Ausgabe 
24.7.1929
 
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stellend bezeichnen, zumal tn Anbetracht der Starke der bedeutend routinierteren Gegner von vorn­herein mit einem Sieg nicht gereä)net worden war. In der 4 mal 100-Meter-Staffel machte sich das Fehlen Kochs stark bemerkbar: der als Er­satz eingesprungene 3000-Meter-Mann konnte na­turgemäß nicht genügen. Im Hochsprung gab es einen harten Kampf zwischen vier gleichwertigen Gegnern. 1. Becker, Polizei Frankfurt, 1,65; 2. Bolz, Polizei Friedberg, 1,60; 3. Jakob, V.f.B. Gießen, 1,60; 4. Seipp, Spielvereinigung Gie­ßen 1,60. Beim Speerwerfen ließ der zum ersten­mal' startende S p a a r sich sehr gut an, trat jedoch bei einem Wurf von 43 Meter über und verscherzte sich so die sichere Chance auf einen Platz. Hand- qranaten-Weitwurf: 1. Koch, Polizei Darmstadt, 64,05; 2. Baß, Polizei Frankfurt, 63,45 ; 3. Spaar, D.f.B. Gießen, 60,80 Meter. Die beiden Ersten sind als außerordentlich gute Werfer be­kannt und haben auf diesem Spezialgebiet eine große Erfahrung, so daß die Leistung Spaars be­sondere Anerkennung verdient. Wenn Mo hl, V.f.B., mit von der Partie hätte sein können, wäre ihm der Sieg wohl kaum zu nehmen gewesen; im Vorjahre warf er in Friedberg die Handgranate 67,15 Meter, lieber 100 Meter lief Albert Schmidt sehr gut, hotte jedoch das Pech, beim Start zum Zwischenlauf zu stolpern, wodurch er das Rennen aufgeben müße. Schmidt kann aus der 100-Meter-Strecke noch etwas erreichen; in der Staffel lief er gegen seinen Konkurrenten einige Meter heraus. Max Fischer und Mosbach konnten sich über 400 Meter nicht durchsetzen, zu­mal gerade hier die Konkurrenz sehr stark war.

Gießener Schwimmverein.

Im Frankfurter Stadion wurde am Sonn­tag der Städtekampf Frankfurt- DarmstadtOffenbach, verbunden mit gauoffenen Jugend wettkämpf en, zum Austrag ge­bracht. Leider trat Darmstadt zu dem Städte­kampf nicht an, so daß die Staffeln etwas an Jntereffe verloren. Trotzdem gab es spannende Kämpfe, die Führung in den einzelnen Staf­feln wechselte sehr oft, und es ging am Ende oft anders aus, als man im Anfang dachte. Frank­furt gewann die 10X100-Meter-Freistilstaffel, die lOXlOO-Meter-Druststaffel und die 20x50-Meter- Freistilstaffel, während Offenbach nur in der 15xl00-Meter-Lagenstaffel siegreich bleiben konnte.

An den Jugendwettkämpfen war der Gießener S. V. mit einer Mannschaft be­teiligt, deren Leistungen nicht ganz den Erwar­tungen entsprachen. Mosner (Zeit 1;41), Me­wes (1;39,8) und Habrich (1;39) gelang es nicht, im Jugendbrustschwimmen auf Platz zu kommen. Auch Hechler wurde im Iugendfrei- stilschwimmen, 100 Meter für 17- und 18jährige, mit 1;23 nur Sechster. Dagegen schnitten Georg Herbert und Arnold 3 immer im Jugend­freistilschwimmen für 15° und 16jährige (15 Teil­nehmer) vorzüglich ab. Herbert verbesserte seine beim Gaufest geschwommene Zeit von 1 ;13,2 auf 1 ;12,4 und belegte damit den 2. Platz im toten Rennen mit Eimer, 1. Frankfurter S. C. hin­ter Wendling, Moenus Offenbach, der mit l;10 eine ganz hervorragende Zeit schwamm. Zimmer wurde mit 1;16,9 Dritter und zeigte damit zum ersten Male, was er eigentlich kann. Die in diesem Rennen erzielten Zeiten könnten manchem Herren zur Ehre gereichen. Bemer­kenswert ist, daß auch die im Iugendsreistil, 100 Meter, für 17- und 18jährige Jugend er­reichten Zeiten hinter denen der jüngeren Klasse zurückblieben.

Im Anschluß an die Wettkämpfe zeigte der süddeutsche Meister und Olympiateilnehmer Reh­bor n , Gießener S. V., mit einer Anzahl ganz .ausgezeichnet gelungener Sprünge vom 10-Meter- Turm, über welch großes Können er verfügt. Das Publikum war einfach begeistert, und auch wirklich mit Recht. Es ist erstaunlich, daß Reh- born man kann es wohl behaupten noch besser springt als im Vorjahre, obgleich er in Gießen keine Gelegenheit hat, Sprünge vorn 10- Meter-Turrn zu üben. Das ist um so bedauer­licher, als sein Können gerade erst bei Sprüngen aus großer Höhe ganz zur Entfaltung kommt.

Den Abschluß der Veranstaltung bildete ein Wass erballspiel zwischen der Jugend des G. S. V. und der des Rot-Weiß, Darmstadt, als Vorspiel zur Gaumeisterschaft. Das Spiel zeigte, daß die Gießener Jugend noch nicht über die nötige Kampferfahrung verfügt, daß aber andererseits die besten Ansätze vorhanden sind, die darauf schließen lassen, daß es die Mann-

Roman von Edgar Wallace.

35. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Dann muh ich dich mal wieder ein wenig auf die Erde zurückbringen," sagte Diana ruhig. Ich möchte, daß du mir etwas versprichst."

Ich will dir alles versprechen, was es auch sein mag, Diana," sagte er im Lieberstrom seiner Gefühle.Verlange den obersten Ziegel des Schornsteins, verlange ein Stückchen vom Mond und

Gar nichts so Schwieriges. Ich möchte nur und doch wird eS vielleicht noch schwieriger sein," sagte sie eimsthaft.Willst du mir versprechen, daß du mich unter keinen Lim ständen bitten wirst, unsere Verlobung aufzuheben?"

Er drehte sich zu ihr und wäre beinahe stehen geblieben.

RichtS mehr als das?" sagte er.Wie kannst du nur auf den Gedanken kommen, daß ich jemals den Wunsch haben sollte, diese wundervolle Ver­lobung aufzulo"

Ich weiß, ich weiß," unterbrach sie ihn.Es ist genau so wundervoll für mich, und doch" sie schüttelte den Kopfwillst du mir ver­sprechen, daß du niemals unsere Verlobung auf* heben wirst, was auch immer vorfallen mag, wie auch immer der Ausgang des Falles Stuart sein mag, ob du Erfolg hast oder nicht, was für Enthüllungen auch kommen mögen willst du mir das versprechen?"

Das verspreche ich dir," sagte Larry bestimmt. Es gibt nichts in der ganzen Welt, das mich veranlassen konnte, mein gegebenes Wort zurück­zunehmen. Aber ich lebe in Todesangst, du wirst noch mal herausfinden, daß du dich an jemand weggeworfen hast, der deiner unwürdig ist. Wenn du das aber tust, schwöre ich dir, daß ich dich wegen gebrochenen Eheversprechens verklagen werde I Mit meinen Gefühlen lasse ich nicht spielen," fügte er lachend hinzu.

Als sie nach dem Zimmer 47 kamen, fanden fie zwei Mann, die im Gang auf sie warteten. Einer war ein Kriminalbeamter in Zivil, und der andere ein kleiner, verschrumpelter Mann, der

schäft in kurzer Zeit zu etwas bringen kann. Der Gesamtetndruck des Spiels war der, daß eigentlich keine Mannschaft die bessere war, der Ball befand sich jedenfalls öfter in der Spiel­hälfte der Darmstädter, als tn der der Gießener. Daß das Spiel trotzdem mit 5:2 zugunsten der Darmstädter endete, lag daran, daß diesen ver­schiedene Durchbrüche glückten, während die Gie­ßener Stürmer den Ball reichlich oft am Tor vorbeiwarfen. Da die Mannschaft des G. S. V. mit Erfolg antrat, dürfte damit zu rechnen sein, daß das Rückspiel am 25. August in Gießen gün­stiger ausgehl.

Tennis.

Gießen Darmstadt 9:10.

Wie erwartet, war der Verlauf dieses Klub­wettkampfes äußerst spannend. Rur mit einem Punkt Vorsprung konnte der vorjährige BezirkS- meifter den Gießener Tennisklub 1922 bezwingen. Bei gleichviel gewonnenen Sähen konnte Gießen 237 Spiele für sich buchen, Darmstadt mir 232. Die meisten Siegespunkte für Gießen ergaben diesmal die Doppels, eine für den Klub besonders erfreuliche Tatsache; noch in der vorjährigen Saison waren die Doppels und im besonderen das Mixed stets der wunde Punkt in der Gießener Mannschaft. Gegen Darmstadt gingen alle aus- getragenen Mixedspiele gewonnen I

Herren-Einzel: Dr. Kirchner muß sich nach Kampf dem Sicherheitsspiel des früheren Gießener Klubmitgliedes Werner ergeben. Roll stellt sich gegen Deutler nach verlore­nem 6:0-Sah um und siegt nach schönem Spiel mit rasanten Vorhandschlägen gegen den guten Darmstädter. Hamann muß S t e f f a n in drei Sähen knapp den Sieg überlassen. Dr. Schop­pet unterliegt dem wuchtigen Spiel von Sa - mesreuther. 6eriba präventiert sich in ausgezeichneter Form und schlägt Dr. Fried­rich 6:1, 6:2. Dr. Dönges und v. Grvl-

man müssen Niederlagen hinnehmen, testeter verliert nur ganz knapp in drei Sähen. Fischer schlägt Petersen nach härtestem Dreisatz- kompf.

Damen-Einzel: Frau Dumur beweist erneut ihre große Klasse, indem sie gegen die ausgezeichnete Darmstädterin Frl. Fischer nach gewonnenem ersten Satz und nach 4: 2-Führung tm zweiten nur ganz knapp unterliegt. Das Match brachte ausgezeichnetes Damentennis und be­sonders schönes Hehspiel von Frau Dumur. Frl. K e m p f f und Frl. S e u f f e r t spielen ziemlich ausgeglichen drei Sätze, die Darmstädterin ist zum Schsich glückliche Siegerin, Hrl. Berg ist gegen vorigen Sonntag nicht wiederzuerkennen, in Hoch­form schlägt sie Frl. Spaeth 6:3, 6:0. Frau Düttmann unterliegt dem weichen Spiel von Frl. S c r i b a.

H erren -Dop pel: Dr. Kirchner-Roll spielen gegen Werner-Samesreuther ein flottes, interessantes Match, letztere gewinnen in drei Sätzen. Gießen hätte genau so gut gewinnen können. Dr. Schopper-Scriba führen eines der schönsten Spiele ihrer Tennispraxis vor und siegen über Deutler-Steffan. Dcriba in Ausschlag und Rückhand erstklassig. Ha - mann-v. Grvlman verlieren unnötig 7:9 im dritten Satz. Dr. Dönges-Fischer sichern den zweiten Pluspunkt im Herren-Doppel.

Mixed: Das erste Mixed muhte leider aus- fallen, ein Llmstand, der vielleicht entscheidend für den ©efamtfieg war. Die starke Gießener Kombination Frau Dumur- Dr. Kirchner hätte die besten Aussichten gegen Frl. Fischer- Werner gehabt. Frl. Berg- Dr. S ch o p p e r müssen sich gehörig strecken, um Frl. S e u s f e r t - Samesreuther zu bezwingen. Das 9:7 im dritten Satz zeigt die Härte des Kampfes. Frl. Kempf-Roll siegen sicher 6:3, 6:3 gegen Frl. Scriba-Deutler. Frau Dü11 - mann-Scriba gaben Frl. Spaeth-Stes- fan 6:3, 8:6 das Rachsehen.

Das 2. Bundesfest des Arbeiier- Tum- und Sportbundes in Nürnberg.

Vom 18. bis 21. Juli fand in Nürnberg das 2. Bundesfest des Arb eit er-Turn- und Sportbundes statt. Bereits feit zwei Jahren waren die Vorarbeiten für diese Veranstaltung im Gange und wenn diefes große Fest in allen Tei­len die Erwartungen übertraf, so ist das auf das beste Zusammenarbeiten aller Funktionäre und die vorzügliche Disziplin der Massen zurückzuführen. Bereits ab Mittwoch rollten die Sonderzüge durch alle deutschen Gaue, um die Teilnehmer nach Nürnberg zu bringen. Auch der 9. Kreis (H e s - f e n) war mit einigen tausend Teilnehmern ver­treten, die in drei Sonderzügen ab Frankfurt be­fördert wurden. Der 3. Bezirk im 9. Kreis (Gie­ßen) fuhr mit 150 Teilnehmern am Donnerstag früh ab. Trotz des schweren Gewitters hatten sich alle Gemeldeten pünktlich in Gießen eingefunden. In Nürnberg wurden fast alle Teilnehmer des 9. Kreises bestens untergebracht. Bis Autn Freitag, dem eigentlichen Festbeginn, waren über 100 Son­derzüge in Nürnberg eingetroffen. Die Stadt dürfte selten einen so riesigen Verkehr aufzuweifen gehabt haben, wie in den Tagen des Bundessestes. Die Festeröffnung fand pünktlich 10 Uhr im großen Rathaussaal statt. In stimmungsvolles Zwielicht getaucht fitzen hier Hunderts von Vertretern der Sportler, der Länder, der Stadt und der Arbeiter- organifattonen. Die Decke ziert der Erinnerungs­kranz an das Dürerjahr, und von den Wänden herab schauen die Malereien von Albrecht Dürer auf die bunte Menge. Die Musiker des städtischen Orchesters leiten die Feier mit der glänzend gespiel­ten Ouvertüre zuEgrnont" ein. Die Musik ver­klingt, dann singt der VolkschorHans Sachs" mit 300 Teilnehmern den dramatischen Männer­chor von Paul Kurz. Der Bundesoorsitzende Gel­lert, Leipzig, begrüßt die Gäste, besonders den Reichsinnenminister S e v e r i n g , Reichstagsprä- fident L ö b e, die Oberbürgermeister der Städte Nürnberg und Fürth, Dr. L u p p e und Dr. W i l d, sowie Vertreter anderer Organisattonen und den Vertreter Oesterreichs. Dann überbringt Oberbür­germeister Dr. Luppe die Willkommengrüße der Feststadt. .

Die Grüße der Reichsregierung und des Reichskanzlers überbrachte Reichsinnenminister Severing. Gr führte ferner aus, daß die

Reichsregierung Wert darauf lege, festzustellen, daß sie es als ihre Pflicht und Aufgabe be­trachtet, auch für die Tagesarbeit der Turner Mittel bereitzustellen. Wenn unsere jungen Ar­beiter und Sportler keine Gelegenheit hätten, sich in frischer Luft zu tummeln, wenn sie nicht folgen würden ihren Führern, die sie hinausführen in die Wälder, auf Fluren und Stadien, dann be­stände die Gefahr, daß sie bet Zigarren- und Zigarettenqualm in der Stadt ihre freie Zeit verbringen und verkümmern würden. Dies hätte doch die größten sittlichen Gefahren im Gefolge. Ferner habe er die Absicht, im nächsten Herbst alle die großen Zentralorganisationen (die Kul­turorganisationen, Theater-, Jugend-, Schrift­steller- und Turnerorganisationen) zusammenzu­berufen, um zu versuchen, den einen großen harmonischen Menschen der Zukunft zu gestalten. Reichstagspräsident Lobe richtet auch einige Worte an die Festversammlung. Es sprechen dann noch verschiedene Vertreter von Organi­sattonen. Die Grüße der Oestreicher überbrachte Jul Deutsch. Inzwischen hatten im Stadion die Wettkämpfe aller Sparten begonnen, die große Beteiligung aufwiesen. Der Rachmittag und Abend brachte die Sondervorführungen der Dundesschule, sowie die Kreisveranstaltungen. Alle Veranstaltungen waren stark besucht. Linser Hessenkreis war in der wunderbaren Frei­lichtbühneSchmausenbuck" zum Kreisabend zu fammengetommen. Alle Vorführungen fanden stärksten Beifall.

Der Samstag brachte die Fortsetzung der Wett­kämpfe, sowie die verschiedenen Dorproben und Fußballkämpfe. Abends fand das Festspiel statt, dem sich eine Jugendkundgebung mit Fackelzug anschloß. Zehntausende nahmen hieran teil. Den Höhepunkt des Festes bildete der F e st z u g am Sonntagvormittag. Bereits früh 7 Llhr mar­schierten die Sportler zu ihren Stellplätzen. In zwei Zügen marschierten die Hunderttausend durch die Straßen Rürnbergs nach dem Stadion. Was nicht am Festzug beteiligt war, hatte in den Straßen und im Stadion Aufstellung genommen, um dieses seltene Schauspiel zu bewundern. Tausende von Fahnen, Musiker, Trommler und Pfeifer gaben dem Festzug das Gepräge. Lim

nachdenklich, die Hände auf den Knien, auf einer Dank sah und mit sichtlosen Augen auf den Boden starrte.

Bei seinem Anblick blieb Larry stehen.

Was soll das bedeuten?" fragte er.

Ach, bitte, sei nicht böse," sagte das junge Mädchen bedauernd.Das hätte ich dir ja er­zählen müssen ich habe ihn holen lassen."

Das ist doch Lew," rief Larry überrascht, und Diana nickte.

Du hast mir doch selbst gesagt, daß ich als Zeugen holen lassen könnte, wen ich nur immer woltte," begann sie, aber er unterbrach sie freundlich:

Selbstverständlich, Liebling, du kannst tun, was du willst."

Er betrachtete neugierig den alten Mann, der teilnahmlos für alle äußeren Dinge in seiner dunklen, schweigenden Welt seinen eigenen Ge­danken nachhing.

Bringen Sie ihn ins Bureau," sagte Larry, und zu Diana:Wie willst du es denn anfangen, ihn zum Sprechen zu bringen? Wie willst du es ihm verständlich machen, was wir von ihm wollen?" Er schüttelte mitleidig den Kopf.Ich habe es mir vorher nie recht klar gemacht, was für ein entsetzlicher Zustand es fein muß, blind und taub zu sein. Kannst du dich mit ihm verständigen?"

Ich glaube ja," antwortete das Mädchen ruhig,aber du mußt dir erst klar machen, daß Lew keine Idee hat, wo er eigentlich ist. Wie soll er das denn wissen? Vielleicht denkt er, daß er immer noch in jenem fürchterlichen Blin­denheim in der Gewalt der Leute ist, die ihn so grausam mißhandelt haben."

Larry nickte beipflichtend.

Ich brauche einen Revolver," sagte das junge Mädchen,und einen Schutzmann in Uniform." Sie wandte sich Larry zu.Ich muß sehen, ob ich noch nicht alles vergessen habe, was ich im Blindenheim gelernt habe," und ergriff die Hand des alten Mannes.

Sie nahm seine beiden Handgelenke und' hob seine Hände an ihr Gesicht.

Eine Frau," sagte Lew. Dann hielt sie die kleine Vase mit Blumen, die auf ihrem Schreib­tisch stand, unter feine Rase.

Rosen, nicht wahr?" fragte er. «Das ist wohl ein Hospital."

Sie winkte hen uniformierten Schuhmann, der an der Tür stand, zu sich heran und hob von neuem die Hände des alten Mannes hoch, führte sie leicht über den Uniformfragen des Beamten, über die Knöpfe feiner Tunika hinweg und ließ sie schließlich den Helm berühren.

n Grüner I" sagte Lew und fuhr zurück.

Wieder ließ sie ihn an den Blumen riechen und strich von neuem mit seiner knochigen, alten Hand über ihre frische Wange.

Ich bin inm Hospital, undn Schutzmann paßt auf mich auf. Sucht man mich Denn für irgend was?"

Diana nahm seinen Kopf zwischen ihre Hände und schüttelte ihn von rechts nach links.

Also nich? Was?" sagte er erleichtert.

Larry beobachtete gespannt die beiden.

Bin ich vor den Schweinehunden sicher?"

Wieder nahm sie seinen Kopf zwischen die Hände und zwang ihn zu nicken.

Ich soll wohl aussagen?"

Das junge Mädchen wiederholte dieselbe Be­wegung, zog einen Stuhl heran und führte Um zu diesem.

Der Kriminalbeamte hatte inzwischen den Re­volver gebracht und reichte ihn dem jungen Mädchen. Sie nahm Lews Hand und strich leicht mit dieser über Griff und Lauf der Waffe. Er schauderte.

Ja, das haben sie mit mir gemacht," sagte er.Sie wollen sie wohl dafür fassen, nicht wahr? Es war furchtbar grausam fürnen blinden Mann. Warum kneifen Sie mich denn in die linke Hand?"

Wieder ließ sie ihn nicken und zwickte dann seine rechte Hand und, ohne auf seine neue Frage zu warten, ließ sie ihn den Kopf schütteln.

Ich hab's, ich hab's begriffen," sagte er eifrig. Die rechte Hand bedeutet nein und die linke ja. Ist jemand hiern Oberbonze?"

Sie signalisierte ihmJa".

Wollen Sie, daß ich aussage?"

Wieder dasJa"-Zeichen, und Lew begann seine Erzählung.

Er und der blinde Jake waren Leidensgenossen, aber er war beinahe schon von Jugend an der

die elfte Stunde trafen die Spitzen tm ÖhrftÖB ein, wo trotz Sonnenglut eine tausendLpfigq Menschenmenge ausharrte. Sofort nach (Sin* treffen auf der Festwiese nahmen die E n t * scheidungs kämpfe der Leichtathleten, bet Schwimmer und Spieler ihren Fortgang. Gegen 3 Llhr setzten die Massenfreiübungen auf der Festwiese ein. Zwanzigtausend Männer und über zehntausend Frauen zeigten die famos einstudierten und peinlich exakt ausgeführten rhythmisch-gymnastischen Bundesfreiübungen mit Musikbegleitung. Ein aufziehendes schweres Ge­witter mit dem langersehnten Rah konnte diese- seltene Schauspiel nicht stören und auch die Zepn- tausenden Zuschauer von der Begeisterung mchk zurückhalten. Dem Donner des Raturschauspiels folgte der Beifallsdonner der Massen. Zu glei­cher Zeit ehrte Siegesjubel den Besten in der Schwimmbahn und bei den leichtathlettschen Schluhkämpfen. Bundeshöchstleistungen wurden überholt durch neue Bestleistungen. Den Schluß der sportlichen Wettkämpfe bildete das Fußball­spiel der Verbände Süd- und Mitteldeutschland. Zwei Mannschaften guter spielerischer Qualität, die besten Könner ihrer Verbände, rangen zäh um die Entscheidung, die jedoch ausblieb. Ein Unentschieden 3:3 war das Ergebnis, das auch den Leistungen entsprach. Zu dem Kapitel Son­dervorführungen gehören die am Sonn­tagnachmittag im Stadion gezeigten Einzeldarbie- tungen von Gästegruppen und auch die würdige Abschlußfeier dec Gesamtveranstaltung am Abend auf der Hauptkampfbahn. Jetzt setzte der letzte Kampftag der Straßenbahner ein, die Muster­gültiges geleistet haben. Bereits ab Sonntag­nacht fuhren die Sonderzüge wieder zurück.

Ergebnisse von Teilnehmern unseres Bezirks: Geräte-Siebenkampf für Turner: Karl Bettln, Wieseck, 11. Stelle, 243 Punkte.

Geräte-Sechskampf, Jugendliche 16 bis 18 Jahres Wagner, Launsbach, 33. Stelle; Sehrt, Großen- Linden, 37. Stelle.

5000-Meter-Lauf: Baffer, Gießen, 6. Stelle.

Diskus, beidarmig, Sportler: Wilhelm Schwarz, Annerod, 3. Stelle, 58,19 Meter, Dundesmeister.

Schleuderballwerfen: Wilhelm Schwarz, Anne­rod, 6. Stelle, 51,31 Meter.

Tennis: Männer, Einzel B, Adam Gündervth^ Gießen, 6: 4.

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 16. Juli. Diebstähle aus sahrmchen Fuhrwerken auf der Landstraße gehören nicht zu den Seltenheiten. In dem einen Fall schleicht sich der Dieb an die Fuhrwerke heran, ohne daß es der Fuhrmann merkt; in dem anderen gesellt er sich zufällig zu dem Fuhrmann und benutzt dann irgendwelche Gelegenheit, diesen während der Fahrt zu bestehlen. Ein Diebstahl der letzt­erwähnten Art führte den heutigen Angeklagten, der ein Milchsuhrwerk bzw. dessen Leiter eine längere Strecke hindurch begleitete, auf die An­klagebank. Er soll aus einem an dem Fuhrwerk befestigten Kasten Geld gestohlen hahen. Der Be­stohlene merkte den Verlust erst, als er an seinem Bestimmungsort angelangt war. Sein Ver­dacht fiel auf seinen Begleiter, einen vorbestraften 21jährigen Menschen aus einem Rachbarort, der sich auch schon in Fürs orgeerziehung befand. Die vorgebrachten Verdachts gründe des Fuhr­manns, des einzigen Zeugen, reichten jedoch zu einem verurteilenden Erkenntnis nicht aus. Der­selbe Angeklagte wurde noch eines weiteren Dieb­stahls beschuldigt. Er hatte gleich zu Beginn des Jahres eine mehrmonatige Gefängnisstrafe zu verbüßen und soll die Absicht gehabt haben, sich vor Antritt der Strafe noch einige gute Tage zu machen, wozu ihm aber das Geld fehlte. Rach der Anklage hat er sich das Geld durch Diebstahl in der Wohnung eines alleinstehenden Sonder­lings verschafft, indem er diesen ohne einen be­sonders ersichtlichen Grund besuchte und wäh­rend seines Aufenthalts in der Wohnung eine günstige Gelegenheit wahrnahm, um aus einem Kleidungsstück 15 bis 20 Mk. zu stehlen. Das Zeugnis des Bestohlenen, der offensichtlich geistig minderwertig ist und in der Hauptverhandlung von seinen im vorbereitenden Verfahren ge­machten Angaben abwich, reichten auch hier nicht zu einer Verurteilung aus, so daß in beiden Fällen wegen mangelnder Beweise Freispre­chung erfolgen mutzte.

Sklave des riesigen Kerls gewesen und hatte unter der Herrschaft dieses Verbrechers ein stün­diges Leben voller Schrecken geführt.

Er hat Dinger gedreht, Sie würden zu Stein erstarren, wenn Sie se wüßten. Dinger," sagte er kopfschüttelnd,hat Jake angestellt, an die ick nich gern denke oft kann ich nachts nich schlafen."

Dann war vor fünf oder sechs Jahren Lews «eigener Bruder ein Mitglied dieser außerge­wöhnlichen Bande geworden.

Lind ein feiner, kräftiger Kerl war er, faate Lew stolz, ,,und sehen konnte er auch! Er lief immer auf Den Jahrmärkten als Blinder her­um, aber er konnte sehen wie ein Luchs, tonnte sogar Zeitungen und Bücher lesen; 'n großer Kerl war er, Sir, und hatte einen langen, buschigen Backenbart. Ja, Jim war ein großer Kerl, abern Gauner."

Dann waren sie unter den Einfluß jener außergewöhnlichen Macht geraten, von der der blinde Jake nur in so respektvoller Weise zu sprechen pflegte. Man hatte sie gebraucht, um Tote aus einem Hause fortzuschaffen, Jake hatte dabei geholfen und Jim und Lew. Er wußte nicht, ob man sie ermordet hatte, aber er glaubte es.

Das warne gerissene Bande. Wissen Sie, was sie vor sechs Jahren ferttgbekommen haben?" Er schien beinahe stolz auf das verbrecherische Genie dieser Schreckensmenschen zu sein.Wir haben einen Mann in den Fluß geschmissen mit einem Gewicht an den Deinen. Denken Sie vielleicht, man hat Lunte gerochen, als der Körper gefunden wurde? Rich dran zu denken. Wo denken Sie, daß das Gewicht befestigt worden war? An einem großen Block Salz, der genau um die Beine von dem armen Deibel patzte. Als das Salz sich aufgelöst hatte, kam er fein nach oben, und nischt war zu merken."

Lebte er denn noch, als er hineingeworfeN wurde?" fragte Larry, und das junge Mädchen schauderte bei diesem Gedanken.

Der Mann konnte die Frage nicht Höven, aber er antwortete, als ob er die Worte ver­nommen hätte.

(Fortsetzung folgt)

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