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mit derjenigen der Wissenschaftler, welche sie studieren. Die Schattenseiten dieser 'Rückständig­keit blieben lange verborgen, bis sie sich plötz­lich zeigten, als auch bei uns die angewandte Entomologie zur Bekämpfung der Insekten sch äden wieder erwachte: sie fand ungenügende syste­matische Vorarbeiten vor.

Seit Jahren sind nun Bestrebungen im Gange, welche versuchen, dem drohenden Unheil vorzu­beugen; von all den Vorschlägen, welche gemacht worden sind, scheint aber nur ein einziger Aus­sicht auf Erfolg zu haben. Er besteht darin, daß man versucht, alle in den einzelnen Ländern der Welt arbeitenden systematischen Entomologen gewissermaßen zu einer geschlossenen Arbeits­gemeinschaft zu organisieren, genau nach dem Vorbilde der Standardisierung in der kaufmänni­schen Welt. Ein gewisses zentrales Dermittlungs- institut soll zu diesem Zwecke geschaffen werden.

Wenn sich diese Ziele verwirklichen lassen, würde die Entomologie ein neues, sehr schönes Beispiel für internationale Zusammenarbeit der Völker abgeben.

Evangelisch-Sozialer Kongreß.

WER. Frankfurt a. M., 22. Mai. Die 36. Tagung des Evangelisch-Sozialen Kongresses in Frankfurt a. M. wurde gestern abend durchweinen Eröffnungs-Gottesdienst in der Matthäuskirche, bei dem Prälat D. Schöll, Stuttgart, die Predigt hielt, eingeleitet.

Heute vormittag trat dann die Versammlung in ihr eigentliches Arbeitsgebiet, nachdem zuvor der Vorsitzende des Kongresses, Reichsgerichts­präsident a. D. D. Dr. Simon s, Berlin, in einer Eröffnungsrede die Anwesenden begrüßt und die Wahl des Arbeitsgebiets eingehend be­gründet hatte. Im Mittelpunkt der heutigen Sitzung standen zwei Vorträge über dieD e - rufsethik des Arbeitgebers", dönen morgen zwei andere über dieB e r u f s e t h i k des Arbeitnehmers" folgen werden. Zu­nächst sprach Fabrikbesitzer G. Müller, Oerling- hausen, über

die Entwicklung des Verufsethos des Arbeitgebers.

Er wies vor allem auf den Einfluß der luthe­rischen und calvinistischen Reformation hin und arbeitete die kennzeichnenden Grundzüge des neuen Arbeitsethos heraus. Den Unternehmer erfaßt nach ihm sein Werk als erfüllender Lebensinhalt, und so arbeiten sich in den großen industriellen Unternehmungen Persönlichkeiten mit ausgepräg­ter Führereigenschaft an die Spitze. Ihr Werk­egoismus wird eingeschränkt durch das Verant­wortungsgefühl gegenüber den Massen. Im ein­zelnen lassen sich verschiedene Typen des Unter­nehmers deutlich voneinander unterscheiden; so der im Betrieb wurzelnde gewerbliche Unter­nehmer, der von dem leidenschaftlichen Willen zu selbständigem Schaffen ergriffen ist, und der mehr spekulativ eingestellte Finanzorganisator, dem der Betrieb lediglich ein Mittel zur Meh­rung seines geldlichen Besitzes ist. Als ein Mensch, der gewohnt ist, selbst Entscheidungen zu fällen, ist der Unternehmer ein natürlicher Feind aller kollektiven Gemeinschaften. Der Konzentration imb Rationalisierung der Betriebe, ebenso wie der Lieberstürzung der sozialen Gesetzgebung steht er daher mißtrauisch gegenüber. Die schaffenden Kräfte des deutschen Linternehmertums liegen auch heute immer noch bei mittleren und kleineren Unternehmern. Im ganzen sieht der Redner nur dann eine glückliche wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands voraus, wenn es gelingt, den Pe r - sönlichkeitsgedanken auch im Unter* nehmertum aufrechtzuerhalten, und wenn das große Ziel einer idealen Werkgemein­schaft dadurch erreicht wird, daß der Arbeit­geber durch die suggestive Kraft seiner Per­sönlichkeit die Massen zu großer Leistung mit­reiht.

Hatt>e Fabrikant Müller die Derufsethik des Arbeitgebers, vorwiegend in ihrer sozialen Be­dingtheit gezeichnet, so betonte Geheimrat Pro­fessor D. T i t i u S (Berlin) demgegenüber vor allem

die religiöse Grundlage dieser Verufselhik.

Diese besteht, wie bei jedem Derufsethos, in der Verpflichtung des einzelnen vor Gott. In dieser Hinsicht stehen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf gleichem Boden. Seinen Gehorsam gegen Gottes Willen betätigt der Arbeitgeber, indem er die naturgesetzliche Gebundenheit des wirtschaftlichen Betriebes voll erfaßt und sein Werk nach ihr gestaltet. Da er zugleich Glied eines sozialen Ganzen ist, so muh seine ökonomische Einstellung notwendig ergänzt werden durch den Gedanken sozialer Gerechtigkeit. So läßt sich die polare Spannung zwischen dem Standpunkt des Arbeit­gebers und des Arbeitnehmers zwar nicht be­heben, wohl aber muß eine solche Höhe sittlicher Verantwortlichkeit und Energie auf beiden Seiten gefunden werden, daß im zähen Verständigungs- Willen die Klassenkampfstimmung überbrückt wird durch den Willen zu gerechtem Ausgleich, zu gleichberechtigtem Willen gleich notwendiger Ar­beitsgenossen.

Die beiden Vorträge wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. An sie schloß sich eine rege Aussprache an, in der auch ein Vertreter der religiösen Sozialisten sprach.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

* Heuchelheim, 23. Mai. Frau Witwe K a - tharine Dolkmann, geb. Germer, Gießener Straße 22 wohnhaft, begeht morgen, am 24. Mai, in voller Rüstigkeit und geistiger Frische ihren 8 4. Geburtstag im Kreise von 31 Enkeln und 13 Urenkeln.

h. Lang-Göns, 21. Mai. Bei der hiesigen Werbesammlung zugunsten des Vereins für das Deutschtum im Ausland wurde von den hiesigen Schulkindern die Summe von 90 Mark zusammengebracht. Unsere Gemeinde ist mit einem ansehnlichen Beitrag körperschaftliches Mitglied des V. D. A.

T Lich, 21. Mai. Einer schon ein halbes Jahr­hundert alten Sitte gemäß machte der Männer- g e s a n g v e r e i nC ä c i I i a" in der frühen Morgenstunde des zweiten Pfingstfeiertages seinen alljährlichen Pfing st rundgang durch unsere Stadt. An öffentlichen Plätzen und vor den Häu­sern verdienter Männer und altehrwürdiger Mit­glieder wurden Lieder vorgetragen. Die etwa zwanzig zu Gehör gebrachten Chöre fanden allseitige dankbare Aufnahme.

T Kloster Arnsburg bei Lich, 22. Mai. Das Jahresfest des evangelischen Ret­tungshauses in Arnsburg, das am 3. Pfingst- feiertag gefeiert wurde, hatte diesmal einen so star­ken Besuch aufzuweisen, wie selten zuvor. Die Zahl der Besucher, meist Bewohner der umliegenden Orte der Wetterau, aber auch viele Iugendvereinler aus nah und fern, bis von Arheilgen bei Darmstadt waren Jugendgruppen zum Fest erschienen, ist mit 3000 sicherlich nicht zu hoch eingeschätzt. Den Gottesdienst in den Klostermauern bereicherten der Posaunenchor und der Evangelische Kirchengesang­verein von Lang-Göns, beide unter Leitung von Weißbindermeister Boller (Lang-Göns). Pfarrer Kayser vom Diakonissenhaus Karlsruhe und Pfarrer Tiesmeyer zu Harsleben bei Hannover hielten zu Herzen gehende Ansprachen. Nach kurzer Kaffeepause, bei der viele Besucher die Gäste des Rettungshauses waren, fand vor der Klosterkapelle die ebenfalls überaus stark besuchte Nachoersamm­lung statt, bei der Pfarrer Lenz (Gießen), der langjährige Rechner der Anstalt und als ehemaliger Pfarrer von Lich auch Seelsorger der Anstalt, eine Ansprache hielt.

0 Hungen, 22. Mai. Der hiesige Gesang­vereinEintracht" brachte dieser Tage seinem

WeülausmEUiM.

Vornan von Senta Neckel.

Copyright bei ©reiner & Co., Berlin NW 6.

3 Fortsetzung Nachdruck verboten.

Wo war George? Sie hatte ihn von sich ge­stoßen, trotzdem sie gefühlt hatte, daß der Mann ihre große Liebe erwiderte, sie war von ihm ge­gangen und hatte noch nicht einmal ihren Na­men genannt. Aber nun würde er ja wissen, wer sie wäre.

George war hier irgendwo in dem großen Reuyork, er konnte ihr nicht helfen, aber sie hatte den festen Glauben, daß er einmal sie finden würde, denn sie liebte ihn mit einer heißen, verzehrenden Glut.

Aber jetzt durfte sie nicht von der Zukunft träumen, jetzt erforderte die Gegenwart ein klares, waches Gehirn, um der Gefahr zu entgehen, die dort in dem Klubsessel lauerte.

QKr. Mills, der bis dahin obstinat in die Luft gestarrt hatte, versenkte plötzlich den lauernden Blick in die Augen der Frau, die erwartungs­voll vor ihm sah, und sagte mit harter, trockener Stimme:

Wir wollen sehr vernünftig miteinander spre­chen, Madame! Ich bin erst seit wenigen Tagen wieder hier in Reuyork, aber ich war die ganze letzte Zeit in Chikago!"

Er hatte Chikago mit besonderer Betonung gesagt. Run steckte er mit einem widerlichen Lä­cheln eine Zigarette in Brand und wartete auf die Wirkung feiner Worte.

Doch er schien nicht den gewünschten Eindruck gemacht zu haben.

Ellinor überlegte krampfhaft. Was wollte er mit Chikago, warum betonte er das so eigentüm­lich? Er wollte sie irgendwie erschrecken, aber wieso?

Sie zog die Augenbrauen fragend hoch und spitzte den Mund zu einem unhörbaren Frage­zeichen.

Der Fremde nickte und lächelte.

Sie spielen gut Komödie, Madame, wenn Sie das immer so gemacht hätten, stände es jetzt be­deutend besser um Sie. Sie wollen jedoch nicht auf meine Andeutungen eingehen, Sie wünschen Klarheit? Run gut: Sie haben momentan großes Interesse daran, Ihre wahre Persönlichkeit zu verbergen ..."

Ellinor krampfte die Hände ineinander. Was wußte dieser Mann? Der Fremde hatte Gllinors Zusammenschrecken mit Genugtuung konstatiert. Er blies ein paar Rauchringe in die Luft und fuhr dann mit stark akzentuierender Stimme fort:

Die von Ihnen gemachten Angaben über Ihre Person stimmen absolut nicht mit der Wirklich­keit überein. Sie sehen, ich weih Bescheid!"

Behaglich lehßte sich der Fremde in seinen Stuhl zurück und beobachtete die Wirkung seiner wohlgewählten Worte. Doch er erkannte schnell, daß er wohl noch nicht den richtigen Weg ge­funden hatte, denn er hatte mit einem jähen Erschrecken oder Aufspringen der Frau gerechnet.

Aber Ellinor hatte sich wieder in der Ge­walt, sie verriet sich mit keinem Wimpernzucken.

Sie war innerlich wütend, daß dieser wider­liche Kerl chr Geheimnis lüften und die 100 000 Dollar einstreichen sollte. Oh, ihm gönnte sie sie keinesfalls, sie hatte sich die Aufklärung viel netter und romantischer gedacht. Sie wollte noch lange die Llnbekannte bleiben, die Iagd auf Elli­nor hatte ihr so viel Freude gemacht, und nun kam dieser gräßliche Kerl und verdarb ihr den ganzen Spaß.

Aber warum ging er wie die Katze um den heißen Brei? Warum sagte er nicht einfach:

Sie sind Ellinor Stanley, ich habe Sie ent­deckt, leugnen Sie nicht länger, sondern lassen sie mir so schnell wie möglich meine Belohnung zukommen ..."

Irgend etwas mußte hier nicht stimmen.

Vorsicht Ellinor!

Ellinor sog nachdenklich an ihrer Zigarette. Wie unabsichtlich ließ sie den Armreifen über das Handgelenk rutschen. Ihre Finger strichen liebkosend über die zarte rosa Seide ihres Ge­wandes.

Plötzlich fragte sie ohne das geringste Zittern in der Stimme:

Sagen Sie mal, verehrter Herr ... Herr .. sie blickte verächtlich auf die Visitenkarte . . . Mills, nicht war?"

Roger D. Mills, ganz recht", lächelte ihr Partner liebenswürdig.

3a, was ich sagen wollte, wo haben Sie eigentlich Ihre Legitimation? Wie kommen Sie eigentlich dazu, sich mit meiner Persönlichkeit zu beschäftigen T

Ellinor war innerlich doch sehr nervös, aber sie nahm sich eisern zusammen, so leicht sollte dem Gegner der Sieg nicht werden.

Die anscheinende Widerspenstigkeit der Frau machte Mills ärgerlich. Er trommelte mit den Fingern auf die Tischplatte:

Qnfo, wollen Sie oder wollen Sie nicht, Miß Mary Kington, soll ich die Chicagoer Alkohol* schweinerei bei maßgebender Stelle anzeigen, ober nicht? Ich erinnere sie nur an Bright er hat mir alles von Ihnen verraten!

Ich lasse Ihnen fünf Minuten Bedenkzeit! Ent­weder Sie bezahlen mir auf der Stelle 5000 Dol­lar und bekommen von mir einen falschen Paß, den Sie sehr notig brauchen ober ich zeige Sie an und bann gibt es einen furchtbaren Skan­dal wie furchtbar, das werden Sie sich selbst schon klargemacht haben. Bitte, entscheiden Sie sich . .

Vorstandsmitglied Ludwig Schneider anläß­lich dessen Silberhochzeitsfeier im Hinblick auf die 25jährige Zugehörigkeit zum Verein eine besondere Ehrung dar. Herr Schneider ist nicht nur seit 25 Jahren Mitglied, sondern auch schon viele Jahre erster Vorsitzender des Vereins. Nach dem LiedeGott grüße dich" überbrachte der Sprecher des Vereins dessen Glückwünsche und zwei Sessel als Geschenk. Gleichzeitig wurde Schneider für seine 25jährige Mitgliedschaft eine Urkunde über­reicht. Dieser dankte in einer längeren Rede für die Ehrung und versprach, auch fernerhin feine Kraft dem Vereine zu widmen. Mit vier weiteren schön vorgetragenen Liedern erfreute dieEintracht" ihren Vorsitzenden und seine Gattin. In dem kürzlichen Bericht über die Einweihung des Gefalle­nendenkmals wurde versehentlich die Mitwirkung de« E i n t r a ch t" nicht ermähnt. Es sei deshalb nach­träglich ergänzt, daß auch dieEintracht" durch den Vortrag des LiedesSoldatentod" wesentlich zur Ausgestaltung der erhebenden Feier beigetragen hat.

Kreis Büdingen.

li Büdingen, 22. Mai. Das Düdinger Pfing st schießen nahm einen schönen Ver­lauf. Eine große Zahl Schützen, darunter auch viele auswärtige, übten an beiden Tagen den Schießsport aus. Es errangen Preise: Auf der Bürgerscheibe^ 1. Preis und Ritter Wilh. Dotter (Büdingen), 2. Preis Ludw. Schön, 3. Georg Mannagoitera. 4. Se. Durchlaucht Prinz Dieter, 5. Fr. Glanz, 6. Förster Helfrich, 7. Ernst Bäppler, 8. Adolf Petri, 9. Wilh. Drehscn, 10. Hch. Schön, 11. Herrn. Glanz, 12. F. Göckel, 13. Aug. Waltz, 14. Wilh. Link, 15. Schützen- meister Kärcher, 16. Schlörb, 17. Otto Türk, 18. Ludw. Stürz, 19. Ludw. Faust, 20. Wilh. Rohrmann, 21. Herm. Hofmeister, 22. Iean Henzel, 23. Ludw. Hörhold, 24. Paul' Hofstetter, 25. Aug. Schmück, 26. Karl Schneider, 27. Se. Durchl. Fürst Cärl, 28. Karl Gaul, 29. Ludw. Scheid, 30. Chr. Glanz, 31. Wilh. Grün, 32. Schühenmeister Schneider, 33. Abr. Eulau, 34. Erich Hanner, 35. Adolf Link, 36. Friedr. Türk. 37. Forstrat Leo, 38. Ludwig Scheid, 39. Wilh. Appel, 40. Ludwig Göckel, 41. Herm. Pätzold, 42. Schühenmeister Schmitt (Ortenberg), 43. Peter Weihrauch, 44. Iean Knaf, 45. Max Salomon, 46. Heinrich Schwarz. Auf der Fe st scheibe: 1. Preis Schützenmeister Högh (Laubach), 2. Sauer (Gießen), 3. Hch. Appel (Gießen), 4. Schühen­meister A. Schmitt (Ortenberg), 5. Einführ (Wansleben), 6. Weckesser (Ortenberg), 7. Se. Durchl. Prinz zu Vfenburg-Wächtersbach, 8. Erich Hanner, 9. Schroth (Babenhausen), 10. Forstrat Knaf (Babenhausen), 11. Wilh. Drehsen, 12. Herm. Becker, 13, Gust. Frey (Gießen), 14. Förster Helfrich, 15. Frz. Göckel, 16. Forstrat Leo, 17. Krapp (Babenhausen), 18. Adolf Link, 19. Se. Durchl. Fürst Carl, 20. August Waltz, 21. Herrn. Hofmeister, 22. Se. Durchl. Prinz Dieter, 23. Carl (Ortenberg), 24. Rullmann (Gedern), 25. Max Salomon, 26. Ludw. Scheid, 27. Ludw. Hörhold, 28. Hch. Traumüller, 29. Ernst Bäppler, 30. Aug. Schmück, 31. Möhl (Gießen), 32. Ludw. Faust, 33. Mannagottera, 34. Koch (Gießen), 35. Peter Weihrauch, 36. Herm. Glanz. Trostpreise: Abr. Eulau, Otto Türk, Iean Henzel, Rohrmann, Diel (Gedern), Chr. Glanz, Georg Schlörb, Limpert (Gedern). Auf der Glückscheibe: 1. Preis Adolf Link, 2. W. Drehsen, 3. Karl Schneider, 4. Ludw. Scheid, 5. Karl Schneider, 6. Einfuhr (Wansleben), 7. Herm. Pätzold, 8. Ludw. Faust, 9. Max Salomon, 10. Ludw. Hörhold, 11. Schützenmstr. Kärcher, 12. Hch. Appel (Gießen), 13. Karl Pracht (Büdingen), 14. Herrn. Pätzold, 15. Iean Henzel, 16. Krapp (Babenhausen), 17. Manna* gottera, 18. Wilh. Gläser, 19. Mannagottera, 20. Hch. Traumüller, 21. Bauer (Gießen), 22. Schühenmeister Kärcher, 23. A. Schmitt (Orten­berg), 24. Carl (Ortenberg), 25. Weckesser (Orten­berg), 26. Abr. Eulau, 27. Ludw. Hörhold, 28. Ernst Bäppler, 29. Hch. Traumüller, 30. Erich

r.Mnwam.'ii- a-.m jub± u'.miLaL-MmiBnTnn»n3anaBMt

Ellinor klopfte das Herz bis zum Hals.

Großer Gott, der Mann hielt sie für Mary Kington! Das war ja herrlich!

Ein Siegesgefühl quoll in ihr hoch. Keiner er­kannte sie. Sie hatte in den letzten Minuten va banque gespielt, nun war sie gerettet. Ein Glück, daß sie sich nicht verraten hatte, denn hätte der Kerl gemerkt, daß 100 000 Dollar greifbar nahe vor ihm sahen, dann hätte er sie bestimmt nicht aus den Klauen gelassen. Aber ein unverschämter Bursche war das. Arme Mary! Ellinor runzelte unwillig die Stirn:

Also eine regelrechte Erpressung!"

Der Mann lachte ein widerliches, blechernes Lachen:

Natürlich! Iedes Geheimnis hat seinen Wtert, folglich ist es käuflich. Ich bin bereit Ihnen einen sehr großen Dienst zu erweisen, wer wundert sich darüber, daß es etwas kostet. Man kann mit allem handeln, warum nicht mit den Schwächen der Mitmenschen?

Ich kenne Ihre Geheimnisse, Bright hat sie mir erzählt, im übrigen ist der kleine Bright bis über beide Ohren in Sie verliebt . . ." er feixte un­verschämt,ich muh gestehen, daß man ihm das nicht übel nehmen kann, aber kommen wir zur Sache.

Wollen Sie, oder wollen Sie nicht? Sie wis­sen doch, dieses kleine Dokument ist unter Brü­dern schon seine paar Tausend Dollar wert!"

Er griff in die Brieftasche und fuchtelte mit einem Brief herum der Marys Llnterschrift trug.

Die Aufregung in Ellinor legte sich. Für einen Betrag, der für sie eine Kleinigkeit war, konnte sie Mary von einem ekelhaften Erpresser frei­kaufen, außerdem würde sie einen falschen Paß bekommen, der für ihre Pläne von unschätzbarem Wert war. Wie leicht konnte man ihr einmal eine Legitimation abverlangen, dann würde ein falscher Paß von großem Nutzen sein. Da sie ihn ja nicht zu schlechten Zwecken benutzen wollte, so brauchte sie sich ja auch weiter keine Gedan­ken darüber zu machen.

Eigentlich war der Kerl ein Stümper. Das belastende Dokument war sicher viel mehr wert. Nun auf jeden Fall konnte man noch ein bißchen herunterhandeln.

Sind Sie eigentlich mit den Chicagoer Mills verwandt?"

Ein flüchtiges Rot überzog das Gesicht ihres Besuchers. Die Mills in Chicago gehörten zu den ersten Familien des Landes.

Wenn Sie meine Familie so gut kennen, dann wissen Sie ja auch, daß wir harte Köpfe haben und daß wir durchsetzen, was wir uns vorge­nommen haben!"

Was sagt denn Ihre Familie zu Ihrem hüb­schen gesellschaftlichen Talent?" fragte Ellinor spöttisch.

Hanner, 31. Franz Göckel, 32. Georg Schwrb, 33. Otto Wittekind, 34. Max Salomon, 35. Ludw. Göckel.

* Lihberg, 22. Mai. Die diesjährige Früh- jahrsbezirkstagung des Bezirks Ortenberg derKriegerkameradschaft ..Hassi a fand unter außerordentlich starker Beteiligung der angeschlossenen Vereine hier statt. Als Ehrengäste waren erschienen; Ehrenbezirks­vorsteher Keller, Verbandsschiehleiter Major a. D. Pohl, Fürsorgeleiter Don Hard und Generalagent Scheid. Rach einem Musikstück des Musikvereins Hirzenhain und zwei Männer- chören des Gesangvereins Lißberg entbot der erste Vorsitzende des Kriegervereins Lißberg. Kam. Klip st ein, den Willkommengruß. Der erste Dezirksvorsteher, Kam. Stein, begrüßte dann namens des Bezirks und dankte dem Ver­ein Lißberg für die schöne Vorbereitung. Rach altem Soldatenbrauch wurde zu Beginn der Be­ratungen der Toten und unseres Reichspräsiden­ten gedacht. Sämtliche Vereine waren vertreten. Nach dem Bericht des Dezirksvorstehers ist der Bezirk im vergangenen Iahre auf 17 Vereine mit 811 ordentlichen Mitgliedern angewachsen. Der bisherige Bezirksvorsteher K e l l e r trat nach schwerer Operation vom Amt zurück, der zweite Bezirksvorsteher, Kam. Stein, ttat für ihn ein. Kam. Keller wurde zum Ehrenbezirls- vorsteher ernannt. Die Wahl des zweiten Be­zirksvorstehers fiel auf den Kam. Hrch. Streu- ber. Der Bezirksrechner sowohl als auch der Dezirksobmann der Kb. und Kh. schieden infolge Erkrankung und Arbeitsüberhäufung auf ihren Antrag aus. In dem Kampf gegen die Kriegs­schuldlüge trat der Bezirk mit aller Energie ein und setzte eine Einzeichnungsliste in Umlauf. Als Vertreter für den Verbandstag in Worms wurde Kam. Stein und als Stellvertreter Kam. Streu- b c r bestimmt. Die Anträge des Präsidiums und der Bezirke wurden durchgesprochen und Stellung hierzu genommen, der Erhöhung des Verbandsbeitrages wurde einstimmig zu­gestimmt. Das Referat über das Klein­kaliberschießen und die Jugendpflege inner­halb derHassia" lag in den Händen des Kam. Major a. D. Pohl, der die Gründe darlegte, die dieHassia" zur Llebernahme in eigene Vegie veranlaßt haben. Zur Bildung von Schieß- und Iugendabteilungen wurde Kain. Z u b r o d als Bezirksschießwart und Iugendführer gewählt. Lieber Fürsorge und Versorgung sprach in klaren Darlegungen der Fürsorgeleiter für Oberhessen, Kam. Bonhard. Das Amt des Bezirks­obmanns der Kriegsbeschädigten und Krieger­hinterbliebenen übernahm Kam. Otto H i l d. Als Ort für den Herbstbezirkstag wurde Merken- f r i h bestimmt. Das Amt des Bezirksrechners übernimmt Kam. I ö r d e n s. Eine Ehren­urkunde des Bezirks erhielt Kam. Keller, die Verbandsehrentafeln wurden den Kam. Streu- ber, Köhler, Hebbel und Meuer über­reicht. Rach etwa vierstündigen Beratungen hielt der gemütliche Teil die Kameraden bei den Klängen der Musikkapelle ntyh längere Zeit bei­sammen.

kn. Berstadt, 22. Mai. Vor etwa Jahresfrist hatte die mittlere der hiesigen br>i Kirchenglocken einen Sprung bekommen. In den letzten Tagen brachte man nun eine neueGlocke auf den Turm, die von der Firma Rinker in Sinn durch Um. gießen hergestellt wurde und in Ton und Form ein getreues Ebenbild ihrer gesprungenen Vorgängerin ist. Ihre Inschrift befpgt heute noch wie vor 200 Jahren, daß sie im Jahre 1719von Johann An- dreas Hensel in Gießen vor die Gemeine Berstadt" gegossen wurde.

Kreis Schotten.

x Schotten, 22. Mai. Der herrlichem Wetter wurde gestern der altbekannte Schottener Pfing st markt abgehalten. Die Besucherzahl von fern und nah war außerordentlich groß. Es war wohl der größte Pfingstmarkt, der je ab-

Das geht Sie nichts an!" knurrte der Mann brutal.

Also ja, oder nein!"

Lind wenn ich nein sage?"

Der Mann erhob sich:Dann gehe ich auf der Stelle zur Polizei."

Ellinor lächelte.

Gut, 3000 ist mir die Sache wert, keinen Dol­lar mehr!"

Der Mann kämpfte mit sich. 3000 oder nichts? Er entschied sich für das Geld. Das Wasser stand ihm momentan bis an die Gurgel.

Gut, geben Sie das Geld, dann bekommen Sie den Paß und diesen Brief."

Ellinor antwortete nicht. Mit einer Bewegung, die den Mann förmlich hinauswischte, drückte sie auf die Klingel.

Roger B. Mills war etwas bleich. Er ballte heimlich die Faust. Diese Frau war eine un­erhörte Lady, trotz allem. Wenn er nicht gar so verstockt gewesen wäre, wäre es ihm zum Bewußtsein gekommen, daß er sich schämte aber das war wohl kaum möglich!

Chung Li erschien wie ein Schatten auf der Schwelle.

Zahlen Sie dem Herrn 3000 Dollar, nehmen Sie die Dokumente an sich und bringen Sie Herrn Mills bann unverzüglich zu einem Wa­gen, der Herr wünscht sofort zu fahren!"

Ohne mit der Wimper zu zucken ging sie an Mills vorbei, der ihr unwillkürlich achtungsvoll Platz machte.

In ihrem Schlafzimmer angekommen sank El­linor mit einem Seufzer der Erleichterung in einen Sessel:

So, kleine Mary, dir habe ich einen großen Dienst erwiesen, aber noch so einen Kerl auf nüchternen Magen und ich kriege einen Rer- venchock!"

VI.

Phil war ein Kammerdiener von Format. Er war verschwiegen und peinlichst diskret, wußte in allen Modedingen Bescheid und war selber immer wie aus dem Ei gepellt, konnte entzückende Soupers zu zweit vorbereiten und bis in die kleinsten Finessen entwerfen kurz er war das Ideal eines Dieners für einen reichen Jung­gesellen.

Daß es ihm manchmal einfiel, von den Ziga­retten seines Herrn zu rauchen, oder ein seide­nes Sporthemd, das noch tadellos war, für sich zu annektieren, mit dem Bemerken, daß der Herr das Hemd doch wohl nicht mehr tragen könne, daß ab und zu ein paar Schlipse verschwanden, natürlich immer die geschmackvollsten, nahm ihm sein Herr nicht weiter übel, denn was hätte er wohl ohne Phil angefangen?

(Fortsetzung folgt)