Deserteure, die zu Hunöerttausenben m Ser Etappe wie im Lunde sich verbargen.
Und so sah die Reichshauptstadt bald jene Bilder, die zum Teil wie ein auserstandener Spuk aus der. französischen Revolution schienen: Soldaten, welche ihre Kokarden abgerissen hatten, Offiziere, die nicht mehr ihre Rangabzeichen zu zeigen wagten, damit man sie nicht tätlich angriffe! Wir sahen die Lastautos und „requirierten“ Kraftwagen durch die Straßen jagen, besetzt mit johlenden Matrosen und Maschinengewehren, die sinn- und planlos mitgeführt wurden. umweht von den blutroten Fahnen der Revolution. Wir sahen dieBilbungvonAr- beiter- und Soldatenräten nach echt russischem Rezepte — es tauchten russische Bolschewisten in Menge auf. es kam Spartakus und es kam dasblutigeWeihnachtsfestdes Jahres 1918. Während in Berlin auf dem Potsdamer Platz sich ein Weihnachtsmarkt phantastischer Art auftat — Matrosen, die iltjren verschluckten und an der Kette wieder heraufzogen. Soldaten, die mit allem möglichen handelten, Dingen, die das Land seit Jahren nicht mehr gesehen, englischen Zigaretten, Konserven, englischen Kleidungsstücken. Seifen, al.es, was durch das Loch im Westen hereinströmte — wurde im Marstall. mitten im Herzen von Berlin, geschossen. Dort hatten sich die Spartakisten verbarrikadiert — und es bedurfte erst der gemeinsamen Anstrengung der Freiwilligenverbände, die sich der Regieurng zur Verfügung gestellt hatten, es bedurfte erst des Zusammenarbeitens der Dolksbeauftragten mit den vernünftigen Elementen, um Deutschland vor der Herrschaft des Bolschewismus zu bewahren. Weihnachten 1918 war wohl das schicksalsvollste seit dem Ausbruch des Krieges, es entschied über Sein oder Richt- sein des Landes in politischer Beziehung." Weihnachten der Inflation 1922.
Von der schlimmsten Inflations-Weihnachten des Jahres 1922 erzählt eine Hausfrau:
„Ob ich mich an die Jnflationsweihnachten noch erinnere ? Gott sei es geklagt, mehr als genug. Wenn ich an jene Zeit denke und daran, was gerade wir Hausfrauen durchgemacht haben, erscheint es mir geradezu w ie ein Alpdruck. Hatte man früher gelernt, das Geld, das der Mann heimbrachte, zu sparen, so gab es jetzt nur einen Gedanken: W ie gibst du es am schnellsten aus? Die Kriegsjahre waren schon schrecklich genug, in denen man kaum für Geld und gute Worte etwas bekam. Vielleicht aber waren die Jahre der Inflation noch schlimmer, in denen die Schaufenster alle Herrlichkeiten zum Essen, Trinken, Kleiden bargen — und man konnte nichts kaufen, weil das Geld immer nicht reichte und von Stunde zu Stunde weniger wurde.
Ich denke noch daran, wie jedes kleinste Geschäft in unserer Gegend mittags schloß, gleich nachdem der neue Dollarkurs herausgekommen war, um die Preise umzurechnen. Ich kam vor lauter Verzweiflung auf einen Trick, den ich ja heute ruhig verraten kann. Ich hatte durch Zufall herausbekommen, daß ein großes Warenhaus über Tag nicht schloß — einfach, weil das technisch nicht durchführbar gewesen wäre. Infolgedessen konnte das Haus auch nicht über Mittag umrechnen. Also fuhr ich jeden Tag in die Stadt, um mir das Gehalt meines Mannes täglich auszohlen zu lassen, und ging sofort für das ganze Geld einkaufen. Ich behielt nur soviel, daß wir Fahrgeld ufto. im Haus behielten.
Wie unter diesen Verhältnissen Weih nachten als Fest gefeiert werden sollte, das war mir und meinem Manne völlig unklar. Mit Mühe und Rot erstanden wir einen kleinen Baum, für den der Ehrentitel „Weihnachtsbaum" wirklich nicht angebracht war. Fünf Kerzen brannten auf diesem Bäumchen, und darunter lagen die „prunkvollen" Geschenke: mir hatte mein Mann ein Pfund Margarine geschenkt und ich hatte ihm drei Paar Strümpfe gestrickt. Für unser Kind, unser Clschen, hatten wir auch nur lauter praktische Geschenke aufgebaut: da hatte ich ihm aus einem alten Kleid von mir einen Kapuzen-Mantel zurechtgeschneidert, Vater hatte eine Puppe neu auflackiert, und der Clou des ganzen waren ein paar — Bananen, für die mein Mann ein Viertel-Monatsgehalt ausgezeben hatte.
Wenn auch die Zeiten heute schwer und ernst sind, so sind wir doch dankbar dafür, daß diese Jnflationstage hinter uns liegen wie ein böser, böser Traum, und vor allem freuen toir uns, daß wir jetzt wieder unserem Kinde ein richtiges Weihnachtsfest bereiten können."
Und heute?
Der Führer einer großen Bank, allen Eingeweihten bekannt nicht nur durch seinen wirtschaftlichen Scharfsinn, sondern auch durch seinen Witz, meint:
..1929 ist im Wirtschaftlichen gesehen, genau solch ein Krisenjahr wie 1918 politisch. Wir haben einenTiefstand des Wirtschaftlichen. wie wir ihn kaum in den Jnslations- jahren erlebten. Unter Steuern, Sozialkasten, 2lbsatzmangel, Kapitalnot. Auslandkonkurrcnz droht die Wirtschaft zu erliegen, die Wirtschaft, die doch die Lasten des Boungplanes tragen soll. Wer diese Zeit jetzt übersteht, kann stolz fein — oder um es anders zu formulieren: Wer bis Weihnachten 1929 noch nicht Pleite gegangen ist, ist ein Trohköpfchen."
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
U Grotzen-Linden, 23. Dez. Gestern abend fand im Gotteshause unter sehr starker Beteiligung der Gemeinde die Weihnachtsfeier der Kleinkinderschule statt. Eine große Kinderschar hatte unter dem strahlenden Tannenbaum Aufstellung genommen und brachte unter Leitung der Schwester Sophie gut eingeübte Weihnachtslieder und -Sprüche zum Vortrag. Rach einer kurzen Ansprache des Orte- geistlichen wurden den Kleinen unter größter Freude Gaben überreicht. Die Beschaffung der Geschenke war durch Haussammlungen ermöglicht worden.
-l. Allen d or f (Lahn), 23. Dez. Im letzten Sommer wurde hier eine Kleinkinder- schule ins Leben gerufen. Diese hat sich im Laufe der Monate als ein Segen für Eltern und Kinder erwiesen. Am gestrigen Sonntag war der Öffentlichkeit Gelegenheit gegeben, einen Einblick in die Arbeit der Kleinkinderschule zu tun. Im christlichen Vereinshaufe fand die Weihnachtsfeier der Kleinen statt. Es war er*
öffentlichen Sitzung ist u. a. zu berichten: Festsetzung der OemcinbeumlagenfäQe: Der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1929 schließt in Ausgabe mit 160 747 Mark ab. Aus Waldungen, Rcichssteuern ufw. gehen 117147 Mark ein, fo daß ein Restbetrag von 43 600 Mark (44 470 Mark) verbleibt, der durch Umlage zu decken ist. Das Kreisamt Gießen schlagt folgende Uinlagesätze vor: Grundsteuer: auf 100 Mark Steuerwert für Gebäude und Bauplätze 12 (18) Pf., für land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitz 24 (48) Pf.; Gewerbesteuer: auf 100 Mark Steuerwerk für gewerbliche Anlagen und Betriebskapital 40 (48) Pf., für Gewerbeertrag 150 (75) Pf.: Sondergebäudesteuer: 39,93 Ps. von 1 Mark staatlicher Sondergebäude- fteucr. Die Umlage zergliedert sich demnach bei den Gebäuden mit einem Steuerwert non 4 509 200 Mark auf 5410 Mark; bei dem Grundbesitz m.t einem Steuerwert von 1 591 000 Mark aus 3810 Mark; bet dem Gewerbekapital mit einem Steuer- wert von 4 744 400 Mark auf 18 970 Mark; bei dem Gewerbeertrag mit einem Steuerwert von 197 800 Mark auf 2960 Mark: bei der Sonderge- bäubefteuer mit einem Staatsfteuersoll von 31135 Mark auf 12 400 Mark. Insgesamt gehen unter Zugrundelegung der für 1929 vorgeschlagenen Sätze 43 550 Mark gegenüber einem Umlagesoll von 43 600 Mark ein. Nachdem sich die Finanzkommission für die vorgeschlagenen Sätze ausgesprochen hat, beschloß der Gemeinderat gegen 3 Stimmen, die Umlage nach diesen Sätzen für 1929 zu erheben.
— Die Feldgeschworenen haben roeaen allzu geringer Vergütung ihre Aemter niedergelegt. Das Äreisamt Gießen hat nichts dagegen cinzuwenden, daß in Berücksichtigung der besonderen örtlichen Verhältnisse die Gebühren für den ganzen Tag von 4 auf 6 Mark, für den halben Tag von 2 auf 3 Mark erhöht werden, wenn der Gemeinderat hierzu seine Zustimmung erteilt. Diese erfolgt einstimmig. — Der Ob st - und Gartenbauoer- c i n Lollar beantragt den Erlaß einer Orts- satzung, wonach die Bekämpfung der D b ft - baumfchädlinge durch Spritzungen durch Beauftragte der Gemeinde für sämtliche Obstanlagen innerhalb der Gemarkung erfolgen soll und die Grundstücksbesitzer das Betreten ihrer Grundstücke zur Durchführung dieser Arbeiten zu geftatren haben. Auch sollen die Besitzer zum Entfernen Dürrer
tag in sehr schöner unb feierlicher Weise die Bescherung der K le ink in d e r s ch u le statt.
ik. K e s s e l b a ch, 23. Dez. In körperlicher und geistiger Frische erlebte heute der Landwirt und Schmiedemeister Jakob Schomber II. seinen 8 0. Geburtstag. Der Jubilar ist Altveteran von 1870/71 und war 35 Jahre lang Vorsitzender des Kriegervereins. Aus diesem Anlaß übermittelten die Kameraden des Krieger* u. Schützen» Vereins dem Jubilar ihre Glückwünsche, was durch eine Ansprache des Vorsitzenden in würdiger Weise geschah. Anschließend überreichte der De- zirksvorsteher des Hassia-Bezirks Grünberg, Kamerad Roth, dem Jubilar das Hassia-Ehren- kreuz mit einer zu Herzen gehenden Ansprache, wobei er die Verdienste des Jubllars würdigte. Ferner übermittelte der Vorsitzende des Vereins die Glückwünsche des Vereins: der ehemalige Grohherzog Ernst Ludwig hatte mit einem Glückwunschschreiben und Uebctfenbung seines Bildnisses mit eigenhändiger Unterschrift des Jubilars gedacht. Ebenso ist vom Reichspräsidenten die Ehrung durch Bildnis und Glückwunschschreiben eingegangen. In kameradschaftlicher Eintracht blieben die Mitglieder dann noch einige Stunden zusammen.
w Leihgestern, 23. Dez. Der Zweigverein V. H. C. „H ü 11 e n b e r g' veranstaltete am Samstagabend in seinem Vereinslokcll „Zum Hüttenberg" unter guter Beteiligung seiner Mitglieder aus Großen-Linden und Leihgestern seine diesjährige Weihnachtsfeier. Der 1. Vorsitzende, K. D e t n, begrüßte zunächst die Besucher, gab einen kurzen Rückblick über die Beteiligung der Mitglieder an den diesjährigen Wanderungen und gedachte ferner einiger Ereignisse, die sich seit der letzten Weihnachtsfeier in der D. H. C-- Familie zugetragen hatten: u. a. zeichnete er die D. H. C.-Schwester Frau W. Dlaß für fleißige Teilnahme an den Wanderungen mit der silbernen Dereinsnadel aus. Beim Kerzenschein des Weihnachtsbaumes spielte V. H. C.»Bruder H. Blaß nach altgewohnter meisterhafter Art am Klavier «in Weihnachtspotpourri, das von allen Anwesenden begeistert mitgesungen wurde. Rach- dem der Weihnachtsmann die Bescherung vor- genomaiefl hatte, reichten die VereinSschwe ftern
staunllch, was die Kleinen in der kurzen Zeck schon alles gelernt hatten. Schöne Sprüche und hübsche Weihnachtsliedchen wechselten miteinander Unterer Schwester gebührt der Dank der Gemeinde für all die Liebe und Mühe, die sie zu dem guten Werke aufgewendet. Verschönert wurde die Feier durch Lieder des gemischten Chores der Gemeinschaft und durch Vorträge des Posaunenchores. Die Andacht hielt Prediger Meng (Grotzen-Linden). Am Schlüsse wurden die Kleinen mit Geschenken bedacht. Abends hielt die Sonntagsschule ihre Weihnachtsfeier im gleichen Raume ab. Auch hier zeigte sich mit welchem Eifer gelernt worden war. Gemischter Chor und Posaunenchor ließen auch hier wieder ihre schönen Weisen erklingen, desglei- chen predigte Herr Meng. Auch sand eine Beschenkung Der Sonntagsschüler statt.
-. - Klein-Linden, 22. Dez. Sein goldenes Jubiläum als Dorfmetzger feierte heute der 71jährige Landwirt und Metzger Wilhelm Weller L Er hat in diesen fünfzig Jahren bei Hausschlachtungen schätzungsweise 10—15 000 Borstentiere und wohl mehr als 1000 Stück Großvieh geschlachtet und verarbeitet.
Q] Lollar, 20. Dez. Eine Sitzung des Gemeinderats fand gestern abend statt. Aus der
Obstbäume, zum Anlegen von Klebgürteln usw. ver° pfllchtet sein, gegebenenfalls sollen nach Ablauf der für jedes Fahr von der Ortspolizeibehorde festzu- seßenden Fristen auch diese Schädlingsbekämpfungsmittel auf Kosten der Säumigen durch die Gemeinde angewandt werden. Der Gemeinderat erkennt die Nützlichkeit der anaeregten Maßnahmen an, die nur Dann durchgreifenden Erfolg haben, wenn sie allgemein zur Anwendung kommen, unb beschloß einstimmig den Erlaß einer solchen Polizeiverordnung. Er gab weiter seine Zustimmung zu einem Entwurf, der bestimmt, daß die Kosten für die allgemein durch die Gemeinde auszuführenden Spritzungen bei ber Gemeinbeumlage auf ben Grundbesitz ausgeschlagen werben. — Eine nichtöffentliche Sitzung zur Beratung einer W interbe i h i l f e schloß sich an.
v. Londorf. 23. Dez. Auf Anregung der Freiin von Rabenau (Großen-Buseck) findet in der hiesigen Kinderschule unter Leitung von Dr. med. Hiller ein unentgeltlicher Kursus für Krankenpflege und Hilfeleistungen bei llnglücksfällen u. dgl. statt. Es nehmen eine Anzahl Frauen und Mädchen von Londorf und Kesselbach daran teil. Die llnterrichtsabende sind wöchentlich zweimal. — In der hiesigen Kirche fand am heutigen Sonn-
Zum neuen Jahre
bringt der Gießener Anzeiger seinen Lesern:
Den Künstler-Kalender lOr 1930
von Professor Cissarz-Frankfurt a.M. entworfen und von der Kunstdruck-Abteilung der Brühl’schen Druckerei zweiseitig in drei Farben auf kräftigem Karton gedruckt
2» Den Erstdruck eines groß angelegten, ganz zeitgemäßen Romanwerkes
Der Mann mit der grünen Krawatte von Otfried v. Hanstein In der Illustrieren des Gießener Anzeigers mit Beginn am Samstag, dem 4. Januar 1930
3» Den Beginn eines neuen Zeitungs- Romans in täglichen Fortsetzungen im Gießener Anzeiger vom 2. Januar 1930 an, ein Werk, das den laufenden Roman an Spannung und Handlung noch übertrifft
Man bestellt den Gießener Anzeiger in Gießen bei der Geschäftsstelle oder bei den Trägerinnen, auswärts bei den örtlichen Vertriebsstellen oder durch die Post
einen guten Kaffee, der mit dem nötigen Gebäck allen sehr gut mundete. Musikvorträge von H, Blaß und K. R ö m e r, gemeinsame Lieder und lustige Plaudereien hielten die V. H. Cer vom „Hüttenberg" bis in vorgerückte Stunde beisammen. Die am Sonntagnachmittag im Dereinslokal folgende Weihnachtsbescherung für die Kinder verlief ebenfalls in schöner und würdiger Weise. Reinhold Blaß wurde als fleißigster Wanderer j der Jugend mit dem silbernen Abzeichen ausgezeichnet.
D Lich, 23. Dez. Aus dem Gemeinderat: Auf den Derwaltungsvorschlag hin wurde die gemeindliche Hundesteuer für das Kalenderjahr 1930 in gleicher Höhe wie in 1929 festgesetzt. Die Hundebesitzer haben danach an gemeindlicher Hundesteuer 10 Mark zu zahlen. Für den mehrfachen Hundebesih wird ein Zu- । schlag in der Weise erhoben, chaß für jeden folgenden Hund 20 Mk. mehr alö für den vorhergehenden zu entrichten sind. — Der nächste Punkt befaßte sich mit der Sperrung zweier Wege für den Kraftfahrzeugverkehr. Rach der für die hiesige Stadt bestechenden Polizeiverordnung ist neben der Beschränkung der Fahrgeschwindigkeit in den Hauptstraßen der Stadt lediglich die H i n t e r g a s s e für Kraftfahrzeuge aller Art gesperrt. Ein schriftlicher Antrag eines interessierten Perfonenkreises spricht fid) nun dahingehend aus, auch die Kirchhof gasse, die lebig ich einem rein landwirtschaftlichen Bedürfnis Rechnung tragen soll, für den Kraftfahrzeugverkehr sperren zu lassen, da bei der geringen Breite und der älnübersicht- lichkeit des Weges ein Befahren mit Kraft« fahrzeugen eine stete Gefahrenquelle für die dort verkehrenden landwirtschaftlichen Fuhrwerke bilde. Der Antrag wurde von der Verwaltung unterstützt und von ihr weiter vorgeschlagen, auch die wenig übersichtliche unb sehr enge Kirch- gaffe zu sperren. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für eine Abänderung der bestehenden Polizeiverordnung dahingehend aus, daß fortan die Hintergasse, die Kirchhofgasse und die Kirchgasse für den Kraftfahrzeugverkehr aller Art gesperrt sein sollen. — Sodann gab ber Bürgermeister Kenntnis davon, daß den Dau- sparern nach System II bei der Bezirks- spar lasse Gießen ein verbilligtes ‘Sau* darlehen von durchschnittlich 7500 Mk. zur Förderung des Kleinwohnungsbaues gegeben würde unb daß zur Sicherung dieses Darlehens ein Betrag von 40 Proz. der Gefamtbaukosten einschließlich des Dodenwertes an erster Stelle unb der Rest an dritter Stelle hypothekarisch sicherzustellen sei. Für das an dritter Stelle einzutragende Darlehen sei außerdem noch die ©e- meindebürgschaft der Tezirkssparkasse Gießen gegenüber erforderlich. Auf Vorschlag der Fd- nanzkommission beschloß der Gemeinderat, für die vorgenannten Bausparer, die hier einen, Wohnhausneubau errichtet haben, oder noch errichten wollen, für die an dritter Stelle zum. Eintrag kommende Hypothek die Gemeinde- b ü r g s ch a f t zu übernehmen, sofern im Einzelfall der Stadt gegenüber eine geeignete Rückbürgschaft gestellt wird. — Weiterhin ^erklärt sich der Gemeinderat auf Vorschlag der Finanz- kommission mit der Umwandlung von zwei Schuldscheinen für verbilligte staatliche Darlehen von je 1900 Mk. auf einen Schuldschein üaer 3800 Mk. für die Hessische Landesbank DarmstaN einverstanden. — Der Metzger Hermann Stein hat die Gastwirtschaft seines Vaters, Jaloö Stein, übernommen unb sucht um Konzes- sionsübertragung nach. Der ®emein'je:at beschloß, das Gesuch zu befürworten und die Bedürfnisfrage zu bejahen. — Rach Erledigung sonstiger kleinerer Vorlagen gab der Bürgermeister unter Punkt Verschiedenes bekannt, daß der Hess. Landtag die Bewilligung einer Winterbeihilfe an alle Personen, die von dcn Bezirksfürsorgeverbanden, Gemeinden, offem- lichen Arbeitsnachweisen unterstützt würden, angeregt habe. Die Regierung habe sich bereits erklärt, zu dem Aufwand der Gemeinden eine» Zuschuß in Höhe von! 30 Prozent zu gewähren. Der Kreis Gießen wolle sich ebenfalls mit V an dem Aufwand der Gemeinden unter cxr Voraussetzung beteiligen, daß der Aufwand durchschnittlich im Einzelfall den Betrag von 5 Mark nicht übersteigt unb bie Gemeinden de Re.lkosten aus eigenen Mitteln bestreiten. 3n Anlehnung an den Beschluß des Kreisausschus» habe bet zuständige Wohlfahrtsausschuß ix* Stadt eine Beihilfe bis zum Hochstbetrage vo« 20 Mark je Famille unter Berücksichtigung Den von dem Landtag gegebenen Richtlinien an 55 hilfsbedürftige Personen gewährt. Der Wohl' sahttsausschuß fei aber auch der Ansicht gt' wesen, daß über diesen Personenkreis hinaus Fälle besonderer Rotlage vorhanden wären. 9 r habe daher beschlossen, in 19 Fällen einmalig* Beihilfen von je 10 Mark aus rein städtische Mitteln zu bewilligen. Grundlegend sei beschlossen worden, an Stelle von Bargeld Gu: - scheine über je 1 Mark lautend zum CCc8U$h von Brennmaterialien, Lebensmitteln und Tr- kleidungsstücken aus hiesigen Geschäften zur Aufgabe gelangen zu lassen. Der Gemeinderat e* klärte sich mit dieser Regelung einverstandr'L unb erhöhte ben hierfür im Voranschlag vorg^' sehenen Kredit von 400 Mark auf 600 ManL Der Gesamtaufwand der Un'.erstützungsak.ion M Staat, Kreis und Gemeinde beläuft sich auf ungefähr 1050 Mark.
)( Lich, 23. Dez. Seit dem 13. Mai ist unser zweite Pfarrstelle unbesetzt. Der b.shenF zweite Pfarrer, Lic. Paul S ch o r l e m me" wurde von diesem Tage ab mit der Lersehmg einer Religionslehrerstelle am Gymnasium ” Mainz beauftragt, nachdem er fast zehn in großem Segen hier unb in Rieder-Bessins gewirkt hatte: nur mit größtem Bedauern hcnä' ihn deshalb seine beiden Gemeinden von scheiden sehen. Zur Freude ber beiden ©emeiiw11 wird die zweite Pfarrstelle im neuen Jahr F der be'etzt werden. Als Rachfolger von Pfarrer Schorlemmer ist von dem Patron St.-Marienstiftslirche, Fürsten Reinhard Solms-Hohensolms-Lich, Pfarrverwalter Sämann ©raubt in Rieder-Erlenbach der chenregierung zur Ernennung präsentiert tc® den. Dem Geistlichen geht der Ruf eines flu® Predigers unb Seelsorgers voraus. — Mädchenkranz hielt am 'Freitag seine 2b’' vents - unb W e ihnach tsseier ab. ©emeinbefaal war festlich erleuchtet, an Platz tag für jedes Mitglied eine finnige 0W nachtsgabe. Vorgetragene Gedichte wechselten»^ gemeinsam gesungenen Advents- unb nachtsliedern ab. Zum Schluß des AbendS der Ortsgeistliche eine Ansprache, in ber erj ■ bie zeitliche unb ewige Bedeutung des nachtsfestes hinwies. — Am 28. Dezember 1-, nen bie Eheleute Landwirt Philipp
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