Ausgabe 
23.8.1929
 
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rungsbeflcmd sofort in eigene Regie zu über­nehmen und alle Schäden zu begleichen. ^,cr Allianz-Konzern steht unter den deutschen Ver­sicherungen weitaus an der Spitze. Wenn er jetzt noch die Frankfurter Allgemeine in eigene Regie nimmt, so entsteht damit eine über­mächtige Versicherungsgruppe m Deutschland. Es gibt selbstverständlich noch sehr viele kleinere Versicherungen, die aber alle nicht annährend an die Bedeutung der Allianz heran- ragen. Daß die Allianz kurz entschlossen dir- gegrisfen hat, ist dankenswert, zumal hierdurch verhindert werden konnte, dah ausländische Ver­sicherungskonzerne die Frankfurter Allgemeine übernehmen, wie es von einer englischen und einer schweizerischen Firma bereits geplant war. Die der Frankfurter Allgemeinen Versicherung nahestehenden Danken zeigen ihrerseits bei der Abwicklung der Angelegenheit allergrößtes Ent­gegenkommen. So kann man hoffen, daß der Frankfurter Dersicherungskrach geklärt und ge­regelt wird, ohne neue Erschütterungen im deutschen Wirtschaftsleben hervorgerufen zu haben. Dieses befindet. sich ohnehin in einer wenig günstigen Situation. Die Arbeits­losigkeit. die jetzt einige Zeit stagnierte, be­ginnt soeben wieder zu wachsen. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird sich die Konjunktur in Deutschland entgegen den Hoffnungen, die man noch vor einiger Zeit hatte, demnächst wieder verschlechtern. Die deutsche Wirtschaft wird also noch mehr Schonung als bisher nötig haben.

Oie südwestdeutsche Ferngasversorgung

Im Zuge der Verhandlungen über die Ferngas­versorgung der in derchekoga zusammengeschlossenen hessischen Gemeinden und Gemeindeverbände ha­ben gestern und heute in Darmstadt unter dem Vorsitz des hessischen Innenministers Besprechun­gen zwischen den verschiedenen Verbraucher- und Gaslieferantengruppen stattgefunden. Zur Erörte­rung stand die Frage, inwieweit jetzt, nachdem die Verhandlungen zwischen der Hekoga und der Ruhr- gas-A.-G. zu einem gewissen Ergebnis gediehen sind, eine Plattform für die gemeinsame Gasver­sorgung im gesamten Rhein-Main-Gebiet gesunden werden kann. Zur Erzielung des höchsten wirt­schaftlichen Nutzeffekts wird dabei der Plan erwo­gen, dos Fernleitunassystem von einer gemischt­wirtschaftlichen Gesellschaft betreiben zu lassen, an der die Verbraucherorganisationen einschließlich der Länder sowie die Gaslieferanten beteiligt sind. Nachdem es Mitte Juli in Bonn zwischen der Ruhrgas-2l.-G. und den in der Ferngas-Gesell­schaft Saar zusammengeschlossenen Gruppen zu einer Verständigung über die Versorgung Südwest­deutschlands mit Ferngas gekommen ist, wurde ferner erörtert, wie diese Abmachungen praktisch im chekoga-Gebiet durchgeführt werden können, damit der Saar die Teilnahme an der Gasver­sorgung gesichert wird, was für die künftige Ent­wicklung des gesamten Saargebiets und seiner Rückgliederung in die deutsche Wirtschaft von größ­ter Bedeutung wäre. Die Verhandlungen, an denen neben den Vorständen der Hekoga, der Ruhrgas- A.-G. und der Ferngas-Gesellschaft Saar auch Vertreter der Süwega sowie des preußischen Han­delsministeriums beteiligt waren, dürften in ab­sehbarer Zeit fortgesetzt werden.

Dreimonats-Moratorium für die Frankfurter Allgemeine. Die Gläu­bigerversammlung der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs-A.-G. hat lautVoss. Ztg." einem dreimonatigen Moratorium zugestimmt.

Frankfurter Allgemeine Versiche - r u n g s - 21.= G. Auf Veranlassung des Aufsichtsrats sind die bisherigen Direktoren Philipp Becker und Dr. Kirschboum von ihren Aemtern zurückgetreten.

Don der Reuen Frankfurter All­gemeinen Versicherungs-A.-G. Heber die Gründung der Reuen Frankfurter Allgemel- nen Dersicherungs-A.-G. gab Generaldirektor Schmitt von der Allianz folgende Aufklärun­gen: Rach Abschluß des Garantievertrages, der bekanntlich bereits ohne jede Klausel in Kraft ist, war der nächste Schritt die Gründung einer neuen Gesellschaft, auf die in den nächsten Wochen das gesamte Geschäft übergeführt wird, bannt gewissermaßen auf neutralem Boden das Der- sicherungsgeschäft sich beruhigen und neu aufleben kann. An eine Hebernahme der neuen Gesell­schaft auf die Allianz ist nicht gedacht. Es be­stehe aber die Möglichkeit, dah der Aufscchtsrat demnächst erweitert und das Kapital etwas er­höht werde. Die Allianz hoffe, daß sie bei dem Geschäft keinen Verlust erleiden werde. Ein gro­ßes Geschäft sei jedenfalls aus der Transaktion vorerst nicht zu erwarten. Eine Sanierung der Frankfurter Allgemeinen durch einen Verband oder dergleichen sei nach Ansicht von Direktor Schmitt absolut unmöglich gewesen. Es handelte

Nch doch darum, durch Einsehen von neuen Direk­toren und Dersicherungstechnikcrn sofort wieder eine Atmosphäre des Vertrauens herzustellen. Die Beteiligung am Bankenkonsortium, die auch beim Reichsverband der Privatversicherungen an­geregt worden ist, hätte grundsätzlich abgelehnt werden müssen, da gerade die Frankfurter Vor­fälle gezeigt hätten, wie notwendig es wäre, daß auch die Versicherungsgesellschaften bei ihren eigenen Geschäften blieben. Diese Ablehnung werde nicht damit begründet, daß die voraus­sichtlichen Verluste von der Allianz für zu hoch gehalten würden, vielmehr glaube sie, daß eine günstigere Abwicklung möglich sein werde, als man vielfach befürchtet habe.

' Frankfurter Börse. Auf. Antrag der Deutschen Bank, Filiale Frankfurt a. M., sind 1,40 Millionen Mark neue Aktien der I. Brüning & Sohn A.-G., Potsdam, zur Frankfurter Börse zugelassen worden.

* Belebung in der sauerländischen Steinindustrie. Die Firma Linzer Basalt A.-G. beabsichtigt, ihre Betriebe im Listertal bedeutend zu erweitern und durch Neueinstellung von etwa 300 Steinbrucharbeitern auch die alten Betriebe im Hunswinkel neu zu beleben. Durch Anlage einer Seilbahn und einiger Steinbrecher sollen die An­lagen derart gefördert werden, daß ab 1. Oktober täglich 600 Tonnen Kleinschlag zu Bahnbauten ge­liefert werden können. Da die Firma gleichzeitig in Felsental eine Betriebseinschränkung vornehmen mußte, ist den dortigen Arbeitern Gelegenheit ge­boten, sofort weiter beschäftigt zu werden.

Frankfurter Börse.

Frankfurt, 23. Aug. (Eigener Drahtbericht desGieß. Anz.") Tendenz: im Verlaufe etwas freundlicher. Zum Wochenschluß war die Ten­denz an der Börse wieder recht unsicher. Die immer noch unsichere Lage im Haag stimmte pes­simistisch und lähmte die Unternehmungslust. Es wurden Exekutionen vorgenommen, und zwar wurde dies auch mit einer neuen Insolvenz einer Bankfirma in der näheren Umgebung Frank­furts in Zusammenhang gebracht. Welche Kreise hiervon noch betroffen wurden, ließ sich nicht nach­prüfen. Das Geschäft war äußerst klein, doch konnte sich zu Beginn des offiziellen Marktes die Stim­mung wieder etwas bessern, so daß die Verluste gegenüber der gestrigen Abendbörse im allgemeinen kein größeres Ausmaß annahmen. Auf der anderen Seite konnte die festere Neuyorker Börse von ge­stern und die günstigeren Geldmarkt­verhältnisse eine gewisse Stütze bieten. Ver­einzelte Märkte traten später etwas mehr hervor, da einiges Interesse von Rheinlandseite, sowie von Auslandseite bestanden haben soll. Die Gründung der Neuen Allgemeinen Versiche­rungs-A.-G. führte in dieser Angelegenheit zur Beruhigung, doch lag dieses Papier mit 140 Mk. Brief, eher angeboten. Am Elektromarkt verloren C h a d e 2,50 Mk., Siemens 1,5 und Sd) uefert 2 v. H. A.E.G. und Ges für el wa­ren kaum verändert. Am Montan markt ga­ben Buderus 2 o. H. und Mannesmann um 1,25 d. H. nach. Stahlverein etwas ge­fragt. Auto werte gehalten. Sonst gingen die Verluste kaum über 1 v. H. hinaus. Etwas leb­hafteres Interesse bestand für Karstadt mit plus 2 v. H. Renten leicht gedrückt. Im Verlaufe blie­ben die Kurse auf dem etwas gebesserten Niveau allgemein gut behauptet. Die Tendenz zeichnete sich durch eine nicht zu verkennende Widerstandsfähig­keit aus. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 v. H. unverändert. Am. Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1985, gegen Pfund 20,351, London gegen Kabel 4,847750, ge­gen Paris 123,87, gegen Mailand 92,66, gegen Holland 12,10, gegen Madrid 32,96.

Berliner Börse.

Berlin, 23. August. Die Tendenzgestaltung hatte heute viel Ähnlichkeit mit der gestrigen. Vormittags taxierte man allgemein im Zusam­menhang mit der Unsicherheit im Haag schwächere Kurse, und zu den ersten Rotierun- gen trat dann eine beachtliche Widerstands­fähigkeit ein. Heberhaupt kamen mittags die günstigen Momente mehr in den Vorder­grund. Die Angelegenheit der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs - A.-G. erfuhr durch das Moratorium der Gläu- b i g e r für die nächsten drei Monate eine wei­tere Entspannung, und die trotz erhöhter Bör­senkredite feste Reuyorker Börse befriedigte. Man wies darauf hin, daß die Geldverhälknisse drüben viel konstanter geworden sind, auch daß die ame­rikanischen Großbanken 50 Millionen Dollar dem Tagesgeldmarkt zur Verfügung stellen wollen, wenn es auch nur zu einer Erleichterung der interntionalen Geldfähe führe. Die Erölsnung der Börse war bei geringem Geschäft lustlos und überwiegend schwächer, zu­mal von einer Insolvenz in der Provinz gespro­

chen wurde, die aber für die Börse feine grö­ßere Bedeutung haben dürfte. Auch von der Festsetzung des Reportgeldfohes heute erwartet man keine Schwierigkeiten, der Satz dürste wohl unverändert bleiben. Größere Veränderungen traten nur vereinzelt bei den ersten Rotierungen ein. Reichsbank, Lau» rahütte, A.-G. für Verkehrswesen, Chade, Stolberger Zink, S ch u d e r t und Polyphon verloren einige Prozent. Da­gegen konnten Karstadt, für die anscheinend die Beteiligung in der Schweiz anregte, 2,5 Prozent gewinnen. Anleihen neigten zur Schwäche. Ausländer uneinheitlich, Bos­nier ein Prozent niedriger, Mexikaner ein Prozent höher.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 23. Aug. (Drahtbericht des Gieß. Anz.") Tendenz: matt. Der Produkten­markt verkehrte zum Wochenschluß in stiller Hal­tung. Die Preise liegen wenig verändert, nur Mehle liegen geringfügig niedriger. Es wurden

notiert: Weizen 26 bis 26,25; Roggen 20,75; Ha­fer (int.) 21; Hafer (ausL, neuer) 20; Mais 21,25? Weizenmehl (südd. Spezial 0) 39 bis 40; Roggen­mehl 29,50 bis 30,75; Weizenkleie 10,75; Roggen­kleie 11.

Letzte Nachrichten.

Direktor Sauerbrey aufgesunden.

Frankfurt a.M., 23.Aug. (TA.-Drahtbericht.) Das Rätsel um den verschwundenen Direktor Sauerbrei) von der Sudwe st deutschen V a n k - A. - G. (Frankfurter Allgemeine) hat sich heute überraschenderweise geklärt. Die verwandten Sauecbreys erhielten einen in Wiesbaden auf­gegebenen Brief, in dem Sauerbrey mitleilt, daß er sich zur Wiederherstellung seiner angegriffenen Nerven in einem Sanatorium befinde, das er aber nicht näher angibt. Er werde nach Wiederherstel­lung seiner Gesundheit sich zur Verfügung stellen.

Echach-Ecke.

Bearbeitet von W. Orbach.

Alle für die Redaktion bestimmten Mit^ teilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 226.

8

7

6

5

4

3

2

1

8

7

6

5

4

3

2

1

Weiß.

£ h

a b

Don 3. Kotre.

Schwarz, d e f

Weiß zieht und seht in drei Zügen matt.

Weiß: 9 Steine. Ka7; Dh6; Lf5; Sb5, d7; Ba3, b4, f2, g2.

Schwarz: 8 Steine. Kd5; Lb3; Bc2, e2, e6, f4, f6, g5.

Rach stehend einige Partien vom internationalen Schachturnier zu Karlsbad.

Partie Nr. 148.

5. Runde. Sizilianisch. Weih: Iates. Schwarz: Diemzvwitsch.

1. e4, c5. 2. Sf3, Sf6. 3. e5, Sd5. 4. Sc3, e6. 5. Se4, f5. 6. Sc3, Sxc3. 7. dxc3, Le7. 8. Lf4, Db6. 9. b3, Dc7. 10. Ld3, b6. 11. De2, c4. 12. bxc4, Sc6. 13. 0-0, Lb7. 14. Tfel, 0-0-0. 15. Tadl, Lc5. 16. Sd2, g5. 17. Le3, Sxe5. 18. LXc5, Sg4. 19. g3, Dxc5. 20. Le4!, La6. 21. Lg2, Kc7. 22. H3, Sf6. 23. Df3, Dc6. 24. De3, Se4. 25. Sxe4, fxe4. 26. Dx g5, d5. 27. cxd5, cxd5. 28. De5+, Kc8. 29. a4, Thf8. 30. Dd4, Dc5. 31. H4, Dxd4. 32. Txd4, Tf7. 33. c4!, Tdf8. 34. cxd5, Txf2. 35. Lxe4, h6. 36. dö,Tfl+. 37. Txfl, Lxfl. 38. g4, La6. 39. Lf5+, Kd8. 40. h4, Le2. 41. Kh2, a5. 42. Kg3, Tf6. 43. Kf4 aufgegeben.

Partie Nr. 149.

6. Runde.

Abgelehntes Damengambit.

Weiß: Capablanca.

Schwarz: Iates.

1. d4, Sf6. 2. c4, eb. 3. Sc3, d5. 4. Lg5. Le7. 5. e3, 0-0. 6. Sf3, Sbd7. 7. Tel, c6. 8. Ld3, dx c4. 9. Lxc4, b5. 10. Ld3, ab. 11. 0-0, c5. 12. a4!, c4. 13. Lbl, Db6. 14. e4, h6. 15. Le3, Sg4. 16. Lf4, Lb7. 17. e5, f5. 18. h3, Tf7. 19. d5, b4. 20. a5!, Dxa5. 21. dxe6, Tff8. 22. Dxd7, Lxf3. 23. gx f3, bxc3. 24. Dxe7, cxb2. 25. TXc4, TaeS. 26. Dc5 aufgegeben.

Partie Nr. 150.

7. Runde.

Damenindisch.

Weih: Spielmann. Schwarz: Iohner.

1. d4, Sf6. 2. c4, e6. 3. Sc3, Lb4. 4. Db3, c5 5. dxc5, Sc6. 6. Sf3, Se4. 7. Ld2, Sxd2. 8. SX d2, f5. 9. e3, 0-0. 10. 0-0-0, Lxc5. 11. Le2, b6. 12. Sf3, Lb7. 13. Td2, De7. 14. Thdl, Tfd8. 15. a3, Tac8. 16. Kbl, d6. 17. Da4, a5. 18. Sb5, Ta8. 19. g3, Se5. 20. Sd4, g6. 21. f4, Sf7. 22. Db3, d5. 23. cxd5, Lxd5. 24. Lc4, a4. 25. Da2, Lx c4. 26. Dxc4, e5?? 27. Sc6! Aufgegeben.

Lösung des Problems Nr. 222.

1. c2-c4! usw.

Ans der Schachwelt.

Der Beginn des ^Deltmeisterschaftswettkampfes ist endgültig auf den 8. September festgelegt wor­den. Die ersten acht Partien des Wettkampfes werden im Wiesbadener Kurhaus ausgetragen. Es wird wöchentlich sechsmal gespielt, von 2 bis 7 Hhr nachmittags. Am 24. tritt eine Unter» brechung ein, weil Aljechin den Französischen Schachbund beim Kongreß des Weltschachbundes in 'Venedig vertritt. Die Partien 9 bis 11 werden vom 1. bis 8. Oktober in Heidelberg fort­gesetzt, die Spiele 12 bis 17 in Holland und 18 bis 23 in Berlin. Die letzten Partien werden wiederum in Wiesbaden ausgctragen. Der Wett­kampf wird voraussichtlich bis 15. Rovember dau­ern. Sieger ist. wer die Majorität von 30 Par­tien erzielt (also 15'/2 Punkte), darunter sechs wirtliche Gewinnzähler. Falls Aljechin nach 30 Partien mehr Punkte als sein Gegner hat, jedoch keine sechs Gcwinnzähler, so bleibt er trotz­dem Weltmeister. Unabhängig vom Resultat er­hält Aljechin 6000 Dollar, alle Reifespesen, kostenfreien Aufenthalt in erstklassigen Hotels für zwei Personen.

Nie Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedaktionStisch.

Jeder Zoll ein König.

Ludwig Devrient, das große schauspie­lerische Genie, war im Trinken noch eifriger als im Spielen, und die Weingelage, die er bei Lutter und Wegener veranstaltete, sind berühmt. Aber der Durst des großen Mimen war größer als sein Geldbeutel, und schließlich war feine Rechnung so ellenlang geworden, daß man ihm nicht mehr weiter Kredit gewähren wollte. Da blieb Devrient wohl oder übel seiner Lieblings­kneipe fern und gründete eine neue Tafelrunde, an der sich bald wieder ein fröhlicher Kreis um ihn fand. Lutter aber hatte durch das Fehlen des berühmten Gastes großen Schaden, und so begab er sich denn eines Tages zu Devrient, präsentierte ihm die ellenlange Rechnung und sagte, wenn er wieder zu ihm zurückkehre, wolle er die eine Hälfte der Rechnung zerreißen. Um feinen guten Willen zu zeigen, tat er dies auch und überreichte die andere Hälfte dem Meister. Dieser nahm sie, richtete sich hoch aus und sagte stolz, jeder Zoll ein König:Ich nehme Ihren Vorschlag an, aber ich will mich von Ihnen an Edelmut nicht übertrumpfen lassen. Sehen Sie: so zerreiße ich die andere Hälfte auch!" Sprach's und tat's.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse

Berlin

Sranlrurt a M.

Datum

75

136,25

f.y

3-4

212

112,25

116,25

117,5

8

124

123,5

117,13

117

228,5

Banknoten.

216,75

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 7.5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.

104,13

105,75

107

281

81

123

73,13

81,5

123

8

8

148

73,5

81,75

123,5

36,5

150

116,5

63,75

224,75

112,6

128,5

. 6

5%

10

4/1

2 Sh

10

10 15

12 . 5 . 9 . 6 . 6

11

117

63,4

226,5

230,5

382

218,25

103,5

226,5

229,75 381

217,75

382

216,75

102,6

73,5

82

123,5

73

110,75

85 104,75 106,9 281 124,25

Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

VuderuL .... Teutiche Erdöl . Ebener Steinkohle Geilenkirchener . Harpener.... üoesch Eilen. . . Ilie Bergbau . . Klötknerwerke . . Köln-Neuessen. . Mannesmann. .

117 116,25

136,25 135,75

ManSselder . ------ Lberschlei- Eilend. Bedarf. cberlchlei. Kokswerke. . . Phönix Bergbau.....

Rheinische Braunkohlen. . Nheinstahl . . - t.%3« Nicbeck Montan.....

Bereinigte Stahlw- . . . Olavi Minen......

Kali Aschersleben .... Kali Westeregeln.....

Kaliwerk Salzdetfurth . .

I. G. Farben-Jndustrle . .

Dynamit Nobel.....

Scheide anstatt .....

Goldschmidt .....

Rülgerswerke

Metallgeicllichaft

. 6

. 6

Philipp Hoizmann . Heidelberger Eement Gement Karlstadt .

Wayb & Freitag . - Schultheis Pahenhofer Ostwerke - - - Set. Glanzstoff Bemberg. .

Zellsiosi Waldl Zellstoff Aicha Übailottenburi Destauer GaS Daimler Motoren Deutsche Maschinen-Fabrik Adlcrwerte Kleoer . - - -

Ludw. Loewe Nat. Automobil Orenstein & Koppel ... Leonhard Tietz . . . . Bamag-Meguin.....

Franks. Maschine» . . Gritzner - HeuUgenstaedt Junghans Lechwerke Maintrastwerke Miag..........

Peters Union ...... Gebr. Roeder......

Boigt 4 Haessner . . . Südd. Zucker......

213,5

112,65

129,5 I

74,5 | - 111,65 113,13 139,25 | 136,5 136,25 149,5 | -

Lchluv-i l-Uhr Kurs I Kurs 22.8. | 23 8-

Anfang. Kurs

23 8.

Schluß. Kurs

22.8.

Berlin, 22. August

Geld

Brief

Französische Noten.....

16,40

16,46

Holländische Noten......

Italienische Noten......

167,66

21,96

168,34

22,04

Nortuegische Noten ......

111 43

Deutscv-Ocstcrr,äilX> Kronen

59f03

59,27

Rumänische Noten......

2,47

2,49

i^rhtnebifd)? Noten ......

112 10

Schweizer Noten.......

80,62

80,94

Knnnikche 'Noten .......

61 43

Tschechoslowakische Noten . .

12J7

12',43

Ungarische Noten......

73,02

73,32

Frankfurt a M.

Berlin

<-(1)1116-1

Kurs 1

Kurs

SöjlUB-l Kurs |

Anfang- Kurs

Datum

22.8.

23.8.

22-8.

23.8.

>21 ...........

8

193,25

193

193,5

192,75

Bergmann.....

Glelit. Lieferungen. .

-

9

10

224,4 165

223,5

165

Licht und Kraft . . .

10

205,25

204,5

205

204,5

Felten & Guilleaume.

140

140,65

139

Ges. f. Elektr. Untern..

e

10

208,5

208,25

209

209

Hamb. Eleltr. Werke .

e

10

140,75

140,5

Rhein. Elektr.....

. 9

149,75

150,75

150,5

Schles. Elekir. -

e

10

175,75

221,5

223,5

221

Siemens & Halske .

12

373,5

372

373,5

373

Transradio . . . .

e

Lahmeyer L Eo.. .

10

171

171

170

Frankfurt a M.

Berlin

Schlub-l

Kurs I

l-Uhr Kurs

Schlutz-l Kurs I

Ansang. Kurs

Dalum

22.8.

23-8.

22- 8.

23.8.

5% Dl. Reichsanleihe o. 192 i . . Dt. AnI..AblöI^Schuld mit Aus-

87,3

52,5

10,8

87,5

52,4

£52,75

Tesgl. ohne Auslos.-Rechte . . . 7% Franks. Hhp.-Bl. Goldps. un-

10,6

10,7

10,7

kündbar bis 1932.......

85,5

77,5

-

4y,% Rheinische Hyp.-Bank Liqu.- Goldpf............

_

A.E.G.abg. Borkriegs-Obligation., rüffinhlhar 1932 .......

87,5

_

*

4% Schweiz. Bundesb.-Anl.. . .

98,75

4% Oesterreichische Goldrte.. . .

28,75

28,75

4.20% Oesterr. Silberrte.....

2,4

2,5

4% Oesterreich, einheitl. fite. . .

1,7

4% Ungarische Goldrte.. ... - 4% Ungarische Staatsr. v. 1910 .

22,3

20

22,5

22,6

4/i°/o uon 1913.....

22,13

22,25

4% Ungarische Kronenrte.. . -

1,75

1,8

4% Türk. Zollanlcihe ».1911. .

4% Türkische Bagdadbahn-Anl.,

7,2

7,2

7,15

7,35

7,4

Serie ............

4% dergl. Serie 11. - -

7,2

7,4

4% Rumänen convert. Mc. . -

8

4/i% Rumänen Goldanl. von i»is

Allg. Deutsche Eisenbahn . . 4%

Hamburg-Amerika Paket ... 8

119,5

118,25

119

134,5

157,75

Hamb.-Südam. Dampflch. 8

15L5

Norddeutscher Lloyd.....8

Allg. Deutsche Crebitanst. . . 10

Barmer Bankverein .... 10

111,25

125,75

127

110,25

111

126,25 127,13

110,13

126,25

127,13

Berliner HandelSgesellsch. . . 12

200

201,5

201,13

178,75

Commerz- und Privot-Bank . 11

179

178,75

179

Darmst. u. Nationalbank . . 12

273,5

270,25

273,5

272

Deutsche Bank......10

165

165,5

164,5

DiSkonto-Gesellschasi Ant.. . 10

151

150,65

150,6

Dresdner Bank ...... 10

157

156

157

156

Metallbau I ......... 8

Reichsbank ........ 12

297

298

297

. 1

104

104

105,75

. 10

130

-

. . 8

185

. 10

100,5

100

100

. 15

292,25

291

. 12

229,5

228

. 18

393

391

393

393

. 14

309

309

. 12

233

234

. 12

153

152

. . 7

106,75

106,75

. . 8

191

189,13

. . 0

51

50,5

51,9

50,75

. . 0

54,75

54,75

. . 5

46,5

46,5

47,5

. 10

196,5

. . 0

26,5

26,6

. . 5

87

86,5

. . 6

205

204

. . 0

-

. . 6

55,5

55,5

. 11

58

. . 0

9,25

. . 4

62,25

62

. . 8

106

. . 8

106,25

. 10

123,5

124,5

-

. . 8

121,5

121,75

. 10

111,5

. . 8

222

222

. . 8

154,75

154,25

154,75

22- August

23- August

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld 1

Briet

Geld

Brief

Amft--Rott-

163,05

168,39

168.06

168,40

Buen-Aires

1,759

1,763

1.758

1,762

Brss.-Üiutw-

58,32

58,44

58,315

58,435

Christiania -

111,76

111,98

111,68

111,90

Kopenhagen

111,67

111,89

111,66

111,88

Stockholm -

112,34

112,56

112,36

112,58

Helssngfors.

10,541

10.561

10,54

10,56

Italien. . - London. . .

21,93

21.97

21.94

21,98

20,338

20,378

20,336

20,376

Neupork . .

4,195

4,203

4,195

4,203

Paris....

16.415

16,455

16,42

16,46

Schwei; ..

80,73

80,89

80,74

80,90

Spanien. .

61,66

61,78

61,70

61,82

Japan - . -

1,960

1,964

1,958

1,962

Wo de Jan. Men in D--

0,497

0,499

0,4975

0,4995

Oest- abgest.

59,075

59,195

59,07

59,19

Prag - . - -

12,416

12,436

12,414

12,434

Belgrad . .

7.368

7,382

7,370

7,384

Budapest. .

73,18

73,32

73,17

73,31

Bulgarien.

2,032

3,058

3,032

3.038

Lissabon . .

18,78

18,82

18,74

18,78

Danzig. . .

81.29

81,48

81,31

81,47

Konstantin-

1,998

2,002

1,999

2,003

Athen. .

5,43

5,45

5,43

5.44

Canada .

4,171

4,179

4,166

4.174

Uruguay.

4,116

4,124

4,106

4,114

Cairo . .

20,85

20,89

20,855

20,895

Berlin, 22. August

Geld

Brief

Amerikanische Noten.....

4,176

4,196

58,18

111,40

58,42

Dänische Noten

111,84

Englische Noten.»»»»»»

20,299

20,379