Ausgabe 
25.1.1929
 
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Die Veranstaltung verdient auch deshalb beson­deres Interesse, weil die Einladung an deutsche Fechter die erste darstellt, die von französischer Seite ausgesprochen wurde. Als Führer der deutschen Mannschaft wurde Erärath de V a r y (Offenbach) bestimmt.

Wirtschaft.

Weiterer Rückgang der Beschäftigung im Dezember.

Die Beschäftigung der Industrie ist nach dem Wochenbericht 'des Instituts für Kanjunttursor- schung im Dezember beträchtlich zurückgegangen. Der Beschäftigungsgrad stellte sich nach den auf Grund der Gewerkschaftsstatistik durchgeführten Berechnungen im Dezember auf 78,6 v. H. gegen­über 86,5 d. 5). im November. Nicht allein, daß die Jahreszeit die Beschäftigungsmöglichkeiten in den Saisonberufen uenninberl hat, auch in den In­dustriezweigen, in denen die Saisonschwankungen nur eine geringe oder gar keine Rolle spielen, ist die Zahl der vollbeschäftigten Arbeiter im Dezem­ber wesentlich gesunken.

Besonders stark ist die Beschäftigung abge­sehen vom Baugewerbe, in Dem im Dezember nur 49,3 v. H. der Arbeiter vollbeschäftigt waren, gegenüber 81 v. 5). im November in wichtigen Zweigen der Derbrauchsgüterindustrien zurück- gegangen, so in der papierverarbeitenden Industrie, Glas- und Porzellanindustrie. Im ganzen stellt sich die Beschäftigung in den Lerbrauchsgüterindustrien (wenn man die Saisongewerbe nicht cinrechnet), auf 80,6 v. H. gegen 83,7 v. 5). im November. Aber auch in den Produktionsmittelindustrien ist im De­zember ein Rückgang des Tätigkeitsgrads eingetrc- tcn. Don je 100 Mitgliedern der Gewerkschaften waren hier im Dezember (gleichfalls ohne Saison­gewerbe) rund 90 vollbeschäftigt, während es im November rund 92 waren. Der Abstand, der zwi­schen dem Beschäftigunasgrad der beiden Haupt- gruppen der Industrie bisher bestand, hat sich so­mit im Dezember wieder erweitert.

* Von der Frankfurter Börse. Die im amerikanischen Freigabegesstz vorgesehene Ausschlußfrist für die Stellung von Anträgen auf Freigabe der von dem Alien Property Custodian beschlagnahmten Rechte aus den Zer­tifikaten über Baltimore und Ohio Common Shares und Pensylvania läuft am 10. März 1929 in Washington ab. Die Besitzer solcher Shares- Zertisilate, die es versäumen, innerhalb der vorerwähnten Frist ordnungsmäßige Freigabe­anträge bezüglich ihrer Shares-Zertifikate zu stellen, müssen nach dem gegenwärtigen Stand der amerikanischen Gesetzgebung mit dem Verlust aller ihrer Rechte aus ihren Shares-Zertifikaten rechnen. Da die Vorbereitung. Liebersendung und Einreichung der für die Freigabeanträge erfor­derlichen Schriftstücke und Ürfunßcn mehrere Wo­chen in Anspruch nehmen kann, fiuDet eine Vo­tierung obiger Aktien vom 1. Februar 1929 bis auf weiteres nicht statt.

* Verständigung zwischen Preu- ßenkasse und Reichslandbund. Seitens der Preußischen Zencruthenossenschaftskasse und dem Reichslandbund und seinen genossenschaft­lichen Linkernehmungen wird folgendes mitge­teilt: Die zwischen Preuhentasse und dem Reichs­landbund und seinen genossenschaftlichen Linter- nehmungen seit längerer Zeit geführten Verhand­lungen haben zu einer Gesamtverständigung ge­führt. Es ist damit die finanzielle Voraussetzung für die beiderseits erstrebte Vereinheitlichung des gesamten ländlichen Genossenschaftswesens inso­weit geschaffen und die ruhige Abwickelung der Geschäfte der genossenschaftlichen Llnternehmun- gen des Reichslcnrdbundes gewährleistet. Die Ver­einbarungen weräen der Aufsichtsbehörde der Prcuheickasse und den zuständigen Organen des Reichslandbundes und seiner geirossenschaftlichen Llnternehmungcn unverzüglich unterbiete' werden.

*. I.-G.-F arbeninbuftric A.-G Wie WTB - Hcmdelsdienst erfährt, handelt es sich bei der am 31. Januar ftattfinbenben Aufsichtsratssitzung der I.-G.-Farbenindustrie A.-G. nicht um Die Bilanz- fttzung. Auch steht keineswegs die Frage einer Kapi- talerhöhung zur Erörterung.

* Baldur Piano fortefabrik A.-G, Frankfurt a. M. Die Gläubigerversammlung hat gestern gegen zwei Stimmen bei Stimmenthal­tung eines Gläubigers und dem Vorbehalt der Ge­nehmigung für die Zustimmung durch die Firma selbst beschlossen, einen Gläubigerausschuß aus fünf Mitglieder zu wählen, der die' Leitung und lieber wachung des Geschäftes übernimmt und auch dar­über entscheiden soll, ob der Antrag auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens einzureichen ist. Es bleibt dem Gläubigerausschuß überlassen, eine weitere Gläubigeroersammlung einzuberufen.

s frankfurter Börse.

F r a n k f u r t a. M., 25. Jan. Tendenz: abge» j schwächt. Die Aufwärtsbewegung der Kurse an der gestrigen Abendbörse konnte sich zu Beginn des heutigen Marktes nicht fortsetzen. Es machte sich wieder eine große Unsicherheit und Lnst- l o s i g k e i t bemerkbar, da einige vorliegende Wirt­schaftsmeldungen verstimmten und zur Zurückhal­tung mahnten. So übten der schwache Schluß der gestrigen Neuyorker Börse und der Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung, wonach die Bescl)äftigung bei der Industrie im Dezember be­trächtlich' zurückaegangen sei, einen starken Druck aus. Das Geschäft bewegte sich in den aüerengften Grenzen, und das an den Markt kommende Mate­rial, das jedoch keinen größeren Umfang annahm, mußte meist mit Verlusten bis zu 3v.H. abgegeben > werden, da die Aufnahmeunlust der Spekulation i anhielt. Bei vereinzelten Werten bewirkten größere ! Abgaben von außen her größere Rückgänge, die diese Grenze von 3 v. S). sogar überschritten. Die bestehende Orderlosigkeit hatte am Elektromarkt für Siemens einen Verlust von 3 v. H. und für Schuckert einen solchen von 3,5 v. $). zur Folge. Scheideanstalt blieben behauptet, Holzverkohlung konnten eine Kleinigkeit anziehen, während I. G - Farben auf die Meldung, daß bei der am 31. Ja­nuar stattfindenden Aufsichtsratssitzung keineswegs eine Kapitalerhöhung zur Behandlung kommen würde, schwächer lagen. Montanwerte still und bis 1 o. S). niedriger. Harpener waren auf die angeb­liche Dioidendelosigkeit stark angeboten und 4 v. H. schwächer. Autowerte bis 1,25 v. H. nachgebend. Dankwerte uneinheitlich. Für Reichsbank machte sich auf das Gerücht aus Spclulationskreisen von einer Erhöhung der Dividende, lebhaftere Nachfrage mit plus 5 v. H. geltend. Renten still. Schutzgebiete etwas verlangt und geringfügig gebessert. Im Ver­laufe traten die anfänglich verstimmenden Nach­richten ganz in den Hintergrund, und, von Reichs- banfaidcilen ausgehend, die von Auslandseite stark gesucht sein sollen, nahm die Börse ein freund­licheres Aussehen an. Das Geschäft konnte auch zeitweise lebhaftere Formen annehmen. Die an­fänglichen Verluste wurden wieder ausgeglichen, teilweise sogar überschritten. Im Vordergründe stan­den vor allem Reichsbank mit erneut plus 4 v. H. Auch I.-G.-Farben und Clettrowerte waren reger gefragt und bis 3 o. H. erholt. Sonst fielen noch ; Kupferwerte mit Besserungen auf. Am Geldmarkt > war Tagesgeld mit 4,5 v. H. unverändert leicht. Am i Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar - 4,208750, gegen Pfund 20,41, London gegen Kabel 4,8495, gegen Paris 124.08, gegen Madrid 29,69, ! gegen Mailand 92,68, gegen Holland 12,0950.

B. er Böric.

! Berlin, 25. Ian. Die Nachricht von der an- s geblichen Dividendelosigkeit der Harpener-A.-G., die in den an und für sich noch freundlichen Dormit- tagsverlehr schon eine gewisse Unsicherheit gebracht i hatte, stand auch an der Börse im Vordergründe der ! Diskussion, lieber die Richtigkeit dieser Meldung konnten wir an zuständiger Stelle nichts erfahren. Ebenfalls beeinflußte diese Meldung die Kursgestal­tung des Montanmarktes, an dem sich gestern nach­börslich die Börse selbst viel übrig behalten hatte und heute daraufhin wieder zu Glattstellungen bei einigen Werten schritt. Der Beitritt Polens zum internationalen Röhrensyndikat regte den Mannes- mann-Markt etwas an, auch Phönix waren weiter gefragt. Störend wirkte ferner die unregelmäßige Tendenz der Neuyorker Börse, die gestern in un­sicherer Haltung schloß. Mit besonderen Verände­rungen sind Reichsbank mit plus 4,5 o. H. und Deutsche Maschinen mit plus 1,5 v. H. zu nennen. Dagegen verloren Papiere wie A.-G. für Verkehrs­wesen, Hansa Dampfschiff, N.A.G., Gessürel, R.W.E., Kaliaktien, Harpener, Otaoi-Minen, Svenska und Lorenz bis zu 3 v. H. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer behauptet. Anatolier weiter etwas schwächer. Sofia-Stadtanleihe fester. Pfandbriete heufe außerordentlich sreundl.ch. Auch Roggenpfand- ! briefe und Anteile eher gesucht. Der Geldmarkt war ! unverändert leicht. Reportgeld wieder zum üblichen I Säße stärker angeboten. Man rechnet mit 7,75 v. H., ! eine Großbank soll sogar noch 7,5 o. 5) nennen. Die i offizielle Feststellung des Reportgeldsatzes wird für ! heute 1.30 Uhr erwartet. Im Verlaufe ging das J Kursniveau allerdings bei kleinsten Umsätzen um ; Bruchteile eines Prozentes zurück. Das Geschäft ; war im allgemeinen gering, nur in Reichsbank und A. E. G. blieb cs lebhafter. Anscheinend setzten die ! schon gestern hier zu beobachtenden Auslandkciufe \ wieder ein. Im allgemeinen blieb aber die Tendenz , weiter unsicher. Schlesische Zement fielen mit einem 1 Verlust von 3 v. H. besonders auf.

Zranksurt i (iktrciu biiric.

Frankfurt a. M., 25. San. Der Produkten­markt verkehrte heute zum Wochenschluß in stiller Haltung. Die Grundstimmung ist freundlich, je­doch die Käufer find sehr zurückhaltend. Die Auf-

wärfsbewcgung an den amerikanischen Produkten­märkten blieb hier fast ohne Einfluß. Llmsätze waren sehr gering und kamen nur auf gestriger Preislage zustande. Es wurden notiert: 'Weizen 24; Roggen 23,50; Sommergerste für Brauzwecke 24,50 bis 24,75; Hafer, inländischer 23,50 bis 23,75; Mais (gelb) für Futterzwecke 23,50 bis 24; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 33 50 bis 34; Roggenmehl 30,50 bis 31.25; Weizenkleie 14 bis 14.15; Roggenk.'eie 14,75 bis 15. Tendenz: stetig.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 24. Ian. Die etwas schwächer lauten­den Schlußmeldungen dec überseeischen Termin­märkte wirkten für Weizen einigermaßen verstim­mend. dagegen konnte sich heute am Roggenmarkt bei höheren Preisen recht lebhaftes Geschäft ent­wickel. Weizen war bereits gestern nachmittag reichlicher offeriert. Trotz der anfänglichen Festig­keit Chikagos waren gestrige Mittagspveise nicht mehr voll durchzuholen, und auch heute vormittag und zu Dörsenbeginn konnten Llmsätze nur zu etwa 1 Mark niedrigeren Preisen als gestern stattfinden. Im Gegensatz hierzu hat Roggen bei etwa 1 Mark höheren Preisen ziemlich leohaftes Geschäft. Käufer sind sowohl die nur mangelhaft versorgten Mühlen, als auch der Export. Der Lieferungsmarkt bot etwa das gleiche Bild wie das Eftektivgeschäft. Weizen lag etwas schwächer. Roggen in der Maisicht leicht beteiligt. Für Mehl hat sich die Situation kaum verändert. Die Rach- 1 frage ist zwar ziemlich gut zu nennen, die ge­forderten Preise tverden jedoch zumeist nicht be­willigt. Hafer liegt etwa ste!ig. der hiesige Kon-- sum bekundet nur geringes Kaufinteresse. An der Küste bestehl jedoch weiter gute Rachfrage. Gerste nur in seinen Drau- und guten Futterqualiiäten besser beachtet. Mittleres und abfallendes Ma­terial vernachlässigt. Es notierten für je 1000 kg: Weizen. märL, 212 bis 214. März 230 bis 229,50, Mai 240,25 bis 240, Iuli 217 bis 215,75 (schwä­cher); Roggen, märL, 208 bis 210, März 223,50 bis 226, Mai 238 bis 233,50 (stetig). Iuli 233,50 bis 236; Braugerste 218 bis 237; Futtergerste 192 bis 202 (schwach); Hafer, märt., 201 bis 207.

Buntes Allerlei.

Jünf Geschwister vier Jahrhunderte alt

In Lüdersdorf beging eine Frau Für­stenau. geborene Turbier, ihren 90. Geburts­tag. Die Jubilarin ist die älteste von fünf Ge­schwistern. die zusammen das stattliche Allier von 400 Jahren haben. Zwei ihrer Schwestern, die 81jährige Wi.we Wilke und die 77jährige Witwe Roack, wohnen in Lüdersdorf. Die beiden an­deren. die Witwe Benoit (79 Jahre) und der Postschaffner a. D. Turbier (13 Jahre) wohnen in Oberdorf (Marl). Ein Bruder der 400jährigen. der den Todesritl von Marslatour mitmachte, ist schon gestorben.

Itebct 200 0M Mark tohngelder gestohlen.

In der Rächt 3um Mittwoch wurden auf der ZecheKönigsb 0 r n, Schacht II, die dort untergebrachten Lohngelüer in Höhe von über 200 000 Mark, die für die Belegschaften der Zeche Königsborn II, III und IV bestimmt waren, entwendet. Es wurde nur Papiergeld mit­genommen. Als Täler kommt mit größter Wahr­scheinlichkeit der Leiter der Zechen­polizei in Frage, der flüchtig ist. Die Bergarbeiter konnten am Mittwoch morgen nicht abgelöhnt werden.

Kampf mit Räubern in Südslawlen.

In einem Dorfe bei Pozarewatsch kam es zu einem mehrstündigen Kampf zwischen einer Gen­darmerieabteilung und dem Räuberbrüderpaar Barbulowitsch, die sich in einem Hause ver­barrikadiert hatten. Nach ergebnisloser Dela- I gerung der beiden Räuber und nachdem auf Seiten der Belagerer zwei Mann gefallen und ein Gendirm verwundet worden war, kam Militär- verstärkung zu Hilfe. Das Haus der Räuber wurde aus einem kleinkalibrigen Geschütz und einem Maschinengewehr beschossen und schließlich angezündet. Als man die beiden Räuber schon tot in den Flammen glaubte, drangen sie plötzlich rennend aus dem Hause und wurden von den Be­lagerern erschossen.

Ein blinder Passagier auf einem Dampfet halb erfroren.

Bei den Offizieren be-ä DampfersCan- c a ff r i a meldete sich ein 18jähriger junger □Kann aus Winssord (Cheshire), der sich 11 Tage lang in einem Rettungsboot als blinder Passagier verbo. ,en gehalten hatte. Der junge Mann war in einem erbarmunaswerten Zustand. Es waren ihm Hände und Füße er­froren, und er konnte kaum sprechen. Er wird auf demselben Dampfer nach England zurückge­bracht.

Palästina von Heuschrecken bedroht.

Rach einer amt.ichen M.tteilung wird Palä­stina von Heuschrecken bedroht, die in den letzten drei Tagen von Transjordanien her­überkamen. Der Haupt chwarm versuchte, bei der Allenby-Brücke vorzudringen, ein anderer ging vier Meilen östlich von Jericho nieder. Eine mit Gewehren und Flammenwerfern aus­gerüstete Kompagnie vernichtete, von zahlreichen Einwohnern unterstützt. einen Teil des Schwarms. Andere Schwärme wurden bei Hebron und an der Grenze östlich von Derseba gemeldet, die Dort Kamelreilerpatrouillen bewacht wird.

Untergang eines Flußdampsers in Kolumbien.

Rach einem Funkspruch aus Bogota (Kolum­bien) ist auf dem Magdalenen st rom ein Flußdampser infolge einer Kesselexplofton aus - einandergerissen, wobei 20 Perso­nen umgekommen sind. Die ausgesundenen Leichen wiesen schwere Brandwunden auf.

Büchetttsch.

Reues Lesebuch für Berufsschu- l e n. Ausgabe A für die männliche Jugend (6. vollständig neubearbriiete Auflage des Lese­buches für Fortbildungsschulen). Herausgegeben von Berufsschullehrer Friedrich Adam. Gießen. Schulrat Karl Backes, Groß-Serau, Be­rufsschullehrer I. Cronenbold. Woerr- stadt, Berufsschullehrer August Kinsberger, Darmstadt. Stadtschulrat Johannes L 0 e s ch . Darmstadt, Berufsschullehrer Harrs Wichel, Darmstadt. Derussschulral Eugen R e u h. Preis gebunden 3 Mk. Verlag Emil Roth zu Gießen. (810). Die obersten Jahrgänge der Volksschule bilden die abschließende Schule für die Kinder, die nach Vollendung der Schulpflicht in das werktägige Lcben eintreten und ihre weitere Schulung vornehmlich in den Berufsschulen emp­fangen. Dort müssen aber auch, wie schließ­lich in jeder Schule, die Bedürfnisse deS Le­bens berücksichtigt werden, in dem der Be­rufsschüler sich eben befindet. Das Bildungs­bedürfnis der Attersstuse und das Bestreben der Berufsschule, die Gesamtentwicklung des Ju­gendlichen stetig und gleichmäßig, besonders auch nach der Gefühls- und Willensseite, entscheidend zu beeinflussen, muß bei der Auswahl der Bil­dungsgüter maßgebend sein! Gerade diese Zeit des geistigen und körperlichen Wachsens ist be­sonders geeignet, durch überlegene Lehrer- und Erzieherführung, durch Darbietung besonders ausgewählter Bildungsstosse, die Charakterbil­dung im guten Sinne zu sichern! In einer Zeit, in der die Gefahren der Schund- und Schmutz­literatur riesengroß sind, müssen vor allem Lese­stoffe geboten werden, die den Jugendlichen mit einem Wall umgeben zum Schuhe gegen Schund und Schmutz, aber auch Tore und Ausblicke lassen ins sonnige Leben! Es gibt viele Samm­lungen von Lesestoffen für die verschiedensten Altersstufen. Aber nur wenige Lesebücher bie­ten das, was zwingend dem Sonderzweck ent­sprechend geboten werden muß. Das vorliegende Lesebuch für Berufsschulen ist ein Meisterstück; mit größtem Verständnis der Derufsschulauf- gäbe sind die Herausgeber an ihre Aufgabe herangegangen, und was sie geschaffen, ist eine Schatzkammer deutschen Bildungsgules, geeignet für den Unterricht, wertvoll für die Erziehung, und was sehr wichtig ist, interessant, anre­gend und bildend für die jungen Leser! Ein Freund und Führer wird dieses Lesebuch un­seren deutschen Jugens sein und möchte ich dem ausgezeichneten Buch und seinen Lesern einen Vers von Adolf Holst mit auf den Weg geben, den wir im neuen deutschen Jugendfreund im Gedicht: WaS ein deutscher Junge soll! finden:

Do sollt ihr wieghaft durchs Leben gehn, und das Leben, es ist doch groß und schön! Lind wer es zwingt als Kämpfer und Mann, dem füllt es den Decher bis oben an.

So höre, was dir ein Alter sprach! und recke dich hoch und handle danach! Segen schafft es dir sicherlich!

Mein deutscher Junge Gott segne dich?

Fritz Vilh.

Kunst und Wissenschaft.

Geheimrat Professor Dr. Schreiber f.

Wie aus Königsberg gemeldet wird, ist dort der Vertreter des deutschen bürgerlichen und Han­delsrechtes an derAlvertina", Geheimer Regie­rungsrat Pros Dr. Otto Schreiber, nach kurzem schweren Leiden im 47. Lebensjahre gestorben. Seiner Initiative verdankt das Institut für Luft- recht an der Albertus-Unioerfitäl seine Entstehung.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent.

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