Ausgabe 
26.2.1929
 
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Efantumg liier arisch gegen die Kolonialherrschaft toirfen. Da ist der unbet Eh at t o p ad y ay a . der Bruder der größten lebenden indischen Dich­terin. ein alter Freiheitskämpfer, der seit fünf­undzwanzig Jahren nicht mehr nach Indien zu- rüikkehren darf, und der nun in Deutschland mit vielen Landsleuten und mit den in der Liga gegen Imperialismus zusammengeschlossenen Unterdrückten anderer Bölter zusammenarbeitet. Natürlich gibt es in Berlin auch viele russisch« Emigranten auS den Kreisen der früheren Aristo­kratie, die in Deutschland schwer um ihre Existenz ringen.

KrelS-Sbst- und Gattenbauverein Gießen.

Der Kreis-Obst- und Gartenbau­verein Gießen hielt am Samstag imHop- selb" seine diesjährige Hauptversammlung bei überaus zahlreicher Beteiligung der Landgemein­den ab. Der Vorsitzende. RegierungZrat Wolf (Gießen) gab in seiner Begrüßungsansprache seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Verein lebhaft im Wachsen begriffen sei. Dieses Gedeihen sei nicht zum wenigsten aus die erfolgreiche Tätig­keit des neuen Kreisobstbaubeamten zurückzu- führen, der durch Vortrüge draußen in den ent­ferntesten Teilen des Kreises, wie auch durch Rundgänge durch die Daumpflanzungen das Interesse am Obstbau zu fördern bestrebt sei. Bisher war es immer so, daß der Landwirt wohl seinen Acker bebaute, düngte und nichts unter­ließ. was einer guten Ernte förderlich sein konnte. Hinsichtlich seiner Obstbäume aber glaube er. es genüge, wenn man zur Zeit nur die Ernte ein- yole. im übrigen kümmere sich kein Mensch um sie. Daß diese Methode verkehrt sei, beginnt man all­mählich einzusehen, und geht nun dazu über, aud) einmal an Düngung und Schädlingsbekämp­fung zu denken.

Obstbauinspektor E n k l e r (Gießen) sprach dann zunächst über die Durchführung der diesjährigen Obstbaum-^lmpfropfungsaktion mit Gewährung von staatlichen Zuschüssen. Der Zuschuß wird sich wahrscheinlich auf 8 Pfennig pro Psropfkopf stel­len. Außerdem werden später noch für den Kopf 2 Pfennig Beihilfe für ^Nachbehandlung gegeben, die aber erst im nachfolgenden Frühjahr zur Auszahlung gelangen, wenn festgestellt ist. daß auch überall diese Arbeit richtig und sachgemäß zur Durchführung gelangte. Die zum älmpfropfen bestimmten Sorten sind ziemlich die gleichen, wie im Vorjahre, nämlich von Aepfeln Boskop. Lebel, Blenheim und Gelber Edelapfel. Von Dirnen Williams Christbirne, Clapps Liebling. Gellerts Dutterbirne und Gräfin von Paris. Durch diesen Zuschuß und mit Hilfe der - Daumwärter, deren Ausbildung und Tätigkeit hohes Lob gespendet ward, soll die Zahl der umgepfropften Bäume auf wenigstens das Vierfache des sonst üblichen Maßes gebracht werden, um auf diese Weise dem Sortenwirrwarr und dem Lieberhandnehmen des schorfigen Obstes Einhalt zu gebieten. Zur Schädlingsbekämpfung übergehend, bemerkte der Vortragende, daß auch dieser wichtige Teil der Obstbaumpflege nunmehr planmäßig gehandhabt werden soll. Wenn auch die Zahl der zur Ver­fügung stehenden fahrbaren Spritzen noch unzu- rcrchend sei. so bestehe doch die Möglichkeit, in einem Teile der Gemeinden umfassende Arbeit zu leisten. Durch Einkauf des nötigen Obstbaum- ' karbolineums in kleinen Mengen stelle sich die Dehandlung so teuer, daß sie in vielen Fällen kaum in Frage kommen könne. Cs werde darum geraten, von dem Angebot der Landwirtschafts­kammer zu gemeinsamem Dezug in Fässern von je 200 Liter Inhalt allgemein Gebrauch zu machen. In dieser Menge bezogen, stellten sich 100 Liter, für wenigstens 233 Obstbäume aus­reichend auf 47 Mark. Rechne man die Fuhr- leistungen und Arbeitslöhne, so stelle sich der einzelne Daum je nach Kroncndurchmcsser auf 33, 40 bis 50 Pfennig, besonders große vielleicht noch etwas höher. Diese Preise könnten aber beträcht­lich herabgedrückt werden, wenn die Besitzer selbst oder deren Leute mit Hand anlegen und die Zug­tiere nicht wie einem Fremden gegenüber berech­net werden. Gemeinsames Handeln, wo einer für den anderen eintritt, wäre geboten. Dieser Win- terspritzung. durch welche alles am Daume vor- tommcnde Ungeziefer mit Drut vertilgt werde und die bis zum Schwellen der Knospen beendet sein müsse, habe eine weitere Spritzung mit Rosprasit zu sorgen, weiche kurz rah dem Abblühen der Däume einsehen'sr. Sic gelle dem Haupt­übel unseres Obstbaues, dem Schorf und der Monilia. Hierfür stellten sich die Unkosten etwas geringer, da Aosprafit In anderthalb prvzentigcr Lösung angewandt werde. Die Wirksamkeit sei allgemein, für Gießen auch durch Versuche von der Pslanzenschuhstelle erwiesen, die in der Ge­markung Heuchelheim durchgcführt wurden. In der Aussprache, an der sich einigeBürgermeister und andere Vertreter der Landgemeinden betei­ligten. wurde aus das Fehlen der Stadt Gießen nut ihrem großen Daumbcsih hingewiesen. In diesem Zusammenhänge wurde ermahnt, in der Stadt Gießen die Schädlingsbekämpfung nicht zu unterlassen, auch wenn das Material etwas teuerer bezahlt werden müsse. Spritzen seien vom Obst- und Gartenbauverein angeschafft worden. Außerdem stehe eine weitere bei dem Landwirt- schaftskammerausschuß zur Der ügung.

Eine G^aiisverlosung von (Nistkästen und Säme­reien beschloß die Versammlung.

Gmonn euer Rechtsstreit der StadtWetz'ar

WSR. Wetzlar, 25. Febr. In der sehr um­strittenen Frage der Abführung von Gewerbe­steuer von der Detriebsgemeinde an die Wohngemeinde hat die Stadt Wetzlar einen bemerkenswerten Erfolg beim Oberverwaltungs­gericht in (Berlin errungen. Bekanntlich besteht «ine gesetzliche Verfügung, wonach die DetriebS- gemeinde bei mehr als 20 Lohnempfängern aus einer Gemeinde dieser Wohnge.n-.'inde Zahlungen aus der Kapital- und Lohnsummensteuer zu ent­richten hat. Verschieden« Gemeinden des Bürger- meistereibezirks Atzbach hatten von der Stadt Wetzlar auf Grund dieser Verfügung Zahlungen aus dem Gewerbesteuer auskommen von 1925/26 in Höhe von über 4330 Mk. verlangt. Di« Stadt weigerte sich, und als sie die Zahlung auch trotz eines Deschlus es des Bezirksausschu ses nicht auS- führte, erließ der Regierungspräsident eine ZwangSetalisierungsversügung. d. b. der Regie­rungspräsident veranlagte die Stadt Wetzlar, die entsprechende Summe un Etat vorzusehen. Da­gegen ging die S.adt Wetzlar beim Oberverwal­tungsgericht in (Berlin vor und erhielte einen vollen Erfolg, denn das Oberverwaltungsgericht entsprach nicht dem Antrag« d«S Degieru gSptäsi- benten. die Klage abzuweisen, sondern es hob dl-.' Zwangsetatisierungs-Verfügung deS (Begierungd-

ebr. Bei der

ialdungen des

ift ote seither, fordert >

Sprechstunden der .Uedattion

12 bi» 1 Uhr mittag», 5 bi» 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschloffen.

wurde von der Abordnung u. o. eine sofortige ein­malige Beihilfe von 30 Mark für alle hessischen Erwerbslosen, Sozial- und Kleinrentner und fon- stige Hilfsbedürftige, sowie 10 Mark für jede wei­tere unterhaltsbercchtigte Person im Haushalt, so- fertige Inangriffnahme von Notstandsarbeiten, Der- abre.chung von Lebensmitteln ufw. Der Zug löste sich, ohne Zwischenfälle auf.

v Burg-Gemünden, 25. Holzversteigerung aus den Freiherrlich Schenckschen Reviers wurden recht an- fehnl.che Preise erzielt. Bier Raummeter Buchen- scheiter 1. Klasse wurden m t 55 bis 60 Mark be zahlt. Dieselbe Menge Buchenknüppel kostete durch" schnittlich 46 Mark. Eichrn. und Hainbuchenholz kostete entsprechend weniger.

I Ober-Ohmen, 25.Febr. Nachdem in den letzten Tagen schon eine Reihe von Schülern der Grippe wegen jer Schule fernbleiben mußte, waren am Samstag von 67 Schülern 41 infolge von Krankheit der Schule ferngehalten. Das bedeutet einen Ausfall von e twa 62 v. H der famtfchülerzahl. Die Schule wurde infolge- besten zunächst bi» einschließlich Dienstag aus­gesetzt- ________

Präsidenten auf. Die Stadt Wetzlar wird diese Entscheidung des Oberverwaitungsgerichts wahr­scheinlich zur Grundlage weiterer Schritt« zur Beseitigung der entsprechenden ges-rtzlichen Be­stimmung machen.

Erwerbslosendemonstration in Darmstadt.

Oer Klub der verkannten Genies.

Sterbende Klubs der Aristokratie.Oie organisierten Häßlichen undRothaarigen. Geteiltes Leid der unglücklichen Liebhaber. - Oer Suns der Weltumsegler. Fallschirmspringer und die Witter König Karls.

Don George Croppen.

Geschworene Feind« des Vereinsleben» behaup­ten, daß drei Deutsche, di« sich jede Woche treffen, sicherlich einen Verein gründen, um stch in die Aemter des Präsidenten, des Schriftführers und des Kassierers zu teilen. So übertrieben diese Kritir deutscher Geselligkeit zweifellos ist, fo leicht könnte man sie auf die britische Vorliebe für Klubs übertragen. Man weih, daß London die Stadl der erkwsiven aristokratischen Klubhäuser ist. aber auf dem Kontinent ist wenig beachtet worden, daß diese Form des englischen gesell­schaftlichen Lebens in der letzten Zeit große Um­wandlungen erfahren hat.

England hört allmählich auf, daS Land zu lein, in dem noch die Tradition gepflegt wird." So lauten die Kommentare, mit denen die großen englischen Blätter die Ausllssung eines der ältesten englischen Klubs begleiten. Der Almack-Klub z. D., der jetzt seine Pforten geschlossen hat, war eine der ältesten und angesehensten gesellschaft­lichen Vereinigungen. 163 Lahre hat dieser Klub bestanden, mächtige und berühmte Gäste hat er in seinen Räumen gesehen. Horace W a l p o l« war der erste Staatsmann, der ihm angehörte, Lord Palmer st on war oft sein Gast. Als ton­angebend galt der Almack-Klub, seit er von Beau B r u m m e l l ausgesucht wurde. Herren und Damen der ersten Gesellschaft kamen dort zu­sammen, rauschende Festlichkeiten wurden ver­anstaltet, kurz, der Almack-Klub bildete eine Zeitlang den Mittclvunkt der Londoner großen Welt. Man fühlte sich dort wohl, denn die großen Staatsmänner und die Mitz'ieder des englischen Adels wußten, daß sie unter sich waren. Die strengen Aufnahmebedingungen bürgten dafür, daß nur die Angehörigen einer bestimmten Ge- sellscha't schicht Zutritt zu d-ngeheiligten Räu­men" erhielten. Das Ballotage-Shstem. das über die Mitgliedschaft entfchied, war gefürchtet; über die Aufnahme von Herren entschieden die Damen des Klubs, neue weibliche Mitglieder durften nur von den Herren zugelassen werden. Einmal kam es sogar zu einem Skandal, als eine Herzogin, die sich um die Aufnahme beworben hatte, ab­gelehnt wurde. Allmählich aber entwickelte sich im Almack-Klub ein merkwürdiger Zustand: die Vereinigung geriet unter die Herrschaft der weib­lichen Mitglieder, die Aufnahmekommis ion wurde immer unerbittlicher, und da sich durch diese rigorosen Maßnahmen ein Teil der Mitglieder vor dem Kopf gestoßen fühlte und den Klub verließ, schmolz er immer mehr zu'ammen. Zuletzt milderte man die strengen Bestimmungen und brüate ein Auge zu, wenn der Bewerber finan­ziell gut gestellt war. Trotzdem sank aber die Mitgllederzahl auf 603, und damit war das Schicksal des einst so bedeutenden Klubs besiegelt.

Weniger vornehm, aber weit unterhaltender war der berühmteVagabond-Elub", der im Oktober vorigen Iahres aufgelöst worden ist. Die bekanntesten englischen Literaten, Künstler und Politiker gehörten zu seinen Mitgliedern, und Lord Roberts, der siegreiche Feldherr des Durenkrieges. war sogar eine Zeitlang Präsident der Vagabunden. Rie batte diese Vereinigung, der Conan Doyle Die Leichenrede gehalten hat, mehr als 500 Mitglieder gezählt. Zwar konnte derDagabond-Club" nur auf ein dreißig­jähriges Bestehen zurückblicken: aber in diesen Iahren weilten viele bedeutende Männer in seinen Räumen. Ein anderer schwerer Schlag steht dem englischen Klubleben in den nächsten Iah en bevor. Besteht doch die Wahrscheinlichkeit, daß der älteste Klub der Welt, derWhites-Chib, geschlossen wird, der im 17. Iahrhundert gegründet worden ist. Dieser Klub war wegen der Wettleidenichasi feiner Mitglieder berüchtigt. Bei jeder Gelegen­heit waren die Klubherren geneigt, hohe Wetten abzuschließen, und manchmal führte diese Letren- schast sogar zu peinlichen Vorkommnissen. So soll eines Tages ein Mann bewußtlos vor der Tür des Klubs aufgesunden worden sein, und als man ihn in die Vereinsräume trug, sollen die Anwesenden hohe Wetten darüber abgeschlossen haben, ob der Bewußtlose tot sei oder wieder erwachen werde. Böswillige erzählten sogar, daß die Leute, die auf den Tod des Mannes gesetzt hatten, gegen daS Eingreifen deS Arztes prote­stierten, well dadurch ihre Chancen verschlechtert würdeni .

Viele tausend Klubs gibt es augenblicklich tn London, und unter diesen befinden sich natürlich auch viele Bereinigungen, die uns recht merk­würdig vorkommen. Es gibt einen Klub der

MSN. Darmstadt, 25.Febr. Gegen Mittag demonstrierten etwa 12 0 0 Erwerbslose und Ausgesteuerte vor dem Landtagsgebäude, dem Mi­nisterium für Arbeit und Wirtschaft und dem etaat:minifterium. Der Demonstrations- zug setzte sich aus Abordnungen von Erwerbs- losen aus ganz^ Hessen, sogar aus dem hohen Do- gelsberg und Rheinhessen, zusammen, der für die Bewilligung der Forderungen der Erwerbslosen eintreten sollte. Unter Dorantritt einer Musikkapelle und unter Mitführung zahlreicher Transparente mit Aufschriften wieWeg mit Severing und WissestNieder mit der Hungerregierung", Artistenelend",Mächtig sind Gesetze, mächtiger ist die Not",Brot statt Panzerkreuzer" usw. bewegte sich der Dcmonstrationszug durch die Rheinstraße nach dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, wo eine Delegation von sechs Mit­gliedern unter Führung der kommunistischen Ab- geordneten Hamann und Sumpf dem Minister ihre Forderungen unterbreiten wollte. Hier, wie auch später im S t a a t s m i n ist e r i u m, wurde der Abordnung erklärt, sie möchten ihre Anträge schriftlich einreichen, auf die ebenso wie auf eine bereits eingereichte Eingabe eine schriftliche Antwort erteilt werden würde. Die Regierung werde mit den berufenen Vertretern der Arbeiterschaft die Lage der Erwerbslosen prüfen und, wie f-:it alles zur Erleichterung ihrer Notlage tun. Ges

Geizigen, der mir in den Rachmittagsstun­den tagen soll, da seine Mitglieder die Räume nicht erleuchten lassen wollen. Harmlos sind die Klubs der Dogelfreunde und der Tul­penliebhaber, verglichen mit der Bereini­gung der Lügner, deren Mitglieder während der Sitzung kein wahres Wort sprechen dürfen. Wer mikbte wohl Präsident imKlub der Häß­lichen" fein oder dem «Klub der Rasen- losen" angehören? Gedrückte und melancho­lische Stimmung herrscht im Seufzer-Klub und imKlub der unglücklichen Kauf­leute". in den nur Geschäftsleute ausgenommen werden, die mindestens einmal Bankrott ge­macht haben. ES gibt sogar einen Klub der Einarmigen, der in Fühlung mit dem Klub der Rothaarigen steht. Wieviel Mitglieder die Bereinigung der Hundertjährigen zählt, ist leider nicht bekannt. Weit über 100 Personen gehören dem Klub der Filmartisten an, die mindestens einmal in ihrem Leben eine halsbrecherische Sensation im Film auSgeführt haben. Ebenso harte Bedingungen stellt ein an­derer Verein, der nur Flieger aufnimmt, die schon im Fallschirm aus einem Slugjeug abge- sprungen sind. Der berühmte Ofteanflieger Llndbergh ist Ehrenvorsitzender, denn er ist schon viermal vom Flugzeug aus abgesprungen. Recht eigenartig ist der Klub der verkann­ten Genies, der unglückliche Erfinder und erfolglose Dichter und Künstler vereint. Lang­wellig muß «S aber in einer Gesellschaft zu- gehen, in der unglücklich Liebende ver­kehren, um sich gegenseitig die Geschichte ihrer Leidenschaften zu erzählen. .Selbstverständlich" gibt es feit langer Zell schon einen Klub der Kahlköpfigen und einen Klub der Kranken. Einen schönen Erfolg hatte in letzter Zeit der Verein der Schriftsteller zu verzeichnen, deren Manustripte von allen bedeutenden Redaktio­nen und Verlagen beharrlich abgelehnt worden waren. Tie Gründung dieser Bereinigung war eine so gute Reklame, daß sämtlich« zurückgewie­senen Arbeiten nicht nur gedruckt, sondern auch lebhaft verkauft wurden. Glicht nur auf England wird sich der Klub der Weltumsegler beschränken, der über 330 Mitglieder zählt. Er wlll eine weltumspannende Bereinigung fein und nur Leute aufnehmen, die wirllich rund um den Erdball gereift sind. Sir Francis Drake, Ka­pitän Cook und Iules Berne find in feinen Listen als Ehrenmitglieder verzeichnet.

Welch« Rotwendigkcit besteht Wohl für den Londoner .Klub 8 älhr 4 0? In diesem Verein haben sich Geschäftsleute zusammenge- fchlosfen, die mit demselben Zug um 8 silhr 40 morgens in die Stadt fahren. Richt unbedingt notwendig scheint auch derKlub der Murr­köpfe" zu sein, dessen Mitglieder sich bei ihren Zusammenkünften gegenseitig gröblich beschimp­fen. Auf die Dankbarkeit des englischen Königs­hauses wird die .Bereinigung der Bit­ter König Karls" kaum rechnen können, denn während sich der englische König durchaus der Reuzeit anzupassen bemüht, wollen diese seltsamen Ritter alle königlichen Vorrechte der Vorzeit wieder einführen und für das göttlich« Recht des Monarchen eintreten.

Eine neue Art von Klubleben ist in London nach dem Krieg entftanbnen, als die sogenann­ten Racht-Klubs wie Pilze aus der Erde schos­sen. Heute hat sich au8 dem Durcheinander be­reits eine gewisse Rangordnung herauskristalli­siert. Der vornehmste, exklusivste und teuerste Klub dieser Art ist augenblicklich der ,®m- bassy - C1 ub" , in dem man allnächtlich die hervorragendsten Männer und die schönsten Frauen des Inselreiches erblickt. (Zieltet, aber nicht ganz so vornehm, ist .CiroS", trb haupt­sächlich Schauspieler verkehren. Der modernste, größte und lebhafteste Klub aber ist Kit-Cat. Dort gibt sich selbst der steifleinenste Engländer liebenswürdig. Rach den Klängen hervorragen­der Musikkapellen tanzen die Paare im magischen Licht der bunten Scheinwerfer. Lebhaft, aber et­was zurückhaltender geht es imFlorida- Club" zu, wo das Leben erst in den späten Rächt stunden beginnt. Dort trifft man die An­gehörigen der höchsten Gesellschaftskreise: die Aufnahmebedingungen sind so schwer und das Ballotage-System so scharf, daß es nur wenigen Auserwählten gelingt, die ersehnte Mitglied­schaft zu erwerben.

Angeklagten, gerade der Standort des V ersieh rS- polizisten habe ihn gehindert, den vorschrifts­mäßigen weiten Bogen zu fahren, einwandfrei widerlegt werden. Der Qlngellag:« erhalt wegen ^Übertretung des § 21 Ws. 2 der BO. über Kraftsahrzeugverlehr vom 16. März 1923 eine mäßige Geldstrafe. Di« Brauchbarkell der er­wähnten Modelle steht außer Zweifel.

Oberheffen.

Landkreis Gietzerr.

Bg. Großen-Duseck. 25.Febr. Heute nach, mittag um 1 Uhr wurde unser Dorf durch Feuer- a l a r m aufgeschreckt. In einem vergangenes Fahr neuerbauten Hause wr ein Zimmerbrond ausgebrochen. Da schnell Hilfe zugegen war. konnte größeres Unglück verhütet werden. Im. merhin fielen neben sonst.gen Ausstattungsstücken iwei Betten den Flammen zum Opfer, lieber die irsache des Brandes sind die Meinungen geteilt.

S. Beuern. 25. Febr. Am Mittwoch wurde die zweitälteste Einwohnerin unseres Dorfes, die Landwirtswitwe Marie Dietrich, geb. Damm, zu Grabe getragen. Sie hatte am Bescherabend des alten Iahres ihr 87. Lebens­jahr vollendet. Kurz vor ihrem Tod« hatte sie noch ein Bein gebrochen. Sonst war sie körperlich und geistig noch verhältnismäßig rüstig.

+ Grünberg. 25. Febr. Am Samstag­abend hielt der GesangvereinSänger­kranz" seine Generalversammlung im BereinslokalZum Rappen" ab. AuS dem Jah­resbericht ist zu entnehmen, daß der Verein auch im vergangenen Jahre sich gut weiterent­wickelt hat: er zählt zur Zeit über 53 aktive Sänger und besitzt etwa 70 passive Mitglieder. Sowohl das im (November in der Turnhalle ab» gehaltene Konzert, daS dem Gedächtnis Schu­berts zu Ehren hauptsächlich Ehöre diese- Mei­sters brachte, als auch der am Sonntag nach Weihnachten imRappen" veranstaltete Fa- mllienabend für die Mitglieder und deren An­gehörige zeigten jedesmal ein vollbesetztes Haus, ein Beweis, daß die Leistungen deS Vereins, der unter der bewährten Leitung deS Chormet- sters Konrad Bicolai-Großen-Buseck steht, gute sind unö immer gerne gehört werden. Der Verein, der Mitglied des LahntalsängerbundeS ist, beteiligte sich an dem Bundesfest dieses Ver­bandes in Kirchhain, ebenso nahm er teil am Sängerfest im benachbarten Göbelnrod und an der alljährlich stattsindenden Zusammenkunft sämtlicher von Herrn Ricolai geleiteten Gesang­vereine, die im vergangenen Jahre in (Beuern stattfand. Die Kassenverhältnisse deS Vereins sind günstig: die Jahresrechnung ergab einen beträchtlichen sileverschuß. An Beiträgen wer­den erhoben von den attioen Sängern 1 Mk. pro Monat, von den passiven Mitgliedern 2Mk. für das Jahr. Tie Borstandswahl erfolgte durch Zuruf und ergab die Wiederwahl des alten Borstandes: 1. Vorsitzender Zahntechniker Hch. Seib, Stellvertreter Spenglermeister Friedel Schröder, Rechner älhrmacher Karl Frank, Schriftführer Obersekretär Karl Appel, Boten- wart Ludwig Röder. Der Verein toiU die alljährlich im Mai stattfindende Zusammen­kunft der von Chormeister St Ricolai geführ­ten Gesangvereine übernehmen. Außerdem ist geplant, im nächsten Jahre, anläßlich deS 20- jährigen Bestehens deS Vereins, ein Wertungs- fingen abzuhalten.

0 ©rüningen, 25. Febr. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde u. a. beschlossen, 25 bedürftigen Familien zur Beschaffung von Brennmaterialien eine einmalige Bei­hilfe in Höhe von je 10 Mk., wovon Der Staat 5 Mk. und der Kreis und die Gemeinde je 2,50 Mark tragen, zu gewähren.

)( Lich, 25. Febr. Eine Feierstunde besonderer Art konnte unsere Gemeinde erleben. Der Pa­läst i n a f i l m. den die Anstalt Bethel hat Her­stellen lassen, wurde anläßlich des zweiten Ge­meindeabends in diesem Winter vorgeführt. Alle Stätten, die der Christenheit von Kindheit an ver­traut sind, zogen im laufenden Bild an den Augen der zahlreich erschienenen Gemeindealleder vorüber. Dazu konnte man einen Blick in die große evangelisch« Liebes- und Missionsarbeit des Syrischen Waisenhauses mit seinen verschie­denen Zweiganstalten tun, dieVater Schneller" begründet hat und die nun sein Sohn weiter­führt. Diakon Holderer von Bethel erläu­terte die schönen und klaren Bilder. Der ein­drucksvolle Abend war umrahmt von musikalischen und gesanglichen Vorträgen bei Frauen- und Posaunenchors und von begrüßenden und dan­kenden Worten der beiden Geistlichen, die be­sonders die dankenswerte Mitarbeit der beiden Frauenkränz« am Werk des Syrischen Waisen­hauses hervorhoben. Am Rachmittag war der Film bereits den Kindern gezeigt worden. Dank des guten Besuches, den beide Veranstaltungen hatten, konnten der guten Sache nach Abzug der ilnfoften 140 Mk. zugeführt werden.

Trais-Horloff, 26. Febr. Zur Richtig­stellung der gestrigen Meldung über den Unfall deS Arbeiters Müller aus Langd auf dem hiesigen Schwelwe.k ist mitzuteilen, daß der Mann erfreulicherweise an den Folgen des Anfalles nicht verstorben ist. Die Verletzungen haben sich vielmehr als leichter herausgestellt, so daß mit der Wiederherstellung deS Verun­glückten zu rechnen ist.

Kreis Büdingen.

Nidda, 25. Febr. Am Samstag wurden vom H i m m e l s b a ch s ch e n Sägewerk 15 Ar­beiter entlassen. Wie verlautet, sollen noch weitere Entlassungen bevorstehen.

Kreis Alsfeld.

Amtsgericht Gießen.

Sin auswärtiger Kaufmann hatte sich infolge Einspruchs gegen einen Strafbeiehl toe^en einer Hebertret ung im Autoverkehr zu ver­antworten. Gelegentlich einer Fahrt durch Gießen war et bei starkem Verkehr in eine andere Straß« nach linkseingebogen, ohne den vorschrisismäßigen weiten Bogen zu fahren. Die Verhandlung war für Unbeteiligte nur deshalb beachtlich, weil durch das Amtsgericht zum ersten Male von einer Einrichtung Gebrauch gemacht wurde, die von zuständiger Seite auf Grund anderSwo ge­machter Erfahrung zwecks Erleichterung der Be­weisaufnahme und Festlegung ihrer Ergebnisse, wie auch zur Ersparung von Augenscheinen emp­fohlen worden trat. Es handell sich um die Auf­stellung und Verwendung von Spielzeug­modellen (offene und geschlossene Per- sonenkraslwagen, VerkehrLkraf.omnibusse. Tram- bahnwagen, Fahrräder, Motorrädtr, Fuhrwerk, Mann. Frau, Hund, Bäume u. dgl.), wodurch den Beteiligten auf dem Gerichtstisch * die in Betracht kommenden Situat onen möglichst an­schaulich vor Augen geführt und an deren Hand die Zeugen instruiert und gehört werden sollen. So konnten auch auf diese Weise in dem vor­liegenden Falle besser, als dies wohl auf andere Weis« hätte geschehen können, die V-rhaupttmg deS