Ausgabe 
21.1.1929
 
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Zur Verlängerung des Rheini­schen Braunkohlensyndikats. Die Der-« längerung des Shndikatsvertroges des Rheini­schen Braunkohlensyndikats, der am 31. März 1930 abläuft, dürfte nach Informationen des WTD.-Handclsdienst nunmehr in kurzem bevoc- stchen. Cs ist vorgesehen, den seit 15 Jahren be­stehenden Syndikatsvertrag auf die Dauer von weiteren 15 Jahren also bis 1945 zu ver­längern. Die bisher in dieser Richtung geführten Besprechung des wichtigsten Teiles der Syndi­kats-Vertragspartner haben Hebcreinstimmung bezüglich der Erneuerung der bestehenden Ver­träge ergeben. Lediglich die Zustimmung der Gruppen B und C der dem Syndikat angehören­den Gruppen steht noch aus. Es dürften sich je­doch kaum noch Schwierigkeiten ergeben, so daß eine Gesellschaftsoersammlung auf den 29. 3a- iniar an beraumt wurde, der die Beschlußfassung über die Dertragsverlängerung zur Beratung vorliegen wird. Man erwartet Einstimmigkeit der Beschlüsse.

* Interessengemeinschaft Schlesi­scher Mühlen QI.-©. Zu der Meldung über die Gründung der Interessengemeinschaft Schle­sischer Mühlen 01.=©. werden folgende Einzel­heiten mitgeteilt: In Breslau wurde die ^Inter­essengemeinschaft Schlesi'cher Mühlen 01.=©." er­richtet, die sich zur Aufgabe gestellt hat, die wirt­schaftliche Lage der schlesischen Mühlenindustrie unter Wahrung d'er Interessen der schlesischen Landwirtschaft und der schlesischen Verbraucher- schast zu bessern. Oln der Aktiengesellschaft haben sich fast ohne Qlusnahme die in Betracht kommen­den schlesischen Mühlen, darunter auch die zum Konzern der Ostwerke gehörenden Mühlen, sowie die Deutsche Mühlenvereinigung 01.»®. betei­ligt. Don dem zunächst auf 300 000 Mark festge­setzten Aktienkapital haben die schlesischen Mühlen und die Deutsche QMHlenvereinigung je die Hälfte übernommen. Hirr-u erfährt WTB.-Handels- dienst noch ergänzend, daß der auf die schlesi­schen Mühlen, insgesamt rund 30 Betriebe mit einer Wahlkapizität von täglich etwa 1700 Ton­nen. entfallende Anteil von 50 Proz. des Aktien­kapitals der Interessengemeinschaft pro rati der Kapazität der Einzelbetriebe verteilt werden soll.

* Ford in Sowjetrußland? DieChi­cago Tribüne" meldet aus Veuyork, daß der Ab­schluß von Derhandlungen zwischen Ford und der Sowjetunion über die Errichtung einer Ford- schen Automobilfabrik in Moskau bevorstehe. Das Unternehmen, das seine Produktion in etwa zwei Jahren aufnehmen wird, wird jährlich etwa 100 000 Autos liefern können und soll zu 60 Proz. im Eigentum der Sowjetunion stehen. Eine Be­stätigung dieser Nachricht bei der Fordgesell- schäft ist nicht zu erlangen gewesen.

Franl^urter Börse.

Frankfurt, 21. Ian. Tendenz: schwächer. Zu Beginn der neuen Woche eröffnete die Börse wieder in unsicherer Haltung. Die neuen Steuerabschlüsfe und die weitere schnelle Ver­schlechterung des Arbeitsmarktes im Reiche riefen eine größere Beunruhigung hervor. Die Spekulation bekundete große Zurückhaltung, da die Baissepartei weiter mit Leerabgaben an den Markt kam. so daß erneute Kursrückgänge bei der Aufnahmeunsähigkeit der Börse bis zu 4 Prozent eintraten. Die feste Reuyorker Börse vom Samstag, der sehr flüssige Geldmarkt und die endgültige Ernennung von Owen QZoung und Morgan zu Mitgliedern des Sachverstän­digenausschusses konnten keine Anregung bieten, da die schlechte Beteiligung der BanKundschaft und des Auslandes am Q^rsengeschäft keine gro­ßen älmsähe auslommen ließen. Das Geschäft bewegte sich, wie schon zum Schluß der vergangenen Woche, in den allerengsten Gren­zen. Von Kaliwerten waren Salzdetfurth auf starkes Angebot bis 7,5 Proz. schwächer. Aschers­ieben minus 3 Proz. und Westeregeln minus 2 Proz. Am Elektromarkt eröffneten Bergmann 6,5 Proz.. Licht und Kraft und Siemens je 3 und Schuckert 2 Proz. niedriger. AEG. dagegen knapp gehalten. Am Chemiemarkt hielten sich die Verluste in kleinerem Rahmen. I.-G.-Farben eröffneten 1,5 Proz. niedriger, doch zeigte sich für dieses Papier etwas Interesse, da eine Mel­dung. wonach eine Vergrößerung der Benzin­erzeugung vorgesehen ist, anregte. Holzverkoh­lung minus 1,13^ Proz. Einige Nachfrage bestand für Svenska plus 2 Mark und Zement Heidel­berg, die gut behauptet blieben. Auch am Mon­tanmarkt traten erhebliche Verluste ein. Rheinische Braunkohlen lagen 3 Prozent fA^achcr, trotz ö r erhöhten Kohlenför'e ung im Ruhrbergbau in der zweiten Januarwoche. Diese Tatsache konnte infolge der wegen Qlbsatzschwie- rigkciten eingelegten Feierschichten keinen Ein­druck machen. Von Cisenwerten eröffneten Dhein- des festen Eisenmarktes und der opti­mistischen Beurteilung der internationalen Lage

5,75 Prozent niedriger. Bis 4 Prozent schwächer lagen noch Zellstoff Walohof und am Banken­markt Reichsbank. Renten gcschäftslos. Im 03er» laufe konnte von einem Geschäft kaum noch die Rede sein. Abgaben wurden zwar nur noch in sehr geringem -Umfange vorgenommen, doch tra­ten infolge der Geschäftsstille weitere Kursrück­gänge ein, die aber kaum 1 Prozent überschrit­ten. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 Pro­zent unverändert leicht. Am Devisenmarkt lag die Mark international schwach. Man nannte: Mark gegen Dollar 4,2087, gegen Pfund 4,8495, gegen Paris 124,0950, gegen Madrid 29.69, ge­gen Mailand 92,72, gegen Holland 12,0975.

Ber . :er Börse.

Berlin, 21. Ian. Aus börsentechnischen Grün­den hatte man im heutigen Vormittagsverkehr mit einer Erholung der Kurse gerechnet, zumal die Samstagsbörfe in Reuyork eine feste und lebhafte Haltung gezeigt hafte. Diese Reaktion auf den Kurseinoruch vom Samstag blieb aber aus. und der offizielle Beginn brachte erneut Abschwächungen. Man verwies auf die Kapital- beschaffungspläne bei der Reichsbahn, die üln- sicherheit in der Innenpolitik und auf die bevor­stehenden Reparationsverhandlungen die hemmend wirken könnten. Vor allem lag aber zu den ersten Notierungen meist ultimitiertes Angebot vor, das auf Exekutionen teils freiwilliger teils un-- freiwilliger Art durchgeführt wurde. Kaufauf­träge standen dieser herauskommenden Ware nur in geringem Umfange entgegen. Auch von einer Interventionsmoglichkeit der Banken war kaum etwas zu spüren, was zu der Verstimmung beitrug. Bei der Mehrzahl der Papiere Warrn Rückgänge bis zu 5 Prozent festzustellen. Papiere wie Bemberg. Polyphon, Stöhr, Ilse Bergbau verloren noch darüber hinaus. Dagegen konn­ten Kanada-Eisenbahnverkehr bis zu 3 Prozent bessern. Deutsche Anleihen abbröckend. Aus­länder ebenfalls zur Schwäche neigend. Ana­tolier bis zu 0,5 Prozent gedrückt. Pfandbries­markt bis jetzt fast orderlos, die Tendenz neigte. aber ebenfalls eher zur Schwäche. Der Geldmarkt war unverändert, vielleicht sogar etwas leichter. Tagesgeld 3,5 bis 6 Prozent, Monatsgeld 7 bis 8 Prozent, Warenwechsel 6,25 Prozent. Der (ver­lauf bot ein sehr unregelmäßiges Bild. Teil­weise war eine Beruhigung festzustellen, und es traten überall leichte Erholungen ein, später wurde die Stimmung aber wieder mit wenigen Ausnahmen schwach, da weitere Exe­kutionen vorgenommen wurden und die Groß­banken immer noch nicht mit Interventionen her­vortraten. Die Kurse bewegten sich bei den schweren Werten bis zu 2 Prozent unter Anfang, nur Glanzstoff konnten sich mit 4 Prozent er- holen, ferner Polyphon, Rheinstahl, Westeregeln und Berger mit etwa 1 Prozent.

Frankfurter Getreidebörse

Frankfurt a. M., 21. Ian. Im Einklang mit den festeren Auslandnotierungen verkehrte der Produktenmarkt zum Wochcbeginn in fester Hal­tung. Das Angebot von Inlandware blieb weiter klein, so daß sich Interessenkäufe von feiten der Händler besonders für Brotgetreide stärker gel­tend machten. Weizen und Roggen konnte bis zu 0,25 Mark anziehen. Auch erfuhr im Einklang damit das Mehlgefchäft eine Belebung. Prompte Ware gesucht und Roggenmehl bis zu 0,50 Mk. höher. Auch für spätere Termine machte sich weiter verstärktes Interesse geltend. Am Futter- mittclmarkt bestand Nachfrage für Mais, Weizen» und Roggcnkleie. Die Preise erfuhren eine Auf­wärtsbewegung. Es wurden notiert: Weizen 23,75, Roggen 23,25, Sommergerste für Brau­zwecke 24,50, Hafer, inländ. 23,50 bis 23,75, Mais (gelb) für Futterzwecke 23,25 bis23,50, Weizenmehl, südd. Spezial 0 33 bis 33,50, Roggenmehl 30,75 bis 31, Weizenlleie 13,85 bis 14, Roggenkleie 14,50 bis 14,75, Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 35 bis 62. Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 70 bis 110, Heu, südd., gut, gesund, trocken 13 bis 13,50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht 4,50 bis 5, Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 4 bis 4,50. Treber, getrocknet 20,50 bis 20,75. Tendenz fester.

Frankfurter Schlachtvreftmarkt.

Frankfurt a. M., 21. Jan. Auftrieb 1435 Stück Rinder: darunter 380 Ochsen, 50 Dullen, 590 Kühe, 398 Färsen: 565 Käfter. 189 Schafe, 4762 Schweine. Ochsen: voll fleischige, ausge- mästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 50 bis 54. ältere 45 bis 46, sonst ge vollster chi e: jüngere 40 bis 44; Bullen: jüngere, vollfleischige, chöch- ten Schlachlwerts, 43 bis 52, sonstige vollflri- chige oder ausgemästete, 45 bis 48; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlacht Werts, 41 bis 44, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 35 bis 40, fleischige 30 bis 34, gering genährte 25 bis 29; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vvll-

fteischige, ausgemästete, höchsten Schlachlwerts, 51 bis 55, vollfleischige 46 bis 50, fleischige 40 bis 45; Kälber: beste Mast- und Saugkälber 70 bis 74, mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 69, geringe Kälber 58 bis 64; Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast, 52 bis 56; Schweine: Fettschweine üoer 300 Pfd. Lebend­gewicht 73 bis 75, vollfleischige Schweine von 160 bis 300 Pfund Lebendgewicht 74 bis 76, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfd. Lebendge­wicht 70 bis 74, Sauen 60 bis 65. Marktverlauf: Sperrmartt. Rinder schleppend, Ucberftand. Schweine ruhig, Ueberstand. Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft.

Buntes Allerlei.

Der Kampf um General Booth.

Der Oberste Rat der Heilsarmee hat © e n e ral Dooth für unfähig erklärt, das Oberkommando der Heilsarmee fortzuführen. General Booth wiederholte in einem Interview mit einem Vertreter desDaily Mail" seine Erklärung, daß er sich nicht abfetzen lassen werde. Er sagte, er werde sein geringes Privat­vermögen dazu verwenden, um seine Stel­lung zu verteidigen. Eine von General Booth veröftent ichte ausführliche Erklärung be­stätigt den vollkommenen Bruch zwischen der Familie Booth und dem Obersten Rat der Heils­armee, dem vorgeworfen wird, die Krankheit Booths dazu auszunutzen, ihn von der Leitung der Armee zu entfernen. Booth erklärt, er sehe feinen Grund für feinen Rücktritt. Für eine solche Forderung liege nicht einmal die Ent­schuldigung vor, daß er der Heilsarmee finanziell zur La st falle, da seine persönlichen B e d ü r f n i s s e aus einem Fonds befriedigt würden, der von einem persönlichen Fr e un d für diesen alleinigen Zweck zur Ver­fügung gestellt worden sei. Die Erklärung von Booth schließt, er wäre fein Mann, wenn er der Rücktrittsforderung in einem Augenblick zu­stimmen würde, wo man die religiösen Grundlagen der Heilsarmee ändern wolle.

Ein reicher Armer.

Dieser Tage ist in Warschau ein allen War­schauern wohlbekannter Bettler gestorben, der seit Jahren auf dem Napoleonsplah d i e Geige spielte. Nach seinem Tode stellte es sich heraus, daß er mehrfacher Hausbe­sitzer war und ein Gefamtvermögen von etwa einer Million Sloth hinterläßt.

Kunst und Wissenschaft.

Ein bedeutender Mumicnfund?

London, 21. Januar (W.T.B.-Funlspruch.) Daily Qltail" gibt eine Meldung des ägypti­schen BlattesAl Mokkattam" wieder, wonach in Jerusalem eine Grabstätte mit der Mu - m i e der ägyptischen Frau des Kö­nigs Salomo entdeckt worden sein soll. Die Grabfammer soll an Pracht die Tutancha- mons noch übertreffen. Sie fei mit Gegenstän­den von wunderbarer Schönheit und von großem Wert gefüllt. Die Mumie liege in einem gol­denen Sarge und fei in mit Edelstein gezierte Decken gehüllt. An den Fingern trage sie meh­rere Ringe, auf dem Kopf eine Krone mit Saphiren und Smaragden. Mit der Mumie sei eine hebräische Paphrusrolle begra­ben worden, die wie man annehme, von Salomo selbst geschrieben fei. Dem Papyrus zufolge ist die Frau Salomos, deren Mädchenname Moti Maris war, und die aus Memphis stammte, im 36. Jahre feiner Herrschaft gestorben und unter ihrem Paläste begraben worden,nachdem sie sich für ihren Mann geopfert hatte". Der Papyrus berichtet weiter, daß König Salomo aus Liebe zu ihr und in Qlnerfennung ihrer Treue und Selbstaufopferung ihr eigenhändig die herrliche Krone aufs Haupt gesetzt habe, die ihm von seinem Volke am 25. Jahrestage seiner Thronbesteigung überreicht worden war.

Weiter berichtet der Papyrus: drei Monate vor dem Tode der Königsfrau fei Qlmento, der Vater der Frau Salomos, aus Aegypten gekommen, beladen mit Geschenken, aber in der geheimen Absicht, Salomo vom Throne zu stoßen und das Land im Namen des Königs von Aegypten in Besitz zu nehmen. Eines Tages er- suchte Qlmento um eine Privatunterredung mit Salomo, nachdem er vorher seiner Tochter Moli befohlen habe. K.'nig Salomo zu vergiften. Der Papyrus berichtet weiter: als Moti eintrat, Decher und Wein tragend, argwöhnte ich nicht Verrat, obwohl ich bemerkte, daß sie totenbleich war. Olks Moti den Wein in die Decher goß bemerkte ich, daß Qlmento seine Hand nicht

nach seinem Decher ausstreckte. Trotzdem hob ich, noch immer ohne Argwohn, den Decher an meine Lippen. In diesem Augenblick entriß mir Moti, die neben mir stand, den Decher und trank den Wein selbst. Einige Minuten blieb sie stehen, der Vater floh mit einem Schrei ber Wut aus dem Zimmer. Kurz darauf sank Moy sterbend in meine Arme. Der tückische Qlmento versuchte mich zu vergiften, aber seine Tochter Moti, meine geliebte Frau, rettete mein Leben unter Aufopferung ihres eigenen.

Bücheriisch.

Zwei Dild-Kalender für 1929 deren Hauptzweck der Fremden - Derlehrswer. bung dient, können von uns mit bester Empfeh­lung dem Publikum namhaft gemacht werden (776/779.) Der eine ist der Hessen-Kalen­der 1 929, der vom Hessischen Verkehrs- verband Darmstadt herausgegeben wurde. Dieser Kalender weist eine Fülle guter Bildrr aus allen Teilen des Hessenlandes auf. Sein Titelblatt zeigt in Buntdruck das Bild des wrederhergestellten Mainzer Domes mit Um­gebung, die übrigen Bilder find als Photo­graphien wiedergegeben. Eine wertvolle Bereiche­rung hat dieser Kalender durch die Beigabe von historischen Daten aus dec hessischen Geschichte erfahren. Für uns in Ober Hessen ist es besonders erfreulich, daß in diesem Kalender ein wesentlich größerer Dildteil als im vor» fahrigen unserer Provinz gewidmet ist; hier findet man die oberhessischen Städte sowohl, wie auch das Land in reichem Maße berücksichtigt. Der neue Hessenkalender stellt eine ausgezeichnete Lei- ftung dar, die hoffentlich überall im Reiche, ganz besonders aber in unserem Hessenlande als Werbe- mittel die wohlverdiente Beachtung findet. Der Kalender der Deutschen Reichs- bahn hat sich bereits einen führenden Platz in der Reihe der inhaltlich interessanten und bilde- risch guten Kalender erworben. Reichhbahn- direkter Dr.-Ing. Dr. Hans Baumann, der auch für 1929 den Kalender im Konkordia-Verlag Leipzig erscheinen lieft, wählte sich diesmal das Thema des Zusammenhangs zwischen Reichs- bahn und Volk. Die einzelnen Blätter zeigen die Bedeutung jedes Bezirks der 30 Reichs- bahndirektionen für die dort wohnende Bevölke­rung. Ferner werden, wie bereits früher, die Schönheiten deutscher Lande dargestellt, wie sie uns Fahrten auf der Reichsbahn zeigen, manche wissenswerten Einzelheiten aus dem Betriebe der Reichsbahn und dem Verkehr vor Qlugcn geführt und die innigen Bande dargelegt, die Bahn und Wirtschaft miteinander verknüpfen. Der Popularität der Reichsbahn, von der mancher Staatsbürger nur dann näheres hört, wenn die Tarife erhöht werden, ist durch diesen Kalender ein wesentlicher Dienst getan.

Der von der L. C. Wittichschen Hosbuch- druckerei in Darmstadt herausgegebene Kalen­der auf das Jahr 1929 der sechste seiner Qlrt, unter der textlichen und technischen Leitung von Dr. Hermann Dräuning-Oktavio her- gestellt bringt neben dem Kalendarium und sehr sauber reproduzierten Landschaftsbilbern einen Teilnachdruck aus der im Jahre 1769 in der damaligen Fürst!. Hof- und Canzley-Duch- druderei herausgebrachtenNachricht von beut Auerbacher mineralischen Walser mit vorläufigen Wahrnehmungen über dessen Wirkungen" von 3. H. Lichtenberg, dem Vetter des bekannten Sa­tirikers. Eine bibliophile Merkwürdigkeit. Qktfe von Karl Drvger, sowie einige QliiWeitungen auS dem Wittichschen Druckerei- und Verlagsbetriebe ergänzen das verlegerisch tadellos ausgestattete Bändchen. (4)

Im neuesten Sonderheft der Süddeut­schen Monatshefte (München)Wohl­täter der Menschheit" entrollen sich Schick­sale, Persönlichkeiten, Werke von gewaltig­stem Maße und großen Auswirkungen; grö­ßer als alles ist der Geist der Liebe, der alle diese Tatmenschen in besonderem Mähe erfüllte und erfüllt. Sei es nun, daß Friedrich von Spee, der Bekämpf er des Hexenwahnes, vor uns steht, oder August Hermann Francke, der Vater der Waisen, Howard, der Begrün­der des neuzeitlichen Gefängniswesens, Don Bosco, der Apostel der verlassenen Jugend, Samuel Plimsoll, der Freund der Matrosen, Kolping, der Gesellenvater, Wichern, der Be­gründer der Inneren Mission, Friedrich von Bodelschwingh, Probst, der Altmeister der Kre­tinenpflege, Henri Dunant, der Gründer des Boten Kreuzes, Booth, der Gründer der Heils­armee, Benjamin Waugh und die Kinderschuh­bewegung. Das scheint uns vor allen anderen Genies die Wohltäter der Menschheit, die Ge­nies des Herzens, auszuzeichnen: daß die Be­schäftigung mit ihnen immer fruchtbar ist und Menschen besser zu machen vermag.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse

Frankfurt a. M

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