gerichtet, den Staatsrat sofort wieder einzuberufen. Da Artikel 38 In einer Muhvorschrift bestimmt, daß einem solchen Ersuchen stattzugeben ist. werden die Staatsratsmitglieder, wenn sie am Freitag von der Berliner Tagung nach Hause kommen, bereits die telegraphische Einladung zum nächsten Tagungsabschnitt vor- finten. Vermutlich wird ter Staatsrat bereits am 22. 3uni, spätestens aber am Montag, dem 24. Juni, wieder beis ammen sein. Allerdings hat das preußische Staatsministerium nach ter Verfassung keinerlei Einflußnahme auf die Tagesordnung des Staatsrates. Da dem Staatsrat noch die Verordnung des preußischen Iustizministers über den Strafvollzug in Stufen vorliegt, wäre es immerhin möglich, daß die Mehrheit beschließen würde, in der erzwungenen Tagung diese Vorlage zu erledigen und sich dann abermals zu vertagen. An sich sind die Bestiminungen ter Geschäftsordnung des Staatsrats für die Erledigung des Konkordats erfüllt, denn die Kon- koradtsvorlage ist mit dem Datum des 15. Juni dem Staatsrat zugegangen und die Staatsratsgeschäftsordnung sieht eine siebentägige Frist zwischen Eingang und Erledigung einer Vorlage mindestens vor. Man nimmt an, daß der preußische Ministerpräsident mit dem Staatsratspräsi- denten Fühlung nehmen wird, um zur Vermeidung weiterer Schwierigkeiten die Beratung des Konkordats vor Ende 3uni zu erreichen.
Oer Giinnes-Prozeß.
Die Aussagen des Untersuchungsrichters.
Berlin, 20. Juni. (WB.) 3m Stinnes-Pro- zeh äußerte sich ter als Zeuge vernommene äl n - tersuchungsrichte rLandgerichtsratB r ü h l eingehend über die Vorgänge kurz vor ter Verhaftung des Angeklagten Stinnes. Ich habe die Stinnes belastenden Aussagen v. Waldows Vorbehalten und ihn gefragt, womit er sich diesen Belastungen gegenüber verantworten wolle. Darauf setzte er sich auf den mir gegenüberstehenden Tisch; die Hände in den Taschen, fragte er mich: Wie ist es, Herr Vernehmungsrichter, wenn ich es zugebe? — 3ch erwiderte: Herr Stinnes, ich kann mit 3hnen über die Folge 3hrer Aussage nicht paktieren! — Darauf hat sich Stinnä eine Bedenkzeit ausgebeten und bald nachher ein Geständnis dahin abgelegt, daß er bereits vor Weihnachten 1926 von Waldow erfahren habe, daß die älnterla- gen, die au dem Anleihegeschaft verwandt wurden, gefälscht waren. Auf meine Frage, warum er nicht gleich damals von diesem Geschäft zurückgetreten sei, hat Stinnes geantwortet, er habe gefürchtet, dann sein in das Geschäft gestecktes Geld zu verlieren. Waldow habe sich bitter beschwert, daß er in älntersu- chungshaft sitze, Stinnes aber nicht verhaftet sei. Er habe das ganze Geschäft doch nur f üv Stinnes gemacht. Stinnes habe von den falschen Unterlagen gewußt, und wenn er nur ein Wort gesagt hätte, so würde er — Waldow — das ganze Geschäft sofort.abgeblasen haben.
Ein Auölandkredii des Reichs.
Berlin, 20. 3uni. (WB.) Wie die Berliner Blätter übereinstimmend melden, ist der Auslandkredit des Reiches zum Abschluß gelangt. Es hantelt sich um 50 Millionen Dollar. Verzinsung und Laufzeit sind noch unbekannt. Die amerikanischen Geldgeber sind, wie verlautet, hauptsächlich die Firmen Dillon Read LCo. sowie Harris Forbes. Das deutsche Konsortium, das den Kredit vermittelte, besteht nach den Mitteilungen aus ter Deutschen Dank, ter Reichskreditgesellschaft und Mendelssohn & Co., Berlin.
Aus aller Welt.
Schiedsspruch im Ruhrbergbau.
Essen. 20. 3uni. (WTB.) Die Schlichterkammer fällte einen Schiedsspruch für die Arbeitszeit und die Rahmentarife im Ruhrbergbau. Der Schiedsspruch hält durch das Mehrarbeitsabkommen die heutige Arbeitszeit von acht Stunden unter Tage sowie die entsprechenden Arbeitszeiten über Tage und die heutigen Mindestlöhne für Gedingearbeiter aufrecht. 3n der AI r • laubsfrage ist eine Erhöhung um einen Tag für eine höhere Dienstaltersstufe sowie für die 15- und 16jährigen festgesetzt und ein viertägiger Urlaub für die 14jährigen neu eingeführt. Die Rahmentarife und das Arbeitszeitabkommen sollen bis zum 30. Rovember 1930 unkündbar sein: es sind längere Kündigungsfristen vorgesehen. Die Parteien müssen sich bis zum 24.3uni über Annahme oder Ablehnung erklären.
Schwere Gewillerschäden in Mecklenburg.
3n den frühen Abendstunden zogen über große Teile Mecklenburgs heftige Gewitter, die schwere Brandschäden durch Blitzschlag anrichteten. Rach hier eingetroffenen Meldungen sollen insgesamt zehn Gebäude durch Blitzschlag e i n gZu schert worden und fünf Gebäude durch kalte Schläge stark beschädigt Worten sein. Auf dem Rittergut R e u h o f im Amt Güstrow wurden allein drei Gebäude und ein Schuppen vom Blitzschlag eingeäschert. 3n Parchim war infolge ter Gewitter eine Störung in ter Lichtzufuhr zu verzeichnen.
Riesenwaldbrand in Pommern.
In dem über zehntausend Morgen großen Poni- kcler Forst (im Kreise Nummersburg) entstand ein Brand, der sich bei der seit Wochen herrschenden Trockenheit mit riesiger Geschwindigkeit ausbreitete. Gegen Abend waren bereits mehrere tausend Morgen Wald von dem Brande ergriffen. Die Feuerwehren der umliegenden Ortschaften müssen sich darauf beschränken, die Ortschaften selbst vor den Flammen zu schützen.
Lin Auto mit fünf Personen in die Mur gestürzt.
Während einer Probefahrt mit einem neuen Automobil, das von einem Leobener Rechtsanwalt gelenkt wurde und in dem sich sein Chauf- seur, seine Frau, sein Bruder und eine Dame befanden, geriet der Kraftwagen ins Schleudern, durchbrach das Brückengeländer und stürzte, nachdem er sich dreimal überschlagen hatte, in die Mur. Der Rechtsanwalt wurde schwer verletzt aus ter Mur gezogen. Auch zwei der Insassen hoben schwere Verletzungen erlitten. Die beiden anderen kamen mit leichteren Verletzungen davon.
tim die Reform der ArbeNoseMrsichemng
Der Sanierungsvorschlag der Voltspartei. - Das Zentrum ist verstimmt.
Beim Zentrum herrscht eine große Verstimmung über das Versagen der Reichsregierung auf dem Gebiete der Reform der Arbeitslosenversicherung, eine noch größere ist aber jetzt in die Erscheinung getreten, weil die Deutsche Volks- Partei an die Stelle des fallen gelassenen So- fort-Programms einen eigenen umfangreichen Sanierungsvorschlag gesetzt hat und auch die Demokraten sich mit der Absicht tragen, in die Fußtapfen der Volkspartei zu treten. Dom Zentrum ist daraufhin an den krank im Bett liegenden Reichskanzler Hermann Müller ein langer Brief geschrieben worden, in dem es sich gemeinschaftlich mit der Bayerischen Volkspartei über die deutsch-volksparteilichen und demokratischen Koalitionsfreunde bitter beklagt, da diese eine bei der Bildung des Kabinetts Müller getroffene A b - machung verletzt hätten, wonach Anträge von grundlegender Bedeutung nur nach gegenseitigem Einvernehmen gestellt und verfolgt werden dürften.
Es ist richtig, daß man sich damals auf eine derartige Vereinbarung festlegte, sie sollte aber n u r ein Sicherheitsventil darstellen, um die Regierungsparteien daran zu hindern, irgendwelche kostspieligen Anträge im Reichstag zu stellen und damit Sprengpulver in die Koalition hineinzutragen. Diesmal liegen die Dinge aber etwas a n - ders. Es hat nicht nur die Regierung versagt, auch der interfraktionelle Ausfchuß ist sich nicht einig geworden. Unter diesen Umständen hat es die Deutsche Volkspartei für ihre Pflicht gehallen, einen Vorschlag für die dringend notwendige Reform der Arbeitslosenversicherung zur Debatte zu stellen. Wenn das Zentrum jetzt daran Anstoß nimmt, bann geschieht das wohl in der Hautptsache aus parteipolitischen E r - wägungen heraus. Es fürchtet, daß ihm feine Gewerkschaften den Vorwurf der Untätigkeit machen und dabei auf das Beispiel der Volkspartei Hinweisen. Jetzt will man in letzter Minute s i ch ein« schalten und hat aus diesem Grunde den Kanzler gebeten, von Neuem die interfraktionellen Bespre»
chungen über die Arbeitslosenversicherung anzukurbeln.
Oer Brief des Zentrums.
Neue Verhandlungen des interfraktionellen Ausschusses verlangt.
Berlin, 20. 3uni. (VDZ.) Der Vorstand ter Zentrumsfraktion des Reichstags hat in Hebereinstimmung mit ter Bayerischen Volkspartei an den Reichskanzler ein Schrei- ben gerichtet, dessen Abschrift auch dem Reichsarbeitsminister Wissel übermittelt worden ist. 3n diesem Schreiben wird gegen das selbständige Vorgehen einzelner Regierungsparteien in der Arbeitslosenfrage Verwahrung eingelegt und dabei verwiesen auf die bei dec Regierungsbildung eingegangenen: koalitionsmäßigen Verpflichtungen. 3n dem Schreiben heißt es dann: Die Zentrumspartei und die Bayerische Volkspartei haben in den interfraktionellen Besprechungen keinen Zweifel darüber gelassen, daß auch sieeine Teilreform der Arbeitslosenversicherung noch vor dem Abschluß der jetzigen Sitzungsperiode des Reichstages verlangen. Sie haben alles getan, um eine solche möglich zu machen. Die Verhandlungen haben aber ergeben, daß dieses Ziel nur erreicht werden kann, wenn innerhalb ter Parteien eine Verständigung über das erweiterte Sofortprogramm erzielt wird. Wir beantragen hiermit, unverzüglich eine Aussprache der Fraktionsf üh - r e r unter Zuziehung der sozialpolitischen Sachverständigen ter Fraktionen einzuberusen mit dem Ziel, den Weg zu einem gemeinsamen Vorgehen der Regierungsparteien in ter Arbeitslosenversicherungsfrage noch vor der Sommerpause des Reichstags zu suchen. Unsere Fraktionen würden auch bereit sein, zur Ermöglichung dieser Aufgabe über den beabsichtigen Termin hinaus za tagen.
DerHess!scheLaMagbee!idigtsemeSo!!meltaMg
Oie Baukonirolleure.
Darmstadt, 20. 3uni. (WTB.) Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 10,30 Uhr. Die Beratung wird bei den Eingaben fortgesetzt.
Abg. Reiber (D.) gibt dem Bedauern darüber Ausdruck, daß die Regierung ein Vierteljahr früher als das Reich und die anderen Länder die Desahungszulagen der Deam- t e n gestrichen habe. — Sein entsprechender Antrag wird abgelehnt.
Dolkspartei und Volksrechtpartei beantragen, Kreise und Städte von ter Verpflichtung zur Anstellung von besonderen Dau- kontrolleuren zu befreien. Abg. Mann (S.) beklagt die mangelnden Unterkunftsmöglichkeiten und die steigende Unfallziffer, die Baukontrolleure notwendig machten. — Abg. Haury (DV.) verteidigt seinen Antrag, die Ueber- wachung ter Baustellen erfolgt durch die Gewerbeaufsichtsämter, durch die Baupolizei und durch Die Derufsgenofsenschaften: außerdem ist den Gewerkschaftsvertretern die Besichtigung der Baustellen gestattet. Die Sicherheitsmaßnahmen würden vielfach von ter Arbeiterschaft zu leicht genommen. Die Baukontrolleure sind keine Sozialbeamte, sondern sozialdemokratische Beamte. — Arbeitsminister Korell lehnt den Antrag ab. Diese Baukontrolleure müssen aus den Gewerkschaften genommen werden, und es ist besser, daß ein Kontrollbeamter zu viel an ter Baustelle ist, als daß nachher sich tödliche Unfälle ereignen. — Abg. Glaser (Dbd.) setzt sich für den Antrag ein. Das Zentrum habe z. D. im Kreise Bensheim jedes 3ahr die Baukontrolleure abgelehnt. — Rachtem noch Abg. Wesp (Z.), Staatsrat Karcher, Abg. Dr. Müller (Dbd.), Abg. Raab <©.), 2lbg. Mann (S.) und Abg. Haury (DV.) gesprochen haben, wird ter Antrag abgelehnt. Dazu vorliegende Eingaben werten für erledigt erklärt.
Für die Erhaltung und Sicherung von Baudenkmälern werten gemäß Regierungsvorlage 35 000 Mark bewilligt. Die Gesetzesänderung über das Verfahren in Forst- und Feldwegsachen wird genehmigt: ebenso eine Hinausschiebung von Darlehenszahlungen aus Hagelschäden 1925. Der geforderte Geländeaus- tausch Frankenfeld-Gernsheim wird abgelehnt.
Oer Verfassungstag.
Abg. Keller (DDP.) hält die Vorlage, den 11. August zum staatlichen Feiertag zu erklären, für überflüssig. Das ist nicht Sache Hessens, sondern des Reichs. Grundsätzlich halte ich es für wünschenswert, daß ein so großes Volk, wie das deutsche, ebenfalls einen Rationalfeiertag besitzt. Doch bezweifle ich, daß das Volk schon reif dazu ist. Als Rationalfeiertag ist der Reichsgründungstag viel geeigneter. Die bisherigen Verfassungsfeiern waren meist Parteifeiern, die einen erheblichen Teil des Volkes in seinen Gefühlen kränkten. Die deutsche Republik, die heute die einzig mögliche Form ist für den Fortbestand und das Gedeihen von 60 Millionen Deutschen, kann aber nicht verlangen, daß ter Volksteil, ter bereit ist, auch im Volksstaat dem Volk zu dienen, sich unterwerfen und seine Achtung vor ter großen Geschichte vor 1919 verleugnen soll.
Staatspräsident Adelung erklärt, er erkenne das Bekenntnis des Vorredners Aur Republik an, bedauere aber die Ablehnung des Geburtstages dieser neuen Verfassung als Rattonalfeiertag. Es sei eine Selbstverständlichkeit, daß die Gefühle der Andersdenkenden am Der- fassungstage nicht gekränkt werten dürften. Es seien doch gerate prominente Mitglieder ter Deutschen Volkspartei gewesen, die ten Tag im Reich gefeiert haben. Der 18. Januar würde sicher noch mehr umstritten sein.
Abg. Dr. Müller (Bbd.): Wir haben in Hessen keinen Anlaß, deuttche Geschichte zu machen. Es scheint mir, daß in den Ländern mit erheblichem Finanzzuschuß der Drang zu Feiertagen um so größer ist. Ich will über ten Tag. 18. Januar ober 11. August, nicht streiten, aber ich glaube, daß der Tag, an dem der letzte Franzose deutschen Boden verläßt, ter geeignetste deutsche Nationalfeiertag wäre. (Minister Korell ruft: Denn eS nach
der Politik des Bauernbundes und der Deutsch- nationalen ginge, dann käme dieser Tag überhaupt nicht!) Der Redner protestiert auf das energischste gegen diese Unterstellung des Ministers, der stets politische Mätzchen mache.
Abg. Kaul (S.) macht zunächst geschichtliche Ausführungen über die Entstehung des Deutschen Reiches und wünscht, daß die innere Wandlung der Deutschen Volkspartei sich auch endlich offen und öffentlich kundtue.
Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) erklärt namens seiner Fraktion die entschiedenste Zurückweisung des Ministers Korell. Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit versuche der Minister politische Geschäfte zu machen, anstatt seine Pflicht, dem gesamten Volke zu dienen, zu erfüllen.
Abg. Dr. Werner (frktlos) schlägt als nationalen Trauertag den Tag der Unterzeichnung des Versailler Diktats vor. Er weist die Unterstellung des Wirtschaftsministers Korell entschieden zurück. Die Revisionsbedürftigkeit ter Weimarer Verfassung werte von prominenten Führern ter Weimarer Koalition selbst zugegeben. Unverantwortlich sei, daß die stärkste deutsche Partei sich an einer gemeinsamen Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge nicht beteilige.
Abg. Böhm (Sn.) lehnt für seine Freunde die Vorlage ab. Die Mehrheit des deutschen Volkes habe für diesen neuen Feiertag kein Verständnis.
Abg. Reiber (Dem.) glaubt, daß sich ter Verfassungstag immer mehr durchsetzen werde. Der Tag, an dem ter letzte Franzose den deutschen Boden verlasse, werde außerdem gefeiert, denn er sei eine Folge jenes 11. August 1919.
Abg. Schühl (Zentr.) seht sich für ten Der- fassungstag ein. Selbstverständlich werte der Abzug ter Franzosen ein Freudentag sein, ten wir begeistert feiern würden. Aber wir glauben, daß ter Verfassungstag für alle Zukunft als Rattonalfeiertag besser geeignet ist.
Das Gesetz wird in beiten Lesungen gegen die gesamte Rechte angenommen.
polizeidebatte.
3n der Rachmilttagssitzung entspann sich auf ten sozialdemokratischen Antrag hin, fünf Stellen der Pol^zeioberleutnants i>n Hauptleute st eilen umzuwandeln, eine lebhafte Debatte. Die Abg. Reiber (Dem.), Heinstadt (Ztr.), Dr. Leuchtgens (Bauernbund) sprachen such aus grundsätzlichen Erwägungen gegen den Antrag aus, ter bekanntlich beim Stellenplan von den Koalittonsparteien gestellt, aber von ten Sozialdemokraten abgelehnt worden war. Die Volkspartei beantragte zwei Stellen für Hauptleute in Stellen für Majore umzuwandeln. Da der Regierungsvertreter eine ausreichende Erklärung über die Stellung ter Regierung zu den Vorschlägen nicht geben konnte, wurde die Sache bis zum nächsten Etat zurück- gestellt.
Ein Zwischenfall.
Abg. Wöbus gibt darauf eine persönliche Erklärung ab, wenn der Minister für Arbeit und Wirtschaft, Korell (der nicht im Saale ist), mit seiner Bemerkung ihn habe beleidigen wollen, dann müsse er erklären, daß ein Minister von solchen Qualitäten ihn nicht beleidigen könne, namentlich in einer Tagesstunde, wo der Alkohol bei manchem Menschen schon eine große Rolle spiele. (Zwischenrufe: Pfui, Separatist?) Dr. Möbus erhält einen Ordnungsruf. — Abg. Reiber stellt sich vor den Sprecher und ruft ihm zu: „Sie Separatist! Was haben Sie nun zu sagen?" — Auch er wird zur Ordnung gerufen. Dr. Möbus erklärt: „Ich habe bereits früher einen Abgeordneten zur R«henschaft ziehen wollen: das ist mir aber nicht möglich gewesen." Reiber erklärt: „Ich verzichte auf meine Immunität, um Ihnen d i e öffentliche Rechtfertigung zu ermöglichen." Dr. Möbus: „Ich werde das sofort in die Wege leiten!“
Verschiedene kleinere Vorlagen, so die Erstellung von Badeeinrichtungen in Beamtenwohnungen der Bergwerksdirektion Wölfersheim, werden angenommen.
Eine lebhafte Debatte entfpinnt sich über die Regierungsvorlage betreffend die Verteilung ter im
Vorjahre gegebenen Landes- und Reichs, mittel für die Unwetterschäden 19 28.
Abg. Glaser (Bbd.) übt scharfe Kritik an dem Verteilungsschlüssel, durch den die Gemeinden der Bergstraße außerordentlich schlecht weggekommen seien. — Nachdem noch Minister Korell, Abg. Weckler (Zentr.), Ministerialrat Morneweg, die Abg. Gußmann, Späth (Zentr.) und Glaser (Bbd.) noch gesprochen haben, wird die Regierungsvorlage a n - genommen.
Ein Antrag Glaser, 26 000 Mark gestundete Darlehen für Saatgut- und Futterrnittelbefchaffung als verlorenen Zuschuß zu geben, wird abgelehnt.
Oie Besahungsnoi.
Das Haus nimmt bann einstimmig folgende Entschließung an:
Der Abschluß ter Pariser Repckrakionsoerhand- lungen hat ble Räumung der besetzten Gebiete in greifbare Rahe gerückt. Der hessische Landtag gibt ter Erwartung Ausdruck, daß d.e als- baldige Räumung der noch besetzten Gebiete erfolgt, o h n e d a h h i e r f ü r v o n D e u t s ch l a n d ein Opfer gebracht werden muh. Insbesondere wird jede irgendwie geartete Kontrolle des deutschen Westens über das Jahr 1935 hinaus unter allen Umständen abgelehnt. — Die von der Reichsregierung geplante umfassende Hilfsaktion für die besetzten Gebiete genannt nunmehr eine ganz besondere Bedeutung. Die Gebietsteile sind infolge des Ruhrkampfes ter Besetzung in schwere wirtschaftliche u n f kulturelle Rot geraten. Sie müssen d- Möglichkeit zum Wiederaufstieg erhalten, und zwc- müssen die hierfür ins Auge gefaßten Mahnahmc den Zeitpunkt ter Räumung überteuern. 5ol£ Hilfsmaßnahmen sind im besonderen Maße für Hessen von noten. Der hessische Landtag appelliert erneut an Reichstag und Reichsregierung, daß den hessischen Schwierigkeiten in ausreichendem Maße Rechnung getragen wird.
Präsident Delp schließt gegen 18 Uhr die Sitzung und wünscht den Abgeordneten eine gute Erholung, um neu gestärkt im November oder Dezember die Arbeit wieder aufzunehmen.
Oie Wetterlage.
26
OWOlKenlos.0 neuer <>n»iD oedecKL »woi-ug. eotdeckL •Regen, * Schnee atraupein e Meoti K 6ewitter.©Wind$liiie.-<^ seh# leichter Ost massiger Südsüdwest stürmischer riordwcsl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie Beiden Schonen dienenden Zahlen gehen die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleichen^ auf rteercsniveau umgereenneten Luftdruck
Wettervoraussage.
Das Rordmeertief, dessen Randstörungen int Laufe des gestrigen Tages zu Bewölkung uni vielfach Gewitterstörungen führten, bewegt sich nordostwärts weiter und lag heute morgen übe« Skandinavien. Mit dem 2ll»zug des Tiefs gelangen an seiner Rückseite küyle Luftmassen südwärts nach Mitteleuropa, die gleichzeitig dal westliche Hochdruckgebiet nach dem Festlande sau, gen. Wir gelangen somit in den Bereich einet neuen Hochdruckgebietes, so daß dadurch eine erneute Schönwetterperiode geschaffen wird. Di« aus höheren Breiten stammenden Luftmassen wirken zunächst noch auf die Temperaturen ein. In, folgedessen bleibt es nachts kühl, aber tagsübel steigen die Temperaturen wieder an.
Wettervoraussage für Samstag Meist heiter, nachts kühl, tagsüber wieder langsam zunehmende Erwärmung, trocken.
Wettervoraussage für Sonntag Weitere Erwärmung und Fortdauer des heitere« und trockenen Wetters.
Lufttemperaturen am 20. Juni: mittags 25,2 Gral Celsius, abends 19,4 Grad Celsius am 21. Juni morgens 16,7 Grad. Maximum 29,8 Grad, MinimuN 11,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe an 20. Juni: abends 27,2 Grad am 21. Juni: morgen! 21,2 Grad Celsius. — Niederschlag 0,1 mm. — Son nenscheindauer 9% Stunden.
Amtlicher Reisewellerdienst
ter öffentlichen Mellerdienststelle Gießen.
Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gest-nr hei ßer Tag, teils heiter, teils wolkig: heute morgei Windstille, 17 Grad, wolkiges Wetter. — (Berchtcs gaben): Gestern warmer Tag, meist heller: heut morgen Windstille, 18 Grad, heller.
Küste (Westerland auf Sylt): Gestern der Jab reszeit angemessene Temperatur, teils heller, leit' wolkig: heute morgen Nordwestwind, 12 Grad, rool kiges Wetter. — (Swinemünde): Gestern der Jod reszeit angemessene Temperatur: heute morgei Nordwind, Regen, 15 Grad. — (Borkum): Gesten der Jahreszeit angemessene Temperatur, teils beiter teils wolkig: heute morgen Nordwestwind, 14 Groll wolkig. — (Helgoland): Gestern teils heiter, teil» wolkig: heute morgen Nordrvestwind, wolkiges Det ter, 13 Grad.
Baden (Baden-Baden): Gestern heißer Dar meist heiter: heute morgen Südostwind, 17 Grad wolkiges Wetter.
(Fttiburg): Gestern schwül, teils heller, tetM wolkig- heute morgen Rordwind, Rebel, 19 Gra>
Rheinaebiet (Köln): Gestern plötzliche2l» kühlung, tells heiter, teils wolkig: heute motflU Rordwestwind, 12 Grad, Wolkig.
6om
W Ah-
Mr fei' ßommer. d Kleinen ten Äll de .^bringen.
kommen. freute m-sc die nur öi entfernt
besonder die Tage d« tagen erd' häufig an i ist immer n öd'i M Abgesehen ' Mer der vermindern jer Somme' Diderliandi rend die K,
Das soll Dehnung i den Erwac dürste. De es erreiche' Slulhitze v Jufjententf nut früh des Nach! heißen Ta< imfr mit 2 Zs ist L>oa zensier die
Älbstversi Zeil auch l Jeterbetten quälend un Mn kann' nackt liegen genügt jede rend der t Aind nicht die kühlere gegen finnll nutz ihm kommen. Si mgmaschigei mit dem es 3Nn zu
Sen Aahi - muh setz gewidmet to die Milch c nicht, dann 'auberes T häufig zu h Milch gut i selten und (
Ebenso to während d und man la nnschränken. Wtt W Dünnet, M
Der übli für die ÄI besonders i in überfüll meingepre inügen „in &gcn ist c lbzutvarten benachbarter lulzusucheu.
Eine De aber bie Ts unreifes 01 ot ja allg Obst kann es nicht ge Kn genoss lekaut totri ^veilen a öliges Erf jetöaute K Ihren, und ^geleitet >erdauii^„ ><u>en und stunden ur
,„Aenn k ft dani freute unk Unhabei iWner Aden nrit J’onjt die e


