Ausgabe 
24.6.1929
 
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Frankfurt, MainzDingenBingerbrück, Mainz WormsLudwigshafen, MainzAlzey, Worms bzw. Heidelberg bzw. MannheimDensheim DarmstadtFrankfurt, FrankfurtOffenbach- HanauAschaffenburg, Gieße nD a d - R a u - h e i mF riedberg Frankfurt, Gießen AlsfeldFulda und GießenGeln­hausen, anzusetzen wären, ganz wesentliche Ver- kehrsverbesserungen unter verhältnismäßig sehr günstigen Bedingungen für die Reichsbahn ge­schaffen werden können.

Weiter wurde im Laufe der Derhandlungen bekanntgegeben, daß dem Hessischen Derkehrs- verband als Mitglieder angeyören: 3 Provinzial­

direktionen, 14 Kreisämter, 7 Handelskammern, 1 Handelsvereinigung, 2 Badeverwaltungen, 90 Bürgermeistereien, 6 Derkehrsverbände, 41 Der- kehrsvereine, 1 Automobilklub, 2 Hotel- und Gastwirtsverbände. Kassenbericht und Doran­schlag wurden genehmigt. Der Dorstand wurde in seiner alten Zusammensetzung wiedergewählt, hinzu traten die Herren Meyer, Worms, und Fischer, Mainz.

Rach einer Aussprache, die sich noch mit einer Reihe von Einzelfragen befaßte, konnte der Dor- sitzende die anregend verlaufenen Verhandlungen schließen.

10. Zundeslag des Hessischen Zeamlenbundes.

WER. Darmstadt, 23. Juni. Der Hessi­sche Deamtenbund, in dem die 33 Fach­vereine der hessischen Beamten zusammenge­schlossen sind, hielt heute im Fürstensaal seinen 10. Bundestag ab. Unter den Anwesenden bemerkte man u. a. Ministerialrat Lippert vom Finanzministerium, Oberschulrat Fried­rich, die Landtagsabgeordneten Fräulein Birnbaum (DBP.), Stork (Soz.), He in­st ad t (Ztr.), Reiber (Dem.) und Winter (Ztr.). Der Bundestag begann sofort mit den geschäftlichen Derhandlungen. Aus dem von dem ersten Borsitzenden Dr. C l a ß erstatteten

Geschäftsbericht

sei hervorgehoben, daß zur Zeit 10 319 Mit­glieder dem Bund angeschlossen sind. Das Ur­teil über die letzte hessische Besoldungs­ordnung laute nicht günstig und habe die Beamtenschaft mit der Gruppeneinteilung aus­einandergetrieben. 2n den nächsten Jahren sei mit einer Besoldungsänderung nicht zu rechnen. Der neben den materiellen Forderungen in dem Bund steckende sittliche Gedanke müsse sich jetzt verstärkt auswirken. Für das Berufsbeam­tentum bestehe Gefahr, da bereits Reich und Preußen mehr und mehr dazu übergingen, an Stelle von Beamten pensionslose, kündbare Angestellte einzustellen. Die Aufrollung der Frage des Berufsbeamtentums werde wahrscheinlich von der Seite des Pen­sionsetats her erfolgen. In den oft zitierten 1,740 Milliarden des Reichsetats steckten für Dcamtenpensionen nur 105 Millionen Mark, da­gegen für Renten an Kriegsbeschädigte und Wit­wen und Waisen 1,556 Milliarden. Die Rückkehr des Hessischen Polizeibeamtenverbandes in den Bund wurde mit lebhaftem Beifall quittiert. Verhandlungen mit zwei anderen Verbänden schwebten noch. Die Deamtenvertreter mühten in Beruf und Oeffentlichkeit stets daran denken, daß sie im Volt ständen. Die Beamtenschaft müsse aber auch die gesamtpolitische Entwicklung des Volkes aufmerksam beobachten. Die gefestigte re­publikanische Staatsform bedürfe jetzt der Vertie­fung. Die Reutralität des Beamten dürfe nicht zur Tatenlosigkeit führen; der Beamte müsse zu einem politischen Faktor werden. An der

Aussprache

beteiligten sich die Herren Wink, Keller, Bräutigam, Arnold und Dietz. Land­tagsabgeordneter Reiber (Dem.) erklärte, daß im ParlaEnt bei keinerPartei zur Zeit Interesse und Stimmung für Beam­tenfragen, die Geld ko st en, vorhan­den ist. Zu erwarten sei höchstens die Milde­rung von Härten ohne gesetzliche Festlegung. Die 'Besoldungsordnung 1920 sei auf dem System der Rechtsparteien aufgebaut. In absehbarer Zeit werde in Hessen die Rovelle zur Desoldungs- ordnung nicht kommen, denn die Pläne oes Spärkommissars würden im Winter alles überschatten. Das Berufsbeamtentum werde durch die neuen Umstände gewisseVer- änderungen annehmen müssen.

Tätigkeits - und Kassenbericht wur­den genehmigt und Entlastung erteilt. Polizei- Oberleutnant G ö tz i n g e r wurde an Stelle des turnusmäßig ausscheidenden Mitgliedes Krapp (Raunheim) gewählt. Der Voranschlag, der mit

29 300 Mk. um 3500 Mk. niedriger balanziert als im Vorjahr, wurde einstimmig angenommen. Der Vorstand wurde einmütig wiedergewählt; neu tritt Polizei-Oberleutnant Flechsenhaar ein. Don den

Anträgen

wurde ein Antrag der kriegsbeschädigten Beamten angenommen, die fordern:Beamte, die infolge ihrer Kriegsdienstbeschädigung ihren derzeitigen Dienst nicht mehr ausüben können, sollen auf ihren Antrag, soweit als möglich, in einem anderen Dienstzweig beschäftigt werden, ehe man sie in den Ruhestand seht." Die Amts­gehilfen und Hausmeister im hessischen Staatsdienst beantragen, die hessische Regierung möge in den demnächst zu erlassenden Bestimmun­gen über die Besetzung der Stellen an den Zen­tralbehörden zwingend vorschreiben, daß diese Stellen nur durch Ausrückung von geeigneten Lokalbeamten künftig besetzt werden. Der Bundes­tag fordert außerdem die Gewährung des vol­len Wohnungsgeldes an ledige Be­amte.

Die Monatsbeiträge wurden für den Hessischen Deamtenbund wie folgt festgesetzt: De,oldungs- gruppen 2a bis 3a 0,55 Mk., 3b bis 4a 0,40 Mk., 4b bis 4d 0,30 Mk., 4e bis 6 0,20 Mk., 1 bis 8 0,15 Mk., 9 bis 12 0,10 Mk. Cs trat darauf eine Mittagspause ein. In der Äachmittags- sihung begann die

Begrüßung der Ehrengäste.

Oberschulrat F r i ed r i ch überbrachte die Grüße des Staatspräsidenten und Kultusministers, der stets für die Belange der Beamtenschaft ein offenes Ohr und, soweit es die Gesamtbelange des Volkes erlaubten, auch ein williges Herz bewiesen habe. Von den Ministern Leuschner und Korell waren herzlich gehaltene Begrüßungsschreiben ein- gegangen. Für ihre Fraktionen sprachen dann die Landtagsabgeordneten Frl. Birnbaum (D 93p.), Stork (Soz.), Heinstadt (Zentr.) und R e i - der (Dem.) beste Wünsche zur Tagung aus. Der Vorsitzende Dr. El dankte den anwesenden Ab» aeordneten dafür, daß der Hessische Landtag das Altersgrenzengesetz aufrecht erhalten habe. Für das Hessische Landeskartell und gleichzeitig für den Ver­band der Hessischen Gemeindebeamten sprach Z s ch e ch (Offenbach), für die Post- und Tete- graphenbeamten Schäfer (Darmstadt), für die Orts- und Kreiskartelle und gleichzeitig für den Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt. Betriebs­inspektor Gosen Heimer und für die Reichs- bahnbeamten G r i m m e l. Ministerialrat L i p - p e r t überbrachte die Grüße des hessischen Gesamt­ministeriums. Wenn auch nicht alle Wünsche der Beamtenschaft zu erfüllen gewesen seien, so habe doch kaum ein anderes Land so viel Wohlwollen für seine Beamtenschaft bewiesen wie gerade Hessen. In Hessen wie im Reich denke kein Mensch im Ernst daran, an den Grundlagen des Berufsbe­amtentums zu rütteln. Dr C l a ß gab dem Be­dauern Ausdruck, daß allein in Hessen die Be­amtenschaft die örtlichen Sonderzuschläge nicht er­halten habe. Die Versammlung nahm einstim­mig eine

Entschließung

an, in der erklärt wird, dem Hessischen Beamten­bund sei die große wirtschaftliche Not breiter Volksschichten, wovon auch die

Geschichten von Kindern.

Von Irmgard v. Faber du Faur.

Das Kind geht im Garten.

Aber es ist noch blaß und ein wenig müde.

Aber so froh.

Es sagt zur schwarzen Amsel:

Amsel, ich war krank und bin wieder gesund."

Die Amsel hat einen Wurm im Schnabel und fliegt damit weg.

Das Kind sagt zur Hummel:

Hummel, ich war krank und bin wieder ge­sund."

Die Hummel kriecht in eine Blüte hinein und ist weg.

Das Kind sagt zur Ameise:

Ameise, ich war krank und bin wieder ge­sund."

Die Ameise hat es eilig. Sie trägt einen Dal­ken zu ihrem Bau.

Das Kind sagt zum bunten Schmetterling:

Schmetterling, ich war itant und bin wieder gesund."

Der Schmetterling hört nicht zu. Er fliegt in den blauen Himmel hinein.

Das Kind erzählt den Blumen seine Freude.

Das weiße Maßliebchen, das rote Faullieschen, die blaue Veronika, der zierliche Erdrauch, der stramme Wegerich, die gelbe Königskerze sie haben Zeit. Sie müssen nicht weg. Sie freuen sich mit dem Kind.

Die Kinder sagen:Wir müssen schnell mal Weggehen."

Ünd fort sind die Kinder.

Vater und Mutter warten, was kommt.

Es klopft an die Tür.

Da kommt ein kleines gebücktes Wichtelmänn­chen herein mit einem langen grauen Bart.

Das Wichtelmännchen sagt zur Mutter: Ich bin das Zwerglein Rumpelfett. Ich sägte dir ein Schlüsselbrett."

And es legt ein schönes Schlüsselbrett vor die Mutter hin.

And es klopft wieder.

Da kommt eine Fee herein, in einem langen weißen Hemd bis auf die Füße und einem Schleierlein vor dem Gesicht.

And die Fee sagt zur Mutter:

Ich bin die Fee Kakaleioquappen.

Ich strickte dir einen Waschlappen."

And sie legt einen schönen Waschlappen mit

einem roten Rand vor die Mutter hin.

And es klopfte wieder.

And da kommt wieder ein Wichtelmännchen herein,, noch kleiner und gebückter als das erste. Es trägt ein Körbchen voll Blumen. Es schüttet die Blumen der Mutter in den Schoß und sagt dazu:

Ich bin das Zwerglein Wachsnocheinbissel.

Ich bring dir Maßliebchen und Himmelschlüssel."

And dann fassen sich die drei an der Hand und tanzen um die Mutter herum. Sie singen:

Wir wünschen dir viel Freud und Glück.

Wir geh'n jetzt in den Wald zurück."

And fort sind sie alle dreie.

Aber bald geht die Tür wieder auf.

Die Kinder rennen herein.

War jemand da? Vater, Mutter, war jemand da?"

Ja," sagt der Vater,warum seid ihr auch gerade weggegangen?"

Der Kleine kriecht der Mutter auf den Schoß und sagt ihr ins Ohr:Wir waren es ja, Mutti. Hast du Angst gehabt?"

Alles ist bös gegen mich", sagt Hänschen und weint.Ich will gar nichts mehr tun."

Ich zieh mein Hemd an, da verdreht es sich, daß vorn hinten ist."

Ich will sehen, was für ein Wetter ist, da stößt mich das Fenster auf den Kopf."

Ich kann mein Duch für die Schule nicht finden. Ich suche und suche, aber es hat sich versteckt und will nicht herauskommen."

Dann will ich mir ein Stück Brot nehmen. Du böses Messeri Da schneidest du mich in den Finger."

Ich mag nichts mehr tun.

Da sagt das Messer zu Hänschen:

Hänschen, du hast dich selber geschnitten. Ich hätte es gern recht gemacht. Du hast selber dein Duch verlegt. Du hast dich selber am Fenster ge­stoßen. Du hast selber dein Hemd verdreht.

Wir sind nicht bös gegen dich, Hänschen. Wir wollen gern alles richtig machen. Aber du mußt uns helfen, Hänschen."

Wirf daS alte Stück Holz fort," sagt die Mutter.

Aber Mutter, das ist doch mein Reh," sagt das Kind.Dor dir verstellt es sich bloß. Dor mir ist es immer lebendig."

Mehrzahl der Beamten nicht ausgenommen ist, bekannt und erfülle ihn mit ernster Sorge. Die Beamtenschaft sei sich bewußt, daß sie mit der Staatsumwälzung nicht mehr ausführendes Or­gan einer Obrigkeit, sondern Beauftragte des souveränen Volkes geworden ist. Aus dieser Erkenntnis sei der Hessische Deamtenbund bestrebt, zu erreichen, daß die Deamtenschaft im­mer mehr mit dem Volksganzen ver­wachse, und daß die leider in weiten Kreisen der Devölkerung noch vorherrschende Meinung, große Teile der Deamtenschaft seien entbehrlich, der Aeberzeugung weiche, daß die öffentlichen Behörden und die sie verwaltende Beamtenschaft ein unbedingt notwendiges Mittel zur Aufrecht­erhaltung des Staatsaufbaues und der Regelung des staatlichen Lebens überhaupt sei.

In einer Entschließung zur D e s o l d u n g wird mit allem Nachdruck die alsbaldige Vorlage der gelegentlich der Verabschiedung des hessischen Be­soldungsgesetzes von den Regierungsparteien zu­gesagten Desoldungsnovelle gefordert.

Der Leiter der Rechtsabteilung des Deutschen Beamtenbundes, Dr. R i ch h a r d t, Berlin, hielt darauf ein mit lebhaftem Beifall aufgenommenes Referat überDie Neugestaltung der Rechtsverhältnisse der Beamten in Reich und Länder n. In einer Entschlie­ßung zum Beamtenrecht fordern die hessi­schen Beamten u. a. mit allem Nachdruck die beschleunigte Neugestaltung des Be­amtenrechts und Schaffung gesetz­licher Deamtenvertretungen.

Der Vorsitzende schloß mit herzlichem Dank an die Referenten und die Teilnehmer und mit einem Hoch auf das in der Republik geeinte deutsche Vaterland die Versammlung, zu deren Abschluß die Anwesenden den dritten Vers des Deutsch­landliedes sangen.

Oberheffen.

Lar 'reis C'eßen.

£ Wieseck, 24. Juni. Die Sängerver­einigung Wieseck 1925 hervorgegangen aus den früheren Gesangvereinen Konkordia, Ein­tracht und Iugendgrund feierte am Samstag und Sonntag ihr F a h n e n w e i h f e st. Sams­tag abend sand ein Kommers statt. Der Vor­sitzende des Festausschusses, Christian Krei­ling, hieß die Anwesenden herzlich willkommen und dankte den Ortsvereinen für ihre Beteili­gung an dem Feste. Abwechselnd fanden dann Konzertstücke, Liedervorträge der einheimischen Gesangvereine und turnerische Vorführungen des Arbeiter-Turn- und Sportvereins statt, wobei besonders das Flachturnen von drei Turnern starken Beifall fand. Der Festsonntag brachte den Festzug. Nach Eintreffen auf dem Festplatz sang die Sängervereinigung das Degrühungs- lied. Frl. Schäfer sprach einen Prolog zur Fahnenweihe, während Christian Kreiling die Fahnenweihe vornahm. In seiner kurzen An­sprache feierte er besonders das deutsche Lied und den Wert des Gesanges zur Sammlung neuer Kräfte für den Alltag. Liedervorträge der Gast­vereine und Konzertvorträge wechselten hierauf miteinander ab, und mit Tanz wurde das Fest beschlossen, das trotz des ungünstigen Wetters sehr gut besucht, war.

: Aus dem Busecker Tal, 24. Juni. In­folge des sehr günstigen Wetters der letzten Tage ist die Heuernte in unserem Tal bereits beendet. Was die Menge anbelangt, so kann der Ertrag als eine Mittelernte angesprochen werden. 2m Vergleich zur vorjährigen Ernte ist der Ertrag wesentlich geringer. Die Arsache ist in dem langen und strengen Winter zu suchen. Der Boden war im Frühjahr zu falt, und der Graswuchs setzte deshalb zu spät ein. Außerdem fehlt es dem Erdreich in diesem Jahr an der nötigen Winterfeuchtigkeit. Die tieferen Bodenschichten sind trocken. Selbst ein durch­weichender Gewitterregen bringt nur für wenige Tage Feuchttgkeit. Jedoch ist das Heu sehr gut eingebracht worden, und so wird durch die Güte ein Teil der fehlenden Menge erseht.

& Londorf, 24. Juni. Gestern abend ereig­nete sich zwischen hier und Allertshausen ein töd­licher Unglücksfall. Zwei Radfahrer aus

Ich möchte nicht immer ein Kissen sein", fagte bas Kissen zum Kind.Ich möchte auch ein­mal ein Pferdchen sein."

And es spielte mit dem Kissen Pferdchen.

Ich möchte nicht immer Pferdchen sein", sagte das Kissen.Ich möchte ein Luftschiff fein.

Da fagte das Kind:Du sollst mein Luftschiff

Mutter nach Hause kam.

sagte das sein."

Da sagte

sein."

And das

das Kind:Du sollst mein Kindchen

Kind spielte mit dem Kissen, bis die

sein."

Ich möchte nicht immer ein Luftschiff sein", Kissen.Ich möchte ein Kindchen

Zn einer Kiste nach Hollywood.

Aus eine merkwürdige Weise hat ein nach Filmruhm dürstender S.ar.st versucht, sich in das Paradies von Hollywood emzuschmuggeln. Char­les Loeb gehörte zu den vielen, die wochenlang vor den Türen der Ateliers warten, um eine kleine Rolle zu erhalten. Verzweifelt kehrte er schließlich nach Chikago zurück, und dort kam chm der Gedanke, sich als eineStatue" an die Pathe-Ateliers in Hollywood schicken zu lassen. Seine Freunde nagelten ihn in eine Kiste ein, auf die sie mit großen Buchstaben geschrieben hatten:Vorsicht! Aufrecht hinstellen!" Aber ein nachlässiger Gepäckträger beachtete diese Mah­nung nicht und stellte Loeb vier Stunden lang auf dem Bahnhof von Chckago auf feinen Kopf. Auch sonst behandelte man das Frachtgut nicht gerade liebevoll.Ick) hätte beinahe um Hilfe geschrien," erzählte Loeb später,als jemand über meine Kiste stolperte. Es war eine schlimme Er­schütterung, aber doch noch nicht so schlimm wie das Stehen auf dem Kopf." Als die Kiste auf der Station Culver Gity angelangt war, benach­richtigte der Packmeister die Firma Pathe, daß chreStatue" angekommen sei. Aber man hatte es mit der Abholung nicht eilig, und so wurde die Kiste die Nacht über in einen Raum gebracht. Loeb aber dachte, daß er sich bereits im Atelier befinde, und so rief er laut, um die Aufmerk­samkeit zu erregen, und steckte zu gleicher Zeit einen vorbereiteten Zettel durch die Ritze, auf dem zu lesen stand:Ich hoffe, das wird mir Gelegenheit geben, zu zeigen, waS ich kann." Der bestürzte Packmeister holte die Polizei, die die Kiste öffnete, und siehe da! Da stand Loeb in ka­rierte» Hosen, in Tanzschuhen, mit einem steifen

Londorf tarnen von Allertshausen her eine steile, scharfe Kurve in schnellem Tempo heruntergefahren, konnten aber die Wende nicht bekommen und sausten zwischen den Lindenbäumen einen st eilen Abhang hinunter. Der eine Radler kam zum Glück mit dem Leben davon. Der andere, Wilhelm P e p p l e r von hier, blieb mit einem Pedal an einem Lindenbaum hängen, stürzte auf den Kopf und blieb bedauerlicherweise mit zerschmettertem Schädel liegen. Die bei­den Fahrräder sind bei dem Sturz stark beschädigt worden.

O Stangenrod, 22.Juni. Die Arbeits­gemeinschaft der Lehrer des Bezirks Grünberg hielt heute hier ihre zweite, sehr gut besuchte Tagung in diesem Schuljahre ab. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Leiter der Arbeits­gemeinschaft, B ö ch e r (Grünberg), zeigte. Lehrer Hach, der zur Zeit in Vertretung des erkrankten Lehrers Görg unserer Schule vorsteht, in drei Unter­richtsproben ein Stück Arbeitsunterricht in der ein­klassigen Volksschule. Im Anschluß an die Lehr­proben fand eine rege Aussprache statt. Zum Ort der nächsten Tagung wurde W e i t e r s h a i n ge­wählt, wo Lehrer Conrad in seiner Klasse neuere Unterrichtsbestrebungen in Naturlehre und Singen zeigen wird.

s. Hungen, 23. 3unL Gestern fand hier eine Tagung der Pädagogischen Arbeits­gemeinschaft Lich-Hungenim Schulhaus statt. Im Mittelpunkt stand eine Anterrichts- probe in Naturkunde, die Lehrer Jockel (Hungen) im 4. und 5. Schuljahr abhielt. An Hand durchgeführter Versuche wurden die Vor­gänge bei der Keimung der Bohne behandelt. Im weiteren Verlauf der Tagung beschäftigte man sich kritisch mit den verschiedenen Grundsätzen, die den naturkundlichen Unterricht beherrschen können. Lehrer Roth (Trais-Horloff) referierte kurz über deren geschichtliche Entwicklung. Leh­rer S ch i e f e r st e i n (Bettenhausen) empfahl das Ausgehen von Lebensgemeinschaften in der Na­tur. Lehrer Arnold (Atphe) betonte, gegen­über dem praktischen Nühlichkeitsstandpunkt dürfe auch das ästhetische Moment mit seinem gemüts­bildenden Wert nicht zu kurz kommen. Gerade in der Volksschule müsse es auch mit die Aufgabe des Naturunterrichts fein, dem Kinde die Augen zu öffnen für die Schönheit und den Reichtum pflanzlicher und tierischer Formen. Nach der Aufstellung eines Arbeitsplanes für die kommen­den Tagungen wurde imSolmser Hof" ein ge­meinsames Mittagessen eingenommen. Nachmit­tags schloß sich eine Konferenz des Be­zirkslehrervereins Hungen an. Leh­rer Volz (Villingen) hielt einen Vortrag über Die kollegiale Schulleitung". Nach ausgiebiger Aussprache wurden noch innere Dereinsangele- genheiten behandelt.

Kreis Schotten.

Laubach, 22. Juni. Wie wir kürzlich be­richteten, geht die seit März 1914 schwebende Erb- schastsangelegenheit der Otto-Stif- t u n g in Höhe von 11 700 Mark an die Stadt Lau­bach, die durch den italienischen Staat beschlag- nahmt worden war und nunmehr freigegeben wor­den ist, jetzt ihrer endgültigen Regelung entgegen. Gestern hat sich unter dem Vorsitz von Bürger­meister H ö g y die in den Bestimmungen der Stif­tung vorgeschriebene Kommission gebildet. Dieser Ausschuß besteht aus dem Bürgermeister, drei Mitgliedern des Gemeinderats (Beig. Pitz, Lehr, r Weil, Metzgermeister Diehl), Dekan Dolp, Oberamtsrichter Zimmermann. Dr. P h. lippi. Die Zinsen der Stiftung laufen vom 1. April d. I. an. Sie sollen zur Unterstützung ter Erziehung unbemittelter Kinder dienen. Für das Grab der Eltern der Stifterin (Kammerrat Otta und Frau), die auf dem evangelisch-deutschen Fried Hof von Laibach (in Krain, Jugoslawien) begraben liegen, hat der hiesiae Gemeinderat 300 Mark als Beitrag zu den Unterhaltungskosten bewilligt. In drei Geschlechtsfolgen haben Glieder der Familie Otto im gräflichen Werwaltungsdienst gestanden. Die Heuernte hat infolge der warmen Wit­terung dieser Woche gute Fortschritte gemacht. Die Ernte kann der Beschaffenheit nach befriedigen, läßt jedoch in bezug auf die Menge viel zu wün­schen übrig. Es fehlen vielfach die Grundgräser, was auf die anhaltende Trockenheit des Frühjahrs

Kragen und einer Künstlerschleife, bereit, sofort eine Rolle zu übernehmen. Vorläufig aber wurde er ins Gefängnis gebracht, um sich wegen seiner Handlungsweise zu verantworten. Immerhin be­steht Aussicht, daß sein kühnes Beginnen nicht umsonst war. Denn der Direktor des Pathö-Ate- liers, Leavitt, erklärte:Wenn er seine Sache mit Onkel Sam ausgemacht hat, dann will ich sehen, ob ich ihm helfen kann."

CReforö im Erdnuß-Stoßen.

Die Vereinigten Staaten, das Land der unbe­grenzten Möglichkeiten und der seltsamsten Rekorde, haben eine neue Sensation, die dieSportwelt" in Aufregung versetzt. Ein eben so origineller wie kühner Rekordbrecher, William Williams aus Hondo in Texas, hat sich anheischig gemacht, eine Erdnuß auf den Gipfel des berühmten Pikes Peak in den Rocky-Mountains zu befördern, und zwar nur mit Hilfe feiner Nase, mit der er die Erdnuß vor sich herstößt. Da dieser steile Felsgipfel über 14 000 Fuß hoch ist, so ist das immerhin eine Leistung, und dazu wird er nicht durch große Belohnungen verlockt, sondern allein durch das Bewußtsein, einen neuen Rekord aufzustellen und dann alsWeltmeister des Erdnußstoßens" auf den Varietsbühnen Amerikas bewundert zu werden. Zwei Hauptschwierigkeiten stellen sich diesem Beginnen entgegen: Wird die Erd­nuß oder wird die Nase bis zur Erreichung des Zieles aushalten? Um sich in dieser Hinsicht zu sichern, hat der Erdnußstoßer zwei Bedingungen gestellt, unter denen er sein Unternehmen ausführen will. Wie man beim Baseball nicht das ganze Spiel mit einem einzigen Ball spielt, so erscheint es Wil liams auchfair", daß er feine Arbeit nicht mit einer einzigen Erdnuß vollbringt. Er verlangt, daß es ihm gestattet werde, die schadhaft gewordene Erd nuß durch eine andere zu ersetzen und zwar durch beliebig viele. Das Schicksal seiner Nase bildet aller­dings ein schwierigeres Problem. Aber auch dafür hat er eine Abhilfe gefunden. Er hat einen Apparat erdacht, der auf die Nase gesetzt wird und sie vor Beschädigungen schützt. Auf diese Weise wird er also, wie die Neuyork World mit Genugtuung her­vorhebt, verhindern, daß fein bisher gerades Riech- organ sich in eine Stupsnase verwandelt oder durch allzu heftige Berührung mit dem Gestein völlig seine Form verliett. Die Augen der Amettkaner s nd gegenwärtig mit Spannung nach Pikes Peak gerietet, und man hofft, daß der Erdnußstoßer die Ehre und das Ansehen der Vereinigten Staaten durch einen neuen Rekord fördern wird.