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Zwangsversteigerung.
Am Donnerstag, dem 14. März 1929, vormittags 9 Uhr, werden durch das Amtsgericht Gießen, Zimmer 106, die im Grundbuche von Gießen der karoline Buchacker ged. Hoß In Gießen zugeschriebenen Immobilien 720D
Flur 1, Nr. 393 = 55 qm Hofreite, Wall- torstraße 18, geschätzt 11 250 RM.
Flur 38, Nr. 324 = 1092 qm Grabgarten, geschätzt 3276 RM.
zum Zwecke der Auseinandersetzung, versteigert.
Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, zur Einsicht nus- gehängt.
Gießen, den 22. Januar 1929.
I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen:
Leo, Ortsgerichtsvorsteher.
12 rm Knüppel.
Der Gemeindevorsteher. Stork.
Zwangsversteigerung khw
Am Donnerstag, dem 28 Februar 1929, vormittags 9 Uhr, wird durch das Amtsgericht Gießen, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen dem Wilhelm Benner und Ehefrau Marie Katharine, geb. Bellof in Gießen zugeschriebene Anwesen Am Rodtberg 28
Fl. 22 Nr 74 - 108 qm Hofreite, geschätzt auf 1930 Mark;
Fl. 22 Nr. 75 - 3131 qm Grabgarten und
437 qm Grasgarten, geschätzt auf 14 276
2)lart, U 349D
zum Zwecke der Auseinandersetzung, versteigert.
D.e amtsgerichlliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt.
Gießen, den 24 Dezember 1928.
I. A. des Amtsgerichts Gießen.
Leo, Ortsgerichlsvorsteher.
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4 Episoden aus dem Tagebuch eines Arztes
Wissenschaftliche Bearbeitung: wc
Dr. med. Curt Thomalla und Dr. med. N. Kaufmann
Lichtspielhaus
Bahnhofstraße 34
Heute Freitag, den 25. Januar, und morgen Samstag, den 26. Januar
10.45 Uhr Nacht-Vorstellung
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^ Familie, der W« Mrden.
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armen befiederten Freunde: Gedenket der hungernden Vögell
Keine Besürchtungen für die landwirtschaftlichen Schulen. Der hessische Minister für Arbeit und Wirtschaft, Korell, wohnte am Mittwoch in Gau-Algesheim einer großen landwirtschaftlichen Veranstaltung bei. Der Minister kam dort in seiner Begrüßungs- ansprache auch auf das landwirtschaftliche Bildungswesen zu sprechen und äußerte sich dabei wie folgt: „Bezüglich des landwirtschaftlichen Bildungswesens sind B e • fürchtungen laut geworden, daß infolge der Aktion des Sparkommissars das landwirtschaftliche Bildungswcsen, wie überhaupt das Schul- wesen in Hessen leiden müsse. Ich bin nicht dieser Meinung; die Regierung will die Höhe unseres Schulwesens erhalten. Je näher die landwirtschaftliche Schule beim Elternhaus, um io eher kann der Bauer sein Kind bilden lassen Wer kann die Kosten für eine Pension in der Ferne tragen?"
Taten für Lamstap. 26 Januar.
1781: der Dichter Ludwig Achim von Arnim in Berlin geboren; — 1860: die Opernsängerin Wilhelmine Schröder-Devrient in Koburg gestorben; — 1920: der Maler Fritz August von Kaulbach in München gestorben.
Bornotrzen.
— Tageskalender für Freitag. Stadt- thcatcr: „Nathan der Weise", 10.30 bis 22.15 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Mitternachts- walzcr". — Astoria-Lichtspiele: „Rintintin und die Goldgräber".
— Stadttheater Gießen. AuS dem Stadttheaterbureau wird un3 geschrieben: Die Vorstellung von Lessings „Qlatgan der Weise" beginnt heute 19'/» älhr. — Sonntag, 27. San.: Fremdenvorstellung „Chorleys Tante". Ermäßigte Preise, Beginn 18 Uhr. — Sn der Uraufführung »Das Dorf Samt Iusten" von Werner Johannes Guggenheim spielt Frau Auguste Prasch-Grevenberg als Gast die Mutter deS Klaus Lanz. Werner Johannes Guggenheim gehört dem Kreise junger Schweizer Dichter an, der sich allmählich durchzusetzen beginnt. Durch Romane und Gedichte hat sich Guggenheim bereits einen Rarnen geschaffen, man sieht im Reich mit großem Snteresse der Uraufführung seines Stückes „Das Dorf Sanct Suiten“ am Gießener Ctadtthcatcr entgegen. Svie'leitung hat Obersviellciter Hans Tannert. Es werden zur Llrausführung verschiedene auswärtige Pressevertreter erwartet.
— Musikalischer Volkskunst abend derVolkshochschule. Wir weisen nochmals auf den Sonatenabend am Sonntag, 27. Januar, 20 Uhr, hin. (Siehe heutige Anzeige.)
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Deutschland und Frankreich ihren Sinn verloren, denn auch der Sieger kann sich seines Erfolge- nicht erfreuen. Die Westgrenzen Deutschland- sind bestimmt durch eine tlar ersichtliche Sprach- und Kulturscheide, was der Vortragende an Hand zahlreicher Lichtbilder nachweisen konnte. Sm Osten dagegen bestehen solche Grenzen nicht. Die durch das Versailler Diktat gezogenen willkürlichen Grenzen schneiden Hunderte von rein deutschen Siedlungsgebieten vom Mutterlande ab. Diese zum größten Teile stark unterdrückten Minderheiten werden stets eine Gefahr für den Frieden Europa- bedeuten, denn ihre Wiedervereinigung mit unserem Vaterlande bedeutet nicht nur die Erfüllung des feierlich versprochenen „Selbstbestimmungsrechtes', sondern auch die für unser wachsendes Volk unbedingt benötigte Vergrößerung seines Baumes. Der Ruf nach dem Anschluß Oesterreichs darf nicht verklingen. Ein jungdcutscher Redner. August Abel, hatte vor kurzem in Paris in öffentlicher Versammlung über die Fragen gesprochen, und es zeigte sich, daß man auch drüoen in Frankreich beginnt, nüchterner zu denken. Richt mit pazifistischen Träumereien, sondern mit der klaren, nüchternen Ueberlegung des in Eisen- und SLhlgewittern der Front hart gewordenen Geschlechtes wird eine Besserung für unser Volk zu erreichen fein. Die neue Front hierzu bilDet sich heute schon und geht über die parteiische Zerklüftung des deutschen Volkes hinweg zum Angriff auf die unser ganzes Volk bedrückenden Bestimmungen des Versailler Diktates. Der Vortrag erntete reichsten Beifall, und keiner der vielen Gäste wird nach Hause gegangen sein, ohne das Bewußtsein gehabt zu haben, daß in dem Rufe „Volk ohne Raum" das Sammclsignal aller aufrechten Deutschen ertönt.
Berliner Börse.
Berlin, 25.Jan. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Frühocrkehr bleibt die Tendenz bei stillem Geschäft weiter freundlich. Man tariert die Kurse vorläufig auf dem erhöhten gestrigen Abendniveau, für Spezialwerte (Montane, Farben, Reichsbank usw.) scheint wieder etwas stärkeres Interesse zu bestehen. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,0850, Mailand 92,69, Spanien 29,68, das Pfund 484,93 und den Dollar 4,2085.
Aus Der provinzialhoupistadi.
Gießen, den 25. Sanuar 1929.
Notzeit der Vögel.
Strenger Winter herrscht, Eis und Schnee bedecken die Erde und Seen und zum Teil auch Wasserläufe.
Eine schwere ZeU Ist ang brachen für unsere be fieberten Lieblinge, wie auch für alle frcilebenben Tiere. Viele von ihnen legen bie ihnen angeborene Scheu vor den Menschen ab, der Hunger treibt sie in die Nähe menschlicher Wohnungen.
So bieten sich dem Naturfreund manche reizende Beobachtungen, sei es, daß die große Schar der Meifen an den Futterstellen sich sammelt, die Körnchen Hanf oder Sonnenblumenkerne im Schnabel davon wegnehmen und am nächsten Sitzplatz auf meiseln, sei es, daß Finkenarten sich am Boden unter den' für die Meisen errichteten Futterstellen das bcruntcrgcfaUenc Futter zusammensuchen, Rotkehlchen schüchtern sich herbeiwagen, um Fettfutter auf- zupiäen ooer, — wo ein besonders einsichtiger Vogelfreund Mehlwürmer spendet — durch hübsche, wippende Komplimente die Danksagung darzubrin- gen. Auch der graublaue, unten rötliche Kleiber, der so broU.g kopfüber, kopfunter an den Baumstämmen zu turnen versteht, kommt gerne heran an die Futterstellen, um sich Sonnenblumenkerne oder Hanf zu holen. Er begnügt sich aber nicht mit einem einzelnen Korn, wie die Spiegel- ober Blaumeise. Er fliegt ab und zu, holt sich gleich mehrere Körner und versteckt, was er nicht gleich verzehrt, in Ritzen und Spalten der Baumrinde, um dann in Zeiten des Mangels die Korner wieder heroorzu- holen. Auch Heckenbraunellen sieht man, und sie zeigen sich nicht besonders scheu am Futterplatz. Sie ähneln in ihrem braunen Gewand sehr den Spatzen und werden von nicht ganz vogelkundigen Leuten oftmals mit diesen verwechselt. Der Girnbel ober Dompfaff mit feiner schönen roten Weste und der in Grau gekleideten Gemahlin, kommen gern, um am Futterplatz Hanf und Sonnenblumenkerne zu holen. Mit ihrem melancholischen Ruf verraten sie sich dem Dogelfreund, auch wenn er sie nicht sofort zu Gesicht bekommt.
Bei anhaltendem Winter kommen auch nordische Gäste zu uns. Ein Spaziergang an einem offenen Gewässer kann dem Naturfreund viel Schönes zeigen; z. D. den herrlich gefärbten Eisvogel, Bläß- Hühner, Taucherentchen, manchmal auch bei uns überwinternde Staren und Bachstelzen und andere bei uns schon selten gewordene Vögel, die alle an flachen Ufern der Nahrungssuche nachgehen. Reizvoll, abwechslungsreich, erfrischend ist für den Naturfreund ein Gang ins Freie, der iym Gelegenheit gibt, in jeder Jahreszeit das Schöne zu sehen und zu genießen, das unsere Heimat zu bieten vermag. Sorgen mir, daß unsere Heimat so abwechslungsreich, so schön und herzerfrischend bleibt. Das bat auch dadurch zu geschehen, daß wir uns der Vögel in ihrer Notzeit annehmen, damit sie sich bei uns möglichst geborgen fühlen. Darum fei es in diesen Wochen der strengen Winterkälte für alle mitfühlenden und denkenden Menschen immer wieder oberste Pflicht gegenüber der
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Zwangsversteigerung
Am Donnerstag, dem 14. Februar 1929, vormittags 9 Uhr, wird durch das Amts- aericht Gießen, Zimmer 106, der im Grundbuche von Gießen der offenen Han- delsgesellschaft Aßmann & Schneider In Gießen zugeschriebenen Anwesen Kaiser- allce 45 11 348D
Fl 3 Nr. 267*/io = 926 qm Hofreite, geschätzt auf 40 500 Reichsmark, versteigert.
Die amtsgerichttiche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt.
Gießen, den 24 Dezember 1928.
S 21. des Amtsgerichts Gießen.
Leo, Ortsgerlchtsoorsteher.
Hotzversteigerung.
Aus dem Gemeindewald Krofdorf kommen am rN.ttwoch, dem 30. 3anuar, vormittags von 10 Uhr ab, bei Gastwirt Moos in Krofdorf öffentlich meistbietend zum Verkauf: D.strikte Krokel, Eichwald, Koswald, Steinbusch rechts und links, Leschen- wald. 729D
Eiche: 78 rm Nutzholz, 2m lang; 191 rm Scheit und Knüppel; 588 rm Reisig.
Duche: 327 rm Scheit und Knüppel;
stadt geführt. Es handelt« sich bei dieser Anklage um fünf Hausbesitzer, die ihrer Streupflicht nicht nachgekommen waren. Alle glaubten, wenn sie einmal gestreut hätten, seien sie ihrer Pflicht nachgekommen. Es regnete an dem Tage dauernd, und so bildete sich immer wieder eine neue Eisdecke. Die Hausbesitzer muhten sich belehren lassen, daß bei Bedarf dauernd nachgestreut werden muh. Es wurden vier Hausbesitzer zu je 20 Mark Geld- strafe verurtellt, und in einem Fall wurde vom Staatsanwalt die Anklage erweitert, weil ein Unglücksfall vorgekommen war. Diese Anklage lautete auf fahrlässige Körperverletzung. Hier greift nach dem Strafgesetzbuch (§ 230) eine Geldstrafe bis zu 900 Mk. ober Gefängnis bis zu zwei Jahren Platz.
’* Tagung des Schwurgerichts. Am Montag, Dienstag und Mittwoch nächster Woche wird das Schwurgericht der Provinz Oberhessen in Gießen zu seiner ersten diesjährigen Tagung zusammentreten. Am Montag wird gegen Fricdr. Römer von Dodenhausen II wegen Meineids verhandelt; die Anklage vertritt Staatsanwalt Sust zrat W e i d e m a n n , die Te.teidigung führt Rechtsanwait Dr. M e u s e r . Gießen. Für Dienstag ist die Verhandlung gegen Philipp Schott von Frankfurt a. W. wegen Brandstiftung vorgesehen; Anklagevertreter ist Oberstaatsanwalt Dr. Brill, Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Krüger. Gießen. Am letzten Verhandlungstage, Mittwoch, kommt der Prozeß gegen Sakob Schneider von Gambach wegen 5^örper» verlehung mit tödlichem Ausgang zur Derhand-
• hing; Anklagevertreter ist Staatsanwalt Schneider, Verteidiger Rechtsanwalt Dr. L. K a h , Gießen.
** Forstpe r s o nalie. Ernannt wurde der Obcrföifter Karl D e u st e r zu Schotten mit Wirkung vom 1. Februar 1929 ab zum Forstmeister des Forstamts Mönchbruch.
** Die 400-Fahr--Gedenkfeier des Erscheinens des Kleinen Katechismus' wurde, wie Berichte aus den versch.ebensten Gegenden unserer Provinz und aus der preußischen Nachbarschaft Mitteilen, in allen evangelischen Kirchen mit eindrucksvollen Feierlichkeiten begangen. Neben den kirchlichen Feiern fanden vielfach noch besondere Gcmeindeabende statt, die dem Jubiläum gewidmet waren. Bei der großen Anzahl der uns vorliegenden Berichte und angesichts der überall festzustellenden Gleichartigkeit der Deranstattungen müssen wir uns mit dieser summarischen Registrierung dieses kirchlichen Ereignisses begnügen.
* Vortragsabend im SungÖeut- schen Orden. Man berichtet uns: Anläßlich eines Bruderabends am Mittwoch hatte der Sungdeutsche Orden hier zu einem Lichtbildervortrag über „Deutschlands Grenzen — Deutschlands Schicksal" eingeladen. Zahlreiche Gäste waren erschienen. Der außenpolitische Gedanke j des Sungdeutschen Ordens, durch ein politisch, i wirtschaftlich und militärisch gleichberechtigtes Bündnis mit Frankreich freie Hand im Osten zu ] gewinnen, einst stark angegriffen, heute bereits Die ileberaeugung vieler klar und nüchtern denkender Politiker, konnte keine bessere Rechtfertigung finden als in diesem Vorträge. Wie der Weltkrieg zeigte, haben die Kriege zwischen
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