Ausgabe 
21.9.1929
 
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B Am ©etbmarft trat nach einer Der» ung wieder eine Erleichterung ein. De- wenig verändert.

Wochenbericht

vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Dei durchweg stärkerem Auftrieb in allen Dieh- »attungen hatte der Frankfurter Schlachtvieh- markt regeres Geschäft zu verzeichnen, doch hielten sich die Preisveränderungen m be­scheidenen Grenzen. Rur Rinder waren star­ker vernachlässigt und mußten sich kleine Preis- einbußen gefallen lassen. Am Rinder markt war der Auftrieb etwas größer, als in der Vor - Woche. Rach langsamem Handel verblieb lieber- stand. Der Abtrieb nach auswärts war stark. Trotzdem seit längerer Zeit wieder gute Quali­täten am Markte waren, gaben die Preise etwas nach. Kälber hatten etwas regeres Geschäft vufzuweisen, was aber in der Preisgestaltung nicht sonderlich zum Ausdruck fam; die Preise naben eher etwas nach. Der Markt wurde ge­räumt. Schafe hatten bei etwas größerem Auf­trieb ruhiges Geschäft, und bei nachgebenden Preisen verblieb geringer lieberstand. Ruch in Schweinen war das Geschäft in dieser Woche etwas reger, trotz des größeren Auftriebs. Für allerbeste Ware konnten etwas höhere Preise erzielt werden, während die übrigen Qualitäten nut behauptet blieben. Rach regem Handel wurde nusverkauft. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1807 Rindern, darunter befanden sich 335 Ochsen, 117 Dullen, 729 Kühe und 532 Färsen, ferner nus 1726 Kälbern, 201 Schafen und 4920 Schwei­nen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergan­genen W»che waren 71 Rinder, 53 Kälber, 28 Schafe und 212 Schweine mehr angetrieben

Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht m Mark: Ochsen Al 58 bis 60, A2 54 bis 57, Bl 48 bis 53. Dullen A 53 bis 56, B 48 bis 52. Kühe A 45 bis 47, B 40 bis 44, C 34 bis 39, D 28 bis 33. Färsen A 58 bis 60, B 54 bis 57,

C 48 bis 53. Kälber B 77 bis 80, C 73 bis 76,

D 66 bis 72. Schafe A 47 bis 51, B 40 bis 46,

C 30 bis 39. Schweine B 87 bis 90, C 88 bis

91, D 87 bis 90, E 85 bis 88. 3m Vergleich mit den Preisen der vorigen Woche gaben Ochsen und Kühe je 2 Mark, Färsen, Kälber und Schafe je 1 Mark nach, während Schweine teilweise eine Mark gewinnen konnten bzw. gut« behauptet blieben.

Wochenbericht

vom Frankfurter produktenmarkt.

' An den beiden Hauptmarkttagen war kein re­geres Geschäft zu verzeichnen. Die Auslandmärkte machten kaum einen Eindruck. Die Händler blie­ben zurückhaltend, da sich Rachfrage in spär­lichem llmfange einstellte. Auch das Angebot war nicht groß. Preisveränderungen traten kaum ein. Rur am Mehl markt ergaben sich bei schleppendem Geschäft Rückgänge bis zu einer viertel Mark. Roggenmehl blieb bei einiger Rachfrage gut gehalten. Etwas 3nteresse konnte man am Futtermittelmarkt für Weizen- und Roggenkleie feststellen. Mais für Futter­zwecke lag im Angebot und etwas niedriger. Dei einem Vergleich gegenüber den Preisen vom 12. September waren Weizen, Roggen, Sommer­gerste, Hafer inL, Roggenmehl, Weizen- und Roggenkleie gut behauptet. Dis zu einer viertel .Mark schwächer lagen Mais und Weizenmehle. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 25 bis 25,10, Roggen 19,90 bis 20. Sommergerste 21 bis 21,50, Hafer inl. 18.75 bis 19, Mais für Futterzwecke 20 bis 20,50, Weizen­mehl 38 bis 38,50, Äiederrh. 38 bis 38,50, Rog­genmehl 28,25 bis 30,00, Weizenkleie 11,50, Rog­genkleie 11,50.

* Frankfurter Sparkasse von 1 82 2. 3n Sparerkreisen wird das Gerücht verbreitet, daß die Frankfurter Sparkasse von 1822 an den Verlusten der Frankfurter Allgemeinen Versiche- rungs-A.°G. beteiligt sei. Die Frankfurter Spar­kasse weist darauf hin, daß 1. die Frankfurter Sparkasse von 1822 an keinen Verlusten der Frankfurter Allgemeinen oder der Südwestdeut­schen Dank A.-G. beteiligt ist, 2. die Sicherheiten der Frankfurter Sparkasse laut einer Ende vori­gen 3ahres stattgefundenen Verbandsrevision durchaus gute und klare sind und volle Gewähr für die Sicherheiten sämtlicher Spareinlagen bie­ten, 3. die Frankfurter Sparkasse im übrigen durch einen besonderen Garantievertrag mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband ge­sichert ist.

* Großer Auftrag für die Dasalt- rndustrie. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft vergab einen großen Auftrag an die Deutsche Dasalt- und Steinschlagindustrie, Wissen. 3n diesem 3cchre liefert die Firma 600 000 Kubik­meter Dasalt, während im nächsten 3ahre die

Zahl auf 1,2 Millionen Kubikmeter steigen torrb. Der Auftrag macht eine Summe von 11 Mill. Mark aus und bedeutet für die in Rot befind­liche Steinschlagindustrie des Westerwaldes eine wesentliche Hilfe.

Das Ruhlandgeschäft der 3. -G. - Farben. Zu den verschiedenen Aeuherungen. die in der deutschen Presse die Deziehungen zwischen der 11. d. S. S. R. und der 3.-G.-Farben- industrie A.-G. behandeln und welche zum Teil der tatsächlichen Lage widersprechen, teilt das Pressebureau der Handelsvertretung der 11. d. S. S. R. in Deutschland mit: Der am 21. September 1926 mit der 3.-G.-Farbenindustrie auf drei Jahre abgeschlossene Vertrag über die technische Hilfe und Kontingentbeteiligung der 3.-G. an der Einfuhr von chemischen Produkten nach der 11. d. S. S. R. läuft am 21. September 1929 ab. Es handelt sich also nicht um einen Konzessions­vertrag, sondern um einen Vertrag der charak­terisierten Art. Der Vertrag war befristet, und es kann in keiner Weise davon gesprochen werden, daß der Vertrag gelöst wird, sondern der Ver­trag ist abgelaufen. Die Leistungen der 3.°G. auf dem Gebiete der technischen Hilfe haben bei weitem nicht den im Vertrage vorgesehenen Um­fang erreicht. Die Erfahrungen der drei Ver­tragsjahre ermuntern die 11. d. S. S. R. nicht, einen neuen Vertrag auf der Grundlage des alten Vertrages mit der 3.-G. abzuschliehen. Cs ist keineswegs richtig, von einem Abbruch der Beziehungen der 11. d. S. S. R. mit der 3.--G. zu sprechen. Die Handelsvertretung nimmt an, daß die Bedingungen der 3.-G. es möglich machen werden, die Geschäfte mit der 3.-G. ohne Unter­brechung weiterzuführen und freundliche Dezie­hungen ausrechtzuerhalten.

Frankfurter Börse.

F r a n k f u r t a. M., 21. Sept. Tendenz: geschäfts­los. Die heutige Börse eröffnete zum Wochen- schluß in lustloser Haltung. Die Unterneh­mungslust war wieder auf ein Minimum begrenzt, da die gestrigen vagen Gerüchte hinsichtlich neuer Insolvenzen dem heutigen Markte einen bitteren Nachgeschmack gaben. Hinzu kamen noch schwache Ausländbörsen, der unverändert anhaltende Order­mangel, sowie der etwas angespanntere Geldmarkt, die einen nachteiligen Eindruck ausüben. Das Ge­schäft war sehr klein, doch zeigte sich im Grundton der Börse eine gewisse Widerstandsfähigkeit, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse nur in einigen Äusnahmefällen größere Verluste eintraten. Stärker gedrückt eröffneten am Elektromarkt Bergmann mit minus 3,5 v. H., Siemens mit minus 2 v. H. und Chadeaktien mit minus 2 Mark. AEG. blieben gut behauptet. Am Chemiemarkt lagen I.-G.-Farben vernachlässigt und 1,25 v. H. niedriger. Dagegen Rüt- gerswerke 0,50 v. H. höher. Am Montanmarkt war die Umsatztätigkeit bescheiden, die Verluste gingen im allgemeinen nur bis zu 1,25 v. Sj. Nur Rheinstahl lagen etwas stärker gedrückt mit minus 2 v. H. In Glanzstoffaktien kam das in den letzten Tagen ver­stärkte Angebot zum Stillstand. Es bestand vielmehr kleines Interesse, und dieses Papier war bei der ersten Notierung gut behauptet. Zellstoffwerte bis 1 v. H. niedriger. Die Nebenmärkte lagen geschäfts­los bei leicht abbröckelnden Kursen. Auch im Ver­laufe war das Geschäft sehr klein, bei weiter etwas abbröckelnden Kursen. Nur Siemens waren etwas mehr angeboten mit minus 4 v. H. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld mit 6,5 v. H. unver­ändert belassen. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,20025, gegen Pfund 20,355, London gegen Kabel 4,8462, gegen Paris 123,8550, gegen Mailand 92,65, gegen Madrid 32,82, gegen Holland 12,0880.

Berliner Börse

Berlin, 21.Sept.Die heutige Börse hatte noch weniger Geschäft aufzuweisen als gestern. Da an- geblich seitens der Provinzkundschaft neue Verkaufs­aufträge eingetroffen waren, war die Tendenz zu den ersten Kursen meist etwas schwächer. Man sprach auch von weiteren kleinen Exekutionen, größtenteils aber wohl freiwilliger Natur, die im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten bei der Bankfirma Sigmund Sternheim vorgenommen wurden. Anregungen nen­nenswerter Art logen nicht vor, und so beschäftigte man sich mehr als sonst mit dem Verkehr an den internationalen Börsen. Besonders für London rechnet man unter dem Eindruck der Hatrepaffäre mit einem schwächeren Verlauf, was sich hier beson­ders in der Kursbewegung der Polyphonaktie aus- drückte. Diese eröffnete 5,75 v. H. niedriger und ver­lor gleich nach der Notiz weitere 4 v.H. Auch Svenska setzten 5 Mark niedriger ein. Sonst betrugen die Rückgänge im allgemeinen nur 1 bis 2 v. H. RWE. verloren 3d. H., Bemberg 5 v. H. und Akkumulatoren 5,75 v. H. Deutsche Anleihen lagen ziemlich behaup­tet. Auch Ausländer waren nur wenig verändert. Pfandbriefe geschäftslos. Der Geldmarkt war etwas leichter. Tagesgeld 6,75 bis 9 v. H. Monatsgelt 9 bis

10,5 v. H., Warenwechsel etwa 7,75 v. H. Im Ver­laufe verstimmten die neuen Rückgänge in Kunst­eidenwerten. Glanzstoff verloren 6,5 v. H. Die Spe­kulation schritt zu Glattstellungen, auch scheint weiter exekutiert zu werden, so daß bei Papieren wie Salz­detfurth, Siemens, Schubert & Salzer Rückgänge von 2,5 his 3,5 d. H. eintraten. Svenska verloren weitere 3 Mark, Polyphon logen 5 v.H. niedriger. Daß die Zahlen der heute zur Veröffentlichung kom­menden Außenhandelsbilanz eine stärkere Aktivität auf weisen, war der Börse noch nicht bekannt.

Buntes Allerlei.

Die wunderbare Geschichte eines Goldlagers.

Die Pariser Zeitungen veröffentlichen folgende geheimnisvolle Geschichte über das Vorhanden­sein eines reichen Goldlagers in Mazedonien. 3m 3ahre 1890 habe ein junger ungarischer Of­fizier. Vladiglav Kasinsky. von der türkischen Regierung den Auftrag erhalten, eine Karte von Mazedonien zu entwerfen. Kasinsky, der in aller Heimlichkeit arbeitete, ersuchte den Wahli von Mazedonien um die Erlaubnis, wissenschaftliche Untersuchungen zur Bestimmung von Mineralien vornehmen zu dürfen. Wan wußte zwar nicht, was er entdeckt hatte, doch war man in Saloniki über den schnell wachsenden Reichtum des jungen Offiziers erstaunt. So verbreitete sich das Ge­rücht, Kasinsky hätte eine Goldader gefunden, in deren Rähe er sich ein Haus habe bauen lassen. Sultan Abdul Hamid ließ den Goldgräber ver­haften und das Haus niederreißen. Hierbei fand man Goldbarren von einem Gewicht von 250 kg. 3n Konstantinopel gab der Offizier seinen Fund zu und lieferte dem Sultan den Plan des Gvld- lagers aus, worauf er in Freiheit gesetzt wurde. Der Plan erwies sich jedoch als gefälscht. Da der Offizier inzwischen die Flucht ergriffen hatte, blieb die Fundstelle des Goldes ein Geheimnis. Rach dem Weltkriege machte Kasinsky unzählige Versuche, um die Ermächtigung zu neuen Rach­forschungen zu erhalten. Auf Befehl des Königs Konstantin von Griechenland wurde in der Rähe des Dorfes Kiul-Armosak eine dreißig Meter tiefe Grube ausgehoben, aber alle Demühungen blieben erfolglos. Erst in letzter Zeit wurden, wenn man den Meldungen Glauben schenken darf, die rastlosen Anstrengungen Kasinskys von Er­folg gekrönt. Wit Hilfe einer englischen Gesell­schaft soll er das Lager wiedergefunden haben. Ein riesiger Goldbarren wurde der Rational­bank von Athen zur Untersuchung eingereicht.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 22. Sept., von 171/« bis 223/4 Uhr: Die Meistersinger von Rürn- berg. Montag, 23., von 20 bis gegen 221/2: Tosca. Dienstag, 24., von 20 bis 22: Orpheus und Eurydike. Mittwoch, 25., von 19'/» bis gegen 221/z: Die verkaufte Braut. Donnerstag, 26., von 20 bis 221/2: Schwanda, der Dudelsackpfeifer. Freitag, 27., von 19'/. bis 22'/2: Die Jüdin. Samstag, 28., von 19'/2 bis gegen 22l/2: Hoff­manns Erzählungen. Sonntag. 29., von 19', 2 bis 23; Aida. Montag, 30., von 19'/, bis 223/4: Die Fledermaus.

Schauspielhaus. Sonntag, 22. Sept., von 20 bis 23,45: Pariser Leben. Montag, 23., von 20 bis 223/4: Pariser Leben. Dienstag, 24., von 20 bis gegen 23: Die andere Seite. Mitt­woch, 25., von 20 bis gegen 22: Frau Vidal hat einen Geliebten. Donnerstag, 26., von 20 bis 223/4: Pariser Geben. Freitag, 27., von 20 bis 22'/2: Das Gerücht. Samstag, 28., Sonntag, 29., Montag, 30., von 20 bis gegen 23: Die andere Seite.

Erweitertes Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 18. Sept. Ein wegen mehrerer Einbruchsdiebstähle in wiederholtem Rückfall mit vier 3ahren Zuchthaus vorbestrafter Schlosser aus der Umgegend wurde aus der Strafhaft vorgeführt zur Aburteilung wegen weiterer, von ihm nachträglich zugestandenen schweren Dieb­stählen. Cs wurden drei Fälle sestgestellt. Außerdem hat der Angeklagte bei einem auswär­tigen Amtsgericht einen Ausbruchversuch unter­nommen und dabei die Zelle und Gebrauchs­gegenstände demoliert. Das Gericht erkannte au eine Gesamtstrafe von fünf 3ahren einen Monat Zuchthaus. Bei Ausmes­sung der neuen Strafen wurde die Höhe der ersterkannten Strafe und das Geständnis mil­dernd berücksichtigt.

Ein Schweizer aus der Wetterau hatte sich wegen qualifizierter Körperverletzung im Sinne des Paragraphen 223a StGB, zu verantworten.

Er geriet mit einem anderen Burschen wegen eines Mädchens in Wortwechsel. Cr holte in ferner Aufregung sein zu Hause liegendes Messer und versetzte seinem Gegner drei Stiche, davon einen ins Genick und einen etwa 14 Zentimeter langen in die Schläfegegend, so daß die Schlag­ader durchschnitten wurde. Der Gestochene wurde ohnmächtig und wäre zweifellos verblutet, wenn nicht ein Arzt sofort hätte Hilfe leisten können. Seine Verteidigung, cr sei in Rotwehr gewesen und habe sich nicht anders helfen können, erwies sich als unwahr. Mit Rücksicht auf die bewiesene Roheit und die Lebensgefahr, in der sich der Verletzte befand, beantragte der Staatsanwalt ein 3ahr Gefängnis. Das Urteil lautete auf sieben Monate Gefängnis: mildernd wurde die 3ugend des Angeklagten berücksichtigt.

3n einer weiteren Sache erging gegen den An­geklagten wegen unentschuldigten Ausbleibens Hastbefehl: ein Zeuge wurde wegen Ausbleibens zu einer Geldstrafe von 30 Mark verurteilt.

Die Brandkaiastrophe in Detroit.

Der verhängnisvolle Brand in dem Rachtlokal kam zur geschäftigsten Zeit des Abends zum Ausbruch, als nach Schluß der nahe gelegenen Theater zahlreiche Gäste erschienen waren, um zu tanzen oder sich die Mitternachtsrevue an­zusehen. Das Feuer ist nach neueren Feststel­lungen im TreppenhausedesVorder- Hauses entstanden. Durch den S P e i f e a u f - zug, der in der Mitte des Gebäudes ange­bracht war, wurden Rauch und Flammen im Augenblick nach den oberen Stockwerken geleitet, in denen sich die Gastraume befanden. Reben dem Club lag eine Baustelle, die zum Parken von Privatautomobilen und Autodroschken be­nutzt wurde. Viele der Autos und Droschken taten beim Rettungswerk gute Dienste, indem sie die Verletzten nach den Krankenhäusern schaff­ten. Die Leiche der Zigarettenverkäu­ferin, die in der Mitte des Tanzbodens ge­funden wurde, lag zusammengesunken über den Zigarettenschachteln. Offenbar ist sie das erste Opfer der Rauchwolken gewesen, die von dem Treppenhaus in den Tanzsaal drangen.

Die Identifizierung der Toten erweist sich als äußerst schwierig, da sie von den Flammen ent­setzlich zugerichtet worden sind. Von den im Krankenhaus liegenden Schwerverletzten werden voraussichtlich eine ganze Anzahl nicht am Leben erhalten werden können. Unter den Verwundeten befindet sich auch ein gewisser 3. D. Dodge aus der Familie des bekannten Automobilsabrikanten. Er war zufällig an dem brennenden Gebäude vorbeigekommen und hatte sich gemeinsam mit einem Freund tatkräftig und erfolgreich an den Rettungsarbeiten bete iligt. Der Be­sitzer des Rachlllubs ist verhaftet worden. Er behauptet hartnäckig, eine ihm feindlich ge­sinnte Alkoholschmugglerbande habe den Brand angelegt oder eine Bombe zur Entzündung gebracht, da er den Alkohol für feine Gaststätte aus einer ander en Quelle be­zogen habe. Die Feuerwehr konnte nur mit großer Mühe in den im zweiten Flur liegenden Tanzsaal einbringen, da die Fenster des Tanz- saales, well in ihm Schnaps ausgeschenkt wurde, vermauert waren. Das Feuer fand an den Kulissen, die aus Pappe waren, und an den mit Wachs bestrichenen Wänden reiche Rahrung.

Letzte Nachrichten.

Sturm auf die Frankfurter Sparkasse.

Frankfurt a. 211., 21. Sept. (B3I23. Funkfpr.) Unkontrollierbare Gerüchte, die im Laufe des gest- rigen Tages die Stadt durchschwirrten, haben einen Sturm auf die Schalter der Frankfur­ter Sparkasse von 1 8 8 2 (Polytechnische Ge­sellschaft) verursacht, der gestern begann und auch heute sich kaum vermindert Hal. heute früh warteten schon zwei Stunden vor der (Eröffnung zahlreiche Sparer, in der Hauptsache Frauen, vor dem Tor des Sparkassenlokals und stürzten, als Punkt 8 Uhr geöffnet wurde, an die Schalter. Die Auszah­lung ging glatt vonftatten. Der Direktor der Sparkasse erschien im Schalterraum, um die Leute ouszuklören. Auf seine beruhigenden Ausführungen hin ließ sich auch eine Anzahl Leute bewegen, nach Hause zu gehen. Trotzdem blieb der Andrang wah­rend der Vormittagsstunden weiterhin sehr groß. Zu irgendwelchen Zwischenfällen, die etwa ein polizei­liches Einschreiten nötig gemacht hätten, ist es nicht gekommen.__________ ____________________

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.

Franksun a '11.

Berlin

Lchlub- Kurt

l-Uhr Jhtr-5

Schluh-l

Kurs |

Änsang. Kurs

Datum

20.9.

21 9.

20-9.

21.9.

6% Dt. «eich«anleihe v. 1927 .

87,5

87,5

D«. Ant.-Ablos.-Echuld mit AuS-

los.-Rechten.........

53,5

53,45

53,4

53,3

Desgl. ohne AuSlos.-Rechte . . .

10

9,95

10

9,8

7% Franks. Hhp^Bk. Goldps. inv

kündbar blfl 1032......

85,5

E

4%% Rheinische Hyp.-Bank Liqu

Gvldps............

77,9

_

8L($.@.a6g. BorkriegL-Obllgation., rückzahlbar 1932 ......

88

4% Schweiz. Bunde«b.-Aal.. . .

4% Lesterreichiiche Oolbite.. . .

28,25

28,13

2,35

-

_

4% Oesterreich. etnheiU. Rle .

1,65

92.3

_

22.3

-

4% Ungarische StaatSr. v. 1910 .

4yz% detgl. von 1913.....

21,9

4% Ungarische Kronentte.....

1,75

1,7

4% Türk, tzoilanleihe v. 1911 . .

4% Türkische Bagdadbahn-Anl.,

7,5

7,4

Serie l...........

7,5

7,5

7,4

4% Rumänen convcrt. Rle. . .

7,75

7,45

: ,55 7,45

7,45

Rumänen Soldaul. von 1913

14,9

14,9

Wg. Deutsche Eisenbahn . . 4%

Hamburg-Amerika Paket ... 7

114,25

113,75

113,6

Hamb^Südam. Tampssch. . . 8

151,75

_

Norddeutscher Lloyd.....8

106,25

106

106,5

106,75

Allg. Deutsche Ereditanst. . . 10

123,75

124

124

Barmer Bankverein .... 10

124

124,25

124,13

Berliner HandeltgescUsch. . . 12

199,5

199

198

Commerz- und Privat-Bank. 11

174,25

174

174,25

174

Lärmst, u. Narionalbank . . 12

266,25

266

266

1fi3 95

Littonw-Äesellschast An».. . 10

150,25

150

150^5

150,25

Drc4dner Bank......W

154,25

154

154

154

Reichsbank ..» 12

292

291

291,75

292

Frankfurt a. M.

Berlin

Lchlub-i

Kur» I

l-Ubr Kurs

Schluß-s

Kurs |

Ansang. Kurs

Datum

20.9.

21-9.

20-9.

21.9.

A.E.G............"

191

191

191

190,5

Bergmann.........9

215,5

218,9

216,5

Elektr. Ltcserungen.....1°

167,5

166

Licht und KrosI ...... 1°

203

203

202,4

Felten 4 Guilleaume. ... 7V,

135

134

135

135,25

Gel. s. Elektr. Untern..... 10

206

206,65

205,5

Hamb. Elektr. Werke .... 10

141,5

Rhein. Elektr. ........ 9

144

143,5

Schlei. Elektr........10

180

Cmuckert..... 11

220

218.25

Siemens 4 Halske ..... 16

377

375

377,5

375,5

Transradio.........8

Lahmeyer 4 do...... 10

168,5

168,5

Buderus...... 5

68

68

67,75

67,5

Deutsche Erdbl ...... 6

109,5

109

Essener Steinkohle ...... f-

139,25

139

Gelsenkirchener.......8

138.25

138,25

Harpener.........- 0

141,75

143

142

Hoejch Eisen........6V,

128

127,25

Flse Bergbau.......10

213

212,25

»tlöcknerwerke ........

112,5

112

111

KSIn-Neuessen. ....... 7

123,65

123,25

Mannesmann........7

108

109,25

108

ManSseider.........'<

137

136,5

Lberschies. Eisenb. Redars. . .

80

Oberschles. Koktwcrke.....7

100

98,75

PhSnir Bergbau......6 V,

104,25

104,13

104,13

Rheinische Braunkohlen... 10

264

264,25

. 262

Rheinsiahl ... ...... 6

Rtebeck Montan......7,8

_

117,75

119,75

18,25 122

Bereinigte Slahlw. . .

112

112

112

Otavi Minen ...... 16'/»

68,75

68,4

68.5

Kali AicherSleben ..... 1

230

230

228.5

Kali Westeregeln......K

235

235

232.75

Kaliwerk Salzdetfurth ... 15

384

388

385,25

3. ®. Farben.Industrie ... 12

210

208,75

210,25

209,25

Dynamit Nobel.......6

Ccheideanstall ...... b

149,9

Goldschmidt ........ 5

72,5

72

71,25

Rülgertwerke...... . 6

<6,5

77

76

77

Melallgcsellschast. ...... 8

126

1

126,5

Franksun a M.

Berlin

Schlutz-

l-Uhr

Schlug-

Ansang.

Kurs

Kurs

Kurs

Kur»

Datum

20.9.

2L9.

20.9.

2L9.

Philipp Holzmann.....

97

97

96

Heidelberger Eement ....

1U

125

.

Eement Karlstadt.....

10

180

Wayb 4 Freitag......

. 8

98

Schultheis Patzenhoser . . .

15

283,25

283,5

Lstwerke.........

12

217,5

216,9

Bet. Glanz stoss......

18

294

294

295

296,5

Bembera.........

14

245

240

fleUftofi Waldhos .... 18/»

230

231,5

231

Zellstoff Aschaffenburg . . .

Charlottenburger Wasser . .

12

. 8

150,25

102,25

150,25

102,25

Dessauer Gar.......

. 9

183

183

Daimler Motoren.....

. V

45.13

44,75

Deutiche Maschtneu-Fabrü .

. (

50,9

50,5

Adlerwerke Klever.....

. 0

39,5

40

Lubw. Loewe.......

IC

196,5

194

Rat. Automobil......

. 0

Lrenstem & Koppe» ....

. 6

81,5

80,25

Leonhard Tietz .

10

196,65

Bamag-Meauin ......

Franks- Maschinen.....

. 0

. 4

50

51

Gritzner.........

. 6

58

56

Heyligenstardt ......

. t,

9

IunghanS..... . .

. 6

Lcchwerke. .......

. d

105,75

Maintrasrwerke ......

. 8

106,5

10

124,5

124

124

Rekurs ulmer.......

. k

Beiert Union.......

. k

®<br. Roeder.......

V

108,5

Boigl 4 Haessn«.....

. 9

222

222

1

Südd. Zucker.......

10

158,25

158

158,75

-

Banknoten.

Berlin. 20. September

Geld

Brief

Amerikanische Nölen......

4,179

4,199

Belgische Noten . .......

58,08

58,32

111,38

111.82

Englische Noten........

20,31

HL 39

Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

Berlin, 20. September

(Selb

Brief

Französische 'Noten.....

16,406

16,466

Holländische Noten......

167,86

168,54

Italienische Noten......

22,01

22,09

Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr., ä 100 Kronen

111,40

111,84

58,88

59,12

Rumänische Noten......

2,477

2,497

Schwedische Noten ......

111,98

112,44

Schweizer Noten.......

80,66

80,98

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten . .

61,77

62,01

12,38

12,44

Ungarische Noten ...

873,00

73,30

20. September

21 .'September

Amilichc Notierung

Amtliche Notierung

Geld Brief

(Selb

Brief

Amst.-Rott.

168,21

168,55

168.23

168,57

Buen.-AireS

1,760

1,764

1,759

1,763

Brff.-Anlw-

58,30

58,42

58,285

58,405

Christiania.

111,69

111,91

111,66

111,88

Kopenhagen

111,70

111,92

111,68

111,90

Stockholm .

112,32

112,54

112,34

112,56

HelffngforS.

10.539

10,559

10,541

10,561

Italien. . .

21,95

21,99

21,945

21,985

London. . .

20,337

20,377

20,332

20,372

Neuyork . .

4,196

4,204

4,1955

4,2035

Paris....

16,415

16,455

16.41

16,45

Schweiz ..

80.865

81,005

80,85

81,01

Spanien. .

61,92

62,04

61,94

62,06

Japan . - -

1,998

2,002

2,003

2,007

tHo de Jan-

u,497

0,499

0,4965

0,4985

Wien in D»

M

Lest, abgcst.

59,025

59,145

59,00

59.12

Prag . . . .

12,42

12,44

12,423

12,443

Belzrad . .

7,381

7,395

7,380

7.394

Budapest. .

73,174

,3.315

73,17

73,31

Bulgarien.

3,035

3,041 ,

3,035

3,038

Liffabon .

18,73

18,77

18,76

18080

Danzig. . .

81,31

81,47

81,29

81,45

Konstantia.

2,013

2,017

2,017

2,021

Athen. .

5,425

5,435

5,42

5,43

Canada .

4.162

4,170

4.161

4,169

Uru uan .

4,096

4,104

4.096

4,104

Cairo

20,866

20,906

20,86

20,90