Die landwirtschaftliche Fortbildungsschule.
Don Foribildungöschullehrer Steinmann.
Unsere gesamte Volkswirtschaft befindet sich in einer schweren Krisis. Das eigentliche Zeitproblem ist aber, die landwirtschaftliche Ernte zu steigern. Darin gleicht unsere Zeit derjenigen vor fast hundert Jahren. Und heute wie damals wird die einzige Rettung von der Seite berkommen, von der der Mensch dem Menschen beistehen kann in allen seinen Röten, nur durch das Wissen. Damals wurde dem Volke durch die Tat Liebigs geholfen. Die Kenntnis (also Wissen) und die Befolgung seiner Lehren brachte eine Ertragssteigerung von über 30 v. S). Und heute schreit wieder das Leben unseres Volkes — und mehr oder minder das aller europäischen Völker — danach, die Ernte neuerdings um ein weiteres Drittel zu steigern. Dies ist, trotz aller gegenteiligen Ansichten, die brennendste Aufgabe, deren Lösung alle anderen, sowohl die sozialen, wie wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Aufgaben in sich schließen würde. Rasttos arbeiten Wissenschaft und Technik daran, diese Aufgabe zu lösen. Was nützen aber alle fortschreitenden Erkenntnisse von Wissenschaft und Technik, wenn ie nicht in die Tat umgesetzt, d. h. nicht zum Allgemeingut unserer gesamten deutschen Landwirt- chaft gemacht werden können. Daß die Lösung der Aufgabe auf diesem Wege möglich ist, beweisen die durchgehends hohen Ernten, die heute in neuzeitlich bewirtschafteten Großbetrieben bereits erzielt werden. Darum gilt in Fachkreisen die durchaus begründete Annahme, daß Deutschland nicht nur seinen Bedarf an den wichtigsten Rahrungs- und Futtermitteln selbst zu erzeugen und damit seine dichte Bevölkerung im wesentlichen mit eigenen Erzeugnissen zu ernähren im Stande sei, sondern darüber hinaus von einzelnen Erzeugnissen noch erhebliche Mengen für den Export verfügbar gemacht werden könnten. Wenn man nun bedenkt, daß 95 o. H. aller deutschen landwirtschaftlichen Betriebe zu den Parzellen-, klein- und mittelbäuerlichen Betrieben (unter 20 Hektar) gehören, so ist ohne weiteres klar, daß der Schwerpunkt der landwirtschaftlichen Erzeugung demnach bei den Betrieben unter 20 Hektar Größe liegt. So ist also letzten Endes das Ernährungsproblem (das landwirtschaftliche Produktionsproblem) eine Frage der Ausbildung des kleinen und mittleren Landwirts. Es steht unbestreitbar fest, daß eine Erhöhung der Gesamternte nur durch bessere Allgemeinbildung und vor allem bessere Fachausbildung der deutschen Landwirtschaft geschehen kann. Auf der einen Seite müssen Landwirtschaftskammer, Landwirtschaftsämter, landwirtschaftliche Vereine, land- wirtschaftlicbe Beratungsstellen und alle sonst dazu berufenen Personen und Körperschaften eine rastlose Tätigkeit für die fachliche Aufklärung und Weiterbildung der älteren landwirtschaftlichen Generation entfalten. Auf der anderen Seite dagegen muß der schulpflichtigen Generation gründlicher systematischer Fachunterricht bargeboten werden. Den Wert einer guten Bildung haben wohl die Führer der Landwirte klar erkannt, und sie betonen dies in Wort und Schrift (u. a. besonders Hepp, Präsident des Reichslandbundes), nicht aber die große Masse der kleineren und mittleren Landwirte. Um sie schwebt noch immer der Nimbus einer gewissen Bildungsfeindlichkeit. Diesen Glauben zu zerstören und sich als ein Stand zu zeigen, der weiß, was ihm nottut, sollte das erste Werk der Selbsthilfe fein.
Don obiger Erkenntnis und der Tatsache ausgehend, daß Über 90 Prozent aller Landwirts- söhne nicht die Mittel oder das geistige Interesse für den Besuch einer landwirtschaftlichen Schule aufbringen konnten, war es Pflicht des hessischen Staates, dem 2luf - und Ausbau des ländlichen oder landwirtschaftlichen Fortbildungsschulwesens erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist nun auffällig, daß gerade aus der Landwirtschaft selber, der doch notwendige Hilfe gebracht werden sollte, dieser Schulgattung Gleichgültigkeit, wenn nicht Ablehnung entgegengebracht wurde. Ich bin so kühn zu behaupten, daß in erster Linie die Ankenntnis dieser neuen Einrichtung schuld an der verkehrten Einstellung war, oder noch ist. Gewiß spielen auch noch andere Momente eine Rolle, Gleichgültigkeit, Geringschätzung der geistigen Bildung, geringe Erfolge der alten ländlichen Fortbildungsschule, der Entzug von Arbeitskräften, wenn auch nur für kurze Zeit usw. Bei keinem anderen Berufsstand haben wir etwas derartig Auffälliges erlebt. Mit Freuden haben sie sich die staatlichen Einrichtungen in dieser Beziehung zunutze gemacht, um chrem beruflichen Rachwuchs eine bessere fachliche und allgemeine Bildung geben zu lassen. Alle sind sich des Wertes einer solchen Bildung bewußt und halten an dem Grundsatz fest, daß Sparen an her Ausbildung falsch angetoa ndte Sparsamkeit ist. And wie viel mehr hat doch der heutige Landwirt größere und mannigfaltigere Kenntnisse notwendig, als
irgendein gewerblicher oder selbst kaufmännischer Beruf. Die Landwirtschaft, die noch vor 100 Jahren ein einfaches, sehr tiefstehendes Gewerbe- war, ist heute eine Kunst, im wahren Sinne des Wortes, eine Wissenschaft geworden. And trotzdem wirtschaftet die übergroße Mehrzahl der Landwirte in den bäuerlichen Betrieben noch ohne jede besondere Berufsausbildung, „fast wie zu Großväter Zeiten". Es kann nicht oft und genug betont werden, daß eine bessere Allgemeinbildung und eine sachlich theoretische Ausbildung neben der praktischen für den Landwirt der heutigen fortgeschrittenen und anspruchsvollen Zeit zur zwingenden Rotwendigkeit geworden sind.
Dem will nun die neue landwirtschaftliche Fortbildungsschule an ihrem Teil gerecht werden. 3m Gegensatz zu den landwirt- . schäftlichen Fachschulen will sie aber nicht nur Fachwissen vermitteln. Dem steht, außer anderen Momenten, die große Jugend, damit die mangelnde geistige Reife und die geringe praktische Erfahrung der Schüler entgegen. Für die landwirtschaftliche, wie für jede andere Fortbildungsschule steht in erster Linie der Schüler und nicht der Lehrstoff hn Mittelpunkt des Unter* richts. Heber jede Fach- und Berufsausbildung geht die Entwicklung der Persönlichkeit. Persönlichkeitsbildung ist das Hauptziel, das Fachliche und Berufliche muh sich dem unterordnen. Aber trotzdem können wir nur durch die Fach- oder Berufsausbildung zur Persönlichkeitsentwicklung kommen. So ist und bleibt die landwirtschaftliche Fortbildungsschule Berufsschule, wenn auch die Person des Schülers und damit allgemein erzieherische Gesichtspunkte in den Mittelpunkt gestellt und von ihnen ausgegangen wird. Das besagt aber, daß die richtige Erteilung des Unter» richts in Derufskunde, also in Landwirtschaftskunde, sehr bedeutsam ist und daß sich alles um dieses Sachfach gruppiert. Richt aber besagt es, wie es leider oft aufgefaßt wird, daß der Unterricht in der Berufskunde eine verwaschene, landwirtschaftlich gerichtete Raturkunde, darstellen soll. Weit schlimmer ist es noch, wenn lückenhafter, inhaltloser Sachunterricht und dazu noch als Gelegenheitsunterricht getrieben wird. Es muß unbedingt an der Erteilung von ausgesprochener L a n d w i r 1 s ch a f t s - künde festgehalten werden. Es mag sein, daß bei vielen Kollegen die landwirtschaftliche Derufskunde oder Raturkunde statt Landwirtschaftskunde treiben, es nur ein Streit um Worte ist. Allerdings soll 'auch nicht verhehlt werden, daß manche Lehrer aus bestimmten Gründen und mit voller Absicht nur eine landwirtschaftlich gerichtete Raturkunde erteilen. Diese gehen darin sogar soweit, daß sie z. D. das Rährstoffbedürfnis der Pflanzen im Anterricht besprechen, es aber als „Fachunterricht" ablehnen, auch nur die wichtigsten künstlichen Düngemittel hierbei zu nennen. Solcher Anterricht gehört in die Bolksschule. Wie schon weiter oben ausgeführt, wird auch von Erteilung einer strengen fachwissenschaftlichen Landwirtschaftslehre aus verschiedenen Gründen — deren wichtigste die mangelnde Zeit und die geringe geistige Reife der Schüler sind —, Abstand genommen werden müssen. Es soll aber der Schüler der landwirtschaftlichen Fortbildungsschule Landwirtschaftskunde hören, die nur dem Grad nach von Landwirtschaftslehre verschieden ist. Es wird in der Hauptsache, nach Lage der Dinge, Elementarunterricht sein, der logisch, methodisch und systematisch aufzubauen wäre. Das schließt aber die Behandlung von reinen Fachfragen nicht aus, denn es ist m. E. ein Anding, sowohl pädagogisch, als auch praktisch gesehen, daß man dem Schüler ängstlich Fachfragen oder Fachwissen verschließen will. Dafür ist — ich betone das nochmal —, einzig und allein der Schüler maßgebend. Was nützen den Schüler z B. alle landwirtschaftlichen Raturkenntnisse und »ertenntniffe, wenn sie nicht in enger Beziehung zu seinem Berus stehen, oder systematisch gebracht werden. In keiner anderen Berufsschulgattung will man auch auf halbem Weg stehen bleiben. Darum auch in der landwirtschaftlichen Fortbildungsschule Fachwissen in bestimmten, oben näher bezeichneten Grenzen. Aber noch aus dem Grunde ist Landwirtsschaftskunde notwendig, weil leider heute noch für etwa 91 Prozent aller landwirtschaftlichen Schüler die Fortbildungsschule den Abschluß ihrer Schul- und Lernzeit dar stell t. Richt soll damit gesagt werden, um es noch besonders zu betonen, daß die landwirtschaftliche Fortbildungsschule die landwirtschaftliche Schule verdrängen oder ersetzen soll. Das Gegenteil ist richtig. Jedem Schüler sollte der Besuch der landwirtschaftlichen
Schule evtl. durch öffentliche Mittel ermöglicht werden. Aber auch dann ist
nach dem Urteil vieler Sachverstänölgen Landwirtschaftskunde in der Fortbildungsschule als Grundlage und Vorbereitung für den Anterricht in der Landwirtschaftlichen Schule erforderlich. Auch hier könnten dann die Anterrichtsergebnisse noch wesentlich gesteigert werden. Zusammenfassend kann also über das Ziel des landwirtschaftlichen Anterrichts in der Fortbildungsschule gesagt werden: daß man in erster Linie alle Grundlagen des landwirtschaftlichen Lebens nach wissenschaftlichen Methoden in eingehender Behandlung zu völliger Klarheit zu bringen versuchen muß. Grundsätzlich muß noch betont werden, daß die völlige Klärung aller richtunggebenden berufskundlichen Fragen nach ihrer geologischen, biologischen, physiologischen und chemischen Seite hin, möglichst durch praktische Versuche und Anterweisungen in der Ratur, erfolgen sollen. Daher ist besonderes Gewicht auf Bodenuntersuchungen, Düngungs- und Vegeta- tionsversuche, tierische und pflanzliche Schädlingsbekämpfung usw. zu legen. Ein solcher landwirtschaftlicher Anterricht in der Fortbildungsschule wird den Schüler an scharfe Beobachtung und an klares Denken gewöhnen. Er gibt ihm die Heber- zeugung von der Bedeutung des landwirtschaftlichen Fachwissens, wird ihn zudem in der praktischen Anwendung des im Unterricht Erarbeiteten üben, und der Einfluß auf den praktischen Betrieb der Landwirte wird zweifellos zunehmen. Der so geschulte Iungbauer wird als späterer praktischer Landwirt den fachwissenschaftlichen Lehren der Landwirtschaft nicht mehr hilflos gegenüberstehen. Die Unsicherheit in der Anwendung von Kunstdünger, die Verständnislosigkeit gegenüber einer modernen Bodenbearbeitung, die Gleichgültigkeit gegenüber der Verwendung von hochgezüchtetem Saatgut und besonders die Richtanwendung der Schädlingsbekämpfungsmittel und noch andere Uebelstände sollen und werden unbedingt verschwinden.
Allerdings sind noch eine Reihe von Voraussetzungen zu erfüllen, bevor der Fortbildungsschullehrer in dieser Art mit Erfolg Landwirtschaftskunde betreiben kann. So geht aus dem oben Gesagten mit aller Deutlichkeit hervor, daß ein solcher Unterricht nur von psychisch geeigneten und besonders vorgebildeten hauptamtlichen Lehrkräften erteilt werden kann. Don weiteren Ausführungen über die Lehrerpersönlichkeit, besonders auch über seine Vor- und Ausbildung, sowohl nach der praktischen, als der theoretischen Seite hin, soll hier aus ganz bestimmten Gründen abgesehen werden. Rur soviel sei noch gesagt, daß hier, mehr als bei jeder anderen Schulgattung, die landwirtschaftliche Fortbildungsschule mit der Lehrerpersönlichkeit steht oder fällt. Zur erfolgreichen Durchführung des landwirtschaftlichen Unterrichts gehört neben dieser wichtigen Frage von überaus weittragender Bedeutung aber die Erfüllung noch anderer grundsätzlicher Fragen. Sie sollen im Folgenden noch kurz skizziert werden. Vor allem muß eine noch schärfere Trennung nach Berufen, mehr als wie es jetzt schon geschieht, durchgeführt werden. Aus der ländlichen muh eine landwirtschaftliche Fortbildungsschule werden. Die Schüler anderer Berufe erschweren durch ihr oft mangelndes Interesse den landwirtschaftlichen Unterricht, weil sie nicht das notwendige Mindestmaß von gleichem Denken, Fühlen und Wollen haben. Weiterhin dürfen die Klassen aus bekannten Gründen auch nicht zu klein sein. Klassenstärken von 20 bis 30 Schüler gewährleisten in der Regel das erfolgreichste Arbeiten. In den meisten Fällen wird man daher zur Bildung von sog. Landwirtschaftlichen Bezirks-Fortbildungsschulen schreiten müssen, d. h. die Schüler mehrerer Orte werden an einem zentral gelegenen Orte zusammengefaht. Dann fallen auch die finanziellen Bedenken wegen Anstellung hauptamtlicher Lehrkräfte fort, da eine einfache Rechnung den geringeren Kostenpunkt dieses Unterrichts gegenüber dem seitherigen nebenamtlichen Unterricht ohne weiteres beweist. Staat und Gemeinden würden also außer den oben gekennzeichneten volkswirtschaftlichen auch noch geldliche Vorteile erwachsen. Durch Einrichtung der Bezirksfortbildungsschulen könnte man dann auch der anderen noch zu lösenden Schwierigkeiten mit Leichtigkeit Herr werden, als da sind: genügende Lehrmittel, zweckentsprechendesAnschau- ungsmaterial, Modelle, Apparate und Chemikalien zu Lehrer- und Schülerversuchen, Lehrgräsergarten, Versuchsfeld, landwirtschaftliche Fachzeitschriften usw., um auch hier nur das Wichtigste zu nennen.
Damit sei im wesentlichen die Rotwendigkeit und die Voraussetzungen für die Erteilung von L a n d w i r t s ch a f t s k u n d e in der Landwirtschaftlichen Fortbildungsschule dargestellt. Selbstverständlich konnte dieses Problem als Mittel zur beruflichen Ertüchtigung der Jungbauern, da es so weitschichtig und vielseitig ist, im Rahmen dieses Aufsatzes unmöglich erschöpfend behandelt werden. Aber es konnte und sollte gezeigt werden, welche Ausgaben sich die
neue landwirtschaftliche Fortbildungsschule gestellt hat und wie diese zu erreichen sucht. Qln der Landwirtschaft selber liegt es nun, die Anfänge dieser, ihrer landwirtschaftlichen Fortbildungsschule vor allem durch Bejahung einer guten und gründlichen Berufsausbildung zu dem werden zu lassen, was sie sein soll, nämlich das Mittel einer erziehlichen Beeinflussung und beruflichen Vor- und Fortbildung der breiten Masse unserer 3ungbauem.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
V Mainzlar, 20.3uli. Gestern fand bei guter Beteiligung ein Rundgang durch d i e Gemarkung in Anwesenheit des Landwirtschafts-Direktors Trautmann, Grünberg, statt. Cs wurden sämtliche Felder besichtigt und an Ort und Stelle über Düngungsfragen, sowie Schädlingsbekämpfung in eingehender Weise referiert. Rach Schluß des Rundganges, der fast den ganzen Rachmittag in Anspruch nahm, wurde noch eine Besichtigung des in der feuchtesten Lage gelegenen Wiesengeländes vorgenommen. Rach Ausführungen von Direktor Trautmann wäre eine Trockenlegung' zum Teil wohl möglich, aber diese Maßnahme mit gan- erheblichen Kosten verknüpft. Der vor unserer Feldbereinigung durch dieses Gelände fließende sog. „Erlgraben" mit seinen vielen Quellen wurde bei der Bereinigung unbegreiflicherweise einfach zugeschüttet.
+ Londorf, 21. Juli. Zum dritten Male tritt der ländliche Reit- und Fahroerein Rabenau mit einem Reit- und Fahr- Wettbewerb vor die Oeffentlichkeit, und zwar am 27. und 28. Juli in Londorf. Die Veranstaltung steht unter der Oberleitung des Rittmeisters a. D. Freiherrn Roeder v. Diersburg. Am (Samstagabend findet eine Begrüßungsfeier und am Sonntagabend die Preisoerteilung und Reiterabend statt. Die Reit- und Fahroeranstaltungen werden am Sonntagnachmittag auf dem herrlich gelegenen Reitplatz abgehalten. In diesem Jahre wird zum ersten Male auch den Fahrern in ausgedehntem Maße Rechnung getragen und man darf auf eine verstärkte Beteiligung hierbei rechnen, da durch die Achenbach-Fahrkurse eine große Zahl ausgebildeter Fahrer in den Vereinen vorhanden ist. U. a. sind folgende Vorführungen geplant: eine historische Reiterquadrille, geritten von acht ehemaligen Ka- valleristen, Vielseitigkeitsprüfung im Gelanderitt, Reiterprüfung in Klasse A und Fahren mit Kutsch, wagen, Abteilungsvorreiten. Dazu sind neun Abteilungen gemeldet: Wero-ertshausen-Rüddingshau- sen, Geilshausen, Weitershain, Großen-Buseck, Lich, Büßfeld, Wettertal, Grünberg und Nieder-Ohmen. Ferner gibt es ein Hindernisrennen, sowie ein Glücksjagdspringen, bei dem jeder so lange springt, bis er einen Fehler macht, Schauvorfahren ländlicher Gespanne im Kutschwagen, Schaufahren eines Warmblut-Viererzuges in Landanspannung, ebenso eines Kaltblut-Viererzuges im Defonomie« wagen, sowie Eignungsprüfung für Arbeitsge- spanne im Oekonomiewagen.
Lich, 22.3uli. Die Anmeldungen für alle Diehgattungen zum Licher Sommermarkt am Mittwoch, 2 4. 3uli, haben sich in den letzten Tagen derart erhöht, daß der Markt zu einem bedeutenden Ereignis der Stadt Lich zu werden verspricht. Bei der vom Landwirtschaftskammer-Ausschuß veranstalteten Versteigerung von Bullen, Ebern und Schafböcken gelangen hochwertige Zuchttiere zum Verkauf. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen.
Kreis Friedberg.
pb. Butzbach, 21. 3uli. Gestern abend geriet auf dem Bahnhof Griedel ein Mann unter die Lokomotive des nach Bad-Rauheim fahrenden Zuges, wobei er sehr schwer verletzt wurde. Der dort kreuzende und nach Butzbach fahrende Zug nahm den Verletzten mit, von wo er in das 3ohanniterhospital in Rieder- Weisel verbracht wurde, wo er einer Operation unterzogen werden mußte. Rach Angaben von Augenzeugen soll der Verunglückte absichtlich vor der absahrendenLokomotive das Gleis betreten haben, um sich vermutlich das Leben zu nehmen. Der Verletzte soll in Mainz beheimatet sein. Er dürfte schwerlich mit dem Leben davonkommen.
Kreis Büdingen.
ch Ortenberg, 21. Juli. Wie erinnerlich, wurde im 3ahre 1922 der Förster Maul auS Wenings in seinem Revier erschossen aufgefunden. Der Mord rief damals große Aufregung in der Bevölkerung hervor, es gelang aber nicht, des Mörders habhaft zu werden. Run hat der berüchtigte Wilderer Carl Klipper aus Ober-Seemen, der am 25. 3uni bei Gelnhausen von einem Förster, der ihn wildernd antraf, angeschossen wurde, auf seinem Sterbebette gestanden, den Förster Maul im 3ahre 1922 erschossen zu haben, als er von ihm beim 3agdfrevel überrascht wurde.
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