Ausgabe 
21.6.1929
 
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gerichtet, den Staatsrat sofort wieder einzuberufen. Da Artikel 38 In einer Muh­vorschrift bestimmt, daß einem solchen Ersuchen stattzugeben ist. werden die Staatsratsmitglieder, wenn sie am Freitag von der Berliner Tagung nach Hause kommen, bereits die telegraphische Einladung zum nächsten Tagungsabschnitt vor- finten. Vermutlich wird ter Staatsrat bereits am 22. 3uni, spätestens aber am Montag, dem 24. Juni, wieder beis ammen sein. Aller­dings hat das preußische Staatsministerium nach ter Verfassung keinerlei Einflußnahme auf die Tagesordnung des Staatsrates. Da dem Staatsrat noch die Verordnung des preußischen Iustizministers über den Straf­vollzug in Stufen vorliegt, wäre es immer­hin möglich, daß die Mehrheit beschließen würde, in der erzwungenen Tagung diese Vorlage zu erledigen und sich dann abermals zu ver­tagen. An sich sind die Bestiminungen ter Geschäftsordnung des Staatsrats für die Er­ledigung des Konkordats erfüllt, denn die Kon- koradtsvorlage ist mit dem Datum des 15. Juni dem Staatsrat zugegangen und die Staatsrats­geschäftsordnung sieht eine siebentägige Frist zwischen Eingang und Erledigung einer Vorlage mindestens vor. Man nimmt an, daß der preu­ßische Ministerpräsident mit dem Staatsratspräsi- denten Fühlung nehmen wird, um zur Ver­meidung weiterer Schwierigkeiten die Beratung des Konkordats vor Ende 3uni zu erreichen.

Oer Giinnes-Prozeß.

Die Aussagen des Untersuchungsrichters.

Berlin, 20. Juni. (WB.) 3m Stinnes-Pro- zeh äußerte sich ter als Zeuge vernommene äl n - tersuchungsrichte rLandgerichtsratB r ü h l eingehend über die Vorgänge kurz vor ter Ver­haftung des Angeklagten Stinnes. Ich habe die Stinnes belastenden Aussagen v. Waldows Vor­behalten und ihn gefragt, womit er sich diesen Belastungen gegenüber verantworten wolle. Dar­auf setzte er sich auf den mir gegenüberstehenden Tisch; die Hände in den Taschen, fragte er mich: Wie ist es, Herr Vernehmungsrichter, wenn ich es zugebe? 3ch erwiderte: Herr Stin­nes, ich kann mit 3hnen über die Folge 3hrer Aussage nicht paktieren! Darauf hat sich Stinnä eine Bedenkzeit ausgebeten und bald nachher ein Geständnis dahin abgelegt, daß er bereits vor Weihnachten 1926 von Waldow erfahren habe, daß die älnterla- gen, die au dem Anleihegeschaft verwandt wur­den, gefälscht waren. Auf meine Frage, warum er nicht gleich damals von diesem Ge­schäft zurückgetreten sei, hat Stinnes geant­wortet, er habe gefürchtet, dann sein in das Ge­schäft gestecktes Geld zu verlieren. Waldow habe sich bitter beschwert, daß er in älntersu- chungshaft sitze, Stinnes aber nicht verhaftet sei. Er habe das ganze Geschäft doch nur f üv Stinnes gemacht. Stinnes habe von den falschen Unterlagen gewußt, und wenn er nur ein Wort gesagt hätte, so würde er Waldow das ganze Geschäft sofort.abgeblasen haben.

Ein Auölandkredii des Reichs.

Berlin, 20. 3uni. (WB.) Wie die Berliner Blätter übereinstimmend melden, ist der Ausland­kredit des Reiches zum Abschluß gelangt. Es hantelt sich um 50 Millionen Dollar. Verzinsung und Laufzeit sind noch unbekannt. Die amerikanischen Geldgeber sind, wie verlautet, hauptsächlich die Firmen Dillon Read LCo. sowie Harris Forbes. Das deutsche Kon­sortium, das den Kredit vermittelte, besteht nach den Mitteilungen aus ter Deutschen Dank, ter Reichskreditgesellschaft und Mendelssohn & Co., Berlin.

Aus aller Welt.

Schiedsspruch im Ruhrbergbau.

Essen. 20. 3uni. (WTB.) Die Schlichter­kammer fällte einen Schiedsspruch für die Ar­beitszeit und die Rahmentarife im Ruhrbergbau. Der Schiedsspruch hält durch das Mehrarbeits­abkommen die heutige Arbeitszeit von acht Stunden unter Tage sowie die entsprechenden Ar­beitszeiten über Tage und die heutigen Mindest­löhne für Gedingearbeiter aufrecht. 3n der AI r laubsfrage ist eine Erhöhung um einen Tag für eine höhere Dienstaltersstufe sowie für die 15- und 16jährigen festgesetzt und ein viertägiger Urlaub für die 14jährigen neu eingeführt. Die Rahmentarife und das Arbeitszeitabkommen sol­len bis zum 30. Rovember 1930 unkündbar sein: es sind längere Kündigungsfristen vorgesehen. Die Parteien müssen sich bis zum 24.3uni über Annahme oder Ablehnung er­klären.

Schwere Gewillerschäden in Mecklenburg.

3n den frühen Abendstunden zogen über große Teile Mecklenburgs heftige Gewitter, die schwere Brandschäden durch Blitz­schlag anrichteten. Rach hier eingetroffenen Meldungen sollen insgesamt zehn Gebäude durch Blitzschlag e i n gZu schert worden und fünf Gebäude durch kalte Schläge stark beschädigt Wor­ten sein. Auf dem Rittergut R e u h o f im Amt Güstrow wurden allein drei Gebäude und ein Schuppen vom Blitzschlag eingeäschert. 3n Par­chim war infolge ter Gewitter eine Störung in ter Lichtzufuhr zu verzeichnen.

Riesenwaldbrand in Pommern.

In dem über zehntausend Morgen großen Poni- kcler Forst (im Kreise Nummersburg) entstand ein Brand, der sich bei der seit Wochen herrschenden Trockenheit mit riesiger Geschwindigkeit ausbreitete. Gegen Abend waren bereits mehrere tausend Morgen Wald von dem Brande ergriffen. Die Feuerwehren der umliegen­den Ortschaften müssen sich darauf beschränken, die Ortschaften selbst vor den Flammen zu schützen.

Lin Auto mit fünf Personen in die Mur gestürzt.

Während einer Probefahrt mit einem neuen Automobil, das von einem Leobener Rechtsan­walt gelenkt wurde und in dem sich sein Chauf- seur, seine Frau, sein Bruder und eine Dame befanden, geriet der Kraftwagen ins Schleudern, durchbrach das Brückengeländer und stürzte, nachdem er sich dreimal überschlagen hatte, in die Mur. Der Rechtsanwalt wurde schwer verletzt aus ter Mur gezogen. Auch zwei der Insassen hoben schwere Verletzungen erlit­ten. Die beiden anderen kamen mit leichteren Verletzungen davon.

tim die Reform der ArbeNoseMrsichemng

Der Sanierungsvorschlag der Voltspartei. - Das Zentrum ist verstimmt.

Beim Zentrum herrscht eine große Verstim­mung über das Versagen der Reichsregierung auf dem Gebiete der Reform der Arbeitslosenversiche­rung, eine noch größere ist aber jetzt in die Er­scheinung getreten, weil die Deutsche Volks- Partei an die Stelle des fallen gelassenen So- fort-Programms einen eigenen umfang­reichen Sanierungsvorschlag gesetzt hat und auch die Demokraten sich mit der Absicht tragen, in die Fußtapfen der Volkspartei zu treten. Dom Zentrum ist daraufhin an den krank im Bett liegenden Reichskanzler Hermann Müller ein langer Brief geschrieben worden, in dem es sich gemeinschaftlich mit der Bayerischen Volkspartei über die deutsch-volksparteilichen und demokratischen Koalitionsfreunde bitter beklagt, da diese eine bei der Bildung des Kabinetts Müller getroffene A b - machung verletzt hätten, wonach Anträge von grundlegender Bedeutung nur nach gegensei­tigem Einvernehmen gestellt und verfolgt werden dürften.

Es ist richtig, daß man sich damals auf eine der­artige Vereinbarung festlegte, sie sollte aber n u r ein Sicherheitsventil darstellen, um die Regierungsparteien daran zu hindern, irgendwelche kostspieligen Anträge im Reichstag zu stellen und damit Sprengpulver in die Koalition hineinzutra­gen. Diesmal liegen die Dinge aber etwas a n - ders. Es hat nicht nur die Regierung versagt, auch der interfraktionelle Ausfchuß ist sich nicht einig geworden. Unter diesen Umständen hat es die Deutsche Volkspartei für ihre Pflicht gehallen, einen Vorschlag für die dringend not­wendige Reform der Arbeitslosenversicherung zur Debatte zu stellen. Wenn das Zentrum jetzt daran Anstoß nimmt, bann geschieht das wohl in der Hautptsache aus parteipolitischen E r - wägungen heraus. Es fürchtet, daß ihm feine Gewerkschaften den Vorwurf der Untätigkeit machen und dabei auf das Beispiel der Volkspartei Hin­weisen. Jetzt will man in letzter Minute s i ch ein« schalten und hat aus diesem Grunde den Kanzler gebeten, von Neuem die interfraktionellen Bespre»

chungen über die Arbeitslosenversicherung anzu­kurbeln.

Oer Brief des Zentrums.

Neue Verhandlungen des interfraktionellen Ausschusses verlangt.

Berlin, 20. 3uni. (VDZ.) Der Vorstand ter Zentrumsfraktion des Reichstags hat in Hebereinstimmung mit ter Bayerischen Volks­partei an den Reichskanzler ein Schrei- ben gerichtet, dessen Abschrift auch dem Reichs­arbeitsminister Wissel übermittelt worden ist. 3n diesem Schreiben wird gegen das selb­ständige Vorgehen einzelner Regie­rungsparteien in der Arbeitslosenfrage Verwahrung eingelegt und dabei verwiesen auf die bei dec Regierungsbildung eingegangenen: koalitionsmäßigen Verpflichtungen. 3n dem Schreiben heißt es dann: Die Zentrums­partei und die Bayerische Volkspartei haben in den interfraktionellen Besprechungen keinen Zwei­fel darüber gelassen, daß auch sieeine Teil­reform der Arbeitslosenversiche­rung noch vor dem Abschluß der jetzi­gen Sitzungsperiode des Reichsta­ges verlangen. Sie haben alles getan, um eine solche möglich zu machen. Die Verhandlun­gen haben aber ergeben, daß dieses Ziel nur er­reicht werden kann, wenn innerhalb ter Par­teien eine Verständigung über das erweiterte Sofortprogramm erzielt wird. Wir beantragen hiermit, unverzüglich eine Aussprache der Fraktionsf üh - r e r unter Zuziehung der sozialpolitischen Sach­verständigen ter Fraktionen einzuberusen mit dem Ziel, den Weg zu einem gemeinsamen Vor­gehen der Regierungsparteien in ter Arbeits­losenversicherungsfrage noch vor der Som­merpause des Reichstags zu suchen. Un­sere Fraktionen würden auch bereit sein, zur Ermöglichung dieser Aufgabe über den be­absichtigen Termin hinaus za tagen.

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Oie Baukonirolleure.

Darmstadt, 20. 3uni. (WTB.) Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 10,30 Uhr. Die Beratung wird bei den Eingaben fortgesetzt.

Abg. Reiber (D.) gibt dem Bedauern dar­über Ausdruck, daß die Regierung ein Viertel­jahr früher als das Reich und die anderen Län­der die Desahungszulagen der Deam- t e n gestrichen habe. Sein entsprechender An­trag wird abgelehnt.

Dolkspartei und Volksrechtpartei beantragen, Kreise und Städte von ter Verpflichtung zur Anstellung von besonderen Dau- kontrolleuren zu befreien. Abg. Mann (S.) beklagt die mangelnden Unterkunftsmöglich­keiten und die steigende Unfallziffer, die Bau­kontrolleure notwendig machten. Abg. Haury (DV.) verteidigt seinen Antrag, die Ueber- wachung ter Baustellen erfolgt durch die Ge­werbeaufsichtsämter, durch die Baupolizei und durch Die Derufsgenofsenschaften: außerdem ist den Gewerkschaftsvertretern die Besichtigung der Baustellen gestattet. Die Sicherheitsmaßnahmen würden vielfach von ter Arbeiterschaft zu leicht genommen. Die Baukontrolleure sind keine Sozial­beamte, sondern sozialdemokratische Beamte. Arbeitsminister Korell lehnt den Antrag ab. Diese Baukontrolleure müssen aus den Gewerk­schaften genommen werden, und es ist besser, daß ein Kontrollbeamter zu viel an ter Baustelle ist, als daß nachher sich tödliche Unfälle er­eignen. Abg. Glaser (Dbd.) setzt sich für den Antrag ein. Das Zentrum habe z. D. im Kreise Bensheim jedes 3ahr die Baukontrolleure abgelehnt. Rachtem noch Abg. Wesp (Z.), Staatsrat Karcher, Abg. Dr. Müller (Dbd.), Abg. Raab <©.), 2lbg. Mann (S.) und Abg. Haury (DV.) gesprochen haben, wird ter Antrag abgelehnt. Dazu vorliegende Eingaben wer­ten für erledigt erklärt.

Für die Erhaltung und Sicherung von Baudenkmälern werten gemäß Re­gierungsvorlage 35 000 Mark bewilligt. Die Ge­setzesänderung über das Verfahren in Forst- und Feldwegsachen wird genehmigt: ebenso eine Hinausschiebung von Darlehenszahlungen aus Hagelschäden 1925. Der geforderte Geländeaus- tausch Frankenfeld-Gernsheim wird abgelehnt.

Oer Verfassungstag.

Abg. Keller (DDP.) hält die Vorlage, den 11. August zum staatlichen Feiertag zu erklären, für überflüssig. Das ist nicht Sache Hessens, sondern des Reichs. Grundsätzlich halte ich es für wünschenswert, daß ein so gro­ßes Volk, wie das deutsche, ebenfalls einen Rationalfeiertag besitzt. Doch bezweifle ich, daß das Volk schon reif dazu ist. Als Rationalfeier­tag ist der Reichsgründungstag viel ge­eigneter. Die bisherigen Verfassungsfeiern waren meist Parteifeiern, die einen erheblichen Teil des Volkes in seinen Gefühlen kränkten. Die deutsche Republik, die heute die einzig mög­liche Form ist für den Fortbestand und das Ge­deihen von 60 Millionen Deutschen, kann aber nicht verlangen, daß ter Volksteil, ter bereit ist, auch im Volksstaat dem Volk zu dienen, sich unterwerfen und seine Achtung vor ter großen Geschichte vor 1919 verleugnen soll.

Staatspräsident Adelung erklärt, er erkenne das Bekenntnis des Vorredners Aur Re­publik an, bedauere aber die Ablehnung des Ge­burtstages dieser neuen Verfassung als Ratto­nalfeiertag. Es sei eine Selbstverständlichkeit, daß die Gefühle der Andersdenkenden am Der- fassungstage nicht gekränkt werten dürften. Es seien doch gerate prominente Mitglieder ter Deutschen Volkspartei gewesen, die ten Tag im Reich gefeiert haben. Der 18. Januar würde sicher noch mehr umstritten sein.

Abg. Dr. Müller (Bbd.): Wir haben in Hessen keinen Anlaß, deuttche Geschichte zu machen. Es scheint mir, daß in den Ländern mit erheblichem Finanzzuschuß der Drang zu Feier­tagen um so größer ist. Ich will über ten Tag. 18. Januar ober 11. August, nicht streiten, aber ich glaube, daß der Tag, an dem der letzte Franzose deutschen Boden ver­läßt, ter geeignetste deutsche Nationalfeiertag wäre. (Minister Korell ruft: Denn eS nach

der Politik des Bauernbundes und der Deutsch- nationalen ginge, dann käme dieser Tag über­haupt nicht!) Der Redner protestiert auf das energischste gegen diese Unterstellung des Mini­sters, der stets politische Mätzchen mache.

Abg. Kaul (S.) macht zunächst geschichtliche Ausführungen über die Entstehung des Deut­schen Reiches und wünscht, daß die innere Wand­lung der Deutschen Volkspartei sich auch endlich offen und öffentlich kundtue.

Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) erklärt namens seiner Fraktion die entschiedenste Zurückweisung des Ministers Korell. Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit versuche der Minister politische Geschäfte zu machen, anstatt seine Pflicht, dem gesamten Volke zu dienen, zu er­füllen.

Abg. Dr. Werner (frktlos) schlägt als natio­nalen Trauertag den Tag der Unterzeich­nung des Versailler Diktats vor. Er weist die Unterstellung des Wirtschaftsministers Korell entschieden zurück. Die Revisionsbedürftig­keit ter Weimarer Verfassung werte von promi­nenten Führern ter Weimarer Koalition selbst zugegeben. Unverantwortlich sei, daß die stärkste deutsche Partei sich an einer gemeinsamen Kund­gebung gegen die Kriegsschuldlüge nicht beteilige.

Abg. Böhm (Sn.) lehnt für seine Freunde die Vorlage ab. Die Mehrheit des deutschen Volkes habe für diesen neuen Feiertag kein Ver­ständnis.

Abg. Reiber (Dem.) glaubt, daß sich ter Verfassungstag immer mehr durchsetzen werde. Der Tag, an dem ter letzte Franzose den deut­schen Boden verlasse, werde außerdem gefeiert, denn er sei eine Folge jenes 11. August 1919.

Abg. Schühl (Zentr.) seht sich für ten Der- fassungstag ein. Selbstverständlich werte der Ab­zug ter Franzosen ein Freudentag sein, ten wir begeistert feiern würden. Aber wir glauben, daß ter Verfassungstag für alle Zukunft als Ratto­nalfeiertag besser geeignet ist.

Das Gesetz wird in beiten Lesungen gegen die gesamte Rechte angenommen.

polizeidebatte.

3n der Rachmilttagssitzung entspann sich auf ten sozialdemokratischen Antrag hin, fünf Stellen der Pol^zeioberleutnants i>n Hauptleute st eilen umzuwandeln, eine lebhafte Debatte. Die Abg. Reiber (Dem.), Heinstadt (Ztr.), Dr. Leuchtgens (Bauernbund) sprachen such aus grundsätzlichen Erwägungen gegen den Antrag aus, ter bekanntlich beim Stellenplan von den Koalittonsparteien gestellt, aber von ten Sozialdemokraten abgelehnt worden war. Die Volkspartei beantragte zwei Stellen für Hauptleute in Stellen für Majore umzu­wandeln. Da der Regierungsvertreter eine aus­reichende Erklärung über die Stellung ter Regierung zu den Vorschlägen nicht geben konnte, wurde die Sache bis zum nächsten Etat zurück- gestellt.

Ein Zwischenfall.

Abg. Wöbus gibt darauf eine persönliche Er­klärung ab, wenn der Minister für Arbeit und Wirtschaft, Korell (der nicht im Saale ist), mit seiner Bemerkung ihn habe beleidigen wollen, dann müsse er erklären, daß ein Minister von solchen Qualitäten ihn nicht beleidigen könne, namentlich in einer Tagesstunde, wo der Al­kohol bei manchem Menschen schon eine große Rolle spiele. (Zwischenrufe: Pfui, Separatist?) Dr. Möbus erhält einen Ordnungsruf. Abg. Rei­ber stellt sich vor den Sprecher und ruft ihm zu:Sie Separatist! Was haben Sie nun zu sagen?" Auch er wird zur Ordnung ge­rufen. Dr. Möbus erklärt:Ich habe bereits früher einen Abgeordneten zur R«henschaft ziehen wollen: das ist mir aber nicht möglich gewesen." Reiber erklärt:Ich verzichte auf meine Immu­nität, um Ihnen d i e öffentliche Recht­fertigung zu ermöglichen." Dr. Möbus:Ich werde das sofort in die Wege leiten!

Verschiedene kleinere Vorlagen, so die Erstellung von Badeeinrichtungen in Beamtenwohnungen der Bergwerksdirektion Wölfersheim, werden ange­nommen.

Eine lebhafte Debatte entfpinnt sich über die Re­gierungsvorlage betreffend die Verteilung ter im

Vorjahre gegebenen Landes- und Reichs, mittel für die Unwetterschäden 19 28.

Abg. Glaser (Bbd.) übt scharfe Kritik an dem Verteilungsschlüssel, durch den die Gemeinden der Bergstraße außerordentlich schlecht weggekommen seien. Nachdem noch Minister Korell, Abg. Weckler (Zentr.), Ministerialrat Morneweg, die Abg. Guß­mann, Späth (Zentr.) und Glaser (Bbd.) noch ge­sprochen haben, wird die Regierungsvorlage a n - genommen.

Ein Antrag Glaser, 26 000 Mark gestundete Dar­lehen für Saatgut- und Futterrnittelbefchaffung als verlorenen Zuschuß zu geben, wird abgelehnt.

Oie Besahungsnoi.

Das Haus nimmt bann einstimmig folgende Ent­schließung an:

Der Abschluß ter Pariser Repckrakionsoerhand- lungen hat ble Räumung der besetzten Gebiete in greifbare Rahe gerückt. Der hessische Landtag gibt ter Erwartung Ausdruck, daß d.e als- baldige Räumung der noch besetzten Gebiete erfolgt, o h n e d a h h i e r f ü r v o n D e u t s ch l a n d ein Opfer gebracht werden muh. Insbesondere wird jede irgendwie geartete Kontrolle des deut­schen Westens über das Jahr 1935 hinaus unter allen Umständen abgelehnt. Die von der Reichsregierung geplante umfassende Hilfs­aktion für die besetzten Gebiete genannt nun­mehr eine ganz besondere Bedeutung. Die Gebiets­teile sind infolge des Ruhrkampfes ter Be­setzung in schwere wirtschaftliche u n f kulturelle Rot geraten. Sie müssen d- Möglichkeit zum Wiederaufstieg erhalten, und zwc- müssen die hierfür ins Auge gefaßten Mahnahmc den Zeitpunkt ter Räumung überteuern. 5ol£ Hilfsmaßnahmen sind im besonderen Maße für Hessen von noten. Der hessische Landtag appel­liert erneut an Reichstag und Reichsregierung, daß den hessischen Schwierigkeiten in ausreichendem Maße Rechnung getragen wird.

Präsident Delp schließt gegen 18 Uhr die Sitzung und wünscht den Abgeordneten eine gute Erholung, um neu gestärkt im November oder De­zember die Arbeit wieder aufzunehmen.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das Rordmeertief, dessen Randstörungen int Laufe des gestrigen Tages zu Bewölkung uni vielfach Gewitterstörungen führten, bewegt sich nordostwärts weiter und lag heute morgen übe« Skandinavien. Mit dem 2ll»zug des Tiefs ge­langen an seiner Rückseite küyle Luftmassen süd­wärts nach Mitteleuropa, die gleichzeitig dal westliche Hochdruckgebiet nach dem Festlande sau, gen. Wir gelangen somit in den Bereich einet neuen Hochdruckgebietes, so daß dadurch eine er­neute Schönwetterperiode geschaffen wird. Di« aus höheren Breiten stammenden Luftmassen wir­ken zunächst noch auf die Temperaturen ein. In, folgedessen bleibt es nachts kühl, aber tagsübel steigen die Temperaturen wieder an.

Wettervoraussage für Samstag Meist heiter, nachts kühl, tagsüber wieder lang­sam zunehmende Erwärmung, trocken.

Wettervoraussage für Sonntag Weitere Erwärmung und Fortdauer des heitere« und trockenen Wetters.

Lufttemperaturen am 20. Juni: mittags 25,2 Gral Celsius, abends 19,4 Grad Celsius am 21. Juni morgens 16,7 Grad. Maximum 29,8 Grad, MinimuN 11,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe an 20. Juni: abends 27,2 Grad am 21. Juni: morgen! 21,2 Grad Celsius. Niederschlag 0,1 mm. Son nenscheindauer 9% Stunden.

Amtlicher Reisewellerdienst

ter öffentlichen Mellerdienststelle Gießen.

Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gest-nr hei ßer Tag, teils heiter, teils wolkig: heute morgei Windstille, 17 Grad, wolkiges Wetter. (Berchtcs gaben): Gestern warmer Tag, meist heller: heut morgen Windstille, 18 Grad, heller.

Küste (Westerland auf Sylt): Gestern der Jab reszeit angemessene Temperatur, teils heller, leit' wolkig: heute morgen Nordwestwind, 12 Grad, rool kiges Wetter. (Swinemünde): Gestern der Jod reszeit angemessene Temperatur: heute morgei Nordwind, Regen, 15 Grad. (Borkum): Gesten der Jahreszeit angemessene Temperatur, teils beiter teils wolkig: heute morgen Nordwestwind, 14 Groll wolkig. (Helgoland): Gestern teils heiter, teil» wolkig: heute morgen Nordrvestwind, wolkiges Det ter, 13 Grad.

Baden (Baden-Baden): Gestern heißer Dar meist heiter: heute morgen Südostwind, 17 Grad wolkiges Wetter.

(Fttiburg): Gestern schwül, teils heller, tetM wolkig- heute morgen Rordwind, Rebel, 19 Gra>

Rheinaebiet (Köln): Gestern plötzliche2l» kühlung, tells heiter, teils wolkig: heute motflU Rordwestwind, 12 Grad, Wolkig.

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