schneller Einsegnung am Grabe diese Stätte verlassen I und die Feier dann in der Kapelle gehalten, sondern
der Sarg bei schlechtem Wetter erst in der Kapelle
T«
50. Fortsetzung.
Nachdruck verboten
Stück
— Mein lieber, lieber
sie hochdeutsch redete.
in.
..Hansl--
..Mein Altert
Alter!"
Feßmann brachte sonst kein Wort über die Lippen, Hettingen war der erste, der die Sprache wiederfand.
..Tin ich solcher Treue wert, HanS? — Gibt es überhaupt mxh jemand, der an mich glaubt7"
..So sollst du nicht reden, mein Lieber. Alle- glaubt an dich, der Richthofen, die Ieska, nie» mand hält dich für schuldig."
(Fortsetzung folgt)
..Ich komme mit, gnädige Frau!"
Sie nickte und begleitete ihn noch ein die Treppe hinab.
Dre sie spricht, dachte Richthosen unwillkürlich. Isabella- Nerven waren bis zum Zerreißen go 'ponnt. Sie wußte in diesem Augenblicke sMst nicht, daß sie hochdeutsch redete.
Tagung der Tabak-Großhändler.
Man berichtet uns: Die ungeklärte Lage im gesamten Zigarettengewerbe hatte den Zentral- verband deutscher Großhändler der Tabakbranche, Leipzig, veranlaßt, die ihm angeschlossenen, über das ganze Reichsgebiet verteilten Zweigverbände und deren Einzelmitglieder zu einer außerordentlichen Generalversammlung nach Leipzig einzuladen, der eine Gesamtoorstandssitzung vorausging. Der Vertrag, den 95 v. H. der Zigarettenfabrikation und die Verbände des Groß- und Spezialhandels am 19. September 1928 geschlossen hatten und durch den der Schutz der Kleinoerkauss- und Großhandelspreise, sowie das Absatzgebiet geregelt werden sollte, war durch das Verbot des Kartellgerichtsvorsitzenden der im Vertrag angeblich entl)altcnen Liefersperre hinfällig geworden. Neue schwere Kämpfe um Konditionsbedingungen, durch die die konzcrnierte Industrie ihren Konkurrenzkampf gegen die freien Zigarettenhersteller verschärft, haben besonders im Großhandel schwere Deunruhi- aung hervorgcrufen und die Erbitterung über das Scheitern des Preisschutzabkommens verstärkt. Die außerordentlich stark aus allen Teilen des Reiches besuchte Generalversammlung nahm einstimmig eine Entschließung an, in der sie von den Parteien des Reichstages eine Aenderung des Kartellrechts verlangt und von der Industrie erwartet, daß sie den berechtigten Wünschen des Großhandels auf Einführung eines den tatsächlichen Umsätzen entsvrechenden Rabatldifferenzierungs- S y st e m s neben der Sicherung des Absatzgebietes end' d Rechnung trägt und durch einen wirksamen Prr" s-ßutz dis Interessenten des gesamten Handels mit Tabakfabrikaten sichert. Die Entschließuna verlangt weiterhin unter Ablehnung der Konzern bcdingungen in ihrer fetzigen Form, die Unter st ützung der freien Indu st rie im Kampfe gegen die Bildung eines Privat- oder Skaatsmonopols.
LÄche Vaßmzs!
Roman von 3. Schneider-Foerfi!. llrbeberrechtsfchutz Oskar Meister, Werdau i. Sa.
Z ber Tat M .so stjuaje wäre HMyckommeW g-in auswärtiger
Geldstrafe zu, Äffte der Vstanlag lri Ccheinwer;
Mstellt. rv «tz bei abgcbleMl ten können, um sei chner nachzukommen
aufgestellt und nach der Feier gemeinsam zu Grabe geleitet werden soll.
s. U t p h e , 20. Fan. Die Rechnung unser vr Gemeinde für das Rechnungsjahr 1927 liegt zur Zeit auf der Bürgermeisterei offen. Sie schließt in der ersten Wteilung in der Einnahme mit 30 601,04 Mark, in der Ausgabe mit 26 815,18 Mark ab. Der entstehende Rcchnungsrest von 3185,86 Mark ist Barbestand. Die zweite Abteilung (Vermögen) schließt in der Einnahme mit 336,15 Mark, in der Ausgabe mit 242,15 Mark ab, so daß sich ein Rechnungsrest von 94 Mark ergibt. Durch Gemeindeumlagen wurden im Rechnungsjahr 1927 rund 8000 Mark aufgebracht. Die Rechnung wurde in dieser Form vom Gemeinderat genehmigt.
r? Utphe, 19. San. 3n Ar. 16, 3. Blatt des „®ieß. Anz," wird über ken Verkauf des ® r ä f L Solms-Laubachschen Hofguts Utphe berichtet und ne'agt, daß Tltphe 1469 durch Teilung an^ Solms gefallen ist. Die? ist unzutreffend. Das Gut TItphe gehörte bis 22. Juli 1527 dem Kloster Haina, dessen Abt Dittmar es an die'em Tage an Philipp Grafen zu Solms verkaufte. Das Haus Falkenstein starb schon 1418 aus. Don 1419 an fanben die Teilungsverträge statt, waren jedoch 1469 längst beendet. (Dgl. Gudenus, Codex Dipl. I
* Obbornhofen, 20. Ian. Der Llteste Einwohner unserer Gemeinde, wohl der ganzen Wetterau, der Auszügler Valentin Klö 6, wurde hier unter zahlreicher Beteiligung der Gemeindeg'ieder zu Grabe g'trag?n. Der Verblichene hat sein Leben aus nahezu 9 8'/z Jahre gebracht. Er war trotz seines hohen Alters noch so rüstig, daß er kleine Spaziergänge im Hof unternehmen konnte — Die Holzhauerarbeiten im hiesigen Gcmeinoewald sind in diesen Tagen zu Ende geführt worden. Da in 2 Aotten zu je 12 Mann gearbeitet wurde, nahmen die Fällungsarbeiten nur wenige Wochen in Anspruch. 3m ganzen wurden 800 Festmeter geschlagen, darunter 132 Lose für die Ortsbürger, von denen jeder alljährlich 2l/2 Raummeter Hartholz und 4 Raummeter Reiser unentgeltlich und ohne Anrechnung des Holz- haucrlohnes erhält. Auch wird jedem Orts- bürgcr noch über ein Aormalmorgen (2800 Quadratmeter) Ackerland steuerfrei zur Abnutzung zugeteilt.
Kreis Friedberg.
* Gam5ach, 19. 3an, Der hiesige Turnverein (D. T.), der im vorigen 3ahve auf sein 25jähriges Bestehen zurückblicken form Le, veranstaltete im Saale des Gastwirtes W. Weisel sein diesjähriges, stark besuchtes Wintervergnü-- gen. Die Vorführungen der Iugendturner am
Alsdann wurde der vsrllegende Entwurf eines Arbeitsschutzgesehes durchberaten, wobei Ministerialrat a. D. Schellen, Berlin. Berichterstatter war. Für die Landgemeinden spielt bei dem neuen Gesetzentwurf insbesondere die Frage des 7 Llhr-Ladenschlusses und die Offenbarung der Verkaufsstellen an Sonntagen eine wichtige Rolle.
Zu dem vorliegenden Entwurf der Handwerksnovelle wurde beschlossen, daß von neuem die Gemeinden die grundsätzliche Forderung erheben sollen, daß sie von der Verpflichtung zur Einziehung der Beiträge zur Handwerkskammer befreit werden.
Zu dem Entwurf eines ReichsgesetzcS über Beamtenvertretungen wurden starke Bedenken geäußert, da das Gesetz nach | Ansicht der kommunalen Spihenverbände nach \ seinem jetzigen 3nhalt dazu geeignet ist, die Ver- waltung der Gemeinden zu hemmen und zu erschweren.
Anschließend fand noch geselliges Beisammensein statt.
* Grünberg, 19. Jan. In der jüngsten G e • meinderatssitzung gab Beig Keller die Gründe der vorläufigen' Amtsenthebung des Bürgermeisters Jäckel bekannt. Danach hat der Bürgermeister im Jahre 1926 in 41 Fällen Ordnungsstrafen in Höhe von 350 Mark, im Jahre 1927 in 61 Fällen mit 768, und im Jahre 1928 in zehn Fällen mit 140 Mark erhalten. Das Kreisamt Gießen, das Oberversicherungsamt Darmstadt, das Finanzamt Grünberg und der Amtsanwall in Alsfeld erhielten trotz mehrfacher Mahnungen feine Antworten auf ihre Anfragen bei der Bürgermeisterei Grünberg.
ri. Lich. 19. Jan. Die K i r che n g em e i n de - Vertretung beriet gestern über den ihr vom Kirchenvorstand oorgelegten Voranschlag für 1929. Der Voranschlag, dessen erster Teil (Kirchenkasse) mit 11928 Mark und dessen zweiter Teil (Pfarrei) mit 4303 Mark abschlietzt, wurde einstimmig angenommen. Die kirchlichen Bedürfnisse werden hier durch örtliche Kirchensteuer gedeckt. Die alle Marien st iftskirche, gebaut ain Anfang des 16. Jahrhunderts, eines der ehrwürdigsten und sehenswertesten Gotteshäuser Oberhessens, ein Wahrzeichen unserer Provinz, bedürfte im Inneren einer gründlichen N e u h e r st e l l u n g. Leider können aus Mangel an Mitteln nur die allernotwendigsten Herstellungsarbeiten vorgenommen werden. Auf Anregung eines Mitglieds fand eine Aussprache statt über die Friedyofskapelle, in der bei nassem Wetter und großer Kätte bei Beerdigungen nach Dorausgegangener Einsegnung am Grabe die Trauerfeier stattzufinden pflegt. Es wurde bemängelt, daß die Einrichtung der Kapelle trotz der vor einigen Jahren vorgenommenen Neu- herrichtung nicht zweckentsprecheno ist. Allgemeinen Beifall fand der Wunsch, daß künftighin nicht nach
hängt aber von der Beschaffung ber nötigen Gelb» mittel ab.
Kreis Schotten.
b. Schotten, 19. 3an. Aus dem Gemeinderat: Alm die De rkeh rsver- hältnisse im Kreise zu verbessern und den abgelegenen Gemeinden des Kreises Schotten die Gelegenheit zu geben, auf bequeme Weise die Kreisstadt zu erreichen, hat der Gemeinderat einmütig die Anschaffung eines Perso nenvmnibusses beschlossen. Mit dem Kraftwagen sollen an den Werktagen nach den verschiedenen Richtungen hin an die einzelnen Orte des Kreises Fahrten unternommen werden, die dadurch eine rasche, billige Verbindung nach der Kreisstadt und ihren Aemtern bekommen. An den Sonntagen steht der Wagen zu Sonderfahrten, zur Beförderung der Wintersportler nach dem Hoherodskops usw. zur Verfügung. Der Fahrplan wird in einer besonderen Sitzung noch festgelegt werden. — Die Lieferung einer Reihe von notwendigen Gegenständen für das neue städtische Krankenhaus, das eben sehr gut belegt ist, wird vergeben, so Rähmaschine, Wäschemangel, Eis» schrank, Kupferkessel usw. - Ein Nachtwächter der Stadt scheidet infolge hohen Alters aus. Tie Stelle wird neu vergeben. — Das Ministerium des Innern hat die Fassung der städtischen Ortsbausahung beansta. det. nach der sich der Gemeinderat vorbehallen hat wie er im Einzelfall die Kosten der Herstellung einer neuen Straße auf die Anlieger ausschlagen will. Der Gemeinderat beschließt entsprechend dem Vorschlag deS Ministeriums. — ®inc Kaufgeldforderung einer Privatperson. die drei Häuser an die Stadt im Iahre 1919 verlaust hat, wird entsprechend dem umgerechneten Goldmarlwert aufgewertet. — Der neugebildeten Freiwilligen Sanitäts- kolonne werden 100 Mk. Zuschuß und eine laufende Beihilfe bewilligt. Der israelitischen Gemeinde werden 50 Mk. Kosten für Unterhaltung ihres Friedhofes gewährt. Außerdem läßt die Stadt den Friedhof mit einer Wcihdornhecke einfriedigen. Der vom Alicefrauenverein eingerichtete Kindergarten hat sich sehr bewährt und erfreut sich großer Beliebtheit und eines guten Besuches. Der Gemcinderat hat dem Verein einen Beitrag von 600 Mk. bewilligt. — Eine Müllabfuhr ist von der Stadt eingerichtet worden, die von der Bevölkerung sehr gern benutzt wird.
I Glashütten, 19. Ian. Der Autobusbetrieb, der von Gedern aus eingerichtet worden war, und u. a. auch die Arbeiter von hier nach Hirzenhain beförderte, ist eingestellt worden. Der Betrieb litt häufig unter großen Verspätungen, so daß die zu spät zur Arbeit kommenden Arbeiter geschädigt waren. Das Unternehmen soll unrentabel gew sen sein. Es wäre zu wünschen, daß nunmehr der Gemeinde verband Ridda-Ulfa, dessen Wagen bis Ober-Lais fährt, einen durchgehenden Verkehr bis Hirzenhain einrichten würde und die Beförderung der Arbeiter übernähme.
Preußen.
lanöraf von Gilsa
zum Oberregierungsrai ernannt.
Kassel, 19. Jan. (WSN.) Wie wir aus amt- \ kicher Quelle erfahren, ist der frühere Landrat fcc=. j Kreises Kirchhain, v. Gilsa, vom preußischen Minister des Innern zum Oberregierungsrat ernannt und an die Regierung in Hannover versetzt worden.
Kreis Wetzlar.
3 Krofdorf, 20. Jan. Bei der hier stattgehabten Erwerbslosen Zahlung kehrten einige Erwerbslose aus einem Orte im Kreise Biedenkopf in einer hiesigen Wirtschaft ein. Als die Gäste das Lokal verlassen hatten, bemerkte die Wirtin, daß acht Aschenbecher fehlten. Der sofort benachrichtigten Polizei gelang es, die Täter zu stellen und die Aschenbecher dem Eigentümer wieder zurückzubringen.
O. Hörnsheim, 19. Ian. Der Gesangverein »Eintracht" feierte fein diesjähriges Stiftungsfest. Von einer größeren Feier tourbe auf Wunsch der Veveinsmitglieder aöge- sehen. An ihrer Stelle fand eine geschlossene Veranstaltung irmerhalo des Vereins statt, zu der auch die Familienmitglieder der Vereins- angchörigen eingeladen waren. — Bei einer dieser Tage in einem Teil der hiesigen Gemarkung abgehaltenen Treibjagd wurden acht Hasen zur Strecke gebracht. Die Strecke eine»
vertreten. Ich kann nicht warten, bis er von seinem Skat nach Hause kommtl Auf Wiedev- sehen. Richthofen!"
Feßmann stand schon am Wagen und streckte dem Freunde die Hand vom Trittbrett herab entgegen. Was Leopold noch sagte, wurde vom Rattern des Motors verschlungen. Dann ein Itud--Hilde rief noch Grüße, aber es wurde
nrcht mehr gehört. Das Auto rannte geradeaus, tauchte im Lichtersprühen zwischen anberfen Fahr- öeugen unter und war nicht wieder zu sehen.
Richthofen neigte sich mit entern Kuß verab- schtedend Über Frau Drunhildes Rechte. „Wann rch nur Rachricht Hütt. was es mü der Mizzl A ~* sagte er gequält. ..Lass» S' mich wissen, Frau Doktor, wie der Hans nunterkommen ist. Er wird ledenfafls telegraphieren. Dann ist mir ichon ein Stuck Wohler, wann ich weiß, daß der Joachim nimmer allein ist!" '
Sie bejahte gütig.
Er winkte seinem Chauffeur, ber auf der an» deren Straßenseite stand, und ließ sich schwer in bte braunen Lederpolster gleiten. „Jetzt fahr ich zur Frau Ieska! Daß die sich um die Baronin annimmt. Das könnt ihr sonst leicht das Herz abdruckn." u °
Roch ehe Hilde etwas zu erwidern vermochte, setzten sich die Räder in Bewegung und nahmen die Richtung nach dem Schwarzenbergerplatz.
Frau 3cSfa kam ihm schon im Korridor entgegen und legte den Finger an die Lippen. Schweigend schob sie ihn in ihr Boudoir Die Mutter ist bei mir! Sie weiß noch nichts! "Ich bring Ne noch heute nacht nach dem Jagdschloß meines ManncL unten an der ungarischen Grenze Da gibt es keine Zeitungen. Sie wird aHo auch nichts erfahren. Ich habe sie schon so weit überredet, daß sie mitkommt."
Frau Hilde weinte auf. „Hans, glaubst du, daß er in einer unseligen Stunde---"
„Frag mich nichts!" herrschte er sie an. „Erst muh ich ihn sehen. Mir kann er nicht aus! And wenn er mir'S eingesteht, jag ich ihm eine Kugel durch den Kopf. Dann bleibt ihm wenig« Itens alles andere erspart."
„Du kämst glattweg ins Zuchthaus — mahnte Richthosen. „Ist auch ein Word!"
„A^r einer aus Barmherzigkeit. Die zwei oder drei Jahre, die ich dafür absttzen muß. nehme ich gerne auf mich. So viel ist mir der Joachim noch Immer wert,"
Niemand wagte etwas darauf zu erwidern. Nur Frau HUde kickte das Gesicht mit den Zanden. .und Rlchthofen fühlte einen kalten Schauer über feinen Leib rinnen.
Der Chauffeur erschien und frug. ob er an- turbeln solle. Feßrnanns „Ja" kam ohne Beginnen. „Nehmen Sie ein paar Reservereis-en mit und genügend Benzin, daß wir soviel als möglich chne viel Zettverlust durchkommen. Der Wagen >st hoffentlich vollkommen in Ordnung!"
„Ich habe ifrn erst heute mittag bis zur letzten Schraube durchgesehen, Herr Doktor."
„Dann wird nichts fehlen. Muß ich mich um
Jörgen ^»6?" Er hielt für einen Moment :fjr schmales, blasse« Gesicht hoch und behielt es fest im Auge.
„An mich brauchst du gar nicht zu denken HanS! Rur an ihn:" sagte sie tapfer und zwang die Tränen zurück, die ihr schon an den Wimpern hingen. „Mnb sag, daß ich ihn grüßen lasse! Sag 8 ihm, Hans!" — —
FeßmannS Mund drückte sich auf den ihren. . o*b wohl, kleine graul Dem Medizinalrat be- stell«, daß ich ihn bitten laste, er möchte mich
AM
PS
J das
Linien P11
nach dem Gefängnis begleitet. Als sie zusammen vor dem großen verschlossenen Tore standen, das in das Innere führte, sagte Kurt bittend: „Schonen Sie sich nach Möglichkeit, Herr Doktor und lassen Sie sich durch fein Schweigen zu nichts hinreitzen. Ich habe es ein einziges Mal getan und ihn mit Vorwürfen überhäuft, ihm sogar gedroht, da fing er zu sprechen an, daß ich glaubte, es sei ein völlig anderer, der da redet, aber nicht von der Mordsache. sondern völlig belanglose Dinge, so belanglos, daß ich Angst bekam, er hätte den Verstand verloren. Seither quäle ich ihn mit keiner Frage mehr*
Feßmann nickte und reichte Diebow verabschiedend die Hand. Er fieberte einem Wiedersehen mit Hettingen entgegen und hatte sich während der Langen Fahrt in der stillen Nacht tausend und aber tausend Worte ausgedacht, die er zu ißm sprechen wollte, und immer wieder geflügelt, wie er die Rede setzen und wo er ihn baden würde, damit er Aufklärung von ihm bekam.
Trotzdem verspürte er nun Blei in den Füßen, als er an der Seite eines Aufsehers den langen düsteren Gang hinunterschritt. Endlich hielt der Beamte vor einer Türe und drehte den Schlüssel.
Man hatte Joachim nichts von Feßrnanns Ankunft gemeldet. Als er ihn nun so unerwartet r>or sich stehen sah, vermochte er im Moment fein Glied zu bewegen. Nur leine Hand tastete [up mühsam hoch und die Augen liefen ihm über.
Oberhesssn.
Lanvkrcis Gießen.
—.— Klein-Linden, 20. Jan. Sein 25. Jubiläum begeht am 22., 23. und 24. Juni der hiesige Radfahrerverein 1904 in Verbindung mit dem Bundesfest des Radfahrerbundes Oberhessen. Man rechnet mit einer Beteiligung von etwa 40 Radfahrervereinen. Bei dem Feste werden Saalfahrten, Ballspiel-Meisterschaften, Korso- fahren u. a. ausgetragen. Dem Radfahrerbund Ober- hcsfen gehören 32 Vereine an. Als Festplatz soll die schön gelegene Pfingstweide verwandt werden.
- Londorf, 19. Jan. Der Tvefige Krieger- u n d Kleinkaliber-Schühen verein hi llt dieser Tage unter der Leitung seines Vorsitzenden Weih im Vereinslokal von Loh seine Generalversammlung ab. Nachdem der Vv sitzende einleitend auf die hvhen Ziele ber Kriegervereins- 'ache hingewiesen hatte, erstattete ber Rechner feinen Bericht, aus bem ein Aeberschuß ber Ver- eins'a'se zu ersehen war. Dem Rechner würbe Entlastung erteilt. Bei bet anschließenden V o r- standswahl wurde an Stelle des Vorsitzenden, ber die Wieberannahme des Amtes ablehnte, zürn ersten Vorsitzenden der Landwirt Karl Loh gewählt, weiter entsandte man in den Vorstand den Schreinermeister Adam Pfeiff als zweiten Vorsitzenden, den Landwirt Friedrich Krönende r g als Rechner und den Maurermeister Karl Kreuder als Schriftführer. Noch einer kurzen Ansprache des Rittmeisters a. D. Frhr. Röder von Diersburg wurde die Versammlung mit bem Gesang bes Deutschlanbliedes geschlossen.
ksMalll
Du Instand del w nbts trat am -uh in Min zu XtS bevorstehende L Krätzusprechen. 01 Itzuses wird der 1 iO'unö als Qlui d»pses Deutschlan timber Vorschlägen, trrmin in die Seit iNnüesverbänöe fä lmnllich auf italici Äv rgna zur Durch
Länderspiel Shnnlanb soll v -Er Stabil fe Sinnen ihr tzyi to’l'cr in Kvpenh Oeuischland in D Sie Austragung j*gcn Schwad Mk Juli in Köln Die Spiele um l
Rinnen am 12. tilg: am 26. M
Ouni die Zrois- 6. Juni
2czüg ich des D. Verd Aorddeutschla jj wus einen Pas » ch mit ziemliche MfcnmolaknöfQ bei Vertin ju
N&all in;
-erreiche Sp S9^Truppe Q
3*Utfl Nel gegen WeM $">nffurter € ^uern ffinfrQ B„9E9enü6er. $ N^I'Ses €picf'i
M
Hin ff Wn
ütte ^tyro6in(
«nem 1 .hpl-en Ä^unl
Mi rr>;
• Morgen lief bei Frau Hilde, die
eure schlaflose Aacht hinter sich hatte, folgendes Telegramm rhres Gatten ein:
„6^^ llhr Bellinzona angenommen! — gebrt ohne Panne! — Eben IankeS gesprochen. — Erlaubnis erhalten. Joachim ab acht ilßr zu be uchen. - Bries heute abend. Hans." Mtt einem stillen Weinen drückte sie das Blatt an die Lippen. ,
Diebow hatte Feßmann erst zum Staats
anwalt und noch der ilnferrebung mit diesem
Barren, sowie der Turner am Reck und am Darren ließen beste turnerische Schulung erkennen und fanden bei den Besuchern veröientermahen lebhaften Beifall. Als Vertreter bes Turn- unb Sportvereins Butzbach waren dessen Vorsitzender (2. Gauvertteter) Redakteur Karl Schneider unb einige Turner erschienen. Turner Schnei- ber (Butzbach) wies in einer zündenden Ansprache auf die hohen Ziele der D.T. hin und ermahnte die Turner, weiterhin rege im Geiste 2<rhns zu arbeiten. 3m Namen des hiesigen Turnvereins dankte der 2. Vorsitzende. Konrad Grieb, bem Vorredner. Der Verein kann mit dem Verlauf der Veranstaltung, die ein voller Erfolg war. sehr zufrieden sein. Möge er auf bem bisherigen Wege tveiterschr:iten.
Kreis Büdingen.
Büdingen, 20. Jan. Die Oberhessi- scheu Ob st werke in Büdingen haben in ber verhältnismäßig kurzen Ze.t ihres Bestehens den Beweis für ihre Existenzfähigkeit und ihre Existenznotwenbgleit erbracht. In etwa l1/. Jahren war es möglich, nicht allein die alte," weithin anerkannte Leistungsfähigkeit des früheren I Besitzers zu erreichen, sondern die Produktion ganz erheblich zu steigern. Das ständig wachsende Ausblühen des lln ecnehmcn^, das während der Campagne über 60 Arbetterinnen und Arbeiter in zwei Schichten beschäftig', hat das anfänglich in Erzeuger- unb Verbraucherpreisen ge- yegle Mißtrauen beträchtlich beseitigt. 'Sie größten Schwierigkeiten im Ausbau, in ber Produktion unb im Absatz konnten im Vertrauen zur eigenen Sache unb mit älnterstützung von Freunden unb Gönnern überwunden werden. Die Werke haben gehalten, was sie versprochen, nämlich eine bessere Verwertung sowohl ber Sa fei* und Wirtschaftssrüchte, toie auch des minderwertigen Obstes. Die Güte aller Haupt Produkte, wie AePselmark, Aepiel- und Zwrtschenmus, Gelees, Zruchtsäste und ber Frischobstversand fanben bei allen Abnehmern Anklang. So ist denn auch damit zu rechnen, daß bas jetzt in den Verkehr gekommene neue Produkt Süßmost (Flüssiges Obst), das dem Obstbau neue wertvolle unb dauernde Hilfe zu bringen verspricht, von vollem Erfolg begleitet sein wird. Die Werke stehen heute da als treuer Helfer ber obstbautreioenden Bevölkerung, versehen mit technischem unb kaufmännischem Rüstzeug: eine vorzügliche Kundschaft, die aus ersten unb leistungsfähigsten Großfirmen der Branche besteht, drückt bem i?n ernennen vollends ben Stempel auf. Diese erfreuliche Entwicklung hatte die Inanspruchnahme erhöhter K.edite, an beten Beschaffung sich b e Landesg.mo sen chafts- banf in Darmstadt und die Landwirtschafts- und Gewerbekaste in Büdingen hervorragend be teiligten, zur Folge. So sehr auch diese Kreditgewährung dem Unternehmen zu dem heutigen Aufstieg verhalfen hat, so muß sie doch wegen der zur Zeil bestehenden hohen Verzinsung als unwirtschaftlich bezeichnet werden. Es ist deshalb eine bringenbe Äotwenbigkeit, die Werke von fremdem Kapital freizumachen, und soweit als möglich auf eigene Füße zu stellen. Dies um so mehr, als die Werke noch einer bedeutenden Erweiterung bedürfen, um den vermehrten Anforderungen der Erzeuger gerecht zu werden und die Kundschaft voll beliefern zu können. Die Werke müssen getragen werden von ber breiten Masse bet Erzeuget, die in erster Linie der Hilfe im Absatz bedarf, unb bie freubig zugreifen unb die Säule des Unternehmens bi Iben solle. Wirtschaftliche Erfolge sind heute mehr denn je eng verbunben mit der Bereitschaft, Opfer zu bringen. dem Gefühl ber Zusammengehörigkeit unb mit bem Vertrauen zur e genen Derufsveriretung. Sic fast erdrückende Ausiandkonkurrenz fordert dies mit Llnerbitttichkeit- Wer die her vorge- zeichneten Wege nicht kennt ober nicht kennen will, gehl dem wirtschaftlichen Ruin mit aller Sicherheit entgegen.
U n t e r«<5 dj m i 11 e n, 20. Jan. Die Zahl ber 21 r b e i t 5 I o f e n beträgt hier annähernd 30 unb wird eine weitere Steigerung erfahren, sobald demnächst die Arbeiten im Walde beendet sind. Die es ungewöhnliche Verhältnis erklärt sich daraus, daß hier besonders viele Bau Handwerker, Maurer unb Zimmerleute, ansässig sind. Erstere wurden bereits im November beschäftigungslos. Die beiden Holzschneibereien unb Zimmergeschäfte llßner unb Ulrich sahen sich gleichfalls gezwungen, ihre Betriebe zu schließen, und die Arbeitsr zu entlassen. Wie sich bie Verhältnisse im kommenden Baujahre auf dem Lande gestalten, ist jetzt noch kaum zu übersehen. In den verschiedensten Orten sind wohl Baulustige vorhanden, die Ausführung der Objekte „Aber freilich", beeilte sich Isabella zu sagten. Lind Richthofen, geistesgegenwärtig, neigte sein Gesicht über die kühle, weiche Franenhand. „Ich hab der Frau Kammersängerin grad Grüße aus- gricht vom Joachim! Ich hab heute früh eine Kartn von ihm kriegt, daß er pudlwohl ist!" ®in Schimmer ehrlichster Freude stand in ihrem Gesichte. „Sie wissen gar nicht, welche Beruhigung Sie mir damit gebracht haben, lieber Herr Richthofen. Ich bin seit acht Tagen in Sorge um ihn. well ec so gar nichts von sich hören lalßt. So em lieber, böser Bub. seine arme Mutter so zu ängstigen."
Isabella zwang sich zu einem Lachen. „Jetzt kannst du oyne alle Skrupel mit nach Ungarn >ahrnl — And von dort aus schreibst ihm eine tüchtige Eprstl, well er so lang nix mehr hat Horn lassn!
„Ja. das werde ich tun, liebes Kind." Mit einem freundlichen Nicken empfahl sich die Baronin.
Isabella drückte Richthofens Hand in überströmender Dankbarkeit. „Das habn S' brav ge- madjt, Herr Leopold. Mit der einzign frommen Lug Haven S dec armen Frau das Herz leicht gemacht. — Jetzt ist mir nimmer bang. Wenn ich sie nur in Ungarn hab. ■— Dann nimmt sich mein Erzherzog um sie an. unb ich fahr zum Ioachrm! — —"
Mtt einem raschen Blick sahen sie sich m die Klugen. Die Baronin steckte den Kopf zur Türe
— Darf ich kommen?"
AmtSgei
M
ME to»' »S***,tt
I»
Sank sollte noch ®l — iHird) 2cgu


