Ausgabe 
25.1.1929
 
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Wie Frankreich sich die Verwen­dung der Daweszahlungen denkt.

Ein Blick in den Haushaltsvoranschlag

Berlin. 25. San. (Prsp.-Gel.) Bekanntlich begründen die Franzosen ihren Anspruch auf Die deutschen Peparationen damit, daß sie emmal ihre Kriegsschu/lden an Amerika und England bezahlen mühten und daß sie ferner einen Teil ihrer Ausgaben für den Wieder­aufbau de-r zer st orten Gebiete wieder­erhalten mühten. Liest man nun den französischen Haushaltsvoranschlag für das Jahr 1929. dann ergibt sich daraus «in ganz an­deres Bild. Die Franzosen gehen übrigens bezeichnenderweise van der Voraussetzung aus. dah Deutschland auch 1929 den vollen Be­trag von 2,5 Milliarden Mark leisten wird. Davon «ntsallen auf Frankreich noch dem bekannten Verteilungsschlüssel 1270 Millionen Mark. Man rechnet mit Darüberweisungen von 400 Millionen Mark. Der Rest soll in Gestalt von Raturallieserungen ausgenommen werden. Dabei sind für die zerstörten Gebiet« nur etwa 66 Millionen Mark vorgesehen, dagegen für di« gewöhnlichen Warenlieferungen, die jeder Privat­kaufmann tätigen kann (vgl. den neuesten Sach­lieferungsskandal) 360 Millionen Mark. Für öffentliche Arbeiten des Staates sind 240 Millio­nen Mark vorgesehen. Dann bleiben noch 200 Millionen Mark zur freien Ver­fügung der Regierung. Mit diesem Be­trag soll das Straßennetz instand gesetzt werden, außerdem sollen Beträge für die Modernisierung der Hafenanlagen, für die Anlegung von elek­trischen Kraftwerken und schließlich auch für die wirtschaftlich« Erschließung der Kolonien verwandt werden. Dies sind alles gewiß löblich« Ziele, nur erhebt sich die Frag«, ob die deutschen Reparationszahlungen aus­gerechnet für diese Zwecke bestimmt sind, jedenfalls wäre es an der Zeit, bei den Sach­verständigenverhandlungen auf diesen Punkt ciw- zugehen, zumal überdies die deutschen Bar­zahlungen erwiesenermaßen dazu benutzt werden, die französischen Rüstungen gegen Deutsch­land zu verstärken.

Baldwin eröffnet den Wahlkampf.

Die Wirtschaftspolitik des konservativen Kabinetts.

Newcastle on Thne. 24. Jan. (W.B.) Premierminister Baldwin eröffnete heute abend in einer Versammlung von 3000 Per­sonen den Wahlkampf mit einer Rede, in der er vor allem auf wirtschaftliche Fragen einging. Die Schwierigkeiten, mit denen die britische Industrie zu kämpfen hat, sind, so führte er aus. daraus zurückzuführen, daß seit dem Kriege sich die Zahl der mit uns konkurrie­renden Länder vermehrt hat. Die Mög­lichkeit eines Erfolges liegt für uns nur darin, dah wir die Qualität unserer Erzeugnisse hochhalten und es mit der Konkurrenz aufneh­men. Die Wähler müssen sich für eine Regierung aussprcchen. die besser in der Lage ist. zu helfen. Wir glauben, daß eine Regierung helfen kann, indem fie innerhalb der praktisch möglichen Gren­zen die Reichsvorzugszölle ausbaut und unsere Industrien schützt. Valdwin wiederholte, dah eine konservative Regierung die Nahrungsmittel nicht besteuern würde.

Oie Kosten der Feldbereinigung in Hessen.

Groß-Gerau, 24. Jan. Abgeordnete des Hessischen Bauernbundes und Mitglieder der einzelnen Feldbereinigungskommissionen haben hier getagt und die Unmöglichkeit für ver­schiedene leistungsschwache Gemeinden betont, di« eminenten Kosten der Feldbereinigung zu tragen. Der Bauernbund hat beschlossen, Schritte zu unternehmen, daß die Regierung hier helfend eingreife.

Aus aller Welt.

Vreisverleilung der Internationalen Jliegerllga.

Der Hauptausschuh der Internationalen 51 i«- gerliga hat in Paris unter dem Vorsitz seines Präsidenten Clifford Harmon nach Prü­fung ^t-r Vorschläge der verschiedenen Rattonen die Preisträger der nationalen Trophäen der Liga für l/üs ^>ahr 1928 festgestellt. Für Deutsch­land erhielt die Trophäe Hermann Köhl. Die Trophäe für Lüftschiffahrt für 1928 ist Dr. Hugo Eckener zugesprochen worden. Alsdann wurde die Abstimmung über die Auswahl des besten Flieger der Welt für 1928 vvrgenommen, der als solcher die internationale Clifford-Har- mon-Trophä« innehat. Mit zwei Stimmen Mehr­heit wurde der italienische Preisträger Oberst Arturo Ferrarin für das Jahr 1928 zum besten Flieger der Welt erllärt. Der Ausschuß hat ferner entsprechend verschiedenen Wünschen Ehrenmedaillen den Beobachtern und Passagieren verliehen, di« an den Flügen teilgenommen ha­ben. die die Auswahl ihres Führers als Preis­träger für 1928 zum Anlaß hatten. So wurden derartige Chrenmedalllen Freiherrn von nefeld und Major Fihmaurice ver­liehen.

Lin Chauffeur der Vefohungsarmee überfährt zwei Deutsche.

Anscheinend auf einer Schwarzfahrt begriffen raste der Chauffeur eines in Urlaub befindlichen französischen Generals aus der Kaiserstraße d i e Mainzer Brücke hinauf, konnte infolge der hohen Geschwindigkeit die Kurve nicht nehmen und fuhr über den Bürger st eig gegen einen La­ternenpfahl. Dabei überfuhr er den 46jährigen Phi­lipp Diehl und dessen vierjähriges Söhnchen. Diehl erlitt Rippen- und Beinverletzungen sowie eine schwere Kopfverletzung und wurde mit dem Kind, das leichter verletzt worden war, ins Kranken­haus gebracht. Der Chauffeur flüchtete und wurde später in der Wohnung des Generals von der französischen Gendarmerie festgestellt.

Schwede Bluttat im Westen Berlins.

In der Wohnung seiner Eltern im Westen der Stadt erschoß der 19jährige Manasse Fried­länder seinen Bruder, den 18 Jahre alten Waldemar Friedländer und dessen Freund, den 19jährigen Laboranten Tibor F öl des. Der Mörder stellte sich dann selbst auf dem Polizei­revier. Zwischen den beiden Brüdern, zwischen denen immer ein gespanntes Verhältnis bestan-

Wie England den Raub Ofiastüas vorbereitet

Oie Verschiebung ves Kolonialbegriffs. - Oer Zusammenschluß Ostafrikas.

Der Gedanke, dah man nicht dauernd die Ein­geborenen Afrikas und anderer Erdteile a l s Objekte der Ausnutzungundder Für- sorge behandeln kann, und daß die bloße Tat­sache ihrer ständigen Berührung mit europäischen Kolonisatoren sie allmählich an einen Punkt kom­men läßt, wo sie das S e l b st b e st i m m u n g s- recht fordern und ausüben können, ist nicht mehr neu. Er spiegelt sich ä. D. in der ganzen Entwicklung der englischen Kolonialgeschichte, wo die ursprünglich von Chartered Companies ein- sach nach kaufmännischen Gesichtspunkten und mit allen Mitteln der Gewalt ausgebeuteten Ge­biete nachher von der Krone übernommen, als Kolonien verwaltet und schließlich als Do­minien zu einem staatlichen Eigen­leben gelangt sind. Aber in die Form eines völkerrechtlichen Gesetzes ist dieser Ge­dankengang erst durch die Mandatsbe- ftimmungen des Völkerbundes geklei­det worden. Dieser Gedanke hatte Wilson neben seinen andern Idealen vorgeschwebt; seine Ge­genspieler in Versailles haben es verstanden, ihn so zu entwirllichen. dah er nur mehr theo­retisch bestehen blieb, um den Raub der deut­schen Kolonien und der arabischen Gebietsteile der Türkei zu sanktionieren.

Aber in der Zwischenzeit ist dieser Gedanke von den Emanzipationsbestrebungen der verschie­denen farbigen Völker und der Jslamwelt be­nutzt und propagiert worden, und auch die Rutznieher von Versailles können sich seinem Einfluh auf die Dauer nicht entziehen. Sie su­chen deshalb nach Hintertüren, um zu verhüten, dah im Wege des Völkerbunds eine allzu starke Verselbständigung der in diesem Wege einver­leibten Völkerschaften oder ein Anspruch Deutsch­lands auf Mitbeteiligung an der kolonialen Wirt­schaftstätigkeit wirksam werden könnte. Das neueste Beispiel hiervon ist der sogenannte Hil- t o n - V o u n g - B e r i ch t. der der englischen Regierung in den letzten Tagen von einer Kom­

mission erstattet wurde, in der vier englische Politiker die künftige Gestaltung O st - a f r i k a s nach ihren Ansichten entwickeln. Sie waren mit einer umfangreichen Hntersuchung an Ort und Stelle beauftragt und haben mindestens dem Ausmaße nach gründliche Arbeit geliefert. Aber was dabei herauskommt, ist für jeden, der den Mandatsbegriff ernst nimmt, geradezu er­schreckend. Denn unter dem Titel einerenge­ren Vereinigung" Ostafrikas wird da vorgeschla- gen, daß an Stelle der einzelnen Verwaltungen, unter denen Deuts ch-O st afrika als Tan- ganhika-Territorium figuriert, zunächst ein Ober­kommissar und dann ein Generalgouverneur für die gesamten ostafrikanischen Gebiete geschaffen werden soll. Das heißt, und daS ergibt sich auch aus den übrigen Vereinheitlichun^sbemü^ungen. das Mandatsgebiet, unser früheres Deutsch-Ostafrika, soll einfach und ohne Rücksicht auf seinen besonderen Charakter einem gro­ßen o st afrikanischen Reiche e i n ver­leibt werden, das a l s Kronkolonie ge­dacht ist. Großzügig bemerkt der Bericht, daß die Vorschläge, die er macht,auf einer Linie entwickelt werden können, die mit dem Mandat für Tanganyika im Einklang stünde". Wi r sind anderer Ansicht. Die Mandatsbestim­mungen sehen vor. daß der Mandatar durch einen anderen ersetzt werden kann, dah das Mandat gesondert von den eigenen Kolonialbesitzungen des Mandatarstaats zu ver­walten ist und daß seine Einkünfte nur für seine eigenen Zwecke ausgewandt werden dürfen. Eine Vereinheitlichung in der gedachten und von der englischen Regierung offenbar be­zweckten Form macht diese Völkerbundsbestim­mungen völlig illusorisch und das Man­datsgebiet zu hinein untrennbaren Teil der eng­lischen Kolonien. Dagegen muß in unferm eige­nen Interesse, wie in dem der völkerkundlichen Grundsätze von vornherein aus das entschiedenste Front gemacht werden.

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Die Deutschen in Afghanistan

Zn täglicher Funkverbindung mit der Heimat.

Berlin. 25. Jan. (Priv.-Tel.) Der Umsturz in Afghanistan, vor allem aber englisch« und französische Meldungen, nach denen z. B. fran­zösisch« Schulen in Kabul geschlossen und be­raubt toorjcn wären, wie auch die Meldung des Dally Telegraph", daß weitere Abtransporte durch englische Flugzeuge notwendig wären, und dah die meisten europäischen Regierungen, unter ihnen auch Deutschland, ohne Nachricht von ihrer diplomatischen Vertretung wären, haben 'Besorgnis hervorgerufen und zum Teil «in ganz falsches Bill) entstehen lassen. Wie wir von gut unterrichteter Seite Horen, steht die deutsche Gesandtschaft in Kabul in täglicher Funkverbindung mit dem Auswärti­gen Amt in Berlin. Die Nachrichten aus Kabul werden von der afghanischen Grohsunk- statton der Regierung drahtlos nach Moskau gegeben, von wo sie auf telegraphischem Wege das Auswärtig« Amt erreichen. Don einer Unter- brechung dieser Verbindung kann also keine Rede fein, im Gegenteil hat die deutsche Regierung heute wieder Nachricht von der Gesandtschaft er­halten. Rach den Berichten der deutschen Gesandt­schaft hat sich di« neue Qi « g i e r u n g bereits bei den Vertretern der ausländischen Mächte in Afghanistan amtlich vorgestellt. Dabei ist auch über das weitere Schicksal der Deutschen in Afghanistan gesprochen Worten. Die jetzige Regierung erklärt, dah fie zunäch st keine Entlassung der in afghanischen Dien­sten befindlichen Deutschen vornehmen wird, daß sie sich diese Frag« aber zur Entscheidung für einen späteren Termin vorbehalten müsse. Damit ist wenigstens kein Anlaß gegeben, sich jetzt besonder« Sorgen für die 70 Deutschen - in Kabul, die meist besonders ausgewählte Kräfte darstellen, zu machen. Auch irgendwelche Nach- richten über die Plünderung deutscher Schulen inKabul liegen bei den zuständigen Stellen nicht vor. Bisher sind überhaupt erst 12 FrauenundKinderin englischen Flug­apparaten aus Kabul abtransportiert worden. Die englische Presse versucht anscheinend durch gefärbt« Meldungen eine falsche Dar­stellung der Lage der europäischen Kolonie in Afghanistan zugunsten der Engländer zu geben. Im Gegensatz zu diesen Rachrichten ist die deutsche Gesandtschaft, die ein« halb«

Zunächst keine Entlastungen.

Stunde von der Hauptstadt entfernt liegt, wäh­rend der ganzen letzten Kämpfe von diesen ver­schont gewesen, während die englische diplo­matische Vertretung im Mittelpunkt des Bürger­krieges lag.

Amanuliah auf dem Wege nach Kabul.

6 o w n o, 24. Jan. (TU.) Wie aus Moskau ge­meldet wird, soll sich König Arnanullah bereits unterwegs nach Kabul befinden. Zwei ntue Stämme haben sich Arnanullah angefchlossen und sich bereit erklärt, ihn im Kamps gegen habibullah ju unterstützen. 82 Kilometer von Kabul entfernt ist es ju Zusammenstößen zwischen den An­hängern habibullahs und Amanullahs gekommen, wobei auf seilen Amanullahs zwei Ausländer getötet wurden, die als militärische Instrukteure an dem Kampf gegen habibullah teilgenommen haben. Der Kampf dauert fort Arnanullah ist es gelungen, eine Gruppe von Anhängern habibullahs zu entwaffnen.

Habibullah und das Ausland.

Die afghanischen Gesandtschaften gegen ocnLohn des Wasserträgers".

Kairo, 24. Jan. (TU.) Nach neuen Meldungen aus Afghanistan haben d i e afghanischen Ge­sandten im Auslande betn König Habib­ullah mitgeteilt, daß sie es ablehnen, mit der neuen Regierung zusammenzuarbeiten, und daß sie König Arnanullah treu bleiben würden. Die afghanischen Gesandtschaften in Europa und Asien haben sich geweigert, für die neue afgha- nische Regierung irgendwelche diplomatischen Schritte in den Ländern, in denen sie beglaubigt sind, zu übernehmen oder irgendwelche Berichte zu erstatten. König Habibullah hat am Mittwoch wieder den englischen Gesandten in Kabul emp­fangen und mit ihm eine längere Unterredung über die politischen Beziehungen zwischen Afghani- stan und England gehabt. Der Vertrag zwischen beiden Ländern ist noch nicht unterzeichnet.

den hat, kam es wegen eines umgeworfenen Rotenständers zu einem Streit, dessen Einzel­heiten noch nicht feststehen. Der Mörder be­hauptet, er hätte in Rotwehr gehandelt Seine Darstellung ist aber sehr unwahrscheinlich, zumal er keine Spuren eines Kampfes an seinem Kör­per trägt. Vielmehr scheint es, als ob er beide hinterrücks erschossen hat. Tibor Föl- des ist der Sohn des Schriftstellers Földes. Die Leichen wurden von der Polizei beschlagnahmt

wieder ein Gasrohrbruch.

In Johann - Georgen Stadt ist durch einen Gasrohrbruch großer Schaden ange­richtet worden. Zwei Häuser wurden verwüstet, so daß alle Wohnungen geräumt werden mußten. Mehrere Mieter erlitten Vergiftungen. Eine Frau ist bereits gestorben

Der Prozeß gegen die Berliner Unterwelt

Die Hauptverhandlung in dem BerlinerJmmer- treu"-Prozeß wird am 4. Februar in Moabit be­ginnen. Amtsgerichtsrat Sponer hat umfangreiche Vorsichtsmaßregeln für die ganze Dauer der Ver­handlung angeordnet, da man nach den neuesten Ereignissen auf Gewalttätigkeiten der An- Hängerschaft der Gannooen-Vereine gefaßt sein muß. Der Prozeß wird einen außergewöhnlichen Umfang annehmen Staatsanwaltschaftsrat Zimmermann hat 34 Zeugen und mehrere Sachverständige ge­laden. von der Verteidigung, die in den Händen der Rechtsanwälte Dr. Alsberg und Dr. Frey liegt, sind außerdem etwa 80 weitere Zeugen ge­laden worden. Der Prozeß richtete sich gegen neun Mitglieder von ,^mmertre u". Bis auf zwei Angeklagte sind alle anderen vor- bestraft. Die Linklage lautet auf schweren Landfriedensbruch und Beteiligung an einer Schlägerei, bei der der Tod eines Menschen und schwereKörperoerletzun­

gen vorgekommen sind. Die Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft, nur einer ist wieder frei- gelassen, da nicht festgestellt werden konnte, daß er Gewalttätigkeiten begangen hat.

Anklage gegen dieRundfunkentsührer".

Wie erinnernd), wurde vor einiger Zeit der23 or- wärts"-Redakteur Schwarz entführt, als er einen Rundfunkvortrag halten wollte. In dieser Ange- legenheit hat jetzt der Erste Staatsanwalt von der Berliner Staatsanwaltschaft II die Anklage gegen die drei Beteiligten, Dr. Frank, den Gruppen- führer vom Roten Frontkämpfer-Bund Berlin, Scherlinski. und einen gewissen Peuke, gleichfalls Mitglied der Kommunist schm Partei, er­hoben. Die Anklage lautet gegen alle drei auf N ö - t i g u n g in Tateinheit mit Freiheitsberau- b u n g, außerdem gegen Dr. Frank und Scherlinski auf Bedrohung mit Erschießen und u n - erlaubten Waffenbesitz

Fliegerbomben auf eigene Kavallerie.

Bei dem Abwurf von drei Bomben durch ein Flugzeug der britischen Militärstreit­kräfte sind zwei indische Offiziere und 1 2° Mann getötet worden, während die Zahl der Verletzten nach den getroffenen Feststellun­gen auf 14 geschäht wird. Man befürchtet, dah der verwundete Offizier und ein Mann ihren Verletzungen erliegen werden. Alle Opfer sind Angehörige eines altindischen Kavallerieregi­ments. Zwischen Peichawar und Jamrud am Eingang zum Khyber-Paß beendet sich ein großer Hebungsplatz. Vor zwei Tagen richteten die bri­tischen Luststreitkräfte an den Plahofsizier das Ersuchen, den Platz für die Hebungen zur Ver­fügung zu stellen. Dem Ersuchen wurde statt- gegeben und gleichzeitig Vereinbarungen ge- t"v fen für eine gemeinsame Hebung von Kavallerie, Tanks und Infanterie. Bei der An­kunft einer Schwadron deS indischen Kavallerie-

Regiments wurde dem befehl'genven Offizier tnH- getcilt. daß Bombenüburgin in Gang? feien. Der Plaholl -ier gab darauf den Luftstrett. ten ein Signal _Werst keine Bomben ab. Eine Maschine, die in 1300 Meter Höhe flog, ver­wechselte tirgen des unsichtigen Wetters daS Signal und verstandAlles klar". Eine Bombe wurde daraufhin abgeworfen, die mitten in den 200 Meter weiten Kreis der indischen Kavallerie siel und solche furchtbaren Ergeb­nisse hatte.

Glückwünsche für den ehemaligen Kaiser.

Einige Herren des alten Großen Hauptquartiers und der früheren Umgebung des ehemaligen Kaisers, sowie der Adelsgenossenschaft, darunter Gcneral- adjutant General von Gontard und Exz. von Berg, brachten dcm früheren Kaiser im Hause Doorn ihre Glückwünsche zum 70. Geburtstage dar. Herr Kräcker vonScywarzenfeldt händigte dem früheren Kaiser dabei Beiträge der Vereinigung ,L a i s e r d a n k" aus, durch die ihm Geldmittel zu wohltätigen Zwecken für Krankenhäuser sowie zur Erholung von Kranken und Überarbeiteten zur Ver­fügung gestellt werden.

Holland

feiert den 350. Jahrestag der Utrechter Union.

In Anwesenheit der königlichen Familie, der holländischen Minister und zahlreicher Würden­träger des ganzen Landes wurde in H t r e ch t der 350. Jahresiag der Htrechter Union feierlich begangen. Er begann mit Vorträgen in der Aula der Hniversität, wobei die Bedeutung des Tage« cts Beginn des niederländischen Befreiungs- kampses gegen die Spanier und der nationalen Einigung der Niederlande gewürdigt wurde. Die Königin legte dann einen Kranz an dem Denkmal ihres Vorfahren Jan von Rassau nieder und wohnte hieraus einem Festkonzert hn wieder­hergestellten Dom von Utrecht bei.

3m Bergwerk tödlich verunglückt.

Im Hauptschacht der Aachener GrubeMaria" fanden Bergarbeiter der Mittagsschicht an einer abgebauten Stelle eine elektrische Lampe. Sie gingen in den mit stickiger Luft gefüllten Bau vorsichtig hinein und sanden die Leiche eines Bergmannes, der in der Frühschicht ge­arbeitet hatte. Wie der Verunglückte an diese abgebaute Stelle geraten ist, steht noch nicht fest.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Mit dem Vordringen kälterer Luftmassen au» Skandinavien sind in ganz Deutschland tue Tempera­turen unter den Gefrierpunkt zurückgegangen. Ob­wohl Deutschland im Bereiche eines Druckfallgebiets liegt, wird es zu keinem Temperaturumschlag kom­men. Der Frost hält vielmehr weiter an, wobei mit einzelnen Schnefällen zu rechnen ist.

Wettervoraussage: für Samstag: Wol­kiges, auch stellenweise aufheiterndes Wetter, Frost, vereinzelte Schneefälle.

Witterungsaussichten für Sonntag: Frost und neblig-wolkiges Wetter.

Lufttemperaturen am 24. Januar: mittags 0,3 Celsius, abends2 Grad Celsius: am 25. Januar: morgens6,7 Grad Celsius. Maximum 4- 1,4 Grad Celsius, Minimum6,9 Grad Celsius. Erd­temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 24. Januar: abends0,7 Grad Celsius; am 25. Januar: mor­gens 0,9 Grad Celsius.

Ivintersporlnachrlchlen der Hess. Wetterdienststelle.

Vogelsberg (Hoherodskopf): Wolkig, 5 Grad Celsius, 5 Zentimeter Neuschnee, 30 bis 35 Zentimeter Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. (Herchenhainer Höhe): Wol­kig, 6 Grad Celsius, 30 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodcl sehr gut.

Odenwald (Tromm): Nebelig, 5 Grad Cel­sius, 35 bis 40 Zentimeter Schnee, 2 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. (Neukirchen): Leichter Schneefall,6 Grad Celsius, 30 Zentimeter Schnee, 5 Zentimeter Neuschnee, Pul- oerschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Taunus (Kleiner Feldberg): Bewölkt,8 Grad Celsius, 56 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.

Sauerland (Winterberg): Bewölkt, 6 Grad Celsius, 45 Zentimeter Schnee, 3 bis 5 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.

Schwarzwald (Feldberg): Leichter Schnee­fall,10 Grad Celsius, 135 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hornisgründe: Heiter, 10 Grad Celsius, 135 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Alpen (Garmisch Partenkirchen): Leichter Schneefall,5 Grad Celsius, 50 Zent meter Schnee, 6 bis 10 Zentimeter Neuschnee, gekörnt, Ski und Rodel sehr gut. Berchtesgaden: Leichter Schneefall,7 Grad Celsius, 51 Zent Meter Schnee, 16 bis 20 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski

1 und Rodel gut