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Oer neue Frankfurter Polizeipräsident.

WSR. Frankfurt a. M.. 20. Febr. Aus Berlin wird gemeldet: Polizeipräsident Stein­berg von Altona wird an Stelle des verstor­benen Polizeipräsidenten Zimmermann nach Frankfurt a. M. verseht. Mit ter_ vertre­tungsweisen Derwo tung des Polizeipräsidiums Altona wurde Regierungsrat Egger st edt in Kiel beauftragt

Peru ein Land der Zukunst.

Eine deutsche Kolonisatwnsgesellschast. - Urwald wird Siedlungsland. Aufständische Indios.

Don Richard NieLvrg.

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Ö Grüningen. 20. Febr. Montag abend fand im Saale des Gastwirt- Fah eine auher- ordentliche Generalversammlung de- 2 a n d * wirtschaftlichen Konsumvereins statt. Durch den Tod des seitherigen Rechner- Dingel war eine Reuwahl nötig geworden. In der vor- gefchriebenen Zeit hatten sich vier Dewerbcr gemeldet. Heinrich Christoph Marsteller wurde für dieses Amt gewählt.

Grüningen. 20. Febr. Dieser Tage hielt der Turnverein »Gut Heil" D.T. in der Sing- und Turnhalle seine diesjährig? Haupt­versammlung ab. Der Terein-vorsihende Isheim gedachte nach den Begrüß ungsworten an die Mitglieder des verstorbenen Mitgliedes Altbürgermeister Dingel und hob dessen Ver­dienste um den Verein in warmen Worten her­vor. Daraus erstattete der Rechner den Kassen­bericht: dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Aus dem Turnbericht war zu entnehmen, daß der Verein beim Volksturnen in Gambach sech- Siege, darunter in der Turnerstufe einen 5. Sieg, und beim Gauturnfest in Butzbach zwei Siege errungen hat. Man beschloß, im April das An­turnen in Verbindung mit einem Vereinswett­turnen abzuhalten. Weiter wurde eine Faust­ballabteilung gegründet, wobei der Vorsitzende die Dereinsjugend aufforderte, sich rege an den» schönen, alten Turnerspiel zu beteiligen. Mst begeisterten Gut-Heil-Rufen auf den Verein und die Deutsche Turnerschaft wurde die Versamm­lung geschlossen.

Kreis Büdingen.

A Ridda, 20. Febr. Die Landwirtschaft-- kammer für Hessen veranstaltete gestern hier im »GambrinuS" einen Saatgutmarkt, der ver­hältnismäßig gut von den Landwirten des De- zirks Ridda besucht war. Es waren von den Züchtern aus den drei Provinzen Proben von 18 Kartoffelferien, leider alle erfroren, einige Sorten Weizen und deutscher Mais, 28 Sorten Gerste und 30 Sorten Hafer ausgestellt. Auch Luzerne- und Rotkleesamen sowie mehrere Sorten Dickwurzsamen waren vertreten. Der Vertreter der Landwirtschafts'ammer, Dr. Matthes au« Darmstadt, schilderte die einzelnen Sorten von Speise- und Futterlartosseln und die Halmfrüchte nach Anspruch auf Doden, Reifezeit,. Ertrags- mengen und benannte genau die für unsere Gebend besonders empfehlenswerten Sorten. In Originalbau waren nur vier Sorten Gerste aus­gestellt, das übrige Saatgut war 1. und 2. Abbau. De'onders fielen Weißgerste und Wrißhafer auf, doch find für unsere Bötzen Goldhafer und gelbe Gerste vorzuziehen. Dri letzterer sieht der Mälzer gar nicht mehr auf die Farbe, sondern dieser Unterschied ist meistens nur eine Sache der Ge­treidehändler. Eine Anzahl Landwirte gab De­stellungen auf Saatgut auf, das von der Land- wirlschastslammer geliefert wird. D:i den Kar­toffeln konnte nur der Grundpreis angegeben werden, zu dem noch die gegenwärtig nicht fest- zusetzenden Zuschläge kommen. Voraussichtlich wird der Preis für Saatkar osseln im Frühjahr bedeutend steigen, weil der Frost nicht nur un­seren Züchtern, sondern auch ganz besonder- in Rorddeutschland an den Kartofselvorrä.en in den Kellern und Mieten unermeßlichen Schaden angerichtet hat.

Kreis Scholten.

18,22 Februar.

r, Sonnenunittfiang 17.?? .32 Uhr, MondiM^g

r Schopenhauer f«; er Komponist i geboren; M in Dien gestorben.

^enmaritpreisc.

heutigen

Mle 30 35, Äafc [raut 30 bis 35, 9p; nfii 10, Srünlohi x> vw w i M.

Laubach. 20. Febr. Gestern und vor­gestern fanden Holzversteigerungen ans den Gräflich Solms-Laubachischen Waldungen (Förstereien Ruppertsburg und Jäger­haus) statt. Die Preise waren im Verhältnis zu den anderen Versteigerungen dieses Iahre- niedrig. Der Raummeter Scheit kam durchschnitt­lich auf 12-13 Ml., Knüppel auf 1011 Mk., Stockholz aut 89 Mk.. Reiferprügel auf 45 Mark. Die Vogelwelt hat auch hier durch den Frost eine starke Verminderung er­fahren. Richt nur, daß man zahlreiche Vogel­leichen findet. Auch durch Deobachtungen der Futterplähe kann man dies feststellen. Schreiber dieses beobachtete, daß an seinem Futterplatz noch vor 8 Tagen 1215 Vögel sich nährten, jetzt dagegen kommen nur noch 34 Stück. Be­sonders selten sind die Meisen geworden, die gerade zu den nützlichsten Gattungen gehören. Leider wird der Ruhen der Vögel noch zu we­nig erkannt, denn man sieht noch viel zu we­nig Futterplähe. 3m kommenden Sommer wird die Landwirtschaft die Massenvernichtung! der Vögel verspüren. Der Vogelschutz müßte in viel höherem Matze durchgeführt wer­den. Staat und Gemeinde sollten hier beide tat­kräftige Hilfe bringen. Die Ortsgruppe Lau­bach des Hessischen Landbundes hat die Anlage eines Tummelplatzes für 3 ung- Vieh in hiesiger Gemarkung angeregt Ein sol* cher ist unbedingt nötig. Man wird dem Ge­meinderat einen entsprechenden Vorschlag un-i terbreiten.

Kreis Alsfeld.

r. Ober-Ohmen. 20. Febr. 3n der letzten Zeit wurden hier und in oer ilmgegenb eine Anzahl Trappen gesichtet. 3n Groß-Eichen konnten vier dieser Vögel zur Strecke gebracht werden. Da die Tiere in hiesiger Gegend nicht beheimatet sind und ihre Zugstraße abseits liegt, kann es sich nur um Verirrte handeln, welche die strenge Kälte hindert, ihrer Heimat entgegen- zufliegen. Der GesangvereinSänger- L u ft" hielt dieser Tage seine ordentliche General» Derfammiung ab, wobei aus den Derichten des Vorsitzenden. Rechners und Dirigenten hervor- ging, daß sich der Verein auch im abgelaufenen Geschäftsjahr gut entwickelt hat.

teihen in großer Menge. Aber auch die Vieh­zucht ist lohnend, besonder- die Schafzucht. Auf den Wiesen grast da- Lama, daneben züchtet man die Alpaccas, die Schafe mit den Sdelwollpelzen. 500 000 Lama- und mehr al- anderthalb Mil­lionen Alpaccas hat man vor kurzer Zeit in Peru gezählt; tatsächlich ist der Viehbestand je­doch viel größer, da 12 Millionen Schafe in den letzten 3ahren aus Europa und Amerika eingeführt wurden. Kühe, Pferde, Maultiere und Schweine gibt es in großer Zahl, so daß Peru in nicht allzu ferner Zeit zu den viehreichsten Cantern Südamerikas zählen wird.

Dicht hinter der Küste erheben sich die ausge­dehnten Gebirgsmassen der Kordilleren, die un­gefähr so hoch wie die Alpen sind. Rur an zwei Stellen bricht die Dahn durch dieses un­wirtliche Gebirge, daS schwer zu ersteigen ist. Jenseits der Kordilleren liegt eine öde, fast unbewohnte Hochebene, über die schneidende eisige Stürme jagen. Dahinter, bedeutend tiefer, liegen mellentocite Weiden: dieses »Andenhochplatiau" wie man die Ebene nennt, ist das alte Land der Inkas. Das Klima ist in dieser eigentlichen Hei­mat der Lamas schon etwa- gemäßigter, hundert­taufende Schafe sieht man auf den unermeßlichen Flächen der Hochebene weiden. Aber nicht nur das Woll-Land von Peru ist das Andenhoch­plateau. In dieser Hochebene liegt Kupfer, Silber, Gold, Platin und Petroleum, der Reichtum des Landes. Diese Bodenschätze haben schon seit vielen Jahren die Begehrlichkeit der Vereinigten Staa­ten gereizt, nach diesen unendlichen Landstrecken, die edelste Metalle in sich bergen, blickt Wall­street mit Verlangen. Beharrlich, Schritt für Schritt, ist das amerikanische Kapital in das Land einge&rungcn. England hat sich ebenfalls an dem großen Geschäft beteiligt, und die großen Pe- troleumgesellschasten haben rechtzeitig erkannt, daß man in Peru »mit dabei sein müife. Von all den Bodenschätzen gehört den Bewohnern von Peru fast nichts mehr. Das Kupfer ist Eigentum großer amerikanischer und englischer Gesellschaf­ten, das peruanische Petroleum gehört der Stan­dard Oil Company, die Zuckerernte wird von einer deutschen Firma aufgekauft, und die ge­schäftstüchtigen Japaner haben in aller Stille t die Daumwollkulturen erworben. Allerdings werden die großen Industriegesellschaften eine Schwierigkeit zu überwinden haben, die Ar­beiterfrage wird ihnen eine harte Rutz zu knacken geben. Die Arbeitsleistung der eingebo­renen Bevölkerung ist nicht mit der eines euro­päischen Arbeiters zu vergleichen. Außerdem wer­den Lohnherabsehungen oder eine Verlängerung der Arbeitszeit von den peruanischen Arbeitern nicht gleichmütig hingenommen. Die Indiobevölke- rung will nicht3 von Lohntarifen wissen, die ver­anstaltet bewaffnete A u f st ä n d e, wenn die Unternehmer den Lohn herabsehen. Selbst wenn solch ein Aufruhr niedergeschlagen wird, ist den Industriegesellfchaftcn damit nicht geholfen. Die Aufsässigen schließen sich dann nicht selten zu einer Gemeinschaft zusammen, die jede Arbeit verweigert.

Die Urwaldzone, Montana genannt, soll das Ziel der europäischen Auswanderer werden. Zwar wird dieser Lande.'teil bisher nur durch die Arme des Amazonenstroms mit der Atlanti­schen Küste verbunden, aber in kürzester Zeit sollen zwei große Eisenbahnlinien den Verkehr mit den Küstenplätzen vermitteln. In der Mon­tana kann man noch billig Land pachten oder laufen, und die peruanische Regierung bemüht sich, Einwanderer ins Land zu ziehen. So sollen Landwirte in besonderen Fällen freie Reise von Europa bis zu ihrem Bestimmungsort in der Montana erhalten, sie sollen sogar die ersten sechs Monate von der Regierung mit einer bestimmten Summe unterstützt werden. Maß­gebende Mitglieder ter peruanischen Regierung haben immer wieder betont, daß sie besonderen Wert darauf legen, deutsche Landwirte für die Einwanderung nach Peru zu gewinnen. Ob diesen jedoch die veränderten Lebensbedin- gungen und das peruanische Klima zu agen wür­den, läßt sich schwer beurteilen. Selbstverständlich wird die Einwanderung nach Peru aussichts­reicher. sobald das Eisenbahnnetz dieses Landes genügend auf gebaut sein wird. Bis dahin können aber noch lange Jahre vergehen, in denen sich deutsche Auswanderer nur schwer an das ein­same Leben in der peruanischen Montana ge­wöhnen werden.

sangSwettstreites im Jahre 1928". Die Chronik wurde sodann von dem Chronisten verlesen. Aus dem Kassenbericht war zu ersehen, daß die finanzielle Lage des Vereins sehr befriedigend ist. Einige Satzungsänderungen wurden ein­stimmig angenommen. Der Mitgliedsbeitrag wurde aus 1,20 Mk. für das Vierteljahr fest­gesetzt. Rach Prüfung der Rechnung wurde dem Rechner Entlastung erteilt und durch den Vor­sitzenden der Dank des Vereins ausgesprochen. Der Vorstand des Vereins, von dem verschie­dene Posten durch Satzungsänderung neu besetzt wurden, setzt sich nun aus folgenden Personen zusammen: Ehrenvor ihender H. Schmidt ViII., Ehrenschriftführer Friedrich Schäfer H Chorleiter Lehrer Karl Dörrn er, erster Do- sitzender Karl Lotz, zweiter Vorsitzender Heinrich B a r z, erster Schriftführer Karl Rau. zweiter Schriftführer Hermann U h r h a h n. erster Rech­ner Ernst T r e ch s l e r, zweiter Rechner Jakob U h r h a h n. Chronist Fr. G o n d o l p h, Ver­mögensverwalter Karl Will. Beisitzer Christ. Fey I., Fried. Fischer. Franz Tabofchat, Ludwig L i h m a n n, Heinr. Loh und Friedr. Schäfer III. Rach dem Referat des ersten Schriftführers Karl Rau überreichte Deisiher Christian Feh dem Verein die Schubertplakette des 10. Deutschen Sängerfestes in Wien, deren Verleihung seinerzeit durch ein Versehen unter­blieben war. Im laufenden Jahre will sich der Verein an dem Sängerfefte des Lahntalfänger­bundes in Weilburg und an dem 90. Iubi- läumsseste des Gesangvereins »Sängerfrana in Ridda geschlossen beteiligen. Zum zweiten Fest des Hessischen Sängerbundes in Darmstadt wird der Verein eine Abordnung entsenden. Rach dem Vortrag eines ChorliedeS schloß der Vorsitzende die harmonisch verlaufene Generalversammlung.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

3 Aliendorf a d. Lda., 20. Februar. Zu der im hiesigen S.adt walte Forstwanci II abge­haltenen dritten diesjährigen Hvlzversteige- rung hallen sich wiederum rech' viele auswär ije Käufer einiefunten. Die Preise toer.n für Brenn- Holz verhältnismäßig hoch. Cs kosteten je zwei Raummeter: Duchenknüppel 18 bis 24 Mk.. Fich- tenscheitholz 15 bis 22 Mk., Fichtenknüppel 14 bis 21,60 Mk.. Kiefernknüppel 20,50 bis 22 Mk.. Kiefernstockholz 9 bis 11 Mk.. Duchenreisholz je 5 Raummeter 8 bis 12,60 Mk. Für die mit- versteigerten Eichen». Buchen-. Kiefern- und Fich' tenftämme wurden nur mäßige Preise erzielt, vielfach wurde hier der Tarifpreis nicht erreicht. Es soll deshalb, wie dies auch schon in den letzten Jahren geschehen, der größte Teil des noch vor­handenen Dau- und Rutzholzes auf dem Sub- missionswege verkauft werten.

1" Sich. 20. Febr. Der QE ä nn e r g e f a n g - verein »Cäcilia" hielt am Samstagabend bei Gastwirt Jakob Stein seine ordentliche Gene­ralversammlung ab. Rach dem Motto: .Grüß Gott" und einem Chorlied begrüßte der erste Vorsitzende die zahlreich erschienenen Sanges­brüder und gedachte in ehrenden Worten der im versiossenen Jahre verstorbenen Mitglieder Bürgermeister Völker, Sa.t'ermeister K u 11 und Glasermeister Ludwig Scherfs. Rach kurzem Rückblick über das letzte Jahr, auS dem zu erfehen war. daß sich die Mitglieder,-,ahl auf beinahe 200 erhöht hat, dankte der Vor­sitzende dem Dereinschronisten Fr. Gondolph für das von diesem verfaßte und dem Verein gewidmete Werk »Das 90. Vercinsjahr im Zei­chen des IubiläumsfesteS und deS großen De-

80 bis 90. Zwiebeln 20 bis 25. Meerrettich 50 5 iS 120, Schwarzwurzeln 50 bis 70. Kartoffeln 6, Olebfel 30 bis 40, Dörrobst 35 bis 40, Honrg 40 bis 50, junge Hahne 100 bis Suppen­hühner 100 bis 120. Tauben 60 brZ 85, Bulfe 70 bis 80 Pf. das Pfund; Eier 20. Dllrmenkohl 70 bis 140, Salat 40 bis 45. Endwien 40 bis 60 Lauch 15 bis 25, Rettich 10 bis 20 Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück, Kartoffeln der Zentner 5 bis 5,50 Mk.

Bormrtrzeu.

Tageskalender f ü r D o n n er s tag. ObertesMcher Seschichtsverem: Vortrag von Pro­fessor Dr. Vonderau (Fuldas über Buraberg bei Fritzlar". 8.15 Uhr im Horsaal deS Physi- kalischen Instituts. - Deutsche Z Semmar ter Universität: Dortrag von Dramaturg Dr. Karl $ Ritter über .Probleme ter Eternen^ ^ama« turgie". 8.30 Uhr im Horsaal 44. DHW. . Lichtbiltervortrag »Eine Erholungsreise nach Helgoland und den nordfr.e, ischen Inseln. 8.15 .

Uhr^im Kath. Dereinshaus. - Allee-Schule: Seminar-AuSstellung bt3 Freitag, L OKarj, 11 ,

bis 1 und 3 biS 5 Uhr. - Lichtspielhaus. Dahn- , Hof strotze:Alpentragöd.e'. Astona-Licht- ; spiele: »Hoheit tanzt Walzer".

Stadttheater Gießen. Aus tem Stadttheaterbureau wird uns gearteten: Die Dolksvorstellung »Der Prozeß ^Mary Dugan beginnt morgen 20 Uhr. Ermäßigte Preue. - Tie Fremtenvorstellung am Sonntag 24. Fe­bruar »Karl und Anna" (letzte 2lu-ührung deS Stückes!) beginnt um 18 Uhr. Als te.ontere Ereignisse der kommenden Woche: 3. Tag des Kammerspielzyllus: Gassipiel teS »l^ea.ers der musikalischen Komödie" Berlin, am Montag, 25 Februar. Mittwoch. 27. Februar Erstaufführung .Das Geld auf der Straße", Lustspiel von Brr- nauet und Oesterreicher. Die OperetteDre -Lmnz° gräfin wird am Dienstag. 22. Februar, erst­malig wieterholt. . .

DieGießenerTheatervereinigung 1926 veranstaltet am nächsten Sonntagabend im Katholischen Vereinshaus einen Fonillienabend mit ter Ausführung des dreiaktigen DolksstuckesDer Glockenguß zu Breslau". Um zahlreichen Besuch zu ermöglichen, sind die Eintrittspreise recht niedrig festgesetzt worden. Für Mittwoch. 27. Februar, .st eine Schülervorstellung vorgesehen. Man beachte die heutige Anzeige. *

Ein Drama in derDogelwelll Don einem Leser wird uns berichtet: Kürzlich, am 18. Februar, konnte ich ein Drama m ter Dogel- toelt von meiner im südlichen Stadtteil telegenen Wohnung aus beobachten. Um 1 Uhr mittags horte ich im Garten hinter dem Hause jammer- liches Dogelgeschrei. Als ich ans Fenster eilte, sah ich einen Sperber fliegen, der zwischen un­fern und dem Rachbarhause hindurchgeflogen war. und der einen jämmerlich schreienden Star in den Fängen trug. Der Räuber ließ sich un- aesähr 20 Schritt vom Hau.e mit feiner Deute auf den Doden nieder. Er hielt den quer unter ihm liegenden Star mit beiden Fangen fest. Da ich den Star für verloren h.elt, verachte ich nicht dem Sperber seine Deute abzujagen. holte mir schnell ein gutes Glas und beobachtete, tote bet Sperber vorerst seine Deute ruhig m den Fängen hielt und erst ungefähr nach einer Mi­nute an fing, sein beklagenswertes Opfer am -runden zu rupfen, wobei er die ausgerupften ,-eöem um sich warf. Der Star hatte sich unter- äessen kaum gerührt, so daß man annehmen mutzte, daß er bereits tot sei. Als ihn nun a er der Sperber umdrehte, so daß er auf ^drn Lücken zu liegen kam, öffnete das atme ^r feinen Schnabel und stieß gegen fernen Mörder vier- oder fünfmal einen heiseren S^rei aus Run rupfte chn der Sperber an der Brust und vorletzte dabei das Bögelchen Wohl derart, daß es verendete, denn jetzt konnte man keinerlei Bewegungen mehr wahrnehmen. inzwischen war dem Sperber wahrscheinlich sein Kropfplatz, den er wohl durch großen Hunger veranlaßt in so großer Rähe menschlicher Wohnungen gewählt hatte, zu unsicher geworden. Er erhob sich mit seiner Deute, flog in niedrigem Slug m den größeren Rachbargarten und lieh sich dort auf einem kleinen Erdhügel nieder. Dai er jetzt zum Teil durch Düsche verdeckt war, stellte ich meine Deobachtung ein. Man sieht in diesem, wie auch in andern Wintern den Sperber häufig in den Außen gebieten der Stadt nach Beute jagen. Selten ist man Zeuge eines solchen Dorgang es, wie deS geschllterten. . ,

* Seinen 8 0. Geburtstag vollendet morgen der städtische Oberbauinspektor im Ruhe- stand Jakob Altvater. Aus Babenhausen stammend, trat er nach längerer Tätigke.t m München und Augsburg am 1. Januar 1875 feinen Dienst beim Stadtbauamt Gießen an, zu einer Zeit, als Gießens Straßen- und sonstige baulichen Techältnisie noch sehr entwicklungs- bedürsiig waren. Mit gründsichen technischen Kenntnisien und starkem W.llen ausgerüstet, war es ihm beschieden, nahezu 45 Jahre m ter städti.chen Dauverwaltung rn.t3uarbe.t2n und so schaffend regen Anteil zu nehmen an den in diesem Zeitraum erzielten Fortschritten der S.atzt Gießen. Wöge tem geistig und körperlich noch rüstigen alten Herrn, der in Wieseck tei feiner Tochter wohnt und durch fast tägliche Besuche die Derbindung mit Gießen nicht verloren hat, weiter ein schöner Lebensabend beschieden fein. _ ...

** Eine Lchtzi^öhrige. körperlicher und gesillger Frische feiert morgen Frau Marie Wallb 0 tt, Bahnhofstraße 24, ihren 80. Ge­burtstag. _ rx R t

** For st Personals e. Der Forster Karl Blum in Schellnhausen wurde in gleicher Eigen­schaft in die Försterei Lumda, Forstamt Grunberg, versetzt. , . ,

* Ein Erinnerungsstein der ehe­maligen hessischen Leibdragon er. Der Bund ehemaliger hesiischer Leibdragoner, der die Erinnerung an das hessische Leibdragoner-Regi- ment Dr. 24 wachhalten will, hat beschlossen, m der allen LeLdragoner-Garnisonstadt Butzbach einen Erinnerungs stein zu setzen. Dir zuständige Vertretung der Stadt Butzbach hat wissen lassen, daß sie diesem Plane der alle.i Leibdragoner shmpalhisch gegenübersteht. Die Errichtung dieses Gedenk3eichens soll im kommenden Sommer er­folgen. Einer Kommission sind die erforderlichen Dorarteile.n übertragen worden. Die Kommission steht unter dem Dorsitz des Bundespräsidenten Rlltmeister a. D- Dr. C h a l 0 n s, ferner gehören ihr an ter Vorsitzende des Vereins ehemaliger hessischer Leibdragoner des Kreises Girtzen, E. Eidmann. Gießen, ter Dorsitzmte des Ver­eins ehemaliger hessischer Leibdragoner deS Krei- fes Friedberg, H. Wickel, Ossenheim, sowie K. M a u, Butzbach.

Ein großes deutsches Konsortium führt zur Zeit in Vern einen Dahnbau aus, der für die Erschließung des Landes und die für die allernächsten Jahre geplante Be­siedlung mit auswanderungslustigen Eu­ropäern von großer Bedeutung sein wird.

Ein Land, bas in besiedlungsfähigen 03reiten* graten liegt, dessen Bevölkerungsdichte jedoch nur den dreißigsten Teil ter deutschen Siedlungs­dichte beträgt, kann mit Recht einLand ter Zukunft" genannt werden, noch dazu, wenn in feinem Boden große Wineralfchätze verborgen sind. Der Präsident von Peru, ter sich daher auch als Oberhaupt einer zukünftigen Großmacht fühlt, ist bestrebt, die Entwicklung seines Staates dadurch zu beschleunigen, daß er neben seinen Indio-Untertanen nun auch große Massen eu­ropäischer Einwanderer ansietelt. Zur modernen Kolonisation gehören nun in erster Linie Eisenbahnen, und die sind in Peru vor­läufig noch dünn gesät. Der peruanische Kongreß hat deshalb kürzlich einem amerikanischen Kon­sortium die Konzession zugesprochen, auf einem Gelände von 20 000 Quadratmeilen die Mineral- schähe zu heben, gegen die Verpflichtung, eine Eisenbahnlinie zu bauen, die das Konzessions» gebiet mit dem Hafen Painta verbinden soll. Südlich dieser Strecke wird eine andere Eisen­bahnlinie angelegt, die ein deutsches Konsortium baut.

Allerdings werden die Arbeiten der deutschen Unternehmer nicht in tem ursprünglich geplan­ten Umfang vorgenommen werden. Als die Deutsch-Peruanische Industrie-Bau- und Koloni­sationsgesellschaft von einer deutschen Großbank und einem deutschen Industriekonzern gegründet wurde, dachte man zunächst daran, eine außer­ordentlich umfangreiche Tätigkeit in Peru zu en wickeln, ©reffe Dch. linien sollten gebaut, aus­gedehnte Landflächen von Deutschen besiedelt werden. Dieser Optimismus schwand jedoch, als die Studiengesellschaft zurückgekehrt war, die das deutsche Konsortium nach Peru entsandt hatte. Die Fachleute, die sich an Ort und Stelle um« gesehen hatten, rieten davon ab, den Tau einer großen Bahnlinie zu finanzieren, die von der Hauptstadt Lima über die Anden bis zu ten Zuflüssen des Amazonenstroms führen sollte. Die deutschen Geldgeber wollen sich zunächst einmal darauf beschränken, den Tau von Bahnen im Süden des Landes auszuführen. Es sollen also von der deutschen Gesellschaft nicht, wie ursprüng­lich vorgesehen, weite Strecken Kolonisationsland mit der Küste verbunden werden, sondern man will sich zunächst darauf beschränken, Erzreviere im Inneren des Landes dadurch zu erschließen, daß man sie durch Eisenbahnlinien mit ter Küste verbindet.

Recht unwirtlich wird den Deutschen das Land zunächst erscheinen, in dem sie ihre Arbeit auf- nehmen sollen. Wenn man sich vorn Panama­kanal her ter Küste von Peru nähert, so er­blickt man schroffe Felsen und kahle Guanv- inseln. Die plötzliche Abkühlung, die der Rei­sende empfindet, ist auf eine antarktische Strö­mung zurückzuführen, die nach ihrem Erforscher Alerander von Humboldt benannt ist. Erst an der Südküste von Peru ändert sich das trost­lose Bild, man sieht fruchtbares Gebiet mit Daumwollplantagen und Orangenhainen. Aber nur. wo Seen das Land bewässern, sieht man fruchtbare Landstrecken; daneben gibt es wieder lange Küstenstriche, die öde und unbebaut da- liegen. .

Peru ist freilich kein einheitliches Land; es gliedert sich vielmehr in vier autzerodentlich von­einander abweichende Gebiete. Da sieht man zunächst die Küste, die über 2000 Kilometer lang ist, also ungefähr eine Strecke einnimmt, die der Entfernung zwischen Berlin und dem Rordkap entspricht. Dort fällt niemals Regen, falt starren die gelben, kahlen Felsen in die Lust; gäbe es nicht hin und wieder kleine Grün­flächen. Oasen, die von Seen bewässert sind, so könnte man diese Küste in ter Tat als Ein­öde bezeichnen. Durch diese Wüste führen kurze Eisenbahnlinien zu den wenigen fruchtbaren Ge­bieten. auf denen die Zuckerernten, der Reis, die Baumwolle und der ftaffee in die Hafenstädte be» fördert werden. Wer fruchtbaren Doden besitzt, kann gut wirtschaften. Er bekommt seine Er­zeugnisse gut bezahlt, oft gibt es sogar zwei Entten im Jahr. 4300 Kilogramm Weizen und 5000 Kilogramm Mais werden oft in einer Ernte auf dem Hektar erzielt, Früchte und Wein ge-

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Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Religionsgcmctnbe. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 23. Februar. Vor­abend 5.45 Uhr; morgens 9; Gedenkfeier zu Ehren der im Weltkriege Gefallenen; abends 6.05 und 6.45 Uhr.

öfraetitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 23. Februar. Freitag abend 5 30 Uhr ; Samstag vor« mittag 8.30; Gedenkfeier für die Gefalle, nen des Weltkrieges; nachmittags 3.30: Sabbatausgang 0.45; Wochengottesdienst morgens 7, abends 5.30 Uhr.

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