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Nr. 21 Drittes Blatt

greitag, 25. Januar 1929

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesfen)

Turnen, Sport und Spiel.

Der Sinn der sportärztlichen I Untersuchung.

Don Dr. Hans Hoste, Arzt an der Deutschen Hochschule für Leidesubungen.

Die meisten Menschen besitzen eine unüber, winoliche Scheu vor dem Arzt, de.llen an allerlei Krankenhausgerüche, verbinden den Gedanken Arzt mit Schmerzen und überhaupt dem Unan- | genehmem So kommt es. daß immer noch eine grobe Anzahl von Menschen erst zum Arzt kommt, wenn bereits erhebliche Kraiüheitserschei- nungcn (Krebs. Tuberkulose. Magen. Darm. Herz ufto.) sich zeigen. Regelmäßige (jährliche) Ge° sundheitsnachprüsungen durch den Arzt würden viel Geld. Stummer und Sorgen ersparen.

Wer sich im alltäglichen Leven zu dieser Maß­nahme nicht verstehen kann, sollte es wenigstens dann vornehmen, wenn er sich einem Sport zu- zuwenden beabsichtigt. Nicht jeder, der im Berufs­leben gesund erscheint, ist es auch wirklich. Jeder Sportneuling muh wissen ganz gleich, welcher Hebung er sich zuwenden will ob er voll­kommen organgesund ist. Cs kommt gar nicht so selten vor. daß jemand einen Herzsehler besitzt, ohne es zu wissen. Das Herz und der gesamte Körper haben sich so diesen veränderten Verhält­nissen angepaßt. daß die Störung ausgeglichen ist und auch bei den alltäglichen Beschäftigungen nicht bemerkbar wird. Werden diesem Organ nun plötzlich Arbeitsleistungen zugemutet, denen es nicht gewachsen ist. so kommt es meist sehr bald zu Störungen des Allgemeinbefindens und der Leistung. Die Feststellung der Erkrankung hat dann das Urteil im Gefolge: Der Sport hat geschadet I Der Arzt wird Menschen mit Organ- seylern wenn sie nicht sehr schwerer Art sind die körperliche Hebung nicht nur gestatten, sondern sogar anempfehlen: denn Kräftigung des Organs kann hier nur nützen. Es kommt nur darauf an. die Arbeitsleistung zu dosieren: Ar­beit und Erholung in Einklang zu bringen.

3m Körper eines Menschen können Krankheiten (Tuberkulose u.a.) schlummern, deren Angriff der Kräftezustand unter den bisherigen Lebens- bedingUn.'en gerade das Gleichgewicht zu halten vermag. Tritt jetzt durch neu auf genommene Lei­besübungen ein starker Reiz und erheblicher Mehrverbrauch an Energie ein, so wird das Kräftegleichgewicht gestört, und die Krankheit tritt in Erscheinung. Die Schuld wird hier eben­falls ganz ohne Grund den Leibesübungen zu- geschoben. Eine rechtzeitige Untersuchung würde in dieser Hinsicht viel Schaden abwe^den.

Schließlich wird der Arzt dem Fragenden die Sportart empfehlen, die für ihn gesundheitlich am zweckmäßigsten ist und, wenn er gesund ist und Wettkampfsport betreiben will, die Hebung nennen, für die er sich am besten eignet.

Das Ergebnis dieser ersten Hntersuchung zeigt ohne weiteres, ob eine spätere Nachprüfung not- I wendig ist oder nicht. Wer irgendeinen Sport trainingsmäßig betreibt, sollte jedenfalls nicht versäumen, sich auf der Höhe des Trainings noch einmal untersuchen zu lassen. Gerade hier sind wichtige Hinweise bezüglich des Gesundheils- wie Leistungszustandes möglich.

Diese Heberlegungen sind von verschiedenen Vereinen schon in die Praxis umgeseht worden.

Sie verlangen von jedem Neuen, daß er sich zu- I nächst untersuchen lasse, und bringen ihre Trat- ningsmannschaft zur ärztlichen Kontrolle. Diese | Einrichtung hat sich sehr bewährt und kann allen Vereinen zum eigenen Schuhe nur Empfohlen werden.

Frauenturnen im Gau Seffen D. T.

-o- Unter Leitung des Gauwartes für das Frauenturnen Nudolf Paul, Gießen, wurde je am Samstagnachmittag und Sonntagvormittag der letzten beiden Wochen ein Lehrgang in der Turnhalle des Männerturnvereins zu Gießen durchgesührt. Die Veranstaltung fand im Nahmen des Turngaues Hessen mit Unterstützung des Mittelrheinkreises bzw. der Deutschen Turner- j schäft statt und diente nicht der Herausarbellung ! von Gipfelleistungen, sondern der turnerischen Erfassung der Mass«. Es konnten zugelassen werden die Leiter und Leiterinnen bzw. Dor­turnerinnen aus den Frauen abtellungen der Turnvereine zu Alsfeld, Anspach i. T.. Bad-Nau­heim (Mtv.). Biedenkopf. Burg-Gemünden. Fried­berg (Tgde). Freienseen. Geiß-Nidda. Gießen (Mlv.), Grünberg. Heuchelheim. Homberg a. d. O., Krofdorf. Lang-Göns. Lauterbach, xua), Mar­burg (T. u. Spv. und Tgde.). Oberbiel. Qckers- hausen, Rauschenberg. Weifenbach. Wetzlar und Wetzlar-Niedergirmes.

Der Gauwart begann die Einführung in den Stoff und seine methodische Verarbeitung mit Ordnungsübungen, die im neuzeillichen Turnbetrieb wesentlich beschränkt nur insoweit zur Schulung kommen, als sie einem unmittelbaren Zweck bei der Aufstellung. Verteilung und Be­wegung von Reihen. Reihenkörpern und Riegen im Raum und in Beziehung zu Geräten zu dienen geeignet und notwendig sind. Ferner erläuterte er durch Auswahl und Durchführung verschie­dener Hebungsgruppen das Wesen und den Wert der Körperschule. Dem Leiter ist hier ein erfreulicher Spielraum für Abwechslung an ein­fachen Hebungen und für den Aufbau sinnge­mäßer Gruppen, auch mit Handgeräten, gegeben mit dem Ziel, den ganzen Körper durchzuarbeiten und damit gleich?e.tig dem Dewegungshunger ent- sprechende Nahrung zu geben; allerdings muß dabei die Hebung selbst, die aus einer vor­bereitenden Ausgangsstellung zur Durchführung kommen soll, und insbesondere die Zahl ihrer Wiederholungen nach Lebensalter und Geschlecht sorgfältig abgestuft werden. 3m sog. Hinder- nlsturnen zeigte er weiter, wie der An­fänger insbesondere an die größeren Geräte h?r- angebracht wird, um allmählich vertraut mit ihnen zu werden. So wurden u. a. mehrere Darren längs und quer gestellt, zunächst lediglich als ein Hindernis angesehen, das irgendwie zu überwinden war, sei es aus dem Weg durch die Holmengasse, sei es durch den Raum über oder unter den Holmen. Dabei ergibt sich ein Anreiz für die Erfindungsgabe der Teilnehmer, der weit über die Gestaltung von Anfangsübungen hinaus allmählich auch beim späteren Geräteturnen der

Riegen für jedes Lebensalter und Geschlecht als ein lustbetonles Element der Abwechslung immer wieder mit Ersolg eingegliedert werden kann. Schließlich hatte der Gauwart noch mehrere Gruppen fein durchgebildeter Stabübungen zu Musik und mannigfaltige Spielsormen mit dem Medizinball übernommen.

Der Abteilungsleiter Ludwig 3 o st von der Turngemeinde Friedberg unterrichtete im Rah­men der Bewegungsschule in den wech­selnden Grundformen des Vorwärts-, Rück­wärts- und Seitwärtsgehens und ihrer mannig­faltigen Abänderungen. Lauf- und Hüps- Übungen entwickelte in reicher Abwechslung neben einer Auswahl von unterhaltenden Hallenspielen der Abteilungsleiter vomTv. Wetzlar, Heinrich Schneider, und teilte^ sich außerdem mit dem Gauwart in das Geräte­turnen an Reck. Barren, P.erd und Schau­kelringen. Die Einübung von Volkstänzen lag in den bewährten Händen von Frl. Luise Schwarz von der Turngemeinde Friedberg, die mit einer Auswahl von einfachen Singtänzen, mehrfach verflochtenen Tänzen zu Paaren und in Tanzkreisen die Freude als einen wesent­lichen Bestandteil jeder Hebungsstunde hrraus- stellte; methodisch gesehen bildet der Volkstanz die belebende Zusammenfassung von Schritt- und Hüpsarten sowie von Hebungen aus der Laus­schule.

Sn einer anschließenden Besprechung zeig­ten sich die Teilnehmer voll befriedigt von den reichen und mannigfaltigen Darbietungen und Anregungen des Lehrgangs, der von gaueignen Lehrkräften durchgesü rt worden r ar. Gauober­turnwart Wilhelm Will (Oieen) wies in einem Schlußwort darauf hin. daß der Auf­wand an Mühe und Kosten sich lohnen möge in der Verwertung des Lehrgutes im Sinne der Deutschen Turnerschaft. Durch ein paar gesellige Stunden fanden die arbeitsreichen Tage ihren 2ll>schluß.

2. Bezirk Gau Hessen O. T.

Am kommenden Sonntagnachmittag findet in der Turnhalle des Turnverein 1846 Gießen eine Zu­sammenkunft der Riegen der älteren Tur­ner zur Besprechung des weiteren turnerischen Uebungsstosfes statt.

Handball der Sp.-Dg. 1900.

5. Um die Sonntage bis zu den noch aus­stehenden Verbandsspielen (gegen V.f.L. Wetz­lar II. und 19JO II.) auszufüllen, ist als weiterer Privatspielgegner für 19035 erste Handballelf die Mannschaft der 2. Kompagnie 3.-R. Io für nächsten Sonntag verpflichtet worden. Die Mlli- tärmannschaften haben tn letzter Zeit recht soudeS Können gezeigt, und auch die Leute von der 2. Kompagnie werden für die Spielvereinigung 1900 ein beachtenswerter, hartnäckiger Gegner sein. Die Platzbesitzer werden gut daran tun, wenn sie ein günstiges Ergebnis erzielen und die Scharte vom vergangenen Sonntag auswetzen wollen, ein in jeder Hinsicht rationelles Spiel vorzuführen. Da die Stürmerreihe in verstärk­ter Besetzung antritt und die einzelnen Posten tn ihr von routinierten Spielern ausgefüllt werden, sollte eigentlich dadurch der größte Teil der not­wendigen Voraussetzungen gegeben sein, ©in knapper Sieg der 1900er dürfte unter normalen Umständen das Wahrscheinliche sein.

Vorher kommt seit langer Zeit wieder ein­mal die Sugenö zu Wort, und zwar stehen sich erste und zweite Mannschaft der Spielveretm- gung 1900 gegenüber. Die Erstklassigen werden keinen allzu hohen Sieg über die zweite Gar­nitur erringen können, da das Spielermatenal beiderseits ziemlich ausgeqlichen^ist.

Die zweite aktive Mannschaft fahrt nach Wetzlar, um gegen die gleiche Elf des D. f. L. das fällige Punktruckspiel auszutragen. Beim Borspiel trennte man sich 1:1. 3n kompletter Aufstellung halten sich auch jetzt noch die Mannschaften die Waage. Da aber am kommenden Sonntag in der Spielvereml- gungsmannschaft mehrfacher Ersatz eingestellt wer­den muß, sind die Aussichten auf Sieg und Punkte recht gering.

Handball im Lahn-Dünsberg-Gau.

Tv. Londorf I Tv. Hesselbach I 1:0 (0:0).

Sn Londorf trafen sich diese Gegner zum fäl­ligen Derbandsspiel, das Londorf verdient mit 10 für sich entscheiden konnte. Londorf war während der ganzen Spieldauer leicht überlegen. Kesselbach verlegte sich von Anfang an sofort auf die Verteidigung, gegen die Londorfs Sturm in der ersten Halbzeit vergebens ansturmte. Sn der zweiten Halbzeit dasselbe Spiel, nur daß Kesselbach vereinzelt durchkam. aber niemals das Tor Londorfs in Gefahr brachte. Das Spiel stand drei Minuten vor Schluß noch 0:0. als es Londorf gelangte, das Siegestor zu schieben. Londorfs Mannschaft lieferte ein gutes Spiel, konnte sich im Sturm allerdings gegen eine so vielbeinige Verteidigung nicht durchsetzen. Der beste Spieler auf dem Platze war zweifellos der I Kesselbacher Tormann, der in diesem Spiel wieder zeigte, daß von ihm noch viel zu erwarten ist. Schiedsrichter Winter. Launsbach. leitete gut.

Das Spiel am nächsten Sonfag.

Kommenden Sonntag treffen sich zum letzten Verbandsspiel K e s s e l b a ch und Kinzenbach in Kinzenbach. Der Ausgang des Spiels ist nicht vorauszusagen, da Kinzenbach voraussichtlich mit Ersatz für zwei ihrer besten Leute antreten muß.

D. f. B.

| Fußballgroßkampf v. f. B. Wetzlarer Sportverein.

Arn nächsten Sonntag hat die L i g a m a n n - schäft auf dem Waldsportplah die Liga des Wetzlarer Sportvereins im Derbands- rückspicl zum Gegner. Sm Lahnkreis mißt man diesem Treffen eine ganz besondere Bedeutung bei, well sich hier die beiden Spitzenmannichas- ten des Kreises Gießen-Wehlar gegenübrrstehen. Wenn es auch lein Kampf um die Führung ist. da V. f. B. diese mit großem Punktvor prung hält, so kann man die Begegnung doch mit Recht als Großkampf bezeichnen, da Wetzlar an zweiter Stelle der Tabelle steht und als einer der wenigen Vereine gilt, der evtl. In der Lage wäre, dem Spitzenführer eine Niederlage beizu­bringen und ihm die ersten Punkte abzunehmen.

Spielkulturell steht der W S.D. der D. f. 03.- Sls. die sich in den letzten Spielen von der besten Seite zeigte, weit nach. Er besitzt jedoch in der Durchschlagslrast seiner gesamten Mannschaft so­wohl. wie in der Härte und Schnelligkeit jedes einzelnen Spielers eine große Stärke. Besonders ist es die Verteidigung, die sich durch diese Eigenschaften au. zeichnet. Das Dor Piel W. S. V. gegen V. f. B. auf dortigem Platz endete mit einem knappen 2:l-0ieg Gießens, wobei aller­dings zu berücksichtigen ist, daß die Bewegungs­pieler damals noch nicht die Spielstärke be­saßen, die sie heute ihr eigen nennen. Smmerhm werden sie sich am nächsten Sonntag gewaltig anstrengen müssen, wenn sie ihren bisher un­unterbrochenen Siegeszug fort'etzen wollen; vor allem muß der Sturm sein ganzes Können aus­bieten, wenn er die vorzügliche Abwehr Wetzlars bezwingen will; aber auch die Läuferreihe und Verteidigung einschl. Tormann der Platzmann­schaft werden bei der harten Spielweise des Gegners und dessen Schnelligkeit vor einer schwe­ren Aufgabe stehen, die sie nur öann löfen können, wenn die Elf von vornherein mit äußer- ter Energie auf Sieg spielt. Sedensglls werden auch die Gäste alles daransetzen, das bedeu­tungsvolle Tressen für sich zu entscheiden und damit den Punktvorsprung des Tabellenersten zu verringern oder wenigstens ein Hnentschieden zu erzwingen. Cs wird zweifellos ein harter Kampf zweier im Spielsystem grundverschiedener, aber in der Spielstarke fast gleichwertiger Gegner wer­den, den V. f. D. unter normalen Voraussetzungen knapp für sich entscheiden sollte.

Dor dem Ligatreffen stehen sich die Liga- reservemannschasten beider Dereine im Derbandsspiel gegenüber. Auch diesem Treffen sieht man mit großer Spannung entgegen, da sein Aus gang von entscheidender Bedeutung für die Meisterschaft der Ligareservemannschasten des Lahnkreises ist. Sn dieser Klasse steht Wetzlar ungeschlagen an erster Stelle, während D.s.B. nur mit zwei Derlustpunkten hinter diesem zu­rücksteht. Gewinnt diesmal die Platzmannschaft, wozu sie ihren bisherigen Leistungen nach in der Lage fein sollte, so steht sie mit ihrem Gegner punktgleich und hätte bann doch noch Aussicht, die Meisterschastssrage zu ihren Gunsten zu lösen. Wenn sie jedoch verliert, scheidet sie als An­wärter auf den Titel aus. Daß unter diesen Umständen beiderseits alles aus sich heraus­gegeben wird, das Tressen für sich zu entscheiden, ist nur natürlich. Sm besten Falle sollte D.f.B. ein knapper Sieg gelingen.

Ebenfalls auf hiesigem Platz trägt die D r 111 e gegen die zweite Mannschaft vom Sportverein L i ch ein fälliges Derbandsspiel aus. Auch in dieser Klasse (1. Gruppe der Gauklasse 2) hat D.f.B. ungeschlagen die Führung inne, und sollte mit dem Gegner deS nächsten Sonntags fertig werden können, dem sie technisch und taktisch überlegen ist.

öpiefoereinigung 1900 Gießen.

ö. Da» Treffen am vorigen Sonntag in Wetzlar endete unerwartet. Beim ersten Schlußpfiff de» Schiedsrichters W i n g e n f e l d (Fulda) stand da» Spiel Unentschieden LI (Halbzeit 1:0 für Wetzlar). Dieses Resultat entsprach den beiderseitigen Leistun- gen. Hatte anfangs 1900 mehr vom Spiel, so tarn später Wetzlar mehr auf. Dabei wurden von jeder Partei zahlreiche Torgelegenheiten herausgearbeitet und ebenso auch wieder vergeben. Man war allge­mein mit dem Resultat zufrieden. Nur die beiden Linienrichter nicht, die dem Spielleiter plausibel machten, daß er fünf Minuten zu kurz gespielt habe. Also fing man noch einmal an. Die Spieler wurden aus dem Umkleideraum zurückgeholt. Gießens Er­satztorwart warf sich bei dem erneuten Kampfe überflüssigerweise auf einen Ball, der eigentlich aus- gegangen wäre. Don mehreren Wetzlarer Spielern bedrängt, erhob er sich, machte eine Kehrtwendung zwecks Täuschung und weg war der Ball mit wei­tem, kräftigem Schlag. Ein Pfiff unterbrach das Spiel, und der Ball wurde vor 1900s Tor dirigiert. 1900s Torwart sollte mehr Schritte als zulässig mit dem Ball gemacht haben, was aber von allen Seiten (auch von Wetzlar) verneint wurde. Der Freistoß, 2 Meter vor dem Gießener Tor, führte zum Siegestreffer für Wetzlar. 1900 winkte sofort nach Wiederanstoß nochmals der Ausgleich, aber da wurde das Spiel vom Schiedsrichter nach knapp vier Minuten zum zweiten Male abgepfiffen. Diel wurde von beiden Parteien, infolge der Boden­glätte bei diesem Spiel, nicht geboten. Bei 1900 spielte der Sturm sehr zerrissen, die Hintermann­schaft tat ihre Schuldigkeit. Bei Wetzlar überragte das hervorragende Derteidigerpaar Benner, das den Hauptanteil am Wetzlarer Sieg hatte.

Bei der Begegnung der Reserven überraschte 1900 insofern, als es überlegen war und dem Wetz­larer Tabellenführer den ersten Punkt nehmen konnte. Beide Punkte waren sogar nach Gießen ge­kommen, wenn 1900 nicht ein Eigentor fabriziert hätte. Goffelmeyer auf Halbrechts schoß alle Tore der Gießener. Resultat 3:3 (Halbzeit 2:1 für Wetzlar).

Lpiclc am kommenden Lonntag.

Die dritte Mannschaft ist spielfrei. Die an- gesetzten Sugenfpiele sind verbandsseitig aber- mals abgeseht worden.

Das Dorspiel der Liga gegen Burg Lig a in Gießen war für die Einheimischen eine zahme Sache. 1903 siegte mit 5:1 Toren. Auf ihrem eigenen Platz gibt die Burger Mannschaft, tote alle, aber einen ganz gefährlichen Gegner ab; das muhten zu ihrem Leidwesen fast alle Gäste­mannschaften erfahren. Für die 1930er sind die Aussichten nicht gerade rosig. Der Platz tn Burg ist klein, und auf kleinen Plätzen finden sich die Gießener immer schlecht zurecht. Don größtem Einfluß auf den Spielausgang ist aber die Mannschaftsaufstellung. Sollte es den Blau­weihen nicht mehr möglich sein, komplett auf dem Spielfeld zu erfche n n? Bei unvollständiger Mannschaft muh man schon von vornherein dem Platzverein die größeren Siegesaussichten zu­sprechen.

1903 s Reserven erwartet man auch in Dillen­burg erfolgreich (Dorspiel 2 :0 für 1930), in An­betracht der guten Leistungen vom Dorfonntag gegen den Spitzenführer. Allerdings hat auch der Dillenburger Platz feine Tücken, die beachtet sein wollen.

Zußba'lllub 1926 Großen-Buseck.

Rieder-Deisel I Grohen-Buseck I 5:3.

Grohen-Buieck i. spielte am vorigen Sonntag in Rieder-Weisel unter einem unglücklichen Stern. Einige Ersatzleute, mehrere Verlegungen von Spielern und der ungewohnte Sportplatz brach­ten den Buseckern eine peinliche Niederlage. Don Nieder-Weisel kann man berichten, daß sie sich sehr verbessert haben und den Gästen fast ein gleichwertiger Gegner waren. Mit etwas Glück tonnten sie 5 Tore erzielen, während die Busecker mit 3 im Nachsehen blieben. Als gerechter Schiedsrichter leitete Böcher. D.f.B. Gießen.

Großcn-Buseck II 1900 Gießen III 5:4.

Die zweite Mannschaft Großen-Bu>ecks zeigte sich auch diesmal in guter Form und schlug die spielstarke 1933 Gießens dritte Mannschaft mit 5 :4 Toren. Zu beachten ist, daß die Busecker in der Nachrunde noch kein Spiel verloren ha­ben und sich hierdurch die dritte Stelle der Der- bandstabelle eroberten.

Die Spiele am nächsten Sonnlag.

Nächsten Sonntag hat die 1. Mannschaft Großen- Buseck Baubringens erste Mannschaft zum fälligen Derbandsspiel zu Gast. Großen-Busetfs Mannschaft hat in seiner Form etwas nachgelassen; sie muß am nächsten Sonntag ein viel besseres Spiel zeigen, wenn sie nicht wieder den kürzeren ziehen will. Bisher sind zwischen Buseck und Daubringen schöne und faire Spiele ausgetragen worden und auf ein solches darf man auch für nächsten Sonntag rech- nen. Das Dorspiel in Daubringen endete 3:3 un­entschieden.

Die zweite Mannschaft Großen-Busecks fährt nach Duetfbom und dürfte dort, nach ihren letzten Spielen zu urteilen, als Sieger hervorgehen. 3m Dorspiel konnte Großen-Buseck gegen die eifrigen Queckborner nicht aufkommen, und mußte sich mit 2:1 Toren geschlagen bekennen.

B. s. H. Lich.

Mit nur zehn Mann, unter denen sich auch noch drei Ersatzleute befanden, fuhr die Erste am vorigen Sonntag nach Daubringen. Mit dieser Mannschaft konnte kein Sieg errungen werden, und so mußten die Gäste eine 0:3-Niederlage hinnehmen. Näch­sten Sonntag hat die Erste die gleiche vom S D. Heuchelheim zu Gast. Hier kann man schon heute Lern Tabellenführer Sieg und Punkte zuschrcwcn, doch wird der Platzverein darauf bedacht sein, eine nicht zu hohe Niederlage zustande kommen zu lassen.

Die zweite Mannschaft konnte am vorigen Sonn­tag die Erste von Duetfbom 5:3 schlagen. Kommen- den Sonntag spiell sie gegen die dritte vom D. f. B. Gießen.

Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Arn kommenden Sonntag tritt Wiesecks 1. Mannschaft in Lollar gegen die dor­tige 1. Mannschaft zu einem Freundschaftsspiel an. Wenn Wieseck die wenigen Spiele, die chm vor den Aufstiegspielen noch bevorstehen, nicht intensiver ausnüyt. dürften ihm in den Aufstieg- spielen wenig Lorbeeren beschieden sein.

Sn Gießen treffen sich am Sonntagvorrnittag die Schiedsrichter deS Bezirkes zu ihrer diesjährigen Tagung. Rach Entgegennahme des Sahresbcrichtes werden die Wahl des Schieds­richter-Ausschusses, das Spielsystem und das kom­mende Dundessest einen größeren Raum der Ta- gung in Anspruch nehmen.

Sn Heuchelheim findet eine Bezirkssport­lehrerstunde statt. 3hr Programm besteht ausschließlich in Hallentraining. Zu gleicher Zeit findet in demselben Lokal ein Kursus für Kampfrichter in Leichtathletik statt.

Oie Berichterstattungssperre gegen Wormatia bleibt bestehen.

Einem Beschluß der Ortsgruppe Mainz des Reichsverbands der Deutschen Presse zufolge ist der gegen D. f. R. Wormaiia Worms be­schlossene Be^richterstattungsbohkott noch nicht aufgehoben, da Wormatia dre Maßnahme gegen den Mainzer Sportredakteur nicht schriftlich und nicht mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückgenommen hat. Der Landes­verband Hessen der Deutschen Presse hat sich der Sperre angeschlossen.

Kegelsport.

Am vorigen Sonntag fand in Wieseck bet Heinrich Dölzel der Bundestag des Kegler- bundes Lahn-Buseckertal statt. Der Bundesvorsitzende, Schäfer (Wie)eck), be­grüßte die Vertreter der Vereine und konnte im Geschäftsbericht mitteilen, daß im letzten Ge­schäftsjahr dem Bunde weitere drei Vereine beigetreten find, so daß ihm zur Zeit 13 Vereine angehören. Den Kassenbericht erstattete Haas (Trohe). Auch er konnte von guten Kassenver­hältnissen berichten. Die Wahl des Bundes­vorstandes, die durch die Niederlegung des Amtes durch den ersten Vorsitzenden erschwert schien, wurde dadurch erledigt, daß der Gesamt- vorstand einstimmig wiedergewählt wurde. Das Bundessest 1929 wurde dem Kegelklub©ut Holz" Lollar, die Bundesfahrt dem Kegel­klubAlle Neune" Großen-Linden über­tragen.

Deutsche Fechter in Frankreich

Eine deutsche Fechtermannschaft, be­stehend aus Casmir (Franfurt a.M.), Moos (Frankfurt a.M.), und Thomson (Offenbach), wird am 27. und 28. Sanuar in Monaco die Klingen mit den Auswahlmannschaften von Frankreich. Stalien und Ungarn im Florett und Säbel kreuzen. Die deutschen Vertreter werden auf sehr starke Gegner stoßen. Frankreich stellt: Satiiau, Ducret, Berger; Stalien: GauKni, Pu- liti und Guaragna. Die Ungarn werden aller­dings nur auf Säbel mit Terzstyansky, Dr. Gom- bos und Petschauer antreten.

Den Mannschastskämpfen geht am Samstag ein in Cannes stattfindendes großes Schau­fechten voran, das. von erstklassigen Kämpfen umrahmt, als Hauptereignis einen Heraus- forderungskampf Cattiau CaSmiv bringen wird. Der deutsche Meiftersechter wird sich seinem französifchen Herausforderer in einem Florettgang auf zehn Runden stellen.