Ausgabe 
26.2.1929
 
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tretet der fas istischen Organifat'ionrn imh Institu­tionen. sowie die Dirrktoren der fas-istifchrn Tageszeitungen und Wochenschrift:» tribirhmen.

Oie Lockerung des Transferschuhes für die deuifchen Reparationszahlungen

Einigung in der Textilindustrie.

Der Schiedsspruch.

Berlin. 25. Febr. (WTB.) In den Tarif-- ftreitigkeiten der Textilindustrie ist gestern abend ein Schiedsspruch gefällt worden. Die Derhand- lungen wurden geleitet von dem Schlichter des Schlichtungsbczirks Westfalen, Dr. Brahn, Bergwerksdirektor Dr. Wolff und Polizeipräsi­dent Schöbel. Gegenstand der Verhandlung waren Tarifverträge für etwa 200 000 Tex­tilarbeiter in etwa 21 Bezirken, von denen etwa 70 000 teils im Streik standen, teils aus- gesperrt waren. Beide Parteien hatten sich i m voraus damit einverstanden erilart, die Schieds­sprüche der drei Schiedsrichter als bindend und sofort rechtskräftig anzuerken­nen, sofern sie einstimmig gefaßt würden. Sämt­liche Schiedssprüche wurden einstimmig ge­fällt und treten sofort in Kraft. Die Arbeit ist infolgedessen heute wieder ausgenom­men worden. Es wurden Lohnzulagen gegeben in Höhe von drei bis fünf Prozent, und zwar handelt es sich dabei meist um zeitlich gestaffelte Lohnzulogen. Die Laufzeit der neuen Verträge bewegt sich zwilchen anderthalb und zwei Iah- ren. Die Parteien kamen weiter dahin überein, daß dieselben drei unparteiischen Schiedsrichter bei öfter sich ergebenden Unklarheiten end­gültig zu entscheiden haben. Ob eine Unklarheit vorliege, entscheidet der Vorsitzende des Schieds­gerichtes. Damit ist der Rechtsweg ausgeschlossen.

Die seit Wochen in der deutschen Textilindustrie anhaltenden Lohnlä^p e sind beigelegt wor­den. Die Einigung ist insofern bedeutungsvoll, als sie unter Ausschluß der amtlichen Schlichtungsbehörden und des Reichs­arbeitsministers erfolgte. Aehnlich wie im Eisen- konflilt hatten die Parteien auch hier sich von vornherein verpflichtet, den Svruch eines neutralen Schiedsgerichtes anz er en- nen. Wäre es zu dieser Einigung nicht gekommen, dann hätten wir in der Textilindustrie jetzt einen Arbeitskampf erlebt, der noch den EisenkonflM in den Schatten gestellt hätte. Obwohl die meisten Textilfabriken nur mit halber Kraft arbeiten, hat sich das Schiedsgericht veranlaßt gesehen, einige Lohnerhöhungen zuzugeste^en: es hat aber gleichzeitig dafür gesorgt, daß die neuen Tarif­verträge möglichst lange laufen. Die letz­ten dieser Verträge die neuen Löhne sind be­zirksweise festgesetzt worden lausen im Februar 1931 ab. Auf diese Weise ist der Textil­industrie wenigstens Gelegenheit gegeben, a u f längere Sicht und unbehindert durch kurz­fristig ablaufende Lohnvereinbarungen arbeiten zu können. Man darf wohl erwarten, daß die Art. wie man sich im Tertilgewerbe einig wurde, auch in der übrigen Industrie Schule machen wird, weil auf diese Weise am ehesten das Ver­antwortungsgefühl der Parteien wieder herge- strllt wird, das während der langjährigen An" Wendung des amtlichen Schlichtungsapparates sehr gelitten hatte.

Oie Reparationen als Spekulation.

Die Verhandlungen der neuen Reparations­kommission sind jetzt so weit gediehen, daß sie auf Biegen oder Drechen gehen. Man nimmt an. daß entweder in dieser Woche die Kommission ausfliegt, oder, wenn sie beisammen bleibt, daß dann Die Voraussetzungen für eine tragbare Lösung gefunden find. Wie schwer das aber ist. davon machen sich nur ganz wenige eine klare Vorstellung. England und Frankreich. Über­haupt die ©laubigerflauten, huocn sich e en daran gewöhnt, daß nicyt nur die Abführung der deut­schen Zahlungen, sondern auch ihre Metier- trogung in Devisen ganz glatt vonstatten ging. Auch Herr Poincare ist deshalb stillschwei­gend dazu übergegangen, den auf Frankreich ent­fallenden Teil Der deutschen Kriegsentschädigung bis auf den letzten Pfennig als sicheren Posten in seinen Etat einzustellen. Darin aber liegt gerade Der Fehler der Rechnung: die Gläutiigerstaaten wollen nicht einsehen, daß die Zahlungen, die Deutschland bisher geleistet hat, nicht aus unserem Verdienst, sondern aus ge­pumptem Gelde kamen, daß deshalb die Zahlungen in dem Augenblick aufhören, wo uns niemand mehr Geld leiht. Mnd davon sind wir nicht mehr weit entfernt. Der Skeptizismus, der gerade in Deutschland den Pariser Verhand­lungen gegenüber bisher zutage getreten ist. be­ruht deshalb auch im wesentlichen darauf, daß 'Frankreich und England noch nicht gemerkt haben, wie es ist, wenn sie keinen Pfennig Kriegsent­schädigung bekommen und daß sie deshalb auch wahrscheinlich nicht bereit sein werden, entspre­chende Abstriche zu machen. Sie doktern jetzt an dem Transfer herum, wollen ihn in zwei Teile zerlegen in der Form, daß ein Teil der deutschen Iahreszahlungcn unter allen Min­st ä n d e n transferiert werfen muß. wäh­rend der andere Teil unter dem Schutz besonderer Transfertiestimmungen steht. Das würde bedeu­ten, daß das Transferkomitee, das bisher ja noch niemals in Aktion zu treten brauchte, aufgelöst wird, daß aber Deutschland das Recht behält, sobald eine Gefährdung seiner Wäh­rung in Frage kommt, für Die zweite Hälfte das Gutachten eines besonderen Ko­mitees in Anspruch zu nehme.i. Em etwas kompliziertes Verfahren, das überhaupt nur dis­kutabel ist, wenn der erste ungeschützte Teil sehr klein gehalten wird. Roch phantastischer aber ist Der Gedanke, den Wohlstandsindex dazu zu benutzen, um die Verzinsung der Eisen­bahn- und Industr'eob"igationen variabel zu ge­stalten. also abhängig von Den Erträg­nissen der deutschen Wirtschaft zu machen. Tas würde bedeuten, daß aus der deut­schen Kriegsschuld ein Spekulationsobjekt

Schneeschmclze am Oberrhein.

Freiburg, 26.Febr. (WTB. Funkspruch.) Die föhnartige Erwärmung der letzten Tage hält auch heute nöch an. Die gemeldete Kältewelle hat Oberbaden noch nicht erreicht. 2Ius allen Höhenlagen des Schwarzwaldes werden Temperaturen über Null und der Beginn

Der große FafMenrat in Rom.

Eine faszislische Heerschau.

Rom, 25. Febr. (WTB. Funkspruch.) Unter dem Vorsitz Mussolinis fand heute abend an Pala zo di Venezia Die erste Sitzung der Settion des Faszistischen Großen Rates statt. Mussolini richtete zunächst De- grüßungsworte an Die M.tglieder des Großen Rates und gab der Zuversicht Ausdruck, daß der Große Rat nützliche Arbeit zum Wohle des Vaterlandes und zum Ruhen Der Entwicklung Der Revotu.ion leisten toerDe. Darauf verlas Der Gene.alfekrelär Der Partei, Turati, folgen De Botschaft:3m Augenblick der Aufnahme seiner Arbeit sendet Der Faszistische Große Rat Dem König von Italien Den Ausdruck seiner unwandelbaren Ergebenheit." Diese Botschaft wurde von der Versammlung, die sich von den Plätzen erhoben hatte, mit Beifallsrufen ausge­nommen. Ministerpräfident Mussolini erftattete sodann in zweistündiger Rede eingehend Bericht über die Abkommen zwischen Dem ita­lienischen Staat und Dem Heiligen Stuhl, wobei er Den Wortlaut Der Verträge verlas und kommentierte. Der Bericht, der mehr­mals durch Beifallsrufe unterbrochen wurde, wurde zum Schluß mit einem dreifachenAlala" aufgenommen.

In seiner Eigenschaft als Regierungschef und afss Führer des Faszisrnus hat Mussolini für Sonntag, 10. Marz, zum Vorabend des Plebiszits eineHeerschaudesR6gimeS" nach Rom einberufen. An tue ter Der ammlung werden di>» Mitglieder der Regierung. deS Großen Rats, Die italienisch«, Warschälte unD alle anderen Führer deS WilUärS und der Marine, der Gouverneur von Rom, Die Präfekten. Die fafzistischen Senato­ren Die politischen Kandidaten für die kommenden pstzpis'irären Wahlen vom 23. Mär^ Die Bundes- feftetdre Der FasMenpartei. Dir ShnDiktassekv» täte Der Dreizehn ReichSverbändr und Die Brv-

gemacht wird. Das vielleicht in einem Iahr mit Drei Prozent, im nächsten mit acht Prozent ver­zinslich wäre. Wir können uns nicht vorstellen. Daß Die Amerikaner sich Darauf einlassen. Ganz sicher aber kann Deutschland sich nicht dazu ver­stehen, seine Kriegsschulden auf daS Riveau schlimmster Börsenjobberei her unterdrücken zu lassen.

Die Arbeit der Sachverständigen.

Die Frage der Teilung der Annuitäten.

pari», 25.Febr. (ÖTB.) Der Jünfer-Uus- schuß Hal in der Vollsitzung der ReparalionLsachoer- ständlgenkonfereuz einen plan oorgelcgt, in dem zwei Alternativen vorgesehen waren, lieber diesen plan ist heule eingehend gesprochen worden. Es handelt sich jetzt im wesentlichen nicht mehr darum, ob ein ungeschützter Teil der Annui­tät e n geschaffen werden kann, sondern darum, unter welchen Bedingungen dies ge­schehen kann. Die Ansichten darüber gehen im Re- paralionsausschug noch etwas auseinander: der Fünfer-Ausschuß wird deshalb erneut zusam­mentreten und auf der Grundlage der heutigen Aussprache in der Vollsitzung eine Umformung seiner bisherigen Vorschläge vornehmen.

Außerdem wurde in der heutigen Vollsitzung ein Unterausschuß für Sachlieferun- gen unter dem Vorsitz des amerikanischen Delegier­ten perkins geschaffen. Jede Delegation ist durch ein Mitglied vertreten. Deutscher Vertreter ist Herr Vogler.

3m Zusammenhang mit der Frage der Schaf­fung eines ungeschützten Teiles der Annuität ist auch die Frage der Kommerzialisierung und Mobilisierung zur Sprache gekommen. Ein llnlerausschuh wurde jedoch hierfür nicht eingesetzt: es finden noch informelle Besprechungen hierüber zwischen den einzelnen Vertretern der Delegationen stall. Eine neue Vollsitzung wird erst statlsinden, wenn der Vorsitzende der Konferenz die» für an­gebracht halt. Ls wird darauf hingewiesen, daß in dem evtl, neu zn schaffenden beraten­den Transfer-Ausschuß Deutschland vertreten sein soll und eine gewisse Verant­wortung mit übernehmen würde. Als Kompen­sation hierfür sollen gewi'se Rechte, die die deutsche Regierung haben soll, festgelegt werden. Die Frage der höhe der Annuität ist überhaupt noch nicht erörtert worden Durch den Unter­ausschuß für Sachlieferungen soll die Frage ge­prüft werden, ob die S a ch l i e s e r u n g e n im Rahmen des neu aufzustellenden planes auf­recht erhallen werden können.

Die Rot der Landarbeiter.

Vertreter landwirtschaftlicher Arbeit­nehmer beim Reichspräsidenten.

Berlin. 25. gebt. (WTB.) Der Herr Reichspräsident empfing heute Den Reichs- tagSabgcorDr.e en Behrens und Den Gefchästs- sührer Blum als Vertreter Des Zentral- Verbandes Der LanDa rbeiter sowie Gr- schäfts ührcr Walbaum ünD Inspektor a.D. Zöllner als Vertreter des Reichsverban- Des Deutscher Guts - und Forst beam­ten. Die Ersch.enenen legten unter befonberer Tetonung Der wirtschaftlichen Lage Der Guts­beamten unö Der Landarbeiter Dem Herrn Re.chs- prä,identen D.e Rotlage Der Landwirtschaft Dar unD betonten. Daß sie mit Den Arbeitgebern Die von Den verein.g.en Spitzenvertiänden Der brut­schen Landwirtschaft vorgefchlagenen Hilfs­maßnahmen für Dringend notwendig erachten. Sie ba.en Len Herrn Reichspräsidenten um För­derung Der vorgeschlagenen Maßnahmen, un­ter Berücksichtigung Der besonDeren 7t o t la g e Der lanDwirtschastlichen Angestellten unD Arbeiter.

Wie mir hören, haben Die Vertreter Der land­wirtschaftlichen Arbeitnehmerorganisationen Dem Reichspräsidenten sehr eindringliche und geradezu erschütternde Ausführungen gemacht. So wies u. a. für Den Rcichsoerband deutscher Guts» und Forst­beamten der Vertreter Wallbaum darauf hin, daß heute ungefähr mehr als 35 000 © u t sän­ge ft e 111 e arbeitslos seien. Dazu komme noch, daß ein großer Teil der beschäftigten Ange­stellten immer unter Dem schweren psychologischen Druck arbeiten müßte, daß auch ihr Betrieb von Der Katastrophe der Landwirtschaft erfaßt würde, und dadurch ihre Stellung hinfällig werden fönnte. Der Vertreter machte Dem Reichspräsidenten kon­krete Vorschläge, um vor allem Den Stellungs­losen zu helfen. Weiter spielte bei Dem Emp­fang Das Problem der Landflucht eine große Rolle. Vor allem tr -rbe darauf hingewiefen, daß gerade die jugendlichen Landarbeiter abwan- Dem, wodurch die besten Kräfte den Grenzgebie­ten verloren gingen. Starke Kritik wurde auch an den Bestimmungen des vorliegenden Entwurfes zum Arbeitsschutzgesetz geübt und Darauf hinge­wiesen, daß hier eine Zurücksetzung Der Landarbeiter vorliege. Ebenso erfuhr das Berufsausbildungsgesetz starke Bean- ftanbungen, da es für die Landarbeiter unge­eignet sei und diesem Berufsstand nur Schaden zu» füge. In diesem Zus nmenhang hat sich, so wird berichtet, eine eingehendere Aussprache über die Probleme der Ausbildung Der landwirt­schaftlichen Arbeiter entwickelt. Der Reichs­präsident dankte für die Darlegungen und erklärte, daß fein Interesse und seine Fürsorge in gleicher Weise Dem landwirtschaftlichen Besitz, wie den land- wirtfchafllichen^Arbeitern und Angestellten gelte. Er hoffe, daß es mit Hilfe Des Staates und der Selbst­hilfe der Landwirtschaft gelingen werde, mit der Zeit Dem Notstand in Der Landwirtschaft abzu- helfen.

leicht gar nur ein Bruchstück in Dem SY- stem französischer Militärbündnisse mit seinen Gefolgstaaten Polen. Rumänien. Süd- slawien unD Tschechoslowakei? Wir wissen es nicht. aber wir ersehen aus Den ständigen Reisen französischer Generale, wie Le Rond nach östli­chen Ländern, aus der Umorganisation ihrer Ar­meen. daß der Pariser Gcneralftab eine ge­fährliche Rührigkeit entfaltet um Den Frieden Europas zu wahren. Einmal hat ein französischer Außenminister in Genf Die Rationen oufgeforDcrt, ihre Rüstungen zu zerbrechen. Wann wird Dieses Wort eingelöst werben?

Der Form nach stehen wir hier wieder vor Der Tatsache, Daß es sich um Abmachungen Der General stLbe. nicht Der Regierungen, handelt. Tie Welt hat schon einmal erlebt, an Dem Verspiel der Abmachungen zwischen dem französischen unD Dem englischen Generalstab von 1912, welche Bedeutung solche Handlun­gen der Militärs gewinnen können. Im ^Vor­wärts" wird erklärt: Es kann unmöglich so weitergehen, daß Frankreich unD Belgien mit der einen Hand TeutschlanD freundfä-aftlich zu- winken. mit der anderen Hand aber sich gegen- fettig die Revolver eines Kriegsbündnisses au- reichen. Der Friedenswille der Mehrheit des deutschen Volkes rechtfertigt es, Daß dies Bünd- nis der belgischen unD französischen Militärs endlich dahin getan wird, wohin es seit Jah­ren gehört: in die Rumpelkammer einer Ge- fchichtsperiode. die den Völkersrieden auf Die Spitze von Bajonetten stellte.

Lleberraschung in Washington.

Reuhork. 25. Febr. (Telun.) Wie aus Wa- shington gemeldet wird, hat Die Veröffentlichung Des französisch-belgischen Geheimabkommens in maßgebenden amtlichen Kreisen äußerst über­rascht. Eine Stellungnahme Der Regierung steht noch aus. Dem Staatsdepartement nahestehende Kreise erklären, man hoffe, daß Die OBel- Dungen über den Vertrag unzutreffend seien. In Washington interessiert naturgemäß weniger die Auswirkung eines solchen Abkom­mens auf die Loearnovertrage. dafür aber um so mehr Die Auswirkung auf den Kel- loggpakt. Die Reuyvrker Blätter ziehen tue Rachrichten über diese Angelegenheit zum Teil groß auf, ohne jedoch in Leitartikeln schon dazu Stellung zu nehmen.

Wer will Trotzki?

Deutschland winkt ab. Gesuch in Prag.

Berlin, 26.Febr. (Prio.-Tel.) Aus der Tat- sacl-e, daß Der russische Oppositionsführer Trotzki sich jetzt an die Tschechoslowakei mit dem Er­suchen gewandt hat, ihm die Einreise zu bewilligen. Dürfte hervorgehen, daß er mit seinem Gesuch anDeutschland kein Glück gehabt hat. Nach Miseren Informationen scheint dies auch zuzutresfcn. Im Kabinett hat man sich bereits mit dieser Frage beschäftigt und nach einer Aussprache ein­heitlich den Standpunkt vertreten, daß die Be­willigung Des Einreisegesuches von Trotzki nicht opportun sei. Aller Wahrscheinlichkeit hat man Dies auch von feiten des Auswärtigen Amtes Dem hiesigen russischen Botschafter zu verstehen gegeben. Da es sich hierbei ja nicht um eine offizielle russische Aktion gehandelt hat, wird dieser Beschluß Trotzki wahrscheinlich auf dem Wege über Das deutsche Konsulat mitgeteilt worden sein. Man Darf gespannt fein, welcher Staat sich jetzt, nachdem auch Die Tschechoslowakei anscheinend abgewinkt hat, bereitfinben wird, Den obdachlosen Russen aufzu­nehmen.

Der tschechische nationaldenwkratische Senator Dr. H a j n wendet sich in der ,Rarodny Listh gegen die Erteilung Der Aufenthaltstirw.lligung an Trotzki und reibt, jede Regierung, die Trotzki den Aufenthalt in ihrem Staate betoilltgcn würde, könnte mit Recht von den Moskauer Machthabern eines unfreundlichen Ak­tes beschuldigt werden. Der Ti'chechoslo- wakai gegenüber könnte sich die Sowjetrcgicrung auf den Vertrag von 1922 berufen, worin sich beide Staaten verpflichtet hätten, auf ihren Staatsgebieten keine Verbände zu outoen, die eine Aenderung des Regimes in dem anderen Staate anftrebten. In Brünne habe fich bereits ein .Ausschuß für die Rettung Trotzkis" gebildet: und wenn dieser nun in die Tschechoslowakei eingelassen würde, so wäre dieser Auischuß eine ideale Kampforga­nisation. die den Thron des Sowjetteufels ht Moskau untergraben könnte, um dem kommu­nistischen Beelzebub Trotzki auf den Thron zu verhelfen. Hoffentlich we/.e die Regierung dem Vertrage von 1922 treu bleiben.

Der Schneeschmelze gemeldet. Bis zu etwa 700 Meter ist Die Schneedecke ooQftänDia verschwunDen, aber auch in den höheren Lagen finDet ein ra» pider Abbau der Schneedecke statt. Die Schwarzwaldflüsse führen größere Wassermengen zu Tal und sind immer noch im Ansteigen begrif­fen, so daß im Laufe des Tages noch mit einem erheblichen Ansteigen Des Oberrheins zu rechnen ist. Heute Morgen wurden zwischen 8 und 10 Grad Wärme gemessen. Seit gestern abend füllt leichter Dauerregen. Aüch aus Der Nordschweiz wird ein allgemeiner Witterungsumschlag mit Niederschlägen gemeldet. Der Regen fällt bis zu einer Höhenlage von etwa 800 Meter.

Das Cis Der Donau schiebt sich über die Ufer.

Infolge des Tauwetters sind die Eis- verhältnisse auf der Donau in ihrem unteren bayerischen Lauf zwischen Straubing-Deggendorf unö Vilzhofen äußerst bedenklich gewor­den, da bereits das mehr als 2 Meter dicke Eis an zahlreichen ilfcrftellcn des etraubi/.gcr Deckens sich in die Rieder ung hina us- zudrängen beginnt. Durch die Behörden sind bereits alle Maßnahmen getroffen, um die ge­fährdeten Orte rechtzeitig zu räumen.

Aus aller Welt.

Revoloeranfchlag

auf den früheren weltboxmeister Dempsey.

Sn Miami (Florida) Drang ein unbekannter Mann morgens um 5 Uhr in die Wohnung Des früheren Weltboxmeisters Dempsey ein und geriet in Dempscys Schlafzimmer. Als dieser erwachte und sich von seinem Bett erheben wollte, gab Der Ein­dringling einen Reoolverschuh auf ihn ab, der jedoch fehlging. Dempsey ist der Ansicht, man habe ihn entführen unö erst nach der Beendi­gung Des Boxkampfes zwischen Sharkey und Strib­ling gegen Lösegeld freigeben wollen. Allem An- schein nach war Der Mann, Der Den Schuß auf Dempsey abgegeben hat, nicht allein. Die Ur­heber des Ueberfaües sind auch nach einer halben Stunde noch einmal im Auto zurückgekommen und haben sich vor dem Hause aufgehalten, in dem Dempsey wohnt, ohne aber weiteres zu unter­nehmen.

Raubüberfall auf einen lothringischen Pfarrer.

In Merlenbach (Lothringen) verschafften sich zwei gutgekle.dete Männer unter dem Vor­wande eir.es seelsorgerisch m Anliegens Einlaß in die unweit des saarländischen Grenzwaldes ge­legene Wohnung des Pfarrers Rieolas. 3m Empfangszimmer versetzte der eine von ihnen dem Pfarrer hinterrücks, offenbar mit e.ncm Gummiknüppel, einen Schlag über Den Kopf. Auf den Hilferuf Des Verletzten eilten Die Haushälterin und Der im Rebenzimmer bc- sindliche Schwager des Pfarrers herbei. Dieser versuchte, Lei einen Der Eindringlinge sestzuhal- ten. wurde jedoch durch einen Pistolenschuß deS Räubers getötet Die Täter sind bisher noch nicht ergriffen. Eie haben ihre Hüte, den Gummi- knüppel, ihre Schutzbrillen, Den Browning usw. zurückgelassen.

Liu Primaner in Der Turnhalle verunglückt.

In der Liectzschle^chule in Berlin-WilmerS- Dorf ereignete sich ein schwerer Unfall. Der 20 Iah re alte Oberprimaner HanS Lhri.ian Deter stürmte in Der Turnhalle von ei..em Rcct und trug einen Schädelbruch und schwere innere Ver­letzungen davon. Er wurde in hoffnungs­losem Zustande ins Krankenhaus gebracht

In Den Flammen umgekomrncn.

3n Der in Dec Rähe von Freiburg im Dreisamtal am Fuße des Schwarzwaldes ge­legenen Ortschaft AI n t e r - 3 b e n t a l brannte Der fogenannlen Sch egelhanfentzos, einer Der größ­ten Höfe des Dorfes, vollständig nieder. Gerettet wurden nur einige Stück Vieh. Die sechsjährige Tochter Anna Schlegel, Die aus dem bren­nenden Hause herausgebracht worden war. lief noch einmal zurück, um ihre neuen Schuhe zu holen. Das wurde ihr Verhängnis. Die Flammen versperrten ihr den Rückweg, so daß sie verbrannte.

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Wettervoraussage.

Wettervoraussage für Mi11wo ch. Noch Frost, meist wolkiges Wetter, vereinzelt Schneefalle.

Witterungsaussichten für Donners­tag: Wenig Aenderung der Wetterlage.

ßufttrmperoiuren am 25. Februar: m.ttags 4-1,1 Grad Celsius, abends 2,2 Grad Celsius: am 26. Febr.: morgens34 Grad Celsius. Maximum

1,2 Grad Celsius, Minimum4 Grad Celsius. ErDtemperaturen In 10 Zentimeter Hefe am 25. Fe­bruar: abends0,8 Grad Celsius; am 26. Februar: morgens0,8 Grad Celsius.