Ausgabe 
25.3.1929
 
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'XV

irtschast.

Etwas leichtere Geldmarktlage.

Grundtendenz bleibt gespannt.

Am Geldmarkt ist nach der Abwicklung des Medio eine gewisse Beruhigung und Erleichterung eingetreten, die allerdings nur am Tagesgelümarkt und beim Wonatsgeld deutlich in Erscheinung trat. Die Bereitstellungen für den bevorstehenden Wärz-Ultimo hatten, da der März-Ultimo in diesem Jahre mit dem Quartals-Ultimo zusammenfällt und daher be­sondere Vorsorge am Platze war. bereits in der ersten Monatshälfte einen solchen Umfang an­genommen, daß kurz nach dem Medio eine ge­wisse Uebersättigung eintrat, die dem Tagesgeld­markt in der abgelaufenen Derichtswoche zugute gekommen ist. Selbst der große Bedarf für den rheinischen Zahltag am 20. d. M. machte sich nicht wie sonst fühlbar, da er glatt befriedigt werden konnte. Abgesehen von der entlastenden Wirkung der am Tagesgcldmarkt vorübergehend ausgeliehenen Gelder aus ter Ul^imcfinarzierung ist auch dadurch eine Gelderleichterung eingetreten, daß die Gelddispositionen des Rei­ches in der B^richtswoche den Markt nicht mehr b e l a st e t haben, nachdem sie durch die bekannten Bereinbarungen mit den Großbanken über Gewährung eines größeren Kontokorrent­kredites ihren Abschluß gefunden hotten. Es dürfte mit neuen Geldausleihungen des Reichs für die allernächste Zeit, entgegen anders lauten­den Meldungen, nicht zu rechnen ein. Die Ent­spannung am Tagesgeldmarkt hat sich auch auf Monatsgeld übertragen, ohne daß allerdings eine Ermäßigung der Sähe trotz reichlichen An­gebots eingetreten wäre.

Die cingetretene Gelderleichterung ist aber nur eine bedingte, und man darf sich nicht darüber täuschen, daß die Grundten­denz des Geldmarktes nach wie vor auf An­spannung hindeutet. Dies beweist die Lage am Privatdiskontmarkt. Das große An­gebot in der Vorberichtswoche hat zwar nach­gelassen, aber nach wie vor ist ein starkes An­gebot vorhanden, dessen Verkauf jedoch zurück- gehalten wird, weil man weiß, daß dann der Scch für Privatdiskonten sofort auf den offiziellen Satz anziehen würde. Infolgedessen warten die Privatdiskontabgeber die Lage ab, und es ist damit zu rechnen, daß die Reichsbank zum Ultimo stark in Anspruch genommen werden wird, aüch von dieser Seite.

Was den Ultimo anbelangt, so ist mit einer glatten Abwicklung zu rechnen, schon des­wegen, well die Vorbereitungen, wie oben ge­sagt, recht umfangreiche waren. Es wgre jedoch falsch, wollte man annehmen, daß nach glatter Abwicklung des Märzultimo ün April eine rasche Entspannung am Geldmarkt eintreten wird. Dagegen sprechen zunächst die Anforderungen für Steuerzahlungen, die Anfang Aprll an den Geldmarkt gestellt werden. Erst nach dem 10. Aprll wird man mit einer Zunahme des Geldangebots rechnen können. Hinzu kommt, daß die Saisonansprüche der Wirtschaft, besonders der Landwirtschaft und des Baugewer­bes, sich bemerkbar machen werden. Der Geld­bedarf der Landwirtschaft und des Baugewerbes ist bisher trotz der günstigeren Willerungsver- hältnisse iwch nicht stark in Erscheinung getre­ten. well erst nach und nach die Belebung nach der langen Zeit des Frostes um sich greift. Ratürlich wird es darauf ankommen, wie weit und in welchem Grade die sich aus dem Rück­gang der Konjunktur ergebenden Entspannungs­momente den Druck aus den geschllderten An­sprüchen für Aprll am Geldmarkt auffangen.

Die internationale Geldmarktlage bleibt nach wie vor ungeklärt, die in Reuhork am Medio eingetretene Geldflüssigkeit hat in­zwischen wieder einer erheblichen Anspannung Platz machen müssen: ob Amerika ohne eine Diskonterhöhung seine Kreditverhältnisse ordnen kann, ist zweifelhaft, so daß Überraschungen möglich sind.

Diskonterhöhung der Niederländischen Bank.

A m st e r d a m , 23. März. Die Niederlän­dische Bank hat ihren Diskontsatz von 4,5 auf 5,5 d. 5). erhöht.

preußische Elektriziiäis-A.-G.

Der Geschäftsbericht der Preußischen Elektrizitäts-A. -G. schildert die gort» schritte, die in der K o n z e n t r a t i o n s - und Demarkationsbewegung der deutschen Elektrizllätswirtschaft unter maßgeblicher Mit­wirkung dieses Unternehmens erzielt werden konn­ten. Die Aktiengesellschaft Sächsische Werke, die

Gesellschaft für elektrische Unternehmungen, und die Württembergische Landeselettrizlläts-A.-G. haben ihren Beitritt zu der Aktiengesell­schaft für deutsche Elektrizitäts- Wirtschaft erklärt, die die Vereinigung aller führenden Unternehmungen der deutschen Elek­trizitätswirtschaft erstrebt. Die Preußische Elek- trizitäts-A.-G. selbst förderte die Verständigungs­bewegung durch Abkommen, die sie mit der Bahernwerk-A.-G., der Vereinigten Elektrizitäts­werke Westfalen, G. m. b. H., der Aktiengesellschaft Sächsische Werke, der Thüringischen Landes-Elek­trizitätsversorgung 21.-®. (Thüringen-Werk), und der Elektrizitätswerk-älnterelbe-A.-G., Altona, traf.

Für den Ausbau der eigenen Erzeu­gungsanlagen der Preußischen Elektri- zitäts-A.-G., wurde besondere Sorge getragen. Das Kraftwerk Hemfurth II, an der Edertalsperre, mit 13 000 Kilowatt kam im Laufe des Jahres 1928 in Betrieb. Ebenso wurden im Laufe des Jahres die Erweiterungen des Kraftwerks 2lhlem bei Hannover um 12 000 Kilowatt und des Kraft­werks Borken um 20 000 Kilowatt durchgeführt.

Zur Deckung des mit dem umfangreichen Dau- Programm verbundenen Geldbedarfs wurde im Geschäftsjahr 1928 eine 6prozentige Ausland- ailleihe von 1,2 Millionen Pfund ausgenommen, der im laufenden Geschäftsjahre 1929 eine zweite Tranche von 4 Mill.onen Dollar folgte.

Die Gewinn- und Derlustrechnung der Preußischen Clektrizitäts-A.-G. schließt nach Zuweisung von 4,1 Millionen Mark an den Er­neuerungsfonds mit einem Reingewinn von 4.3 Millionen Mark ab, von denen 4 Millionen Mark, gleich 5 Prozent, als Dividende auf das 2lktienkapital von 80 Millionen Mark aus- geschüttet werden. 150 000 Mk. werdendem Fonds für soziale Zwecke zugewiesen, 100 000 Mk. als Gewinnvortrag auf neue Rechnung übertragen. Der Betriebsüberschuß von rund 10,5 Millionen Mark entfällt etwa im Verhältnis 3:7 auf Einnahme aus den Beteiligungen und sonstige Einnahmen. Trotz ungünstiger Wasser- verhclltnifse weist das Ergebnis der Betriebe eine wesenlliche Verbesserung gegenüber dem Vor­jahre auf.

Das Geschäftsergebnis zeigt, daß eine erhöhte Wirtschaftlichkeit des Unternehmens erzielt wer­den tonnte, und rechtfertigt die 2lnnahme, daß auch in dem nächsten Jahre befriedigende Er­trägnisse erwartet werden können.

Hamburg-Amerika-Linie.

In der stark besuchten Generalversammlung der Hamburg-Amerika-Linie waren vertreten 132 692 100 Mk. Stammaktien und 1 370 000 Mk. Vorzugsaktien. Zum Punkt B i - lanz, Gewinn- und Vertu st rechnung kam eine ganze Reihe Opponenten zum Wort, die im wesentlichen übereinstimmend die Er­mäßigung der Dividenden und ferner die Be­handlung der Frage der Freigabegelder be­mängelten und verschiedenllich auch 2luskunft über einzelne Bilanzposten verlangten. Rach län­geren Diskussionen gab der Vorsitzende, von S ch i n ck e l. namens der Verwaltung die Er­klärung ab. daß aus dem Ergebnis des Geschäftsjahres auch nicht das Ge­ringste versteckt worden ist. Es sei der Verwaltung daher unbegreiflich, daß die Aktio­näre glaubten, mehr Dividende erhalten zu können. Der einzige Posten, aus dem mehr Divi­dende möglich Ware, seien die Abschreibungen. Im Hinblick auf die neuen Erfindungen und Ver­besserungen technischer Art würde jedoch eine Gesellschaft wie die Hapag die Erneuerung ihrer Flotte aus Abschreibungen bestreiten. Was die Verhandlungen in Amerika wegen der Frei­gabegelder anbelange, so könne man zwar hoffen und vermuten, welche Entschädigung ein­mal gezahlt und nach welchen Prinzipien sie errechnet werden wird, ober nichts Genaues wissen. Es sei deshalb nicht denkbar, daß die Verwaltung unter diesen Umständen im voraus bestimmte Zusagen machen könne. Zum Schluß bat der Vorsitzende die Herren, die den Antrag auf Ausschüttung einer 8prozentigcn Dividende gestellt hatten, diesen Antrag genau in der Rich­tung zu formulieren, woraus die erhöhten Sum­men verteilt werden sollten, lieber die Dar­legungen des Vorsitzenden entspann sich erneut eine ausgedehnte Diskussion. Schließlich folgte die Abstimmung über den vorliegenden Abschluß, der die Verteilung einer. Dividende von 7 Prozent vorsieht. Die Vorschläge der 2kr- Wallung und der 2lbschluß wurden mit 368 581 (davon 314 581 Stimmen mit 94 374 000 Mark Stammaktienkapital und 54 000 Stimmen mit 1 370 000 Mk. Vorzugskapital) gegen 119 504 Stimmen mit 35 851 000 Mk. Stammaktienkapital der Opposition genehmigt.

* Die am tliche Großhandelsinder­ziffer. Die auf den Stichtag des 20. Mär; berechnete Großhandelsinöexziffer des Statisti­schen Reichsamts ist mit 139,3 gegenüber der Vorwoche (139,9) um 0,4 v. H. zurückgegangen. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 1,6 v. H. auf 132,9 (135,0) ge­sunken. Die Indexziffer für Kolonialwaren war mit 125,4 unverändert. Die Indexziffer der in­dustriellen Rohstoffe und Halbwaren ist um 0,4 v. H. auf 134,5 (134,0) gestiegen, während die­jenige für industrielle Fertigwaren mit 158,0 keine Oberänderung aufweist.

'Wiesbaden tritt derSüdwestdeut- schen Gas - A. - G. bei. Rach einstimmigem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung ist die Stadt Wiesbaden ebenfalls der Südwest- deutschen Gos-A.-G. beigetreten. Die Beteiligung beträgt 10 Prozent gleich 100 000 Mk. Es sind nunmehr der Südwestdeutschen Gas-A.-G. bei­getreten die Frankfurter Gasgesellschaft, die Städte Mannheim, Karlsruhe, Ludwigshafen. Heidelberg, Pforzheim, Hanau, Wiesbaden und die Provinz Hessen-Rassau.

* Vom Kupferblechsyndikat. Der Ent­wicklung der Marktlage entsprechend hat die Ver- kaufstellc des Äupferblechsyndikats Kassel den Grund­preis für Kupferblechfabrikate mit Wirkung vom 23. März auf 290 Mark festgesetzt.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 25. März. Tendenz: unsicher. Die überraschende Diskont­erhöhung der Riede rländischenDank, die schwache Reuhorker Börse vom Samstag und der zu erwartende Lohnkonflikt im Ruhrbergbau riefen zu Beginn der neuen Woche eine allge­meine Unsicherheit hervor. Die Tendenz war schwächer, und das Geschäft bewegte sich in bescheidenen Grenzen, doch nahm auf dem er­mäßigten Kursniveau, da auch verschiedentlich wieder Orders Vorlagen, die Spekulation ganz vereinzelte Deckungen vor. Im allgemeinen ver­hielt sie sich jedoch sehr zurückhaltend, nahm teil­weise auch Abgaben vor, so daß die Verluste später noch zunahmen. Auch der heutige Liqui- dationstag mahnte zur Vorsicht. Gegenüber der Samstagschlußbörse gingen die Verluste durch­schnittlich bis zu 3 Prozent. Vereinzelte Werte überschritten sogar noch diese Grenze. Stark angeboten waren vor allem Svenska, die weitere 8 Mk. einbüßten. Auch A.E.G. verloren 3,75 Prozent, Schuckert minus 2 Prozent, Siemens minus 1,5 Prozent. Okur für Bergmann bestand bei höherem Kurse einiges Interesse. Auch Glanzstoff verloren bei etwas erheblicherem Angebot 5 Prozent. I.-G.-Farben lagen 1,60 Prozent und Scheideanstalt 1,5 Pro­zent schwächer. Holzverkohlung blieben behauptet. Von Zellstoffwerten büßten Waldhof 1 Prozent ein, während Aschaffenburger gehalten blieben. Am Montanmarkt waren die Verluste gering, Rheinstahl gaben 2 Prozent nach. Für Rheinische Braunkohlen bestand dagegen recht lebhafte Rach­frage, da hier das Ausfallen jeglicher Feier­schichten eine 2lnregung bot. Zur ersten Rotiz gewann dieses Papier 4,27 Prozent. Am Banken­markt verloren Berliner Handelsgesellschaft 2.5 Prozent, Metallbank 2.25 Prozent. Bei den übri­gen Werten betrugen die Rückgänge nur bis 1 Pro­zent. Aschersleben minus 2 Prvz. Westeregeln gut behauptet. Autoaktien uneinheitlich Kleyer 1,25 Prozent höher, Daimler gaben dagegen 1,25 Proz. nach. R. S. U. behauptet. Einiges Interesse be­stand noch für Zement Heidelberg. Karstadt und Deutsche Linoleum dagegen 2,5 Proz. schwächer. Ailleihen ohne nennenswertes Geschäft. Ablö- sungsschuld und von 2lusländern Türken leicht gedrückt. Schutzgebiete weiter etwas erhöht. Im Verlaufe war das Geschäft sehr ft UI, bei wei­teren Abgaben gingen die Kurse gegenüber dem Anfang erneut brs 1 Proz. zurück. Schuckert sogar 2 Proz. schwächer. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5.5 Proz. etwas gesucht. Geld über Ultimo 7,5 bis 8,5 Proz. Am Devisenarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2148, gegen Pfund 20,460, gegen Paris 124,23. London gegen Kabel 4,2148. gegen Mailand 92,75. gegen Holland 12,1113.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 25. März. In der neuen Woche verkehrte der hiesige Produktenmarkt in flauer Haltung. Die schwächeren Auslandnotie­rungen drückten auf die Stimmung und Umsätze kamen daher nur in bescheidenem Umfange zu­stande. Obwohl das Angebot noch immer verhält­nismäßig gering war, traten Abschwächungen bis zu 0,25 Mark ein. Stärker angeboten war vor allem Brotgetreide. Auch am Futtennittel- markt war großes Angebot in Mais für Futter- zwecke vorhanden, bei einem Verluste bis zu 0,50 Mark. Das Mehlgeschäft war nach wie vor schleppend. Es wurden notiert: Weizen 23,75 bis 24; Roggen 23,75, Sommergerste für Drau-

zivecke 24, Hafer, inländischer, 24,25 bis 2450: Mais (gelb) 23.50, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 33 bis 33,75, Roggenmehl 30,25 bis 31,50, Weizenkleie 14 bis 14,10, Roggenkleic 15,25 Erbsen 35 bis 60, Linsen 65 bis 118. Heu, süd­deutsches, 14 bis 14.75, Weizen und Roggenstroh. drahtgepreht 5,75 bis 6. Weizen- und Roggen­stroh, gebündelt 4,80 bis 5.25, Treber, getrocknet 21,50 Mark. Tendenz: Flau.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M.. 25. März. Auftrieb. 1587 Rinder (darunter 374 Ochsen, 85 Bullen 663 Kühe, 420 Färsen), 256 Kälber. 139 Schafe. 6531 Schweine. Es wurden notiert: Rinder (Ochsen): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 55 bis 59 Mk., (ältere 1 50 bis 54; sonstige vollfleischige (jüngere) 45 bis 49: (Bullen): jüngere, vollfleischrge, höchsten Schlachtwerts 50 bis 53; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 45 bis 49; (Kühe): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 42 bis 47; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 37 bis 41: fleischige 33 bis 36; gering genährte 25 bis 32; (Färsen Kalbinnen, Iungrinder): voll- fleischige. ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 55 bis 59; vollfleischige 50 bis 54; fleischige 45 bis 49. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 79 bis 83: mittlere Mast- und Saugkälber 73 bis 78: geringe Kälber 65 bis 72. Schweine: Fett­schweine über 300 Pfund Lebendgewicht 76 bis 78; vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 76 bis 79: von etwa 160 bis 240 Pfund 77 bis 80; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 75 bis 78 Mk. - W a r k t v e r l a u f: Rinder ruhig, nahezu ausvertauft. Schweine ruhig, geringer Ueberstand. Kälber und Schafe lebhaft, geräumt.

Büchertisch.

j Ottokar Ianetschek: Der Rax­könig. Leinen 4.50 Wk. Amalthea-Verlaa. Wien (42). Seitdem die Raxschwebebahn Tau­sende bequem in eine Höhe von 2000 Mrter emporträgt. um den Lufthungrigen die köstliche Frische des Hochgebirges und bad gesundheits­spendende Licht der Höhensonne zu schenken, ist es überaus lebendig geworden m der einstmals so einsamen Bergwell der Rax. Vordem waren es die wagemutigen Hochtouristen, die die Reize des vielgestaltigen Berges den Menschen er­schlossen. Aber auch sie hatten kühne Wegbereiter: jene einfachen Holzknechte, die vor mehr als hun­dert Jahren in das unwegsame, urwaldwilde Raxgebiet zum ersten Male eindrangen und mit den primitivsten Mitteln, bloß von der Macht des Glaubens an ihren Gott und an ihre Sen­dung geleitet, eine kulturhistorische Tat voll­brachten, die im neuesten Romane von Ottokar Ianetschek dichterische Würdigung fand. Icme- tscheks Roman hat das gewaltige steinerne Haupt der Rax mit dem Glorienschein menschlicher Heldenaröße umwoben. Geister vergangener Zei­ten sind in den Zinnen und Schrofen der Rax lebendig geworden unZ> die Wässer der Dargwelt wissen zu erzählen von ihrem Schwemmeister Huebmer, lispelnd und raunend an sonnigen Ta­gen, rauschend und dröhnend, wenn der Föhn im Frühling das Eis der Berge bricht und die un­geheure Flut der Schmelzwässer durch daS Höllental tobt.

Dr. Hans F. K. Günther: Rassen­geschichte des hellenischen und des römischen Volkes. Mit einem Anhang: Hellenische und römische Köpfe nordischer Rasse. Mit 147 Abbildungen im Text und auf Tafeln. München, I. F. Lehmanns Verlag. In Leinen 8 Mark. (719) (Seit Spengler den Untergang des Abendlandes auf ein Altwerden, auf ein Er­schöpfen der kulturellen Leistungsfähigkeit seiner Völker zurückzuführen suchte, ist die Anteilnahme an der Geschichte des Altertums viel größer ge­worden. Günther behauptet, die Erschöpfung der Schaffenskraft, das Altwerden der Völker sei letzten Endes nichts anderes als eine Verände­rung der rassischen Zusammensetzung, ein Empor­kommen anderer Schichten, die nicht im Stande sind, die in der Blütezeit geschaffene Kultur auf derselben Höhe weiterzuführen. Günther schildert die Kämpfe zwischen Patriziern und Plebejern nicht nur als Stände» und Klassenkämpfe, son­dern deckt ihre blutbedingten Ursachen aus. Ties ergreifend und gerade für die heutige Zeit er­schütternd wirken seine Darlegungen über den Untergang von Sparta, Athen und Rom, der seiner^ Ansicht nach überall ähnliche Gründe hatte: Verstädterung, Wohlleben, dadurch verursacht Ge­burtenbeschränkung und Ehescheu, Rückgang der führenden Schichten, Zerrüttung des Bauernstan­des und Durchsetzung der Bevölkerung mit mor­genländischer Einwanderung.

Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse

130,5

129,5

Danknoten.

171.5

135

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 6,5 Prozent,

7,5

135,5

321

12

lu

10

10

9

V'

10

6 io

10

10

8

12

8

10

225.5

199

2 sh

10

. t . 9

. 5 , 6 11

137,25

320

120,75 141

143,5 228

200

286,5

176,75

167,75 172

175,25

171

136.25

319,75 I

Ille Bergbau ..... Hlödnermeite . . . . Kölu-Neuelleu. .... Manuesmcmu..... ManSfelder......

Cbeddikt (Hfenb. Bedarf Oberfcklel. Roltroede .

141,75 i

143,75

227,5

199,75

285

176,25 j

. ä 3.4

. 6 . 8

130,75 '

193 ;

Berg manu.....

Clettt. Lieferungen. , Licht und Kraft gelten & Guilleaume < Ges. f. Gletrt. Untern., Hamb. Eleltr. Werte , Rhein. Glettr. . . . , Schief. Eleltr. . . . , Schuckert......

Siemens & Halste . < Trausradio . . . . , Lahmetzer L To.. . ,

Buderus......

Deutsche Erdul . . , Weiter Steintahle . . Geljeutirchener . . , Haroener......

Hoesch Eilen. . . . ,

- 166,5

120,9 119,13

166,75 | 166,25

172 "

Rheinische Brauntohlen Rheinstahl f.

Riebeck Montan . . . Bereinigte Stahiw. . Otavi Minen ... Sali Aschersleben . . ft<ili Westeregeln . . . Kaliwert Salzdetfurth

3- ®. Farben.Jnvuftrte Tnnamü Nobel . . . Zchelve anstall.... Goldschmidt .... RütgerSwerte .... Metallgeielllchaft. . .

Devi.enmarkt Berlin - Frankfurt c M.

Telegraphische Auszahlung.

tOlfl. Deutsche Eilenbahn . vambura-Amerila Palet . Hamb.-Südam. Dampssch.

Hansa Dampsschiss . .

Storddeutscher Llohd . .

Allg. Deutsche Creditanst. . Barmer Banloerein - - Berliner HandelvgeseUsch. . Lommcrz- und Prioat-Bant Darmst. u. Rationalbanl Deutsche Bant DiStonto-Gesellickaft flnL. Dresdner Bant Mitteldeutsche Ereditbau! . Metallbank.......

vieichrboitk......

. 8 1"

. 8 10 10 12 11

. 7 . 9

. S . 7

. 6

141,5

143

227

199

284

175.5

granlfun a. M.

Berlin

Schluß-

(MUK-

Schluß-

Anfang

flute

Kurs

flute

Kurs

Datum

23.3.

25.3.

23-3.

25.3.

5% Dt. Reichsanleihe o. 1927 .

Dt. Anl.»Ablöi.-Schuld mit LluS

Ö7,4

87,5

los.-Rechten

53,85

53,7

53,9

53,9

TeSgl. ohne AuSws^Reck'te .

7% grants. Hyp.-Bl Goldpf. un-

12,8

12,65

12,9

12,5

kündbar bis 1932

4 %% Rheinische Hyp.-Baut Liau.

90

Gvldps.

LE.G. aba. DorlriegS-Obligation

81,25

rückzahlbar 1933

89

-

4% Schweiz. BunveSb.-Anl..

4% Oesterretchische Goldrte.. .

___

4,90% Ceilen. Silberne. . .

2,9

_

_

4% Oesterreich, einheitl. Rie.

__

4% Ungarische Goldrte.

.

24,8

24,8

4% Ungarische Staatär. v. 1910

21,4

4'/i% desgl. von 1913

_

_

4% Ungarische Kroneurte.. .

2,05

2,05

4% Türk. Hollanleihe v. 1911

4% Türtnche Bagdadbahn-Anl.

11,13

11,13

Serie 1

_

10,5

_

4% deSgl. Serie 11 .

4% Rumänen convert. Rie. . .

10,75

10.75

_

4VJ% Rumänen öolbanL von 1919

19,1

19

grankfuri a M.

Benin

Schluß. Kurs

I Uh» Kur,

Schluß. SIUM

Ansong

Kurs

Datum

23-3.

25.3.

23.3.

25.3.

Franstun o M.

Berlin

Schluß- Kur,

> Uhr- Kur-

Schuh!Anfong. flute I Kur'

Datum

23.3.

25-3.

23.3.

25 3.

Phtuvv Pv^mann ....... Heidelberger Cemeni.... 10 Gement Karlstadt ...... S Wayß 4 Freitag ...... 10 Schultheis Patzenhofer ... 15 Oilwerte........12

Ben Glan-stoff......18

Bembcrg...... 14

Zellstoff Waldhof.....12

Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 7 Dessauer Gas........8

Daimler Motoren ...... 0 Demag . ....... 0

Adlerwerte Kleber ...... 6

Ludw. Loewe ....... 10 Rat. Automobil ....... 0 Crenftein & Koppel . .... 5 Leonhard Tietz ...... 6 Bamag-Meauin ....... 0

Franlf. Maschinen ...... 6 Gritzner...... 11

Heylioenstaedl ...... .0 Iunghan-,. . .....4

Lechwerte. . ........ 8 Mainkraftwerte ....... 8 Mag..........10

Netarsulmer ........ 8 BeterS Union . .......8 Gcbr. Roeder . ...... 10 Loigt 4 Haesfner ...... 8 Südd. Zucker ........8

129,5

144,5

175

130

264,9

188,25

56,5

53,5

65

89,25

72

115,25

119

23

108

110

147

145

263,25

188,25

55,25

54,75

23

129

123,75

288,5 239 445 385 264

189.25

120,5

220,75

56 52,5

55

223 30,65 88.75

287

66,9 87,9

72,5

144

22,5 108

213 147

127,5

288,5

443

380

263,25

120

220

56,5

52

52,13

30,75

98

288

143,5

Berlin 23. März

Geld

Brief

Französische 'Jloten.....

oollandiiche Noten......

italienische Noten......

16,47

16.53

168,28

22,18

168,96

22,26

Norwegische Noten......

Deutsch-Oesterr.i 100 .Kronen

112,08

112,52

59,00

59/00

Rumänische Noten......

2,00

2,00

Schwedische Noten......

112.18

112,62

Schweizer Noten.......

81.01

81,33

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten ..

64,21

12,445

64,49

12,505

Ungarische Noten ...

73,00

73,00

176

175,25

176

176

222,5

223

223,75

224

171,5

171,5

172,25

218

217,5

215,9

145.65

144.5

145,5

145

236,5

234,5

234

149,25

148.5

167

168,5

168,75

214,5

213.6

235

233

234,75

233,5

395

393,5

395,25

392.13

160

160

170,75

-

171

170.5

78,5

78,25

78

78,9

124,5

124

124

127,75

126

130,75

129.5

130,75

130

137,5

137

136,75

138

124

122,5

210

-

210

211

106,65

-

106

105.75

122,5

122

113,5

113,25

114,75

114

132

132,5

132.9

87,75

87,75

106,13

106,25

94,5

93.5

94.4

293,25

298

295

300

127

125

125,75

125

144

145

144

92.75

92,13

72,65

91,9

73

72

71,75

224.5

222,5

224

223.75

230

230

230,25

231

343,5

342

338

252,25

250,6

252

251,5

117.75

171,5

170

91.5

90,5

91,25

91.9

93,75

93

93.5

93,13

196

23- M n

25- März

Amtliche Notierung

Geld i Brie'

Amtliche Notierung

Geld i Pr>

21 UHL- Ron. Bu> n-AireS Brss.-Antw- Thristiania. .Kopenhagen Stockholm . HelnngforL- Italien. . London- . . Neuyork . . Paris.... Schwei; . . Sva iien . Japan . . . Rio de fttnt Wien in D-- CefL ab gelt Prag - . . - Äcl»rad - - Budapest. . Bul arten Lissabon . Danzig. . . Konst nrin. Athen. . . Ganaba Urn uat) . Cairo . . .

168,63 1,770

58,455 112,28 112,25 112.46 10,589 22,055 20,437 4,2105 16,445 81.005

63.69 1.871 1.499

59,195 12,478

7,397 73,37 3,041 18,83 81,71 2,065 5,455 4,183 4,266

20,965

168,97 1.774

58.575 112,50 112,47 112.63 10.609 22,095 20,477 4.2185 16,485 81.165

63,81 1,875 0,501

59,315 12,498

7,411 73,51

3,047 18,87

81,87 2,069

5,465 4,191

4,274

21,005

168,83 1,769

58.465 112,27

112,21

112.43 10,591

22,05 20,44

4,2110

16.455 81,01 63,82 1,878

0,4985

59,20 12,481

7,395 73,34

3.041

18,84

81,735 2,063

5,45 4,196 4.276 20.96

169.17 1.771

58,585 112,49 112,43 112,65

10,611

22,09

20,18

4,2190

16.495

81,17

63.94

1.882

0,5005

59,32 12,501

7.409

73,48

3.047

18,88

81,895

2.067

5.46

4.204

4.284

21,00

Berlin, 23. März

Geld

«riet

.'murtlantiwe Noie».....

Belgische Noten ........

Dänische Noten. .......

Englische Dolen........

4.204"

58,00

112,03

20,435

4,224

58,00

112,47

20,515