Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtages.
WHP. Darmstadt, 20. Febr. Der Finanz- ausschuh setzte die ‘Beratung des Staatsvoranschlages für das Rechnungsjahr 1929 beim Kapitel 1 (Forst- und Kamercügüter, Unterforst- Verwaltung) fort, das angenommen wurde. Die Beratung des Kapitels 7 (Landestheater) veranlaßte eine längere Debatte, in der vor allem das jedes Jahr steigende Defizit be» mangelt wurde, wenn auch positive Vorschläge zu seiner Beseitigung nicht vorgebracht wurden. Die Regierung konnte auf die nicht zu umgehende Lohn- und Gagenerhöhung sowie auf
die steigenden sachlichen Kosten Hinweisen. Mrt 7 gegen 3 Stimmen bei zwei Enthaltungen würd' das Kapitel angenommen. Eine Vorlage des Ministeriums für Kultus und Dildungswesen, die einen Rachtragskredit für das laufende Jahr 1928 im Betrage von 39 500 Mk. verlang', wird mit dem gleichen Stimmverhältnis angenommen. Der Ausschuß begann dann die Be ratung des Kapitels 33 (Polizei). Zu diesen, Kapitel liegt ein Antrag der Frauen des Land tages vor. der Landtag wolle beschließen, daß bei den Polizeiämtern in größeren Städten. Assistentinnen einzustellen sind, deren Auf- gäbe sich besonders auf das Gebiet der b e w a h renden Fürsorge zu erstrecken hat. Dll- Abstimmung wird morgen erfolgen.
Donnerstag, 2\. Abruar (929
179. Jahrgang
Ur. (4 Erstes Blatt
Landwirtschaft und innere Krise
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preußischen Ministerpräsidenten Braun am letzten Samstag die Rede mar. Dabei wurde insbesondere
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Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspjennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20° , mehr.
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Dr. Friedr. Wilh. Lange Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Ittl Ernst Dlumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen.
Cs stehe danach fest, daß die Tribute jetzt aus der Substanz der Eisenbahn werde».
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Ende durchfechten will.
Oie Auflösung der spanischen Artillerie. Madrid. 20. Febr. (WB.) Das bereits
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mehr d i e alten S t a n d e s v o r r e ch t e genügend achtete und daß außerdem die Artilleristen. die bei den Kämpfen in Marokko wenig beteiligt waren, von dem Segen der Auszeichnungen und Beförderungen nicht überschüttet wurden. Es ist für einen Außenstehenden überhaupt schwer, sich eine Vorstellung davon zu machen, wie sehr dieses spanische Artilleriekorps ein Staat im Staate war und wie wenig eine spanische Regierung in Wi.k ichkell au sagen hat, wenn ihr diese Rebenregierung sichtbar oder unsichtbar bei jeder Gelegenheit in die Seite fällt. Primos Vorgehen wird die Erbitterung beim spanischen Adel gegen ihn nur verstärken. Sicherlich wird es zu neuen Zwischenfällen kommen, da die abgesetzten Artillerieoffiziere kaum kampflos das Feld raumen werden. Aber Primo hat zunächst einmal gezeigt, daß er nicht zu kapitulieren gedenkt und daß er den Kampf biß zum
Der Redner vermißt ein konstantes fUngSprogramm. Namentlich i.n 2ahre 1928 seien die Bestellungen in einer gefahrdrohenden Weise gedrosselt morden. Der Redner ruft den Reichstag auf, darauf hinzuwirken, daß die Eisenbahn wieder zu einem Instrument der nationalen Wirtschaft werde.
<Er)d)ttnt täglich,außer Sonntags und Feiertags.
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Siagnation.
Der Ausruf, den die Führer der landwirt- scha t ichen Spihencrgan'.sct onen erlassen haben, wirft ein grelles Licht, w i e weit es mit der deutschen Landwirt,chast bereits gekommen ist. Wir erleben das Schauspiel, daß alle großen Verbände der Landwirtschaft geschlossen an die Öffentlichkeit treten, ganz unbeschadet ihrer sonstigen fach ichen und v.rban Spollt schrn Gegensätze. Sowohl Brandes, der Präsident des Landwirtschaftsrates, wie der Reichslandbund- Präsident Schiele, sowohl der Führer der deutschen Bauernschaften Hermes, wie der bayerische Dauernsührer Fehr sind sich heute einig in dem. was sie für die Landwirtschaft fordern. Sie stellen fest, daß trotz aller bisherigen Hilfsmaßnahmen die Betriebsverluste der Landwirtschaft andauern und daß die Gesamtverfchuldung der deutschen Landwirt chaft ein Ausmaß annimmt, durch das die Fortführung der Betriebe gefährdet wird. Insbesondere aber wird Rachdruck gelegt auf die beginnende Verelendung des deutschen Bauernstandes, von der schon jetzt die ersten Anzeichen zu sehen sind. Die deutsche Landwirtschaft fordert von der Reichsregierung in letzter Stunde außerordentliche Hilfsmaßnahmen und weist dabei hin auf die Tatsache, daß auch für ander: Berufsstände im Verlauf der letzten Jahre schon entsprechendes geschehen sei.
Besonders bedeutsam ober ist die Ankündigung, daß die Landwirtschaft selbst, also die hier genannten vier großen Organisationen gemeinsam, demnächst an die Regierung mit einem Programm zur Beseitigung der dringlichsten Rotstände herantreten werden. Es ist bezeichnend, welchen Widerhall diefe Willensäußerung in der Linkspresse gefunden hat. Die ganze Besorgnis über die gegenwärtige Stagnation unserer Innenpo.itck kommt darin zum Ausdruck. Die Preise fordert die Reichsregierung auf, schon jetzt die notwendigen Maßnahmen zugunsten der Landwirtschast dem Reichstage zu unterbreiten und nicht erst abzuwarten, bis der Haushalt fertig beraten ist. Daneben hört man die bewegliche Klage, daß gegenwärtig in den Re.sorts alle sachlichen Arbeiten ruhen, weil jeder erst auf den Ausgang der politischen Krise warten will. Hiermit ist das schärfste Urteil über die deutsche Innenpolitik des letzten Winters gesprochen worden. 3n der Tat haben wir in der wechselreichen Geschichte der letzten zehn Jahre eine solche Periode des Stillstandes noch nicht erlebt. Cs ist geradezu ein Verhängnis, daß diese innerpolitifche Zuspitzung just in eine Zeit fällt, in der die deutsche Wirtschaft, und insbesondere die deutsche Landwirtschaft, dringend gesetzlicher Maßnahmen zur Defeitigung drohender Katastrophen bedarf.
Aber auch darüber hinaus ist die gemeinsame Kundgebung der großen landwirtschaftlichen Spihenverbände ein bedeutungsvolles Anzeichen einer beginnenden politischen Reuorientierung. Man mag zu der berufsständischen Zusammenballung in unserem Volle politisch stehen, wie man will, die Tatsache läßt sich nicht mehr toegleugren, daß sich hier quer durch alle Parteien hindurch Teubildungen vollziehen, an denen bald niemand mehr vorübergehen kann. Schon seit Monaten sind Verhandlungen im Gange, um die verbandspolitischen Gegensätze zwischen den Christlichnationalen Bauern und der Deutschen Bauernpartei zu überbrücken. Der Reichslandbund hat auf seiner letzten Tagung mit besonderem Rachdruck den Gedanken der Verbundenheit zwischen Groß-, Mittel- und Kleinbesitz in den Vordergrund gerückt. Die R o t bringt hier zuwege, was sonst keine vernünftige Erwägung jemals geschafft hätte: das Bewußtsein der Schicksalsverbundenheit innerhalb der gesamten deutschen Landwirtschaft und den Willen al er Beteiligten, noch in letzter Stunde die Rettung zu ermöglichen.
(Sine Notkundgebung der rheinischen Landwirtschaft.
Köln, 20. Febr. (WTB.) Heute nachmittag fand in Anwesenheit von Vertretern des Reiches, des preußischen Landwirtfchaftsministeriums, der Provinzialbehcrden Westdeutschlands und der landwirtschaftlichen Organisationen des ganzen Reiches in der großen Messehalle eine Kundgebung statt, zu der die bereinigten rheinischen Bauernvereine und der Rheinische Landbund aufgerufen hatten, und an der etwa 4000 Personen teilnahmen. Der
nahmen mehr Hütten.
Reichsminister a. D. Dr. Hermes führte als zweiter Redner aus, die deutsche Landwirtschaft müsse durch Abänderung des sehr reform» bedürftigen Zolltarifs vor dem Auslandswettbewerb geschützt toerben. Das könne nur durch eine zweckmäßige Zoll- und Handelspolitik und durch Maßnahmen zur Förderung der Absatz- und Qualitätssteigerung erreicht werden.
Der Präsident des Reichslandbundes, Reichs- minister a. D. Schiele, führte aus, das landwirtschaftliche Rotprogramm werde nur dann die darauf gesetzten Hoffnungen erfüllen, wenn es gewertet werde als das, was es sein sollte: der durch die wirtschaftliche und politische Situation richtunggebende Anfang. Cs bedürfe daher der Fortführung des Programms unter energischer Verstärkung der Mittel. Vor allem seien Einf uhrdrosselung und zentrale Marktbeeinflussung notwendig gegenüber den ruinösen Preisen für Rinder, Milch- und Molkereiprodukte, Getreide und Kartoffeln. Einer geeinten und in sich geschlossenen Landwirtschaft werden sich die Parteien und die Regierungen nicht länger versagen können. Wir werden der Ae.chsregierung unsere Forderungen in den nächsten Tagen unterbreiten. Wir kennen keinen Kampf gegen den Staat schlechthin. Aber wenn wir eine gesunde Dauern- und Volkspolitik auf die Dauer treiben wollen, so müssen wir den Staat in bäuerlichem Geist umgeftalten.
Der Präsident der Rheinischen Landwirtschafts- kammer, Frhr. v. Lüninck -Tonn, forderte in
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Frankfurter Cchu« Chorleiter: Lehrer lusirauendiensi. 16.35 dsunkorchesteri: Aene iö: Ter Meskasien. Unterricht. 19.00 bis hütungslooche: .Hclst ag von Aeltor Dr. rtunde des Franlsu» ig: .Die soziale Echich« tolles", Tortrag von chler. 23.00 bis 20.30:
Rundfunkorchesters. I Men von Friedny bis 0.30: Aon Terlin;
einem Schlußwort die Versammlung aus. ein Gelöbnis abzulegen zu gemeinsamer Arbeit über alles Trennende hinweg zum Wohle der deutschen Landwirtschaft und des gesamten deutschen Volkes. Eine Entschließung verlangt durch wirksamen Schuh der einheimischen Erzeugung die Wiederher st ellung der Rentabilität s m ö g l i ch k e i t des landwirtschaftlichen Betriebes und die Stabilisierung der Preise der wichtigsten Agrarprodukie durch ausreichende Zölle sowie durch andere gesetzgeberische Maßnahmen.
Reue Wendung in der Koalitionsfrage.
Reichsministcr CurtiuS zugleich preußischer Minister ohne Portefeuille -
Berlin, 21. Febr. (Tel.) Der preußische Ministerpräsident hat einen neuen Kompr o- mihvorsch lag in die preußischen Koalitions- verhandlun,en hineingetragen, auf Grund dessen die Aussichten für eine Lösung günstiger beurteilt werden. Wie die „DAZ." erfährt, will der neue Kompromißvoeschlag für Preußen den Berfuch machen, den Anspruch der D.B. P. auf zwei Ministersihe in Preußen doch noch zu erfüllen. Cs sei nämlich daran ge^ dacht, einen der volksparteilichen Reichsmini st er zum preußischen Staatsmini st er vhnePortefeuille zu ernennen, natürlich unbeschadet der Forderung auf Besetzung eines Stawssekretärpostens. Diese Tvppelstellung als Minister im Reich und in Preußen sei dem Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius zugedacht. Ob die volksparteiliche Landtagösraktion sich mit dieser Kompromißlösung einverstanden erflären könne, fei noch nicht abzufehen. da sie erst im Laufe des Donnerstag dazu Stellung nehmen werde.
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lung erfolgt ist. Sämtliche Kommandeure und Offiziere, bei denen die Regierung es für nötig oder angebracht hält, müssen innerhalb 2 4 Stunden von ihrem bis.^eriien Aufenthaltsort nach einem Wohnort abreisen, der ihnen zwangsweise angewiesen wird. Die Reuor-.anisation der Artillerie soll vor dem 1. Juni durchgeführt fein. Um ijre Wiedereinstellung in die Truppe zu erreichen, müssen sämtliche Kommandeure und Offiziere einen neuen E i d leisten, in dem sie dem Dalerlande, der Fahne, dem König und der Regierung, insbesondere der gegenwärtigen Regierung, gegen die sie in aufrührerischer Weise Stellung genommen haben, aufs neue Gehorsam und Treue geloben.
Als Zweck der Maßregel wird die Reinigung des Offizierskorps von allen undisziplinierten Elementen bezeichnet, und schließlich denjenigen Offizieren, die sich keine Verfehlungen haben zuschulden kommen lassen, das Bedauern der Regierung darüber ausgedrückt, daß man sich vorübergehend von ihnen trennen müsse und die Mahnung an sie richtet, um ihre Wiedereinstellung in die Truppe nachzusuchen.
Die gleichzeitig mit dem Dekret veröffentlichte halbamtliche Verlautbarung erklärt, die Regierung glaube, daß ihr die A u s r e ch t e r h a l - tung einer klaren, reinen Atmosphäre fünf Jahre hindurch gelungen sei, und fei entschlossen, diese ihre Aufgabe mit größtem, Eifer und Rachdruck weiter zu erfüllen. Erst in dem Augenblick, in dem ihre Mission die Aufrichtung eines durch eine unbeeinflußte Volksabstimmung gebilligten Verfassungssystems eigener Art zum Ziele geführt habe, werde sie ihre Befugnisse dem Lande und dem König zurückgeben und dem ersten verfassungsmäßigen Parlament ihr Werk zur umfassenden Prüfung unterbreiten. An jenem glücklichen Tage nach Beendigung der Ausstellungen von Barcelona und Sevilla, nach Sanierung der Finanzen und nach llebertoinöung der gegenwärtigen akuten Krise der sozialen und milb tärischen Disziplin werde das Land vor der Weltöffentlichkeit seinen guten Ruf, dessen es sich bis zu den letzten Wirren erfreute, wieder errungen haben.
genommen, um eine klare und unzweideutige Auskunft über die bekannte Botschaft des Stahlhelmverbandes Brandenburg und über den programmatischen Kaiser-Geburtstags-Artikel im Bundesorgan des Stahlhelms, aber auch über das allgemeine Verhalten des Stahlhelms gegenüber dem Staat zu erhalten. Man nimmt an, daß in dieser Angelegenheit eine Unterredung stattfinden wird, von der weitere politische Entscheidungen ab» hängen dürften.
gekündigte Dekret übet die zeitweilige Auflösung der Artillerie wird heute offiziell zur Veröffentlichung gebracht. Alle Kommandeure und Offiziere des Artilleriekorps werden nach
Oie Betriebssicherheit der Reichsbahn.
Eine Erklärung der Reichsbahn.
Berlin. 20. Febr. (V.D.Z.) 3ni Reichstag leitete heute Reichspostminister Dr. Schätzet die Besprechung über die Betriebssicherheit bei der Reichsbahn mit einer Regierungserklärung ein. Die großen Eisenbahnen f ä 11 e des vorigen Jahres, die uns alle we- ?ien ihrer ungewöhnlich vielen Opfer an Menscheneben tief bewegt haben, haben in der Oeffent- lichleit große de n.uhigong ausgel. st ur d (.Weisel an der Betriebssicherheit der Reichsbahn verursacht. Ein vom Reichsverlehrsminister v. Gue- tarö eingesetzter Arbeitsausschuß ist zu dem Resultat gekommen, daß die Betriebssicherheit bei der Reichsbahn in einem Maße gewährleistet sei, wie es billigerweife verlangt werden kann. Der Ausschuß hat anerkannt, daß die Reichsbahngesellschast trotz der schwierigen Verhältnisse sehr große Aufwendungen gemacht hat. um in erster Linie ihren technischen Apparat in betriebssicherem Zustand zu erhalten, wobei natürlich zugegeben werden muß. daß Mängel aus der Kriegs- und Rachkriegszeit vorhanden sind, zu deren Beseitigung nicht genug getan werden kann.
Mit Dank und Anerken-ung raufe festgestellt werden, bafe sich das Personal den besonderen Anforderungen erhöhlcn Verkehrs willig unterzieht und ost unter Einsatz von Gesundheit und Leben den schwierigsten Lelriebsanforderungen gerecht wird.
Die Regelung der Arbeitszeit war in der Vorkriegszeit ungünstiger. Damals hatte das Personal nur 26 Ruhetage, dagegen heute 52. Lazu kommt, daß der M r l aub gegenüber der Vorkriegszeit um 103 Prozent gestiegen ist. Sn einzelnen Fällen ist allerdings eine Entlastung des Personals notwendig, und ich werde verfügen, daß hier mit Beschleunigung Abhilfe geschaffen wird. Die Durchschnittsaröellszellen, vor allem im Lokomolivdicnst. sind bereits um drei bzw. eine Stande herabgesetzt wo.den, ins- befondere soll nicht nur die mechanische, sondern auch die geistige Tätigkeit einschließlich der Be- obachtungs- und Wartezeit in vollem Umfange erfaßt werden.
Für alle Verbesserungen ist ein Aufwand von durchschnitllich 465 Millionen Reichsmark jährlich notwendig. Las Kernprob'em der Deutschen Reichsbahn b.cibt daher, Geld zur Erhaltung und Erhöhung der Betriebssicherheit zu beschaffen. Die Reichs- regterung ist sich über die Schwierigkeiten klar, die angesichts der auf der Reichsbahn ruhenden politischen La st und der Unmög ichke t. unter den gegebenen Verhältnissen Tariferhöhungen vorzunehmen, oder Anleihen zu begeben, sich der Lösung der Frage entgegenstellen.
Abg. Scheffel (S.) meint: Mit ihrem technischen Apparat könne die Reichsbahn den Vergleich mit dcn Dahnen anderer Länder sehr gut aushalten, es fehle aber an der nötigen Einheitlichkeit in den Sicherungseinrichtungen. Bei den modernen Lokomotiven sei dem Lokomotivführer der Ausblick auf die Strecke sehr erschwert, besonders bei vereisten Scheiben. Die Signale müßten besser beleuchtet, die sogenannten Utebelfignale müßten eingeführt werden. Wichtiger als die Schnelligkeit sei die Sicherheit des Zuge«. Die größte Gefährdung der Betriebssicherheit liege aber in der ilcbcrlaftung des schlechtbezahlt en Personals durch viel zu lange Arbeitszeit und ganz unzureichende Freizeit. Das schädliche Prämiensystem müsse beseitigt werden. Tllle Parteien sind sich einig, daß die Betriebssicherheit vor allem abhängig ist von den schweren Deparationslasten.
Abg. Dr. Quaah (Dn.) ertlärt, daß von dem Gebäude des Dawes-Planes einer der wesentlichsten Konstruktionsteile bereits im Bersten sei. Ein Milliardenprogramm werde nötig fein, um die vorhandenen Rückstände in den Bahnanlagen und dem Fuhrpark auszugleichen. Man müsse davon ausgehen, baß in drei Jahren mindestens zwei Mllliarden erforderlich sind.'
Vorsitzende des Rheinischen Bauernvereins, Dr. h. c. Frhr. v. Loe-Dergerhausen, betonte, die Landwirtschaft beschwere sich, nicht darüber, baß sie ein Vielfaches der früheren Steuern und ein Dreifaches der SoAiallaften zu tragen habe, sondern darüber, daß ihre Betriebe überhaupt nicht mehr in der Lage seien, irgenö-
' z ~ ‘ zahlen, weil sie feine Ein-
Zur Frage der Betriebssicherheit ist inzwischen vom Deriehrsausschutz ein Ent.chließungsantrag eingegangen, der zur Erhöhung der Betriebssicherheit bei der Reichsbahn eine Reihe von Forderungen auf stellt. Zur Beschaffung der Geldmittel wird die Reichsregierung ersucht, dafür einzutreten, daß die Reichsbahn aus der unmittelbaren Haftung für öie Reparationszahlungen entlassen und ihr die Möglichkeit einer geordneten und planmäßigen Anleihewirtschast wiedcrgegebcnwird. Weilerberatung Donnerstag.
Beamte und Stahlhelm.
Berlin. 21 Febr. (Prio.-Tel.) Nunmehr hat sich auch die Reichsregierung mit der durch die sogenannten Stahlhelm Botschaften geschaffenen Lage befaßt, von der auch in der Landtagsrede des
Primo be Rivera hat offenbar die K a b i - I den ‘Bestimmungen des Dekrets provisorisch a l s nettäf r age gestellt. Man konnte es von hier Zivilpersonen betrachtet. Sie haben kein aus nicht recht "übersehen, warum der spanische Recht auf D:züge und auf das Tragen der 11m- Dik.ator solange zögerte, bis er den längst | form, solange .nicht, ihre etwaige Wiebereinstel- falligcn Befehl zur Auflösung des Artillerie- Ofsizierkorps gab. Wir hatten diese Maßnahme bereits vor längerer Zeit als wahrscheinlich bezeichnet, zumal die rein wallenmäßige Abschließung des Ofjizierkorps nicht mehr int Zuge der modernen mi.itärischen Ausbildung liegt. Primo de Rivera hat also die Rotwendigkeiten der Entwicklung für sich und insofern darf man annehmen, daß feine Maßnahme schließlich doch zum Erfolge führen wird. Sämtliche O,fixiere der spanischen Artillerie sind einstweilen entlassen und müssen Gesuche um Reueinstellung an den König richten. Primo de Rivera beabsichtigt eine völlige Reuorganisation der Artillerie durch die der fiiquenmäfeige Zusammenhang innerhalb dieses Ofllzierkarps von Grund auf beseitigt werden soll. Die Mißstimmung der spanischen Artilleristen gegen den Diktator beruht doch größtenteils darauf, daß das neue spanische Regime nicht
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General-Anzeiger für Oberhefsen
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