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ollem war man gestern nicht geneigt, zu verzwei­feln. Im Gegenteil, amerilanijcherseits Hot Owen D. Aoung und französischerscits hoben Mo. .vi und Quesney nach ihren Besprechungen mit Dr. schacht keinen tristen Zusammenbruch her Konferenz vorausgcsehen. Man hat sich beeilt, das Scheitern anzukündigen, man darf nun nicht gleich wieder den Erfolg voraussagen. Jedoch kann inan auf vierzehn arbeitsreiche Tage gefaßt sein, von denen auf jeden Fall die Regierungen in Zukunft Nutzen ziehen werden.

England und die Mandate.

Kein Verzicht

auf die geraubten deutschen Kolonien.

' London, 22. April. (Telun.) Die angeblichen Forderungen der deutschen Reparationssachver- ftänbigen auf Rückgabe eines Teiles der ehe­maligen deutschen Kolonien haben schnell zu einer Erklärung der britischen Regierung geführt. Sir Au st en Chamberlain toic£ am Mon- kagnachmittag im Unterhaus daraus hin, daß sich das englische Mandat über die früheren deutschen Kolonialbesihungen auf den Der- rrag von Versailles und nicht auf den Völkerbund stütze und die gegenwärtigen Inhaber ein endgültiges Mandat erhalten hät­ten. Soweit ihm bekannt sei, sei niemals der Wunsch geäußert worden, von den Verantwort­lichkeiten der Hebertraguna dieser Mandate be­freit zu werden. Die Stellung Großbritanniens in dieser Angelegenheit sei den deutschen Vertre­tern während der Konferenz von Locarno erläu­tert und seither mehrfach wiederholt worden. Für den unwahrscheinlichen Fall jedoch, daß Mandate frei werden sollten, wäre Großbritannien bereit, eine deutsche Forderung auf LIebernahme des freiwerdenden Mandates genau so zu erwägen wie die Forderungen ir­gendeiner anderen Großmacht, die Mitgliedsstaat des Völkerbundes sei.

Die außerordentliche Empfindlichkeit der eng­lischen öffentlichen Meinung in allen Fragen, die die ehemaligen deutschen Kolonien in Afrika angehen, wird durch diese Erklärung erneut be­stätigt. Tatsächlich kann nicht der geringste Zwei­fel bestehen, daß Großbritannien entschlossen ist, die einmal übertragenen Rechte zu behalten und auszubauen. Die Vorschläge der Hil- ton-Vuong-Kommission für die Verwaltung Deutsch-Ostafrikas zeigen mit aller Deutlichkeit die Tendenzen, die die englische Politik in Afrika verfolgt. Wenn früher gelegentlich im Zusam­menhang mit Kritiken vor dem Völkerbund dar­auf hingewiesen wurde, daß England sich ver­anlaßt sehen würde, von der oder jener Ver­pflichtung zurückzutreten und als Ver­pflichtung werden die Mandate gern hin­gestellt so stellt das nicht etwa eine eruft» liche Verzichtankündigung, sondern einen etwas drastischen Hinweis für die Rützlichkeit der englischen Mandatsverwaltung für die betreffen­den Gebiete selbst dar.

Burgfrieden der Bauern-Organisationen.

Eine Vereinbarung Hermes-Schiele. Auf dem Wege zu einer Einheitsorganifation

Berlin, 22. April. Auf Grund einer Verein- batung zwilchen dem Führer des Landbundes Minister Schiele und dem Präsidenten der Ver­einigung der deutschen Bauernvereine, Minister Hermes, hat dieser an seine Organisationen ein Rundschreiben gerichtet, das im wesentlichen eine Art Burgfrieden zwischen diesen beiden Verbänden proklamiert. Am 11. März d. 3. haben die Beauftragten der landwirtschaftlichen Verbände von Rheinland und Westfalen, d. h. also die Vertreter der Bauernvereine und Landbünde, eine Entschließung gefaßt, nach der sich beide Verbände in beiden Provinzen sofort zu einer provinziellen Einheits­organisation zusammenschlie.ßen und die Spihenvcrbändc in Berlin aufgefordert wer­den. sich alsbald ebenfalls zu einer Einheits­organisation zu verschmelzen.

Sollte bis zum 1. Oktober 1929 die geforderte Reichseinhettsorganisation nicht ins Leben getreten sein, so würden die beiden Provinzial-Einheitsorgani- l'ationcn, unabhängig von den Spitzenverbänden an alle agrarpolitischen Bereinigungen Deutschlands die Aufsorderung zur Gründung einer R e i ch s o i n h c i t s o r g a n i s a t i o n richten. Diese Hagener Kundgebung hat in der Oeffentlichkeit seinerzeit das größte Aufsehen erregt und brachte die Führung der Bauernvereine, die einem solchen Zu­sammenschluß mit dem Landbund abgeneigt ist, in eine schwierige Lage. Um hier Klarheit zu schaffen und wohl auch aus dem Bestreben, die Führung der Provinzialverbände der Bauernvereine nicht aus der Hand zu verlieren, ist es jetzt zu der Ver­einbarung zwischen Hermes lind Schiele ge­kommen.

Danach sollen alle Organisationsfrageil, alle selb­ständigen Verhandlungen von Provinzialorganen zuruckgestellt und unterlassen werden, solange nicht die g e m e i n s a m c n Arbeiten der Führer der großen landwirtschaftlichen Organisationen, Schieb ycrmes, Brandes und Fehr, die kurz vor Ostern ihre Forderungen an die Reichsregierunq präzi­sierten, abgeschlossen sind. Dann allerdings «ollen Verhandlungen über eine Fonn des orga­nisatorischen Zusammenschlusses von Landbund, Deutscher Bauernschaft und Bauernver­einen eingeleitet werden. In unterrichteten Kreisen deutet man das Rundschreiben des Führers der Bauernvereine als einen gewissen Erfolg der pro­vinziellen Zusammenschlußbestrebungen, die sich am deutlichsten zum erstenmal in den Hagener Beschlüs- icn manifestiert haben, denn zweifellos hat Hermes seine bisher jedem organisatorischen Zusammen- schluß gegenüber ablehnende Haltung nunmehr zu- nundest stark gemildert. Die Einheitsorganisation der großen landwirtschaftlichen Verbände ist mit diesem Schreiben des Führers der Bauernvereine zwar noch lange nicht gesichert, aber doch wesentlich nähcrgerückt.

Lohnschiedsspmch im Ruhrbergbau.

Dortmund, 22. April. (WTB.) Für den Ruhrbergbau wurde von dem Schlichter Pro­fessor Drahn der Lohnschiedsspruch gefällt. Die­ser sieht in seinem Hauptteil eine Lohnerhö- 9 un9 Aon f ormell zwei Prozent vor. rlnter Berücksichtigung der unmittelbar bevor­stehenden Ermäßigung der knappschaftlichen Bei­träge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemäß der Lex Brüning die im ganzen für die Unter­tagearbeiter 4.25 Prozent und für die Uebertage- arbertvr 1,25 Prozent beträgt und vom Reich zu

poincarS über die Reparaiionskonferenz.

Er war mit dem Oawesplan zufrieden und hofft auf erhöhte Zahlungen auf Grund des Wohlstandsindex.

Paris. 22.April (TU.) poincare hielt am i b6ry und in Caen abgegeben, sondern ich habe sie Montag in Var le Duc die seit einigen Tagen er- s auch offiziell Deutschland und seinen Gläubi-

wartete große Rede, in der er zur Reparations- srage Stellung nahm. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen beschästigle poincare sich in der Haupt­sache mit innecpolitischen Fragen und ging nur zum Schluß auf die Beratungen der Sachver- st ä n d i g e n in Paris ein. Frankreich habe, so er­klärte Poincare, seine Verpflichtungen als Schuldner stets gewissenhaft erfüllt, und beab­sichtige. dies auch in Zukunft so zu halten, bis der letzte Franc bezahlt sei. Es sei mehr als selbstver­ständlich, daß Frankreich sich bemühe, durchEin- Ziehung von Guthaben bei seinen Schuld­nern diejenigen Mittel aufzubringen, die es seinen Verbündeten aus dem Kriege schulde.Als die Außenminister mehrerer großer Staaten," so fuhr der Ministerpräsident alsdann fort,sich in Genf dahin geeinigt haben, eine Sachverstandigen- b e r a t u n g zur Prüfung der endgültigen Rege­lung der Reparationen herbeizuführen, haben wir unverzüglich erklärt, daß der D a w e s p l a n , so wie er ausgeführt wurde, uns vollkommen zufrieden st eilt und daß wir, falls er durch ein neues Regime erseht werden sollte, wenn wir diesem unsere Zustimmung geben sollten, die Ge­wißheit verlangen würden, außer Zahlungen in gleicher höhe wie die Annuität unserer Schulden, die auch ebenso lange andauern wie unsere Schul- denonnuiläk andauert, noch einen bestimm- ten Re st betrag als Entschädigung sür unsere erlittenen Schäden erhalten. 3d) t)abe diese Erklärung nicht nur öffentlich in Eham-

gcrn vor Beendigung der Zusammenkunft der Lach- oersländigen mitgeteilt und die Forderungen der anderen Gläubigermächke standen keineswegs im Widerspruch mit unserer Forderung; so haben die 1 Sachverständigen im verlaufe ihrer langwierigen, gewissenhaften Arbeit in voller Unabhän­gigkeit dieBerechtigung unsererThese j anerkannt, und es war daher die Hoffnung erlaubt, daß. da alle Gläubiger Deutschlands sich über ihre verschiedenen Forderungen geeinigt hatten, die Sachverständigenberatung rasch zu einer ; gerechten Lösung führen würde. Für den Augen- | blick haben die Vertreter Deutschlands leider diese I ho'fnung illusorisch gemacht und niemand weih noch, ob es möglich sein wird, die verhmrdlungen mit ernsten Erfolgaussichken forlzusehen. wenn es | zu Mißerfolgen kommen sollte, dann würde dies nicht ein Mißerfolg für Frankreich sein, wir wür­den es im Interesse Europas und der Welt als ' ein Glück begrüßen, wenn diese undankbaren Fragen der

Schulden und der Reparationen endlich unter all- gememer Zustimmung geregelt werden würden, und ! wir sind uns bewußt, daß wir große Zugeständ- nisie gemacht haben, um dazu zu gelangen, wenn aber unsere Bemühungen vergeblich bleiben, dann werden wir uns naturnolwendig an die Durch­führung des Dawesplaues halten, die uns übrigens dank der demnach ft igen Anwendung des wohlftondsindex eine beträchtliche Erhöhung der gegen- , wärtigen Annuitäten vorbehält."

Amerika drängt auf Abrüstung.

Ein energischer Vorstoß in Genf. Gibson unterbreitet neue Vorschläge.

Genf, 22. April. (TU.) In der Sitzung der Vor­bereitenden Abrüstungrkommission am Montag gab vor Eintritt in die Tagesordnung der amerikanische Botschafter Gibson im Namen seiner Regierung eine mit ungewöhnlichem Ernst und Nachdruck vorgetra-- gene Erklärung über den Standpunkt Washingtons zu dem gesamten Abrüstungsproblem ab. Die um­fangreiche, teils rein politiM gehaltene Erklärung Gibsons dürfte die umfassendste und klarste Stel­lungnahme über die Mittel und Wege zu einem Ausgleich und einer Herabsetzung der Rüstungen sein, die bisher von der amerikanischen Regierung abgegeben worden ist.

Gibson erklärte, eine Wiederaufnahme der frühe­ren technischen Auseinandersetzungen über das Ab­rüstungsproblem sei nicht mehr länger am platze. Beim Beginn der zweiten Lesung bestehe die oberste Pflicht jeder Delegation darin, nach den Zuge­ständnissen zu suchen, die sie machen könne. Rur durch ein M a x i m u m an Zugeständnissen könne eine Verständigung erzielt werden. Gibson betonte, daß die Verteidigung der vereinigten Staa­ten in erster Linie ein maritimes Problem sei. Vie amerikanische Delegation sei daher in der Lage, den in erster Linie an der Landabrüstuug in­teressierten Staaten solche Zugeständnisse zu machen, die, wie er glaube, eine Verständigung er­leichtern werden. Zur Lösung der Frage der See­abrüstung der Großmächte sei nach Auffassung der vereinigten Staaten die einfachste, leichteste und am meisten praktische Methode die Beschränkung nach der Tonnage der einzelnen Schiffskategorien, die im Washingtoner Abrüstungsabkommen sich als praktisch und zufrie- dlnstellend erwiesen habe. Da jedoch dieser Grund­satz für einige Delegationen unannehmbar gewesen sei, habe die amerikanische Regierung nach der Mög­lichkeit eines allgemein annehmbaren Kompromisses gesucht, und sie sei bereit, den französischen Eventualvorschlag aus der dritten Tagung des Vorbereifungsausschusses über die teilweise Auswechselbarkeit der Tonnage zwischen den einzelnen Schiffskategorien, soweit über sie nicht bereits vertragliche Abmachungen bestehen, als Dis­kussionsgrundlage anzunehmen. Dies geschehe in der Hoffnung, eine allgemeine Verständigung über die Secabrüslung zu erleichtern. Damit gebe feine Re­gierung jedoch nur ihre Zustimmung zur Methode selbst. Die quantitative Regelung und die Fest­setzung des Prozentsatzes für die Auswechselbarkeit der Tonnage zwischen den einzelnen Schiffsklassen müsse der Abrüstungskonferenz vorbehalten bleiben.

Gibson erklärte dann wörtlich:Ich fühle mich verpflichtet, darauf hinzuweisen, daß wir bei der Erörterung aller dieser Fragen die gegenwärtig bedeutenden Aenderungen in den allgemeinen Be­dingungen der Welt berücksichtigen müssen. Die Rationen haben es in der letzten Zeit feierlichst auf sich genommen, auf den Krieg a ls ein Instrument der nationalen Politik zu verzichten. Wir glauben, daß dieses Ab­kommen die Sache der Abrüstung weiter vor­wärts bringt, indem es Befürchtungen und Zwei- sel als die bisherigen Haupthindernisse dadurch

beseitigt. Ich habe den großen Vorzug ge­habt, das gesamte Abrüstungsprob^em eingehend mit dem Präsidenten Hoover zu erör­tern, der immer ein leidenschaftlicher Vertreter des Friedens und der guten Verständigung der Völker gewesen ist. Ich kann, wie wohl sonst kaum jemand beurteilen, wie ernsthaft er es emp­findet, daß der Kriegsverzichtspalt eine neue Möglichkeit gibt, endlich die Sache der Ab­rüstung weiter fortzuführen, eine Möglichkeit, die nicht aufgeschoben werden darf. So­lange das Abrüstungsproblem auf der Grund­lage der alten Befürchtungen und des alten Arg­wohnes behandelt wird, besteht geringe Hoff­nung auf eine Abrüstung. Die großen Rüstun­gen sind lediglich ein Tleberbleibsel der früheren Zeiten. Sie werden jedoch bestehen bleiben, wenn nicht ein Ausweg aus der gegenwär­tig verfahrenen Lage gefunden wird. Diese kann nur erreicht werden durch einen E n tschluh der großen gerüsteten Mächte, die notwendigen Maßnahmen für die Abrüstung in die Hand zu nehmen.

Der Eindruck in Genf.

Ein neuer Impuls für die Konferenz

Die grundlegenden Erklärungen des amerika­nischen Delegierten hatten zur Folge, daß die Vertreter Englands, Japans, Kanadas, Frank­reichs, Italiens und Sowjetrußlands sich eben­falls zum Abrüstungsproblem in feiner Gesamt­heit und namentlich in bezug auf die Seeab­rüstung äußerten, wobei die neue amerikanische Anregung zur Aufstellung einer Dergleichsmög- lichkeit über den Gefechtswert der einzelnen Schiffe besonders beachtet wurde. Litwinow charak­terisierte den Verlauf der Sitzung als die A u f» nähme einer Generaldebatte, wie er sie in der letzten Woche vergeblich angestrebt habe. Diese allgemeine Aussprache sei viel wich­tiger und fruchtbarer^ als die Behandlung von Cinzelfragen. Lord Cushendun erklärte, im Prinzip könne er diesen Ausführungen nur zu­stimmen. Auch England wolle nicht nur Limitie­rung, sondern tatsächliche Herabsetzung der Rüstungen, und das auch im Sinne der Beschränkung der Flottenstärke nach der Gesamt­tonnage der einzelnen Schiffskategorien unter Einbeziehung sämtlicher Schiffsthpen. Die be­deutungsvollste Anregung sieht Cushendun in der Frage der Wertvergleichung der ein­zelnen Schiffskategorien. Massigli erklärte, auch Frankreich sehe in dem Abschluß des Kel- logpaktes einen Schritt vorwärts auf dem Wege zur Verwirklichung der Abrüstung, und es sei zu allen Untersuchungen und zum Studium aller Anregungen bereit, die den Abschluß eines Ab­rüstungsabkommens erleichtern könnten. Litwi­now schließlich gab der Meinung Ausdruck, daß sich die amerikanischen Vorschläge im Prinzip mit den sowjetrussischen Vorschlägen decken imö wies insbesondere darauf hin, daß auch Amerika mit Rachdruck von der Rotwendigkeit gesprochen habe, nicht die Limitierung, sondern die tat­sächliche Herabsetzung der Rüstun­gen zu behandeln. Die heutige Aussprache gebe allenfalls noch nicht das Recht, vom Pessimismus zum Optimismus übcrzugehen.

tragen ist, wovon der Arbeitnehmer zwei Drittel und der Arbeitgeber ein Drittel erhalten, ergeben * latsächliche Lohnerhöhungen für Den Bergarbeiter unter Tage von 5,45 Prozent un& über Tage von 3,02 Prozent. Der Tarifver- rag seht die Löhne vom l.Mai 1929 bis 30. Sep- wmber 1930 fest und ist erstmalig zu diesem Termin kündbar lieber Annahme oder Ab­lehnung des Schiedsspruches haben sich die Par- teten dem Schlichter gegenüber bis zum 29. April zu erklären.

An Helfferichs Todestage.

8ün| Jahre sind es jetzt schon her, daß Deutsch- land von der Kunde des schrecklichen Eisenbahn- Bellinzona durchzittert wurde. Vrerundzwanzig bange Stunden hat es gedauert brS man endlich die traurige Gewißheit hatte' Karl Helfs er rch unter den Toten dieser w<rr. Archt nur die Deutschnationale ^ouspartei. sondern da« ganze deutsche Doll

verlor unendlich viel in diesem geistig beweglich­sten und leidenschaftlichsten Führer der Oppo- sition, der wie kein anderer dazu berufen war, an der Lösung deutscher Schicksalsfragen mitzu- arbetten. Leider ist es so oft das Geschick der Deutschen gewesen, daß chnen die fähigsten Führer durch frühen Tod genommen wurden. Es ist eine erschreckende Reihe solcher Fälle, die von Ra­th e n a u über Helf f er ich zu Ago von Mal- han und Brockdorsf.Rantzau führt. Aber auch das gehört offenbar zu dem deutschen Rach­kriegsschicksal.

Kleine politische Nachrichten.

3m Zusammenhang mit der Tatsache, daß der Reichspräsident durch gesundheitliche Rück- | sichln an der Teilnahme an der Hundertjahrfeier des I Archäologischen Institutes verhindert war, sind Ge« 1 Nichte aufgetaucht, nach denen sich das Befin­

den des Reichspräsidenten wiederum Der* schlechtert haben soll. Wir erfahren dazu aus zu- verlässiger Quelle, daß diese Gerüchte jeder Grundlage entbehren. Reichspräsident von Hindenburg nimmt täglich alle Vorträge entgegen, muß sich aber auf ärztliches Anraten noch davor hüten, an abendlichen Veranstaltungen teilzunehmen.

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Prinz Ferdinand von Savohen- Genua, Fürst von äldine, ein Mitglied des italienischen Königshauses, der als Vertreter desKönigs von Italien an der Hundert­jahrfeier des Archäologischen Institutes des Deut­schen Reiches teilnimmt, hat in Begleitung des italienischen Botschafters seine Karte beim Reichspräsidenten abgegeben. In Erwi­derung der Aufmerksamkeit hat der Reichspräsi­dent durch Staatssekretär Dr. Meißner seine Karte für den Fürsten in der italienischen Bot­schaft abgeben lassen.

Der Reichskommissar für die besetzten Gebiete hatte wegen der Schießübungen im Ge­lände von Herxheim bei Landau in der Pfalz wiederholt bei der Rheinlandkommission Vor­stellungen erhoben und um Schutz der land- wirtschaftlichen Interessen gebeten. Die französischen Militärbehörden haben, dem Vernehmen nach, weitgehende Rücksicht­nahme zugesichert und die Zahl der Schieß­übungen. die am 16. April beendet waren, e i n- geschränkt.

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Die deutsche Flotte ist am Montag im Hafen von Villa Garcia in der spanischen Pro­vinz Galizien eingetroffen, wo sie acht Tage bleiben wird.

Auf Grund der durch die Einlieferung des Unteroffiziers F a h l b u s ch entstandenen neuen Sachlage haben die Rechtsanwälte Everling, Berlin, und Grimm, Essen, das Wiederaufnahme­verfahren für den Wachtmeister Umhofer be­antragt. Umhoser war durch Urteil des außer­ordentlichen Schwurgerichts Berlin zusammen mit Oberleutnant Schulz, Fuhrmann und Klapprvth wegen Tötung des Wilms zum Tode ver­urteilt worden und ist seit 39 Monaten in­haftiert. Don der Dernehmung Fahlbuschs er­wartet Umhofer den Beweis, daß auch er, 11m- hofer, an der Tötung des Wilms in keiner Weise beteiligt war.

Die Wiener Rektorenkonferenz beschloß die Gründung eines Verbandes der öster­reichischen Hochschulen analog dem Ver­band der Deutschen Hochschulen zum Zweck der Herstellung einer Arbeitsgemein­schaft mit dem reichsdeutschen Verband. Weiter wurde be.schlossen, beim Unterrichtsministerium die Einleitung eines Leihverkehrs zwischen den öster­reichischen und den reichsdeutschen Bibliotheken anzu­regen.

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Wie aus Quetta berichtet wird, hat Aman Uli ah bei dein Marsch auf Ghazni, das von Truppen Habib Ullahs hartnäckig verteidigt wird, eine Schlappe erlitten. Der neue Emir von Kabul wird von den örtlichen Stämmen unterstützt.

Berliner Börse.

Berlin. 23. April. (WTB. Funkspruch.) Widersprechende Zeitungsnachricht:n über Pa is lassen im heutigen Frühverichr die Spekulation, größte Zurückhaltung üben. Die Tendenz bleibt weiter unsicher. Kurse werden noch nicht genannt. Am Devisenmarkt hörte man London gegen Paris 124,20, London gegen Mailand 92,68. London gegen Spanien 33.30 zu 33,33. London gegen Kabel 4,8531, Kabel gegen Berlin 4,2850.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Mitteleuropa liegt in einer Rinne tiefen Druckes, die sich von dem skandinavischen Druckfallgebiet nach der Mittelmeerstörung erstreckt. Die an der Rückseite des skandinavischen Hallgebietes südwärts vororin- genden Kallluftmossen werden bei uns zu veränder­lichem und auch tagsüber kühlem Wetter führen, dabei sind einzelne Schauer attch in unserem Bezirk nicht ausgeschlossen.

W ettervoraussage für Mittwoch: Kühles wechselnd wolkiges Wetter, vereinzelt auch etwas Niederschlag.

Wettervoraussage für Donnerstag. Weiterhin kühl und wolkig, zeitweise auch auf- heiternd.

Lufttemperaturen am 22. April: mittags 7,02 Grad Celsius, abends 2,7 Grad; am 23. April: morgens 0,1 Grad. Maximum 84 Grad, Minimum5,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22- a6ent)s 12 Grad; am 23. April: morgens 4,3 Grad. Sonnenscheindauer 1254 Stunden.