Welt vor dem Bolschewismus — eine Aufgabe, in der eigentlich die gebildeten, einsichtigen und fortschrittlichen Elemente der Welt zusammen stehen sollten. Treibt man es durch eine unvernünftige Politik und durch untragbare Lasten zur Verzweiflung, so treibt man es dem Bolsck-ewismus in die Arme. Dann erst ist Deutschland eine Gefahr.
Die Deutschnationalen bejahen den Begriff des Privateigentums, die Grundlage eines jeden staatlichen Lebens. Wir lehnen daher einen Pakt mit den Sozialisten ab. Wir lehnen daher — als einzig große Partei Deutschlands -- eine Regierungsgemeinschaft mit den Sozialdemokraten ab. Rur die älnterstützung der anderen nicht- fozialistischen Parteien gestattet der Sozialdemo- tratie, ihre marxistischen Regierungsexperimente. Der Sozialismus ist die Vorstufe des Dolsche- wismus. Die Deutschnationalen sind daher das einzige Bollwerk gegen das Chaos. Untere Sache ist die Sache aller derjenigen Elemente, , die den Kampf gegen das Chaos wollen. Macht man uns durch eine unvernünftige Regelung der Tributlasten den Kampf unmöglich, dann bricht das Chaos über Deutschland und damit über Europa herein und bringt schließlich die ganze zivilisierte Welt in Gefahr; denn der Bolschewismus und Sozialismus ist nicht eine Besonderheit Rußlands. sondern eine seelische Erkrankung der industriellen Menschheit, die unter llmftänöen auch über Ozeane springt, wie die Grippe. „Untere Sache ist eure Sache."
Annahme von »nzeiam für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
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Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Volitifc Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil kurt Hillmann, sämtlich in Gießen.
Hugenberg an die amerikanische Oeffenikichkeii
Oer Führer der Oeutschnationalen warnt vor überspannten Reparationssordernngen. Deutschland als Gchutzwall gegen den Bolschewismus.
Gietzeim Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
vnkck und Verlag: vrnhl'sche Unioerfitatt'vuch- und ZteindruSerei H Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchnlstrage 7.
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