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kmerpvlitischeu ©chutium herauSzukvm- men. fo fällt zunächst einmal das eine auf, daß trotz der pessimistischen Situation überall brr Wille vorhanden ist, neue Wege zu einer neuen und gesunden Volksgemeinschaft zu finden. So erfreulich dieser optimistische Eindruck ist, so wenig darf man sich aber doch verhehlen, dah eben auf der anderen Seite ein Chaos vor­handen ist, das in seinen Rückwirkungen sehr leicht zu einer Katastrophe führen kann, die für Deutschlands Schicksal auf Jahre hinaus in be­denklicher Weise entscheidend sein würde. Aus diesem Grunde ist es ganz besonders notwendig, den neuen Bewegungen und Anregungen, mögen sie vielleicht noch so utopisch sein, das größte In­teresse entgegerrzubringen. Erkennt man doch dar­aus. dah es in Deutschland noch eine ge­sunde Kraft gibt, die sich über die schwie­rige Lage hinwezsetzen w 11. Die Kr ft st ckt selbst­verständlich in der deutschen Jugend, an die ja auch die Reujahrsbotschaft Dr. StresemannS gerichtet war. Hier fördernd einzugre fen, wird deshalb Ehrenpflicht aller verantwortlichen Kreise des Reiches sein.

Oer Dolkstraveriag in Berlin.

Die Feier im Reichstag.

Berlin, 24. Febr. (WTB.) Der Ausschuß für die Festsetzung eines Volkstrauertages ver­anstaltete am heutigen Sonntag zum Gedächtnis der im Weltkrieg Gefallenen eine Reihe von Feiern, die bei starker Beteiligung der Bevölke­rung einen eindrucksvollen Bergauf nahmen. Die offizielle Gedenkfeier des Bvlksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge fand mittags 12 Hfjr im PlenarsihungSsaal des Reichstages statt. Der Saal war stimmungs­voll geschmückt, an den Wänden schwarze Be­hänge und silberne Lorbeerkränze, hinter der Rednertribüne drei riesige silberne Kreuze auf schwarzem Grund und zu beiden Seitn gewaltige Pylonen, aus denen Flammen emporloderten. Im Hintergrund des Saales hatten Bertreter der Gro^-Berliner Studentenschaft mit ihren Fahnen Ausstellung genommen. Hinter dem Rednerpult waren die Feldzeichen der alten Ber­liner Regime nter ausgestellt. Punkt 12 älhr betrat Reichspräsident v. Hindenburg in Begleitung seines Adjutanten, des Oberst­leutnants v. Hindenburg, des Reichsministers des Innern Severing, des Bizevräsidenten des Reichstags v. K a r d o r f f. de« Reichswehr­ministers G r o e n e r . des stellvertretenden Chefs der Heeresleitung, General v. T s ch i t > ch w i h, des Chefs der Marineleitung, Admiral von Roeder, und deS Staatssekretärs v. Schu­bert den Saal. Die Feier wurde mit Beethovens Trauermarsch eröffnet. Der Präsident de« Volks- bundeS Deutsche Kriegsgräb rfür'orge.

Neichsmimster a. O. Or. Geßler wies in einer eindrucksvollen Rede auf die Be­deutung des Tages hin und unterstrich im be­sonderen die überparteiliche Arbeit, die der Bollsbund für Deutsche Kriegsgräber- fürsorge leiste.Dieser Arbeit", so führte der Redner aus.gilt der heutige Tag der Erinnerun­gen, den mit uns nicht nur Hunderttausende im Inland, sondern auch im Ausland begehen. Ueberoll in allen Weltteilen und in allen Meeren glänzen die Sonnenstrahlen auf die Gräber deut­scher Krieger, im Tode vereint mit den Soldaten fremder Rationen, die wie sie für ihr Vaterland gekämpft haben und heute neben ihnen ruhen. Die Instandhaltung dieser Gräber ist eine täglich schwie-iger werdende Aufgabe, der der Deutsche Vo'.lsbunb mit einem Stabe geschulter und eifri­ger Mitarbeiter gerecht zu werden sucht. Wil- iionen, die in der Heimat trauern, wird durch die Verbindung, die mit jedem einzelnen deutsche Grabe hergestellt wird. Trost geschaffen. Aber es geht nicht nur um diese äußeren Dinge, sondern auch um den Trost der Millionen, die in der Heimat an ihren Toten hängen und um sie trauern. Wir wollen aus der Pflege des Gedächt­nisses unserer Toten auch sittliche Werte lebendig erhalten: den Geist der Treue, den Geist der Hin gebung, den Geist des Opfers, ohne die auf die Dauer feine große Sache gedeihen kann. Und eine große und heilige Sache tft die Erstehung des deutschen Volkes zur Freiheit und Gleichberechtigung im Kreise der Völler."

Rach einigen Musikvorträgen fand die Feier mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland­liedes ihren Abschluß. Der Reichspräsident begab sich sodann mit den Herren seiner Be­gleitung durch den HauptauSpang nach dem Platz oer Republik, wo er von der Menge mit begeister­ten Zurufen entgangen wurde. Rach der Ab­nahme derParade des Wachtregiments begab sich der Reichspräsident in sein Palais zurück.

Reichspräsident und Stahlhelm.

B e r I i n , 23. Febr. lPrivattelegramm.) Der Reichspräsident hat heute vormittag, wie angekündigt, die Führer des Stall)clms S e l d t e und Düsterberg empfangen. Der Empfang ist. wie dieVoss. Ztg." wissen will, zurückzu­führen auf ein von Staatssekretär Meißner ge­zeichnetes und mit Hindenburgs Autorisation ab- gesandtes Schreiben, in dem von dem Stahlhelm eine Erklärung über die Stahlhelm^Loischciften gefordert toutie. Die Führer desStahlhclms haben darum gebeten, die Antwort auf die Fragen dem Reichspräsidenten mündlich übermitteln zu dürfen.

Die Erwerbslosen im mittel­deutschen draunkohlengeblet.

Eine Erklärung

des Rcichsarbcitsminiftcriums.

Berlin 23. Febr. (WTB.) Das Reichs- anbeil6mlntfteäum teilt zu den Meldungen ver- ichledener Blätter, daß für ein eine Braunkohlen- gruben in Mitteldeutschland Arbeitskräfte zum tBrifetttie r laben nicht in ausreichen­dem Maße gestellt werden konnten, mit: Die Ar- beitSämter haben in allen Fällen sofort den An­forderungen der Gruben entsprochen. Ein TeU der Zugewiesenen hat. wie eS auch sonst brr Zuweisungen an d e Gruben regelmäßig zu beob­achten tft. die Arbeit nicht angetreten oder nach kurzer Zeit niedergelegt. Die bekannten Schwierigkeiten dieser Vermittlung wurden in den ppr ('.egenden Fällen iwch durch die Mchekordenlliche Kälte, d'.t besonders warme Klei­dung erfordert und durch die plötzliche Anforde­

rung größerer Gruppen von Arbeitern vermehrt. Eingcarbeitete Kräfte für das Verladen von Bri­ketts standen meist nicht zur Verfügung. Die erst­malig mit dieser Tätigkeit im Akkordlohn be­schäftigten Kräfte können erfahrungsgemäß nicht die Leistung geübter Arbeiter und daher auch nur einen geringeren Lohn alS diese erziebrn. Rachforderungen nach Arbeitskräften werden durch die Arbeitsämter unver^üg.ich entsprochen. Arbeitern, die die Arbeit unberechtigt ver­weigert oder niedergelegt haben, wird die Ar­beitslosenunterstützung nicht fortgezahlt.

Eröffnung her Reichsunfall­verhütungswoche.

De rlin, 23. Febr. (WB.) In den Kammer- lichtspielcn am Potsdamer Platz wurde heute mittag die vom Verband der Deutschen Derufsgenossenschaften ins Geben ge­rufeneReichSunfallverhütungswoche" (Ruwo) in Anweisenheit von zahlreichen Vertretern staat­licher und städtischer Behörden, Organisationen und Verbänden eröffnet. Rach einer Eröffnungs­ansprache des Vorsitzenden des Verbandes der Deutschen Beruf sgenossens Hasten, Dr. F. A. ©bieder, der u. a. darauf hinwies, daß kaum jemals sich in Deutschland so viele Behörden, Spihenorganisatwncn und Verbände zur frei­willigen Zusammenarbeit für ein br- stimmtes Ziel zusammengefunden hätten, wie in diesem Falle, führte

Reichsarbellsminisker Dlssell

u. a. aus: Ein Aufruf zum Kampf gegen die lin- fallgefahren könne nicht überzeugender begründet werden als durch Zahlen: 24000 Tote jähr­lich in Deutschland infolge von Unfällen, über eine Million Unfallren tenbez eher. Auf zwei Milliarden werde der Kapitalwsrt der Entschädigungen für älnfallfol- gen an Leben und Gesundheit, auf mehr als drei Milliarden der Sachschäden durch Unfälle geschätzt. Die ReichSvcg.erung habe daher gern dem Wunsche entsprochen, den Qlufvuf zur Ruwo zu unterzeichnen. DaS Reichsarbeits­ministerium sei an der Unfallverhütung besonders interessiert, da die staatliche Gewerbeaufsicht und die gesetzliche Unfallversicherung zu fe .nm Auf­gabengebieten gehören. Deren Träger konnten aber keinen vollen Erfolg haben, wenn sie nicht von allen unter st ü h t würden. Auf der Internationalen Ar'eitskonserenz sei das Wort gefallen, daß 75 Prozent aller Unfälle ver­meidbar seien. Daß es der Ruwo gelingen möge, diese Ausgabe der VolkZerziehung der Lösung näherzubringen, sei der aufrichtige Wunsch der Reichsregierung.

Deutsche Studentenschaft und numerus clausus.

Berlin, 25. Febr. (Priv.-Tel.) Der Haudt- ausschuh der Deutschen Studentenschaft hat sich mit den Beschlüssen der Erlanger Studentenschaft bezüglich der Einfüh­rung des numerus clausus an den deut­schen Hochschulen beschäftigt. Er hält das Auf­rollen diefer Frage in den reichsdeutschen Stu­dentenschaften für eine Verletzung der Würz­burger Verfassung der Deutschen Studentenschaft, die die Gefahr einer schweren Er­schütterung des Bestandes der Deut- schenStubentenschaftinsich birgt und hat zur Älärang der verfassungsrechtlichen Seite dieser Frage eine Entscheidung des Spruchhofes der Deutschen Studentenschaft angefordert. Der Hauptauöschuß fordert alle Studentenschaften dringend auf, eine Beschluß­fassung in der numerus-clausus-Frage bis zur Veröffentlichung dieser Entscheidung zu unter­lassen.

Oer Wiener Heimwehrtag.

Neilmngtzloser Verlauf der Kundgebungen.

Wien, 24. Febr. (WB.) Die räumlich getrenn­ten Aufmärsche der Wiener Formationen des fo» zialdemokratifchen Republikanischen Schutzbundes und der Heimwehrverbände zu ihren angekündigtcn Kundgebungen vollzogen sich ohne Reibung. Die Beteiligung war verhältnismäßig gering. Auffallend schwach war die Spalierbildung, was zum Teil auf den starken Frcst heute vormittag waren wieder 8 Grad Äälte, aber auch auf das mangelnde In­teresse des Publikums zurückzuführen fein dürste. Die Kundgebung des Republikanischen Schutzbundes, dessen Ziel der Rachausplatz war, war nach einem Vorbeimarsch vor den Füh- rem der Sozialdemokratischen Partei gegen mittag beendet. Die einzelnen Abteilungen zogen darauf in ihre Bezirke. Auch der Aufmarsch und die Ver- sammluna der Heimwehrverbände im Kremser-Park in Mentling verlies ohne jeden Zwi- schensall. Der Land-cfuhrer der Steierischen Hei­matschutzverbände, Dr. P f r i e m e r, richtete an das Bürgertum, das noch immer saumselig und zaghaft beiseite stehe, die Aufforderung, die Reihen des Heimatschutzes zu verstärken. Der Bundes» sührer der österreichischen Hermatschutzverbände, Dr. Steidle, erklärte, dah fein Wort vom Marsch auf Wien" belächelt worden sei, nun doch zur Tat geworden sei. Der Marsch der Heiinwehren nach Wien habe begonnen. Das sei der beste Be­weis dafür, wie die Heimwehren chre Derspre- chuygen hielten. Wie in diesem Falle würden sie auch in anderen sozialen und politischen Fragen ihre Versprechungen hatten.

Amerika baut einen schwimmenden Flughafen".

Reu york, 24. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die Armstrong Seadrome Development Gesellschaft in Wilmington (Delaware) hat den Bau eines schwim» wenden Flughafens beschlossen. Rach einer Mittel- hing der Gesellschaft Henry I. Gielow, deren In» aenicure von den Erbauern als beratende Fachleute hinzugezogen worden sind, wird mit dem Bau dieses schwimmenden Flughafens sofort begonnen werden. Der Flughafen, der 300 Meilen von der Küste entfernt auf dem halben Wege zwi­schen Neuvork und den Bermudas ver- ankert wird, soll eine Lade» und Enttadcstation für die llebermitUung von Erpretzgut und Post zwischen den Sch ffen und den Flugzeugen barftcUen. Der Flugplatz wird eine Besatzung von 43 Mann er- halten, denen die Sorge für die Flugzeuge, die Be­dienung der Maschinen, die Verwaltung des Hotels und des Restaurants und der drahtlose Lotsendienst für die Flugzeuge obliegen. Heber die Einzel­

beiten des Projektes wird folgendes mitgeteilt: Das Flugfeld soll eine Länge von 1200 Fuß und in der Mitte eine Breite von 400 Fuß, die sich an den beiden Enden auf 200 Fuß ermäßigt, erhalten. 6000 Tonnen Stahl und 2000 Tonnen Eisen sollen für diesen Bau benötigt werden. Besonders konstruierte Bojen werden das Flugfeld auf feinem Plag mit Ketten, deren Gesamtlänge über 21 000 Fuß beträgt, ststhalten. Ferner soll eine besondere Art von Stahl» troffen angebracht werden, derart, daß der Tiefgang des schwimmenden Flughafens etwa 60 Fuß beträgt Durch eine Schotteneinrichtung und hydraulische Ma- schinen soll dem Schwanken des Flugfeldes infolge der Wogen und des Sturmes begegnet werden.

Aus aller Welt.

Schweres Eisenbahnunglück in Dortmund.

Samstagvormittag 10 älhr wurde bei der Ein­fahrt des Personenzuges 1757, der zwischen Wanne und Dortmund verkehrt, auf dem Dortmunder Bahnhof ein Wagen dritter Klasse, der als dritter Wagen im Zuge lief, umgeworfen. Es wurden drei Perso­nen getötet, sieben mehr oder weniger schwer verletzt und 10 leicht verletzt Zu dem ilnglüd werden folgende Einzelheiten bekannt: Bei der Einfahrt des Zuges in den Bahnhof Dortmund begann aus noch nicht festgcstellter Ursache plötz­lich einer der Wagen dritter Klasse zu schlin­gern. Der Insassen der Abteile bemächtigte sich große Angst. Einige Personen sprangen aus dem fahrenden Zuge, während andere sich an den Fenstern und Gepäcknetzen festhielten. Als während der Fahrt bann der Wagen uni­st ü r z t e, gerieten zwei der Herausgesprunge­nen unter den Wagen und wurden z u Tode gequetscht Tie schweren Verletzungen find dadurch entstanden, daß die Reisenden burch- einanberfielen und durch die auf sie fal­lenden Mitreisenden und Gepäckstücke schwere Quetschungen erlitten. Zwei Eifenbahnärzte, die Dahnbehörben und die Polizei waren gleich zur Stelle, ebenso ein Geräte- und ein Mannschafts­wagen. Das Hervorholen der Toten und Ver­letzten aus den Abteilen gestaltete sich sehr schwierig. Teilweise mutzten Sauerstoffgebläse angewandt werden. Bisher kann über die ilt» fache des Anglücks noch nichts gesagt werden. Möglicherweise ist sie in einer Beschädigung des Wagens zu suchen.

In Erwartung des RheinstochwasserS.

An allen kritischen Stellen des DheinlaufeS find in Erwartung von Hochwasser Deiche und Schuhmauern verstärkt und erhöht worden. Loka e Wachtstellen, die die Entwicklung der Lage ununterbrochen beobachten, find in regel­mäßigen Abständen über den ganzen Lauf deS Rheines verteilt. Die Technische Rothilfe, die im Rheinland und in Westfalen über 28 De- reitschaften mit Hunderten von Mi gliedern ver­fügt, hat alle Vorbereitungen für ein Eingreifen gctrofien. Der jetzt ein getretene Eisgang des Rheines gefährdete bei Boppard eine Gruppe von annähernd 100 Personen, die sich auf dem Saumeis tummelten, das sich an beiden Rhein­ufern unterhalb der Eisversetzung an der Loreley gebildet hatte. Unerwartet loste sich eine ge­waltige Eisscholle in einer Länge von 500 und einer Breite von 200 Meter vom Lande und führte die auf dem Eise befindlichen Per­sonen mit sich stromabwärts. ES entstand eine Panik, die die Rettungsarbeiten außerordent­lich erschwerte. Es gelang jedoch, alle Personen zu bergen.

Tragödie auf dem 61».

Als der DampferF r i f i a sich SamStag nachmittag durch das Eis des Rorderneyer ! Hafens eine Fahrtrinne verschafft und das freie Fahrwasser gewonnen hatte, sichtete man I vom Dampfer aus zwei Männer, die sich ! vom Festlande aus auf das Eis deS Wat­tenmeeres begehn hatten. Sie befanden sich mitten im Fahrwasser 1500 Meter vom Hasen entfernt und ver«achten vergeblich, die Insel wieder zu erreichen. Es war unmöglich, den beiden vom Dampfer aus Hilfe zu bringen. Plötzlich setzte dichter Rebel ein und ble auf der Eisscholle Treibenden mußten s t ch lelbst überlassen bleiben. Man hat die beiden am Sonntag morgen nicht mehr ge­sehen.

Reuschnee im Riesengebirge.

Im Riesengel)irge ist neuer starker Schneefall eingetreten. Besonders am Sonntagvormit ag hat es im Tale sehr stark geschneit, auf dem Gebirge ist weniger Schnee gefallen. Die Drm- peratur war im Gebirge und im Tale gleich. Es waren ungefähr 5 Grad Kälte. Die Höhe des Reuschnees beträgt im Tale etwa 12 bis 15 Z nti- meter, auf dem Gebirge dagegen nur etwa 5 Zentimeter. Der Schnee ist sehr gleichmäßig ge­fallen, denn auch auf dem Gebirge herrscht fast Windstille.

Aus der Landstraße erfroren.

In der Nähe von Everingen, Bezirk Magdeburg, wurde ein in den mittleren Jahren stehender Mann erfroren im Straßengraben a u f ge­funden. Wie festgestellt wurde, ist er in der Dunkelheit in den Chausseegraben gestürzt, liegen geblieben und erfroren. Eine Literflasche mit Sprit wurde bei ihm gefunden.

Die Rachforschungen nach Amundsen.

lieber die Aussichten weiterer Nachforschungen nach Amundsen äußerte sich Prof. Samoijle- witsch wie folgt: Auf die Frage:Sind Sie der Ansicht, daß es noch Zweck hat, nach dem Vermißten zu forschen?" antwortete Samoijlewitsch:N a ch Amundsen nicht! Amundsen ist auf immer verloren, das beweisen die Trümmer derLa- tham", die gefunden worden sind. Daß man aber noch Reste der Italia" ober gar der mit dem Luftsch.ff verschwundenen Besatzung der genann­ten Ballongruppe wiederfindet, ist nicht ausgeschlos­sen. Allerdings ist die Hoffnung gering, es ist aber geradezu eine Pflicht, die Nachforschungen fortzusetzen. Auch nach dem im Jahre 1897 "mit einem Freiballon nach der Arktis geflogenen Schwe­den Andree hat man vier Jahre gesucht, bis man endlich Ueberrefte seines Ballons gefunden hat. In Italien hat man bereits für eine Rettungsaktion Mittel bereitgeftettt; vielleicht werde ich mich an der Rettungsaktion beteiligen. Man hat darüber in Ita­lien schon gesprochen, aber der ,Krassin" wirb nicht m i t t u n. Dieses schwere Schiff, das als Be­satzung viele Menschen und viele Kohlen braucht, ist hierzu nicht geeignet Es ist da am Platze, wo es g.lt, in kurzer Zeit und mit aller Kraft einzusetzen und Nachforschungen anzustellen. Die Rachsorschun- gen sind an der Dcst- und Nordwestküfte des FranzHoseph-Landes vorzunehmen. Man wird zwei kleine Flugzeuge, ein Motorboot und Hunde, alles natürlich im Sommer, mitnehmen müssen.

Die Afrikareise de»Graf Zeppelin*.

Der Start deS®raf Zeppelin " zu der großen Mittelmeerfahrt ist für den 24. März an- gesetzt worden. Sollte das Verbot deS liebet» fliegens für irgendein Mittelmeerland bestehen bleiben, so wird dieses Land nicht berührt wer­den. Die voraus ich:ftche Flugstrecke geht übet Fran kreich (die Rhone entlang), Korsika, Italien (Rom), Griechenland. Klein­asien und bann an die Küste Afrikas. Wie das Blatt hierzu weiter erfährt, wird voraus­sichtlich wegen deS Besuches in Aegypten noch eine persönliche Einladung deS Königs Fuad erfolgen.

Beim hockeysplel gelötet.

In Thale am Harz ereignete sich ein bedauer­licher llnglücksfall beim Hockeyspiel der Schüler» riege. Der Torwächter, der einen. Ball zurück­schlagen wollte, geriet mit feinem Schläger unglücklicherweise in bad Auge eines 13- j ädrigen Kameraden und v.rletzt- ihn so schwer, baß bet Knabe besinnungslos zu Boden stürzte. Er ist an ben Folgen biefed Unfalles nach kurzer Zeit gestorben.

Von einem Fünfjährigen erschossen.

In Löningen (Oldenburg) spielte ein fünfjähriger Knabe mit einem gleichaltr.gen Mädchen. Der Junge nahm in einem unbewachten Augenblick ein im Zimmer stehendes Jagdgewehr und sagte zu dem Mädchen:Geh da roc' ich schieße!"" Im gleichen Augenblick ging ein Schuß los und traf das Mädchen in die Brust. Obwohl das Kind sofort ins Krankenhaus gebracht wurde, starb es an den Folgen der Verletzung.

Lebenslängliche Internierung eines Mörder».

Der vom Schwurgericht Magdeburg von der Anklage des Mordes auf Grund des § 51 StGB, freigesprochene Arbeiter Gustav Musche, der im Juni o. I. an feiner Braut einen grauenvollen Lustmord begangen hatte, wurde auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidenten erneut einem ärztlichen Sach, verständigen vorgefühtt, der die absolute Gemein­gefährlichkeit Müsches bestätigte. Daraufhin wurde die lebenslängliche Internierung Müsches in einer Heilanstalt beschlossen. Musche ist bereits nach der ProvinziallandesHeilanstalt in Niedleben bei Halle übergeführt. Der Staatsanwalt hatte, nach­dem er ben Freifpruch beantragt hatte, er­klärt, daß die Staatsanwaltschaft alle Schritte un­ternehmen werde, um die menschliche Gesellschaft vor Musche zu schützen.

Mord aus Rach«.

In Prezier im Kreise Lüchow (Prvv. Sachsen) wurde her 65jährige Landwirt August Schulz beim Füttern der Kühe von einem 40jährigen Wann über fallen und mit einer Gabel tot­geschlagen. Daraus versteckte der Mörder die Leiche unter Stroh. Als die Ehefrau des Schulz in den Stall trat, wurde sie von dem Täter ebenfalls mit einer Gabel über ben Kops geschlagen: sie konnte sich aber auf ben Hof retten. Der Täter konnte gestellt werden. Es ist der erst seit 11 Tagen aus dem Zucht­haus in Brandenburg entlassene Karl Schulz aus Bonese, Kreis Salzwedel. Der Täter, der mit dem Opfer seiner Bluttat nicht ver­wandt ist, äußerte, daß er die Tat auS Rache begangen habe, weil Frau Schulz als Zeugin vor Gericht ungünstig über ihn auSge- f a g t habe. Frau Schulz wurde mit schweren Kopfverletzungen in eine Klinik gebracht.

Die IReffcrlaac.

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Wettervoraussage.

Die erneuten Kaltluftmassen haben bereit- un­seren Bezirk erreicht, so daß die Temperaturen heute morgen wieder etwas unter Rull liegen. In Rorddeutschland hat sich her Frost wieder wesentlich verschärft (Berlin 10 Grab Celsiu-. Swinemünbe 20 Grad Eelsius, Königsberg 14 Grab Celsius). Rur Eübdeutschlano, da- noch im Bereich milder ozeanischer Lust liegt, hat Temperaturen über Rull (München plus 2 Grab Celsius. Karlsruhe plu? 2 Grab Celsius). Das Anhalten der Kaltluftzusuhr führt auch bei uns zu einer Frostzunahme, wobei noch Schnee- fälle auftreten.

Vorhersage für Dienstag: Frost, noch meist wolkig, mit zeitweisen Schneefällen.

Aussichten für Mittwoch: Rachlassen bei: Schneefälle, teils wolkig, teils aufhetternb, noch Zunahme b_S Frostes.

ßufttem peraturen am 24 Februar: mit­tags plus 2,3 Grad Celsius, abends plus 1,3 Grad Celsius: am 25. Februar: morgens minus 3,7 Grad Celsius: Miximum plus 3,4 Grad Celsius, Mini­mum minus 4L Grad Celsius.

Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 24. Februar: abends minus 0>2 Grad Celsius; am 25. Februar: morgens minus 0,5 Grad Celsius. Niederschlag 17,2 Millimeter.

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