gurückzuführen ist. Das Setzen der Dickwurz ist durch die Trockenheit der letzten Tage unterbrochen worden, wie auch die schon gesetzten Pflanzen hierdurch schwer gelitten haben. — Die Preise des Heugrases sind auf den städtischen und gräflichen Grasversteigerungen, die in dieser Woche abgehalten wurden, um mehr als das Doppelte gegen voriges Jahr gestiegen. Es waren viele Liebhaber aus der Wetterau gekommen. Der Morgen kam im Durchschnitt auf 40 bis 50 Mark.
Kreis Alsfeld.
WSN. Alsfeld, 23. Juni. Beim Abladen von Baumstämmen an dem Sägewerk in Hainbach wurde der 30 Jahre alte Landwirt Heinrich Bohn aus Storndorf von einem vom Wagen rutschenden mächtigen Baumstann erschlagen. Der Stamm stürzte dem bedauernswerten Manne, der erst seit etwa einem Jahre verheiratet war, auf den Kopf und brach ihm das Genick, so daß der Tod auf der Stelle eintrot.
Alsfeld, 24. Juni. Am nächsten Sonntag findet hier das Schwalmtal - Bundessänge r f e st verbunden mit der Feier des neunzigjährigen Bestehens des hiesigen G e - sangvereins Liederkranz statt, zu welchem große Vorbereitungen getroffen werden.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
Z Wetzlar, 22. Juni. Die Bautätigkeit in unserer Stadt hat im laufenden Jahre b e - trächtlich abgenommen. Seitens der Stadtverwaltung wird nur der S ch l a ch t h o f fertig- gestellt: hier sind die Vergebungen für die letzten Hochbauten in der vergangenen Woche erfolgt. Es handelt sich dabei um Nebengebäude, die in drei Losen an Bauhandwerker zugeschlagen worden sind. Außerdem läßt die Stadt das Wohngebäude des früheren Solms-Draunfelsischen Hofgutes Magdalenenhausen vollkommen renovieren. Reste des Gutes sollen alsdann neu verpachtet werden und als Sommerfrische dienen. Die Kosten sind hier mit 63 000 Mark in Ansatz gebracht. Eine belondere Freude für die Ausflügler bildet die Fertigstellung des neuen Ausfichtsturmes auf dem Stoppelberg. Hier ist durch Stiftungen des Fabrikdirektors H o l l m a n n ein Werk geschaffen worden, das noch Generationen eine Freude bereiten dürfte. Der Turm ist aus Basaltsteinen errichtet, die in seiner unmittelbaren Nähe gebrochen worden sind. An dem Turm selbst ist eine geräumige Unterkunftshütte angebaut, die dem Wanderer ausreichend Schutz bei Witterungsunbilden gewährt. Die Kosten seiner Erstellung dürften etwa 35 000 Mark betragen. Leider ist bie Neubautätigkeit zur Behebung der Wohnungsnot in diesem Jahre fa st ganz eingestellt, weil der Stadt keine Gelder aus dem Hauszinsstcuerfonds mehr zur Verfügung stehen. Das Ausbleiben dieser Neubautätigkeit macht sich bereits auf dem Wohnungsmarkt stark bemerkbar. Der Straßenbau ist zur Zeit ganz eingestellt. Auch hinsichtlich der im vergangenen Jahre so stark erörterten großen Umgehungsstraße, die eine Entlastung der Altstadt bringen sollte, ist es wieder ganz still geworden.
WSN. Wetzlar, 22. Juni. Das zweieinhalbjährige Töchterchen des Schreiners Scharf in Burgsolms stürzte in einem unbewachten Augenblick in einen Kübel mit kochendem Wasser. Das bedauernswerte Kind zog sich dabei, so schwere Verbrühungen zu, daß es nach eintägiger Qual im Wetzlarer Krankenhaus gestorben ist.
Oie Krankfurier Lichtspieltheater schließen nicht.
WSN. Frankfurt a. M., 22. Juni. Der vor einigen Wochen einstimmig gefaßte Beschluß des Landesverbandes der Lichtspie'.cheaterbcsitzcr vo. Hessen und Hessen-Nassau, chre Theater am 1. 3uIi z u schließen, für den FaU, daß der Magistrat die Bergnügun g s -
Roman von Edgar Wallace.
9 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Das Gesicht von Wr. Strauß zuckte nervös. „Ich glaube, Sie irren sich, Sir," sagte er. „Laß doch den Blödsinn," sagte Fred unelegant und zog ihn in die Lower Regent Street hinein.
„Entschuldigen Sie, daß ich Sie nicht gleich erkannt habe," begann Wr. Strauß unruhig, „ich dachte erst, Sie wären ein Geheimer — Spitzel sagen wir hier."
„Nee, noch nicht," erwiderte Flimmer Fred. „Na, und wie geht's dir denn hier bei uns, in dem schönen Europa? Erinnerst du dich noch an die Galerie G in Portland, Block B?“
In dem Gesicht des dicken Mannes zuckte es wieder unruhig. Cs war ihm nichts weniger wie angenehm, an seine Erfahrungen im Gefängnis erinnert zu werden, wenn er auch in Wahrheit nichts gegen seinen ehemaligen ZeUennachbar in Portland hatte.
„Ola, wie geht's Ihnen denn?" fragte er. Zufällig war Fred an diesem Morgen ohne allen Schmuck ausgegangen, kein einziger Brillant war zu sehen — er hatte alles sicher in seiner Hinteren Beinkleidtasche verwahrt. Man konnte heutzutage ja doch niemand trauen.
„Schlecht," schwindelte er. Kein richtiger Hochstapler wird je zugeben, daß es ihm gut geht. Dann aber fragte er plötzlich:
„Warum dachtest du denn, ich wäre ein Geheimer?"
Für Strauß schien diese Frage unbequem zu fein, und er sagte verlegen:
„Ach, ich dachte bloß so."
„Immer noch im alten Geschäft?" fragte Fred und bemerkte den unruhigen Blick in den Augen des anderen.
„Nee, nee, damit ist's aus. Ich arbeite jetzt."
„Du bist ein Schwindler und wirst es immer bleiben," zitierte Fred Larry Holt. „Ich wette, du bist auf dem Wege zum nächsten Hehler."
Der Mann blickte wieder um sich, als ob er einen Weg zum Entwischen suchte, aber Fred, der niemals auch nur die kleinste Gelegenheit versäumte, ein Geschäft zu machen, streckte eine überredende Handfläche aus und sagte kurz: „Her damitl"
„Nur ein paar Kleinigkeiten, die ich bekommen habe und die nicht weiter vermißt werden. Kleiner Dreckkram.
„Her damit!" sagte Fred von neuem. „Es geht mir verdammt mies, und ich brauche Geld. Ich will meinen Teil haben, und du kriegst das Geld zurück — gelegentlich."
Mr. Strauß fluchte und — teilte.
steuer nicht ermäßige oder ganz erlasse, ist in einer stark besuchten Versammlung am heutigen Eamstagvormittag nach längerer Debatte a u f - gehoben morden. Dem Eingeweihten kommt dieser Beschluß nicht überraschend, und die Ausführungen, die der Derbandsvorsitzende Matter in der Versammlung machte, überraschen auch nicht. Ein Antrag, der zugunsten der Licht- spieltheaterbesiher in der letzten Stadtverordnetenversammlung eingebracht wurde, ging ohne jede Debatte sofort an eine Kommission, und auch ein persönlicher Besuch bei dem Stadtkämmerer A s ch war ergebnislos. Herr Asch selbst war verreist, und sein Vertreter erklärte den Abgeordneten der Lichtspieltheater, daß man einem Druck, der in der Schließung zum Ausdruck kommen würde, weder nachkommen könne, noch nachkommen wolle. Man sei im einzelnen Falle bereit, Theatern, die eine Unter- bilanz nachweisen können, die Steuern g»en entsprechende Sicherheiten zu stunden. 3n Der Versammlung wurde beschlossen, die Theater am 1. Iuli nicht zu schließen, schon um dem Magistrat zu beweisen, daß man weit entfernt davon sei, einen Druck auf ihn ausüben zu wollen. Cs wurden dann zwei Kommissionen gewählt, die erneut mit dem Magistrat, und zwar nach Möglichkeit mit dem Oberbürgermeister direkt, die Verhandlungen weiterführen sollen.
Einschränkung des Schulneubauprogramms in Frankfurt.
WSN. Frankfurt a. M., 22. Iuni. Im Etat für das laufende Iahr sind 3 M i l l i o n e n Mark für Schulneubauten eingesetzt. In Anbetracht des großen Bedarfs an neuen Schulen hätten aber die 3 Millionen nicht ausgereicht, so daß bei den großen Objekten eine Aufteilung in mehrere Bauraten notwendig gewesen wäre. Infolge der allgemeinen Finanz-
„So, und jetzt müssen wir uns stärken," sagte Fred vergnügt, als das Geschäft zu seiner Zufriedenheit erledigt war.
„Sie haben mir kaum für drei Pfund Wert gelassen," brummte der Mann. „Nee, wirklich, Mr. Grogan, das war nicht anständig von Ihnen," er betrachtete den anderen argwöhnisch, „und Sie sehen auch gar nicht so aus, als ob's Ihnen schlecht ginge.“
„Die Anzeichen täuschen," sagte Fred in guter Laune und ging voran in die nächste Bar. „Was bist du denn jetzt? Kammerdiener oder Haushofmeister?"
„Haushofmeister," antwortete Strauß und warf ein Geldstück auf den Tisch. „Das ist gar nicht so schlecht, Mr. Grogan."
„Sag' doch Fred, Mensch."
„Wenn du nichts dagegen hast," sagte Strauß demütig und meinte es wirklich so. „Ich habe eine Stellung bei einem sehr feinen Herrn."
„Reich?"
Mr. Strauß nickte.
„Mächtig. Aber nichts für mich. Er weih, daß ich gesessen habe, behandelt mich aber sehr anständig."
Fred sah ihn scharf an. „Immer noch das verfluchte Gift?" fragte er, und Der Mann wurde rot.
„3a," sagte er rauh. „Ab und zu ein bißchen Koks."
„Wer ist denn nun eigentlich dein Herr?"
„Du wirst ihn doch nicht kennen," sagte Mr. Strauß kopfschüttelnd. „Geschäftsmann in der City, Direktor von ’ner Versicherungsgesellschaft."
„Dr. — 3udd?" fragte Fred schnell.
„Stimmt," sagte der andere überrascht. „Aber woher weißt du denn das?"
Bald darauf trennten sie sich, und für Den Nest des Tages war Fred ein sehr nachdenklicher Mann. Mit Einbruch der Dunkelheit hatten seine Pläne bestimmte Formen angenommen.
Er kleidete sich mit Sorgfalt um und machte sich in der Richtung nach Dem StranD auf Den Weg. Neben seinen sonstigen Talenten besaß er auch noch Die Erfahrung eines vollendeten Schürzenjägers. Für jedes junge Mädchen, das nach Hause eilte, hatte er ein stets bereites Lächeln, und trotz vieler Abweisungen bereitete ihm jede neue Eroberung ein besonderes Vergnügen. Zwischen St. Martin und der Ecke zum Strand hatte er kein Glück. Entweder waren die jungen Mädchen, die ihm begegneten, wenig anziehend oder schon in männlicher Begleitung, aber gegenüber Dem Morley-Hotel sah er, was er suchte.
Er sah sie nur einen Augenblick im Schein der Straßenlampe und war von der seltenen Schönheit ihres Antlitzes gefesselt. Sie war allein. Fred drehte um und hatte sie in wenigen Schritten eingeholt.
läge hat Das Nechneiamt nunmehr ein M i n * de st Programm vorgesehen, das hinter den Anforderungen der Schulbehörde erheblich zurückbleibt. Dieses Mindestprogramm Dürfte den städtischen Körperschaften in den nächsten Tagen zur Beschlußfassung vorgelegt werden.
Amtsgericht Gießen.
* Gießen, 18. Juni. Wegen Beamtende» le i bi g u n g würbe ein vorbestrafter Kaufmann zu einer einwöchigen Gefängnis st rase verurteilt. Der Beleibigte war ein beamteter Arzt, der sich in bie Wohnung bes Stubers bes Angeklagten begeben hatte, um ersteren auf Ersuchen ber Staatsanwaltschaft auf feine Haftoerbüßungsfähig- keit zu prüfen. Dieser weigerte sich aber, sich untersuchen zu lassen, unb auch ber Angeklagte ließ nicht zu, baß ber Arzt in Tätigkeit trat, inbem er sich an bie Türe bes Zimmers seines Brubcrs postierte unb sich gegen ben Beamten in Beleibigungen erging, bie an Drohungen grenzten. Dem Arzt blieb schließlich, wollte er keinen Skanbal Hervorrufen, nichts anbe- res übrig, als feine Amtshandlung aufzugeben unb bas Haus zu verlassen. Deshalb war gegen ben Angeklagten auch Anklage wegen Beamtennötigung ergangen. Da ihm aber nicht nachgewiesen werden konnte, baß er burch Gewalt ober tatsächliche Drohungen — beibes sinb Voraussetzungen zur Strafbarkeit wegen biefes Vergehens — auf ben Arzt einzuwirken suchte, mußte seine Freisprechung erfolgen. Die Schwere ber sich meist auf bie Ausübung bes Berufs bes Arztes beziehenben Beleidigungen unb ihre Begleitumstänbe veranlaßten bas Gericht, wegen Beamtenbeleibigung auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen, mochte auch bie Erregung bes Angeklagten, ber glaubte, er müsse für seinen kranken unb nervösen Bruber auf seine, allerdings etwas ungewöhnliche Art eintreten, als Strafmilbe- rungsgrunb gelten.
„Haben wir uns nicht schon mal getroffen?“ fragte er und lüftete seinen Hut. Aber mehr konnte er nicht herausbringen. Eine kräftige Faust hatte ihn am Kragen gepackt und zurückgerissen.
„Fred, Fred, ich werde wirklich mal ernst mit 3hnen sprechen müssen,“ sagte die verhaßte Stimme Larry Holts, und Fred hatte erneuten Grund zur Beschwerde.
„Haben Sie denn gar kein Zuhause, wo Sie hingehen können?“ jammerte er und setzte in schlechtester Laune feinen Weg den Strand hinunter fort. Die Sehnsucht nach Romanze war ihm vergangen, und in seinem Nacken fühlte er noch die Knöchel des Störenfriedes, der ihm diese Sehnsucht vertrieben hatte.
Das junge Mädchen ging ihres Weges, ohne sich bewußt zu fein, daß Larry Holt hinter ihr gewesen war. Für sie war es keine ungewöhnliche Erfahrung, auf der Straße angesprochen zu werden, und sie hatte sich allmählich daran gewöhnen müssen.
Sie wohnte in der Sharing Croß Road oberhalb eines Zigarrengeschäftes. Larry fah, wie sie die Tür öffnete und in dem dunklen Eingang verschwand. Er wartete noch einige Minuten und setzte dann seinen Weg fort.
Das junge Mädchen hatte einen ganz außerordentlichen Eindruck gemacht. Er erzählte sich selbst, daß es nicht ihre zarte Schönheit war, das Weib in ihrer Person, das ihn anzog, sondern ihre ganz außerordentlichen Fähigkeiten, korrekt zu denken und korrekte Schlußfolgerungen zu ziehen. Hm ihm Gerechtigkeit widerfahren zu lassen: er glaubte das selbst. Als Mann war er nicht leicht zu beeinflussen. Schöne Frauen hatte er in seinem Leben genügend kennengelernt, schöne Frauen aus beiden Seiten jener Linie, die die Guten von den Bösen, die Ehrlichen von den Verbrechern trennt. 3n seiner 3ugenD hatte er seine kleinen Affären wie jeder junge Mann gehabt, war aber heil und unberührt aus ihnen hervorgegangen.
Das waren so seine Selbstgespräche. An und für sich war es schon ungewöhnlich genug, daß. er die Notwendigkeit fühlte, sich selbst etwas zu erzählen. Aber die Tatsache war nun einmal nicht aus dem Wege zu räumen, daß er einen großen Teil seiner freien Zeit damit verbrachte, über Diana Ward nachzudenken. Hnd er kannte sie kaum länger als vierundzwanzig Stunden I
Diana Ward dachte auf ihrem Nachhausewege nicht im mindesten an Larry. Ihre Gedanken waren vollkommen mit Den Problemen beschäftigt, die der Fall Stuart darbot. Sie hatte das Gefühl, daß man mit dem Auffinden von Clarissa auf dem richtigen Wege wäre, um die Todesursache Stuarts und die Veranlassung zu diesem schrecklichen Verbrechen zu erfahren.
Spielausschuß des Deutschen Fußball Bundes stellte am Samstag bie Paarungen für bie Zwischen- runde am 30. Juni zusammen.
Die acht noch startberechtigten Teilnehmer werben nunmehr folgende vier Spiele austragen:
in Fürth: 1. F. E. Nürnberg — Tennis Bo- russia Berlin (Schiedsrichter Peters, Hamburg):
in Dortmund (Stadion): F^C. Schalke 04 — Hertha B. S. C. (Schiedsrichter Maul, Nürnberg);
in Altona (Stadion): Hamburger Sportverein — Spielvereinigung Fürth (Schiedsrichter Fisfene- werth, Köln):
in Breslau: Breslauer Sport-Club 08 — Bayern München (Schiedsrichter Röhrbein, Berlin).
Vorschlußspiele
der D. T.-Meisterschasten.
Fußball.
To. Mannheim 1846 — Rhenania Essen 4:3 (3:1) nach Verlängerung.
Es war ein äußerst hartes (Spiel, das sich Turnverein Mannheim 1846 unb Rhenania Essen um bie Qualifikation zu bem Endspiel um bie Fußballmeisterschaft ber DT. lieferten. Zu Beginn bes Spiels schien ber Sieg ber Mannheimer, bie in regelmäßigen Abständen drei Tore erzielen konnten, ohne weiteres sicher zu stehen. Erst in ber zweiten Spielhälfte brehten bie Essener mächtig auf. Es bauerte nicht lange, unb es ftanb bie Partie mit 3:3 remis. Auf beiben Seiten würben verzweifelte Anstrengungen gemacht, bas entscheidenbe Tor zu erzwingen. Man war babei in ber Wahl ber Mittel nicht immer wählerisch. Das führte bann bazu, baß in ber Verlängerung ber Schiedsrichter einen Spieler von Essen bes Platzes verwies. Mannheim, bas bereits vor biefer Disqualifikation des gegnerischen Spieles ein viertes Tor geschossen hatte, konnte bann seinen Vorsprung sicher behaupten.
Handball.
Io. Friesenheim — Io. Oppum-Krefeld 2:1 (1:1).
Zu bem Vorlchlußspiel um bie Hcmbballmeister- schaft ber Deutschen Turnerschaft trafen in Ludwigshafen zwei ebenbürtige Gegner in bem Tv. Friesenheim und Tv. Oppum-Krefelb zusammen. Die Sübbeutschen waren in ber ersten Spielhälfte burch ihre bessere Ballbehanblung unb reifere Kombination ihrem Gegner leicht überlegen. Die Westbeutschen tarnen nur langsam in Fahrt. Wenn sie auch in ber zweiten Halbzeit bie Friesenheimer vorübergehend in bie Defensive zurückbrän- gen konnten, so war bennoch ber Sieg ber Süb- deutschen auf Grunb ber besseren Gesamtleistung verbient, bie durch einen Durchbruch, der für bie Krefelber öerteibigung überraschend kam, ihren Siegestreffer erzielen konnten. Schuhmacher (Weinheim) war bem Spiel ein gerechter Leiter.
Baden-Badener Automobittnrnier.
Die Schönheilskonkurrenz.
Nahezu 300 Fahrzeuge waren zu der Schönheitskonkurrenz des IX. Baden-Bade- ner Automobil-Turniers gemeldet worden, die erstmals gesondert nach Fabrik- und Privatwagen bewertet wurde. An erster Stelle rangierte Mercedes-Benz, denn von 33 vorgeführten Wagen wurden 24 mit einem ersten und 5 mit einem zweiten Preis ausgezeichnet. Es folgen dann bie Wagen von Opel (Rüsselsheim), Horch (Zwickau), Wanderer (Chemnitz), Röhr (Darmstadt), die alle sehr erfolgreich abschnitten.
Bei Der Schönheitskonkurrenz für Privatwagen des Baden-Badener Automobilturniers wurden die folgenden Marken mit Den ersten Preisen bedacht. (Die in Klammern angegebenen Zahlen geben Die Zahl Der beteiligten Wagen an): Mercedes-Benz 12 Erste Preise (19); Opel 6 (14); Brennabor 2 (10); Wanderer 3 (9); Röhr 2 (7): Horch 1 (7); Cadillac 6 (6); RAG.
Sie schlug die Haustür zu und ging langsam Die dunkle, enge Treppe hinauf. Sie bewohnte Die oberste und billigste der drei kleinen (Stagen* Wohnungen, Die über Dem Zigarrenladen lagen, und wußte, daß Die Mieter Der beiDen anderen Wohnungen für das Wochenende aufs Land gefahren waren. Die erste Etage bewohnte ein unverheirateter Regierungsbeamter, dessen vergnügte Gesellschaften sie gelegentlich im Schlafe störten. Ein Künstler, Der für Zeitungen arbeitete, bewohnte mit seiner Frau Die zweite Etage, und sie hatte keinerlei Grund, sich über diese Mieter zu beklagen.
Diana war schon in Der zweiten Etage angelangt und im Begriff, Die beiden letzten Treppen hinaufzugehen, als sie plötzlich stehenblieb. Sie glaubte, ein Geräusch gehört zu haben, ein leises Knacken, das sie mehr gefühlt als gehört hatte. Sie wartete einige Augenblicke und mußte Dann selbst über ihre Nervosität lächeln. Sie hatte dieses Knacken, diese leichten Geräusche schon öfter gehört, war sich aber klar geworden, daß Dies nur auf reiner Einbildung beruhte und hatte ihre Furchtsamkeit bemeistert. Trotzdem ging sie aber noch langsamer nach oben und erreichte Den obersten Treppenabsatz, von dem einige wenige Stufen zu ihrer Wohnung führten. Der Treppenabsatz war breit, und mit einer gewissen Herausforderung streckte sie Die eine Hand in das Dunkel, als ob sie einen verborgenen Eindringling packen wollte.
HnD Dann erstarrte ihr Blut zu Eis. Ihre Hand hatte den Mantel eines Mannes gestreift! Gellend schrie sie auf, aber im gleichen Augenblick preßte sich eine riesige, rauhe Hand auf ihr Gesicht, ihren Mund und drückte sie langsam nach fjinten. Sie sträubte und wehrte sich mit all ihren Kräften, aber der Mann, der sie päckte, hatte übermenschliche Kräfte, feine Arme legten sich um sie wie stählerne Zangen. Ihr Wider* ftanb erschlaffte, und für einen Augenblick lockerte sich der Druck der sie umklammernden Arme.
»Flau", fragte eine heisere Stimme. Eine Hand fühlte über ihr Gesicht, und Der Griff des anderen Armes lockerte sich ein wenig mehr.
Mit einem plötzlichen Sprung riß sich das junge Mädchen los, flog Die letzten Stufen empor, riß die Tür auf und warf sie im gleichen Augenblick wieder zu. Der Schlüssel steckte auf der Innenseite. Mit einem ©efüftl der Dankbarkeit, daß sie niemals Die Angewohnheit hatte, ihr Zimmer beim Fortgehen von außen zu verschließen, drehte sie den Schlüssel herum. Sie rannte durch das Zimmer, schaltete das Licht ein, riß ein Schubfach heraus, und aus diesem einen kleinen Revolver. Diana Ward stammte aus einer Familie, in der man nicht so leicht den Mut verlor — wenn auch mit klopfendem Herzen — sie rannte zur Tür zurück und riß diese auf. (Fortsetzung folgt.)
Tumen, Sport und Spiel.
Fußball-Länderkampf Deutschland-Schweden 3:0(l:0)
Deutschlands jüngste Erfolge in seinen Fußball- Länderspielen fangen an, berechtigtes Aufsehen zu erregen. Nach Den prächtigen Siegen über die Mannschaften Der stärksten Fußballstaaten Des europäischen Kontinents unD Dem ebenso wertvollen Unentschieden gegen Schottlands Berufsspieler kann nunmehr von einem glänzenden deutschen Trium ph über Die schwedische Nationalelf berichtet werden. Schweden, Der schwerste Gegner unter Den Nordstaaten, hat seither Deutschland Die größten Schwierigkeiten bereitet unD von sieben Kämpfen sechs gewinnen können. Der nunmehr am gestrigen Sonntag vor 63 000 Zuschauern im Kölner Stadion ausgetragene Länderkampf wurde von Deutschlands Auswahlmannschaft mit 3:0 Toren klar und einwandfrei gewonnen, nachdem sie das ganze Treffen hindurch jederzeit und in jeder Beziehung überlegen war. An dem stolzen Erfolge gibt eS nicht das Geringste auszusetzen, er hätte sogar sehr leicht noch beträchtlich höher ausfallen können, wenn die Gäste nicht zeitweilig ihre bekannte Abseitstaktik erfolgreich angewandt hätten. Zudem wurden nicht weniger als vier von Deutschlands erzielten Toiken wegen Abseits bzw. wegen Handspiels nicht anerkannt, was immerhin erkennen läßt, daß es Den Deutschen über Die Drei zur Wertung gelangten Erfolge hinaus an Torgelegenheiten nicht gefehlt hat.
Das erste Tor für Deutschland fiel Mitte Der ersten Halbzeit Durch Hoffmann, Dresden, nach einer Vorlage Knöpfles Mitte Der zweiten Halbzeit fiel der längst verdiente zweite Treffer
durch den gleichen Torschützen, der sogar zwei Minuten vor Schluß auch noch das Dritte Tor erzielte. Heber Die Deutsche Mannschaft gab es nur ein Wort Des Lobes. Das Zusammenspiel im Sturm klappte sehr gut, Die Läuferreihe Deckte aufmerksam und legte Die Bälle geschickt nach vorne vor. In Der Verteidigung fiel die Regsamkeit und Ballsicherheit beider Leute auf, und Kreß im Tore machte einen sehr zuverlässigen Eindruck.
Die Schweden hatten im Sturm große Schwächen. Nur N y D e l l lieferte das erwartete gute Spiel. Die übrigen Leute konnten sich nicht durchsetzen. Die Läuferreihe war durch Abwehr überlastet. Dagegen waren beide Verteidiger und Der Torwart sehr gut unD an Der NieDerlage schulDlos.
Der spannende Kampf wurde von Braun, Wien, einwandfrei geleitet. Am Schlüsse wurden Die Deutschen Spieler stürmisch gefeiert.
Schalke 04 westdeutscher Fußballmeister.
Im Entscheidungsspiel um Die westdeutsche Fußball-Meisterschaft trug der Ruhrbezi ksmeister Schalke 04 am gestrigen Sonntag in Essen auf Dem Echwarz-Weißplah vor 25 000 Zuschauern einen zwar knappen, aber verdienten 2:1- ^Halbzeit 1:1- Sieg über Den Meidericher Spielverein davon. Schalke ist damit zum ersten Male westdeutscher Fußballmeister geworden.
Deutsche Fußballmeisterschaft.
Die Spiele der Zwischenrunde.
Der anläßlich des Fußball-Länderspieles Schweben gegen Deutschlanb in Köln vollzählig versammelte


