Ausgabe 
23.3.1929
 
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Samstag, 25. März 1929

179. Jahrgang

Nr. 70 Erster Blatt

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Druä und Verlag: vrühl'sche Umverfilätr-Vuch. und SteindruSerei H. Lange in Sietzen. Schrlftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlftraße 7.

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einziger der im Weltkriege unterlegenen Staa­ten ihre politische Freiheit wiedergewonnen, wäh­rend König Amanullah, der Herrscher Af­ghanistans die Anerkennung der ihm zu­nächst verweigerten staatlichen Selbständigkeit sei­nes Landes durch England im Frieden vom

Quoten erklären lautNeuyork Tribüne-, sie wür­ben die Aufhebung schärfsten- bekämpfen. Das für die Durchführung des die deutsche Einwan­derung auf die Hälfte beschränken­den Gesetzes arbeitende Propagandakomitee ist mit bezahlten Inseraten, offenen Driesen und Pressenotizen eifrig an der Arbeit, den willen Hoovers zu durchkreuzen.

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WaS dieses Verzichtenmüssen in politischer und wirtschaftlicher Beziehung bedeuten wird, geht aus den Anstrengungen der anderen Mächte ein­wandfrei hervor. Die deutsche Handelsluftfahrt, die leider im Augenblick finanzpolitisch unter einem falschen Gesichtspunkt betrachtet wird, darf daher trotz der wirtschaftlichen Rotlage, in der wir uns befinden, unter keinen älm- ständen vernachlässigt werden. Schon machen sich die umfangreichen Dparmahnahmen im deutschen Luftetat bei der Beteiligung der deutschen Luftfahrt am kontinentalen Flugverkehr bemerkbar. Die Gefahr der Einstellung wichtiger internationalerLinien. zu­mindest aber die Verdrängung der deutschen Wirtschaftsinteressen durch ausländische Luftfahrtgesellschasten schwebt schon jetzt gefähr­lich über der deutschen Handelsluftfahrt.

Der wichtigste Punkt und geradezu eine Lebens­frage für die deutsche Luftfahrt ist jedoch der zukünftige Transozeanverkehr und der Verkehr nach dem Fernen Osten. Hier bieten sich im Augenblick noch Entwicklungsmöglichkeiten von kaum abzusehender wirtschaftlicher Tragweite im Interesse Deutschlands. Die Aktivität au diesen Gebieten wird jedoch voraussichtlich ganz eingestellt werden müssen, da die wesentlichste Voraussetzung hierfür, die schon gesichert erschien, durch Vichtaufnahme der Zins- und Amortisa­tionsgarantie in den Rotetat in Frage gestellt ist. Gerade hier aber mühte die Aktivität, unterstützt von allen Verantwortlichen, mit allergrößter Energie weitergeführt werden. Die deutsche Luftfahrt befindet sich also tatsäch­lich in einer Krise, die, wenn sie nicht unverzüg­lich durch die Einsicht aller Verantwortlichen be­seitigt wird, die fraglos gewaltigen Entwicklungs- Möglichkeiten der deutschen Luftfahrt, wenn nicht überhaupt, so auf Iahrzehnte hinaus illusorisch macht.

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Oie neuen amerikanischen Cinwandemngsquoten proklamiert. Oie deutsche Einwanderung nach Ll.S.A. auf die Hülste beschränkt.

Zur Ehescheidungsreform.

Eine Eingabe

der evangelischen Frauenverbände.

Berlin. 22. März. ($.-U.) Die Vereini­gung evang. Frauenverbände, der 18 Frauen­organisationen angehören, hat zur Reform des Chescheidungsrechts eine Eingabe an den Reichstag gerichtet, worin sie die Bitte aus- fpricht, dah nicht nur einzelne Paragraphen des Ehescheidungsrechts geändert, sondern eine zeitgemäße Reform der Gesamtfra­gen (Bindungen der Ehe, eheliches Güterrecht. Ehescheidungsrecht, und elterliche Gewalt) her- beigesührt werden möge. Die Eingabe erkennt an, daß durch eine Gesetzesänderung der Tat­sache Rechnung getragen werden muß, daß eine unheilbare Zerrüttung der Ehe auch durch andere Gründe, als die in Para- ?raph 1568 BGB. gegebenen, verschuldet sein ann. Sie wünscht aber, dah mit dieser notwen­digen Erweiterung der Ehescheidungsgründe eine Erschwerung der Ehescheidung durch Verschärfung ihrer Folgen verbunden wird. Zu diesem Zweck soll Paragraph 1579 DGB. dahin abgeändert werden, dah die Lln- terhaltsverpflichtung gegenüber der ge­schiedenen Frau oder den Kindern aus einer geschiedenen Ehe nicht durch die Llnterhallsver- pflichtungen, die durch das Eingehen einer neuen Ehe entstehen, gemildert werden kann. Die evan­gelischen Frauenverbände treten jedoch im Inter­esse der Frau nachdrücklich dafür ein, dah die einseitige Klage wegen Zerrüttung ohne Schuldnachweis nicht in das EhescheidungS-- recht ausgenommen wird, '

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Gewöhnlich gehen alle Gesetze zunächst an Repräsentantenhaus, da sich aber die autzerordent- liche Session nur mit Farmerfragen und Tarif­fragen besaht und da zur Vermeidung einer un- programmähigen Ausdehnung der Beratungen die Bildung von Ausschüssen auher für die beiden er­wähnten Punkte vermieden werden soll, wird das Gesetz, das die ArsprungsNaufel aufhebt, aus­nahmsweise zuerst vom Senat beraten werden, worauf es dann ohne Ausschuhdebatte vom Plenum des Repräsentantenhauses angenom­men werden könnte. Die Anhänger der neuen

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Krisis -er deutschen Luftfahrt Zn starkem Wettbewerb um die Welthandelslustfahrt.

Oie finanzielle Hilfe des Reiches.

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Erscheint täglich,auher Sonntags und Feiertag».

Beilagen

Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle.

Vezug5pretrsnr2wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Nichter­scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprcchanschlüsse: 51, 54 und 112.

Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Sieben, posischeälonto:

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mit 325 Millionen Mark angesetzt. Die Grunde weswegen das Ausland gerade jetzt seine Luftfahrt- mittel so ungeheuer steigert, sind einleuchtend. In diesem und in den nächsten Jahren wird der An­teil eines jeden Boltes an der Welt- ha ndelsluftfahrt entschieden. Die internatio­nale Luftfahrt ist im Begriff, die Pfeiler für die Luftbrücken zu bauen, die später über Konti­nente und Ozeane führen werden. Wenn da­her in den nächsten Jahren die deutschen finanziellen Anstrengungen für die Handelsluftfahrt nicht ge­steigert werden, dann wird Deutschland für immer auf eine außereuropäische Luftbetätigung oerzich-

Nachdent in den letzten Tagen im Reichstag über den diesjährigen Etat debattiert worden ist, wird ich der Haushallsausschuß demnächst mit den ein­zelnen Posten genau zu beschäftigen haben. Im Haushall des Reichsverkehrsministeriums sind für Luftfahrtzwecke 43566000 Mark laufende und 9 Millionen Mark einmalige Ausgaben vorge- ehen. Ursprünglich waren 68 Millionen Mark an- gesetzt worden, doch wurde dieser Betrag noch be­vor der Etat vor den Reichstag kam, auf 52,4 Mil­lionen Mark herabgesetzt. Bon allen Sachverstän­digen wurde schon im vergangenen Fahre eine Er­höhung des Luftfahrtetats von 50 auf 75 Mil­lionen Mark für notwendig erachtet. Diesem Bor- schlag ist man jedoch nicht gefolgt, sondern hat den Etat gegenüber dem Dorjahre weiter herab-

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re- lilameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorschrift 20"/, mehr.

Thefredakteur:

Dr. Friedr. Wich. Lange. Verantwortlich fürPolitik Dr. Fr. Wich, ßange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen.

Asien in Bewegung.

In ganz Asien, sowohl in den Ländern des Rahen Orients wie des Fernen Ostens, voll­ziehen sich feit zehn Iahren, in der Hauptsache bedingt durch den großen Krieg und seine Folge­wirkungen Weitgreisende und bedeutungsvolle po­litische wie kulturelle Umwälzungen. Die Völker Asiens, ihrer eigenen Kraft bewußt geworden, emanzipieren sich: sie wollen nicht mehr wie früher Schachfiguren im Spiele der großen Mächte sein, vielmehr ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Zum Abschluß gekommen sind diese Entwicklungen noch nicht: alles befindet sich vielmehr im Fluß. Aber heute schon ist die Lage von Grund aus eine andere geworden. Bei den zum Teil in ihrer letzten Tragweite noch nicht zu übersehenden Ereignissen und ihrer mög­lichen Auswirkung in weltpolitischer Hinsicht er­scheint ein Gesamtüberblick über diese Geschehnisse von allgemeinem Interesse, ein Lieberblick, der, ohne allzu sehr auf Einzelheiten einzugehen, die großen allgemeinen Linien der Entwicklung sest- hält und auszeigt.

Von der zweifellos weittragendsten Bedeutung ist der Umschwung, der sich in China voll­zogen hat und noch vollzieht. Der Bürgerkrieg und die Unruhen, die seit siebzehn Iahren, seit dem Sturze der letzten Kaiser-Dynastie, mit mehr oder minder großer Heftigkeit das Reich der Mitte durchtobten und erfchütterten, sind so gut wie erloschen. Seit dem Einzug der Südtruppen in Peking, im Frühsommer des Vorjahres, ist der Feldzug, den die Rationalregierung in Ban­king zur Einigung Chinas betrieb, zum Abschluß gekommen, zumal sich jetzt auch die mandschuri­schen Provinzen der Regierung in Ranllng un­terordnen wollen. Heute gibt es in China nur noch eine Regierung, die Reichsregierung in Ranking, wenn ihre Desehlsgewalt sich schließ­lich auch nicht vergleichen läßt mit der unserer europäischen Regierungen, schon im Hinblick auf das gewaltige Reich, das nach seiner Ausdehnung und nach feiner Dolkskrast sich nichts mit einem der europäischen Staaten vergleichen läßt, fonbem höchstens mit der Gesamtheit unseres Kontinents. Seither ist die chinesische Regierung unter der tatkräftigen Leitung des neuen Reichspräsidenten Tschiang-Kai-Shek mit dem inneren Aus­bau des Reiches beschäftigt: Reformen aller Art auf dem Gebiete der Verfassung und Verwaltung, des Steuer- und Finanzwesens, des Verkehrs und der Wirtschaft find im Gange, um zunächst daS eigene Haus in Ordnung zu bringen.UnD gleichzeitig bereitet das neue China die Lösung der großen Probleme der auswärtigen Politik vor, die ihm aus der Vergangenheit erwachsen.

In der Hauptsache handelt es sich um die Aufhebung derungleichen Verträge. Lind die Erfolge in dieser Hinsicht find bereits überraschend groß. Bald nach der Riederringung Der inneren Gegner kündigte der chinesische Außen­minister Wang in einem Rundschreiben an die Mächte alle bereits abgelaufenen Verträge und stellte die Annullierung der noch laufenden in Aussicht, Schritte, die zu Konflikten mit einer Reihe von Mächten, so namentlich von Frank­reich und Iapan, führten. Aber die Entwicklung war nicht auszuhalten. Roch zögerten die euro­päischen Mächte, den letzten Schritt zu tun, als die Vereinigten Staaten aus ihrer Re­serve heraustraten und mit China den Vertrag vom 25. Iuli 1928 abschlossen, in dem sämtliche Zollverträge der beiden Mächte für ungültig erklärt, die Zollhoheit Chinas und der Grund­satz der Meistbegünstigung anerkannt wurde Deutschland, das fein Verhältnis zum neuen China als e r ft c Großmacht bereits im Iahre 1921 geregelt, auf das Recht der Exterritorialität verzichtet und die chinesische Zollhoheit aner­kannt halte, folgte mit einem Zusatzvertrag, der ebenfalls die Meistbegünstigung bestimmte. Die so einmal geschlagene Bresche erweiterte sich schnell. Auch andere Staaten. Frankreich, Bel­gien, Schweden, Holland und Dänemark, einigten sich mit China, und schließlich erkannte am 19. De­zember vorigen Iahres auch England in seinem Vertrag mit der Ranking-Aegierung die chine­sische Zollhoheit an. und der diplomatische Ver­treter Englands. Sir MUes-Lampson überreichte der Ranking-Regierung fein Beglaubigungsschrei­ben. So ist heute die Rationalregierung in Ran­king der anerkannte, gleichberechtigte Verhand­lungspartner der europäischen Mächte geworden.

Lediglich Iapan ist die einzige Großmacht, die ihr Verhältnis zu Ranking noch nicht ge­regelt hat. Bei Japan geht es um seine Inter­essen in der Mandschurei: aber eS mehren sich die Anzeichen, daß auch Iapan seine intran­sigente Politik gegenüber dem neuen China nicht ins ilferlofe fortsehen will. In der Erkennttns, dah die anderen Mächte ihm schließlich in China wirtschaftlich das Wasser abgraben wurden, wenn es nicht ebenfalls zu einer Einigung mit den neuen chinesischen Machthabern käme, wird auch Iapan den Verhandlungsweg beschreiten. Wenn auch noch manches zu tun übrig bleibt, und na­mentlich nach den letzten, schwer überprüfbaren Rachrichten aus China noch nicht zu übersehen ist. ob Tschiang-Kai-Shek und die Rankinger Zentralregierung sich gegen reformfeindliche ®e- nerale endgültig durchsetzen werden, so ist doch die Hauptbrefche geschlagen und als gleichberech­tigter Staat steht ein unabhängiges China den anderen Mächten gegenüber.

Der Prozeß der Emanzipation von der Bevor­mundung Der Großmächte, der jetzt in China eine entscheidende Wendung genommen hat, läßt sich in gleicher Weise im Rahen Osten, in Der Angora-Türkei, in Persien und in Afghanistan verfolgen. Durch den Frieden von Lausanne hat die Türkei Mustapha Kemal Pascha- al-

Eine neue Aktion Amanullahs.

Moskau arbeitet in Afghanistan.

London, 23. März. (WTB. FunkspniH.) Daily Telegraph" berichtet aus Peschawar: In Afghanistan haben neue Kämpfe begonnen. Amanullah hat zur Einleitung seines Feld' ; uges eine kleine Streitkraft mit Artillerie aus Kandahar nach Kelati-Gilzai entsandt. In der Nähe von Mokur kam es zu einem Zusammenstoß mit einem Stamm, Der unter Berufung auf seine Neu­tralität den Durchzug Der Truppen nicht gestatten wollte. Beide Seiten erlitten Verluste. Ein Kamps zwischen Gilzais, die Amanullah unterstützen, und Hazaras, Die Anhänger Bacha-i-Sakaos sind, war ür beide Parteien sehr verlustreich. Der Afridi- Stamm erließ ein Ultimatum, in Dem es heißt, nur ein Mann von königlichem Blut werde ihm als König annehmbar. fein. Nadir Khan, Amanullahs Gegner, der sich in Matun an der Ost­grenze Des Landes südöstlich von Kabul befindet, hofft Die Stämme zu sammeln und aus Gardez zu marschieren.

Der Korrespondent ist Der Ansicht, daß Rußland einen wichtigen Einfluß auf Die Gestaltung des Schicksals Afghanistans ausübt. HeratundKan - dahar seien Die beiden Mittelpunkte, Denen sich Die Aufmerksamkeit der Sowjetregieruna zuwenDe. Ersteres sei teilweise^ Das zweite ganz für Aman- ullah. Die Dortigen Stämme seien jedoch nicht stark genug, um es Amanullah zu ermöglichen, auf Kabul zu marschieren, aber Der sehr wichtige Mohmand» stamm habe sich auch für Amanullah erklärt. Diese Unterstützung sei, wie behauptet werde, durchDer- tetlu ng großer Geldsummen und Der- sprechungen weiterer Zahlungen gesichert worden. Das Geld stamme nicht von Amanullah, der nicht über großen Reichtum verfüge, sondern aus einer auswärtigen Queue, nämlich Moskau.

Oie Bevötterungskrise in Frankreich.

Die Folgen der niedrigen Geburtenziffer. Fast drei Millionen Ausländer.

Paris, 22. März. (WTB.) Der französische Se­nat hat Die Beratung der Interpellation des Se­nators Merlin über Die Maßnahmen zum Schutze Der Volksgesundheit und zur Be- kämpsung Der Bevölkerungskrise durch Annahme einer Tagesordnung beendet, in der unter Hinweis auf die schweren Folgen Der niedrigen Bevölke- rungs- und Geburtenziffer in Frankreich auf die wirtschaftliche, finanzielle und internationale (ung des Landes Der Regierung Das Vertrauen zum Ausdruck gebracht wird, Daß sie ein Programm zur Hebung der Volksgesundheit entsprechend den Drin- genDen BeDürsnissen Des LanDes einbringt. In Der Debatte machte Senator Merlin folgende statistische Angaben: Die Bevölkerung Frankreichs beläuft sick) nur auf 40000 000 Einwohner, wovon man noch 2 730 000 auf französischem BoDen lebenDe Aus­länder ab zieh en müsse, während die Bevölkerung Deutschlands 63 000 000 Einwohner und die Italiens 42 000 000 "betrage. Die Geburtenzif­fer in Frankreich halte sich auf dem Durchschnitt von 18,1 v.H., in Deutschland auf 18,3 v.H. und in England auf 17 v.H. Man müsse aber bet Der französischen Durchschnittsziffer berücksichtigen, daß Die in Frankreich lebenden SluslanDcx, na­mentlich die Italiener und die Polen, dazu beitrügen, den Durchschnitt Der französischen Ge­burtenziffer zu erhöhen. Hinsichtlich der Totge­burten stehe Frankreich in Europa an erfter Stelle. Die Sterblichkeit betrage in Frank­reich zwar nur 16 v. H., aber in Deutschland noch bedeutend weniger, nämlich lli v.H. und in Däne­mark sogar nur 10 o. H. Wenn Frankreich sich in Der gleichen Lage befinDen würde, würde sich seine Bevölkerung nicht um 60 000, sondern um 200000 Menschen im Jahre vermehren.

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gesetzt.

Diese im Interesse der deutschen Luftfahrt außer­ordentlich bedauerliche Tatsache, Die zur Folge haben wird, Daß auch Die Deutschen ßänDer und Kom­munen sich Dem Luftverkehr gegenüber reservierter als bisher verhalten werben, steht in krassem Gegensatz zu Dem AuswanD, Den alle anderen Länder für ihre Luftfahrt betreiben. So hat Frankreich z. B. 376 Millionen Mark in seinem Etat für Die Luftfahrt ausgeworfen, der ameri­kanische Luftfahrtetat beträgt 67,37 Millionen ~ ' * glische Luftsahrthaushalt ist

Mark angesetzt. Die Gründe

ganifation Der Armee und Der Verwaltung so­wie auf Den Ausbau Der Verkehrswege be­schränkt. Stärkere Zentralsierung Des Verwal- tungs-, Steuer» und Finanzwesens nach europäi­schem Muster, Schaffung eines zuverlässigen und Disziplinierten Heeres mit einer FrieDensstärke von 60 000 Mann, Bau Der großen trans- persischen Eisenbahn vom Kaspischen Meer Über Teheran nach Dem Persischen Golf sind hier Die markantesten Ereignisse. Am raschesten vollzog sich Die politische und kulturelle Umwandlung in Afghanistan. Unter Den auf seinen Aus­landreisen gewonnenen Eindrücken wollte König Amanullah das Reformwerk in seinem Lande in noch schnellerem Tempo als bisher durchfüh­ren. Dabei ist er zum Teil zu drastischen Maß­nahmen geschritten, wie die Verurteilung und Hinrichtung jener Persönlichkeiten, die sich feinen Reformbestrebungen widersetzten. Daß es bei die­sen vielfach etwas überstürzten Reformbestre­bungen nicht ohne Schwierigkeiten abgeht, daß starke Rückschläge nicht ausbleiben, ist ohne weiteres erklärlich. Die Träger der antirefor- merischen Gegenbewegung, die in Der Haupt­sache aus religiösem und nationalem Eifer resul­tiert, sind jene Kreise, Die bisher in Den Län­dern Den größten Einsluß gehabt haben. Zur Zeit ist Die resorrnfeindliche Bewegung am stärk­sten in Afghanistan: ob Der König schließlich doch Die Oberhand gewinnen und der Schwierig­keiten Herr werden wird, ebenso wie es Kemal Pascha und Riza Khan in der Türkei und in Persien gelungen war, die widerstrebenden Ele­mente zu bewältigen, erscheint angesichts Der letzten Phasen in Der Entwicklung Afghanistans immerhin zweifelhaft.

8. Dezember 1919 erzwang. Schließlich hat sich Persien unter Der Herrschaft Des vom ge­meinen Soldaten zum Schah aufgeftiegenen Riza Khan sowohl vom russischen wie vom engllschen Einfluß frei gemacht. In allen Drei vorderasiati­schen Staaten, in der Türkei, in Persien und in Afghanistan sind im letzten Iahrfünst Die Dik­tatoren Kemal Pascha, Riza Khan und Amanul­lah mit der gleichen Energie daran gegangen, ihre Länder von Grund auf aus zu reformieren. Und diese Reformtätigkeit läuft hinaus in erster Linie auf eine rasche Angleichung an Europa mit Dem Gedanken, der drohenden Herrschaft des Abendlandes durch Die Uebernahme dessen zu begegnen, in dem man mit Recht oder Unrecht Den eigentlichen Faktor seiner Macht vermutet.

In der Türkei waren Die Einführung Der Lateinschrift an Stelle Des Arabischen unD Die Modernisierung des gesamten religiösen Lebens die bedeutungsvollsten Schritte der letzten Zeit

auf Dem Wege zur Europäisierung, nachdem

schon vorher das Khalifat abgeschafft. Die Tren­

nung von Kirche und Staat Durchgeführt unD

das Schweizer Privatrecht eingeführt worden

war. Was insbesondere die Reform Des reli­

giösen Lebens anbelangt, so sollen unter ande­

ren nach Vorschlägen der theologischen Fakultät

der Universität Konstantinopel Gesänge, Gebete

und Predigten reformiert und dem praktischen Leben angepaht werden, wie auch Die Moscheen ähnlich wie Die christlichen Kirchen auSgeftattet

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Washington, 22.Mär,. (WB.) Präsident 0 o o o c r proklamierte heute die neuen Einwan- derungsquoten. Er bemerkte dazu in einem Kom­munique: Der Justizsekrelar hat erklärt, die Pro- klamalion sei durch das Gesetz zwingend vorgeschriebcn. Mir bleibt daher nichts an­deres übrig, als getreu meiner Amts­pflicht das Gesetz zur Ausführung zu bringen. Ich tue es ungern, muß aber als Präsident noch peinlicher als andere Die Gesetze achten. Die neuen Quoten werden am 1. Iuli in Kraft tre­ten, falls der Kongreß nicht inzwischen anders be­schließt.

wie in Senatskreisen verlautet, beabsichtigen d \ e republikanischen Frattionsvorsihen- den beider Häuser des Kongresses die Aufhebung der vom Präsidenten gegen feine innere Ueberjeugung pflichtgemäß proklamierten neuen Linwanderungsquotenregelung in der außerordentlichen Session durchzusehen.

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General-Anzeiger für Oberhessen

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