Mißglücktes Attentat auf den Kronprinzen von Italien.
Am Grabe des unbekannten Soldaten in Brüssel feuert ein antifafzistifcher Italiener auf den Kronprinzen Humbert. — Der Kronprinz unverletzt. - Der Attentäter verhaftet.
Brüssel. 24. Off. (TU.) Auf den Kronprinzen 5) u m b e r f von Italien, der aus Anlaß seiner Verlobung mit der belgischen Prinzessin Marie Jose in Brüssel weilt, ist am Grabe des Unbekannten Soldaten ein Attentat verübt worden, das jedoch sein Ziel verfehlte. Der Attentäter wurde verhaftet. Zu dem Anschläge wird ergänzend berichtet: Der Kronprinz begab sich am Donnerslagvorrniltag im Auto zum Grabe des Unbekannten Soldaten, um dort einen Kran; niederzulegen. Als er den Wagen verlieb, drängte sich ein Unbekannter aus der Menge nach vorn und gab einen Schutz auf den Kronprinzen ab, der den Helm eines Poli - z i ft e n traf. Der Attentäter versuchte näher an den Kronprinzen heranzukommen, wurde jedoch von der Polizei zurückgehalten, die ihn vor der Wut der Menge schützen mutzte. Kronprinz Humbert blieb sehr ruhig. Er begab sich nach dem Vorfall zu dem Grabe des Unbekannten Soldaten, das etwas tiefer als die Stratze liegt und legte dort den Kranz nieder, worauf er sich noch mit dem Kriegsminister unterhielt. Vach einer Besichtigung der Ehrenwache trat der Kronprinz unter dem Beifall der Menge die Rückfahrt an.
Der Brüsseler Berichterstatter der Tele- graphen-Union, der Augenzeuge des auf den italienischen Kronprinzen verübten Anschlages war, berichtet weiter: Gerade in dem Augenblick, als der Kronprinz von Minister de Broqueoille be- grüht wurde, krachte der Schuh. Lin Mann hatte sich von der durch Polizeitruppen abgesperrten Menge losgelöst, lief bis zur Slrahenmitte und feuerte seinen Revolver in der Richtung der den Prinzen umgebenden Gruppe ab. Die Volksmenge flieh Rufe des Schreckens aus. Zwei Leute aus dem Volke konnten den Angreifer überwältigen, gerade als er zum z w e l t en m a l feuern wollte. Geheimpolizei und Gendarmen verhafteten ihn. Sie muhten ihn gegen die erregte Volksmenge schützen, die ihn lynchen wollte. Lr wurde förmlich zur Polizeiwache geschleift. Der Angreifer konnte als der italienische Untertan Enrico Jernanöo Derosa ermittelt werden. Der Schuh war zu hoch abgefeuerl, so datz niemand verletzt wurde. In der Umgebung des Kronprinzen befanden sich sein Adjutant, Bürgermeister Max von Brüssel, der italienische Botschafter Durazzo. Der König der Belgier hat sich, sobald er von dem Attentat Kenntnis erhielt, in die italienische Botschaft begeben, in der der Kronprinz wohnt. Auhcnminisler Hymans begab sich sofort zum italienischen Botschafter, um seine Entschuldigung auszudrücken. In Brüssel herrscht grohe Aufregung. Die Polizei hat scharfe Mahnahmen zur Vermeidung jeglicher Zwischenfalle getroffen.
Der Attentäter.
Brüssel, 24. Okt. ($11.) Der Attentäter heißt Fernando D e r o s a , Student der Rechte an der Universität Paris, stammt aus Turin. Man fand bei ihm außer seinem italienischen Paß mehrere schweizerische Pässe, die auf einen anderen Ra- men lauteten. Am Mittwoch war er in Brüssel eingetroffen und in einem großen Hotel beim Rordbahnhof abgestiegen. Der Revolver war modernster Konstruktion und enthielt im Augenblick der Verhaftung noch vier unabgefeuerte Kugeln.
Derosa, der seither seinen Wohnsitz in Paris hatte, in Wirklichkeit aber nicht dort wohnte, hat sich zur Ausführung seines Anschlags nach Belgien begeben. Er hat, wie er angibt, von vornherein damit gerechnet, daß anläßlich des Besuches des Kronprinzen die Bahnhöfe in Brüssel unter besonders scharfer Heber- wachung stehen. Deshalb begab er sich zunächst nach Antwerpen, wo er sich möglichst verborgen hielt, und ist er st gestern abend inBrüsseleingetroffen.woerdie Rächt in einem Hotel am Rordbahnhof verbrachte. Er erklärte, er sei Mitglied der Zweiten Internationale, und es sei ihm eine Gewisfenspflicht gewesen, den Kronprinzen von Italien zu töten. Derosa besah einen Schweizer Paß, der aber bereits abgelaufen war. Der Paß ist auch von der polizeilichen Kontrolle in dem
Die Besprechungen Doumergues.
Paris, 24.0kl. (WB.) Der Präsident der Republik hat die Besprechungen zur Lösung der Krise fortgesetzt. Lr empfing den Senator L h a u - mel, den Abg. Franklin Bouillon, den Vorsitzenden der Linksrepublikaner, Abg. Sybille, und den sozialistischen Abg. Leon Blum. Franklin Bouillon erklärle beim Verlassen des Lly- sees, er habe im Auftrag seiner Fraktion dem Prä- sidenlen der Republik mitgeteilt, daß sie ihr Vertrauen nicht einem Ministerium schenken werde, das nicht in zwei Punkten ausreichende Garantien biete, nämlich 1. in der Frage der Räumung der dritten Rheinlandzone ohne ausreichende Garantien, und 2. hinsichtlich der Abtrennung des Problems der drillen Rheinlandzone von der Saar frage. Sybille erklärte, keine Fraktion Hal in der Kammer eine Mehrheil. Keine kann also ihr Programm ohne Zugeständnisse durchsetzen. Jede Fraktion mutz jetzt sagen, mit welcher anderen Fraktion sie eine solide Regierungsmehrheit
Zuge nach Brüssel beanstandet worden, und Derosa hat deshalb einen Strafbetrag entrichten müssen. Man hat ihn Weiterreisen lassen, da er über französische Ausweispapiere verfügte, die vollkommen in Ordnung waren und den Inhaber auch Auslandbehörden gegenüber legitimierten.
Römische Morgcnblätter teilen mit, datz Derosa in Turin gewesen sei und dort revolutionären antinationalen Verbänden angehört habe. Als er wegen seiner antinationaten Tätigkeit zur Rede gestellt worden sei, sei er bald darauf, da er ein guter Skiläufer war, gelegentlich einer Skitour bei Dardonecchia über die Grenze gegangen.
Eine zweite Verhaftung.
Brüssel, 24. Oft. (WTB.) Kurz nach dem Attentat auf den Kronprinzen Umberto ist ein zweiter Italiener namens Louis dePas- cole unter dem Verdacht, an dem Attentat beteiligt gewesen zu sein, verhaftet worden. Derosa und de Pascole sollen durch das Los entschieden haben, wer von ihnen den Schuh auf den Kronprinzen abgeben sollte. Pascole (nach einer anderen Lesart Pasquali), der dann wieder freigelassen worden war, ist abermals verhaftet worden. Er soll Derosa einige Minuten vor dem Attentat Zeichen gemacht haben.
zu bilden bereit wäre. Um dies vorzubereiten, werde er, Sybille, eine Fraktionssihung der Linksrepubti- faner einberufen.
Der Präsident der Republik Halle noch den Abg. Danielen von der radikalen Linken empfangen, der beim verlassen des Elyfees erklärte, man müsse außenpolitisch die Fortsetzung der bisherigen Politik fordern. Die Abstimmung selbst weise auf eine Orientierung nach links hin. — L6on Blum erklärte beim Verlassen des Elysees: Wer auch mit der Bildung der Regierung betraut werden möge, die sozialistische Partei ist bereit, die Initiative zu ergreifen -und die Leitung der Regierung zu übernehmen. \
Sie Radikalen
für ein reines Kabinett der Linken.
Ter Parteitag in Reims.
Paris, 24. Okt. (WB.) Heute mittag wurde in Reims der Radikale Parteitag eröffnet. Der Vorsitzende, Abg. D a l a d i e r, be
Saladin der kommende Mm in Frankreich-
Oer Führer berCRahifolett wird vermutlich heute mit der Kabinettsbildung betraut.
sei, in denen sich keinerlei Dokumente, die auch nur irgendwie einen politischen oder amtlichen Charakter tragen, befinden.
Hindenburg und das Volksbegehren.
Eine Erklärnng des Reichspräsidenten.
Berlin, 24.0kl. (DB.) In einer Unterhaltung, die der Herr Reichspräsident heule mit dem deutschnalionalen Reichskagsabgeordneten Sch m i d l (Hannover) hatte, erklärte der Herr Reichspräsident auf eine Anfrage: Er stehe nach wie vor dem Volks- begehren als solchem in voller Neutralität und Ueberparteilichkeit gegenüber. An dieser seiner grundsätzlichen Haltung, wie er sie in seinem Schreiben an den Reichskanzler vom 16. d. M. bargelegt habe, ändere auch die Aeutzerung nichts, die er in seiner Besprechung mit dem Reichskanzler am IS. b. M. getan habe.
Am 6. November Bekanntgabe des Ergebnisses des Volksbegehrens.
Berlin, 24. Oft. (Privatrncld.) Die Wahlleiter der einzelnen Wahlkreise im Reich sind angewiesen worden, bis zum 6. Rovern ber die Zahl der Eintragungen für das Volksbegehren in ihren Wahlkreisen dem Reichswahlleiter mitzuteilen. Bei der schwierigen Art der Listenaufstellung, die in den einzelnen Gemeinden einzeln gezählt werden müssen, wird es er st an diesem Tage möglich sein, das vorläufige amtliche Ergebnis der Eintragungen bekanntzugeben.
Vom Amt suspendiert.
Berlin, 24. Oft. Reichsfinanzminister Dr. Hilferding hat den nationalsozialistischen Regierungsrat Dr. Fabricius vom Landesfinanzamt Berlin mit sofortiger Wirkung vom Amt suspendiert. Auf Anordnung der Reichsregierung war ein Teil des Aufrufs des Reichsausschusses der Deutschen Vvlkspartei als „Strese- manns Vermächtnis" in den Dienstgebäu-
den angeschlagen worden. Dr. Fabricius hat diesen Anschlag abgerissen und der Aufforderung des Präsidenten des Landesfinanz- amtes, das Plakat wieder anzubringen, zunächst keine Sokfc geleistet. Sein Briefwechsel mit seinem Vorgesetzten über den Vorfall hat dem Reichsfinanzminister Veranlassung gegeben, Dr. Fabricius sofort seines Amtes zu entheben. Außerdem schwebt gegen Dr. Fabricius ein Disziplinarverfahren wegen Angriffe auf die Reichsregierung in völkischen Blättern.
Weitere Haftentlassungen in der Sprengstoffaffäre.
Berlin, 24. Oft. (WTB.) In der Voruntersuchung wegen der Sprengstoffattentate ist heute eine weitere Gruppe von Angeschuldigten, die sog. Ruhrgruppe, Anton Groh und Kurt Rudorf, aus der Hast entlassen worden, da bei dem jetzigen Stand der Untersuchung zwar ein Tatverdacht auch jetzt noch besteht, aber sowohl Verdunkelungsgefahr, wie Fluchtverdacht nicht mehr begründet erscheinen. Bei dem Angeklagten Fritz Rehling, bei dem stärkere Der- dachtsgründe vorliegen, ist die Freilassung von einer Sicherheitsleistung von 30 000 Mk. abhängig gemacht worden.
Oer Reichslandbund zur Absahkrise auf dem Kartoffelmarkt.
Angesichts der auf höchste gestiegenenKartoffel- absahkrise hat der Reichslandbund eine besondere Kommission eingesetzt mit dem Auftrage, die Durchführung der von dem Reichsernährungsminister bereits im August dieses Iahres vorgeschlagenen innerwirtschaftlichen Maßnahmen zur Behebung der Kartoffelabsahnot, die im wesentlichen die iährliche Bereitstellung von 7 Millionen Mark auf die Dauer von 5 Iahren erfordern, in besonderer Weise vorzubereiten und voran- zutreiben. Oekonomierat S ch i f t a n, ein landwirtschaftlich führendes Mitglied der Deutschen Volkspartei und ein hervorragender Sachver
ständiger auf dem Gebiet der Kartoffelwirtschaft, hat den Vorsitz dieser Kommission übernommen.
Schulfragen im Finanzausschuß des Hessischen Landtags.
Darmstadt, 24. Oft. (Wolffs Im Finanzausschuß ergab sich zunächst eine längere Debatte über einen Antrag der Abg. Böhm (dntl.) und Dr. Werner (fraktionslos) über neue Amtsbezeichnungen der an den Volksschulen tätigen Lehrkräfte. Die Regierung erklärte, datz sie an eine solche Reuordnung jetzt nicht Herangehen wolle, sondern erst dann, wenn gleichlaufende im Reich und den anderen Ländern abschlutzreif seien. Mit neun gegen drei Stimmen angenommen wurde ein Antrag Reiber (Dem.), wonach die Regierung vorbehaltlich einer endgültigen Regelung die Lehrer in den Besoldungsgruppen 4a und 4b die Amtsbezeichnung Oberlehrer erhalten können. Aögelehnt wurde ein Antrag der Kommunisten auf allgemeine Einführung der Schulspeisung an den hessischen Volks- und Fortbildungsschulen. Ein deutsch- nationaler Antrag auf Einführung einer besonderen Betriebs st euer für Warenhäuser wird durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt. Die Regierung sagt darin, datz in dem Gewerbesteuergeseh bereits die Einführung einer Filialsteuer den Gemeinden gestattet ist, und datz die Erhebung einer solchen staatlichen Detriebssteuer einen Eingriff in die Finanzquellen der Gemeinden darstellen würde.
Eine längere Auseinandersetzung entspann sich über den Antrag der Deutschen Volkspartei gegen die Schulgelderhöhung an den höheren Schulen. Ein Teil der Ausschuß- mitglieder lehnte die Erhöhung direkt ab, ein anderer Teil trat für Vertagung der Beratungen ein. Dieser Dertagungsantrag Lux (Soz.) wurde schlietzlich mit acht gegen fünf Stimmen angenommen, so datz also die Beratungen in der Sache zurückgestellt werden. Gegen die ^Vertagung stimmten die Deutsche Volks- Partei, Zentrum und Demokraten. Mit dieser Entscheidung bleibt also die Schulgelderhöhung zunächst noch in Kraft.
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ütrede Gießen-Gelnhausen uoerksverzeichnis und Plan ;t.(j während der Frist von admng ab zur Einsichtnahme M sind schriftlich wahrend r vorzubringen.
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Ur. 25’ Erster Blatt
179. Jahrgang
Zreitag, 25. (Moder 1929
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Ernste Sorgen um Fürst Bülow.
LinneucrLchlaganfall -TerFürstbewutzilos
Ro m, 24. Oft. (TU.) In dem Befinden des ehemaligen Reichskanzlers Fürsten Bülow ist am Donnerstag eine Verschlechterung eingelrelen, «die zu ernsten Befürchtungen Anlaß gibt. Von den tehandelnden Aerzten, den Professoren Razzari «nd M a ch i a f a o a , dem Leibarzt des Papstes, mird mitgeteilt, daß sich am Donnerstag eine herz- Lähmung mit heftigen Atembeschwerve n eingestellt habe. Im Laufe des Rachmittags hat Fürst Bülow dasBewußtfeinverloren rind bis zum Abend nicht wieder erlangt In der Villa Malta wird nicht mehr mit dem Aufkommen des Fürsten gerechnet. Entgegen den bestimmten Ableugnungen, die in den letzten Tagen aus der Umgebung des Fürsten der Presse mitgeteilt wurden, liegt nunmehr ein von Professor Razzari gezeichneter Bericht vor, nach dem Fürst Biiloro bereits am 15. d. M. einen Gehirnschlag ni i t Lähmung der rechten Seite erlitten hat. Gestern wurde Fürst Bülow von einem neuen Schlaganfall betroffen, der eine Lähmung verschiedener innerer Organe verursachte. Man befürchtet, ber Kranke werde die Rächt nicht überleben. Die Llerzte, die nächsten Anverwandten und Mitglieder ber deutschen Botschaft find ständig um das Krankenleger versammelt.
Der Ektarekskandat.
Urkundenfälschung im Gefängnis? Einleitung von Disziplinarverfahren.
Berlin, 25. Okt. (WB.) Gegen die Gebrüder Sklarek ist in der letzten Woche der Verdacht auf« N taucht, Urkunden im Gefängnis verfälscht zu haben. Ende voriger Woche wurde eine Persönlichkeit vernommen, die mit den Sllareks i^sellschaftlich viel verkehrte, bei ihnen auch An- ziige gekauft hat und zum engeren Kreise der Hrcunbe der Sklareks gehörte. Diese Persönlichkeit mußte auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft ebenso wie andere Zeugen oder Beschuldigte Quittungen über 'Anzüge oder andere Sachen beibringen, die in der KVG. verkauft, in Wirklichkeit aber von anderen Firmen her gestellt waren. Einige dieser Quittungen, bic der Staatsanwaltschaft und den mit der Unter- srichungsbehörde zusammenarbeitenden Polizeikom- niiffaren vorgelegt waren, trugen das Ausstel- l ii n g s d a t u m 1 927. Bei der Staatsanwaltschaft fr litte man den Verdacht, daß die Quittungen nicht oor zwei Jahren, sondern vielleicht e r ft in aller- I etzter Zeit hergestellt worden sind. Es ent- dcljt nun die Frage, wie es möglich gewesen wäre, -mttungsformulare der KVG. in das Unter- uchungsgefängnis hineinzubringen unb die Dokumente mit der Unterschrift der Gebrüder Sklarek wieder herauszuschmuggeln, so daß sie dann an die betreffende Persönlichkeit weitergeleitet werden konnten. Nach Informationen einer Korrespondenz handelt es sich tum die Quittungen, die ber Bürgermeister Schnei- foe r der Staatsanwaltschaft auf ihr Verlangen vor- gelegt hat und die tatsächlich auf das Jahr 1927 lnilsgestellt sind. Sollte die Angelegenheit ergeben, toiifj hier eine spätere Datierung vorgenommen öorben ist, so mürbe die Sache für alle Beteiligten con folgenschwerster Bedeutung fein.
Der Oberpräsident hat gegen den Stadt- Bimmerer Dr. Lange, den Stabtrat Dusch, die Stadtbankdirektoren Dr. Lehmann und Z e tj e I Las förmliche Disziplinarverfahren cirrgelcitet. Ferner hat der Oberpräsident Len Magistrat Berlin ersucht, einen Beschluß der sNdtischen Körperschaften herbeizuführen, wodurch Cie drei Stadtverordneten Rosenthal, Mühlmann und Dunge aus dem Kreditausschuß Ber Stadtbank abberufen werden. Sämtliche Maßnahmen beruhen auf Feststellungen, daß die Genannten bei der Kreditgewährung an die Zirma Sklarek nicht die pflichtgemäße Sorgfalt bei der Wahrnehmung der ihnen übertragenen Aufgaben beobachtet haben.
Ein ganz gewöhnlicher Diebstahl.
Keine Spionage in der französischen Botschaft in Berlin.
2 erltn, 25. Okt. (Priv.-Tel.) Zu der Mel- Bung des Berliner Korrespondenten des Pariser Woumal", datz die Diebstahlsaffäre in der französisch en Botschaft in Berlin in Wahrheit eine Spivnageafsare sei, wird Ber ..B. Z." von der französischen Botschaft in □erlitt erklärt, daß es sich keinesfalls auch mu r im entferntesten um eine Spionagean- Mlegencheit bei dem Diebstahl in ber französi- ioqcn Botschaft gehandelt habe. Im Gegenteil foitten die letzten Feststellungen des Berliner Krimina.kommissars Busdorf vor wenigen Tagen c'geben, daß es sich nicht einmal, wie ursprünglich angenommen wurde, um einen RacheAkt des r iffitoek Portiers gegen den russischen Chauf- s«ur 8er französischen Botschaft gehandelt' habe, s-ndern um einen ganz gewöhnlichen Diebstahl. Der Portier, der russische Oberst Michailow, habe, wie feststande, mit den Sch m u ck g e g e n st ä n d e n über die Grenze fliehen wollen.
Im übrigen weist die französische Botschaft darauf hin, datz der Diebstahl indenPrivat- r i u m e n des Botschafters ausgeführt worden


