Ausgabe 
23.8.1929
 
Einzelbild herunterladen

!n

l

und spielerfahrene sicheren Sieg für

treffen in Gruppe

Heuchelheim. In diesem Spiel chelheimcr die technisch bessere Mannschaft stellen und einen

Oberheffen.

Kreis Büdingen.

A B i b b a, 22. Aug. Bei ber Verpachtung von 53 Vormalmorgen städtischer Grund- stücke, Aecker und Wiesen, auf 6 Sahre wurden 2200 Mark Pachterlös jährlich erzielt. Seither war das Ergebnis jährlich fast um ein Drittel höher, weil besonders günstig gelegene Aecker bis zu 100 Mark der Morgen ergaben. Auch bei der Verpachtung der Pfarrgrundstucke wurde etwas weniger gegen seither an Pacht gelöst. In manchen Gemeinden der Umgegend sind da­gegen die Pachtpreise für Grundstücke fast doppelt so hoch als hier. Sn Wallernhausen, Ober- und Rieder-Mockstadt beträgt beispielsweise der Pacht- Preis für einen Morgen durchschnittlich 80 Mk. und noch mehr.

sich buchen.

In der zweiten Bezirksklasse

Ost Hachborn 1. gegen Oden Haus en I. in

Hachborn zusammen. Hier werden die Einheimi-

runde der diesjährigen Serie.

In der ersten Bezirksklasse treffen sich nur Heu­chelheim 1. und Grohcn-Linden I. in werden die Heu­

sprüche Dritter, die infolge Fortsetzung der Strai ßenpflastcrung in Krofdorf wegen Aende- rung der Höhenlage der Fahrbahn und der Ent­wässerungsverhältnisse etwa gestellt werden, zu ver­treten. Für die von der Gemeinde beschafften 2 5. 'W a s s e r m e s s e r wurden die Haushaltungen bestimmt, bei denen der Einbau der Wassermesser erfolgen soll. Es sind durchweg Gewerbetreibend« mit starkem Wasserverbrauch. Die Preußischen Kraftwerke Oberweser beabsichtigen, von dem zwi­schen Gießen und Krofdorf gelegenen Umspannwerk aus nach Buderus (Wetzlar) eine S t a r k ft r o m - leitung unterirdisch zu verlegen und hierbei in der hiesigen Gemarkung verschiedene Feldwege zu benutzen. Die Gemeindevertretung genehmigt dies gegen Zahlung einer einmaligen Gebühr, Wieder­instandsetzung Der Wege einschließlich etwaiger durch Erdsenkungen usw. erforderlichen Nacharbeiten und unter der weiteren Bedingung, daß bei evtl. Ver­legung der Wege auch das Kabel anders gelegt werden muß. Verschiedene Arbeiten (Weißbin­derarbeiten im Pfarrhaus und Pflasterarbeitcn in Gleiberg) wurden auf Grund der eingStzangeneu Angebote den Wenigstnehmenden vergeben.

0 Hochelheim, 22. Aug. Die Verbindungs­straße von hier nach Klein-Rechtenbach, der sog. M vorweg", erhält zur Zeit auf der restlichen Teilstrecke eine Oberflächenteerung. Die Arbeit wird durch den Bauunternehmer Schäfer zu Dornholz­hausen ausgeführt. Die im vorigen Jahre neu hergestellte Decke auf der Verbindungsstraße von hier nach Dornholzhausen wird in diesem Jahre ebenfalls geteert werden.

5 N i e d e r k l e e n, 22. Aug. Die P r o v i n z i a l - straße Wetzlar Butzbach wird zur Zeit von der preußisch-hessischen Landesgrenze zwischen hier und Pohlgöns bis nach Wetzlar auf verschiedenen größeren Teilstrecken geteert. Die Oberflächenteerung soll der Straßeninstandsetzung dienen und eine Ver­hinderung der Staubentwicklung bezwecken; sie wird daher von den Einwohnern sehr begrüßt. Die Ar­beiten werden durch Bauunternehmer Schäfer zu Dornholzhausen ausgeführt.

Wirtschaft.

Oie Lösung des

Sronffurfer Dersicherungskrachs.

Das Vätsel, wie der zweitgrößte deutsche Versicherungskonzern zu­sammenbrechen konnte, ist inzwischen weitgehend geklärt. Sn der Tat ist das Versicherungsgeschäft als solches bei dem in Zahlungsschwierigkeiten! geratenen Frankfurter Konzern restlos in Orb* nung. Man hat nicht den geringsten Anlaß, bedenkliche Rückschlüsse aus den gegenwärtigen Vorgängen in Frankfurt nun etwa auf die all­gemeine Lage der deutschen Privatversicherung zu ziehen. Es stellt sich vielmehr heraus, daß die deutsche Versicherung sich in einer völlig gesunden Situation befindet, und nur die zweifelhaften Finanzgeschäfte der Direktoren der Frankfurter Allgemeinen Ver­sicherung zum Zusammenbruch dieser Gesell­schaft führten. Die leitenden Persönlichkeiten dieses Unternehmens waren nicht in der Lage, die ihnen aus der Versicherung zufliehenden großen Summen entsprechend dem Charakter der Versicherung auch anzulegen. Offenbar hat es daneben an dem nötigen Verantwortungs­bewußtsein gefehlt. Die Vorgänge in Frankfurt zeigen jetzt wieder einmal, daß die Versiche­rungen eine große Aufgabe im Interesse der gesamten Volkswirtschaft zu erfüllen haben und hierauf auch ihre Anlagepolitik einstellen müssen. Sn Erkenntnis des ungeheuren Scha­dens, der unserer Volkswirtschaft im Falle der Vichterfüllung der reinen Dersicherungsverpflich- tungen des Frankfurter Konzerns entstanden wäre, hat sich denn auch der Allianz- Konzern trotz des darin liegenden großen Risikos bereit erklärt, den gesamten Versiche-

genütier.1 Eine Voraussage ist ungewiß, da die Spielstärke der Gegner noch unbekannt ist.

Zn der Jugendklasse treffen sich Heuchel­heim Jgd. gegen G r o ß e n - L i n d e n Jgd.; Gießen Jgd. gegen Wieseck I. Jgd.; Naun­heim Jgd. gegen Wieseck II. Jgd.; W a tz e n- born Jgd. gegen Trais Jgd.; Wißmar Jgd. gegen Rodheim Jgd., jeweils auf dem Platze des erstgenannten Vereins.

Die erste Mannschaft Naunheims und Wiesecks fahren zu einem Werbespiel nach Marienberg im Westerwald, wo ebenfalls auch die Bezirksriege der Gräteturner ein Werbe­turnen für ihre Sparte veranstaltet.

Gießener Schwimmverein.

Der G.S.V. wartet zum Abschluß der Som­mersaison am kommenden Sonntag in der Müller- schen Badeanstalt mit einer Veranstaltung auf, die in erster Linie der männlichen und weiblichen Jugend Gelegenheit zur sportlichen Betätigung geben soll. Der wichtigste Wettkampf ist das Sugendwasserballspiel um die ©au- Meisterschaft gegen Rot-Weiß Darmstadt; das Vorspiel konnten die Darmstädter in diesem Sommer im Frankfurter Stadion mit 5:2 ge­winnen. Inzwischen aber haben die Gießener weitere Fortschritte gemacht, und es ist deshalb zu hoffen, daß sie diesmal im heimischen Wasser ein günstigeres Ergebnis erzielen werden. Sn einem weiteren Wasserballspiel wird eineHerren- mannschast des G. S. V. ihre Ueberlegenheit gegenüber dem Wetzlarer S. C. erneut unter Beweis stellen können. Eine Reihe von Staffeln und Einzelwettkämpfen für die männliche und weibliche Sugend sollten schöne Kämpfe zwischen den Teilnehmern aus Darmstadt, Marburg, Wetzlar und Gießen bringen.

Die Gießener Damen werden im Figurenlegen durch neu einstudierte Figuren sicherlich die vollste Sympathie des Publikums gewinnen. Der Olym­piateilnehmer und vorjährige süddeutsche Meister Rehborn vom G.S.V. hat Gelegenheit, sein Können im Kunst- und Turmspringen zu ent­falten und zum ersten Male in diesem Sabre den Gießenern bei einer öffentlichen Veranstaltung seine vollendete Kunst zu zeigen. Durch Ein­legung einiger Wasserscherze, sowie durch prak­tische Lebensrettungsvorführungen sucht der G. S. D. wie immer, dem Publikum ein möglichst abwechslungsreiches Programm zu bieten, das die Vielfältigkeit des Schwimmsportes recht er­kennen läßt. (Man beachte die morgige Anzeige.)

Turngau Lahn-Oünsberg.

Der Mtv. Daubringen, der dem Lahn-Düns- berg-Gau angehört, beteiligte sich am vergange­nen Sonntag am Dergturnsest in Hau­sen; folgende Turner erhielten Preise: Aktive Turner: den 10. Preis Ludwig Walther und Karl Erb. Sugend, Oberstufe: den 18. Preis Heinrich Zecher. Sugend, Unterstufe: den 1. Preis Wilhelm Braun, den 27. Preis Wilhelm Schwalb, den 30. Preis Heinrich Weimer, den 35. Preis Ludwig Hofmann.

schen wohl Sieger bleiben.

Treis I. gegen Grünberg I. werden sich in Treis ein ausgeglichenes Spiel liefern, dessen Ausgang offen ist.

H u n a e n I. gegen Daubringen I. werden sich in Hungen ein scharfes Spiel liefern, indem der Glücklichere Sieger bleiben wird.

Staufenberg I. geht nach Oppenrod und wird im Spiel gegen die dortige 1. Mann­schaft »ine Niederlage hinnehmen müssen.

Auch Burkhardsfelden I. wird seinen Gegner, die erste Mannschaft Beuern, mit einer Niederlage abfertigen.

In der Gruppe West findet nur ein Spiel statt. Die beiden Neulinge des Bezirkes Rödgen I. und Waldgirmes I. stehen sich in Rödgen ge-

Kreis Lauterbach.

A Lauterbach, 22. Aug. Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt Bürger­meister Walz davon Kenntnis, daß der Stabt. Friedhofsaufseher Fr. Döring II. am 19. d. M. einem Schlaganfall erlegen ist. Der Vorsitzende widmet dem Verstorbenen einen ehrenden Äach- rut Die Abrechnung des Prämien­marktes 1 929 wird von Stadtobersekretär Dönsel vorgetragen. Vach seinen Ausführun­gen beträgt der Ueberschuß des Marktes 504,97 Mark. Er ift zu den üblichen Bedingungen hei der Bezirkssparkasse Lauterbach zinstragend an­gelegt, so daß das gesamte Vermögen des Prä­mien- und Verlosungsmarktes jetzt 3658,35 Mk. beträgt. Die Rechnung wird genehmigt. Der Bürgermeister trägt dann den Wirtschasts- plan des Waldes für 1930 vor. Hiernach sind zur Fällung insgesamt 674 Festmeter Holz vorgesehen. Vach Durchberatung wird der Plan genehmigt. Der Sugendherbergsverband be­absichtigt noch in diefem Sahre eine S u - gendherberge hier zu errichten, oder wenig­stens im Rohbau sertigzustellen. Als geeigneten Bauplatz schlägt die Finanz- und Baukommission den unteren Teil des Seebrückengartens vor. Der Gemeinderat ift damit einverstanden und beschließt, diesen Platz dem Sugendherbergsver- band kostenlos zur Verfügung zu stellen. Bei dem nächsten Punkt der Tagesordnung betr. Versicherungs- und Beitragspflicht der Ge­meindebeamten zur Arbeitslosenversi­cherung gibt der Bürgermeister davon Kennt­nis, daß die Stadt Lauterbach wie auch eine große Anzahl anderer hesSifchrr Gemeinden vom Landesarbeitsamt Hessen auf Zahlung der Bei­träge zur Erwerbslosenfürsorge, jetzt Arbeits­losenversicherung, verklagt wurde. Das Landes­arbeitsamt fordert die Bezahlung dieser Bei­träge rückwirkend vom Sahre 1926. Vach den Ausführungen des Bürgermeisters wird die Klage, gegen die von der Stadtverwaltung Ein­spruch eingelegt wurde, demnächst im fjiefigen Kreisamtsgebäude zur Verhandlung kommen. Bei Beratung der Bauplatzfrage für den geplanten Po st Neubau entfpinnt sich eine rege Ausfprache. Der Bürgermeister gibt von den mit der Oberpostdirektion Darmstadt geführten Verhandlungen Kenntnis, wonach die Bauplatzfrage in aller Kürze geregelt werden müsse, da die Oberpoftdirektion auf baldige Erle­digung dränge, um der Reichspostverwaltung Berlin die Unterlagen zum Postneubau vorlegen zu können. Bürgermeister Walz empfiehlt so­dann als geeigneten Platz für den Poftneubau das dem Freiherrn Riedefel gehörige Gelände in der Dahnhofftraße unmittelbar an ba8 Mandtfche Grundstück angrenzend. Sodann re­feriert der Dorfitzende über die in der Bürger­schaft gemachten anderen Vorschläge für die Errichtung eines Postneubaues. An der sich an­schließenden Ausfprache beteiligen sich faft sämt­liche Mitglieder des Gemeinderats, die sich zum Teil für den Platz in der Bahnhofstraße, zum Teil für den in der Lindenstraße aussprechen. Gemeinderat Metzger tritt besonders für das Riedeselfche Grundstück ein, da ein Veuhau auf diesem Platz zweifellos zur Verschönerung des Städtebildes beitragen würde. Bei der Ab­stimmung wurden zehn Stimmen für den Platz in der Bahnhofstraße und Sechs Stimmen für den Platz in der Lindenstraße abgegeben.

preutzen.

Kreis Wetzlar.

cf Krofdorf, 22. Aug. Die Gemeinde­vertretung von Krofdorf-Gleiberg hat in ihrer jüngsten Sitzung folgendes beschlossen: Die Wald­wirtschaftspläne für das neue Betriebsjahr werden in der Erwartung, daß die zu schlagende Holzmenge dem neuen Betriebswerk entsprechend erhöht wird. Die Gemeinde verpflichtet sich, den Kreiskommunalverband Wetzlar gegen alle An-

Die Ligareferve empfängt schon Sonntag vor­mittag die 1. Mannschaft des Sportvereins Heuchel­heim zu einem Gesellschaftsspiel und wird sich sehr strecken müssen, wenn sie gegen die spielstarken Gäste nicht verlieren will.

Ebenfalls auf eigenem Platz hat die 3. Mann­schaft die Zweite von Niedergirmes 3um Gegner. Nach den letzten Resultaten der zur Zeit in guter Form befindlichen V. f. B.-Elf darf man ihr einen klaren Sieg Voraussagen. Auch die Alte-Herren- Mannschaft will nach einem Ruhesonntag wieder auf den Plan treten. Sie wird aller Wahrscheinlich- feit nach die Alten-Herren von V. f. B. Kurhessen Marburg zu Gast haben und muß gegen diese schon in bester Besetzung antreten, wenn sie gewinnen will.

Eine sehr schöne Reise wird die 2. Jugendmann­schaft unternehmen. Sie fährt nach Düsseldorf, um der gleichen des dortigen Ballspiel-Vereins 04 ein Rückspiel zu liefern. Das am 2. Psingstfeiertag hier ausgetragene Vorspiel endete mit dem für Gießen schmeichelhaften Resultat von 1:1. Die V. f. B.-Elf wird diesmal um eine Niederlage kaum herumkom­men, da die Düsseldorfer ihr technisch weit überlegen sind.

$. G. Teutonia Steinberg.

Am kommenden Sonntag ist die 1. Jugend vom V. f. R. Lich nach Steinberg zu einem Gesellschafts­spiel verpflichtet worden. Da die einheimische Mann- schäft, wegen Mangels an Jugendlichen, mit Schü­lern spielen muß, ist wohl kaum mit einem knappen Sieg zu rechnen, denn wie allgemein bekannt, ist Lichs 1. Jugend nicht zu unterschätzen. Deshalb muß sich die junge Mannschaft sehr anstrengen, um ehren­voll abzuschneiden.

Sportverein 1928 Garbenteich.

Für kommenden Sonntag hat der Spielausfchutz des Sportvereins 1928 Garbenteich die erste und zweite Mannschaft des Sportklubs 1921 Dau­bringen zu dem schon lange fälligen Gefell- schaftsrückspiel nach hier verpflichtet. Die Gäste, welche Sich Schon zu einer ä-Klassenmannschaft emporgearbeitet haben, konnten die Hiefigen im Vorspiel auf dortigem Platz mit 4:2 Toren schlagen. Garbenteich hat aber in diefer Zeit zwei feiner besten Leute verloren, was ihr wenig Aussichten auf Sieg hinterläßt.

Den Ausgang des Spiels der zweiten Mann­schaften beider Vereine muß man offenlaffen, ba Garbenteich in Daubringen eine knappe 2:1- Vieberlage einstecken mußte unb im Vergleich zu der damaligen Zeit eine große Formverbesse- rung aufweist.

Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Am kommenden Sonntag beginnt die Herbst-

Dämonen der Zeit.

Vornan von Arthur Brausewetter.

12. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Viemals, bas ist ja gerabe bas Unheimliche. Vicht nur mein Bräutigam, ber gelegentlich des Besuches fremder Makler einmal die Vacht mit ihm zusammen war, auch andere von unseren Freunden haben es ber Mutter erzählt: Er trinkt eine Flasche schweren Weines nach der anderen. Zuerst belebt sie ihn, wirkt wie Opium auf ihn, das ihn berauscht und glücklich macht, dann ift er wieder der Oberst wie in früheren Zeiten, erzählt vom Regiment und vom Kriege, spricht mit den Anwesenden wie mit Kameraden und Untergebenen. Zuletzt wird er still, sagt kein Wort mehr, sitzt stumm und starr da, blickt mit weitgeösfneten, traurigen Augen vor sich oder in die Leere. Aber niemals verliert er die Herrschaft über fich selber, niemals sagt er oder tut er etwas, was er nicht im nüchternen Zustand genau so sagen oder tun würde

Draußen ging die Schelle der Haustüre. Frau Reichenbach kehrte von ihrem Unterhaltungs­abend zurück. So Schnell war ihnen bei ihrem ernsten Gespräch die Zeit vergangen, baf) Sie ganz erstaunt waren, bah es schon fo spät ge­worden war.

Eins nur noch," Sagte er Schnell,bevor wir heute auseinandergehen. Sie meinten vorhin, daß Sie die Schuld an dem unerfreulichen Verhältnis zwifchen Shrem Herrn Bräutigam und Shrem Vater diesem zuschieben müßten, das war das Urteil Shres Kopfes unb vielleicht Shres Ge­rechtigkeitsgefühls. Aber Shr Herz zieht Sie zum Vater."

Woher wiSSen Sie das?"

Mein Gefühl Sagt es mir. Sie haben Sfjren Vater von jeher verehrt. Sie haben es mir Selber einmal bekannt. Cs war hier ... ich glaube fast an derselben Stelle, auf dem ersten Dalle, den Eie im Elternhause mitmachten. Sie waren vom Tanze ermüdet, wir zogen uns in dies kleine Zimmer zurück und sprachen von Shrem Vater . . . Wissen Sie noch?"

Ob ich es weiß!"

Und sehen Sie, Fräulein Edith ... So etwas läßt fich eines Tages nicht einfach abstreisen oder fortwischen. Das fitzt zu tief und fest."

Sie haben recht," erwiderte sie wiederum leise unb langsam,... zu tief und zu fest."

Unb da wir nun beide in dieser Empfindung eins sind, so lassen Sie uns eine Art Bundes- genossenschast schließen . . . zum Wohle und zur Rettung Ihres Vaters."

Sch fürchte . . . dazu ist es zu spät."

Das darf die Tochter eines Soldaten niemals sagen. Für uns gibt es keinZu spät".

An mir, das kann ich Shnen versprechen, soll es nicht fehlen."

Sie reichte ihm die Hand. Die Schleier waren von ihren Augen gefallen, ein Helles, warmes Leuchten grüßte zu ihm hinüber. Da trat Frau Reichenbach in das Zimmer.

*

Vach langem Suchen hatte Klaus Körber ei,n eigenes Zimmer, unweit des Geschäfte, in dem oberen Teil ber Sopengasse bei einer alten Ka- pitänswitwe gefunden. Es war nur klein unb seinen Verhältnissen angemessen. Er legte seine vornehmen Gewohnheiten ab, ah in einer be­scheidenen Garküche mit anderen Angestellten zu­sammen und hatte soviel zu tun, daß die Welt mit allen Freuden, die sie ihm einmal geboten, kaum noch einen Zugang zu ihm sand.

Tag für Tag faß er auf seinem Sesfel in der Exportabteilung der Firma Reichenbach & Co., Schrieb englische 'Briefe, telephonierte mit dem Makler, übergab dem Lehrling Defrachtungs» tabeflen und Konnossemente, sofern er sie nicht selbst ausfüllte, verhandelte mit den Versiche­rungsgesellschaften, besorgte das Sntaffo durch Vermittlung mit den Danken und arbeitete, wie er in der ganzen Zeit als Snhaber des väter­lichen Geschäftes niemals gearbeitet hatte.

Und doch gab es Stunden, wo fein Dlut re­bellisch wurde unb er fühlte, bah er nicht in den ihm Eigenen war. Schon als Offizier hatte es nichts Schöneres gegeben, als quf dahingalop­pierendem Pferde durch das Gelände zu streifen und sich eins zu fühlen mit Gottes unergründ­lich Schöner Schöpfung. Deshalb war ihm auch der Krieg, trotz all feiner Schwere und Strapazen, ja, trotz aller Leiden und Enttäuschung, die er ihm brachte, nie etwas Unangenehmes getoefen. Herr Vimmersatt, der immer mehr in dem neu angcftelltenjungen Mann" den Anwärter auf Seinen Posten fah und durch deffen vornehm zu­rückhaltende Art in feinem Vorgefehtenstolz ge­kränkt war. Suchte ihm feine Arbeit durch Klein­lichkeit und Ouängeleien zu verleiden, Und Herr Faßbender zeigte ihm gegenüber dieselbe Kühle und Unnahbarkeit wie hem jüngsten Lehrling seines Geschäftes. Und doch war es nicht nur Pflichtgefühl, das ihn hier sesthielt. Sondern etwas anderes, das Stärker war. als alle immer wieder auftaudjenben Versuchungen

Heute abend Spielen fie in den 11. T. zwei ganz neue Sachen mit der Pola Vegri unb der Erika Glaßner." beugte Sich an einem warmen Suni- vormittag die kleine Fink zu feinem Pult hin­über, als Herr Vimmerfatt zu einer Defprechung in die Hänge-Etage befohlen war. ».Gräfin Kö­

nigsmark und ihre galanten Abenteuer«, heißt das erste. Und nachher: ,Der Liebe Pilgerfahrt« mit der Glähner. Sch wollte bei dem Schönen Wetter nach Zoppot ins Doppelkonzert. Run will ich aber doch lieber in die U. T. Machen Eie nicht einmal mit, Herr Körber?"

Sie hatte ihn öfter zu ihren kleinen Vergnü­gungen aufgeforbert. Er hatte unter irgenb- einem Vorwand abgelehnt. Aber die unermüd­liche Art, mit der sie sich seiner immer wieder anzunehmen suchte, gleich als fühlte sie seine Ein­samkeit und Abgeschlossenheit, die rüfjrcnbe Gut­mütigkeit, mit der sie ihm in zarter Weise fast täglich von ihren Leckereien anbot, die sie in reicher Zahl in ihrem Pulte aufbewahrte, ihm oft genug auch mitten in der eifrigen Arbeit ein Stück Schokolade auf feine Papiere unb "Brief- schäften legte, das alles hatte er mit großer Dankbarkeit empfunden. So wollte er sie dies­mal mit einer Qlbfage nicht kränken unb sagte zu. Unb an dem Aufleuchten ihrer lustigen Augen merkte er, welche Freude er ihr damit bereitete. Sie war das echte Kind der Welt, von keines Gedankens Dlässe und keiner Sorge ber Zeit gedrückt, und da fie niemandem Rechenschaft zu geben hatte, von freier LebensanSchauung.

Und vorher, nicht wahr, ba trinken Sie bei mir eine Tasse Tee? Heute ist Samstag. Da schließen wir ja schon um Fünf."--

Ein mit blendend weißem Linnen unb einer Anzahl verschiedenartiger Tafsen gedeckter See» tisch empfing Klaus, als er nach Geschäftsschluß in das helle, freundliche Zimmer trat, das die kleine Fink in einer der unteren Querstraßen der Brauengaffe bewohnte. Rote, gelbe und blaue Feldblumen waren in ungezwungen bunter An­ordnung über die Tafel gestreut. Sn ihrer Mitte aber standen einladend zwei Altmeihener Ku­chenteller mit leckerem Gebäck.

Wie das Mädchen das alles nur in der kur­zen Zeit, die ihm nach Gefchäftsschlutz geblieben, so schnell und hübsch gemacht hatte! Wie her­vorgezaubert sah es aus.

Mit leuchtenden Augen empfing sie ihn. Shr hübsches Gesicht erschien von der Hitze und Anstrengung des Tages noch ein ganz Teil rosiger als sonst. Und das leichte weiße, mit einigen roten "Bändern gezierte Kleid, das den Hals unb die unteren Arme freilich, zeigte den schmiegsamen Körper in seiner frischen, gefunden Blüte.

Gerade hatte ich die letzte Mohnblume auf den Tisch gestreut ba kamen Sie. Wenn Sie wüßten, welche Freude es für mich bedeutet, Sie einmal in meinem kleinen Zimmer bewirten zu dürfen."

.Die Freude, Fräulein Fink, akzeptiere ich gern, um mit Herrn Vimmerfatt zu reden, aber

fie ist auf meiner Seite wohl noch größer. Doch ich sehe, daß ich nicht Shr einziger Gast bin."

Vur noch zwei gute Bekannte werden Sie treffen. Aber Sie machen mit einemmal ein ganz böses Gesicht"

Ein böfes Gesicht? Das dichten Sie mir wohl an. Freilich, wenn ich offen sein soll, so hatte ich mich darauf gefreut, einmal mit Shnen allein, fern von englischer und polnischer Korrespondenz, in aller Behaglichkeit plaudern zu können."

Wirklich? das hätten Sie gerne getan? Sa... Und ich glaube, die Zeit wäre uns nicht lang geworden. Wir hätten uns mancherlei zu erzählen gehabt."

Und Sie hätten mir auch von sich und Shrem früheren Leben unb auch von Shrem großen väterlichen Geschäft baheim erzählt?"

Warum nicht? wenn Eie mich hübsch gebeten hätten. Es wäre ganz von selbst gekommen."

Oh, wie schön wäre bas gewesen! Und ich dachte gerade, es wäre Shnen lieber, wenn ich noch jemand anderes dazu bäte.

Weshalb sollte cs mir lieber sein?"

Ein schelmischer Blick blinzelte zu ihm hinüber. Sa... das kann ich Shnen wirklich nicht sagen. Sch hatte nur das Gefühl... aber ba sinb dis anderen ja schon."

Fräulein Heimsten unb Herr Pintfcher traten in das Zimmer. Eie in einem kupferbraunen: Batiftfleiöe, gegen das sich das wellige, sorgfgm frisierte Echwarzweiß ihrer dichten Haare wirksam abhob, er in einem flottgefchnittenen Cut, mit einer bunteiroten Belte im Knopfloch, heller ©ommertoefte unb scharf markierter Bügelfalte in dem ein wenig auffallend gestreiften Bein­kleid. Die unerwartete Anwesenheit. des neuen Kollegen, mit dem sie noch wenig Fühlung ge­nommen, machte sie beide im ersten Augenblick ein wenig befangen unb zurückhaltenb. Vachbem man sich aber an den Teetisch gesetzt, an dem bie kleine Fink mit Anmut unb Luftigkeit die Wirtin machte, legten sie halb ihre abtoartenbe Haltung ab und gaben sich frei und ungezwungen. Und als Körber gar eine an ber Wand hängende Gitarre nahm und mit seiner schönen Bariton* Stimme bald ein ernstes, bald ein Schelmisches Lied fang und fie mit jedem Vortrag mehr die Größe seiner musikalischen Begabung erkannten und stolz waren, daß er fie ihnen fo freigiebig spendete, da war alles Fremde und Trennende geschwunden, und ausgelassene Freude erfüllte den kleinen Kreis.

Vur wenn die hübsche Wirtin den neuen Gast! einmal mehr auszeichnete als bie alten Freunbe ober ihm aus den munteren Augen einen gar zu freundlichen Blick zuwarf, ging ein leiser Schatten über Herrn PintscherS knabenhaftes Gesicht.

(Fortsetzung folgt)

'S, 3tan bigetöet Versiche bttimon rungs sind die Dr.Kirs

' D gerne die @t nen ' Schm gen: : bekenn ift, toa neuen ( das ge gewisse, sicherun kann. Q Schaft a stehe ab demnach hohl tot Geschäft bes Ges botetfl Trankst oder 5 Schmit,

Ä Vw Jlnbbtt Ä kuchahl

Ä'L

runfl^ iS

w. inä<9 SeuM viele ü Märst' ragen- aegrtlsi verhiin sicheru; uberne einer Sie der

gcgeA Kankst «gelt deutsche haben, wenig lofig ginnt alle 2n in &ut man na wieder» als» w haben.

Oiefüi

3m 3' versorgu hessische' btn ge1 Dorsitz gen zu Easlics runa st Verhan gas-A.-l lind, ei sorgung werden schastlici gen, ix wirtscho der die Länder Nachden Ruhrga- schäft <E einer 2k deutschla: ferner c im heil damit t sorgung roidlun, Rückglii ter Bei neben Sl.-G. Vertret delsmir sehbare

i|