Ausgabe 
23.4.1929
 
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Sester vormittag fand im Sitzungssaals des

s Gießen die diesjährige ordentliche

denn der Magistrat

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Stadth Jahr

tum als das Bild bis tief in das Ungesichtige hin­ein- wenn man will, die Idee im alten platonischen Sinn und macht dafür alle Potenzen haftbar.

richtung wie bei Ranke, die sich das Faktum trü­bende3a" undNein" versagt, als eine Zi/cht der Blickrichtung, worin sein Wille oder seine Willen» scheu nicht unterdrückt, sondern aufgezeigt werden muß. Selbst Treitschke und Mommsen haben

kerung von Begriffen,Ideen", Personen, oder Geschehnissen, so wären sie vielleicht am ehesten zu erkennen in alldurchdringenden Lebenskräften.

Jahresversammlung des Verkehrsbundes Oberheffen

Daten für Mittwoch, 24. April.

Sonnenaufgang 4.47 Uhr, Sonnenuntergang 19.10 Ufyr. Mondaufgang 20.00 Uhr, Monduntergang 5.07 Uhr.

1819: der Dichter Klaus Roth in Heide geboren; i: der Rechtslehrer Karl von Gareis geboren.

Trauringe aus Käse.

(a) Warschau.

Lleder Dolksstarnrn hat bekanntlich seine eigenen Sitten und Gebräuche, die teilweise seit Jahr­hunderten überliefert worden sind. Ganz eigen­artig mutet es ober an, wenn man sich ver­gegenwärtigt, daß ein Brautpaar an Stelle von Trauringen einen großen Käse um den Hals ge­hängt bekommt, und doch gibt es einen Volks­stamm in den Bergen Ostgaliziens, der diese eigentümliche Sitte bis auf, den heutigen Tag bewahrt hat. Ein kleiner ruthenischer Dolls- stamm kennt überhaupt keine Trauringe in un­serem Sinne. Braut und Bräutigam bekommen vielmehr bei der Hochzeit einen Kranz aufs Haupt gedrückt, in dem Geldstücke eingeflochten sind. An SteUe der Trauringe erhalten die beiden Opfer, denn davon kann man wohl spre­chen, einen großen runden Käse um den Hals gehängt. Aach der Trauvollziehung vor dem Dorfkadi begibt sich die Braut als erste nach Hause, während der Bräutigam in gewissem Abstand folgt. Dor dem Hause der Braut an­gelangt, schickt er ihr seinenTraukäse" und erhält dafür den ihrigen, beide werden als heilige Reliquien ausbewahrt...

Der Durst der Djörneborger war auf diese Weise dauernd gestillt worden. Die Sprech­stunde des Doktors wies einen Massenandrang auf, und Elias Mekinen verkaufte überhaupt keine Tiere mehr. Aur noch Schlangenbisse. Bis die Behörden stutzig wurden: wo zum Donner­wetter kamen die vielen Schlangenbisse her? Doch dazu zu winterlicher Zeit! (Daran hat die Schlangenbißgesellschaft nicht gedacht.) Der trok- kene Bürgermeister schöpfte Verdacht und schnüf­felte so lange, bis er dahinter kam. Dr. Kar- vonen wanderte ins Gefängnis. Elias Mekinen ebenfalls. Die beiden Ottern wurden als gemein­gefährliche Alkoholverbreiter beschlagnahmt und zum Tode verurteilt.

Aun gibt es in Björneborg keinen Alkohol mehr. Bis auf den Inhalt der beiden Gefäße, welche die toten Ottern beherbergen. Diese lieh das Stadtoberhaupt im Foyer des Rathauses als Memento öffentlich zur Schau stellen. Auf daß es keinem Djörneborger mehr einfalle, preis­werte Schlangenbisse zu verkaufen! ...

Der sparsame Magistrat von Konstantinopel

(h) Stambul.

Was sollte man nur mit fr em alten Plunder der alten Epoche beginnen? Mit den 15 000 Hausnummer-, 8000 Straßen-, 5000 Automobil- und 3800 Bootsschildern aus Emaille, die nach der Einführung der lateinischen Schrift in der ganzen Türkei gegen neue eingetauscht werden mußten. Dieses gewichtige Problem beschäftigte die ehrwürdigen Stadtväter von Konstantinopel nach der ergebnislos verlaufenen Auktion, auf der die Emailletäfelchen an die meistbietenden Interessenten versteigert werden sollten. Es mel­deten sich leider nicht nur keine meistbietenden, sondern überhaupt keine Kunstsammler, und eigen­artigerweise blieben der Versteigerung selbst die Altwarenhändler fern. Da war guter Rat teuer. Endlich wartete einer nach langwierigen Debatten mit der epochalen Idee auf, man möge die Schilder in das Meer versenken. Dieser Magi- stratsbeschluh sollte mit Begeisterung angenom­men werden, da fiel es aber einem anderen Stadtverordneten ein, daß dieses Versenkungs­manöver leider Geld kosten würde. ilnö diese Ausgabe könne sich die Stadt nicht leisten. Die sparsamen Herren von Konstantinopel sahen dies ein und verwarfen den netten Gedanken. Eigent­lich schade: auf diese Weise hätte man für historische Funde kommender Gene­

st auptversammlung des Der kehrs^undes Oberhessen statt. In Der-

nung wird in dem Bericht hervorgehoben, daß die Hessische Bade- und Kurverwaltung Bad- Aauheim durch ihre vor kurzem in Berlin ein­gerichtete Auskunftsstelle für den Fremdenver­kehr den Führer durch Oberhessen an das Pu­blikum mit verteilen läßt, daß ferner die Ge­schäftsstellen des Gießener und des Bad-Aauhei- mer Derkehrsvereins in gleicher Weise den Bund bei der Verbreitung des Führers unterstützen, und daß das Kreisamt Gießen und die Gießener Stadtverwaltung in anerkennenswerter Weise den umfangreichen Vorrat des Bundes an diesen Büchern in Aufbewahrung genommen haben. Der Jahresbericht erinnert sodann an die vorjährige zweite Pressefahrt durch Oberhes­sen, bei der die Städte Bad°Rauheim, Büdin­gen, Schotten, Aidda und Butzbach besucht wur­den. Mit dankbarer Anerkennung wird hierbei vermerkt, daß die Herren der Presse bei dieser Fahrt in allen Städten gastfreundlichste Auf­nahme und umfassendste Führung zu den Sehens­würdigkeiten gefunden haben, die dann in ein­drucksvollen und empfehlenden Berichten an die Leser der Zeitungen ihren Aiederschlag fanden, ^m dritten Teile des Tätigkeitsberichtes wird wähnt, daß der Bundesvorstand auch im Ge- sch ftsjahr 1£28 einen sehr umfangreichen Schriftwechsel zur Erledigung der Bundes­aufgaben zu bewältigen hatte, daß auf schrift­lichem Wege, wie auch in persönlichen Ver­handlungen bei der Reichsbahndirektion Frank-

M. und auf der Fahrplankonferenz in Alsfeld zahlreiche Fahrplanforderun- g e n aus den verschiedensten Gegenden der Pro­vinz Oberhessen zu vertreten waren, wobei wenn auch nicht alle Wünsche in Erfüllung gingen immerhin bemerkenswerte Erfolge er­zielt werden konnten. Mit Bedauern wird in diesem Zuja-imenhange in dem Bericht u. a. ver-

selten mit solch feinem Geschmack und so selbstkun- diger Ironie. Burckhardts Objektivität zielt also wie die der großen Künstler nur auf die äußerste Rein­heit seiner Eindrücke, und sein Abstand vom Par­teigetriebe ist wesentlich ein Bildneranspruch wie Tankes Künstlertum noch ein Richter- oder Herr­scheranspruch ist. Burckhardts sittlicher Eifer, nir­gend verleugnet oder unterdrückt, erscheint eben durw sein Bildnerkum vielfach als ein sinnliches Pathos, wahrend bei Ranke noch die Kunstfertig­keit manchmal als diplomatische Vorsicht wirkt.

Ganz frei ist Burckhardt von dem eigentümlichen modernen Wissenschaftsehrgeiz, hinter Dinge zu kommen, die vor ihm stehen, oder Dinge heraus­kriegen zu wollen, die in ihm sind. Die eigentliche Krankheit des modernen Kritizismus. Auch dieser kritische Werglaube, der ja schließlich auf eine Kri- if hinausläuft, hat den Schüler Rankes, den Meister auch dieser Mittel, vielleicht erlahmt in der Richtigstellung von bloßen Sachbefunden und be­stärkt in der Wahrnehmung von Menschenausdruck jeder Art in der Politik bis in die Verhandlungen, in der Religion bis in die Dogmen hinein. Die Kullurgeschichte gab ihm die Winke nach beiden «ecken Hin,, und fast jede Seite seinerHistorischen rzragmente bezaubert uns, auch wo er aktenmäßig überholt sein mag, durch die unermüdliche Gabe und den spontanen Drang, die sachgewordenen Be- jlanoe wieder zuruckzuregen in menschliche Gesin- nungen, Haltungen, Erscheinungen. Er hat darin vielleicht nicht seinesgleichen unter den Historikern »Historischen Fragmente" als ein '.historisches Vermächtnis neben denWelt- geschichtlichen Betrachtungen", begründet durch eine aUieihge «achenkunde und kritische Sorgfalt, die im einzelnen hundertmal berichtigt werden maa im

Fräulein Else".

Lichtspielhaus Bahnhofstraße.

Dies ist ein sehr guter Film. Man sollte ihn gesehen haben. Vor allem um seiner außer­ordentlichen Besetzung willen. Dassermann, Steinrück und die Dergner bilden das glänzende L.eigestirn, das die entscheidenden Ele­mente der Handlung beherrscht. Man muß lange suchen, bis man soviel schauspielerische Qualität wieder in einem einzigen dramatischen Ablauf gegenubergestellt und vereinigt findet.

Dann auch um der literarischen Eigenschaften des Werkes willen. Es ist eine nach Schnitzler gekurbelte Filmnovelle, und es ist wertvoll, zu sehen, wie weit der mit Geschmack und Dezenz und feinen Aerven nachempfundene und szenisch zusammengestellte Bildstreifen dem Buch zu folgen vermag. Sicher ist, daß auch die kultivierteste und im Technischen vollendete Regie immer nur ein H.igefähr erreichen kann. Immer bleibt das Bild, auch das beste Blld, hinter dem Wort zurück. Die unendlich verzweigte Psychologie, die der wienerisch geschliffenen Aovellistik Schnitzlers zu­grunde liegt, kann hier nut angedeutet werden Manuskript und Regie von Paul C z i n n e r sind einwandfrei. Er gibt mit seinen Mitteln das Möglichste. Seine Schauspieler arbeiten ganz auf ihre Ausdrucksmittel und die spärlichen, un­entbehrlichen Texthilfen angewiesen, zur Stumm­heit verdammt in einem erstaunlichen Grade den seelischen ilmrifc, den menschlichen Hinter­grund der Vorgänge heraus. Zudem hat die Bildhaftigkeit dieses Films der sehr schnell, umspringend, andeutend, kontrastierend, aber nie mit aufdringlichen Behelfen, abläuft die Dra­matik der Vorgänge konzentriert. Etwas von der sensationsfernen Innenspannung der echten Ttac 1 ist hier in den flüchtig flimmernden Strc linübergerettet.

Di. .ndlung ist, wenn man nicht vergröbern unö p.amp werden will, kaum mit ein paar Worten zu umreihen. Die Fabel baut sich auf öem Grundmotiv auf, daß die junge und ver­wöhnte Tochter eines reichen Mannes, um den Vater vor dem drohenden Verlust seines Der-

daran, daß nach den zwei erfolgreichen Prelle* fahrlen in den beiden letzten Jahren nunmehr der Weg der Werbung durch Zeitungs­anzeigen beschritten werden müsse, da man auf diese Weise sicher und erfolgversprechend an die breitesten Bevölkerungsschichten heran- komme. Der Bundesvorstand habe bereits einen Werbeplan ausgearbeitet, der eine Werbung im Rheinland, im Siegerland, im rheinisch.westfälischen Industriege­biet und in der Kasseler Gegend als den bisher hauptsächlich in Erscheinung getretenen Interessenbezirken vorsehe. Weiter sei daran zu denken, eventuell ein sog. Preisausschrei­be n zu veranstalten, bei dem Ferienbesucher aus dem Reiche ihre Eindrücke während des Ferien­aufenthaltes in Oberheffen kurz schildern sollen und dann die interessantesten Aiederschriften evtl, durch 8- oder 14tägigen ganz oder teilweise kosten­freien Sommeraufenthalt im nächsten Jahre in einer Stadt oder Sommerfrische. Oberhessens belohnt würden. Eventuell könne auch eine Wer­bung durch kleine Plakate oder Bilder au s - bu.ug in den v-Zug-Abteilen und schließlich die Derwendung eines Stempels "Ve sucht das schöne Oberhessen!" bei der Korrespondenz ins Auge gefaßt werden. Da elt d^ier Maßnahmen voraussichtlich aber erheblichere Mittel erfordere als die Dundeskasse tragen könne, müsse u. 11. an die Kreis- und Stadtverwaltungen zur Mithilfe appelliert wer­den Die Einzelheiten dieser hier nur in ganz großen Umrissen vorgetragenen Gedanken und Möglichkeiten müßten natürlich erst noch der näheren Durcharbeitung im Bundesvorstand un­terzogen werden.

An der Aussprache beteiligten sich der Vorsitzende des Gießener Verkehrsvereins, Stadtv. Schwieder, der Vorsitzende der Dad-Aau- heimer Verkehrskommission, Aotar Stahl (Bad-Rauheim), Bürgermeister Walz (Lauter­bach), Provinzialdirektor Graes (Gießen), Ober- regierungsrat Dr. Heß (Gießen), der Vertreter des V. H. C., Lehrer c. R. Linck (Schotten), Bei­geordneter Kling lDad-Rauheim), der zweite Bundcsvorsihende, Bürgermeister Dr. Dölsing (Alsfeld), Bürgermeister Dr. Sehd (Friedberg) und der Referent. Uebereinstimmend wurde in der Erörterung die Wichtigkeit und Zweckmäßig­keit einer sorgfältigen Fremdenverkehrsstatistic und deren völlige Freihaltung von den Steuer­behörden betont und die Mithilfe des Hotel» und Gastwirtsgewerbes für diesen Zweck lebhaft gewünscht. Bolle Uebereinftimmung herrschte auch über die Richtigkeit der Verkehrswerbung durch Zeitungsanzeigen. In diesem Zusammenhänge wurde der Gedanke des sog. Preisausschreibens nach den Vorschlägen des Referenten einhellig begrüßt und als ein zweckmäßiger Weg zu erfolg­versprechender Werbung bezeichnet. Weiter wurde angeregt, mit Hilfe der in Berlin eingerichteten Auskunsts- und Werbestelle der Rauheimer Badeverwaltung werbend äu wirken. In dieser Hinsicht wurde einstimmig der Wunsch geäußert, daß diese Werbestelle, die von der Aauheimer Dadeverwaltung in dankenswerter Weise auch dem Verkehrsbund Oberhessen zu seiner Führer- verteilung zur Verfügung gestellt wurde, auch allen übrigen oberhessischen Städten zur Ab­gabe ihres Werbematerials geöffnet weiae. wurde gewünscht, daß die Städte sich an der von Bundesvorstand geplanten Insertion in den Ze­llingen in dem obenbezeichneten Intereßengeb' t beteiligen möchten. Zum Schluß fand in D. -- binöung mit der Erörterung der Werbefragcn eine eingehende Besprechung von Bad-Rauheit r Fahrplanbeschwerden statt, die sich zwischen bart Bundesvorstand und den Vertretern Bad-Ra Heims abspielte. Das Ergebnis der Au.spra 2 über die künftigen Derkehrswerbemaßnahmen i -x Interesse der Provinz Oberhessen kann dahin zusammengefaßt werden, daß die Pläne des Bundesvorstandes zur Verwirklichung im Rah­men der Haushaltsmittel, unter Ausschaltung ber Plakat- und Bilderwerbung in O-Zügen, gebilligt wurden.

Schließlich wurde noch der Verkehrs- Verein Bad Vilbel auf seinen Antrag ein­stimmig in den Derkehrsbund Oberhessen als Mitglied ausgenommen.

Hierauf schloß der Verhandlungsleiter, Bür­germeister Dr. V ö l s i n g (Alsfeld), mit Dankes» toortcn die anregende Tagung.

rationen vorgesorgt! Vielleicht kommen aber die Meeresforscher des 21. Jahrhunderts doch noch auf ihre Rechnung, denn der Magis beschloß, die veralteten Schilder dem zu sch... k e n, der die llnkosten der Versenkung mit über­nimmt. Ob sich ein derartigerLokalpatriot' findet?...

mögens und seiner bürgerlichen Existenz zu retten, weibliche Ehre und Leben zum Opfer bringt. Das klingt, in dieser knappen Formel, fast nach veralteter und auf schlechte Instinkte spekulierender Kolportageliteratur; wer aber den Film Re­gie und Darstellung aufmerksam verfolgt, wird zugeben müssen, daß hier ein echter Konflikt glaubhaft entwickelt, in jeder Szene auf litera­rischem Aiveau gehalten und ganz einwandfrei gelöst wurde.

B a s s e r m a n n gibt den Vater. Den Grand­seigneur, der ihm so ungemein liegt, den heiteren, gütigen, liebenswürdigen Menschen, der sich in­folge leichtiinniger Spekulation von einem Tage öum andern dem Aichts gegenüber, der grenzen­losesten Verzweiflung ohne einen Schimmer von Hoffnung ausgeliesert sieht. Dies gestaltet in ein paar kurzen, Vorspielhasten S-enen der Schau­spieler, der gegenwärtig in Deutschland den Iff» land-Ding trägt. Meisterlich gibt er das, mit feinen, kaum merklichen Uebcrgängen, mit den leisesten Mitteln, lind f'lnmäß'g deh r eigentlich am vollkommensten, weil man. bei ihm das laute Wort am mindesten vermißt.

Dann geht das Schwergewicht der Handlung an Steinrück als den Segens i ler über. Vor ein Paar Wochen erst ist er gestorben jetzt lebt er wieder, und wer üjn je in seiner mächtigen Lebensfülle gesehen hat, wird sich des beinah unheimlichen Eindrucks dieser Wiederbegegnung nicht erwehren können; wenn er hier in einer Rolle zwischen Don Juan und Me histo. in einer Aufgabe, die kaum einer so gestalten konnte wie er, wieder da ist.

Reben beiden: die Bergner. Sie gibt hier eine ihrer besten Leistungen im Film, ob­wohl man bei ihr, wie früher und stets, den Klang der Vogelhaften Stimme vermißt. Sie darf die ersten Szenen ganz mit der natürlichen An­mut und dem fast kindlichen Ausdruck ihrer zarten Gestalt erfüllen; und sie zwingt erstaun» lich die schwerere Aufgabe der Wandlung zu schmerzlicher Reife und zu dem menschlichen Opsergang... mit dem Mantel der Monna Vanna über~ den schmalen Schultern.

Von den übrigen Darstellern sch.i.en uns Jack Trevor und Else Heller der Beachtung wert. Bassermann, Bergner und Steinrück aber jeber für sich und erst recht a lle drei Zusammen machen diesen Film zu einem ungewöhnlichen Ereignis.y

Hinderung des durch eine Sitzung in Darmstadt dienstlich in Anspruch genommenen ersten Bun- desvorsihenden, Beigeordneten Dr. Hamm, Gießen, leitete der zweite Dundesvorsihende, Bürgermeister Dr. B ö l s i n g , Alsfeld, die Ver­handlungen. Zu ber Versammlung waren die Vertreter ber Mitgliedschaften (b. h. der Pro­vinz Oberhessen, ber Kreisämter, ber Stabtver- toaltungen, ber Babedirektionen, der Industrie- und Handelskammern Gießen und Friedberg, ber Verkehrsvereine usw.) in stattlicher Anzahl erschienen.

Der Derhandlungsleiter, Bürgermeister Dr. Dölsiipg, Alsfelb, erstattete zunächst den

Tätigkeitsbericht

-es Bundesvorstandes für 1928,

aus dem hervorging, daß der Derkehrsbund Oberhessen auch in diesem zweiten Jahre seines Bestehens eine große Reihe Arbeiten im Dienste seiner Aufgaben zu bewältigen hatte. Mit Ge­nugtuung wird in dem Bericht festgestellt, daß der Bundesvorstand bei dieser Tätigkeit sowohl von den Mitgliedern des Bundes, wie auch von den maßgebenden Behörden und den wirtschaft­lichen Korporationen, hier insbesondere von den Handelskammern und ben Verkehrsvereinen, weit­gehende Unterstützung gefunden hat. In dem Jahresbericht wird ferner darauf hingewiesen, baß der im vorigen Jahre vom Bundesvorstand herausgegebene Führer durchOberhessen sowohl bei der fachlichen Kritik, wie auch beim Publikum eine sehr günstige Aufnahme gefunden hat. Von dem Führer, der im April vorigen Jahres in einer Auflage von 10 000 Stück ge­brückt würbe, finb im Laufe des vorigen Som­mers und Herbstes bereits rund 1500 Stück zum Versand gekommen. Durch den weiteren Ausbau der Absatzbeziehungen sei jetzt damit zu rechnen, daß die Verbreitung des Führers im bevor­stehenden Sommer noch einen weit größeren Um­fang annehmen werde. Mit dankbarer Anerken-

zeichnet, daß es bisher noch nicht möglich war Triebwagenverbindungen im Interesse des Aahverkehrs auf den oberyessischen Strecken zu schaffen, da hierfür der Reichsbahnbirektion Frankfurt a. M. die erforderlichen Fahrzeuae zur Zeit fehlen.

Der Bericht wurde von ber Versammlung nut Interesse zur Kenntnis genommen und ohne Aussprache genehmigt.

Hierauf erstattete ber Dundesrechner, Bürger­meister Mengel, Schotten, den

Kassenbericht für 1928.

Danach belaufen sich die Einnahmen auf 4750,12 Mk., die Ausgaben auf 4541,23 Mk. so daß ein Restbetrag von 208,89 Mk. verbleibt' In diesen Zahlen sind die Einnahmen aus Mit­gliedsbeiträgen und die Zuschüsse der Städte zum Druck des Führers durch Oberhessen, wie auch die Ausgaben für die Drucklegung des Führers mitenthalten. Die Kosten für den Füh- rer selbst belaufen sich auf 3464,15 Mk., denen auf ber Einnahmeseite 3475 Mk. gegenüberstehen, so daß also bas Druckwerk sich selbst getragen und bie Dunbeskasse nicht belastet hat. Von ben zugesicherten Zuschüssen ber Stäbte und von ben Beträgen für Insertionen ist ein ansehnlicher Teil bis jetzt noch nicht eingegangen, diese Be­träge kommen nunmehr ber Rechnung für 1929 zugute.

Die Aachprüfung ber Rechnung ergab keiner­lei Deanstanbungen, so daß dem Dundesrechner unter Anerkennung seiner vortrefflichen Kassen­führung einstimmig Entlastung erteilt wurde, die sich zugleich auch auf den gesamten Bundes­vorstand erstreckte.

Anschließend trug der Dundesrechner, Bürger­meister M e n g e l (Schotten), in großen Zügen den

Haushaltsvoranschlag für 1929

vor. Danach sind an Einnahmen aus Rechnungs- refteit 1500 Mk., an Mitgliedsbeiträgen 1800 Mk. und an Zinsen 50 Mk. zu erwarten. Auf der Ausgabenfeite sind für Dureaukosten, Porti, Re­servefonds und Unvorhergesehenes rund 850 Mk. eingesetzt, so daß für Verkehrswerbezwecke noch ein Betrag von rund 2500 Mk. verfügbar bleibt. Der Haushaltsvoranschlag wurde gleichfalls ein- timmig genehmigt.

Hierauf fand in umfassender Weise unter Be­teiligung zahlreicher Redner eine

Aussprache über DerkehrSwerbe- maßnahmen des Bundes

tatt. Das einleitende Referat hielt der Dunöes- chrifFührer, Redakteur Dlumschein (Gießen), der zunächst in Vertretung des als ersten Refe­renten vorgesehenen Dundesvorsitzenden, Beige­ordneten Dr. Hamm (Gießen), überDie Fremdenverkehrs st ati st ik" und un- mittelb 2 anschließend über sein ThemaAllge­meine W e rbun g" sprach. Er betonte die große Wichtigkeit einer sorgsamen Fremdenver- kehrsstatistik, aus deren Zahlensprache man wert­volle Anhaltspunkte für die praktische Verkehrs- Werbung entnehmen könne. Diese Statistik diene in keiner Weise dazu, etwa den Steuerbehörden Material zu verschaffen, sie werde vielmehr den Steuerbehörden Vvrenthalten; aber eine genaue Aufzeichnung über den Umfang des Fremden­besuchs und über die Zahl der Uebernachtungen in den einzelnen Hotels und Gasthäusern könne bestimmend fein für die Art und Ansatzpunkte der Verkehrswerbung durch den Bundesvorstand. Der Redner empfahl daher den Vertretern der Verwaltungen, in ihren Kreisen bzw. Städten bei den Hotel- und Gasthausbesitzern darauf hin» zuwirken, daß den Erhebungen für die F r e m d e n st a t i st i k g r ö h t e S o r g s a l t zu­teil wird und daß eine vom Bundesvorstand in . Aussicht genommene fortlaufende Statistik dieser Art, deren Ergebnisse in Verbindung mit der amtlichen Statistik zur richtigen Einstellung der Verkehrswerbung ausgewertet werden sollen, volle Unterstützung finde. Unter dem Thema Allgemeine Werbung" erinnerte derVorkragende

fie einmal als Potenzen bezeichnet und ihre gegen- leitigen Bedingtheiten eigens untersucht, freilich auch hier mitjorglid)cr Abwehr systematischen Anspruchs. Kultur, 'Staat und Religion nahm er als solche letzte Wesenheiten, gleichzeitig beacht auf Abgrenzung, ...«D. ^1U|t * * « »4, i r uno an d m m e n haben

TJSÄÄÄWÄ b°k°nn». wenn 7ch°n nismus von Görres stammend, ber ihm durch Ernst non Lassaulx verlockend nahe kam. Gegen die politische Geschichte wurde er noch in seinen spateren Jahren empfindlich ober verhärtet durch ben deutsch-französischen Krieg, der ihm alle eigent- lichen Bildungswerte des humanistischen Zeitalters zu gefährden und die politischen Kontinuitäten sei­ner Merkwelt m Frage zu stellen schien. Bon vorn-

M herein war er schon durch seinen Kunstsinn, seine aktivste Empfänglichkeit, am ehesten geneigt, bie Kultur als bie Trägerin der bildsamen und bild- haften Erscheinungen am wichtigsten zu nehmen, Staat und Religion wesentlich von ihr aus zu er­kennen und zu bewerten. Doch war er gerade vor leinen eigenen Hängen immer auf der Hut und an­statt ihnen nachzuaeben, schränkte er sie durch Gegengewichte selbstkritisch ein. Während Ranke Kultur und Wirtschaft mehr aus Pflichtgefühl und um der sachlichen Abrundung willen in seinen Ge- ftdjtsfrcts zog und die Staatsvorgänge mit fast reli­giöser, liebevoller Meisterschaft oarfteUie, läßt sich bei Burckhardt der Wille weniger zur Gerechtigkeit auch gegen das Sprödere, als das Verlangen nach möglichster Deutlichkeit des Blicks gerade in die ihm persönlich entrückten Sehbereiche spüren. Hier liegt seine eigentliche Objektivität, von der Rankeschen durchaus verschieden, als die ästhetische eines unbe- fangenen ethischen Sinns von der juridischen eines politischen oder diplomatischen. Rankes Objektivität kommt aus einer Tatsachenandacht, die ihm verbot, daseigentlich Gewesene" zu trüben durch seine gegenwärtige Willensstimmung, und er meinte diese am besten auszuscheiden, wenn er möglichst wenig * -rtll cr UI?b k'c Tatsachen, d. h. die dokumen­tarischen Niederschläge, möglichst rein vernehmen hes Dor ben Otjnen gleichsam des unbedingten

Nur auf bleien besonderen Wert des Burckhardt-" scheu Nachlasses gerade für unsere Tage sollte hier bingewiesen werden ohne Erörterung seiner send Einzelinhalte.