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Sonntaa, d.23. Juni 1929,8" mqs.

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gewandt, in dem er sich weigert, der Räu­mungsaufforderung nachzukommen und ihn er­sucht, auch in der Frage der Zuteilung von Spieltagen für die nächste Saison einzu- greifen und den Verein polnischer Theaterfreunds zu bewegen, es beider bisherigenRege- lung zu belassen, andernfalls würde der Ver­trag zwischen dem Magistrat und dem Verein polnischer Theaterfreunde angefochten werden, da er die kulturellen Rechte der deut­schen Steuerzahler vollkommen unbeachtet lasse. Gegebenenfalls würde von allen Be- schwerdemitteln Gebrauch gemacht werden, die der Genfer Vertrag gewährleistet.

Disziplinarverfahren gegen deutsche Lehrkräfte in Ostoberschlesien.

Kattvwitz, 22. 3uni. (MTV.) Nachdem erst vor kurzem der Leiter der Minderheitsschule, Rektor Llrbanek, ohne Pension entlassen wurde, sind nunmehr auch die beiden Rektoren der Minderheitsvolksschule in Kattowih, V u i a und S o i k a , auf Grund des jetzt abgeschlossenen Disziplinarverfahrens ihres Amtes ohne An­spruch auf Pension enthoben worden. Der Polska Zachodnia" zufolge sollen noch gegen weitere deutsche Lehrkräfte Diszipli­narverfahren durchgeführt werden.

Keine Schließung der Berliner Lichtspieltheater.

Der Kampf um die Lustbarkeitösteuer geht weiter.

Berlin, 22. 3uni. (Funkspruch.) Der Verband der Lichtspieltheater Berlin-Brandenburg hat auf Grund der Stellungnahme der Finanz« und Steuerdeputation am Samstag beschlossen, von einer Schließung der Lichtspielthea­ter am 1. 3uli abzusehen und auf dem Wege der Verhandlung die Ziele der Verbandes weiter zu verfolgen. Der Beschluß der Finanz- und Steuerdeputation will bekanntlich durch eine individuelle Behandlung der einzelnen Theater der Notlage des Film­gewerbes Rechnung tragen. 3n einer Entschlie­ßung erklärt der Verband, daß, wenn wider Er­warten nicht in kürzester Frist eine die Lebens­möglichkeit der Lichtspielbetriebe gewährleistende Senkung der Lustbarkeitssteuer er­zielt werde, erneut energische Abwehrmaß- nahmen ergriffen und zur Schließung der Be­triebe aufgerufen werde.

Der Kampf um die Lustbarkeitssteuer wird, wie wir hören, bereits in dieser Woche in sein entscheidendes Stadium treten, da sich aller Vor­aussicht nach der Reichsrat in seiner nächsten Sitzung mit dem Antrag der Spiherwrganisation der deutschen Filmindustrie auf eine neue reichsgesehliche Regelung und Her­absetzung der bisherigen Richtsätze für die Kommunen beschäftigen wird. 3n gut unterrichteten Kreisen glaubt man Grund zu der Annahme zu haben, daß sich der Reichsrat den schweren Bedenken, die einer Beibehaltung der jetzigen Sätze entgegenstehen, nicht verschließen wird und zumindest in einigen Punkten den For­derungen der deutschen Filmindustrie zustimmt. Die Lustbarkeitssteuer, die im Finanzausgleich verankert ist, und zu deren Erhebung die Kom­munen nach bestimmten Sätzen, die den örtlichen Verhältnissen angepaht sind, verpflichtet sind, dürfte nach dem gegenwärtigen Stand der Ver­handlungen zwischen den 3nterefsenten der Film­industrie und den Behörden insbesondere b e i den Lehr- und Kulturfilmen eine nicht unwesentliche Ermäßigung erfahren.

Oie vertagte Reform der Arbeitslosenversicherung.

Berlin, 23. 3uni. (Priv.-Tel.) Am Samstag­nachmittag fand im Reichstag die angekündigte Besprechung über die Arbeitslosen- anträge der Deutschen Volkspartei, der Deutschnationalen und der Demo­kraten statt. Wie man voraussehen konnte, wurde die Verhandlung dieser Anträge bis in den August vertagt. Die Sozialdemo­kratie hat also erreicht, daß an der Arbeitslosen­versicherung ein st weilen nichts geändert wird. Wahrscheinlich glaubt man, den jetzigen Zustand über die Sommermonate fortbauern lassen zu können, weil ja die Sommermonate die einzigen des ganzen 3ahres sind, in denen die Arbeitslosenversicherung keine Zuschüsse des Reiches braucht. Der sozialpolitische Ausschuß soll nunmehr am 15. August spätestens die Be­ratung der Anträge beginnen. Die Sozialdemo­kratie wird dann voraussichtlich mit aller Schärfe ihr altes Verlangen einer Beitragserhö­hung wiederholen. Llebrigens haben sich auch die Demokraten durch ihren Antrag gegen eine solche Politik der Mehrbelastung scharf aus­gesprochen. Sie wollen durch eine Beschränkung der Llntcrstützungsberechtigung der Saisonarbeiter und der ^erheirateten Frauen Ersparnisse von etwa 150 Millionen Mart erreichen. Es zeigt sich bisher auch nicht von ferne eine Einigungsmög­lichkeit in der Arbeitslosenversicherungsfrage. Für die Koalition war deshalb die Vertagung der einzige Ausweg.

Neugliederung im Llniermaingebiet?

Mainz, 22. Juni. (WTB.) Der R e i ch s s p ar- ko mmissar für Hessen soll sich in seinem Gut- achten u. a. auch mit der wirtschaftlichen und kam- munalpolitischen Lage des Mainzer Bezirks beschäftigen. Er erwähne darin, daß ein Ausbau der Verwaltungsbehörden einen stacken wirtschaftlichen Auftrieb zur Folge haben würde. Vor allem ziehe er eine neue Kreiseinteilung in Erwägung. Der Streis Groß-Gerau soll so aufgeteilt werden, daß nach der voraussichtlichen Eingemeindung verschiedener Ortschaften auf der Mainspitze der übrig gebliebene Kreisteil, der nach Mainz hin tangiert, mit dem Kreise Mainz verbunden wird. Die übri­gen Ortschaften des Kreises Groß-Gerau sollen nach Darmstadt kommen. Für den Kreis Mainz sind vorgesehen die Orte: Rüsselsheim, Bauschheim, Raunheim und Kelsterbach Man spricht auch davon, daß auch in dem links- rheinischen Teil Hessens bald Kreisneu­einteilungen oorgenommen werden sollen, jedoch sind feste Vorschläge hierfür noch nicht bekannt ge­worben.

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Oie Hilfe für die Landwirischast

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feier kreisten zwei .Flieger über dem Friedhof.

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Wie das Statistische Londesamt mitteilt, werden nach den vorläufigen Berechnungen die Par­

teien in folgender Stärke ziehen:

Sozialdemokraten Einheitsliste Kommunisten Dolkswohlfahrt Demokraten Nationalsozialisten Bauernpartei

für die Regierung in Königsberg und eine Reihe j 23. Juni: abends 17,1 Grad: am 24. Juni: morgens von Vertretern von Behörden und Organifa- 14,4 Grad Celsius. Niederschlag 0,1 mm. Son-

uuv I 14,4 Grad Celsius. Niederschlag 0,1 mm.

tionen am Grabe sprachen. Während der Trauer- I nenscheindauer % Stunde.

herigen Landtag nur über 37 von 52 Mandaten. Die bürgerlichen Parteien hatten sich größtenteils zu einer Einheitsfront zusammengeschlossen. Auf dieser einheitlichen Liste sind vertreten die Deutschnatio- nafen, die Deutsche Volkspartei, der Landbund, die Wirtschaftspartei und die Völkischen. Nationalsozia­listen und Demokraten stellten besondere Listen auf.

Oas Geireidehan-elsmonopol endgültig fallen gelassen? der Zollerhöhungen.

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Oer Schiedsspruch im Ruhrbergbau.

Essen, 23. 3unL (WB.) Der Gewerkver- ein chri st kicher Bergarbeiter Deutsch­lands beriet heute in Essen und der Deutsche Dergarbeiterverband in Bochum in großen Versammlungen über die Annahme oder Ablshnung des am Donnerstag von der Schlich­terkammer gefällten Schiedsspruches. 3n beiden Versammlungen wurde in einstimmig angenom­menen Entschließungen der Schiedsspruch abgelehnt und dies mit dem Fehlen jeglichen Entgegenkommens in der Arbeitszeitfrage und der Festsetzung des Mindestlohnes begründet. Außerdem beschäftigte sich der Deutsche Berg­arbeiterverband in seiner heutigen Versammlung mit dem Entwurf einesBergarbeiterschuh- gesehes, das die Versammlung in seiner jetzi­gen Verfassung einstimmig als unzulänglich a b - lehnte.

tragen. Lieber die Gestaltung der Rückseite schwe­ben noch Verhandlungen zwischen den zuständigen Ministerien. Den Entwurf zu der Münze hat der Bildhauer Professor Bosselt, der früher in Magdeburg tätig war und jetzt die Braun- schweigige Kunstgcwerbeschule leitet, angefertigt.

Weihe einer Ralhenau-Gedenklafel.

Anläßlich der Wiederkehr des Todestages des ehem. Reichsaußenministers Walther Rathenaus weihte die Deutsche Demokratische Partei an der Stelle, wo der Mord an Walther Rathenau er­folgte, und an dem Baum, der noch die Kugel­spuren der Mordtat trägt, an der Ecke der Erde- ner- und Wallotstrahe im Grünewald in Gegen­wart des Reichswehrministers G r o e n e r und des Ministers für die besetzten Gebiete, Dr. Wirth, sowie zahlreicher Vertreter der Staats­und Kommunalbehörden zwei Bronzege­denktafeln ein, die die 3nschrift tragen: »Wather Rathenau, gestorben 24.6.1922. Sie sind in ein Gitter eingelassen, das den Baum umgibt. Staatssekretär a. D. Reichstagsabgeord­neter Oskar Meyer feierte Rathenau als Men­schen, als Dolksmann, als Staatsmann und als Republikaner. 3m Namen der Reichsregierung legte Reichswehrminister G r o e n e r einen Kranz nieder.

Die Trauerfeier für den Segelflieger Schul;.

Der in so tragischer Weise ums Leben ge­kommene Pionier des deutschen Segelflugs Fer­dinand Schulz wurde in Heilsberg (Ostpreußen) unter ungeheurer Teilnahme der Bevölkerung Ostpreußens beigesetzt. Nach einer Totenmesse wurde der Sarg von Fliegerkameraden auf den Friedhof getragen, wo nach dem Geistlich Landesrat Gebauer im Namen des Lande Hauptmanns, Rcgierungsöircktor Hassensteir.

Lin Ehepaar

von einem Auto überfahren und gelötet.

Ein entsetzliches Llnglück hat sich in der Nacht zum Sonntag auf der Chaussee Berlin-Gatow abgespielt. Dort fand man die furchtbar ver­stümmelten Leichen eines Mannes und einer Frau. Da zunächst angenommen wurde, daß beide einem Verbrechen zum Opfer gefallen seien, so alarmierte der Landposten die Mord­kommission des Berliner Polizeipräsidiums. Cs stellte sich aber heraus, daß die beiden Personen von einem Auto überfahren worden sind. Die Ermittlungen an Ort und Stelle zeigten folgendes Bild: Etwa einen Meter von der Chaussee entfernt lag eine Frau, deren Schädel vollständig zertrümmert war, in einer Blutlache. Sie war tot. 3n geringer Entfernung von ihr' fand man auch den Mann, der beim Eintreffen der Beamten, noch schwache Lebenszeichen von sich gab, aber unter den Händen des Arztes starb. Zwischen beiden Personen lag ein verboge­nes Herrenfahrrad. Die Getöteten sind festgestellt als ein 34 3ahre alter Wächter und Zeitungshändler Fritz Engelke und seine gleich­altrige Ehefrau Helene Engelke, die in Gatow wohnten. 3n der Nähe der Leiche lag ein mit Blut und Hautfehen besudelter Autogriff aus Weißmetall, der bei einem Zusammen­stoß von der Wagentür abgerissen wurde. Der rücksichtslose Fahrer hat das offenbar nicht bemerkt. Er hat sich auch um die beiden Verunglückten in keiner Weise gekümmert, sondern sein Heil in der Flucht gesucht. Es ist gelungen, den Besitzer und Fahrer des Autos festzustellen. Gegen Mittag war der Polizei anonym mitgeteilt worden, daß in einer gewissen Garage in der Nacht ein stark beschädigtes Auto eingefahren sei. Kurze Zeit darauf st e l l t e sich der Eigentümer des Wagens, der 38jährige Kaufmann Wilhelm Riecke, freiwillig der Polizei. Er behauptet, nicht gewußtzu haben, daß er zwei Men­schen überfahren hatte, hat aber bei einer wei­teren Vernehmung zugegeben, daß er das ra­delnde Ehepaar gesehen habe, bestreitet aber, sich einer Fahrlässigkeit schuldig gemacht zu haben. 3n einer 8-Kurve sah er das Ehepaar dem Wagen entgegenkommen. Der Radler fuhr vor­schriftsmäßig auf der rechten Seite der Chaussee. Riecke behauptet nun, er habe in der Kurve nicht weit ausgeholt, sondern sich etwa inderMitte der Straße gehalten. 3n einer Entfernung von 30 Metern vor dem Rade habe er seine Scheinwerfer abgeblendet. Eine Er­schütterung seines Wagens bei dem Zusammen­stoß will Riecke nicht verspürt haben. Auch seine drei Begleiter geben ihre Aussagen im gleichen Sinne.

Schwere Typhus-Epidemie in Siebenbürgen.

3m neurumänischen Gebiet von Szatmar in unmittelbarer Nähe der ungarischen Grenze herrscht seit mehreren Tagen eine D a u ch t h - pyus- und Kinderlähmungsepide­mie von gefährlichem Ausmaße. Viele Schulen mußten ohne Schlußprüfungen schließen, um die Ausbreitung der Seuche einzudämmen. Die 'Behörden sind vollkommen machtlos, die Aerzte behaupten, daß das ungesunde Trinkwasser insbesc ndere der privaten Brun­nen die Epidemie ausgelöst hat. 3n der Gemeinde Mezoterem sind bisher 148 Bauchtyphusfälle HU verzeichnen. Die Zahl der Loten beträgt zehn. Die Gemeinde ist von der Außenwelt vollkommen abgeschlossen, da die Gendarmerie den Ein- u- ' Austritt zur Ortschaft, die ein riesiges ' lazarett bildet, streng bewacht.

Zölle dem Landwirt den Ersatz für die Verteurung, die er durch die Erhöhung der 3ndustriezölle auf sich nehmen muhte, nicht bringen konnten. Zur Zeit werde der Kampf ausgefochten, wie man aus diesem Unrecht wie­der herauskomme, ob durch eine Senkung der 3ndustriezölle oder durch eine Hebung der landwirtschaftlichen Zölle. Mit­telpunkt des Kampfes sei zur Zeit die Ge­treidefrage. Cs gebe drei Möglichkeiten, zu helfen: Zollerhöhung, Einführung einer Markt­ausgleichgebühr, Monopol. Gegen das M o n o- p o l äußerte der Redner eine ganze Lleihe von Bedenken. Ein reines Einfuhrhandel s- m o n o p o l. sei nicht möglich, weil dem etwa ein Dutzend Handelsverträge oder noch mehr im Wege stehen. Es bleibe also nur ein Zoll- rn o n o p o l. Dann aber werde das Objekt riesig. Der Gesamtwert der in Betracht kommenden Pro­dukte betrage etwa 3,8 Milliarden. Die Väter des Monopols wollten aber auch erreichen, daß das Getreide nicht über einen gewissen Preishinaus steige. Dann soll die Monopol­gebühr zur Senkung der Preise ver­wandt werden. 3nfolgedcssen seien die finanziellen Folgen für das Reich gänzlich unübersehbar, denn wenn die Monopolgebühr, die bei niedrigen Getreidepreisen sich ansammle, zur Senkung nicht ausreiche, müsse das Reich zuschießen. Cr habe wiederholt angeregt, durch eine Kombi­nation von verschiedenen Maßnahmen zu helfen, durch Zollerhöhung in Verbindung mit Crnte- finanzierung und dem Dermahlungszwang.

Die preußische Generalsynode zum Ksnkordat.

Berlin, 22. Juni. (WB.) Die Preußische Generalsynode ist zu einer außerordentlichen Tagung in Berlin zusammengetreten, um zu der durch den Abschluß des Konkordats geschaffenen Lage Stellung zu nehmen. Die 215 Abgeordneten waren vollzählig versammelt, unter ihnen die geist­lichen Führer der Kirche mit den Generalsuper­intendenten an der Spitze, ferner eine Reihe von Persönlichkeiten, die im politischen und parlamen­tarischen Leben eine Rolle spielen. Präsident Dr. Winkler, eröffnete die Sitzung mit einer An­sprache, in der er auf den einzigen Deratungs- gegensiand, die Konkordatsfrage, hinwies und in großen Zügen die Entwicklung der Kon­kordatsfrage zeichnete. Nach den Ausführungen des Präsidenten beschloß die Generalsynode einstimmig, die gesamte Materie dem Verfassungsaus­schuß x u überweisen. Der Ausschuß trat so­fort nach der Plenarsitzung zusammen. Er wird am kommenden Dienstag der Plenarsitzung das Ergebnis der Beratungen vorlegen.

Bassermann, Professor Dr. Hans Pfitzner, Dr. Richard Strauß und Kapellmeister Arthur B o d a n s k i (Neuyork) wurde die Goldene Ehren­medaille verliehen. Dann hielt Generalintendant Dr. Leopold I e s s n e r den Festoortrag über das ThemaDas bebördliche Theater, Eingeständnisse und Forderungen . Jeßner schloß seine Ausführun­gen mit einem Appell an die Parlamente, das Theater aus der politischen Kritik herauszulassen und dann an die Theaterleiter, die er aufforderte, die behördlichen Theater, ohne sich beirren zu lassen, aus den augenblicklichen Schwankungen eines lauen Kompromisses zwischen aktiven und Bildungsthea­tern zu befreien und sie ihrer Sendung zuzusüh- ren, die laute: Eine charaktervolle Synthese von Bildungs- und Kampftheater zu schaffen. Reichs- minifter <5 euer in g überbrachte die Glückwünsche der Reichsregierung und bedauerte, daß die Kunst in ihrer Entwicklung durch die Finanznot des Rei­ches, der Länder und Gemeinden behindert werde. Das behördliche Theater fei nötig, nicht nur zur Pflege der besten deutschen Geistestradition, sondern vor allem zur Heranziehung einer wirklichen, echten Moral und zur Erziehung wirklich gebildeter Dolks- massen.

Aus aller Welt.

Die Tagung des Weltbundes für staalsbürgerliche Frauenarbeit.

Der Jahreskongreß des Weltbundes für staats­bürgerliche Frauenarbeit hat beim Abschluß sei­ner Tagung den Beschluß gefaßt, einen Sonder­ausschuß für Frauen st im mrecht zu schaf­fen, der sich ständig mit allen mit dem Frauen­stimmrecht zusammenhängenden Fragen und Ei sah- rungen zu beschäftigen Haden wird. Der Beschluß weist auf die Tatsache hin, daß es immer noch Län­der gebe, wo die Frauen nur ein eingeschränktes ober überhaupt fein Stimmrecht besitzen. Weiter wurde eine Entschließung der britischen Frauenver­bände angenommen, in der darauf hingewiesen wird, daß die Frauen um ihr Stimmrecht mit dem ausgesprochenen Zweck gekämpft Haden, ihre be­sondere nur ihnen eigentümliche Erfahrung und Auffassung in die Politik hineinzutragen. Deshalb halte der Kongreß auch in den Ländern, in denen das Frauenstimmrecht bereits besteht, zur end­gültigen Herstellung völlig gleicher Berufsmöglichkeiten von Mann und Frau das Fortbestehen überparteilicher Verbände der Frauenbewegung für dringend notwendig.

Liu versassungslalec 1929.

Wie dasTempo" meldet, wird^um dies­jährigen Derfassungstag zum ersten Male eine amtliche Gedenkmünze geprägt werden. Die Stücke, die in den Werten von drei bis fünf Mark ausgegeben werden, sollen auf der Vorderseite den Kopf des

Berlin, 24.3uni (TU.) 3m Reichsernährungs­ministerium fand Sonntagnachmittag eine Konfe­renz der Führer der Regierungsparteien und land­wirtschaftlicher Sachverständiger statt, in der über alle Zollsragen verhandelt werden sollte. Das Er­gebnis der Besprechungen soll die Grundlage für eine Besprechung des Kabinetts am Wontagvor­mittag bilden. DieWontagspost weih zu berich­ten, dah die Besprechungen die Frage des Ge­treidehandelsmonopols endgültig geklärt hätten, fo- dah die vorbereitende Arbeit für den handelspoliti­schen Ausschuß des Reichstags als abgeschlossen gelten könne. Der plan des Getreide- handelsmonopols fei endgültig fallenge- lassen. Das Kabinett wolle noch am Dienstag und Wittwoch dem Reichstag Gefehesvor- lagen über Z o 11 e r h ö h u n ge n zugehen lassen, durch die man die Hilfe für die Landwirt­schaft erledigen zu können glaubt.

Oie Auffassung des Reichsemährungsniinisters. Eutin, 22. 3uni. (WTD.) Bei einer öffent­lichen Kundgebung sprach hier Reichsernährungs­minister Dietrich über die Not der Landwirt­schaft. Der Minister erklärte, daß die Haupt­ursache der gegenwärtigen Not in dem Zoll­tarif des 3 ahres 1925 zu suchen sei, der einen so starken Schutz der Indu­strie bedeutete, daß die landwirtschaftlichen

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Wettervoraussage.

Das sübfkanbinaoische Tiefdruckgebiet hat sich weiter vertieft und ist dabei stationär geblieben. Sein Einfluß, der sich in Form von stärkerer Be­wölkung und strichweisen Niederschlägen äußert, ist immer noch ausschlaggebend für unsere Wetter­lage. Da wir in der Weiterbewegung der Störung unter den Rückseiteneinfluß gelangen, so ist kühles und unbeständiges Wetter zu erwarten, wenn auch vorübergehend Aufheiterung einsctzt.

Wettervoraussage für Dienstag: Noch unbeständiges, wechselnd wolkiges Wetter, vor- übergehend auch aufheiternd, kühl, vereinzelt leichte Regenschauer.

Wettervoraussage für Mittwoch: Allmählich ruhigeres und mehr aufheiterndes Wet­ter bei langsam ansteigenden Temperaturen wahr­scheinlich.

Lufttemperaturen am 23. Juni: mittags 15,2 Grad Tclfius, abends 11,1 Grad: am 24. Juni: morgens 1,6 Grad. Maximum 16,3 Grad, Minimum 5,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am

Kunst und Wissenschaft.

150 3ahre Wannheimer Rationaltheater.

Die Jubiläumswoche des Mannheimer National­theaters aus Anlaß seines 150jährigen Bestehens wurde mit einem Festakt im Rittersaal des Schlosses eröffnet Neben Reichsminister <5 e d e r i n g waren erschienen der badische Staatspräsident Schmitt und die Minister Remmele und Seers, der hessische Minister des Innern, Reichs- kunstwart Dr. Redslob, Vertreter der Notge­meinschaft der deutschen Wissenschaft und der Preu­ßischen Akademie der Künste. Oberbürgermeister Dr. Heimerich begrüßte die Festoersammlung und überreichte Albert Bassermann und Dr. Wil­helm Furtwängler den Ehrenbürgerbrief der Stadt Mannheim. Den früheren Intendanten des Mannheimer Nationaltyeaters, Hofrat August

Landtagswahlen in Mecklenburg.

Schwerin, 23.Juni. (WB.) Die heutigen Wah­len zum Mecklenburgischen Landtag sind in allen Teilen des Landes ruhig verlaufen. Die Wahlbeteili­gung war recht rege. Das vorläufige Endergebnis (es fehlen nur noch 34 Wahlbezirke) lautet:

Stimmen

Sozialdemokraten

117 803

Einheitsliste

136 424

Kommunisten

16 131

Volkswohlfahrt

7 453

Demokraten

8 779

Nationalsozialisten

12 554

Bauernpartei

7 713