bis einschließlich Sonntag 1787 Stimmberechtigte für das Volksbegehren eingetragen. Die Eintragungen betrugen bis Sonntag in Düsseldorf 2791, in Bonn 820, in Koblenz 332, in Essen runb 1000. Während in den Städten unb im Westen überhaupt die Eintragungen nur sehr schleppend vor sich gehen, meldet die deutschnationale Pressestelle stärkere Beteiligung auf dem Lande, namentlich in den Provinzen Ostpreußen, Pommern, Brandenburg, Riederschlesien und Hannover.
OasVolksbegehreninBayem
München, 21.Ott. (WB.) Ein den Befürwortern des Volksbegehrens nahestehendes Münchener Blatt hatte die Frage gestellt, wie sich die bayerische Regierung zu der in Preußen gehandhabten Disziplinierung von Staatsbeamten und Staatsange st e l l t e n, die das Volksbegehren Unterzeichner!, verhalten wird. Dazu äußert die ^Bayerische Staatszeitung": Die bayerische Staatsregierung hat nach Lage der Dinge noch gar keine Veranlassung gehabt, von sich aus zu der Frage Stellung zu nehmen, wie sie in der ganzen Angelegenheit als geschlossenes Ganzes überhaupt nicht hervorgetreten ist. Wir glauben auch nicht, daß in maßgebenden bayerischen Kreisen die Absicht besteht, in irgendeiner Form aus der bisher geübten Reserve hervorzutreten. Es darf in diesem -Zusammenhang noch bemerkt werden, daß die Entscheidungen des Reichsdisziplinarhofes für Bayern nicht maßgebend sind, da in disziplinären Angelegenheiten in Bayern der Bayerische Disziplinarh-of selbst entscheidet.
Zungdo und Volksbegehr.
Berlin, 21. Olt. (Priv.-Tel.) 3n einem Aufruf des Hochmeisters Mahraun zum Volksbegehren heißt es, das Volksbegehren Hugen- berg, Hitler, Seldte habe eine maßlose Demagogie entfesselt. Selbstverständlich richte sich diese Hetze auch wieder gegen die nationalen Dolks- kreise, die aus tiefem Verantwortungsbewuhtsein die Beteiligung am politischen Wahnsinn des Volksbegehrens ablehnen. Diese richte sich auch wieder gegen den Iungdeutschen Orden. Die Agitatoren verstiegen sich zu der Beschimpfung, daß jeder, der sich bei dem Volksbegehren nicht einträgt, ein Feigling und Landesverräter sei. Solche Methoden der Demagogie seien geeignet, die nationale Bewegung vollends zu zerstören. Unter diesen Umständen mache der Hochmeister allen jungdeutschen Meistern zur Pflicht, ihrrn jungdeutschen Einheiten möglichste Zurückhal- tung bis zur Beendigung des Volksbegehrens aufzuerlegen. Insbesondere dürften sich jungdeutsche Redner, die in der Verteidigung des Ordens auftreten, auf keine Debatten darüber, ob der Boung-Plan oder der Dawes-Plan besser sei, einlassen. Der Iungdeutsche Orden bekämpfe beide Tributdiktate. Das Volksbegehren lehne er ab, weil es ein untaugliches Kampfmittel gegen diese Tributdiktate sei. Der Iungdeutsche Orden stehe in Reserve. Er sei sich seiner Pflicht bewußt, am Tage der sicheren Riederlage des Volksentscheides zur Rettung der nationalen Bewegung aus seiner Reserve hervorzutreten.
Heute Verhandlung vor dem Staatsgerichtshof.
Leipzig, 21.Oft (WB.) In der verfassungsrechtlichen Streitsache der Fraktion der deutschnationalen Dolkspartei im preußischen Landtag gegen das Land Preußen wegen des Verbotes derTeil- nahme der Beamten am Volksbegehren hat der Vorsitzende des Staatsgerichtshofes für das Deutsche Reich mündliche Verhandlung über den Antrag aufErlaheinereinstweili- gen Verfügung und eventuell zur Hauptsache, nämlich die Entscheidung über die dauernde Aufhebung des Verbotes selbst, auf Dienstag, den 22. Oktober, um 10i Uhr vormittags an- bcraumt. Der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reick wird wie folgt besetzt sein: Vorsitzender: Reicysgerichtspräsident Dr. B u m k e , Beisitzer: Reichsgerichtsräte Triebel, Hagemann und Schmitz, >roethuysen, Luxem.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichspräsident hat auf Vorschlag des Reichswehrministers den wegen Mordes zum Tode verurteilten und später zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigten Landwehrmann T r o ch e nach zwölfjähriger Strafverbüßung begnadigt. Troche hatte 1916 nach einer schweren Verwundung seinen Urlaub überschritten und war dann wochenlang umhergeirrt. Bei dem Versuch, sich durch Diebstahl'Nahrung za verschaffen, beging er einen Totschlag, den das Kriegsgericht 1917 mit Hi Jahren Zuchthaus ahndete. Das Oberkriegsgericht sah das Verbrechen als Mord an und verurteilte ihn in der Revisions- Verhandlung zum Tode.
Der Deutsche Postverband (Mitgliedschaft des Bundes deutscher Zivilsupernumerare) hält vom 21. bis 24. Oktober in Berlin seinen 42. Der- bandstag ab. Der erste Derbandsvorsitzende, Oberpostinspektor Schneider, führte Klage über die Vernachlässigung der oberen Postbeamten, die trotz erhöhter Dienstanforderung sozial herabgedrückt worden seien. Das System der automatischen Ausrückung habe sich als nicht ausreichend erwiesen, da diese nur da eintrete, wo eine Rorm nicht erreicht sei. Eine Aenderung deS Besoldungsgesetzes wäre nach einer Erklärung deS Reichspostministers einstweilen nicht zu erwarten. Die Postbeamten konnten sich aber mit den verschiedenen Regelungen des neuen Besoldungsgesetzes nicht einverstanden crfiären. Die Frage der Oberprüfung sei noch immer nicht gelöst.
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Der ehemalige Reichskanzler Fürst Bülow ist von einem leichten Schlaganfall betroffen worden, der besonders die linke Seite in Mitleiden- schäft gezogen hat. Die Rachricht von der Erkrankung ipar bisher auf feinen Wunsch geheimgehalten worden. Fürst Bülow hat den Anfall verhältnismäßig gut überstanden. Dem Kranken ist strenge Ruhe verschrieben. Der linke Arm ist völlig unbeweglich. Bei dem hohen Alter des achtzigjährigen Patienten schließt auch der bisher günstige Verlauf der Krankheit Lleberraschungen nicht auS.
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Pvincars hat sich der seit längerer Zeit angekündigten zweiten Operation unter- »vgen. Die Operation ist gut verlaufen. Der von
Oberverwaltungsgerichtsrate burger und Dr. Otto.
den Aerzken ausgegebene Krankheitsbericht bezeichnet den Zustand Poincarss als sehr zufriedenstellend, das Allgemeinbefinden des Kranken sei ausgezeichnet.
Die staatliche politische Verwaltung hatte eine gegenrevolutionäre Organisation in der Heeresindustrie der Sowjetunion ausgedeckt, die eine Schwächung der Wehrfähigkeit zum Ziele hatte. Die Organisation setzte sich größtenteils aus ehemaligen hohen Offizieren der Zarenarmee zusammen. Die ehemaligen Generale Michailow, Wyssotschenski, Dymman, De- chanosf und Schulga wurden zum Tode ver
urteilt die übrigen Angeklagten mit Internie- k rung in Konzentrationslagern bestraft. Die Urteile sind bereits vollstreckt.
Der achtundachtzigjährige ehemalige französische Ministerpräsident Clämenceau ist an einer Lungenreizung nicht unbedenklich erkrankt. Die Aerzte ordneten an, daß eine Krankenschwester die ganze Rächt über am Krankenbett Clß- menccaus wacht. Beim Verlassen der Wohnung bemerkte einer der Aerzte: „Zustand zufriedenstellend", der andere erklärte: „Wir woUen optimistisch sein, diese Rächt wird die Entscheidung bringen."
Erste Erfolge der „Grünen Front".
Erne Rede des Reichslandbundpräsidenien Schiele.
Löwenberg, 21. Oft. (Tel.-lln.) In einer Landbundversammlung in Löwenberg (Schlesien) sprach Reichsminister a. D. Dr. h. c. Schiele über die Rot der Landwirtschaft und über das Volksbegehren. Durch Verschärfung des Ver- mahlungszwangsgesehes feit Anfang Oktober sei es endlich gelungen, der ungünstigen Preisentwicklung auf dem Weizenmarkt entgegenzuwirken. Das dürfe allerdings nicht darüber Hinwegtäuschen, daß hier weitere schleunige Mahnahmeln getroffen werden müßten, um die Zukunft des deutschen Weizenanbaues zu sichern. Ebenso sei durch die Erhöhung der vorgeschriebenen Zuckcrhöchstpreise und durch die Befreiung des Verfütterungszuckers von der Steuer einiges für den Zuckerrübenbau erzielt worden. Aber auch hier werde nicht geruht werden dürfen, um die Erhöhung des Zucker- Grundpreises auf mindestens 23 Reichsmark durchzusehen. Bei den Kartoffeln seien auf zollpolitischem Gebiet die vom Landbund gestellten Forderungen durchgesetzt worden. Wenn hier noch keine Wirkung der Maßnahmen zu spüren gewesen sei, so liege das daran, daß vom Reichsernährungsminister einige wichtige absahorganisatorische Maßnahmen bisher noch nicht in Angriff genommen worden seien.
Auf dem Gebiete des Roggenbaues und der Entwicklung der deutschen Schweinemast müßten in der nächsten Zeit wichtige Entscheidungen herbeigesührt werden, um eine bessere Roggenpreisentwicklung zu sichern und gleichzeitig der Aufblähung der Schweinemast in den Roqgen- und Kartoffel-Ueberschuhgebieten des Ostens Einhalt zu gebieten und so eine Wiederholung der Schweinekrisis, wie in den Iahren 1927 und 1928 zu verhindern. In der Frage der Butter- und Rahmzölle sei in diesen Tagen den Forderungen der Landwirtschaft im wesentlichen entsprochen worden. Durch -öie Ausschuh- beschlüsse des Reichstages im Anfang dieses Monats sei auch für die Rinderwirtschaft
die so notwendige Erhöhung des Zollschuhes erreicht worden. Die Kündigung des schwedischen Handelsvertrages gebe uns endlich die Hand frei, zur selbständigen Regelung unserer Agrar- zoll-Politik auf diesem und anderen Gebieten.
Die e r st e Etappe des Kampfes der Landwirtschaft bedeute somit einen Erfolg. Andererseits habe bisher der einzelne Bauer nur außerordentlich wenig von den Maßnahmen bemerkt. Die Ursache dieser bedauerlichen Erscheinung liege zu einem großen Teil daran, daß der Ernährungsminister nicht mit dem erforderlichen Nachdruck und nicht mit der erforderlichen Beschleunigung die Durchführung der beschlossenen Maßnahmen und ihre Ergänzung auf absatzorganisatorischem Gebiete betrieben habe. Die vier Bauernführer hätten Minister Dietrich die Einigkeit des landwirtschaftlichen Beruf sstandes als Morgengabe für feine Amtstätigkeit entgegengebracht. Noch nie habe ein Ernährungsminister einen so starken Rückhalt und eine so günstige taktische Position gehabt, wie der Minister Dietrich. Leider habe aber der Minister die für ihn und seine landwirtschaftliche Erfolgpolitik günstige Lage nicht auszunützen verstan- den.
Bei dem Volksbegehren handele es sich nicht lediglich um den Kampf gegen den Voung- plan, sondern daß man diesen Kampf als Anfangspunkt zu einer Reuorientierung der deutschen Außenhandelspolitik zu betrachten habe. In unserer gegenwärtigen außenpolitischen Lage und bei der völligen militärischen Machtlosigkeit Deutschlands lasse sich eine Politik der nationalen Selbstbesinnung und der Befreiung nur führen, wenn im Volke selbst eine stacke nationale Bewegung vorhanden sei. Darum fei der tiefere und letzte Sinn des Kampfes mit Hilfe des Volksbegehrens die Schaffung einer nationalen Front auf breite st erGrund- lage. Lieber die Enge der Parteischranken hinweg müßten die weitesten Kreise des deutschen Volkes für den Gedanken der Politik der nationalen Selbstbehauptung gewonnen werden.
Lin Rekordsing des DoX über hem Zodensergebiel.
Friedrichshafen, 21. Off. (WB.) Das Flug, fchiff „Do X“ ist heute vormittag bei herrlichem Wetter um 11.15 Uhr mit 150 paff agieren undlSMannVefahungzu einem dreiviertel- stündigen Flug über dem Bodenfeegebiet gestartet. 12.05 Uhr ist es glatt gelandet. Reben 30 p r e f f e- oer freier n und Filmleuten beteiligten sich 120AngehörigederDornierwerft, Alten- rhein, an dem Flug. Um 10.30 Uhr wurden die 150 Fluggäste zum Schiff gebracht, um in dem riesigen Rumpf platz zu nehmen. Als Besatzung befanden sich einschließlich des Jnformationsperfo- nals 19 Wann an Bord, so daß insgesamt 169 Personen in dem Flugfchiff Aufnahme gefunden hatten. Das Gewicht der Zuladung sowie das Abflugsgewicht sind zur Zeit noch nicht bekannt. Betriebsstoff wurde für etwa sechs Stunden an Bord genommen. Wenige Minuten nach 11 Uhr, nachdem der „Do X“ durch ein Motorboot in tieferes Wasser geschleppt worden war, wurden nacheinander die Maschinen in Gang gebracht. Innerhalb von drei Minuten liefen sämtliche zwölf Motoren. Darauf begannen die Rollmanöver, die etwa eine Viertelstunde dauerten. Um 11.25 Uhr ging das Fahrzeug in den Anlauf zum Start über. Schon nach 72 Sekunden löste sich das schwer belastete Flugboot normal vom Wasser und begann seinen Rekordflug, der etwa 40 Minuten dauerte und sich in zirka 350 m höhe über dem ganzen Oberste von Konstanz bis Bregen; erstreckte. Um 11.5/ Uhr traf „Do X“ wieder über Alfenrhein ein. Rach einer eleganten Schleife über der Dornierwerft wurde zur Landung geschritten. Um 12.04 Uhr setzte die Maschine nach ihrem so glänzend gelungenen Flug wieder auf dem Wasser auf. Mit Ueberbelaffung hafte eine Strecke von 1000 bis 1500 Kilometer zurückgelegt werden können.
Ein erster Flugbericht.
Friedrichshafen. 21. Oft. (TU.) Ein herrlicher Oltobermorgen bricht an. Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir 8»/i Uhr mit dem Motorboot nach Altenrhein zum Start des „Do X“. Durch den herrschenden Ostwind ist die Oberfläche des Bodensees leicht gekräuselt. An dem klarblauen Himmel ziehen leichte weihe Wölkchen. Die schneebedeckten Gipfel des Säntis und des Altmann ragen aus den vorgelagerten Rebelwolken. Schon von ferne sehen wir den Riesenvogel „Do X“, der vor der Werst in der Sonne glitzert. Gegen 3/^10 älhr erreichen wir Altenrhein und werden von Direktor Berner begrüßt.
Rach einem kleinen Imbiß werden die P a s s a - giere gewogen und um 1/t 11 Uhr beginnt die Lleberseyung mit zwei Motorbooten zum Ricsen- flugboot, das in seinen Massen einen überwältigenden Eindruck macht. 3/ji Ahr steigen wir vom Motorboot in das Unterdeck des Flugschiffes und gelangen durch das Zwischendeck jn den Passagierraum. Hier sitzen 150 Fluggäst e, darunter ein kleiner Iunge, wie im Kino und erwarten mit Spannung den Deainn der Vorstellung.
Um 11 Uhr wird „DoX" vom Anker befreit und ein Motorboot bringt den (Riefen- Vogel in manoverierfähige Tiefe des Sees. 11.05 seht k^r erste Motor ein und dann folgt einer nach dem andern. Filmoperateure und Photographen begleiten uns, solange wir auf dem
Wasser dahinrollen. Die zwölf Motoren mit ihren mehr als 6000 Pferdestärken erreichen immer größere Tourenzahlen und um 11.06 Uhr -beginnt der eigentliche Start.
Schon nach 52 Sekunden schwebt „Do X“ m licht strahlender Höhe. Die Motoren brausen wie eine in vollen Akkorden tönende Orgel. Wir fliegen über Horn, Aroon, Romanshorn. Unter uns erscheinen Obstgärten und einzelne Häuser, dann wieder Boote, alles wie Kinderspielzeug. 11.38 Uhr finb wir schon über Kreuzlingen und Konstanz und fliegen über Staad nach Meersburg. Der Schatten unseres Flugbootes spiegelt sich im See und begleitet uns über herbstlich gefärbte Laubwälder, Wiesen und Weinberge. 11.42 Uhr fliegen wir über Mers- burg. Von Ferne grüßt der Gehrenberg und an seinem Fuße Markdorf. Inzwischen haben wir 17 0 Kilometer Geschwindigkeit erreicht und fliegen über Hagnau, Immenstaad, die Dornierwerke in Manzell und sind 11.48 Uhr wieder über Friedrichshafen. „Do X“ fliegt jetzt etwa 400 Meter hoch majestätisch dahin. Cs ist, als flöge man nur langsam durch den Luftraum und doch sind wir sehr rasch über Eriskirch, Langenargen, Wasserburg hinweg über der Insel Lindau. Wir fliegen jetzt am Pfänder vorbei, dessen Dergkamm schon mit Schnee bedeckt ist. Eine herrliche Aussicht in die österreichischen Alpen bietet sich hier, doch nur kurz, denn schon liegt die Rheinmündung unter uns und der alte Rhein mit seinen Sandbänken ist auch schon da. Um 12 Uhr sind _ wir über der Heimatwerft deS -Do X“ zurückgekehrt und es scheint, als komme der Spiegel des Sees näher. Iedoch unser Riesenvogel senkt sich langsam und um 12.07 Uhr sind wir wieder «auf dem Wasser.
Größte Beachtung in England.
Ein englisches Konkurrenzflugzeug in Auftrag gegeben.
London, 21. Oft. (TU.) Der erfolgreiche Probeflug des „Do. X" mit 169 Personen an Bord findet in England die größte Beachtung. Die Abendblätter bringen in ihren Spätausgaben ausführliche Berichte an erster Stelle, in denen eine genaue Beschreibung des Verlaufs des Fluges gegeben wird.
Die „E o e n i n g News" erinnert daran, daß in England die Höchstzahl der an Bord eines Flugzeuges mitgenommenen Personen 23 gewesen sei. Das Lustfahrtministerium habe aber nunmehr der Firma Short Brothers in Rochester den Auftrag für den Bau einer Maschine gegeben, die f a ft genau von den gleichenAusmaßen fein werde, wie der riesige „Do. X". Die Maschine werde für die Zivilluftfahrt erbaut. Die Erbauer hielten die Einzelheiten streng geheim. Das Flugzeug werde frühestens Ende nächsten Jahres für feine Probeflüge fertig fein. Die deutsche Konstruktion habe unzweifelhaft den Bau eines britischen Riesenflugzeuges beeinflußt, obwohl die englische Konstruktion verschiedene Sonderoorrichtungen aufweisen werde Das britische Flugzeug werde vielleicht ein Dreidecker anstatt eines Eindeckers werden und gleichfalls zwölf Mowren zwischen den unteren und mitt- Irren Tragdecken anstatt vorn und hinten an den oberen Tragdcckeu besitzen. Hiermit glaube man eine Erhöhung der Geschwindigkeit erreichen zu können.
Ueber den Flug des „DoX“ sagt „Daily W a i l", es handele sich um den erstaunlichste«
Flug, der bisher in der Geschichte der Eroberung der Lust zu verzeichnen sei. — „Daily Telegraph" sagt, wcnn Deutschland, wie es scheint,eine führende Stellung in der Flugzeugkonstruktion erreicht hat, so befriedigt andererseits die Tatsache, daß die zwölf Motoren des Flugbootes von einer englischen Firma entworfen worden sind. — „Daily Chro- nicle" meint, derartige Flugzeuge konnten sich als äußerst werwoll für Truppentransport e in Ländern wie Indien, Transjordanland und im Irak erweisen. — „Daily Rews" sagt: Wenn das Flugboot, wie geplant zu sein scheine, Flüge nach Rord- und Süd- ainerika vollbringe, dann würde das den Beweis liefern, daß die Zukunft für Fernflüge nicht bei den Luftschiffen, sondern bei Maschinen liege, die schwerer als die Luft sind.
Aus alter Welt.
Einigung der deutschen Pfadfinderbünde.
21m Sonntag haben sich alle großen deutschen Pfadfinderbünde zu dem Deutschön Pfadfinderverband zusammengeschlossen. Der neugegrünt ete Pfadfinderverband hat sich zum Ziel gesetzt, dem deutschen Pfadfindertum die ihm gebührende Geltung im In- und Auslande zu verschaffen. In diesem größten Verband der bündischen Äugend sind vereinigt: Deutscher Pfad- finderbund, Christliche Pfadfindecschaft, Deutsche Psadsinderschaft, Kommunalbund Deutscher Pfadfinder, Ringgemeinschaft Deutscher Pfadfinder, Bund Deutscher Kommunal-Pfadfinder, Bund der ReichSpfadfinder. Die Führung liegt im dem zusammengeschlossenen Kreis der Bundes- sührer.
Gefährliche Begeisterung.
Beim Empfang Henny Portens, die in den Kinotheatern des Kosmos-Konzerns in Breslau ein Gastspiel gibt, kam es auf dem Hauptbahnhof zu tumultarischen Szenen, die gefährlichen Charakter annahmen. Eine nach Tausenden zählende Menge erwartete die Künstlerin. Ein starkes Polizeiaufgebot mußte sie vor den anstürmenden Massen schützen.
Schlägerei zweier Großmütter.
In Friedland (Mecklenburg) traf sich am Wochenbett ihrer Schwiegertochter die Arbeiterwitwe Wilhelmine Wodrich mit der anderen Großmutter. Die beiden Großmütter erzürnten sich, weil die eine behauptete, das Kind ähnele dem Vater, während die andere der Meinung war, es gleiche der Mutter. Es entstand eine Schlägerei und die Polizei mußte her- beigerufen werden. Die Witwe Wodrich nahm sich den Auftritt dermaßen zu Herzen, daß sie sich gleich danach auf dem Hausboden erhängte.
Starker Rückgang des Alkoholverbrauchs in England.
Einer vom britischen Ministerium des Innern veröffentlichten Statistik für das Iahr 1928 zufolge, ist die Herstellung von Bier, verglichen mit dem Iahre 1913 auf 55 v. H. und die von Spirituosen auf 42 v.H. gesunken. Die Bestrafungen wegen Trunkenheit in England und Wales sind in der gleichen Zeit von 172 000 auf 55 000 zurückgegangen und die Todesfälle infolge von Alkoholmißbrauchs von 5800 auf 2400.
Oie Wetterlage.
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©womemos. onener. (jnaib Dedtcxt. 9 woixig. • oedtext • Regen * Sehnet a Graupeln, e Meoei K 0fWiiter,(g)WiM$tilie.-O' sehr eicnter Ost £> massige» Südsüdwest % siurmscner nordwesfc Oie pfeue fliegen mit dem wmde. Pie oeiden Stationen stenenden Zahlen gehen die Temperatur an. Pie Limen veromden Orte mit gleichen^ —>1 neeresmveau umoertcnneizo Lultdruefc
Wettervoraussage.
Das Gebiet hohen Drirckes, das sich über Süd- und Mitteldeutschland erstreckt, verursachte stärkere Bewölkungsabnahme, und wahrend der klaren Nacht erreichten durch Ausstrahlung in unserem Bezirk die Temperaturen vielfach Gefrierpunktnähe. In den Morgenstunden verursachte das herbstliche Hoch verbreitete Nebelbildung. Wenn auch im Bereich des höheren Druckes sich die Wetterlage zunächst wenig ändert so wird durch die Randstörungen das nördliche Fallgebiet doch Zufuhr milderer Luftmasfen bedingt, die sich im allgemeinen etwas auf die Temperaturen auswirken wird. Auch wird es zum Auftreten von Bewölkung kommen, jedoch sind Niederschläge bei uns zunächst kaum zu erwarten.
Wettervoraussage für Mittwoch. Stellenweise Frühnebel, tagsüber meist wolkig, wieder etwas wärmer, jedoch nachts Temperaturen noch in Gefrierpunktnähe, meist trocken.
Witterungsaussichten für Donners- t a g. Wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen schwankend.
Lufttemperaturen am 21. Oktober: mittags 10,7 Grad Celsius, abends 4,4 Grad: am 22. Oktober: morgens 1,7 Grad. Maximum 11,2 Grad, Minimum 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Oktober: abends 10,9 Grad; am 22. Oktober: morgens 7 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauer 2H Stunde^


