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Gießen.
We aus fahrenden 'M gehören nicht zu einen Fall schleicht erke heran, ohne dich dem anderen gesellt ahrmam und benutzt cheit. diesen während n DiebM bet W. heutigen Ängellagtrn. in. dessen Leiter eine egkitete, aus die An- em an dem Fuhrwerk tohlen haben. Der De- lust erst, als er an >elangt tvar. Sein werter, einen vorbestrasten einem Aa^arvrt, der orgeerziehung besand. hts'gmnöe beä Fuhr- 'n, reiften jetod) ni itnis nicht aus.
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Geld durch Diebstahl illeinstehenden bonder- biesen ohne einen be- nd besuchte und tvah' in der Wohnung eine rnchn, um aus Ein Wk. zu stehlen. Das der offensichtlich geMg der Hauptverhandlung tenden Erfahren ge- reichten auch hier E us, so daß m taten Beweise Ireispre
filcnnzenzelle, das Anbohren eines Blutkörperchens dirch Bakterien und viele andere belehrende Vorsilbe. Durch sehr langsame Aufnahmen und durch ins behutsame Wiedergabe mit normaler Ge« kuDinbigfeit oder mit dem Zeitraffer können lang» j n e Vorgänge in raschem Ablauf gezeigt werden.
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Dom Gleichlaufkino zum plastischen Film.
Don Or. Siegfried Kurth.
Fast alle bedeutenden technischen Erfindungen iben leider eines gemeinsam: sie sind zunächst für Allgemeinheit unerschwinglich. Erst wenn sie -ientltch verbilligt werden, erobern sie sich das rofoe Verbreitungsgebiet, für das sie bestimmt nt>. So war es mit dem Automobil, dem Gram»
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ciparates benutzt wird. Das neueste
r eicht sogar das Fernsehen lebender Personen t??r bewegter Gruppen in viel größerer Lichtstärke o': bisher. Im vorigen Monat wurden im Haag t neuesten technischen Fortschritte auf dem Rund« simkgebiet ausgestellt. Großes Aufsehen erregte dort tre deutsche Erfindung, der Fernseher eines füh- 'tmben deutschen Unternehmens. Zum erstenmal Rinde das Fernsehen lebender Personen mit so -z-oßer Lichtstärke gezeigt, daß man die Bilder auf ihn Meter Entfernung ohne Verdunklung des lortührungsraumes gut erkennen konnte.
Tcuerdings gibt es Kleinkinos, die unmittelbar Mt Mikroskopen in Verbindung gebracht werden Ihren. Dadurch lassen sich zahlreiche bemerkens- t-r ic Bewegungen unter dem Deckglas des Mikro- f'cpi fesselnd wiedergeben. Man sieht z. B. die 6 tregung von Schneckenembryonen, von Glocken- Iirchen oder von Protoplasmaströmungen in einer
„Die letzten Adler."
Oer neue Bengt-Berg-Film der Llfa.
Berlin, im 3ull 1929.
Dieser neue Film des schwedischen Forschers uib Sch rif steiler s Bengt Berg, der in diesen Sagen im Llniversurn am Leniner Platz seine tc-aufführuna erlebte, soUte eigentlich erst Herbst in Berlin gezeigt werden. Der große s »lg aber, den der Film und der Bortrag .er.gt Bergs bei der Kieler Festspielwoche er* Ijiüe, veranlaßte die Ufa, das Filmwerk schon j:t)i herauszubringen.
Die alle Filme Bengt Bergs, der nicht nur Doscher, sondern auch ein großer Künstler ist, tr.mgen „Die letzten Adle r" eine so bezifferte Zustimmung, und einen so starken Ap- filluis, wie er selten in unseren Lichtspielhäusern riebt wird. Der Schöpfer dieses Films hat Hernit in vierjähriger mühevoller und nicht xsachrloser Arbeit ein wirklich monumentales 2er! geschaffen, das alle Geheimnisse dieser kn glichen, im Aussterben begriffenen Vögel in PO herrlichen, lebendig-anschaulichen Bildern kit'düllt. ES ist eine Erzählung geworden, die ii einzigartiger Weise das Leben der Adler schil- kr l und eine Raturnähe und Raturliebe atmet, re den Zuschauer in einen seltenen Bann zwingt. liL)äI)Iigc Male dankte brausender Beifall mit* In in der Szene für besonders Wohlgelungens üu:'nahmen. Fast will es unglaubhaft erschein i'ix daß es möglich War, diese scheuen, auf hohem onst lebenden Vögel so zu belauschen, daß man 'liegen, rauben, fressen, schlafen und erwachen .hl, daß man das Wachsen der Jungen von c Hilflosigkeit an bis zum ersten selbständigen mg in die Weite miterlebt, als hätten sie sich Billig der Kamera präsentiert und sich den ^Weisungen eines Regisseurs gefügt. Aber diese Ech mspieler der Ratur wußten nichts von dem benachbarter hoher Kiefer in einem fünft* kch«m Laubversteck verborgenen Kameramann, der fit- hingebender Geduld und Liebe dort oben toqenlang ausharrte, um sie in allen Phasen, brat Lebensgewohnheiten zu belauschen und Bil- p Sn schaffen, deren lebendigen Eindruck und I tande Erzählungskraft Worte kaum zu schil- vermögen, ^hen muß man diesen Film!
Tiit welch hoher Künstlerschaft, mit welchem .aüun>erständnis und mit welchem Humor spricht her Bengt Berg in Bild und Wort zu uns, die ir mitgenffen seinem Erlebnis folgen. Man tg-elft plötzlich den hohen kulturellen Wert M beweglichen Bildes, das einer breiten All*
nf) die Aufnahme eines Films. Run gibt es ! ii kurzem ein Mittelding zwischen dem Massen- n.3 und dem „Privatfilm": das Gleichlauf-
i o, das auch mit dem Rundfunk kombiniert - den tonn. Die Aufnahmen für diese Kinoart et rben zwar von einer Filmgesellschaft gemacht, ic Vorführung kann aber jeder selbst in seinem leim vornehmen. Der Grundgedanke dieser Ersin- ung ist folgender: in einer Zentralstelle, etwa n em Rundfunksender, läuft ein Film, zu dem ein !attragender erläuternde Worte spricht. Diese wer- ii von einem Mikrophon ausgenommen und mit iir Rundfunksender verbreitet. In beliebig vielen rtten läßt man nun denselben Film wie in der :e nbeftation abrollen, während der Lautsprecher üeiilhzeitig den begleitenden Vortrag mitteilt. Wenn jia n mit der Vorführung des Films überall zu- telch beginnt und den Ablauf des Bildstreifens el allen Apparaturen genau gleich schnell vor sich pfrm läßt, wird das Filmbild an allen Stellen ut dem begleitenden Vortrag übereinftimmen, nm einem leitenden deutschen Unternehmen wurde or einiger Zeit eine solche Anlage vorgeführt, n der die „Synchronisierung", die Gleich -itigfeit von Bild und Vortrag, ausgezeichnet gelöst mx. Der Vorteil dieser Erfindung gegenüber dem Tonfilm besteht darin, daß nicht jedes einzelne ichtspieltheater oder Hauskino mit einer Wieder- ü».Vorrichtung für die Stimmen ausgerüstet sein ruH. Es genügt ein billiger Lautsprecher! Beson- ere wichtig ist dieses System bei der Wiedergabe dislenschastlicher Vorträge.
i£ine andere Möglichkeit, sich Filme im eigenen Itltn anzusehen, bietet das Fernkino in 93er« Inbung mit dem Rundfunkfernseher. Mit dem Fern- l"D kann man Bildstreifen senden, ähnlich wie im fi ndfunk häufig Grammophonplatten vorgeführt certen. Für Heimapparate kann das frei sichtbare
Aus der Wett des Films.
Diese Kleinkinos für wissenschaftliche Zwecke — einschließlich der Einrichtung für Mikro-Aufnahmen — kosten allerdings 500 Mark. Für Amateur- aufnahmen gibt es schon billigere Apparate: aber unter 200 oder 250 Mark für den Aufnahme- und dieselbe Summe für den Wiedergabe-Apparat wird man wohl nichts finden. Dafür weist ein solcher Filrnaovarat eine Reihe technischer Neuerungen auf. Die Schwierigkeit der Scharfeinstellung und das Problem der Belichtungszeit sind soweit wie möglich ausgeschaltet. Ein Kurbeln ist nicht nötig: es wird eine starke Feder aufgezogen, und beim Drücken eines Knopfes läuft dann der Film von selbst mit gleichbleibender Geschwindigkeit ab. Eine besondere Vorrichtung gestattet Selbstaufnahmen durch einen Selbstauslöser, der erst einige Zeit nach der Inbetriebsetzung den Film zum Llblauf bringt, so daß man Zeit hat, sich in einiger Entfernung vor dem Apparat aufzustellen und dort zu „spielen".
Aus dem Gebiet der Kinematographie jagt eine Erfindung die andere. Kaum hat sich das Staunen über den Tonfilm gelegt, so kommt eine vielleicht ähnliche wichtige Nachricht über die Vorführung eines stereoskopischen Films in London. Der gewöhnliche Sehoorgang vermittelt erst dann einen plastischen Eindruck, wenn man einen Gegenstand mit beiden Augen betrachtet. Darauf beruhen ja die bekannten Stereoskopbilder. Nun ist es gelungen, diese bekannte Tatsache für den Film nutzbar zu machen. Die Aufnahme geschieht durch
Es ist wohl sicher, daß die Anregung der Phantasie, welche der Besuch eines Filmspieles bietet, speziell für die Frau gewissermaßen eine optische Abart des beliebten Äomanlesens bildet, und es wäre eine Verkennung des positiven Wertes solcher Ablenkungsmöglichkeiten, sie einfach als überflüssig, und nutzlos abzulehnen.
Das Flüchten aus dem gebundenen Einerlei des Alltags in eine buntere, glänzende Scheinwelt, das Ausruhen von der Anspannung des täglichen Dienstes durch Llmstellung auf eine mühelos sich bietende phantastische Llnwirklichkeit, ist für die heutige Frau, die, sei es im Haus, sei es im Beruf, viel angestrengter tätig sein muß, als früher, keineswegs nutzlose Zeitvergeudung, sondern eine notwendige Reaktion, ein Ausspannen und Kräftesammeln zu neuer Tätigkeit.
Beim modernen und modänen Spielfilm ist es für den Durchschnittsbesucher beinahe ebenso wichtig, w i e etwas dargestellt wird, als was es zu sehen gibt. >
Jedenfalls gilt dies absolut für das so wichtige, mit dem ganzen Empfindungsleben der Frau aufs Tiefste verwurzelten Gebiet der Mode: denn das intensive Interesse der Mehrzahl der Frauen für die Mode ist nicht eine Eigentümlichkeit einer bestimmten Klasse, einer besonderen Geistesrichtung oder einer begrenzten Zeit, sondern es hat feinen Ursprung in dem ganz elementaren, primitiven Trieb des „Gefallenwollens", der auch in der Tierwelt allgemein verbreitet und gewissermaßen ein Urinstinkt ist. —
Unerläßlich ist es deshalb für den Film, diesem wichtigen Gebiet, soweit er sich mit ihm befassen muh, nämlich bei allen in der Gegenwart spielenden Werken, seine allergrößte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Es ist selbstverständlich (oder sollte es wenigstens sein), daß die Darsteller und Darstellerinnen moderner Gesellschaftsfilme stets nicht nur absolut einwandfrei, sondern auch geschmackvoll, modern und elegant angezogen sind, und sich auch in einer entsprechend ausgestatteten Umwelt bewegen. Und daß die modische Eleganz sich insbesondere bei den Toiletten der Damen oft zu einem überraffinierten, extravaganten
eine zweilinsigc Kamera, die Wiedergabe des Bildes auf einem Glasschirm. Die Figuren eines einaktigen musikalischen Lustspiels waren bei der kürzlich erfolgten Vorführung so plastisch zu sehen, als stünden sie frei auf der Bühne.
So wird das Kino dem Theater immer ähnlicher und seine Konkurrenz immer bedrohlicher. Aber auch die gewöhnliche Photoaraphie, die Mutter des modernen Films, erobert sich neue Denven- dungsgebiete. Die Photomontage, noch gestern eine „revolutionäre Kunst", steht heute im Dienst von Industrie und Handel. Freilich genügt cs nicht, einfach Bilder auszuschneiden und zusam- menzukleben: diese Klebemontage ist nur eine ärmliche Schwester jener wirklichen „Schwarzkunst", die auf diesem Gebiet von Künstlern betrieben wird. Die entsprechenden Ausnahmen sind sehr schwer zu machen: sie erfordern wiederholtes (Exponieren einer Platte, Abdecken, Retouchieren und sonstige raffinierte Mittel, um die verschiedensten Gegenstände und sogar symbolische Darstellungen von Gedanken auf einer Fläche zu vereinen.
Von der Gedankenarbeit der Photomontage führt die gerade Entwicklung zu den photodramatischen Bildern, den Darstellungen von kleinen Szenen des täglichen Lebens, ausgeführt von mimisch begabten Modellen. Manche Unternehmer in Amerika haben Archive mit 70 000 und mehr solchen Bildern, die für die Illustration der Werbetexte benutzt werden.
Luxus steigert, gereicht dem Film nur zum Vorteil. da dadurch seine souveräne Verachtung der Wirklichkeit, sein Abschweifen in die Zonen einer erwünschten und erträumten Phantasie betont wird.
Denn nur ein kleiner Kreis, eine auserwählte Oberschicht hätte auch im realen Leben Gelegenheit. Feste von solchem Glanz, Toiletten von solcher Pracht, Räume von solchem Luxus zu sehen, zu tragen, zu bewohnen, wie sie im Film schon alltäglich geworden sind! Aber Luftschlösser bauen ist eine der angenehmsten und — verantwortungslosesten Beschäftigungen, und diese zauberhaften Gebilde sind eben sichtbare Luftschlösser. — Aus dieser Tatsache erklärt sich zweifellos der geschäftliche Erfolg einer Reihe von Filmen, deren fast einzige Qualitäten der Charme schöner Frauen in entsprechend kapriziöser und luxuriöser Aufmachung, und ein reicher, gesellschaftlicher Rahmen sind.
Run ist es aber gar nicht so leicht, wie es sich der Laie vielfach vorstellt, im Film stets elegant und modern zu wirken, und es bedarf langwieriger Beratungen, vieler Versuche und Proben, ehe das Resultat befriedigend erscheint.
Vor allem muß man sich darüber klar sein, daß es etwas prinzipiell Verschiedenes ist, sich für den Film zu kleiden, oder für das wirkliche Leben, ebenso wie ja auch zwischen den für das Rampenlicht berechneten Bühnentoiletten und anderen meistens ein großer Tlnterschied ist.
Zwei Gründe bedingen im Wesentlichen diesen fundamentalen Llnterschied: einerseits die Tatsache, daß das Filmbild lediglich auf reine Schwarz-weih-Wirkung gestellt ist, und daß die Farbe, dieses für die Wirkung einer Mode so wichtige Element, vollständig ausscheidet. — Dazu kommt, daß die photographische Wiedergabe der Helligkeitswerte der Farben teilweise nicht richtig ist. (Man denke daran, daß z. B. Helles Gelb in normaler Photographie fast schwarz erscheint, während ein ziemlich tiefes Blau beinahe noch । weiß wirkt!). — Weiter ist von größter Bedeutung der Tlmstand, daß die Menschen sich nicht 1 im Raume bewegen, sondern auf einer Fläche,
wodurch die dekorative Wirkung des Hintergrundes. von dem sich die Gestalten abheben, viel einschneidender sein wird, und eingehende Berücksichtigung erfordert.
Es bedarf eines gründlichen Durchdenkens dieser technischen Fragen, um im Filmbild die harmonisch abgestuften, fein abgetönten Wirkungen, oder die pikanten Kontrasteffekte jener kostbaren, schimmernden Schöpfungen getreu wiederzugeben, die der Wunschtraum jeder wahren Frau sind.
Roch bedeutungsvoller ist jedoch der zweite Grund, nämlich: der rasche Wechsel, dem die Mode jetzt unterworfen ist! Das weibliche Publikum will in den Darstellerinnen meistens auch modische Vorbilder sehen, sich an den neuesten exquisiten Schöpfungen der launischen Göttinnen erfreuen. — Da aber zwischen Aufnahme, Fertigstellung und Erscheinen eines FUmes auf der weihen Wand oft eine recht erhebliche Zeitspanne verstreicht, besteht die Gefahr, daß Vieles, was im ersten Zeitpunkt als ultramodern und schick galt, dann schon überholt wirkt. Eine Gefahr, der leider, neben vielen gleichgültigen, auch wertvolle, interessante Filmwerke nach verhältnismäßig kurzer Zeit zum Opfer fallen müssen.
Denn kaum etwas anderes ist im Film so' störend als „die Mode von gestern". Während wir einen guten Kostümfilm nach Jahren genießen können, trotz aller künstlerischen und technischen Reuerungen, die dem Publikum vielfach gar nicht bewußt werden, hilft uns auch die blendendste Regie, die spannendste Handlung, die vorzüglichste Darstellung nur höchst selten über „altmodisch" gewordene Kleidung hinweg, und ausgesprochen unmodern gewordene Toiletten sind in den meisten Fällen ein absolutes Todesurteil für das betreffende Werk, mag sein sonstiger, künstlerischer Wert auch noch so groß sein.
Um nun dieses rasche Veralten zu vermeiden, ist es nötig, mit ganz besonderer Sorgfalt und Hebetlegung auf die „Linie" der Mode zu achten. Man muß sozusagen mit einem besonderen Sinn begabt sein, um das Bleibende im Wechsel zu erkennen, das Kommende vorauszuahnen, das allzu Vergängliche zu fühlen und zu vermeiden, und auf diese Weise eine gewisse Zeitlosigkeit des Stils zu erzielen, die, solange sich das Gesamtbild der Mode nicht allzu schroff verändert, längere Zeit hindurch modern wirken kann. — So erscheinen uns z. B. heute der kurze Rock, das gebobbte Haar, helle, seidene Strümpfe als solch „bleibende" Mode-Elemente: es ist aber für die Aktualität der Filmwirkung unwesentlich, ob der Rock etwas länger oder kürzer ist, ob einmal der ondulierte Bubikopf, ein andermal der glatte, gerade en vogue sind usw.
Die Erfüllung dieser Forderung einer gewissen „neutralen“ Modelinie ist in neueren Filmen oft in »sehr glücklicher Weise gelungen, und zwar für alle Arten von Kleidung: vom einfachsten Strahenkleid, bis zur phantastischen Komposition eines übersteigerten Luxusbedürfnisses, in der uns sowohl die Kostbarkeit des verwendeten Materials besticht, wie die Kühnheit des Schnittes und die Abstimmung der Tonwerte.
Manchmal ist der Film sogar gezwungen, im Interesse seiner Wirkung bewußt anachronistisch zu sein: so kann man bei Werken, die kurz' vor dem Kriege spielen, unmöglich die damalige Mode genau kopieren. Denn die langen Röcke, die Riesenhüte, die „Wespentaillen" und Schinkenärmel, die „©tiefletten“ usw. würden derartig unfreiwillig komisch wirken, daß sie höchstens für eine Groteske brauchbar würden. Es müssen also hier Zugeständnisse gemacht werden, und so sehen wir z. B. die Prinzessin Louise von Coburg bereits im ärmellosen Kleid, oder Offiziersdamen aus einer kleinen Garnison im kurzen
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Trotz aller geschilderten Schwierigkeiten aber bleibt der Film, besonders für die zahllosen Orte, die nicht gerade Zentren des Weltverkehrs sind,
Mode und Mm.
Von £. von Seufferi.
gemeinljeit Forschungsarbeit und Raturaeschehen in einer unerhört anschaulichen Art nahebringt.
Das spannendste Raturdrama rollt mit diesem Film an unseren Augen vorüber. Heimische Vögel sind seine Helden, königliche und einsame Vögel, die bisher fast etwas Legendäres für uns hatten, weil wir sie noch niemals in ihrem Sein und in ihren Lebensgewohnheiten kennengelernt haben. Schlimme Räuber nannten wir sie, aber Bengt Berg lehrt uns, daß die so unschuldig aussehenden Möven weit schlimmere Räuber sind, die heimlich fremde Rester ihrer Eier berauben. Er zeigt uns, daß der Fischer am See, der die Adler haßt und sie am liebsten gleich auf der Stelle ausrotten möchte, weil sie, um leben und ihre Jungen ernähren zu können, auf Raub ausziehen, daß dieser selbe Fischer eine Riesenbeute von seinem täglichen Fischzug nach Hause bringt, während die Adler immer nur einen Hecht ober Aal ober ein Eiderküken in ihren Fängen zum Horst hinauftragen.
Bengt Berg hat mit der Schaffung dieses Films mehr beabsichtigt, als nur der Allgemeinheit ein Raturdokument zu schenken. Er wollte, daß sein Film ein Rettungsruf für die Adler werden möge, deren Lebensdauer nur noch eine Frage von Jahrzehnten ist. Tatsächlich ist es ihm gelungen, daß der schwedische Staat die Adler unter Raturschuhgesehe gestellt hat. Allein diese Maßnahmen werden das Aussterben der Adler nicht verhindern, sondern nur verzögern können. In einem Interview erklärte Bengt Berg, daß der Schutz, den man einem brütenden Adler paar in Schweden von nun an gewährt, nicht ausreicht, da alle jungen Adler in ihren ersten Jahren nach dem Süden ziehen, an den mitteleuropäischen Küsten und Flüssen entlang. Die meisten kommen von dieser Reise nicht zurück, denn Schlageisen und weittragende Gewehre machen ihrem Leben ein Ende. E. A.
Filme des AuslanddenWmns.
Von F. H. Reimesch.
In den letzten Jahren ist das Auslarcddeutsch- tum gewissermaßen Mode geworden. Weite Kreise des deutschen Volkes haben sich die ernste Frage gestellt, was das Mutterland eigentlich für seine 30 Millionen außerhalb des Reiches lebenden Stammesbrüder unternimmt, um sie kulturell und wirtschaftlich mit dem Reiche in Verbindung zu halten, und so ist es eigentlich ganz selbstverständlich, daß auch das nrobemste künstlerische
Ausdrucksmittel, der Film, in Beziehung zu den Deutschen im Auslande getreten ist, weil es ja der Film sehr leicht hat, nicht nur die Kenntnis über das Auslanddeutschtum zu vermitteln, sondern uns alle die bisher verborgen gebliebenen Schönheiten von Landschaft, Kunst und Volkstum zu zeigen. Es gibt schon verschiedene Filme über das Auslanddeutschtum, doch es sei nicht über das Bisherige gesprochen, sondern über zwei neue Werke des bekannten Filmmannes Karl De nnert, dem wir u. a. einen ausgezeichneten Deutschostasrikafilm verdanken, und der jetzt in Südamerika filmt. Diese beiden Filme behandeln das Deutschtum Südosteuropas, und zwar nennt sich der Film der Siebenbürger Sachsen" „Aus dieser Erd', da ist ein Lan d!", während der Film „Pflüg' mir den Boden , wackre Sch w a b e n f au ft!“ uns Land und Leute des Donauschwabentums zeigt.
Beide Filme bringen eine außerordentliche Fülle von Lichtbildmaterial im bewegten Bild an unfer Auge, das anregend, belehrend und auch tünsllerisch entzückend ist. lleberall dort, wo die Sachsen und die Schwaben bei der Arbeit oder beim Vergnügen gezeigt werden, können wir in vollster Befriedigung von diesem Anschauungsmaterial sprechen. Seien es die Sachsen mit ihren stolzen Trachten inmitten ihrer altersgrauen Kirchenburgen, oder die Schwaben beim Kirchgang, beim Tanz oder Markt. Hervorragend und nun auch besonders den Landwirt interessierend sind alle Aufnahmen aus dem bäuerlichen Betriebe, aus denen wir staunend ersehen, auf einer wie hohen Stufe dies deutsche Bauernvolk steht, das, wirtschaftlich und politisch umbrandet von den jungen Böllern des Südosten s. schwer um seinen Bestand zu ringen hat. In der Landwirtschaft sind sie, ebenso wie im Bürgertum, die Lehrmeister ihrer Mitvölker gewesen. Beide Filme sind mehr als sogenannte Kulturfilme, denn sie zeigen uns in lebhafter Ge- staltungssreude den (Erbengang von zwei Millionen deutscher Menschen im Dorlande des Reiches, von Menschen, die nicht nur berufen sind, Pioniere zu fein, sondern es auch wirklich sind. Wie sehr würde eine Filmpropaganda für das Auslanddeutschtum noch gewinnen, wenn erst der Tonfilm und auch die Volkslieder und die Mundart übermittelt. So weit sind wir frellich noch lange nicht, und so ist es deshaiw zu wünschen, daß diese beiden Fllme nicht nur von Vereinen und Schulen, sondern auch von Lichtspieltheatern zur Vorführung erworben würden.
Verpflichtungen.
Von Greta Garbo.
Filmstar sein — das heißt, sich ungeschriebenen Gesehen fügen müssen. Filmruhm verpflichtet.
Es gibt so viele Dinge, die zwar nicht klipp und klar verboten sind, doch die man einfach nicht tun kann, weil — nun ja, weil man eben der „Typ" ist. Der Typ Greta Garbo. Der Typ dec weiblichen Frau.
Ich möchte einmal eine Jungensrolle spielen, mit langen Hosen Herumlaufen und mir gar nicht ähnlich fein. Es ist nicht möglich. Ich habe Verpflichtungen. Meinem weiblichen Typ gegenüber, mit dem sich der Begriff meines Ramens deckt.
Was für viele meiner jungen Kolleginnen selbstverständlich ist, kommt für mich nicht in Betracht. llebermut, Laune, Ausgelassenheit darf ich mir eventuell in meinem unbeobachteten Privatleben leisten, in dessen Rahe sich kein Photograph oder Interviewer aufhält. Ich bin der Öffentlichkeit gegenüber verpflichtet, unerhört seriös zu erscheinen — ich glaube, seriös ist daS einzig richtige Wort dafür — weil die Oeffent- lichkeit mich so haben tojll.
Ich möchte eine Jungensrolle spielen. Ich träume davon, Oskar Wildes Dorian Gray zu verkörpern. Ich sehe die größten dramatischen Möglichkeiten in dieser Rolle, aber ich denke praktisch genug, um nicht zu wissen, daß der größte Teil des Publikums über eine solche Rolle zumindest befremdet wäre.
Damit meine ich das amerikanische Publllum. Bei europäischen Zuschauern würde ich aller Wahrscheinlichkeit nach sogar Erfolg haben, wenn in den Dorian Gray spielen würde, ^in amerikanischer Filmproduzent jedoch, dem ich das Ansinnen stellen wollte, mich als Dorian Gray her- auszubringen, würde unbedingt außer sich geraten. Ich könnte ihm seinen Widerstand auch nicht verdenken, denn wenn die Oesfentlichkeit von einer Schauspielerin weiblichste Weiblichkeit verlangt, muß dieses Verlangen -erfüllt werden. Das Publikum ist ja nicht für uns da, sondern totr für das Publikum.
Ich wünsche mir so sehnlichst. den Dorian Grah im Film darzustellen, vorausgesetzt natürlich, daß ich in der Rolle überzeugen könnte und nicht wie ein Mädchen in Jungenskleidem wirken würde.
Ich bin mir klar darüber, daß dieser Herzenswunsch niemals in Erfüllung gehen wird. Derm, wie gesagt, man hat Verpflichtungen ...
(Aus dem Englischen von Gusti Schidlost)


