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Nr. 196 Erstes Matt

179. Jahrgang

Donnerstag, 22. August 1929

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Die Illustrierte _ Gießener Familienblätter

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friedr. Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.

Kein Ergebnis der Sechs-Mächte-Besprechung imHaag

Siresemanns Forderung nach Rückkehr zum Konferenzprogramm. Der kritische 1. September. - Snowden und Briand lehnen ein Provisorium ab. Fortsetzung der Verhandlungen.

Haag, 21. Aug. (Funkspruch.) Die Zusammeu- kuufl der sechs Machte am Mittwochnachmiltag dauerte zweieinviertel Stunden. Rach Ausgang der Sitzung wurde mitgeteilt, dah die Verhandlungen am Donnerstagoormittag 10 Uhr fort­gesetzt werden. Die Sitzung hat mit einer länge­ren Rede Dr. Stresernanns begonnen, die 11 Stunden dauerte. Anschließend haben Brianb und der Schahkanzler Snowden das Wort er­griffen, worauf Dr. Strefemann noch ein­mal in längeren Ausführungen erwiderte. Auf Vorschlag von vriand ist beschlossen worden, den Inhalt der heutigen Reden der Presse nicht bekanntzugeben. Der Präsident der Sitzung, der belgische Ministerpräsident 3af par, wies dar­auf hin, daß im Hinblick auf die außerordentliche Be­deutung der zur Verhandlung stehenden Fragen ein Abschluß der Aussprache heute nicht möglich sei und daß aus diesem Grunde die Verhandlungen am Donnerstag weiter f o r t g e s ü h r t werden müßten. Lin sachliches Ergebnis ist somit in der Sechsmächte-Vespre- chung nicht erzielt worden. Die internationale Presse, die sich in großer Iaht im Dinnenhofe ver­sammelt hatte, wartete mit allergrößter Spannung auf das Ergebnis der Sitzung, da man vielfach be­reits mit wichtigen Beschlüssen gerechnet hatte.

Siresemanns Forderung.

Briand undLnowden indcrAblehnung einig

Berlin, 22. Ang. (Telnn.) Heber den Verlauf der Sechs-Mächte-Besprechung am Mittwochnach­mittag, wissen Berliner Blätter nähere Einzelhei­ten zu berichten. Rach derD. A. Z." hatte dir erste Rede Dr. Stresernanns, in der er das deutsche Ansuchen begründete, folgenden Ge­dankengang:In Paris sei von den ersten Sach­verständigen der Welt anerkannt worden, dah Deutschland die Lasten des Dawespla- nes nicht tragen könne. Als Höchstmaß sei­ner Leistungsfähigkeit habe man die Zahlen des Poungplanes aufgestellt. Wenn ein Gläubiger sei­nem Schuldner bestätige, dah er zu höheren Lei­stungen nicht in der Lage sei und ihn trotzdem zu diesen höheren Leistungen zwinge, so schädige er seinen Kredit. Das treffe besonders des­wegen zu, weil die Pariser Sachverständigen mit größter Deutlichkeit darauf gedrungen hätten, den Poungplan am 1. September in Kraft zu sehen. Für die Verzögerung des Inkrafttretens und ihre Folgen für Schuldner und Gläubiger müsse jede Verantwortung abgelehnt werden. Die Haager Konferenz habe sich so ent- wickelt, dah eine solche Verzögerung tatsächlich kaum mehr zu vermeiden sei. Ebensowenig sei eine Regelung der mit der Iributfrage auf das engste zusammenhängenden politischen Pro­bleme vor dem 1. September zu erwarten, wenn nun der von den Sachverständigen vorgesehene Zeitpunkt durch die Schuld der Gläubi­ger und nicht des Schuldners nicht eingehalten werden könnte, dann müßten die Gläubiger auch die Konsequenzen tragen. Von Deutschland könne nicht verlangt werden, daß cs mehr zahle, als die Pariser Sachverständigen von ihm gefordert hätten. Es mühte also mindestens eine Regelung für d i e Zeit bis zum wirklichen Inkrafttreten des Poung- planes gefunden werden, damit Deutschland ab 1. September im höchstsa11e d i e Poung- Annuität zu zahlen habe."

Heber die Stellungnahme Briands und Snowdens melden die Blätter übereinstimmend, dah die beiden Redner den Vorschlag kühl und ablehnend ausgenommen hätten. 3m Bericht der Deutschen Tageszeitung" heiht es: 3n sehr wesent­lichen Punkten wurde der deutsche Standpunkt und die deutschen Vorschläge sowohl von Frank- reichwievonLnglandabgelehnt. Briand habe erklärt, die Voraussetzung für das Aufhören des Dawesplans seidievorherigedefinitioe Annahme desZoungplanes. Linern Pro­visorium ohne gleichzeitige Bindung Deutschlands könne ec nicht z u ft i m m e n. Richt viel besser sei Snowdens Standpunkt gewesen. DerVorwärts" berichtet: Ohne den moralischen Anspruch Deutsch­lands auf ermäßigte Lasten des Poungplanes an sich zu bestreiten, scheine Snowden das Hauptgewicht seiner Ausführungen auf die unveränderte finanzielle Forderung Englands ge­legt und sich deshalb auf den formal-juristischen Standpunkt gestellt zu haben. Falls die Konferenz scheitere, würde England Anspruch auf seinen durch den Dawesplan vorgesehenen Anteil erheben. Bri­and habe mit aller Entschiedenheit die Auffassung vertreten, daß der Dawesplan selbstver- ständlich roeitertauf en müsse. DieGer­mania" berichtet weiter, dah bei der Aussprache die

Differenz zwischen der britischen und französischen Reparationsauffassung erneut scharf zum Ausdruck gekommen sei, und daß Snowden sich gegen den Vorwurf zur Wehr gesetzt habe, daß seine Haltung an der Verzögerung der Konferenz Schuld trage. Aus der Schlußrede Stresernanns vermag dieDAZ." zu berichten, daß der Führer der deut­schen Delegation bei seiner Kritik an den Methoden der Konserenzverhandlungen darauf hingewiesen habe, daß sich der Kongreß zu einem wirklichen Kongreß wie der Rhein bei Köln zu dem in soundso viele Mündungsarme zerfallenden Rhein bei Katwijk verhalte.

Kein Entgegenkommen in der Ranmnngsfrage.

Briand vertritt die Forderungen des französischen Generalstavs.

Paris, 22. Aug. (WTB. Funkspruch.) lieber die Slellungnahm Briands in der Räumungsfrage macht der Sonderberichterstatter desMalin" im Haag folgende Angaben: Briand habe -sich sehr f e st gezeigt. Das politische Zugeständnis liege in der Tatsache, daß die vorzeitige Räumung gewünscht fei, und daß die Räumung der dritten Zone beginnen werde, sobald die Re­parationen geregelt seien. Dieser erste große Erfolg der Politik Siresemanns könne nicht durch einige Wochen Frist entwertet werden. Die zweite Zone sei Briand geneigt, vier Monate früher, also im September, räumen zu las­sen. Wenn die Engländer erklärten, daß sie ihre 5000 Mann ta hrei .M-. -«rückziehen werden, so könne man französischerseits darauf erwidern, dah man in dem gleichen Zeitraum 12 000 Mann französischer Truppen zurücknehme. Um aber die restlichen 38 000 Mann zurückzuführen, müsse mau er st Unterbringungsmöglichkeiten vor­bereiten. Das französische Oberkommando sei auch nicht geneigt, die Truppen und die unge­heuren Materialbestände im Winter zurückzu­schaffen; um die Soldaten -unfetjubringen und sie unter guten hygienischen Bedingungen zurückzu­bringen, dürfe die Räumungsoperation nicht vor dem l.März beginnen. Sie könne also nicht vor 5 e p tember 1 9 3 0 b e - endet sein. Diese Deckungsarmee müsse längs der Grenze bleiben. Man dürfe sie nicht in ferne Garnisonen zerstreuen. Briand sei nicht ge­neigt, über die Gutachten seiner militärischen Mit­arbeiter hinwegzugehen.

Pessimismus im Haag.

Man spricht von Vertagung der Konferenz.

Haag, 22. Aug. (TU.) Eine Vertagung der Konferenz zu einem späteren Zeitpunkt scheint nach dem Ergebnis der Mittwochverhandlung unmittelbar bevorzustehen. Der Ausgang der Sechs-Mächte-Besprechung hat in Haager Kon- serenzkreisen einen sehr niederdrückenden Eindruck hervorgerufen. Die Aussichten für eine Weiterführung der Verhandlungen werden im Haag sehr gering beurteilt. Die am Donners- tagvormittag erneut stattfindende Zusammenkunft der sechs Mächte dürfte kaum einen anderen Zweck haben, als die Begründung der Ver­tagung festzulegen. Die Vertagung dürfte ver­mutlich in der Form erfolgen, daß ein neuer Zusammentritt der Konferenz für Ende September oder Anfang Okto­ber an einem noch zu bestimmenden Orte in Aussicht genommen wird. Ein praktischer Aus­weg aus der völlig hoffnungslosen Lage der Konferenz besteht kaum mehr. Nirgends sieht man einen neuen Gedanken, einen neuen Vor­schlag oder eine neue Anregung, wie die Konfe­renz in ein anderes Stadium gebracht werden könnte. Es bleibt nur noch die Vertagung übrig.

Auf französischer Seite wird offenbar schon heute mit großer Sicherheit mit einer Ver­schiebung der Konferenz gerechnet. Die Verant­wortung will man naturgemäß ausschließlich auf die gegenwärtige englische Regierung abwälzen, der man rein innerpolitische Beweggründe unter­schiebt. Das Ergebnis einer Vertagung wird zunächst für Deutschland eine ernste und schwere Lage schaffen. In letzter Stunde kann vielleicht noch versucht werden, ein Pro­visorium für den älebergang vom Dawes- Plan zum Poung-Plan zu schaffen. Eine Ver­tagung würde für Deutschland heißen, dah d i e Räumung der Rheinlande auf unbe­stimmte Zeit hinausgeschoben wird, daß die fran­zösische Forderung auf eine Kontroll-Kom­mission im Rheinland bestehen bleibt, dah die Saarfrage ungeregelt ist und dah die finanzielle Lage Deutschlands gegenüber seinen Gläubigern völlig ungeklärt bleibt. Die englische Abordnung ist der un­eingeschränkten Unterstützung der gesamten öffent­lichen Meinung Englands sicher und wird bei einem Zusammenbruch der Konferenz in Lon­

don als Sieger empfangen werden. Die deutsche Regierung dürste dagegen damit in eine der schwer st en Krisen derRachkriegs- z e i t eintreten.

pariser Echo.

Paris, 22. Aug. (WTB. Funkspruch.) Lieber den Verlauf der gestrigen Vollsitzung im Haag schreibtEcho de Paris": Bezüglich der For­derung einer vorläufigen Regelung der Reparationen habe Snowden ebenso wie Briand, Mosconi und Iaspar nur eine ab« lehnende Haltung einnehmen können. Es sei klar, dah der Dawesplan weder abgeschafft, noch in seiner Wirkung ausgesetzt werden könne, bevor der Voung-Plan internationales Gesetz geworden sei. Der Reichsauhenminister habe sich darauf versteift, die Gläubiger vor eine bru­tale Entscheidung zu stellen, nämlich die: Deutschland bezahle nicht. _ Die logische Folge eines solchen Gewaltaktes hätte den un­verzüglichen Abbruch der Konferenz und die Zurückverweisung der? Deutschen auf den Dawesplan zur Folge; aber selbstverständlich seien die Gläubiger, die ihren gemein­samen Gegner und Schuldner ver­gessen hätten, einer so starken Entschlossenheit nicht fähig und hätten sich bereiterklärt, am Donnerstagvormittag eine neue Sitzung ab­zuhalten. Das sei für Strefemann ein er st er Erfolg.

London hegt keine Hoffnung mehr.

Das ungenügende Angebot Italiens.

London, 22. Aug. (WTB. Funkfpruch.) Die Morgenblätter halten die erfolglose Be­endigung der Haager Konferenz Ende dieser Woche für nahezu sicher. Sie melden über­einstimmend, dah das wertlose italienische An­gebot eine Einigung unmöglich mache. Das italie­nische Angebot hinsichtlich Erhöhung der briti­schen Kohlenlieferung an Italien sei infolge der damit verknüpften Bedingungen wertlos. Was den angebotenen Anteil an den ganz un­sicheren Zahlungen der Tschechoslowakei an Italien betreffe, so würde er weniger als ein Fünftel des Gewinnes ausmachen, den Italien auf Kosten Grohbritanniens aus dem Voungplan ziehe. Die Aussichten darauf, daß die Konferenz mit einer Vereinbarung über die Reparationsfrage enden werde, sei nur noch sehr gering. Es werde allgemein erwartet, daß die Konferenz am Samstag mit einem harmlos klingenden Kommunique ihr Ende finden werde. In dem Kommu- niqutz werde eS wahrscheinlich heißen, die Zeil sei zu kurz befunden worden, um die vom Krieg hinterlassenen finanziellen und politischen Probleme zu regeln, und die Verhandlungen müßten daher zu einem späteren Zeit« punkt wieder ausgenommen werden.

9er AmerWarl desGras Zeppe1iil"verschobM.

Defekt an derMotorengondel. - Donnerstag mittag Wiederaufstieg wahrscheinlich

kasumlgaura, 21.Aug. (Associated Preß.) 3nfolge eines geringfügigen Anfalls ist der Start des LuftschiffesGraf Zeppelin" aufgeschoben worden. Sämtliche Passagiere des Luftschiffes hatten sich um 3.47 Ahr an Bord begeben, und um 4.04 Ahr begann die Bodenmannschast denGras Zeppe­lin" aus der Luftschlfshalle herauszu­ziehen. Drei Minuten später, als das Luftschiff gerade das Freie erreicht hatte, stieß infolge eines fehlerhaften Schienenwagens die Hintere Motorgondel auf den Erd­boden auf. Durch den Stoß wurden zwei Streben gebrochen. Am 4.15 Ahr wurde das Luftschiff in die Halle zurückgebracht. Dr. Eckener stieg sofort aus und begann den Schaden zu untersuchen. Er erklärte, die Ausbesserung der Streben dürfte etwa acht Stunden dauern. Die Weiterfahrt des Luftschiffes werde voraus­sichtlich Donnerstag abend 9 Ahr, T o - kioer Zeit (1 Ahr mittags mitteleuropäische Zeit) stattfinden. Alle Fahrgäste sind vorläufig nach Tokio zurückgekehrt. Die Menschen, die in ungeheuren Scharen die ganze Rächt hindurch auf dem Flugplatz zugebracht hatten, um bei dem Be­ginn des dritten Fahrtabschnittes desGraf Zep­pelin" zugegen zu sein, waren über das Mißgeschick, das dem Luftschiff zugeftoßen war und ihre Hoff­nungen vereitelt hatte, bitter enttäuscht. Viele von ihnen harren aber auch n o chsw eiter aus und hoffen, daß ihre Geduld innerhalb der nächsten 24 Stunden belohnt werden wird. 3n der Gepäckkabine des Luftschiffes wurde gestern abend wieder ein blinder Passagier entdeckt, der sich trotz der größten Vorsichtsmaßnahmen der Wachtmannschast hatte einschleichen können. Er war, als man ihn aus feinem Versteck herausholte, halb erstickt, und wurde nach ärztlicher Hilfeleistung den Behörden übergeben.

Oer letzte Tag auf japanischem Boden. Ltartvorvereitnngcn nnd Verproviantierung.

Tokio, 21. Aug. (Associated Preß.) Die Spannung, mit der die Bevölkerung Iapans der Fortsetzung von Dr. Eckeners Welt- f l u g entgegensieht, nimmt immer mehr zu. Im Laufe des Rachmittags sind tausende und aber tausende in Sonderzügen von Tokio nach Kasumigaura geeilt mit dem festen Entschluß, die ganze Rächt auf dem Flugfeld auszuharren und dem großen Ereignis des Abflugs beizu­wohnen. Ebenso sind lange Automobilkarawanen nach dem Flugfeld unterwegs. Der Minister des Auswärtigen, Takarabe, Admiral Kato und andere Vertreter der amtlichen Kreise Ia­pans beabsichtigen ebenfalls, persönlich beim Start des Luftschiffes anwesend zu sein. Das Schiff ist auch heute nachmittag von zahlreichen Schaulustigen besichtigt worden, unter denen sich u. a. der Bruder der Kaiserin, Prinz Kuni, und Prinzesin Ve von Korea befanden. Die Passagiere und die Mannschaft des Zeppe- lins benutzten heute, soweit das Fesstrrogramm ihnen Muße lieh, die Zeit, um Einkäufe zu machen. Auch Dr. Eckener hatte angesichts der

großen Hitze den Versuch unternommen, einen weißen Sommeranzug zu erstehen, mußte aber darauf verzichten, da sich in ganz Tokio nichts fertig vorfand, was mit seiner Statur auch nur einigermaßen in Einklang zu brin­gen war.

An Stelle der in Iapan ausfcheidenden drei Passagiere werden Leutnantkommander K u s a t a vom Admiralstab der Marine und der Korre­spondent einer japanischen Nachrichtenagentur S h i r a i sowie wahrscheinlich Major S h i b a t a vom japanischen Generalstab mitfahren. Für den ersten Teil des Fluges über den Pazifik rechne! man auf Rückenwind. Tiefdruckgebiete nahe den Donin-Inseln und Sibirien, von denen die Wet­termeldungen sprechen, dürften ohne Einfluß ans die Fahrt des Luftschiffes bleiben. Im übrigen hat, wie Mitglieder der Schiffsleitung erklärten, das Luftschiff auf dem Fluge von Deutschland nach Iapan weniger als drei Viertel seines Betriebsstofstorrats aufgebraucht, so dah cs theoretisch möglich gewesen wäre, den Flug von Sibirien nach Amerika ohne Zwi­schenlandung in Iapan zu unternehmen Wie der Vertreter der Hapag erklärte, muhten während des Aufenthalts des Luftschiffs in Iapan 40 Bewerbungen um Passa « gierplätze für die weitere Fahrt wegen Platz­mangels zurückgewiesen werden.

Dr. Eckener und die Offiziere desGraf Zep­pelin" sind heute um 22.30 Llhr japani­scher Zeit (14.30 Llhr MEZ.) mit der Bahn nach dem Flugplatz Kasumigaura ab- gefahren. Die Passagiere folgten um Mitternacht in einem Sonderzug. Zur Aufstellung in der Vorratskammer des Luftschiffes wurden 50 Fla­schen Sekt, 50 Flaschen Wein sowie Whisky und Liköre aufgenommen. Der Diervorrat wurde hier nicht ergänzt. Obwohl man damit rechnet, dah der Flug über den Pazifik nur drei bis vier Tage dauern wird, nahm derGraf Zeppelin" genügend Proviant an Bord, um di« 20 Passagiere und 41 Mann der Besatzung sechs Tage lang voll verpflegen zu können Auch eiserne Rationen für den Notfall sind ausgenommen worden. Der Proviant, ist in Metallbehälter verpackt und wird durch Trocken« eis frisch erhalten Für das Mittagessen des er st en Flugtages ist folgendes Me« nu vorgesehen: Gänseleberpastete, Kraftbrühe, ge- dämpftes Huhn, Spargel und sonstiges Gemüse, Salat, Speiseeis und Obst. Zahlreiche Privat­personen und Geschäftsfirmen fertigten noch in den späten Nachmittagsstunden in aller Eil« d ie letzte Post für das Luftschiff ab, das im ganzen 5700 Postsachen für Amerika und Europa mitnimmt.

Auf der Oatumsgreuze.

Berlin, 21. Aug. (Priv.-Tel.) Die Heber- querung de s Stillen Ozeans durch den Graf Zeppelin" ist die erste Fahrt dieser Ar! in der Weltgeschichte und die ssrößte Ueberwasser- reise, die jemals gemacht worden ist. Es steht noch nicht fest, welchen Kurs Dr. Eckener einschlagen will und wie sich seine Dispositionen während der Fahrt stellen werden. Die Entfernung, die das Luftschiff auf der dritten Etappe seines Welt­fluges zurückzulegen hat, beträgt, wenn es den kürzesten Weg einschlagen kann, von Tokio nach San Diego rund 1 0 400 Kilome­ter. Dabei ist allerdings eine Abbiegung