Ausgabe 
25.3.1929
 
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werbe, um sich nach der Lateran-Basilika zu begeben. Entgegen früheren Angaben soll dieser erste Besuch der römischen Grzbasilika nicht deren formelle Besitzergreifung bedeuten, sondern ausschließlich einer stillen Andacht in der Mutterkirche aller katholischen Gotteshäuser und der Bischofskirche des PapsteS dienen.

Oie Wahlen in Italien.

Am zehnten Jahrestag des FasziSmuS.

A o m. 24. März. (WTB.) Der zehnte Jah­restag der Gründung faszistischer Verbände wurde gestern in ganz Italien festlich begangen. In vielen Städten wiesen die Vertreter der Be­hörden und der faszistischen Partei in Ansprachen auf die Bedeutung des Tages hin und forderten im Hinblick auf öic heutigen Wahlen die Be­völkerung auf, durch ihre Abstimmung der Zu- stimmung au dem von der faszistischen Staatsordnung vollendeten Werke Ausdruck zu geben. Die öffentlichen Gebäude und Privathäuser hatten die italienische Trikolore ge­hißt und am Abend illuminiert. 3n Rom herrschte den ganzen Tag ein festlich bewegtes Treiben. Auf dem Colonna-Platz hielt der Sekretär der faszistischen Partei, T u r a t i, vor Tausenden von Schwarzhemden und einer ungeheuren Volks­menge eine Ansprache, in der er der Verehrung für Mussolini Ausdruck gab.

Aach einer Meldung derAgenzia Stefani" vollzogen sich die Wahlen im ganzen König­reich unter großer Begeisterung der Bevölkerung. Hervorragende Persönlichkeiten aller Berufsstände machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch, unter ihnen der Kronprinz, Musso­lini, Generalsekretär Turati, die Kardinäle, Bischöfe und der gesamte Klerrrs, die Veteranen des Weltkrieges und die Kriegsbeschädigten. Die Besatzungen der Dampfer, die sich auf hoher See befanden, verliehen auf telegraphischem Wege ihrer Anhänglichkeit an das Regime des Duce Ausdruck. Die Wahlbeteiligung betrug bis 4 Uhr nachmittags 80, 90 und in einigen Bezirken sogar 95 Proz. der eingetragenen Wähler. In vielen Ortschaften begaben sich die Bauern und Arbeiter in geschlossenem Zuge mit Musikkapellen und mit wehenden Fahnen zu den Wahllokalen. In einigen Gemeinden mußten die Bürgermeister Listen auflegen, in denen sich die Aichtberechttgten eintrugen, um ihrer Loyalität gegenüber der Regierung Ausdruck zu verleihen.

DieTrauerseierfürRarsHallFoch

Aufbahrung unter dem Triumphbogen.

Paris, 24. März. (Telun.) Am Sonntag- 1 vormittag erfolgte im Beisein des Verteidigungs­ministers P a i n l e v 6 die Ueberführung der Leiche des Marschalls Foch aus seiner Wohnung zum Triumphbogen. Schon seit den frühen Morgenstunden waren die angrenzenden Straßen von einer großen Menschenmenge angefüllt. Un­ter den Klängen der Marseillaise wurde der von der Trikolore bedeckte Sarg auf die Lafette ge­hoben, die von Generalstabsoffizieren mit gezoge­nen Degen begleitet wurde. Die Witwe und -die beiden Töchter des Verstorbenen nahmen mit dem General W e y g a n d in einem Wagen Platz. Der Zug wurde von Kavallerie-Abteilun­gen eröffnet. Unter dem Triumphbogen, wo das Grab des unbekannten Soldaten mit zahlreichen Blumenspenden geschmückt ist, fand die Lafette mit dem Sarge inmitten von vier Kandelabern Aufstellung. Am Kopfende liegt die Standarte des Marschalls. Dann begann der Vorbeimarsch der ungeheuren Menschenmenge. Auf Bitten der Witwe Fochs wird der Sarg bereits am Sonn­tagabend in die Aotre Dame-Kirche überführt werden.

General Sarrail gestorben.

Paris, 23. März. (WTB.) General S a r r a i l ehemalige Oberkommandierende der Orientarmee, ist in seiner Pariser Wohnung im Alter von 73 Jahren gestorben. General Sarrail führte während der Marne-Schlacht eine Armee und erhielt dann den Oberbefehl in den Argonnen, bis er nach den deut­schen Teilerfolgen Ende Juli 1915 des Oberbefehls enthoben und mit dem Oberbefehl im Orient betraut wurde. Dezember 1917 wurde er auch hier abberufen und schließlich April 1918 in die Reserve versetzt. Sarrail gehörte der links­republikanischen Partei an und war u.a. gegen die Ruhrbesetzung aufgetreten. Rach dem Wahlsieg der Linksparteien im Mai 1924 wurde er ohne Altersgrenze wieder in den aktiven Dienststand versetzt und bald darauf an Stelle Weygands zum Oberkommissar in Syrien und zum Ober­befehlshaber der französischen Levantearmee ernannt. Nach der Beschießung von Damaskus wurde er Ende Oktober 1927 vom Kabinett Briand abberufen.

Zuspitzung der Lage in China.

Tschiangkaisckek zur Verteidigung des Staates entschlossen.

Schanghai, 23. März. (Agentur Indo Pacifigue.) Der den, Heere des Marschalls Feng Vusiang angehörende General W e i h i s ch a u beteuert seine Loyalität gegenüber Nanking, läßt aber seine Truppen auf Nanking z u mar­schieren. In Hankau haben die militärischen Behörden die Kulis gezwungen, Munition, Waf­fen und Gepäck zu transportieren. Im Arsenal in Nanyang wird Tag und Nacht an dec Fertig­stellung von Munition gearbeitet. Die Truppen von Wukan unter dem Befehl des Generals Pchschi verfolgen die Degierungstruppen weiter bis über die Honan- und Kiangsi-Grenze hinaus und dringen bereits in die Kiangsi-Provinz ein. Die Mobilisierung der Regierungstruppen er­streckt sich auf mehr als acht Divisionen. Es handelt sich dabei durchweg um ehemalige Trup­pen der ersten Armeegruppe des Generals Tschiangkaischek: der letztere hat sich zum Verteidiger des Staates und der Gesetze der Kuomintang ausrufen lassen. Vermittler be­mühen sich weiter, einen Bruch zu verhüten, aber es schemt dazu bereits zu spät zu sein. Die Regierungstrz^ppen find in die Honan-Pro- vinz eingerückt, dre aufständischen Truppen kon­zentrieren sich um die wichtigsten Städte. Tschiang­kaischek hat erklärt, die Nanking-Regierung sei eine revolutionäre Regierung. Er werde nicht zögern, zu revolutionären Maßnahmen zu schrei­ten, um den Triumph der Grundsätze der Re­volution zu gewährleisten.

Sohn Graf Christian Friedrich teilte dem Untersuchungsrichter mit, daß sein Vater es mit der ehelichen Treue nicht allzu genau genommen habe. Ob diese Bekundung geeignet ist, eine Klä­rung herbeizuführen, ist fraglich. Da eine Klar­heit bisher nicht erreicht ist, hat sich der Ober­staatsanwalt entschlossen, bei den, Regierungs­präsidenten die Aussetzung einer namhaften Be­lohnung zu beantragen.

Drei Krankenschwestern unter Mordverdacht verhaftet.

Drei Krankenschwestern, die am Krankenhaus in Kuttenberg (Böhmen) tätig sind, wurden unter dem Verdachte verhaftet, an dem mut­maßlichen Mord an Dr. Cymbalow und dem Moröanschlag auf Dr. Kral beteiligt zu sein. Bei der mikroskopischen Untersuchung der weihen Mäntel und eines Koffers der Kranken­schwestern wurde derselbe Glas staub entdeckt, den man in den Eingeweiden Dr. Chmbalows ge­funden hatte und auf den man den Tod des Arztes zurückführt. Zwei Wärter sind unter dem gleichen Verdachte verhaftot worden.

verwegener Eisenbahnraub in Polen.

Zwei Banditen schlichen sich in Verklei­dung als Eisenbahnbeomte unter dem Vorwande, notwendige Reparaturen durchzufüh­ren, ,n den Postwagen des PersonenzugeS 5km- blinKrakau ein. Einige Kilometer vor der Station Puetkow überfielen sie plötzlich den Po st beamten, der gerade mit dem Sortie­ren der Briefe und Sendungen beschäftigt war, und warfen ihn aus dem Wagen des Zug es. Dann plünderten sie in aller Gemüts­ruhe die Geldsendungen des Zuges, sprangen mit 130 000 Zloty aus dem fahrenden Zuge und e y t k a m e n im nahen Walde. Der Raub wurde erst in der nächsten Station entdeckt. Eine so­fort entsandte Streife hat bisher kein Ergebnis gehabt. Der aus dem Zuge geworfene Bahn­postbeamte wurde mit schweren Verletzungen in das Hospital von Krakau eingeliefert.

Siebzehn Tote bei einem Eisenbahnunglück in Kanada.

Vei Parry S o und (Ontario) stießen zwei kanadische Schnellzüge in voller Fahrt zusammen. Mehrere Wagen wurden zertrümmert. Die Eisen­bahnkatastrophe hat nach den amtlichen Feststel­lungen eine weitaus höhere Zahl von Opfern gefordert, als zunächst angenommen wurde. S i e b- zehn Personen wurden getötet, fünf schwer verletzt. 5tec Zusammenstoß ereignete sich aus einer eingleisigen Linie und wurde dadurch herbei geführt, daß der eine der Züge, der in einem Ausweichgleis die Vorbei­fahrt des entgegenkommenden Zuges hätte ab- warten müssen, die Fahrt f o r t s e tz t e.

Ein gutes Geschäft.

In H a l l e bot eine junge Frau, die den Sowjet­stern trug und gebrochen russisch sprach, den kommu­nistischen Familien russische Bilderbücher für 1,50 Mark das Stück an. Sie gab an, der Ertrag diene der Weltreoolution und dem Proletariat. Dabei machte sie auch ein gutes Geschäft. Die Käufer aber mußten nachl-er feststellen, daß sie tschechische Fibeln aus der Vorkriegszeit erhalten hatten, auf deren ersten Seite sich das Bild des Kaisers Franz Joseph befand.

Schwindeleien bei einem gemeinnützigen Dauoetein.

3n Düsseldorf wurden drei Vorstandsmit- 9 lieber des gemeinnützigen Bauvereins Bauhilfe für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene und der Geschäftsführer einer Baugesellschaft festgenommen, die vielfach vorbestraft sind und schon mehrfach Konkurs gemacht haben. Sie hat- ten sich durch verschwenderisches Leben verdächtig gemacht. Es wird ihnen zur Last gelegt, kriegs- j beschädigte Bauherren um insgesamt 150 000 bis 180 000 Mark betrogen zu haben, indem sie von Bauunternehmern Provision von 10 bis 15 Prozent nahmen, die zum Schaden der Bau­herren versteckt in den Preis eingerechnet waren. Die drei Vorstandsmitglieder sind geständig.

Bergsturz in Ober-Oesterreich.

3n Schälchen bei Braunau am 3nn riß ein katastrophaler Bergsturz ein Haus zur Hälfte weg. Vier Personen, eine Frau mit drei Kindern im Aller von zwei bis fünf Jahren, sind von den Felsenmasten, die teilweise die Größe kleiner Häuser hatten, verschüttet worden. Es wi-d befürchtet, daß sie den Tod gefunden haben. Eine Person wurde schwer der-

Wo flehen Vir in Hessen?

Minister Leuschner verlangt Ermächtigungen für die Regierung zur Durch­führung ihres Sparprogramms.

Guntersblum, 24. März. Am Sonntag sprach hier Innenminister Leuschner über die politische Lage Hessens. Der Redner betonte zunächst, daß die sozialdemokratische Partei un­ter keinen Lim ständen ihre Zustimmung dazu geben werde, daß die R ä u m u n g des beseht en Gebietes mit neuen La st en erkauft werde, und fuhr dann fort: ®ie R o t der Landwirtschaft, die wir anerkennen, ist eine der ernstesten Sorgen der Regierung. Wir freuen uns des Tages, an dem wir die Möglichkeit haben, der Not der Landwirtschaft, des Handels und Gewerbes und den Lasten, die der Arbeiterstand zu tragen hat, wirksam entgegentreten zu tonnen. Eine solche Möglichkeit besteht aber nur dann, wenn wir inderFrage der Repar ationen wesentliche und grund­sätzliche Erleichterungen zugestanden be­kommen. Die finanzielle Lage des Reiches ist zur Zeit außerordentlich ernst. Die vollen Repa­rationslasten von 2,5 Milliarden, die außeror­dentliche Höhe der Ausgaben für die Arbeits­losen in diesem Winter und das Defizit, das die augenblickliche Regierung von der vorigen zu übernehmen hatte, machen diesen Ernst deut­lich. Die steigende Zahl der Konkurse auch alter, bestrenommierter Firmen ist ein weiteres Zeug­nis dieser Lasten. Wir haben unsere Zustim­mung dazu gegeben, daß die 11 eb ertoei- Jungen an die Länder und Gemeinden um 120 Mill. Mk. gekürzt werden. Eine höhere Summe, 300 Mill. Mk., wie sie von den Deutsch- nationalen und dem Hansabund beantragt wird, halten wir für die Existenz von Ländern und Gemeinden für gefährlich. Würden die Reichs­überweisungen um 120 Mill. Mk. gekürzt, so bedeutet das für Hessen bereits eine We­nigereinnahme ü on 8,5 Mill. Mk.. wo­von das Land 4 Millionen, die Gemeinden 4,5

Mill. Mk. zu tragen haben würden. Bei allem Verständnis für die Nöte des Reichs stehen wir auf dem Standpunkt, daß Länder und Gemein­den einen Anteil der Reichssteuern behalten müssen.

Die Lage in Hessen ist unter diesem Gesichtspunkt nicht rosig. Neben der obengenannten Minder­einnahme erhalten wir eine Mindereinnahme aus der Sondergebäudesteuer von 2 Mlll. Mk. nach einem Beschluß des Landtags, der der Landwirtschaft Erleichterung brachte. Wir haben in diesem Winter 1,2 Mill. Mk. Mehraus­gaben für Erwerbslose gehabt. Dazu kommen Mehrausgaben infolge der neuen vom Reich ausgegangenen und von den Ländern über­nommenen Erhöhungen der Beamten­gehälter. Wenn die hessische Regierung den­noch keinen Etat mit einem Defizit von 20 Mill. Mark, sondern nur von 5,25 Mill. Mk. vorlegt, so ist das ein Ausdruck des Willens zu rück­sichtsloser Sparsamkeit. Wir werden diese rücksichtslose Sparsamkeit mit aller Kraft durchsetzen. Wir werden unsere Pläne und Ziele aber der Oeffentlichkeit ebenso rücksichtslos vor­halten, weil wir es als im Interesse des hessi­schen Volkes liegend halten. Es ist nicht leicht, ein Amtsgericht oder ein Kreisamt aufzulösen. 3n diesem Kapitel haben wir im Landtag noch nie eine Mehrheit bekommen. Das ist vom 2lb- geordnetenstandpunkt auch verständlich, denn kein Abgeordneter dürfte sich wieder daheim sehen lassen, wenn er nicht durchdrückt, daß das Amtsgericht seiner Stadt oder das Kreisamt seines Kreises bestehen bleibt und das eines anderen Kreises aufgelöst wird. Die Regierung muß daher gewisse Ermächtigungen er­halten, um diese Sachen im Interesse des hessischen Volkes durchzuführen.

Amerikanische Küstenwachischiffe versenken einen englischen Schmuggler.

Neuyork, 23.März. (WTB.) Der in Dri- tisch-Honduras beheimatete Schoner2 m a - lone" traf gestern auf der Höhe der Küste von Louisiana mit zwei amerikanischen Küftenwachtfchiffen zusammen, die auf ihm Kontrebande vermuteten und ihn deshalb zum Halten aufforderten. Da das englische Schiff das Signal nicht beachtete, kam es zu einem Gefecht, das mit der Versenkung des Schoners endete. Die ganze Besatzung mit Ausnahme eines schwarzen Matrosen wurde ge­rettet. Die Mannschaft des Schoners ist an Land gebracht worden. Ein Mann der Besatzung wurde durch das Geschühseuer getötet. Nach Aussagen von Mannschaften der Küstenwache hat der Schoner, ehe er feine Operationen in den hiesi­gen Gewässern aufnahm, drei Jahre hin­durch an der Neu-Sngland-Küste einen erfolg­reichen Schmuggel mit geistigen Ge­tränken betrieben. Nach den Berichten der amerikanischen Behörden ist die Beschießung des britischen Schoners innerhalb der Gren­zen der amerikanischen Gericht sb ar- k e i t erfolgt. Nach einer Meldung aus Washing­ton sprach der britische Botschafter, Sir Esme Howard, beim Staatsdepartement vor und er­suchte um sofortigen Bericht über den 2malone"-Fall. Der Botschafter erklärte, er habe weiter keine Kenntnis von der An­gelegenheit als was er aus den Zeitungen er­fahren habe. Der Vorfall könne jedoch eine ernste Bedeutung haben.

Sparmaßnahmen Hoovers.

Washington, 22. März. (WB.) Präsident Hoover hat bereits wichtige Entscheidungen zur Schonung feiner Gesundheit und zur Verminderung seiner Amtsausga­ben getroffen. Er hat die täglichen Empfänge von Bürgern zum Händeschütteln von sechs auf gwei Tage herabgesetzt und wird nur bei außer­gewöhnlich wichtigen Anlässen Reden halten. Ferner wird Hoover den von Covlidge beantrag­ten und vom Kongreß auch bewilligten S o m - m ersitz des Weißen Hauses nicht instandseyen, und schließlich hat Hoover heute die Auflegung der PräsidentenjachtMayflower" in einem Trockendock angeordnet, da der Betrieb der Jacht 300 000 Dollar jährlich koste und außer­dem der Marine Personal entziehe.

Bus aller Welt.

Schweres Unwetter

in den amerikanischen Siidftaaten.

In verschiedenen Gegenden der acht Süd­staaten haben Stürme und Wolkenbrüche große Verheerungen angerichtet, die den durch die kürzlichen Ueberschwernmungen verursachten Scha­den noch vergrößert haben. Die Flüsse sind wieder aus den Ufern getreten, und in den östlichen Teilen der Staaten Tennessee und Kentucky haben sich die Gebirgsbäche in reißende Ströme verwandelt und viele Häuser weggeschwemmt. Das Gebirgsdorf Eoal Creek nördlich von Knoxville soll durch einen Wolkenbruch vollständig zerstört worden sein. In Gloster sind fünf Häuser von einem Orkan in Trüm­mer gelegt worden. Dabei wurden drei Personen getötet. Auch in Millport in Alabama wurde durch einen mit heftigen Regengüssen verbundenen Sturm eine Reihe Gebäude zerstört. Zwei Kinder wurden verletzt.

In der Nähe von Rockwood (Tennessee) wurden 2 8 Pfadfinder in einer Blockhütte auf einer kleinen Insel im WhiteCreck-Fluß vom" Hoch- w a s s e r ü b e r r a s ch t. Die Pfadfinder entdeckten das Steigen des Masters erst, als sie durch die Flut überrascht wurden. Sie flüchteten auf das Dach, da ein Durchschwimmen des wißenden Stromes nicht möglich mar. Das Blockhaus wurde plötzlich fortgeristen. Alle 28 Pfadfinder sind ertrunken.

Der Mord aus Iannawih.

Der auf so tragische Weise aus dem Leben ge­schiedene Gras Eberhard zu Stolberg- Wernigerode auf Zannowih ist unter starker Beteiligung aller Devölterungstreife auf dem Friedhof beerdigt worden. Neben zahlreichen Anverwandten und vielen Mitgliedern des schle­sischen Adels gaben sämtliche Ortsvereine mit ihren Fahnen und die Feuerwehr dem Toten das letzte Geleit. Der unter Mordverdacht verhaftete

T letzt. Militär und Gendarmerie sind zur Hilfe­leistung herangezogen worden, Es besteht die Gefahr eines weiteren Bergsturzes.

Die heiraislust hält an.

Die vom Statistischen Reichsamt vorgelegien Ziffern über die Bevölkerungsbewegung im dritten Vierteljahr 1923 zeigen ein weiteres Ansteigen der Eheschließungen. Insgesamt wurden in den ersten neun Monaten des Ilahres 1928 41 58 79 Ehen neu gegründet gegenüber 370 643 int gleichen Zeitraum des Vorjahres also rund 46 000 mehr. Die Heiratsluft hat also auch int vergangenen Jahre weiter angehalten. Auch die Zahl der Lebendgeborenen war mit 92 711 um 4000 höher als im dritten Vierteljahr 1927. Da andererseits die Zunahme der Lebendgeborcnen durch die gleichzeitige Vermehrung der Sterbe­fälle annähernd aufgehoben wurde, war der Geburtenüberschuß im dritten Vierteljahr nut ungefähr ebenso groß wie im gleichen Zeitraum das Jahres 1927. Er betrug 123 989 oder 7,8 auf 1000 Einwohner. Es ist schon wiederholt darauf hingewiesen worden, daß dieser relativ geringe Lleberschuß bei der Eigenart unseres gegenwärtigen Altersaufbaus zu falschen Schlüssen führen kann. Der bekannte Bevolkerungsstatistiker Oberregierungsrat Durgdörser hat erst vor einigen Togen den Nachweis erbracht, daß Wit alles in allem keinen Geburtenüberschuß, son­dern einen Geburtenausfall von 1,5 pro Mille in Deutschland zu verzeichnen haben, so­mit die deutsche Geburtenziffer um rund 10 Proz. hinter dem zur Erhaltung des Bevöllerungs- standes notwendigen Plus zurückbleibt. Es bedarf also erneut der Feststellung, daß Deutsch­land und insbesondere seine Großstädte ihren Bevölkerungsstand nicht mehr auf gleicher Höhe erhalten können. Daran ändert auch die Fest­stellung der erhöhten Eheschließungen nichts. Trotzdem ihre Zahl um etwa 10 Proz. ange­wachsen ist, ist der Geburtenrückgang nicht mehr auszuhalten. Die Bevölkerungsstatistiker sehen daher auch der weiteren bevölkerungspolitischen Entwicklung mit großer Skepsis entgegen.

Ei» losgelöstes Lraktorenrad tötet ein Kind.

Ein seltsamer Unglücksfall hat sich in Neu­kölln abgespielt. Dort löste sich von einem vor­überfahrenden Traktor ein Hinterrad und rollte aus den Bürgersteig in eine Gruppe spie­lender Kinder hinein. Dabei wurde ein acht­jähriges Mädchen von dem viele Zentner schweren Rade erfaßt und getötet.

Ein Berliner Palais soll Hotel werden.

Das Palais Prinz Albrecht in der Wilhelm st raße gegenüber der Kochstraßen­mündung soll ein Hotel werden. 3rt dem Park soll als Ergänzung ein Hochbau von acht Stock­werken für die Zwecke des Gasthauses aufwachsen.

Berliner Börse.

Be r l i n, 25. März. (WTB. Funkspruch.) Nachdem es schon zum Schluß der vorigen Woche auf G-att- stellungen schwächer war, rechnet man im heutigen Frühverkehr eher mit weiteren Kursrückgängen. D s ausgesprochen schwache Neuyork, die Überraschende Diskonterhöhung in Holland um 1 v. H. auf 5,5 n S). und der zu erwartende Lohnkonflikt im Ruhrbergin i sind Momente, die im heutigen Verkehr eher zu Ab­gaben führen könnten. Kurse sind vorläufig noch mevt zu hören, da sich, wie immer am Montag, so früh noch kein Geschäft entwickeln konnte. Am Devisen­markt nennt man London gegen Paris 124,24, Lau­don gegen Mailand 92,70, London gegen Spa ien 32,10, London gegen Kabel 4,8540, Kabel g gen Berlin 4,2150.

Oie Wetterlage.

Ü Carunj

Sonntag, 24. MArz 1929 8b mgs.

©wolkenlos ($ neuer. O na'b oedecM. »wolkig, ♦bedeckt

* Schnee a Graupeln b Nebel K Grwitvr.(^)windstille.O* sehr leichte Ost massiger Südsüdwest Q stürmische" 'lordwesl tue Pfeue fliegen mit dem winde. Die beiden Stationen stenenden Zah­len geben die Temperatur a-> oie Linien verbinden Orte mit gleichen, eyf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck

TVctLervor..uc-sage.

Der hohe Druck über Mitteleuropa hat sich ge­halten. Somit kommen die im Nordwesteu lagern­den Tiefdruckstörungen bei uns weniger zur Gel­tung. Wenn auch an der Südseite des Tiefs ozeanii ,<? Luftmassen bis in unser Gebiet eindringen, so wer­den sie doch nur Bewölkung und stellenweise starte Nebelbildung veranlassen. Niederschläge werden taum zu erwarten sein.

Wettervoraussage für Dienstag: Neblig-wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen wcmg verändert, meist trocken.

Wettervoraussage für Mittwoch: Keine wesentliche Aenderung der Wetterlage.

Lufttemperaturen im 24. März: mittags 10,4 Grad Celsius, abends 2,5 Grad; am 25. März: morgens 2 Grad. Maximum 11,1 Grad, Minimum0,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. März: abends 5,1 Grad: am 25. März: morgens 0,8 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 4% Stunden.

Sprechstunden der Redaktion

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