Ausgabe 
25.10.1929
 
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tonte, daß die Radikale Partei ihre Ideale, den sozialen Fortschritt der Laienpolitik und der internationalen Verständigung, was der Erfah­rung und den Geschäften der Vernunft entspreche, verwirklichen wolle. Daladier beschäftigte sich dann mit dem Gedanken der Vereinigten Staaten von Europa und erklärte, man müffle, ehe das Ziel erreicht werden könne, in Europa erst einmal abrüsten. Es scheine jedoch

ein Wettrüsten zu Lande und eine Bestätigung der angelsächsischen Vorherrschaft auf dem Meere bevorzustehen. Von 1400 Frank Steuern des Durchschnittssranzosen finden 682 Frank für die Bezahlung der Schulden und Pensionen, 225 Frank für die Produktion und 262 Frank für militärische Ausgaben Verwendung. 3n Deutschland scheine das Reichswehrbudget in verschiedenen Kapiteln der Ausrichtigleit zu er­mangeln. Zn Frankreich würden in diesem Iahre 10,5 Milliarden Frank für die Lan­desverteidigung ausgegeben, ungerechnet die in den übrigen Budgets versteckten Kriegs­ausgaben. Frankreich müsse sein Militärbuk^et in Einklang bringen mit dem gegenwärtigen Zu­stand in Europa, mit den von ihm unterzelch- neten Verträgen und mit der wirklichen militäri­schen Stellung der anderen Länder. Es müsse schon jetzt eine internationaleKontrolle aller Rüstungen eingeführt werden weck in einer fernen, aber sicher einmal kommenden Zeit der Völkerbund eine gemeinsame Militärmacht schaffen werde, die ihm jederzeit zur Verfügung steht.

Menn nicht die Demokratie das neue Europa schaffe, dann werde es die internationale Finanz tun. Ein europäischer Staatenbund läßt sich nicht denken ohne eine gewisse Solidarität der Finanzen der verschiedenen Länder. 3n diesem Sinne kann

die Schaffung der internationalen Zahlungsbank begrüßt werden. Aber dieses Institut scheint seine eigentliche Aufgabe der Vereinnahmung und der Verteilung der deutschen Zahlungen und ihrer Weiterleitung an die Alliierten als Nebensache zu betrachten, dagegen den internationalen Handel finanzieren, Absatzmärkte er­schließen, die Währungsschwankungen und die Gold- und Kapitalbewegung regeln zu wollen. Das wäre dieAnterjochungEuro- pas und der ganzen Welt unter die Finanz. Die internationale Zahlungsbank läßt sich nur denken, wenn ihre Neutralität und ihre Anparteilichkeit durch eine Dölkerbunds- ton trolle garantiert wird.

Der Parteitag müsse ein Mindest Pro­gramm aufstellen, das für die Legislatur­periode Geltung habe. Das Problem sei, ob in jeder Nation die mechanischen Kräfte und die materiellen Interessen, von denen ein großer Deutscher, der zugleich auch ein großer Europäer gewesen und im Dienste des Friedens gestorben sei, Walter R a t h e n a u , sagte, daß sie ver­hängnisvoll, nützlich und gefährlich zugleich seien, die Demokratien würden zermalmen können. Da­ladier sprach dann von der Notwendigkeit, die Wirtschaft den modernen Bedürfnissen anzupas­sen. Diese Forderung müsse zum Ausdruck kom­men in einem reorganisierten und rationali­sierten Wirtschaftsrat, in dem die Land­wirtschaft, die Industrie und die geistigen Ar­beiter vertreten sein müßten.

Die Linksparielen, die die Regierung slürzien, müssen.sich einigen, um die Regierung zu bilden.

Das republikanische Frankreich wartet auf einen Beschluß des Radikalen Parteitages. Zeigen wir, daß die Radckale Partei bereit ist zum Kampf und zur Aktion im Sinne ihrer Parteigröhe, der Republck und des Vaterlandes.

Der Parteitag beschloß, angesichts der Mi­nisterkrise sofort in der Vollsitzung die allgemeine Politik zur Debatte zu stellen. In dem Bericht über die Tätigkeit der Partei sagte der Abg. Chautemps: Cs habe sich die Notwendigkeit ergeben, den Kongreß in die Lage zu setzen, schon heute seine Ansicht zur Außenpolitik abzu­geben. Kein wirtschaftlicher und sozialer Fortschrckt fei möglich, wenn die Republik nicht ihre Bemü­hungen auf die Aufrechterhaltung des Friedens und die Verbesserung der internationalen Be­ziehungen richte. Diese Beziehungen müßten auf Vertrauen aufgebaut werden. Man müsse ein Abkommen über die Liquidierung des Krieges abschliehen und vor allem eine loyale Politik der Annäherung mit Deutsch­land betreiben. Man müsse beginnen, einen wirtschaftlichen Organismus zu schaffen, durch den die europäische Föderation ermöglicht werde. Außerdem mühten die Einrichtungen des Völkerbundes verbessert und die Sicherheit der Völker auf der Schiedsgerichtsbarkeit aufgebaut werden. Der Redner lehnte zur Durchführung des auhenpvlitischeee Programms eine Verbin­dung mit den Rechtsparteien ab, forderte aber eine Zusammenarbeit aller Republikaner, die dem Frieden und der sozialen Reform ergeben sind.

Nach der Rede des Abg. Chautemps nahm der Parteitag einstimmig folgende Entschlie­ßung an:

Die Radiale Partei ' ehnl jede Be­teiligung und jede Unterstützung von fei­ten ihrer Mitglieder zugun st en einer parlamentarischen ober Regie­rungskombination, die von der Rechten oder ihren verbündeten geleitet oder unterstützt wird, a b, da eine solche Kom­bination unter dem KamenKonzentration" oder unter irgendeinem anderen nur den Zweck hätte, eine von nun ab verurteilte politische Kombination unter Hinzuziehung der Republikaner zu verlängern. Die Partei betont ihren willen, f a 11, e i n e R e ch t s- regierung mit einer parlamentarischen Rechtsmehrheit gebildet würde, in der Op - Position zu beharren. Die Partei erklärt sich dagegen bereit, sich zu bemühen, auf Grund eines inzwischen bestimmten und be­grenzen Programms der Laienpolitik, der Friedenspolitik, der steuerlichen Gerechtigkeit und des sozialen Friedens eine (Einigung aller Linksparteien herzustellen. Die Partei erklärt, daß, falls wegen des Um­fallens der anderen demokratischen Parteien die Bildung einer derartigen Mehrheit oder die Existenz einer radikalen Regierung im Augenblick unmöglich gemacht würde, sie In voller Unabhängigkeit ihre Bemühungen durch eine konstruktive Opposition im Parlament und durch eine eifrige, methodische propa-

Das Eisenbahnunglück bei Wnberg

ganba fortsehen werde, um die republifa- nischen Kräfte zu gruppieren und sobald als möglich die nottvenbige Aktion einzuleiten.

Der Parteitag hat die politische Entschließung Lurch eine ebenfalls einstimmig angenommene zweite Entschließung ergänzt, in der ein Mindestprogramm für eine politische Vereinigung der Regierungsparteien entwickelt wird. Außen­politisch werden darin folgende Forderungen aufgezählt: Durchführung der Haager Abkommen, Fortsetzung der Annäherungspolitck mit Deutsch­land und der Entente mit der englischen Demo­kratie, Vorbereitung des europäischen Staaten- bundes, Förderung des Völkerbundes und der Schiedsgerichtsbarkeit sowie der Abrüstung.

Die Berufung Daladiers.

Ein Kabinett mit Einschluß der Lozialisten?

Paris, 25.OIL (WTB. Funkspruch.) Der Präsident der Republik hat den Vorsitzenden der Radikalen Partei, Daladier, zu sich berufen, um ihm, tote man annimmt, d i e Bildung des neuen Kabinetts zu übertragen. Der Beschluß hat in den politischen Kreisen keine Aeberraschung perursacht. Präsident Dou- mergue bietet damit die Nachfolgeschaft Driands dem Führer der ziffernmäßig stärk- stenPartei an, deren Intervention im Laufe der Debatte, die den Sturz des Kabinetts Driand brachte, entscheidend war. Die Beratung auf dem Parteitag der Radikalen in Reims hat übrigens zutage treten lassen, daß diePartei die Re­gierung übernehmen will. Man kann also sicher sein, daß Daladier heute den Auf­trag des Präsidenten der Republik annimmt Seine erste Sorge dürfte fein, die Beteili­gung der Sozialisten an der Regierung zu erlangen.

Jt ü t n b e r g, 24. Oft. (TA. Drahtmeldung.) wie schon In einem Teil der gestrigen Auflage mitgeteilt wurde, fuhr gegen 11 Uhr der B e r 1 i n e r S ch n e 11- 3 u g D 39 dem Münchener S chnellzug D 389 bei der Einfahrt an der Station Reichels- darf in die Flanke.

Das Eisenbahnunglück hat, nach den bisher bei der Reichsbahndirektion Berlin vorliegenden Mel­dungen vier Tote und acht Schwerver­letzte sowie 48 Leichtverletzte gefordert.

Das Unglück ereignete sich Donnerstag vormittag kurz nach 10.30 Uhr etwa 300 Meter vor der Sta­tion Reichelsdors. Beide Züge fuhren auf dem linken Gleis, das nach Nürnberg führt, mit voller wucht zusammen. Die Maschinen sind fest zusam- mengepreht und stehen mit den Vorderrädern etwa 40 Zentimeter hoch über den Schienen. Die Geleise selbst sind stark demoliert und tief in die Erde hin- eingedrückt. Bei dem von München kommenden Zug hat der fast senkrecht emporgedrückte Tender der Lokomotive das Dach des Postwagens glatt ab­rasiert, das über dem Tender hinweghängt. Der hin­ter dem Packwagen folgende Personenwagen zweiter Klasse (RomBerlin) hat sich auf die Seite gelegt. Die nächstfolgenden wagen sind weniger beschädigt. Bei dem von Nürnberg kommenden Zug hat sich der Packwagen in den Tender hineingeschoben; da­durch wurde die vordere Plattform vollständig auf­gerollt. Das Unglück wurde um 10.48 Uhr auf dem Nürnberger Hauptbahnhof bekannt. Bereits um 11.10 Uhr konnte der erste Hilfszug abgefer­tigt werden. Die freiwillige Sanitätswache in Nürn­berg und die Arbeitersamariter von Nürnberg, Zirndorf, Schwachach und Roth trafen alsbald an der Unfallstelle ein und nahmen sich der verletzten an. 3m Münchener Postwagen hatten sich zur Zeit des Unglücks acht Beamte befunden, von denen drei getötet worden sind. Die ande­ren Beamten wurden sämtlich verletzt. Der in der Lokomotive des Frankfurter Zuges eingeklemmte Lokomotivführer Hans Baer konnte nach etwa hc bstündigen Bemühungen unter Anwendung von Schweißapparaten aus dem zufammengedrück- len Führerstand geborgen werden. Als man ihn auf der Tragbahre davontragen wollte, starb er. Da der Münchener Zug nur mit 10 Kilometer Ge­schwindigkeit fuhr, wurde der Zusammenstoß abge­schwächt. Ein Glück war es, daß der hinter dem Packwagen des Münchener Zuges folgende Wagen zweiter Klasse RomBerlin (Anhalter Bahnhof) mit nur vier bis fünf Personen beseht war. Der

Münchener Zug bestand aus einer Lokomotive, einem Packwagen, einem Speisewagen und sechs Personenwagen. Die letzten vier wagen dieses Zuges sind abgehängt und bei der Station Reichels­dorf abgestellt worden.

Der amtliche Bericht nennt als wahrschein­liche Ursache des Zusammenstoßes zwischen dem Schnellzug MünchenBerlin und dem durchfahren­den V-Zug 389 vorbehaltlich des Ergebnisses weiterer Untersuchung das Ueberfahren des auf halt stehenden Ausfahrtsignals durch D 39. Der Generaldirektor Dr. BorpmüUer ist um 2.30 Uhr mit dem Präsidenten der Reichsbahn­direktion Nürnberg und dem Ministerialdirektor Dasch der Gruppe Bayern an der Unsall- (feile eingetroffen. Nach Beobachtungen an der Unglückss'elle läßt sich feststellen, daß der Nürn­berger Zug f r e i e L i n f a h r t in die Station hatte. Der die Station Reichelsdorf in gemäßigtem Tempo passierende Münchner Zug stand bei dem Zusam­menprall etwa in der Mitte unter dem Signalmast, dessen Arm wagerecht stand. Es dürfte lange Zeit dauern, bis die Trümmerstätte geräumt fein wird. Zur Zeit müssen die Züg umgeleitet werden. Die Unfallstelle ist von einer Hundertschaft der Landes­polizei abgesperrt. An der Unfallstelle befinden sich der Polizeipräsident Gareis von Nürnberg und höhere Beamte der Reichsbahndirektion Nürnberg. Der Packwagen des Münchner Zuges ist vollständig demoliert. Seine rechte Seite ist heruntergeklappt. 3n dem vorderen Teil liegt zur Hälfte der Tender, hierdurch erklärt sich auch die große Zahl der Verluste unter den Münchner Beam- t e n. Auf der weit ausladenden Böschung an der Unfallstelle liegen die Holzreste eines wagens 2. Klasse. Die post wurde, soweit sie in den zu­sammengedrückten Wagen erreichbar war, umge­laden. Die Passagiere der beiden Züge wurden durch Hilfszüge eine halbe Stunde nach dem Unfall nach Nürnberg gebracht.

Oer Zahrdienstleiier von Reichelsdorf verhaftet.

Nürnberg, 25. Ott. (WTB. Funkspruch.) Nach dem amtlichen Polizeibericht dürfte die Arsache des Eisenbahnunglückes in Reichelsdorf in unrichtiger oder unklarer und mißver st Endlicher Defehlsausgabe des Fahrtdienstleiters vonReichels- d o r f zu suchen sein. Der Fahrtdienstleiter wurde vorläufig verhaftet.

Aus aller Wett.

Schwere Explosion in einer italienischen Pulverfabrik.

In einer Pulverfabrik in Castenaso bei Bo­logna erfolgte eine schwere Explosion, bei der sieben Arbeiter getötet und vierzehn verletzt wurden, davon fünf schwer. Die Gewalt der Explosion war so groß, daß die Wohnhäuser im Amkreis von 500 m schwer beschädigt wur­den, und selbst in dem 12 km entfernten Bo­logna zahlreiche Fensterscheiben zer­sprungen sind. Glücklicherweise waren von Len sonst beschäftigten 86 Arbeitern im Augen­blick Les Anglücks nur dreißig tätig. Sofort aus Bologna herbeigeeilte Truppen und Feuerwehren sperrten das Anglücksgelände ab und begannen die Aufräumungsarbeiten.

Die Spanienreise desGraf Zeppelin".

Bei der Aeberfliegung Barcelonas warf das LuftschiffGraf Zeppelin" einen Postbeu - te l äb, der in der Avenue St. Iean niederfiel und von einem Passanten zur Hauptpost gebracht wurde. Zwischen Dr. Eckener und dem Bür­germeister von Barcelona wurden Begrüßungs­botschaften ausgetauscht. Das Luftschiff überflog darauf Valencia und zog zwei Schleifen über der StadL Die Einwohner begrüßten das Luft­schiff durch Händeklatschen und Tücherwinken. Graf Zeppelin" setzte dann seine Fahrt in Rich- hmg Sevilla fort, wo der Flugplatz Tablada hell erleuchtet war. Am 23,30 Ahr erreichte das Luftschiff wieder Barcelona, um 7,15 Ahr früh wurde es auf dem Rückweg in 400 Meter Höhe über Lyon gesichtet mit Kurs nach Nordvsten. Arn 13,26 AA ist das Luftschiff in Friedrichs­hafen glatt gelandet.

fiinbertumull im Kino.

Während eines Lichtbildervortrages in den Alhambra-Lichtspielen in Schöneberg haben sich unglaubliche Szenen abgespielL Das Publi­kum, fast ausschließlich Äinber, begann während des Dortrages so zu lärmen, daß die Vor- sieil.ung abgebrochen werden mußte. Als die Kinder bann aufgefordert wurden, das Thea­ter zu verlassen, machten sie einen Höllenlärm.

Die Morgenpresse beschäftigt sich bereits jetzt mit der .Frage, welche Aussichten Dala­dier haben wcrd, wenn er die Kabinettsbildung übernimmt.Petit Parisien" stellt die Frage, ob sich Daladier mit einer Anterstützung durch die Sozialisten begnügen und das Erperi- rnent desKartells wiederholen könne. Das Blatt sagt hierzu: Gewiß, aber unter der we­sentlichen Bedingung, daß die Sozialrepublika­ner, die unabhängige Linke und die radikale Linke diese Wiederherstellung des Kabinetts an ne hm en. Die maßgeblichsten Stimmen der drei in Frage kommenden Gruppen haben jedoch jedesmal, wenn sie hierzu Gelegenheit hatten, erklärt, daß sie eine Linkskombination annehmen würden, die die Vertreter sämtlicher linksstehen­den Parteien, einschließlich der sozia­listischen Partei, daß sie aber jedes neue Kartell, d. h. eine Regierung ohne aktive Mit­arbeit der Sozialisten ab lehnen müßten. An­ter diesen Amständen würde Daladier nichts anderes übrig bleiben, als die Bildung eines le­diglich aus Radikalen bestehenden Ministeriums und zu versuchen, im Hinbuck auf die Verwirk­lichung eines klar bestimmten Reformprogramms eine Mehrheit zu erlangen.

Das Organ DaladiersLa Republique" schreibt: Die Radikale Partei wird bereit sein, sich an der Regierung zu beteiligen, um ein Min­destprogramm durchzufuhren. Cs ergibt sich aus der Rede des Parteivorsitzenden, wie aus sämt­lichen Reden, die gehalten wurden, ja aus der Tagesordnung selbst, daß die Radikalen darauf rechnen, daß alle demokratischen Par­teien die schwere Last der Verantwortlichkeit gemeinsam übernehmen. Cs kann keine Rede davon sein, die überholte Anterstützungspolitik wieder wachzurufen.

Die Sozialisten zur Llebernahme der Regierung bereit.

Pari s, 24. Oft. (WTB.) Der Generalsekre­tär der Sozialistischen Partei, Paul Saure, charakterisiert die Stellung der Sozialistischen Partei zur Regierungsbildung auf Grund des 1926 festgelegten Parteiprogramms im Populaire wie folgt: Die Sozialistische Partei erklärt sich bereit, jede Reform - und Friedens­regierung, die entschlossen ist, den Wider­stand der Finanzmacht, der Arbeitgeber und des Senats zu brechen, aufs neue zu unter­stützen. Wenn sie es auch kategorisch ablehnt, einige ihrer Vertreter in ein von einer anderen Partei gebildetes Kabinett zu entsenden, so denkt sie keineswegs daran, sich unter den gegenwär­tigen AusnaHmeverhältnissen einer direkten Re- gierungsbildung zu entziehen. Sie ist also be­reit, die Regierung entweder allein oder mit Anterstützung de r Links­fraktionen zu übernehmen oder auch unter Berufung von Vertretern anderer Gruppen in die Regierung, die sie bilden und in der sie die Autorität und Mehrheit behal­ten würde, so daß sie stets die Gewißheit hätte, bei der Handhabung der Regierungsgeschäste ent­schlossene, energisch vorwärts weisende, und von starkem Willen durchdrungene Lösungen durchzu­sehen. Nur solche Losungen hält sie für geeignet, die Zukunft des Landes zu sichern und die große Demokratie zu retten.

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Wie unS h wird, starb in gener Operati Derlagsanstal Senator der Will, Torsi Dassau und tungsberlcgec.

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demolierten einen großen Teil der Innenein­richtung des Kinos und wollten den Vortragen­den verprügeln. Es entstand eine Schlägerei, die mit Stuh^einen, elektrischen Glühbirnen als Wurfgeschossen und anderen ^Waffen" ausgefoch- ten wurde. Der Direktion blieb nichts anderes übrig, als Polizei zu rufen, die die Kinder aus dem Hause wies. Anter Führung eines Vierzehnjährigen, der einem kommunistischen 2u- gendvcrband angehören soll, sammelten sich nun etwa 200 der jugendlichen Ruhestörer vor dem Hause. Dann bildeten sie einen »S toßtrupp", der die Türen des Kinos aufbrach und im Innern neue Verwüstungen anrichtete. Die Polizei nahm daraufhin den Vierzehnjährigen fest und zer­streute die Zusammenrottungen.

WaS ein Hackchen werden will ...

In Berlin hatte ein Anternehmer einen Saal in der Dockbrauerei gemietet, um dort eine Ma­rionettentheater-Vorstellung -u ver­anstalten. Angefähr 300 Kinder, zum Teil in Begleitung dec Eltern, waren anwesend, als die Vorführungen begannen. Sehr bald machte sich im Zuschauerraum Anruhe bemerkbar, da angeblich die Darbietungen immer schlechter wur­den. Mehrere Eltern protestierteir laut, und plötz­lich fingen die Kinder an, Radau zu machen. Sie warfen mit Diergläsern nach der Bühne, stürmten das Podium und zerstörten Dekoration und Aufbau. An der Kasse verlangten die Eltern das Geld zurück, und als dies ver­weigert wurde, kam es auch dort zu Tumul­ten. Das Aeberfallkommando stiftete Ruhe und brachte den bedrohten Unternehmer in Sicherheit«

Ein Berliner in Neuyork tödlich verunglückt.

Der Berliner Chemiker Dr. Otto M a t t h i e s, der mit dem DampferBremen" zum Besuch von Bekannten in Neuyork eingetroffen war, fiel aus dem Fenster feines im 16. Stock ge­legenen Zimmers im Saooy Plaza Hotel und stürzte zwölf Stockwerke tief auf das Dach des an- liegenden Gebäudes hinab. Man nimmt an, daß Dr. Matthies einen Schwindelanfall erlitt, als er aus dem Fenster hinausblickte.

3m Nebel in den Werrastaufee gefahren.

Bei Hannoversch-Münden fuhr i n f o 1 g e N e- be ls der Personenkraftwagen des Installateurs Michel aus Kassel unweit des Kraftwerkes Letz­ter Heller in den Werra st ausee. Der Gen­fer des Milchautos des Ritterguts Hübental, dessen Wagen kurz vorher von dem Kasseler Pri­vatwagen überholt worden war, bemerkte d a S plötzliche Verschwinden des Privatwa­gens und stellte fest, daß der Wagen in den Werrastausee gefahren war. Er versuchte so­fort, Hilfe zu leisten, der Chauffeur war jedoch bereits ertrunken. Das Auto und die Leiche wurden von Beamten des Stauwerks geborgen.

Fährunglück auf dem Michigansee.

Eine Eisenbahnfähre, die mit 52 Personen an Bord auf dem Michigansee in einen Sturm geriet, wird jetzt als völlig ver­loren angesehen, da man das Führerhäuschen und die Leichen verschiedener Personen, von denen man wußte, daß sie an Bord waren, aufgefunden hat. Rach der Zeit, die die Ahr einer der Leichen aufwies, ist die Fähre wahrscheinlich am 22. Ok­tober gegen Mitternacht gesunken.

Ein Skresernann-plah in Dresden.

Die Stadtverordneten nahmen einen Antrag an, den Wilhelmplatz in Dresden-Neustadt zum ehrenden Gedächtnis für den verstorbenen Reichsaußenminister Dr. Stresemann in »Stresemann-Platz" umzubenennen.

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Wettervoraussage.

Wit dem Vordringen der Warmluftwelle der nördlichen Störung haben bereits auch in un­serem Bezirk Temperaturanstieg, sowie Eintrü­bung mit Niederschlägen eingesetzt. Das Fall­gebiet wird ozeanische Luft nach dem Kontinent bringen, die bald aus höheren Breiten zufließen wird. Dabei gehen die Temperaturen wieder zurück, die Wolkendecke löst sich zeitweise auf und vereinzelte Niederschläge mehr in Form von Schauern treten noch auf.

Wettervoraussage für Samstag. Wechselnd wolkiges Wetter, vorübergehend auch aufheiternd, allmählich wieder kühler, einzelne Regenscbauer.

Witsterungsaussichten für Sonn­tag. Weiter Lllckühlung mit nächt.ichem Tempe­raturrückgang bis in Gefrierpunktnähe, teils wol­kig, teils aufheiternd.

Lufttemperaturen am 24. Oktober: mittags 12,5 Grad Celsius: abends 7,2 Grad: am 25. Ok­tober: morgens 9,3 Grad. Maximum 12.9, Mini­mum 7,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 Zenti­meter Tiefe am 24. Oktober: abenüS 10,7 Grad: am 25. Oktober: morgens 8,2 Grad CelsiuS. Sonnenscheindauer 674 Stunden.