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Berliner Mittagblattes, daß Sauerbrei in eige­nem Flugzeug geflohen sei, entspricht jedenfalls nicht den Tatsachen. Die bisherigen Seststellun- | gen haben noch nicht ergeben, daß sich Sauerbrei etwas hat zuschuldenkommen lassen, was eine Verzweiflungstat erklären könnte.

Gleichartige Verbrechen können also von Ver­tretern ganz verschiedener Typen begangen wer­den. Der Verbrecher kann also nicht als eine Er­scheinung von einheitlichem spezifischem Charatter angesehen werden. Zum Teil sind die verbreche­rischen Anlagen sicherlich ererbt. Man hat die Stammbäume einzelner degenerierter Familien genau verfolgt und eine auffallende Zahl von Verbrechern und sonstigen gesellschaftsfeindlichen Personen in ihnen festgestellt. Das Verbrechen führt zur Verarmung, zum Alkoholismus und zum Vichtstun auf Kosten fremder Wohltätigkeit, und diese Lebensweise führt dann bei den Vach­kommen wieder zum Verbrechen und zu mora­lischer Minderwertigkeit. Viele Verbrechen sind aus Geisteskrankheiten zurückzuführen, auf Schwachsinn, Schizophrenie, Paranoia, Epilepsie, Dämmerzustände und alkoholischen Schwachsinn.

So hat die Durchforschung der Derbrechens­ursachen und der Verbrecher selbst zur Erkenntnis ihrer seelischen und intellektuellen Störungen ge­führt, die teils durch Vererbung und teils durch Einflüsse der älmwelt bedingt sind. Daneben er­streckt sich die Wissenschaft der Kriminalpsycho­logie aber auch auf die Erforschung der seeli­schen Erkrankungen, die durch die Haft verur­sacht werden, sowie auf die Wirkung der Straf­mahnahmen und der Strafsysteme. Vorläufig ist die junge Wissenschaft noch mit dem Sammeln des Materials und der Erkenntnisse beschäftigt, um später auf diesem Grund ein System zur Verhütung von Verbrechen aufbauen zu können.

Bei den H h st e r i s - .. ------ -

sehr in den Vordergrund. Aus Eifersucht und Vachsucht begehen diese Kranken allerlei De­likte. werden zu Hochstaplerinnen und Laden­diebinnen. Bei der Warenhausdiebin kommt zu der hysterischen Veranlagung noch die Verfüh­rung durch die ausgestellten herrlichen Waren. Durch Falschbeschuldigungen mit sensationellem Gepräge suchen sich Hysteriker zum Mittelpunkt der Ereignisse zu machen. Haltlos, mit einem allgemeinen seelischen Mangel behaftet, ober­flächlich und leicht beeinflußbar sind die Willens­schwächen. Zu ihnen gehören u. a. Schieber, Svieler, Landstreicher und Bummler, sogar viele Rückfalls- und Gewohnheitsverbrecher. Eine ver­hältnismäßig kleine Gruppe von Menschen, die gegen das Strafgesetz verstößt, ist wirklich moral- krank: ihr fehlt jede seelische Gefühlshemmung, fehlen Gemeinschafts-, Sozial- und Moralgefühle. Vur die Mitglieder dieser Gruppe sind Jne unverbesserl ichen, diegeborenen Verbrecher".

Panoptikum der Entgleisten

3m Berliner Institut für Kriminalpsychologie.

Von Dr. Martin Künzel.

Amtsgericht Gießen.

Gießen, 17. Aug. Zwei durch Zusammen­stöße von Kraftfahrzeugen veranlaßte Unfälle, die sich fast an gleicher Stelle vor einigen Monaten hier ereigneten, standen heute nach vorausgegangenem Augenschein zur Verhandlung. Die Unfallstellen befinden sicy ganz in der Vähe der Einmündungen der StraßeAm Vah- rungsberg" in die Licher Straße bzw. der Moltke- straße in die KaiscraNee, Straßenkreuzungen, die als unübersichtlich bekannt und jeden Füh­rer von Kraftfahrzeugen zu besonderer Vorsicht mahnen müssen. Die beiden Autoführer, die durch vorschriftswidriges Fahren die Zusammen­stöße dort verursacht haben, von denen der eine schon mehrfach wegen Ueberttetung von Der- kehrsvorschriften vorbesttaft ist, erhielten G cl b- st r a f e n von 200 bzw. 100 Mark, die- im Falle der Uneinbringlichkeit mit 20 bzw. 10 Tagen Gefängnis zu verbüßen sind, nicht allein wegen Verstoß gegen das Gesetz und die Ver­ordnung über den Kraftfahrzeugverkehr, son­dern auch gleichzeitig wegen fahrlässiger Kör­perverletzung. Denn die Führer der beiden Kraftfahrzeuge, die an den Zusammenstößen kein Verschulden traf, hatten mehr oder minder er­hebliche Verletzungen erlitten. Die beiden ver­urteilten Autoführer waren mit einer das zu- läffige Maß bei weitem überschreitenden Ge­schwindigkeit gefahren: dazu kam, daß der eine statt auf der rechten auf der linken Straßenseite gefahren ist, und der andere das vor ihm her­fahrende Personenauto rechts statt links über»

Wölfersheim, Beienheim und Weckesheim am 1 letzten Sonntag hier ab. Eine große Zahl von I Zuhörern hatte sich eingefunden. Die Tagung wurde durch einen Massenchor eingeleitet, der von dem Chormeister des hiesigen Arbetterge- sangvereinsVorwärts", Philipp Groß 1L, diri­giert wurde. 3n bunter Reihenfolge kamen aus­gewählte Chöre zum Vortrag, die sowohl den Sängern, als auch dem Dirigenten alle Ehre machten und bei den aufmerksam lauschenden Zu­hörern reichen Beifall fanden. 3n voller Har­monie fand die als Sommerfest gedachte Ver­anstaltung ihr Ende.

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 20. Aug. Das diesjährige Iah resse st des Zweigvereins Lau- tcrbach der Gustav-Adolf-Stiftung wurde am vergangenen Sonntag in Stockhausen gefeiert. Hierzu hatten sich viele Teilnehmer aus der Umgegend eingefunden. 3n dem Zest- gottesdienste, in dem der Kirchengesangverein unter Leitung von Lehrer Wasser und der Posaunenchor unter der Leitung von Lehrer Rausch mitwirkten, predigte Pfarrer Bern - I beck aus Mainz über das Schriftwort Sprüche Salomos 11, 24. Eine Vachversammlung wurde auf dem Platze vor der Kirche und nachher wegen eines herausziehenden Gewitters in dem Gottes­haus abgchalten. Auch hier dienten die Darbie­tungen der beiden kirchlichen Vereine und ihrer vortrefflichen Leiter zum guten Gelingen des Festes. Die Vachfeier wurde mit Äner Ansprache von Dekan Schlösser, dem Vorsitzenden des Lauterbacher Zweigvereins, der auch einen kurzen Rechenschaftsbericht über das vergangene Jahr gab, eröffnet. Pfarrer D e r n b e ck , Mainz, ver­stand es, in packender Rede, die andächttgen Zu­hörer auf die weiten Arbeitsfelder des Gustav- Adolsvercins hinauszuführen und die Herzen für die Gustav-Adolsvereinssache warm zu ma- chen. Don dem Wert und dem Dorbild der kleinen Diasporagemeinden für die evangelische Christenheit spr-ch der Pfarrer der Diaspora­gemeinde Herbstein, Pfarrer Trabandt. Auch seine herzlichen Worte sind gewiß auf frucht­baren Boden gefallen. Gerade seine kleine Ge­meinde befindet sich ja durch äußerst notwendige Reparaturarbeiten am Dach und Turm der Kirche in großer Vot und Sorge und bedarf der Bruderhilfe der Gustav-Adol Vereinsleute in be­sonderem Maße. Tas Schluß- und Dankeswo^t an alle, die zu dem schönen Verlauf des Festes beigettagen haben, sprach der Ortsgeistliche, Pfarrer B e r n b e ck.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Stirnen, Sport und Spiel

Herbstregatta des Lahn-Regatia-Verbandes.

burger Ruderverein 1911.

Herbst-Vierer: 1. Marburger Ruder­verein 1911. 2. Mainzer Ruderverein. 3. Cochemer Rudergefellschaft.

Lahn-Einer: 1. Verein Rudersport 1913. 2. Wetzlarer Ruderklub 1880.

Lahn-3ungmann-Vierer: 1. Mar­burger Rudcrverein 1911. 2. Limburger Ruder­verein 1895. 3. Limburger Ruderklub 1907. 4. Limburger Rudergesellschaft 1920. 5. Gießener Rudergesellschaft 1877.

Ermunterungs-Vierer: 1. Limburger Ruderklub 1907. 2. Frankfurter Rudergesellschaft Oberrad. 3. Wetzlarer Ruderklub 1880. 4. Mar­burger Ruderverein 1911. 5. Weilburger Ruder­verein 1895.' 6. Verein Rudersport 1913 (erstes Boot). 7. Verein Rudersport 1913 (zweites Boot).

Großer Achter: 1. Mainz-Kasteler Ruder­gesellschaft 1880. 2. Limburger Ruderklub 1907. 3. Verein Rudersport 1913.

Im ganzen haben 14 Vereine mit 261 Ruderern und 59 Booten gemeldet.

Der freundliche Herr, der seinem Besucher mit lebhaften Gebärden und impulsivem Schwung Einzelheiten aus seiner kriminulpsychologischen Forschungsarbeit auseinanderseht, hat es in ver­hältnismäßig jungen Jahren zum Rang eines Professors gebracht. Es ist Dr. Carl^ Dirn­bau m, der Oberarzt der Irrenanstalt Herzberge, für den jetzt an der Berliner Universität ein neuer Lehrstuhl für K r i m i n a l p s h ch o l o g i e geschaffen wurde. Er beschäftigt sich seit Jahr­zehnten mit diesem Thema und hat in vielen Strafanstalten mit scharfem Blick die Seele der Verbrecher zu durchleuchten gesucht, um die Straf­taten aus der körperlichen und seelischen Anlage des älebeltäters zu erklären und sie auf die eigentlichen Ursachen zurückzuführen.

Die junge kriminalpsychologische Wissenschaft will feststellen, ob die verschiedenen Gruppen der Verbrecher überhaupt gemeinsame charakteristische Züge aufweisen. Wenn dies zutrifft, so wird die Frage aufgeworfen, ob alle Verbrechen aus naturgesehlichen Gründen zu ihrem gesellschafts­schädlichen Treiben verleitet werden. Prof. Birn­baum sieht die seinerzeit viel Aufsehen erregenden Forschungen Lombrosos als veraltet an. Der große italienische Gelehrte wollte das Wesen des Verbrechers schon an Aeußerlichkeiten cr- I kennen, etwa am vorspringenden Unterkiefer, an der fliehenden Stirn und den großen Augen­höhlen, sowie an eigenartigen Formen des Ge­hirns: Lombroso unternahm es sogar auf Grund von Körpermessungen allerlei Typengeborener' Verbrecher aufzustellen. Seine Behauptungen wurden später nicht in völligem llmsang bestätigt; doch muhte man zugeben, daß sich bei den Ver­brechern öfter als bei unbestraften Bürgern De­generationserscheinungen an verschiedenen Kör- I Perteilen zeigen. Wenn sich Lombrosos Anschau­ungen über die körperlichen Eigenheiten der Krtt minellen nicht als richttg erwiesen, so ergab sich doch immerhin, daß besttmmte seelische Mängel fast regelmäßig bei allen Verbrechern auftreten. Vatürlich muß man dabei von solchen seelischen Fehlern absehen, die durch die Mißgunst der Verhältnisse, namentlich durch Vot, hervorge-

Wirtschaft.

Neue Versicherungsanlagen.

Das Versicherungsgeschäft und die Kapital­anlagen der statistisch erfaßten deutschen Le­be ns ve rs i ch e r u n gs - Unternebmun« ge n haben auch in dem Zweimonatszeitraum Mai-Juni 1929 weiter zugenommen. Im ersten Halbjahr 1929 wurden aus dem Kapital- bildungsprozeß, der mit dem Lebensversiche­rungsgeschäft verbunden ist, dem deutschen Kapi­talmarkt langfristige Dettäge in Höhe von 186,2 Mill. Mark neu zugeführt (in Form von Hhpo- thekarkrediten, Kommunaldarlehen und durch An­kauf von Wertpapieren). Der entsprechende Zu­wachs des ersten Halbjahres 1928 beziffert sich auf 146,3 Will. Mark, der des zweiten Halb­jahres 1928 auf 182,8 Mill. Mark. Diese aus­gewiesenen Veuanlagen erreichten am 30. Juni 1929 eine Höhe von. 1180 Mill. Mark, Das Geschäft der privaten Lebensversicherungs- unternehmungen hat sich ungefähr in gleichem Umfang weiter ausgedehnt wie im Zeitraum März-April 1929. Der Gesamtbetrag der abge­schlossenen Kapitalversicherungen er­höhte sich auf rund 12,65 Milliarden Mark. Der Durchschnittsbetrag Id'er auf eine Versicherung entfallenden Versicherungssumme ist erstmalig etwas gestiegen (von 1342,6 auf 1346,0 Mark). Die gesamten Kapitalanlagen (Veuanlagen) haben sich wiederum bettächtlich erhöht (um 66,1 Mill. Mark). Die prozentuale Steigerung der Anlage­werte insgesamt überttaf diejenige des voran­gegangenen Zweimonatszeittaumes nicht uner- heblich (5,8 Proz., gegenüber 5,5 Proz.). Von» den langfristigen Ausleihungen im besonderen, die eine. Höhe von rd. 1050 Mill. Mark erreichten, hatte die Anlage in Hypo­theken und Grundfchulden wiederum die größte absolute Zunahme aufzuweisen: ihr Anteil an den gesamten langfristigen Ausleihungen hielt sich mit 71,5 Proz. auf der Höhe des Standes vom 30. April 1929. Der Anteil der Wertpapiere ging dagegen neuerdings bei einer absoluten Zu­nahme um nur 6,2 Mill. Mark merklich zurück (von 21,1 Proz. auf 20,6 Prvz. der langfristigen Ausleihungen der privaten Lebensversicherungs­unternehmungen); die Zurückhaltung in der Wert­papieranlage dürfte u. a. in der ungünstigen Kursgestaltung des festverzinslichen Werts be­gründet sein. Demgegenüber hatten die Dar­lehen an öffentliche Körperschaften die relattv stärkste Zunahme aufzuweisen (7,9 Proz. der langfristigen Ausleihungen gegen 7,4 Prozent am 30. April 1929). Die aufgewerteten Dermögensanlagen erfuhren eine besonders große Steigerung, die vornehmlich die cmfgewer- teten Hypotheken und Kommunaldarlehen betrifft.

Das Dersicherungsgeschäft der öffentlichen Le­bensversicherungsanstalten hat in dem gleichen Zeitraum eine starke Zunahme erfahren. Die Summe der abgeschlossenen Kapitalversicherungen stteg auf über 1,9 Milliarden Mark; ihr Zuwachs überttaf denjenigen der Vormonate März-April bettächtlich (62,2 Mill. Mark gegenüber 52,4). Der Anteil der öffentlichen Lebensversicherungs­anstallen am gesamten Lebensversicherun^geschä^

Wetzlar eine Schaukommission für die Besich­tigung der im Verfahren ausgewiesenen Wege . und Gräben gewählt werden. Als Kommissions­mitglieder wurden vom Gemeinderat besttmmt: Landwirt Wilhelm Braun HL, Landwirt und Händler Konrad Lotz und Gastwirt Karl Schiefer st ein. Als Vogelschutzhecke wurde die Einfriedigung des Hochbehälters für die Gemeindewasserleitung auf derWetzlarer Hohl" bestimmt.

Maingau.

* F r a n k f u r t a. M., 20. Aug. Der erste Di­rektor der zum Konzern der Frankfurter Allgemeinen gehörenden Südwestdeuffchen Dank A.-G., Frankfurt a. M., Franz Sauer­brei, ist seit Sonntagmorgen 9 lUjr verschwun­den. Seine Verwandten und Freunde wissen nicht, ob er Selbstmord begangen oder infolge des Zusammenbruchs der Dank die Verven verloren hat und sich an einem unbekannten Ort unter fremdem Vamen aufhält. Die Vachricht eines

rufen werden.

Die ausgedehnten Forschungen auf diesem Ge­biet haben nun dazu geführt, daß man die zahl« reichen Arten der Verbrecher auf gewisse Grund­typen zurückführen kann. Dor den Blicken des Besuchers tut sich bei der Durchsicht der ge­leisteten Arbeit ein wahres Panoptikum mensch­licher Verderbtheit aller Grade auf, anfangend mit den Gewohnheitslügnern und endend mit den raffiniertesten Verbrechern. Ihre Seelen sind blohgelegt, der innere Mechanismus ihrer Trieb­federn sichtbar geworden. Man findet da Charak­tere, die nur unfähig waren, sich vernünftig in Familie und Beruf einzugliedern, aber man kann auch Aufzeichnungen über das Seelenlebenschwe­rer Jungen" studieren, die aggressiv die Gesell­schaft schädigen wollen und, immer wieder rück­fällig, das typische Bild des Gewohnheitsver- brechrrs bieten. Aus den Sammlungen Prof. Birnbaums, in denen sie fein säuberlich geordnet daliegen, steigt nun das ganze Geisterheer der Entgleisten auf. Da sind vor allem die Affekt- naturen, die rasch aufbrausenden Männer, rasch fertig mit dem Wort und mit der Tat, die sich leicht durch ihre Impulsivität zu unüber­legten Handlungen hinreißen lassen. Dann kom­men die Fanatiker, einseittg, abnorm, eigen­willig, mit dem Ehrgeiz, auf sozialem, Politischem oder religiösem Gebiet umwälzend zu totrten. Sie sind angriffslustig und schrecken vor nichts zurück, um die Welt im Sinne ihrer Ideen umzuge- stalten; dabei spielen sie oft eine geschichtlich und kulturgeschichtlich wichtige Rolle, sind Revolutto- näre. Königsmörder, Anarchisten oder Begründer von Sekten. Ein anderer Typ, die Querulan­ten, gehört eigentlich nicht zu den Krimi­nellen- es sind nur unglückliche, durch mißliche Umstände entgleiste Geschöpfe, die sich von aller Welt um ihr Recht betrogen fühlen, bnbei aber manchmal nicht zögerii, ihren vermeintlichen Widersachern rechtswidrig Schaden zuzufugen. Sie neigen sehr zur Verbreitung von Verleum-

I düngen.

DieHyP om ani schen" sind Leute nut ge­steigertem Lebensgefühl und großem Tätigkeits­drang. Ihre Vergehen sind meist Mutwilligkeits­und Ausgelassenheitsdelikte, Unfug, Beleidigung; selbst Körperverletzungen kommen bei ihnen im Gefolge von handgreiflichen Scherzen vor, aber

O Wetzlar, 20. Aug. Der G ardeve r- e i n für den Kreis Wetzlar und Umgegend feierte am Samstag, Sonntag und Montag das Fest seiner Fahnenweihe, welches sich einer gro­ßen Beteiligung erfreute. Den Auftakt bildete ein Platzkonzert auf dem Domplah, welches am Samstagabend unter Mitwirkung des Musik­korps des Gardevereins Köln stattfand. Das Konzert wurde von dem Obermusikmeister i. R. Klein aus Köln geleitet. Anschließend fand em Konzert im Schützengarten statt. Am Sonntag­vormittag fand die Fahnenweihe auf dem alten Friedhöfe statt, mit welcher ein Feldgottesdienst berbunden war. Für die evangelische Kirchen­gemeinde predigte Pfarrer Schmidt, und für die katholische Pfarrer Dr. Hoeren. Die Weihe der Fahne erfolgte durch den General der Infanterie, Sixt von Armin, welcher Ehrenvorsitzender des Wetzlarer Gardevereins und Ehrenbürger der Stadt Wetzlar ist. Als I Ehrengäste nahmen gn der Weihe teil Dundes- vors Major Busch (Remscheid), Generalleutnant v. Funke (Detmold), der Fürst von Solms- Hohe nsolms-Lich, Landrat M i h (Wetz­lar) und Bürgermeister Dr. Kühn (Wetzlar). Der am Sonntagnachmittag veranstaltete Fest­zug, in welchem verschiedene historische Gruppen zu sehen waren, erlitt durch einen Gewitterregen eine unliebsame Verspätung, _ konnte aber doch noch programmäßig durchgeführt werden. Auf dem Domplahe angekommen, hielten die Teil­nehmer kurze Zeit still, um unter feierlichem Glockengeläute der Opfer des Weltkrieges zu ge­denken. In dem sich anschließenden Festakt auf der Spilburg sprach als erster Redner der Vor­sitzende des Gardevereins, Bureaudirektvr a. D. Wieser, welcher herzliche Degrüßungsworie | an alle Erschienenen richtete, wobei er unter anderem darauf hinwies, daß der Gardeverein keine pvlittschen Ziele verfolgen wolle, sondern die Pflege echt deuffcher Kmneradschaft betreibe. Weitere Ansprachen hielten General Sixt von Armin, Bürgermeister Dr. Kühn (Wetzlar), Majvr Busch (Remscheid), und Pfarrer Bra­ches (Dlasbach). ^ahnennägel überreichten Forstmeister Scheel (Braunfels), für den Für­sten von Solms'-Braunfels, Oberstleut­nant von Loßberg für den Deuffchen Offi­ziersbund, Bureauvorsteher S ch l o t t für den Kriegeroerein Wetzlar, die Vereinigung ehemali­ger Augustaner Frankfurt a. M., die Garde­vereine Gießen, Altenkirchen, Betzdorf und andere militärische und kameradschaftliche Vereinigungen. Zur Verschönerung des Festes trugen bei der Wetzlarer Männergesangverein der Turnverein Wetzlar, das Städtische Sportamt für Leibes­übungen und der Vortragskünstler Willi Ar­mand aus Köln.

0 Dornholzhausen, 18. Aug. In seiner letzten Sitzung wurden dem Gemeinderat die F o r st w i r t s ch a f t s p l ä n e für das Wirt­schaftsjahr 1930 vorgelegt und von ihm gut- geheißen. An den Ausgaben für Kulturzwecke wurde ein kleiner Betrag abgeseht. Vachdem die wirffchaftliche Umlegung der Grundstücke beendet ist, mußte auf Ersuchen des Kulturamtes zu

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zleberrumpelung des Stadtteils Sachsenhausen. Wie wir aus demGießener Anzeiger" vom 21. August erfahren haben, beabsichtigt die Stadt in der Krofdorfer Sttaße 50 Barackenwohnun­gen zu erstellen. Inr Bau- und Finanzausschuß soll bereits die Angelegenheit genehmigt sein, und die Stadttats-Versammlung soll am Freitag endgültigen Beschluß fassen. Der Stadt­teil Sachsenhausen ist seither durch Aufstellung von Wohnwagen, Schaffung eines Platzes für Müllabfuhr mit der üblichen Rattenplage, schlechte Sttaßenverhältnisse u. a. m. immer als ein Stief­kind der Stadt behandelt worden. Wir können nicht verstehen, daß die Stadt durch Erbauung eines Barackenviertels in dieser Gegend ihr eige­nes Gelände derart entwertet, daß es keinem Baulustigen einfallen wird, ein Wohnhaus dort zu errichten. Wir weisen ferner auf die Obst­und Felddiebstähle hin, denen neben Privatleuten in erster Linie das Universitäts-Versuchsgut aus­gesetzt ist, ganz abgesehen von den Streitigkeiten, die sich, ähnlich wie am Güterbahnhof, in der Kolonie entwickeln. Wir haben an die Herren Fraktionsvorsitzenden ein Schreiben gerichtet und um Absetzung des fraglichen Punktes von der Tagesordnung gebeten. Wir hoffen, daß sich einsichttge Führer der Parteien diesem Wunsche nicht verschließen werden.

Bürgervereinigung Sachsenhausen-Gießen.

Für die vom Verein Rudersport Die­ßen 1913 und der akademischen Tu« auch als Ausfluß einer großen Renommier- l derabteilung e. V. aut den 1. ©eptembet sucht Schwindeleien und Hochstapeleien. Diese angesehte Herbst «Regatta des Lahn- Leute sind stets vergnügte, abenteuerlustige I Regatta-Verbandes auf der Lohn liegt folgendes Bummler und Landstreicher. Den entgegengeseh- Meldeergebnis vor.

ten Charakter besitzt der depressive Typ, dessen Lahn-Achter: 1. Limburger Ruderklub Vertreter an Lebensunlust, gedrückter Stimmung 1907. 2. Verein Rudersport Gießen 1913.

und Willensschwäche leidem Auch diese sonst Jungmann-Vierer: 1. Weilburger Ru- willensschwachen Menschen können m der Ter- {X»tt>crcin 1395. 2. Cochemer Rudergesellschaft, zweiflung, die sie beiläufig befallt und in der 3 Rudersport Gießen 1913. 4. Wetz-

Angst vor einer ungewissen Zukunft Terbredjen [Qrer Ruderklub 1880. 5. Mainz-Kasteler Ruder­begehen, wenn sie sich impulsiv aus ihrer De- acte[n(f)aH 1880.

Hemmung «u befreien Mktife? 3 n g m a n n . Siner:!. Mainzer Xubcr-

niler neigen nicht so sehr zu eigentlichen Der- v Wetzlarer Ruderklub 1880. 3. Donner

brechen, als zu gelegentlichen Entgleisungen, gXrixreiiT 1882 Fahrlässigkeiten und Affektvergehen aus Heber- -KuDcröerctn iöö^ ~ ,

empfindlichkeit. Der Sexualverb r eche r zeigt Ansanger-Vierer. 1. MalNg Kasteler

eine starke Veigung zu Rückfällen und ist durch Rudergesellschaft 1880. 2. Wetzlarer Ruderklub keine Strafen zu bessern. Die persönlich vielleicht 1880. 3. Verein 'K1^rfj?Mt 1913. 4. Limburger am wenigsten abstoßenden Außenseiter der men sch ° Ruderklub 1907. 5. QKar&urgcr Ruderverew 19 . l ich en Gesellschaft find die Phantasten. Sie 6. Cochemer Rudergesellschaft.

sind die Opfer ihrer allzu regen Phantasie, Staatspräsidenten-Dierer: 1. Der- durch die sie nicht nur andere, sondern sogar sich ein Rudersport 1913. 2. Marburger Rudervercin selbst beeinflussen und täuschen. Eine Veigung 1911. 3. Limburger Ruderverein 1895. 4. Mainz- 5um Schwindeln, zum Renommieren verführt sie Kasteler Rudergefellschaft 1880.

zu ihren Hochstapeleien. An sich nicht gesell- Jungmannen-Vierer. 1. Offenbacher schaftsfeindlich ist ihre Veranlagung abgeschwacht Ruderverein 1874. 2. Limburger Ruderverein auch bei vielen Künstlern anzutteffen, ohne dort 1395 3 Limburger Rudergefellschaft 1920. 4.

. ins Verbrecherische auszuarten. Dieser Typ stellt Limburger Ruderklub 1907. 5. Gießener Ruder- das Heer der phantastischen Träumer und gtzseffschaft 1877.

Erfinder, der Reformer und der Leute mit Zerbst-Achter: 1. Cochemer Rudergesell- hochfliegenden Plänen, die stets von der Aus- , - 2 Mainzer Rudervercin.

| ^l^rcn^uM^rt

'.'. 2im. Schritt zu den Dettügern, der großen Gruppe der Erster Lahn-Vierer: 1. ^mburgec Heirats-, Kautions- und geschäftlichen Schwind- Ruderverein 1895. 2. Limburger Ruderklub 1907. Icr die ihre abnorme Phantasie bewußt zum 3. Verein Rudersport 1913. 4. Marburger Ru- Angriff auf fremde Taschen benutzen und meist derverein 1911. e ,

unverbesserlich sind. Iungmann-Achter:. 1. Mainz-Kasttler

" schen treten die Frauen | Rudergesellschaft 1880. 2. Limburger Ruderklub

Junior-Vierer: 1. Offenbacher, Ruder­verein 1874. 2. Verein Rudersport 1913. 3. Mar-