B Am ©etbmarft trat nach einer Der» ung wieder eine Erleichterung ein. De- wenig verändert.
Wochenbericht
vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.
■ Dei durchweg stärkerem Auftrieb in allen Dieh- »attungen hatte der Frankfurter Schlachtvieh- markt regeres Geschäft zu verzeichnen, doch hielten sich die Preisveränderungen m bescheidenen Grenzen. Rur Rinder waren starker vernachlässigt und mußten sich kleine Preis- einbußen gefallen lassen. Am Rinder markt war der Auftrieb etwas größer, als in der Vor - Woche. Rach langsamem Handel verblieb lieber- stand. Der Abtrieb nach auswärts war stark. Trotzdem seit längerer Zeit wieder gute Qualitäten am Markte waren, gaben die Preise etwas nach. Kälber hatten etwas regeres Geschäft vufzuweisen, was aber in der Preisgestaltung nicht sonderlich zum Ausdruck fam; die Preise naben eher etwas nach. Der Markt wurde geräumt. Schafe hatten bei etwas größerem Auftrieb ruhiges Geschäft, und bei nachgebenden Preisen verblieb geringer lieberstand. Ruch in Schweinen war das Geschäft in dieser Woche etwas reger, trotz des größeren Auftriebs. Für allerbeste Ware konnten etwas höhere Preise erzielt werden, während die übrigen Qualitäten nut behauptet blieben. Rach regem Handel wurde nusverkauft. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1807 Rindern, darunter befanden sich 335 Ochsen, 117 Dullen, 729 Kühe und 532 Färsen, ferner nus 1726 Kälbern, 201 Schafen und 4920 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen W»che waren 71 Rinder, 53 Kälber, 28 Schafe und 212 Schweine mehr angetrieben
Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht m Mark: Ochsen Al 58 bis 60, A2 54 bis 57, Bl 48 bis 53. Dullen A 53 bis 56, B 48 bis 52. Kühe A 45 bis 47, B 40 bis 44, C 34 bis 39, D 28 bis 33. Färsen A 58 bis 60, B 54 bis 57,
C 48 bis 53. Kälber B 77 bis 80, C 73 bis 76,
D 66 bis 72. Schafe A 47 bis 51, B 40 bis 46,
C 30 bis 39. Schweine B 87 bis 90, C 88 bis
91, D 87 bis 90, E 85 bis 88. 3m Vergleich mit den Preisen der vorigen Woche gaben Ochsen und Kühe je 2 Mark, Färsen, Kälber und Schafe je 1 Mark nach, während Schweine teilweise eine Mark gewinnen konnten bzw. gut« behauptet blieben.
Wochenbericht
vom Frankfurter produktenmarkt.
' An den beiden Hauptmarkttagen war kein regeres Geschäft zu verzeichnen. Die Auslandmärkte machten kaum einen Eindruck. Die Händler blieben zurückhaltend, da sich Rachfrage in spärlichem llmfange einstellte. Auch das Angebot war nicht groß. Preisveränderungen traten kaum ein. Rur am Mehl markt ergaben sich bei schleppendem Geschäft Rückgänge bis zu einer viertel Mark. Roggenmehl blieb bei einiger Rachfrage gut gehalten. Etwas 3nteresse konnte man am Futtermittelmarkt für Weizen- und Roggenkleie feststellen. Mais für Futterzwecke lag im Angebot und etwas niedriger. Dei einem Vergleich gegenüber den Preisen vom 12. September waren Weizen, Roggen, Sommergerste, Hafer inL, Roggenmehl, Weizen- und Roggenkleie gut behauptet. Dis zu einer viertel .Mark schwächer lagen Mais und Weizenmehle. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 25 bis 25,10, Roggen 19,90 bis 20. Sommergerste 21 bis 21,50, Hafer inl. 18.75 bis 19, Mais für Futterzwecke 20 bis 20,50, Weizenmehl 38 bis 38,50, Äiederrh. 38 bis 38,50, Roggenmehl 28,25 bis 30,00, Weizenkleie 11,50, Roggenkleie 11,50.
* Frankfurter Sparkasse von 1 82 2. 3n Sparerkreisen wird das Gerücht verbreitet, daß die Frankfurter Sparkasse von 1822 an den Verlusten der Frankfurter Allgemeinen Versiche- rungs-A.°G. beteiligt sei. Die Frankfurter Sparkasse weist darauf hin, daß 1. die Frankfurter Sparkasse von 1822 an keinen Verlusten der Frankfurter Allgemeinen oder der Südwestdeutschen Dank A.-G. beteiligt ist, 2. die Sicherheiten der Frankfurter Sparkasse laut einer Ende vorigen 3ahres stattgefundenen Verbandsrevision durchaus gute und klare sind und volle Gewähr für die Sicherheiten sämtlicher Spareinlagen bieten, 3. die Frankfurter Sparkasse im übrigen durch einen besonderen Garantievertrag mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband gesichert ist.
* Großer Auftrag für die Dasalt- rndustrie. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft vergab einen großen Auftrag an die Deutsche Dasalt- und Steinschlagindustrie, Wissen. 3n diesem 3cchre liefert die Firma 600 000 Kubikmeter Dasalt, während im nächsten 3ahre die
Zahl auf 1,2 Millionen Kubikmeter steigen torrb. Der Auftrag macht eine Summe von 11 Mill. Mark aus und bedeutet für die in Rot befindliche Steinschlagindustrie des Westerwaldes eine wesentliche Hilfe.
• Das Ruhlandgeschäft der 3. -G. - Farben. Zu den verschiedenen Aeuherungen. die in der deutschen Presse die Deziehungen zwischen der 11. d. S. S. R. und der 3.-G.-Farben- industrie A.-G. behandeln und welche zum Teil der tatsächlichen Lage widersprechen, teilt das Pressebureau der Handelsvertretung der 11. d. S. S. R. in Deutschland mit: Der am 21. September 1926 mit der 3.-G.-Farbenindustrie auf drei Jahre abgeschlossene Vertrag über die technische Hilfe und Kontingentbeteiligung der 3.-G. an der Einfuhr von chemischen Produkten nach der 11. d. S. S. R. läuft am 21. September 1929 ab. Es handelt sich also nicht um einen Konzessionsvertrag, sondern um einen Vertrag der charakterisierten Art. Der Vertrag war befristet, und es kann in keiner Weise davon gesprochen werden, daß der Vertrag gelöst wird, sondern der Vertrag ist abgelaufen. Die Leistungen der 3.°G. auf dem Gebiete der technischen Hilfe haben bei weitem nicht den im Vertrage vorgesehenen Umfang erreicht. Die Erfahrungen der drei Vertragsjahre ermuntern die 11. d. S. S. R. nicht, einen neuen Vertrag auf der Grundlage des alten Vertrages mit der 3.-G. abzuschliehen. Cs ist keineswegs richtig, von einem Abbruch der Beziehungen der 11. d. S. S. R. mit der 3.--G. zu sprechen. Die Handelsvertretung nimmt an, daß die Bedingungen der 3.-G. es möglich machen werden, die Geschäfte mit der 3.-G. ohne Unterbrechung weiterzuführen und freundliche Deziehungen ausrechtzuerhalten.
Frankfurter Börse.
F r a n k f u r t a. M., 21. Sept. Tendenz: geschäftslos. — Die heutige Börse eröffnete zum Wochen- schluß in lustloser Haltung. Die Unternehmungslust war wieder auf ein Minimum begrenzt, da die gestrigen vagen Gerüchte hinsichtlich neuer Insolvenzen dem heutigen Markte einen bitteren Nachgeschmack gaben. Hinzu kamen noch schwache Ausländbörsen, der unverändert anhaltende Ordermangel, sowie der etwas angespanntere Geldmarkt, die einen nachteiligen Eindruck ausüben. Das Geschäft war sehr klein, doch zeigte sich im Grundton der Börse eine gewisse Widerstandsfähigkeit, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse nur in einigen Äusnahmefällen größere Verluste eintraten. Stärker gedrückt eröffneten am Elektromarkt Bergmann mit minus 3,5 v. H., Siemens mit minus 2 v. H. und Chadeaktien mit minus 2 Mark. AEG. blieben gut behauptet. Am Chemiemarkt lagen I.-G.-Farben vernachlässigt und 1,25 v. H. niedriger. Dagegen Rüt- gerswerke 0,50 v. H. höher. Am Montanmarkt war die Umsatztätigkeit bescheiden, die Verluste gingen im allgemeinen nur bis zu 1,25 v. Sj. Nur Rheinstahl lagen etwas stärker gedrückt mit minus 2 v. H. In Glanzstoffaktien kam das in den letzten Tagen verstärkte Angebot zum Stillstand. Es bestand vielmehr kleines Interesse, und dieses Papier war bei der ersten Notierung gut behauptet. Zellstoffwerte bis 1 v. H. niedriger. Die Nebenmärkte lagen geschäftslos bei leicht abbröckelnden Kursen. Auch im Verlaufe war das Geschäft sehr klein, bei weiter etwas abbröckelnden Kursen. Nur Siemens waren etwas mehr angeboten mit minus 4 v. H. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld mit 6,5 v. H. unverändert belassen. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,20025, gegen Pfund 20,355, London gegen Kabel 4,8462, gegen Paris 123,8550, gegen Mailand 92,65, gegen Madrid 32,82, gegen Holland 12,0880.
Berliner Börse
Berlin, 21.Sept.Die heutige Börse hatte noch weniger Geschäft aufzuweisen als gestern. Da an- geblich seitens der Provinzkundschaft neue Verkaufsaufträge eingetroffen waren, war die Tendenz zu den ersten Kursen meist etwas schwächer. Man sprach auch von weiteren kleinen Exekutionen, größtenteils aber wohl freiwilliger Natur, die im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten bei der Bankfirma Sigmund Sternheim vorgenommen wurden. Anregungen nennenswerter Art logen nicht vor, und so beschäftigte man sich mehr als sonst mit dem Verkehr an den internationalen Börsen. Besonders für London rechnet man unter dem Eindruck der Hatrepaffäre mit einem schwächeren Verlauf, was sich hier besonders in der Kursbewegung der Polyphonaktie aus- drückte. Diese eröffnete 5,75 v. H. niedriger und verlor gleich nach der Notiz weitere 4 v.H. Auch Svenska setzten 5 Mark niedriger ein. Sonst betrugen die Rückgänge im allgemeinen nur 1 bis 2 v. H. RWE. verloren 3d. H., Bemberg 5 v. H. und Akkumulatoren 5,75 v. H. Deutsche Anleihen lagen ziemlich behauptet. Auch Ausländer waren nur wenig verändert. Pfandbriefe geschäftslos. Der Geldmarkt war etwas leichter. Tagesgeld 6,75 bis 9 v. H. Monatsgelt 9 bis
10,5 v. H., Warenwechsel etwa 7,75 v. H. Im Verlaufe verstimmten die neuen Rückgänge in Kunsteidenwerten. Glanzstoff verloren 6,5 v. H. Die Spekulation schritt zu Glattstellungen, auch scheint weiter exekutiert zu werden, so daß bei Papieren wie Salzdetfurth, Siemens, Schubert & Salzer Rückgänge von 2,5 his 3,5 d. H. eintraten. Svenska verloren weitere 3 Mark, Polyphon logen 5 v.H. niedriger. Daß die Zahlen der heute zur Veröffentlichung kommenden Außenhandelsbilanz eine stärkere Aktivität auf weisen, war der Börse noch nicht bekannt.
Buntes Allerlei.
Die wunderbare Geschichte eines Goldlagers.
Die Pariser Zeitungen veröffentlichen folgende geheimnisvolle Geschichte über das Vorhandensein eines reichen Goldlagers in Mazedonien. 3m 3ahre 1890 habe ein junger ungarischer Offizier. Vladiglav Kasinsky. von der türkischen Regierung den Auftrag erhalten, eine Karte von Mazedonien zu entwerfen. Kasinsky, der in aller Heimlichkeit arbeitete, ersuchte den Wahli von Mazedonien um die Erlaubnis, wissenschaftliche Untersuchungen zur Bestimmung von Mineralien vornehmen zu dürfen. Wan wußte zwar nicht, was er entdeckt hatte, doch war man in Saloniki über den schnell wachsenden Reichtum des jungen Offiziers erstaunt. So verbreitete sich das Gerücht, Kasinsky hätte eine Goldader gefunden, in deren Rähe er sich ein Haus habe bauen lassen. Sultan Abdul Hamid ließ den Goldgräber verhaften und das Haus niederreißen. Hierbei fand man Goldbarren von einem Gewicht von 250 kg. 3n Konstantinopel gab der Offizier seinen Fund zu und lieferte dem Sultan den Plan des Gvld- lagers aus, worauf er in Freiheit gesetzt wurde. Der Plan erwies sich jedoch als gefälscht. Da der Offizier inzwischen die Flucht ergriffen hatte, blieb die Fundstelle des Goldes ein Geheimnis. Rach dem Weltkriege machte Kasinsky unzählige Versuche, um die Ermächtigung zu neuen Rachforschungen zu erhalten. Auf Befehl des Königs Konstantin von Griechenland wurde in der Rähe des Dorfes Kiul-Armosak eine dreißig Meter tiefe Grube ausgehoben, aber alle Demühungen blieben erfolglos. Erst in letzter Zeit wurden, wenn man den Meldungen Glauben schenken darf, die rastlosen Anstrengungen Kasinskys von Erfolg gekrönt. Wit Hilfe einer englischen Gesellschaft soll er das Lager wiedergefunden haben. Ein riesiger Goldbarren wurde der Rationalbank von Athen zur Untersuchung eingereicht.
Spielplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 22. Sept., von 171/« bis 223/4 Uhr: Die Meistersinger von Rürn- berg. Montag, 23., von 20 bis gegen 221/2: Tosca. Dienstag, 24., von 20 bis 22: Orpheus und Eurydike. Mittwoch, 25., von 19'/» bis gegen 221/z: Die verkaufte Braut. Donnerstag, 26., von 20 bis 221/2: Schwanda, der Dudelsackpfeifer. Freitag, 27., von 19'/. bis 22'/2: Die Jüdin. Samstag, 28., von 19'/2 bis gegen 22l/2: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag. 29., von 19', 2 bis 23; Aida. Montag, 30., von 19'/, bis 223/4: Die Fledermaus.
Schauspielhaus. Sonntag, 22. Sept., von 20 bis 23,45: Pariser Leben. Montag, 23., von 20 bis 223/4: Pariser Leben. Dienstag, 24., von 20 bis gegen 23: Die andere Seite. Mittwoch, 25., von 20 bis gegen 22: Frau Vidal hat einen Geliebten. Donnerstag, 26., von 20 bis 223/4: Pariser Geben. Freitag, 27., von 20 bis 22'/2: Das Gerücht. Samstag, 28., Sonntag, 29., Montag, 30., von 20 bis gegen 23: Die andere Seite.
Erweitertes Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 18. Sept. Ein wegen mehrerer Einbruchsdiebstähle in wiederholtem Rückfall mit vier 3ahren Zuchthaus vorbestrafter Schlosser aus der Umgegend wurde aus der Strafhaft vorgeführt zur Aburteilung wegen weiterer, von ihm nachträglich zugestandenen schweren Diebstählen. Cs wurden drei Fälle sestgestellt. Außerdem hat der Angeklagte bei einem auswärtigen Amtsgericht einen Ausbruchversuch unternommen und dabei die Zelle und Gebrauchsgegenstände demoliert. Das Gericht erkannte au eine Gesamtstrafe von fünf 3ahren einen Monat Zuchthaus. Bei Ausmessung der neuen Strafen wurde die Höhe der ersterkannten Strafe und das Geständnis mildernd berücksichtigt.
Ein Schweizer aus der Wetterau hatte sich wegen qualifizierter Körperverletzung im Sinne des Paragraphen 223a StGB, zu verantworten.
Er geriet mit einem anderen Burschen wegen eines Mädchens in Wortwechsel. Cr holte in ferner Aufregung sein zu Hause liegendes Messer und versetzte seinem Gegner drei Stiche, davon einen ins Genick und einen etwa 14 Zentimeter langen in die Schläfegegend, so daß die Schlagader durchschnitten wurde. Der Gestochene wurde ohnmächtig und wäre zweifellos verblutet, wenn nicht ein Arzt sofort hätte Hilfe leisten können. Seine Verteidigung, cr sei in Rotwehr gewesen und habe sich nicht anders helfen können, erwies sich als unwahr. Mit Rücksicht auf die bewiesene Roheit und die Lebensgefahr, in der sich der Verletzte befand, beantragte der Staatsanwalt ein 3ahr Gefängnis. Das Urteil lautete auf sieben Monate Gefängnis: mildernd wurde die 3ugend des Angeklagten berücksichtigt.
3n einer weiteren Sache erging gegen den Angeklagten wegen unentschuldigten Ausbleibens Hastbefehl: ein Zeuge wurde wegen Ausbleibens zu einer Geldstrafe von 30 Mark verurteilt.
Die Brandkaiastrophe in Detroit.
Der verhängnisvolle Brand in dem Rachtlokal kam zur geschäftigsten Zeit des Abends zum Ausbruch, als nach Schluß der nahe gelegenen Theater zahlreiche Gäste erschienen waren, um zu tanzen oder sich die Mitternachtsrevue anzusehen. Das Feuer ist nach neueren Feststellungen im TreppenhausedesVorder- Hauses entstanden. Durch den S P e i f e a u f - zug, der in der Mitte des Gebäudes angebracht war, wurden Rauch und Flammen im Augenblick nach den oberen Stockwerken geleitet, in denen sich die Gastraume befanden. Reben dem Club lag eine Baustelle, die zum Parken von Privatautomobilen und Autodroschken benutzt wurde. Viele der Autos und Droschken taten beim Rettungswerk gute Dienste, indem sie die Verletzten nach den Krankenhäusern schafften. Die Leiche der Zigarettenverkäuferin, die in der Mitte des Tanzbodens gefunden wurde, lag zusammengesunken über den Zigarettenschachteln. Offenbar ist sie das erste Opfer der Rauchwolken gewesen, die von dem Treppenhaus in den Tanzsaal drangen.
Die Identifizierung der Toten erweist sich als äußerst schwierig, da sie von den Flammen entsetzlich zugerichtet worden sind. Von den im Krankenhaus liegenden Schwerverletzten werden voraussichtlich eine ganze Anzahl nicht am Leben erhalten werden können. Unter den Verwundeten befindet sich auch ein gewisser 3. D. Dodge aus der Familie des bekannten Automobilsabrikanten. Er war zufällig an dem brennenden Gebäude vorbeigekommen und hatte sich gemeinsam mit einem Freund tatkräftig und erfolgreich an den Rettungsarbeiten bete iligt. Der Besitzer des Rachlllubs ist verhaftet worden. Er behauptet hartnäckig, eine ihm feindlich gesinnte Alkoholschmugglerbande habe den Brand angelegt oder eine Bombe zur Entzündung gebracht, da er den Alkohol für feine Gaststätte aus einer ander en Quelle bezogen habe. Die Feuerwehr konnte nur mit großer Mühe in den im zweiten Flur liegenden Tanzsaal einbringen, da die Fenster des Tanz- saales, well in ihm Schnaps ausgeschenkt wurde, vermauert waren. Das Feuer fand an den Kulissen, die aus Pappe waren, und an den mit Wachs bestrichenen Wänden reiche Rahrung.
Letzte Nachrichten.
Sturm auf die Frankfurter Sparkasse.
Frankfurt a. 211., 21. Sept. (B3I23. Funkfpr.) Unkontrollierbare Gerüchte, die im Laufe des gest- rigen Tages die Stadt durchschwirrten, haben einen Sturm auf die Schalter der Frankfurter Sparkasse von 1 8 8 2 (Polytechnische Gesellschaft) verursacht, der gestern begann und auch heute sich kaum vermindert Hal. heute früh warteten schon zwei Stunden vor der (Eröffnung zahlreiche Sparer, in der Hauptsache Frauen, vor dem Tor des Sparkassenlokals und stürzten, als Punkt 8 Uhr geöffnet wurde, an die Schalter. Die Auszahlung ging glatt vonftatten. Der Direktor der Sparkasse erschien im Schalterraum, um die Leute ouszuklören. Auf seine beruhigenden Ausführungen hin ließ sich auch eine Anzahl Leute bewegen, nach Hause zu gehen. Trotzdem blieb der Andrang wahrend der Vormittagsstunden weiterhin sehr groß. Zu irgendwelchen Zwischenfällen, die etwa ein polizeiliches Einschreiten nötig gemacht hätten, ist es nicht gekommen.__________ ____________________
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.
Franksun a '1’1.
Berlin
Lchlub- Kurt
l-Uhr Jhtr-5
Schluh-l
Kurs |
Änsang. Kurs
Datum
20.9.
21 9.
20-9.
21.9.
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87,5
—
87,5
—
D«. Ant.-Ablos.-Echuld mit AuS-
los.-Rechten.........
53,5
53,45
53,4
53,3
Desgl. ohne AuSlos.-Rechte . . .
10
9,95
10
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—
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—
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28,25
—
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—
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1,65
—
—
—
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_
22.3
-
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—
—
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—
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1,75
—
1,7
—
4% Türk, tzoilanleihe v. 1911 . .
4% Türkische Bagdadbahn-Anl.,
7,5
—
7,4
—
Serie l...........
7,5
—
7,5
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4% Rumänen convcrt. Rle. . .
7,75
7,45
—
: ,55 7,45
7,45
Rumänen Soldaul. von 1913
14,9
—
14,9
—
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114,25
113,75
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—
—
——
—
—
151,75
_
Norddeutscher Lloyd.....8
106,25
106
106,5
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—
124
124
Barmer Bankverein .... 10
——
124
124,25
124,13
Berliner HandeltgescUsch. . . 12
199,5
—
199
198
Commerz- und Privat-Bank. 11
174,25
174
174,25
174
Lärmst, u. Narionalbank . . 12
266,25
—
266
266
1fi3 95
Littonw-Äesellschast An».. . 10
150,25
150
150^5
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154,25
154
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—
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Reichsbank ..»••••• 12
292
291
291,75
292
Frankfurt a. M.
Berlin
Lchlub-i
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Kurs |
Ansang. Kurs
Datum
20.9.
21-9.
20-9.
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Elektr. Ltcserungen.....1°
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67,75
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138,25
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Maintrasrwerke ......
. 8
106,5
—
—
—
10
124,5
—
124
124
Rekurs ulmer.......
. k
—
—
—
Beiert Union.......
. k
—
—
——
®<br. Roeder.......
V
108,5
—
—
—
Boigl 4 Haessn«.....
. 9
222
——
222
——1
Südd. Zucker.......
10
158,25
158
158,75
—-
Banknoten.
Berlin. 20. September
Geld
Brief
Amerikanische Nölen......
4,179
4,199
Belgische Noten . .......
58,08
58,32
111,38
111.82
Englische Noten........
20,31
HL 39
Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
Berlin, 20. September
(Selb
Brief
Französische 'Noten.....
16,406
16,466
Holländische Noten......
167,86
168,54
Italienische Noten......
22,01
22,09
Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr., ä 100 Kronen
111,40
111,84
58,88
59,12
Rumänische Noten......
2,477
2,497
Schwedische Noten ......
111,98
112,44
Schweizer Noten.......
80,66
80,98
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten . .
61,77
62,01
12,38
12,44
Ungarische Noten ...
873,00
73,30
20. September
21 .'September
Amilichc Notierung
Amtliche Notierung
Geld । Brief
(Selb
Brief
Amst.-Rott.
168,21
168,55
168.23
168,57
Buen.-AireS
1,760
1,764
1,759
1,763
Brff.-Anlw-
58,30
58,42
58,285
58,405
Christiania.
111,69
111,91
111,66
111,88
Kopenhagen
111,70
111,92
111,68
111,90
Stockholm .
112,32
112,54
112,34
112,56
HelffngforS.
10.539
10,559
10,541
10,561
Italien. . .
21,95
21,99
21,945
21,985
London. . .
20,337
20,377
20,332
20,372
Neuyork . .
4,196
4,204
4,1955
4,2035
Paris....
16,415
16,455
16.41
16,45
Schweiz ..
80.865
81,005
80,85
81,01
Spanien. .
61,92
62,04
61,94
62,06
Japan . - -
1,998
2,002
2,003
2,007
tHo de Jan-
u,497
0,499
0,4965
0,4985
Wien in D»
M
Lest, abgcst.
59,025
59,145
59,00
59.12
Prag . . . .
12,42
12,44
12,423
12,443
Belzrad . .
7,381
7,395
7,380
7.394
Budapest. .
73,174
,3.315
73,17
73,31 ■
Bulgarien.
3,035
3,041 ,
3,035
3,038
Liffabon .
18,73
18,77
18,76
18080
Danzig. . .
81,31
81,47
81,29
81,45
Konstantia.
2,013
2,017
2,017
2,021
Athen. .
5,425
5,435
5,42
5,43
Canada .
4.162
4,170
4.161
4,169
Uru uan .
4,096
4,104
4.096
4,104
Cairo • •
20,866
20,906
20,86
20,90


