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und Stauben flnb hier vertreten. Seiber zeigt sich jetzt, bah viele der exotischen Pflanzengattungen dem harten Winter zum Opfer gefallen sind, barunter Ra- belhölzer. bis an geschützten unb ungeschützten Stellen jahrzehntelang jeben Frost überbauert haben.
Äreis Schotten.
□ Saubach, 23. Mai Eine Erbschaftsangelegenheit b e r Stabt Saubach, die seit März 1914 schwebt, ist in diesen Tagen geregelt worben. Eine unverheiratete Dame, 3 o- Hanna Otto, geboren in Saubach als Tochter eines gräflich solms-laubachschen Kammerrats, die in Florenz lebte unb auch ebenda gestorben ist, hatte ihrer Geburtsstadt ein nicht unbeträchtliches Kapital vermacht. Dieses Kapital war im Weltkrieg durch den italienischen Staat beschlagnahmt worden. Der Test amenisvollstrecker, Geheimerat Dr. Forch in Berlin, hat der hiesigen Bürgermeisterei geschrieben, daß ihm bas Reichsentschädigungsamt mitgeteilt habe, bah die Beschlagnahme aufgehoben ist und baß demnächst als Schlutzentschä- bigung eine Schulbbucheintragung in Höhe von 11 700 Mk. an die Stabt Saubach überschrieben werden wird. Die Erblasserin, sowie deren Eltern, sind auf dem evangelisch-deutschen Friedhof in Saibach (Krain, Jugoslawien) bei- gesetzt worden. Das dort zum Unterhalten der Gräber gestiftete Kapital ist durch die Inflation zerronnen. 'Der Testamentsvollstrecker, der es für eine Sache der Pietät und des deutschen Rationalgefühls hält, die Grabstätten in jener verlassenen Ecke des Deutschtums zu erhalten, hat die weitere Pflege dieser Stätten angeregt und mit dem evangelischen Pfarramt Saibach die hierzu notwendigen Verhandlungen ausgenommen.
Preußen.
Kreis Biedenkopf.
dt. E n d b a ch, 23. Mai. Der hiesige Männergesangverein veranstaltete am 2. und 3. Pfingsttage gelegentlich seines 50jährigen Bestehens em Wertungssingen. Es beteiligten sich 9 Vachbarvereine: Günterod, Gladenbach, Sohra, Erda, Weidenhausen, Offenbach (Dillkreis), Eisemroth (Dillkreis), Bischoffen unb Wommelshausen, von denen jeder zwei selbstgewählte Sieber zum Dortrag brachte. Dor- herrschend war das alte, schöne, deutsche Dolks- lied. Heben diesem zeigten aber auch einige Vereine infolge guter Schulung und ausgezeichneten Stimmenmaterials schwierigere Seistungen. So gefiel vor allem „Morgenlied" (Rieh), welches vom M.-G.-D. Erda in formvollendeter Weise 5um Vortrag gebracht wurde, dann „3ef. 60, —3“ (Stange), welchen Chor M.-G.-D. Offenbach vorzüglich meisterte, und spontanen Beifall erntete Sohras stattliche, gut disziplinierte Sän- gerzabl, die „An die Heimat" (3üngst) und „Sandmännchen" mit allen Feinheiten erstklassig herausbrachte. 3eder Verein hat in wochenlanger Arbeit sein Bestes getan, unb die Sachverständigen werden in ihren schriftlichen Gutachten neben Hinweis auf Fehler unb Mängel auch hier und da mit einem Sob nicht kargen können. Der Rachmittog brachte noch einmal sämtliche Vereine zu dem auf gegebenen Massenchor „Waldruh" von Strauß, zusammen, der
Gchnellzug-Cnigleisung bei Fulda.
Der Z-O-Zug Basel-Frankfurt-Berlin verunglückt. - Elf weisende mehr oder weniger schwer verletzt.
WSR. Fulda, 23. Mai. Heute nachmittag 4.15 llbt e n t g I e i ft e im Bahnhof Kerzell bei Fulda der Fernschnellzug FD 5 Sa- s e l—F r a n f f u r t—D erlin bei der Durch- sahrt durch ein Ueberholungsgleis. Die Sokomotive, der Packwagen und zwei Personenwagen fielen um, drei Wagen des Zuges blieben im Gleis stehen. Eine Dame wurde am Fuße schwer verletzt, zehn Reisende erlitten leichtere Verletzungen. Don den
verletzten
sind bis jetzt als in das Krankenhaus Fulda eingeliefert festgestellt:
1. 3akob S a f f r a n aus Frankfurt a. M.« Schwanheim (Gehirnerschütterung unb leichte Kopfverletzung).
2. Fräulein Susanne Rothe aus Berlin- Dahlem (Fuß abgequetscht).
3. Ein Herr Braun, bessen genaue Personalien noch nicht feststehen (Rückenquetschung).
4. Sokomotivführer Seifert aus Erfurt (Gehirnerschütterung unb Handverletzung).
5. Sokomotivheizer Eckhard aus Erfurt (Gehirnerschütterung unb Sippenverletzung).
An der Unfallstelle herrscht ein wüstes Durcheinander. Die drei entgleisten Personenwagen sind vollständig übereinander geschoben und bilden einen Trümmerhaufen.
Der als schwerverletzt gemeldeten Dame wurde ein Fuß am Knöchel abgerissen. Bei den übrigen zehn Seichtverlehten handelt es sich um sieben Passagiere, sowie um den Sokomotivführer, Heizer und Zugführer des Zuges. Der Sokomotiv- f ü h r e r wurde unter einem Haufen von Kohlen unter seinem Führer st and heraus- geschaufelt. Der Heizer, der schon vorher abgesprungen war, erlitt einen Rervenschok. Rur bem Umftanb, daß der Zug, der nur erster und zweiter Klasse führt, sehr schwach beseht war, ist es zu verdanken, daß das Unglück keine größeren Ausmaße annahm. Wie verlautet, soll noch ein Reisender vermißt werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er sich noch unter den Trümmern befindet. Die drei hinteren Wagen, darunter der Speisewagen, blieben auf den
Gleisen stehen und wurden später nach Fulda weitergeleitet. Die Fuldaer Sanitätskolonne, sowie die Sanitätsmannschaft der Station Fulda waren rasch zur Stelle, ebenso eilten sofort zahlreiche Aerzte zur Hilfeleistung an die Unfallstelle.
Oie amtliche Darstellung.
WSR. Frankfurt a. M., 23. Mai. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a.M. .teilt mit: 3m Bahnhof Kerzell bei Fulda wird die Flie de brücke zur Zeit umge- b a u t. 3nfolge dieser Arbeiten müssen die Züge der Richtung Franksurt a. M.—Fulda im Bahnhof Kerzell durch bas Ueberholungsgleis Geleitet werben, bas mit einer Gcschwindig- eit von 45 Kilometer durchfahren werden soll. Die Ursache der Entgleisung ist wahrscheinlich darin zu suchen, daß
der verunglückte Schnellzug mit unverminderter Geschwindigkeit das Ueberholungsgleis durchfuhr.
Hierbei entgleiste die Solomotive, stürzte um und riß den folgenden Packwagen und drei Personenwagen mit sich. Sechs Reisende wurden schwerer und sieben leichter verletzt. Die schwerer Verletzten wurden dem Krankenhaus in Fulda zugeführt. Die leichter Verletzten setzten ihre Reise fort. Unter den leichter Verletzten befindet sich auch der Direktor des Leipziger Schauspielhauses Dr. Kronacher (der bekanntlich nach Frankfurt als Schou- spielintendant berufen ist); er erlitt einen Bluterguß an der Schläfe. Die auf dem Gleis stehengebliebenen drei Wagen des Schnellzuges wurden nach Eintreffen einer Ersahlokomotive nach Fulda weitergefahren. Von dort setzte der Zug um 18,51 Uhr seine Reise nach Eisenach fort, wo die Reisenden in einen inzwischen zusammen- gestellten neuen Schnellzug umsteigen mußten. Die Züge der Richtung Fulda—Frankfurt können auf dem richtigen Gleis ohne Störung verkehren. Der Verkehr in der Richtung Frankfurt—Fulda muß bis zur Beendigung der Aufräumungsarbeiten zwischen Reuhvf und Fulda eingleisig geführt werden.
von Hauptlehrer K l a g e s, Endbach, dirigiert wurde. Die beiden Festtage nahmen bei herrlichstem Wetter den harmornischsten Verlauf. Dem M.-G.-V. Endbach als unerschrockener Veranstalter des Wertungssingens ist auch in pekuniärer Hinsicht guter Erfolg zu wünschen.
Leigzüge der Reichsbahn.
Der Konkurrenzkampf zwischen der Reichsbahn und dem Kraftwagenverkehr, der immer mehr wächst und an Heftigkeit zunimmt, je mehr der Kraftwagenverkehr ansteigt, hat im Güterverkehr bereits so weit geführt, daß die Reichsbahn auf einigen Strecken Kampftarife eingerichtet Hal um den Tarifen der privaten Kraftverkehrsgesellschaften wirksam zu begegnen. Runmehr ist die
Reichsbahn zu einer neuen Kampfmaßnahme übergegangen, die ebenfalls auf dem Gebiete der Güterbeförderung liegt. Die Reuerung besteht in der Einführung eines Raschverkehrs mit Stück- und Eilgut, sie ist seit einiger Zeit auf acht Strecken des Kölner Reichsbahnbezirks in Betrieb. Dieser Raschverkehr wird mit sogenannten Seigzügen, deren Benutzung eine neue De- sörderungssorm darstellt, durchgesührt. Die Seig» züge sehen sich aus einer Seig-Sofomotibe und einem vierachsigen Großraumwagen mit zweiachsigem Packwagen, die miteinander verkoppelt und durch einen Harmonikabalg verbunden sind, zusammen. Die Seigzüge sollen später alsG ü t e r» triebwagen mit eigener motorischer Kraft betrieben werden. Der Verkehr mit diesen Zügen dient für Versand-Sammelfrachten und
Empfangsverteilungsfahrten. Ts werden mit diesen neuartigen Zügen auch die kleinsten Bahnhöfe berührt, an denen bisher Güterzüge nicht hielten, um auch dort Stückgut und Eilgut abzugeben, oder mitzunehmen. Das Ladegeschäft vollzieht sich sehr rasch durch eine bei allen Bahnhöfen eingerichtete Sadebrücke. Die bisherigen Betriebsergebnisse auf den Dersuchs- strecken sind so günstig unb für ben Frachtverkehr vorteilhaft ausgefallen, baß sich bie Reichsbahngesellschaft mit bem Gedanken trägt, in nächster Zukunft die Reueinrichtung auch einer Anzahl anderer Strecken zugute kommen zu lassen, und im Saufe der Zeit bas ganze deutsche Eisenbahnnetz durch Seigzüge zu befahren, sofern sich die Wirtschaftlichkeit einwandfrei herausgestellt hat. Auf den jetzigen Strecken verkehren die Seigzüge mit einer Stundengeschwindigkeit von 75 Kilometer, was auf bie geringe Ruhlast, die mit ben Zügen befördert wirb, zurückzuführen ist. Die bisherigen Detriebserfahrungen haben ergeben, bah burch bie Beschleunigung der Geschwindigkeiten unb des Verladens die Güter im Durchschnitt bis zu 24 Stunden früher bestellt werden konnten.
Die tlnsallversichenmg für Feuerwehren.
Durch das dritte Gesetz über Slenberungcn in der Unfallversicherung vom 20. Dezember 1928 sind der Unfallversicherung u. a. die Betriebe der Feuerwehren unterstellt worden (§ 537 Abs. 1 Rr. 4a der Reichsversicherungsordnung). Wie das badische Ministerium des Innern in einem Erlaß zu dieser Bestimmung an die Bezirksämter ausführt, sind mit bem Begriff „Betrieb der Feuerwehren" nicht nur bie Berufsfeuerwehren, sondern in demselben Maße auch bie freiwilligen unb Pflichtfeuerwehren erfaßt. Es wird aber auch von einem Betriebe einer Feuerwehr bann gesprochen werden können, wenn lediglich eine ständige Verpflichtung der Gemeindeangehörigen besteht, auf Verlangen der Gemeinde« oder Polizeibehörde unb unter ihrer Bettung bei Feuersgefahr tätig zu werden. 3m Betriebe der Feuerwehr beschäftigt sind nicht nur die Mitglieder, sondern auch alle Personen, die, sei es auch nur vorübergehend, helfend in diesen Betrieb eintreten, sei es auf ausdrückliche Aufforderung, sei es freiwillig, sei es mit, sei es ohne Wissen der Betriebsleitung, es sei denn, daß der Eintritt gegen den ausdrücklichen oder mutmaßlichen Willen des Unternehmers geschieht.
Das Gesetz unterstellt nicht nur die eigentliche Feuerbekämpfung der Versicherung, sondern den gesamten Betrieb der Feuerwehren, damit also auch ihre vorbereitende Tätigkeit, namentlich die Hebungen, aber auch sonstige Tätigkeitsgebiete, die von Feuerwehren übernommen werden, wie z. D. Beseitigung von Verkehrshinder-
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