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Nachdruck verboten.

10. Fortsetzung.

Worte vom Munde.'

ferner Seele vor ihm bloß

es kerne Hilfe?" fragte er

alles versucht worden. Don

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Leden nichts mehr wahr, das wollen

hat an- Sie

erste der

und mit sich und dem zufangen Weitz nicht sagen?"

Sie nehmen mir die

jeden jungen Offizier und jetzt

Ein alter Mann, der sich selbst verloren

käufer zu tragen hat. Die erzielte Summ« soll dem Wohnungsbau zugesührt werden.

Lind da gäbe endlich.

Keine. Es ist

.gut".

Daubringen, 21. August. Das

Vielleicht weil "toir ihn beide sehr liebgehabt haben. Darum ist es mir auch Wohltat, mich endlich einmal aussprechen zu können. Och habe es nie getan... keinem Menschen gegenüber."

Auch nicht gegen Ohren Herrn Bräutigam?" Rein, auch nicht gegen meinen Bräutigam." Aber er sieht es doch wie Sie."

Rein, nicht wie ich nicht mit dem Auge der Liebe."

Es war ganz still um sie. Rur die kleine Etutzuhr aus der Biedermeierzeit auf dem Ge­simse ihres Schreibtisches tickte vernehmlich, und in dem alten Getäfel der unteren Wand bohrte der Holzwurm.

On der ersten Rächt, die ich bei Ohnen zu­brachte, wurde ich bei Sonnenaufgang durch ein seltsam polterndes Geräusch geweckt. Och war noch halb im Schlaf und legte ihm keine Be­deutung bei. On der zweiten Rächt, genau zu derselben Stunde, wiederholte es sich. Da hörte ich die Tür mir gegenüber scharf ins Schloß fallen. Lind nun wutzte ich es: es war Ohr Vater."

Damals war, die jetzt zu reifer Schönheit er­blüht ihm gcgenübersah, ein halbes Kind ge­wesen. Lind damals schon hatte er sie gern gehabt. Aber jetzt drängte sich etwas LInausgesprochenes, vielleicht LInaussprechliches, zwischen sie und ihre Gedanken, nahm ihnen das Wort von den Lippen ... etwas, das, wie beide empfanden, sie be­drückte und das zu offenbaren sie nicht den Mut besahen.

Lind dann geschah es doch. Mitten in dem Ver­suche, einen alten Tintoretto, der eine Heilung .des Apostels Markus darstellte, zu betrachten und mit einigen Anmerkungen zu erläutern, hatte er ihr das Blatt aus der Hand genommen und auf den Tisch gelegt und sie mit großen, ant­wortheischenden Augen angesehen:Lim Gottes willen, Fräulein Edith, was geht hier vor?" Da war der Bann gebrochen.

Haben Sie es auch gemerkt? Gleich jetzt ge­merkt? Ra, ein Wunder ist es nicht."

Kein Erstaunen sprach aus ihren Worten. Als hätte sie seine Frage längst erwartet.

Was ist aus Ihrem Vater geworden?"

Eine Ruine."

Wieder sagte sie es mit derselben Ruhe. Aber eine unendliche Traurigkeit war in ihrer Sprache wie auf ihrem Antlitz.

Och hätte ihn kaum wiedererkannt. Einmal ein Held, ein helleuchtendes Vorbild für mich und

meiner Mutter, von mir . . . auch von meinem Bräutigam. Lind es war alles vergeblich. Och sagte es Ohnen ja schon: es ist wie ein Dämon, der von ihm Besitz ergriffen, gegen den nie­mand ankam, nicht einmal er selber."

Er wutzte nicht recht, ob er es sie fragen dürfte, er wollte es wohl auch nicht. Dann tat er es doch.

Wenn er des Morgens nach Hause kommt ist er dann immer betrunken?"

(Fortsetzung folgt.)

Aber der Oberst erschien zum Essen. Ein wenig später, als man bereits begonnen hatte. Er holte cs jedoch bald ein, denn er atz hastig und mit einer gewissen nervösen Gier. Den Wein, der in einer Karasfe auf dem Tische stand, berührte er nicht, trank aber den Lee in großen Mengen und so heiß, wie es kein anderer hätte vertragen können. Als er einmal das Glas seiner Frau zum Cingießen hinüberrcichte, merkte Klaus, daß seine Hand zitterte, so daß die Flüssigkeit auf die Laseldecke träufelte.

Er richtete einige gleichgültige Worte an seinen Gast, fragte, yb er da oben gut geschlafen und ,fidj schon ein wenig eingelebt hätte, sah im übrigen ober schweigsam und in sich versunken aus seinem Stuhle.

Kaum hatte er den letzten Dissen verzehrt, da erhob er sich, schellte nach dem Mädchen und ließ sich Hut und Mantel bringen.

Frau Reichenbach, die mit ihm aufgestanden war, trat dicht an ihn heran und sagte, die Hand wie beschwichtigend auf seinen Ärm legend: Kannst du nicht heute mal zu Hause bleiben? Herr Körber wäre gewiß doch gern mit dir zusammen."

Sie hatte es so leise gesagt, als wäre es nur für ihn bestimmt und sollte cs kein anderer hören, Klaus aber, obwohl ihn Edith mit sichtbarer Beflissenheit in ein Gespräch zu ziehen suchte, hatte jedes Wort vernommen.

Du weiht, daß ich nicht zu Hause bleibe... nicht bleiben kann, weshalb fragst du mich?"

Er hatte es auch leise, aber in barsch ab­lehnendem Tone geantwortet, wie er ihn früher feiner Frau gegenüber nie gebraucht hatte. Dann aber wandte er sich zu seinem Gaste und sagte, ein wenig unsicher wohl und schwankend in der Stimme, aber doch in seiner alten weltmännischen Art:Herr Körber wird mich entschuldigen, das Geschäft geht nun einmal vor, und die Herren, die von auswärts kommen, haben für diese Ver­handlungen nur die Abende frei." Nachdem ihr Gatte gegangen war, machte sich auch Frau Reichenbach fertig, um auf einen Llnterhaltungs- abend zu fahren.

Klaus blieb mit Edith allein. Sie hatten sich in ihr kleines, zwischen Eßzimmer und Emp­fangssaal gelegenes und mit feinem Behagen eingerichtetes Gemach begeben, zu dem nur die Vertrauten des Hauses Zutritt erhielten, und in dem er früher manche frohe Plauderstunde mit und Tochter verlebt hatte.

Sie verstanden. sich ganz gut, solange mein Vater zu Lebzeiten des Onkels gewissermaßen nur als Hilfsarbeiter im Geschäfte tätig war. Von dem Augenblick an, wo er es übernahm und die scharfen Gegensätze der beiden Männer zutage traten, wurde ihr Verhältnis zuerst ge­spannt, dann unerträglich."

Wem schreiben Sie die Schuld zu?"

Man merkte ihr an, dah sie innerlich kämpfte. Dann siegte ihre unbestechliche Offenherzigkeit.

Hierin ... dem Vater," sagte sie leise.Alles, was er tat, war ein offenbarer Angriff gegen die Ansichten und Grundsätze meines Bräuti­gams. Er ist der Kaufmann, wie er im Buche steht. Für ihn gibt es nur eins: Arbeiten und Erwerben. Meinem Vater aber, das wissen Sie ja wohl noch aus Ohrer Leutnantszeit, hat das Geld nie das geringste gegolten. Ec war immer in Schulden, und die meisten entsprangen der Güte seines Herzens. Für jeden Kameraden setzte er sich ein bis zum letzten"

Weiß Gott, das tat er."

Run war er plötzlich zum reichen Manne ge­worden. Lind er gab nicht nur für allerlei, vaterländische Zwecke, gab nicht nur für Ka­meraden, die durch den Llmschwung der Ver­hältnisse in Rot geraten waren, sondern aud> für manchen, der es nicht verdiente, gab jedem, der es verstand, ihn auszunutzen. Lind Sie kön­nen sich denken, wer sich alles an ihn .heran­drängte. Lind das Schlimmste . . . ach, es ist so schrecklich, das alles zu erzählen . . . wenn er so die Rächt durch in den Weinstuben sitzt, dann schreibt er den Leuten jeden Wechsel, den sie von ihm erbetteln. Dah das Geschäft und mein Bräutigam das auf die Dauer nicht ertragen können

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Preisschiehen des Bezirks Gießen Kriegerkameradschaft Hassia wurde am letzten Sonntag für die Orte Allendorf a. d. Lda., Al-

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Die öffentlichen Körperschasten als Arbeitgeber.

Ausgleich der Konjunktur- und Saisonschwankungen der Wirtschaft durch zweck­mäßige Verteilung der öffentlichen Aufträge.

Bon Bürgermeister Or. Bölsing, Alsfeld.

lertshausen, Daubringen, Lollar, Londorf, Mainz­lar, Ruttershausen, Staufenberg und Treis a* d. Lda. auf dem hiesigen, sehr günstig gelegenen Schiehstande des Kriegervereins abgehalten, das aus fast allen genannten Dörfern besucht war. Cs wurde mit Kleinkalibergewehren auf Klein- kaliber-Ginheits-Zwölfer-Ringscheibe geschossen, und zwar auf 50 Meter. Von den 70 Schützen er­zielten die besten Leistungen: Hch. Feh, Stau­fenberg, 45 Ringe: Schilling, Gießen, 44 R.; Ooh. Reif, Daubringen, 4b R.: Ludwig Oung und D a u p e r t, Lollar, je 37 R.; Wilhelm Eule r, Treis a. d. Lda. 36 R.; Karl Keller, Daubringen, 36 R.: Oakobi, Lollar, 30 R.

-tz Aus der Rabenau, 21. 2Iug. In verhält­nismäßig viel kiirzerer Zeit als in den vorher­gehenden Jahren ist die Frucht herangereift und wird nun in den nächsten Tagen fast vollständig unter Dach und Fach sein. Die Arbeiten des Ab­machens des Weizens und Hafers verzöger­ten sich erheblich dadurch, daß zwar die Körner der Aehren reif, aber die Halme noch völlig unreif waren. Die Dreschmaschinen haben den Feld­drusch nur im Korn und der Gerste erledigt und schon beginnt das Ausdreschen des Weizens und Hafers. Die Ernteergebnisse befriedigen im allge­meinen: die Stroherträge bleiben jedoch hinter de­nen des Vorjahres merklich zurück, während die Körnerernte einer guten Mittelernte gleichzustellen ist. Der letzte Nachregen eines starken Gewitters, der dieser Tage niederging, hat sich schon in recht günstiger Weise bemerkbar gemacht. Den Wiesen und Kleeäckern kam er sehr zustatten, so daß die bald einsetzende Grummeternte gute Aussichten bietet. Die Früh kartoffelernte ist überall im Gange. Obwohl die langanhaltende Trockenheit ihre Entwicklung nicht allzusehr gefördert hat, ist die Qualität der Knollen hervorragend. Gegenwär­tig kostet der Zentner 3 bis 3,80 Mark je nach Qualität. Die letzten Niederschläge sind für die Entwicklung des Obstes, das in diesem Iayr^ be­sonders reich die Ob st bäume ziert, sehr nützlich gewesen, da schon viele Bäume infolge der fehlen­den Feuchtigkeit ihre Früchte fallen ließen. In den Gärten zeigen alle Gewächse einen schönen Stand, besonders tragen Bohnen und Gurken gut ein. Nur alle Krautarten wollen nicht recht unter den schädlichen Einwirkungen der Erdflöhe, die im­mer noch zahlreich vertreten sind, und Raupen vor­wärts kommen. Zu einer ausgesprochenen Plage ist das massenhafte Auftreten der Wespen ge­worden, die nicht nur den Menschen gefährlich werden, sondern auch in erheblichem Maße Scha­den an den bereits reifen Früchten des Stein- und Kernobstes anrichten.

+ Grünberg, 20. Aug. In der jüngsten G e - meinderatssitzung unter Vorsitz von Beig. Keller waren zehn Gemeinderäte anwesend, außerdem war wieoerum Baurat Wagner vom Hochbauamt Gießen als Sachverständiger zugegen. Zur Beratung stand zunächst der Bebauungs­plan für das Heegoiertel. Die vorige Sitzung, in der diese Sache schon einmal verhandelt wurde, hatte kein Ergebnis gezeitigt. Der Beige­ordnete schlug nun vor, über die Führung der ein­zelnen Straßen getrennt zu verhandeln und abzu­stimmen. Bezüglich der Gärten ist die Sache dringend, da hier zwei Neubauten an der noch nicht festgelegten Verlängerung entstanden sind, die Bau­

muß. Eine längere Aussprache verursachte die Wei­terführung der Bismarckstraße. Es drehte sich hier um die Frage: gerade Durchführung oder Ein­fügung eines Knies. Der Gemeinderat entschied sich gegen zwei Stimmen für die gerade Durchführung. Diese Führung beläßt dem bei ihrem Eintreffen auf die Schulstraße liegenden Christschen Garten noch reichlich Gelände als Bauplatz, lieber die Auf­hebung der verlängerten Diebsturmstraße entstand ebenfalls eine rege Aussprache, die Entscheidung wurde vertagt. Das gleiche Schicksal widerfuhr dem zweiten Punkt der Tagesordnung: Beratung der Ortssatzung für einen Berufsbürger, meifter. Ein geborener Grünberger, der in Frankfurt wohnt, hatte von seiner im Jahre 1926 verstorbenen Mutter 6000 Mark Kriegsanleihe ge­erbt und diese seinerzeit der Bürgermeisterei über­sandt. Sie sind mittlerweile wertlos geworden, da der Anmeldetermin längst verstrichen ist. Er will die Stadt, die nichts in der Sache getan habe, für den Schaden haftbar machen und verlangt von ihr die Aufwertung. Das Ansinnen wird abgelehnt.

# Hungen. 21. Aug. Der hiesige Männer­gesangvereinEintracht" hat den Be-

Ohr Schmerz machte ihn verlegen und unsicher. Denn er fühlte mit jedem Worte mehr, welch eine Lieberwindung es dieses tapfere Mädchen kostete, das Verborgenste zulegen.

düng halten, damit sie jederzeit unterrichtet sind, welche öffentlichen Arbeiten und Aufträge diese Stellen etwa im Laufe des nächsten Oahres zu vergeben beabsichtigen.

Es soll dann auf diese Stellen eingewirkt wer­den, daß sie die Aufträge so verteilen, dah sie der Wirtschaft nach Möglichkeit dann Beschäf­tigung geben, wenn im übrigen der Auftrags­bestand sehr gering ist. Für diese Verhandlungen werden hauptsächlich in Frage kommen die Reichs- bahndirektionen, die Oberpostdirektionen, die Wasserbauämter, die Landesfinanzämter, die Landes- und Provinzialverwaltungen und die Kreise und Städte. Auch die Spitzenorganisatio­nen der Gemeinden und Gemeindeverbände sind gebeten worden, den ihnen unterstellten Behörden und Aemtern entsprechende Anweisungen zu er­teilen.

Für den Ausgleich der saisonmäßigen Schwan­kungen ist naturgemäß von besonderer Bedeutung die Frage der B a u t e n. Der Reichs­arbeitsminister und der Reichswirtschaftsminister weisen darauf hin, dah die bisherigen Bestrebun­gen, einen Teil der Dauarbeiten, seien es nun Tiefbauarbeiten oder Hochbauten, insbesondere Wohnungsbauten, in die Wintermonate zu verlegen, nur geringe Erfolge gehabt haben. Wenn auch zugegeben ist, daß bei besonders stren­ger Witterung viele Dauarbeiten nicht fortgeführt werden können, so gibt es doch auch bei Bauten «ine ganze Reihe von Arbeiten, die auch bei Frost fortgesetzt werden können, zum Beispiel Onnenarbeiten bei Hochbauten und Wiederher­stellungsarbeiten an bestehenden Bauten.

Man kann die vorstehenden Bestrebungen vom Standpunkt der Kommunen nur durchaus be­grüßen, da sie zu einer wesentlichen Verbesserung des Arbeitsmarktes führen können, und zwar unter besonderen Berücksichtigung der Tatsache, daß gerade die Beschäftigung der Saisonarbeiter zur Zeit eine der wichtigsten und brennendsten Aufgaben für die kommende Reform der Ar­beitslosenversicherung darstellt. Alle Gemeinden sollten im Onteresse einer Vermeidung einer weiteren Anspannung der sozialen Lasten der hier besprochenen wichtigen Frage des Aus­gleichs der KoiHunktur- und Saisonschwankungen Der Wirtschaft durch zweckmäßige Verteilung ihrer Aufträge ihre besondere Aufmerksamkeit zu-

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Vornan von Arthur Brausewetter.

Herren aber, solange diese Festlegung aussteht, keine gerichtliche Ueberschreibung im Grundbuche bewir­ken können, was wiederum die Hinauszögerung der Hypothekenbestellung bzw. Auszahlung der staat­lichen Baudarlehen bewirkt. Da es sich hier nur um die Weiterführung einer schon bestehenden Straße handelt, ist dazu nur kreisamtliche Genehmigung erforderlich, so daß nach deren Einholung die oben geschilderten Schwierigkeiten bei der Ueberschrei­bung behoben sind. Bei der Besprechung stellt sich nun heraus, daß durch die Errichtung dieser Häu­ser, ehe die Baufluchtlinie festlag, die von Baurat Wagner empfohlene Biegung der Gartenstraße nach Westen bei ihrer Ausmündung auf die Schul­straße, die auch bei den parallel laufenden Straßen vorgesehen ist, nur nöch in ganz geringem Maße angebracht werden kann. Der Gemeinderat be­schließt in diesem Sitzne. Bei der Färbgrabengasse, die im allgemeinen nur wenig geändert wird, ist man mit Der Führung einverstanden, ebenso hat man nichts gegen die Offenhaltung einer Straße zwischen Schmidtscher Weberei und Turnhalle ein­zuwenden, was nach Aussage des Sachverständigen soviel bedeutet, daß jedes Bauen hier unterbleiben

fchluß gefaßt, einen Singsaak zu erbauen, da die räumlichen Verhältnisse in dem seitherigen Llebungsraum sehr beengt waren. Der Bauplatz wurde von Gärtnereibesitzer K a m b e i h über­lassen. Auch die Gemeindeverwaltung wird den Plan unterstützen. Der Singsaal kommt in die Rähe der Lindenallee hinter dem Eiskeller der Brauereiniederlage H. W e i n e l zu stehen. Ob­wohl noch mancherlei Schwierigkeiten zu über­winden sind, ist noch mit der Ausführung des Rohbaus in diesem Herbst zu rechnen. Architekt Falk von hier hat bereits einen Plan entworfen.

s. Ll tph e, 21. Aug. Auf welch hoher Stufe die Zucht der weihen Edelziege in un­serem Ort steht, hat wieder der letzte vom Kreis- ziegenzuchtverein Gießen in Hungen veranstaltete Ziegenmarkt gezeigt. Bei der mit dem Marit verbundenen Prämiierung erhielt der Gemeinde­bock den 1. Preis. On der Klasse älterer Ziegen erhielt ein dreijähriges Tier des Züchters FrieL- rich Stauf gleichfalls einen ersten Preis. Für einjährige Ziegen erhielt der gleiche Züchter einen zweiten Preis. Der Landwirt Heinrich Rühl und der Maurer Wilh. Schwarz erhielten je einen dritten Preis für einjährige Ziegen. Roch auffallender beweisen die getätigten Verkäufe von Böcken den hohen Stand der hiesigen Zucht. Von den insgesamt verkauften vierzehn Zucht­böcken stammen sieben allein von hiesigen Züch­tern. Drei wurden von einer Kommission aus Geisweid bei Siegen erworben, je ein einjähriger Dock wurde von den Gemeinden Ridda, Hungen und Langd angekauft, während die Gemeinde Lang-Göns den erwähnten prämiierten Bock der Gemeinde erwarb. Den höchsten Verkaufspreis für Oungböcke erzielte der Äsenbahner Heinr. Hirzinger mit 100 Mk. Die übrigen Preise schwankten zwischen 50 und 80 Mk. das Stück. Der hiesige Ziegenzuchtverein unter Leitung seines rührigen Vorsitzenden Friedr. Stauf darf auf diese Ergebnisse stolz fein.

s. Aus der nördlichen Wetterau. 21. Aug. Die Zuckerrübenfelder, die in unserer Gegend einen beträchtlichen Teil der landwirtschaftlich genützten BodÄrfläche aus­machen, sehen vielversprechend aus, allerdings hätten etwas ausgiebigere Riederschläge gut ge­tan. Bereits jetzt hat die AktienzuckerfabrikWet­terau" in Friedberg mit den Landwirten Ver­einbarungen getroffen über die Preisgestaltung für Kaufrüben der kommenden Ernte. Danach erhält der Pflanzer für den Doppelzentner reine Rüben 3 Mk. an bar als Mindestpreis vierzehn Tage nach beendeter Lieferung. Dieser Mindestpreis ist nur gültig unter der Voraus­setzung, dah der Zuckerzoll, der zur Zeit für den Doppelzentner Verbrauchszucker 25 Mk. beträgt, nicht auf 10 Mk. herabgesetzt wird. Als end­gültiger Preis für den Doppelzentner Rüben werden vergütet 7,65 Kilogramm Melis bei einem Melispreis von 34 Mk. je Doppelzentner. Diese Zuckermenge erhöht sich um je 50 Gramm für jede Steigerung des Melispreises um 2 Mk.. bis zum Preis von 40 Mk. Für die Steigerung des Melispreifes über 40 Mk. hinaus erhöht sich die Zuckermenge um je 50 Gramm schon für jede Preiserhöhung von 1 Mk.

Kreis Büdingen.

!I Büdingen, 21. Aug. Der hiesige Ge­schichtsverein unternahm am letzten Sonn­tag unter Führung von Dr. Lade einen Aus­flug nach Kloster Engelthal bei Altenstadt. Durch das Entgegenkommen des dortigen Pfarrers war es Dr. Lade möglich, den Besuchern eine ganze Reihe hochinteressanter Sehenswürdigkeiten aus. der Geschichte des Klosters zu zeigen, in die er mit einem interessanten Vortrage einführte. Dr. Lade hat es ausgezeichnet verstanden, den Teil­nehmern des Ausfluges einen genußreichen Rach- mittag zu bieten. Auf dem Rückmärsche wurde noch Lindheim mit seinen Sehenswürdigkeiten besichtigt, dann fuhr man mit dem Abendzug hochbesriedigt nach Hause.

# Echzell, 21. Aug. Einen Sängertag hielten die Arbeitergesangvereine von Echzell.

Q] ßo 11 a r, 21. Aug. An der am vergangenen Sonntag in Gießen veranstalteten öffentlichen P o - lizei - und Schutzhundprüfung beteiligten sich auch fünf Mitglieder des hiesigen Polizei- und Schutzhundevereins mit ihren Hunden. Es erhielten der Hund des Wilhelm Schmulbach die Note vor­züglich, Der Wilhelm Erbc, des Karl Wagner, des August Heibertshausen die Note ' ' gut" und der Hund des Otto Merkel die

Die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes in den letzten Oahren ist gekennzeichnet, durch die großen saisonmähigen und konjunkturellen Schwankungen in der Beschäftigung der Wirt­schaft. Rach den Erfahrungen, die man in dieser Beziehung gemacht hat, reichen die Arbeitsver­mittlung und die anderen Maßnahmen zur Ver- bütung und Beendigung der Arbeitslosigkeit, die das Gesetz über Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung vom 16. Ouli 1927 vorsieht, wie z. B. die Llmschulung im Beruf und die wert­schaffende Arbeitslosenfürsorge, nicht aus, um die Auswirkungen dieser Schwankungen aus dem Arbeitsmarkte m genügendem Maße zu mildern. Es soll daher versucht werden, hier Abhilfe zu schaffen durch Förderung der Bestrebungen, die eine zweckmäßigere Verteilung der Arbeit über die verschiedenen Oahreszeiten und über die Zeiten größerer oder geringerer Beschäfti­gung der Wirtschaft zum Ziele haben. Besondere Bek^utung kommt dabei den öffentlichen Arbeiten und Aufträgen zu, die einen Wert von jährlich etwa sieben bis acht Milliarden Reichsmart darstellen und dgmit einen erheblichen Teil der deutschen Wirtschaft beschäftigen.

Es soll darauf hingewiesen werden, dah die maßgebenden Stellen des Reichs, der Länder und der Gemeinden, ihre Aufträge nach Mög­lichkeit in den Zeiten vergeben, in welchen die Wirtschaft im übrigen wenig beschäftigt ist, um auf diese Weise eine Arbeitsreserve für Zeiten mangelnder Beschäftigung sicherzustellen. On Aus­führung dieser Bestrebungen soll nach einer Ver­fügung des Reichsarbeitsministers und des Reichswirtschastsministers an den Prä­sidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung eine Ministerial- kommission diejenigen Maßnahmen beschließen, die von zentraler Stelle aus notwendig sind, um eine Verteilung der öffentlichen Aufträge im Sinne eines Ausgleichs der Konjunktur- und Saisonschwankungen der Wirtschaft zu fördern.

Gleichzeitig ist die Reichsanftalt für Arbeits­vermittlung und Arbeitslosenversicherung durch denReichsaLbeitsminister keauf tragt worden, durch die Präsidenten der Landesarbeitsämter in deren Bezirken auf eine zweckmäßige Verteilung der öffentlichen Aufträge im Sinne des vorerwähnten Ausgleichs hinzuwirken, derart, daß sie sich mit den Beschaffungsstellen laufend in Verbin-

Llnd als sie nicht antwortete:Aber woher kam er zu einer Zeit, da schon die Sonne ins Zim­mer schien?"

Aus dem Wirtshaus, wohin er eben wieder gegangen ist, wohin er trotz meiner und der Mutter Flehen Abend für Abend genau um die­selbe Stunde geht, aus dem er Morgen für Morgen genau zu derselben Stunde wieder­kehrt."

Vernehmbarer tickte die Llhr, lauter bohrte der Holzwurm.

Das ist entsetzlich!" sagte er. Lind dann das Auge von ihr abgewandt:Er, der, solange ich ihn kenne, die Mäßigung selber war, der nie duldete, daß einer feiner Offiziere sich je zuviel tat, der den kleinen unglücklichen Grassow wegen eines lange nicht so schweren Vergehens mit Schimpf und Schande aus seinem Regiment jagte"

Vielleicht dürften Sie es vom rein morali­schen Standpunkt doch nicht ansehen. Es ist wie ein Dämon, der ihn packt, unter dem er selber am meisten leidet. ... Wenn Sie wüßten, wie er leidet!"

Gewiß, wie auch der kleine Grassow. ... Lind wie kam es denn? Och meine, welchem An­laß schreiben Sie diese unfaßbare Veränderung in dem sonst so klaren und nüchternen Manne zu? Orgendein Anlaß muh. doch vorliegen."

Sie blickte mit einem etwas unsicheren Blicke zu ihm hinüber, als wüßte sie nicht recht, ob sie ihm alles sagen dürfte. Aber die herzliche Teilnahme, die aus feinen ernsten Zügen zu ihr sprach, die treue Zuverlässigkeit seines Wesens, auf die der Vater seit jeher große Stücke ge­halten, besiegten ihre Bedenken.

Es begann mit Dem Zusammenbruch Deutsch­lands, den er nicht zu überwinden vermochte," sagte sie langsam.Von dem Tage an, da er seinen Offiziersrock auszog, war er ein gebroche­ner Mann."

Lind schon damals verbrachte er seine Abende außerhalb des Hauses?"

Rein. Damals waren es seltene Ausnahmen. Er war still und in sich gekehrt geworden, viel­leicht auch ein wenig menschenscheu. Lind nur, wenn er in den Zeitungen von neuer Schmach und Bosheit der Feinde las, geriet er in Zorn und konnte in förmliche Wutausbrüche verfallen. An solchen Abenden ging er wohl aus. ..."

Lind Dann?

Sie zauderte.Dann tarnen allerlei geschäft­liche und wohl auch familiäre Dinge hinzu. ... Sie sehen, wie schwer es mir wird, darüber zu sprechen. ... Selbst mit Ohnen."

Ohr Herr Bräutigam und Ohr Herr Vater verstehen sich nicht?"

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