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GoecheLeWg-Zeier in Braunschtveig

trotz aller scheinbaren Geduld und Lenkbarkeit schließlich aus dem Inst.nkt einer Masse heraus lieber unter dem brennenden Trümmerhaufen begraben, dessen Flammen die nahe und ferne Umgebung entzünden.

Auch m Colmar autonomistischer Wahlsieg.

Paris. 20. Ian. (WB.) Bei der Stichwahl in Colmar, die heute für den durch die Ungulllgkeils. erklärung des Mandats Bosses frei gewordenen Kammersih skaltfand. erhielt der Aulonomlstenkandi. dat Hous 10150 Stimmen. Sein Gegenkandidat (Clsässisch.Rotionalkalholische Partei). Abbe hau- ser, erzielte 6303 und der Kommunist Mur- schell 1611 Stimmen. Aus den Sozialisten Hi- chard, dessen Kandidatur offiziell zurückgezogen war, entfielen 137 Summen. Insgesamt waren 18302 gültige Stimmen abgegeben worden.

beauftragt werden. Die anwesenden Stahlhelmführer trugen sich in eine L.ste zu einer Entschließung ein. In dieser Entschließung w.rd die Bundesführung be­auftragt und ermächtigt, ein Volksbegehren auf Aenderung der Verfassung des Deutschen Reichs zu beantragen. Mit der durch die Verfassung gebotenen Waffe des Volksbegehrens beginne man den Kampf, dessen erstes Ziel es sei, den Willen zur Verantwortung freizumachen. Gefordert wird in der Entschließung die Beseitigung der Allein­herrschaft des Parlaments und die Auf- richtung einer starken Re^ierungsgewalt, die unab­hängig von Jnteressentenemflüssen sei und die Ver­antwortung für das Schicksal des deuschen Volkes trage.

Oer 70. Geburtstag -es ehemaligen Kaisers.

Amsterdam, 20. San. (Telun.) Dem ehe­maligen Kaiser wurden am Sonntag in Doorn bereits die ersten Glückwünsche zu seinem 70. Ge­burtstage dargebracht von Feldmarschall von Mackensen, als Vertreter der alten preußi­schen Armee, General Freiherrn von Geb- satt e l, als Vertreter der alten bayerischen Armee und Admiral von Schröder als Ver­treter der alten Marine, ferner von General von H u t i e r, Admiral Schmidt, General von Cramon, Admiral Rösing, General Graf von der Goltz. Den Vorgenannten schlossen sich Vertreter der alten Leibregimenter an, u. a. Generalleutnant von Friedeburg (1- Garde-Regiment), General Freiherr von Richthofen (Garde du Corps), General von P f u e l (Königs-Alanen), General von Schd- litz (Sächsische Grenadiere), Oberst Anna (6. bayr. Infanterie-Regiment), deren Chef der frühere Kaiser gewesen ist. Der 27. Sanuar selbst, wird in aller Stille ausschließlich als ein Familienfest begangen werden. Dazu werden außer den Geschwistern des Kaisers sämtliche Kinder, Schwiegerlinder und Enkel des Kaisers erwartet und voraussichtlich auch der König von Sachsen. Alle größeren Veranstaltungen, ins­besondere Kundgebungen aus Anlaß dieses Ge­burtstages sollen im Hinblick auf die Amstände, unter denen der ehemalige Kaiser diesen Tag in Holland begeht, auf seinen ausdrücklichen Wunsch unterbleiben.

Aus aller Wett.

Anklageerhebung gegen Hugo Sfinne» jun.

Wie eine Berliner Korrespondenz meldet, sind die in den getrennt geführten Strafverfahren gegen Hugo Stinnes und Genossen und Bankier Kuhnert und Gen. fertigen Anklageschriften der Strafkammer des Landgerichts I mit dem Anträge übergeben die Hauptoerfahren vor dem Schöffengericht Berlin Mitte wegen versuchten Betruges gegen­über de m R e i ch e durch Anmeldung von Kriegs- anleche-Neubesitz als Krieg mnleihe-AUbesitz zu er­öffnen. Man rechnet für jeden der beiden Prozesse mit einer Prozeßdauer von vier Wochen Entgegen den bisherigen Dispositionen wird der Prozeß gegen Hugo Stinnes und Genossen zuerst verhandelt werden. Mit Stinnnes sind noch folgende sechs Personen ang?klagt: v. Waldow, Rochmann, Bela Groß, Leo H rsch, Eugen Hirsch und Schneidt. In der zweiten Kriegsanleihe-Affäro ist neben dem Bankier Kuhnert noch der Kauf­mann Dunkelblum angeklagt. Beide wegen versuch­

das Vorbild des aufrechten, furchtlosen, scharf denkenden und von glühendem Idealismus durch­drungenen deutschen Mannes.

Sm Anschluß an den Eröffnungsakt erfolgte eine Besichtigung der Lessing-Gedenlstätten in der Stadt. Nachmittaas gab die Stadt Braunschweig ein Fest- mahl. Nach dem Festakt fand ein Orgelkonzert statt.

Der Lessing-Tag der Eröffnungsfeierlichkeiten des Goethe-Lessing-Sahres wurde durch eine Morgenfeier im Landesthrater eingeleitet. Die Eröffnungsansprache hielt Walter v. Molo, der Präsident der Dichterakademie. Er beschäftigte sich mit dem Wirken Lessings als Dichter und als unseres gewaltigsten Kritikers, der für die Wahrheit alles aufs Spiel fetzte: Leib und Leben, Gut und Blut.

Den Festvortrag überGoethe und Lessing" hielt der Präsident der Goethe-Gesellschaft, Uni- versitätsprofessor Dr. Julius Petersen (Benin). Er zog eine Parallele zwischen dem Dichter desRathan" und dem Dichter des Faust", und schloß seinen Vortrag unter Hin­weis auf das Weimarer Dvppeldevckmal Goethes und SchrllerS mit den Worten:So können wir uns auch Goethe und Lessing in einer Gruppe verbunden denken. Sie haben sich gefunden, und einer reicht dem andern den Kranz."

Dann erklärte in einer Aussprache der Reichs­minister des Innern S e v e r i n g, daß jeder Tag den verantwortlichen Männern der Reichsregierung und der Regierungen der Länder die Notwendigkeit des Sparens vor Augen führe. Dieser katego­rische Imperativ des Haushaltens müsse eine Gren z e finden, wenn es sich darum handele, Kulturgüter zu schützen, zum Ausdruck zu bringen, daß wir trotz aller Not nicht darauf verzichten wer­den, in der Welt als Kulturvolk zu gelten. Kein Anlaß könne dies besser zum Ausdruck bringen als Geburtstage und Gedenktage der Geistesriesen un­seres Volkes. Auch die Reichsregierung fei bereit, zu ihrem Teile beizusteuern. Das Reich hat einen kleinen Betrag gestiftet, der der Lessing-For­schung zugutekommen soll. Für den Sinn, in welchem geforscht werden solle, gebe es keine bessere Wegrichter als die Weltanschauung, die uns imNaihan" vorgeführt wird. Gerade mir Deut­schen brauchten Beherzigung des Wortes Nathans: Tolerant zu sein gegenüber der Geistesrichtung, gegenüber der Weltanschauung der anderen.

&rerfagung des Stahlhelms.

Der Stahchelm hielt in Magdeburg eine große Fuhrertagung ab, zu der etwa 6000 Stahlhelm­führer aus dem ganzen Reiche erschienen waren. Der 1. Bundesführer Franz S e l d t e hielt hier eine An- spräche, in der er u. a. ausführte: Der Stahlhelm­geist fordert Opfer, Leistung und Füh­re r s i n n. Scharf sondere sich dieser Geist ab vom Geiste des Marxismus. Der Bundesbeitrag muß erhöht werden, damit der Stahlhelm den Kampf aus eigenen Mitlln führen kann und einen Kriegsschatz habe,menn wir eines Tages antreten". Er for­derte weiter rege Anteilnahme am öffent­lichen, besonders auch am kommu n a l e n Leben. Fetzt wolle man einen neuen Schritt tun auf dem Wege des Befreiungskampfes, man wolle ein Volksbegehren, und zu diesem Volksbegehren solle die Bundesleitung noch einmal

sollen Wie wir weiter Horen, hat die Frage der Technischen Nothilfe in den Etatsberatungen des Reichskabinetts auch eine gewisse Rolle ge­spielt. Die bürgerlichen Minister haben dabei aber zum Ausdruck gebracht, daß sie entsprechend den Willenskundgebungen der Mehrheit der Parteien des Reichstages für das W e i t e r b e ft e h e n dieser umstrittenen Organisation stimmen müssen. Aller­dings dürfte nun und das geben die eingeweihten Fachleute zu die neue Schwierigkeit entstehen, wie die Technische Nothilfe mit diesem um 5 0 Pro­zent gekürzten Etat weiter arbeiten soll. Es erhebt sich von neuem die Frage, ob nicht auf dem Wege über die Länder die weiteren notwen- digen finanziellen Mittel beschafft werden können, wenn der Reichstag trotz allen Zwanges zur Spar- lamtcü nicht selber noch eine gewisse Erhöhung be­schließen wird. Den Mitgliedern der Technischen Nothilfe war bereits vom Reichsinnenminister zum 31. Marz d.I. gekündigt worden. Da eine Zu- rücknahme dieser Kündigung, bis der Reichstag end­gültig das letzte Wort gesprochen hat, wohl nicht erfolgt, befinden sich die Mitglieder der Technischen Nothilfe einstweilen noch in einem äußerst unange­nehmen Schwebezustand, den man baldmöglichst be­seitigen sollte.

Oie britische Flotienrüstung.

Ein Mittiardcnetat.

London, 21. San. (WTB. Funkspruch.) Laut Daily Telegraph" wird das Marinebudget für das Jahr 1929/30 wenig von der Gesamtsumme von 57 Millionen 300 000 Pfund Sterling (also mehr als 1,5 Milliarden Mark) abweichen, die für das laufende Finanzjahr bewilligt worden find. Das Parlament wird ersucht werden, den Dau der folgenden neuen Schiffe zu bewilli­gen: ein 10 LOO-Tonnen-Kreuzer derCounty" - Klasse, zwei 8400-Tonnen-Kreuzer derCathe- drale"-Klasse, ein Flottillen-Führerfchtff, acht Zerstörer und sechs Unterseeboote. Ein neues Flugzeug-Mutterschiff ist ebenfalls geplant. Dom Jahre 1930 an werden gemäß der Bau­tätigkeit anderer Mächte die neuen Flottenbauten jährlich festgesetzt werden. 1931 finde in Washington eine Flottenkonfe- r c n z statt und dies werde möglicherweise zu einer weiteren Beschränkung im Kreuzerbau führen.

Der Kelloggpaki in Osteuropa.

Polen stimmt dem russischen Vorschlag zu.

W a r s ch a u, 20. Ian. (WTB.) Der polnische Gesandte P a t e k hat dem stellvertretenden Volkskommissar für Auswärtiges, L i t w i n o f f, die polnische Antwortnote auf die russische Rote vom 11. d. M. in der Angelegenheit der vor­zeitigen Inkraft'etzung des Kellogg-Paktes über- reicht. 3n der Antwort wird u. a. ausgesührt, daß, nachdem nunmehr der Kellogg-Pakt durch die Vereinigten Staaten ohne irgend­welche Aenderung ratifiziert worden sei und Polen die Besprechungen mit den ursprünglichen Signatarmächten durchgeführt habe, die polnische Regierung jetzt in der Lage sei, die Der- Handlungen mit der Sowjelregierung über die Form und die Prozedur der Anterzeich- nung des russischer,e.ts vorgeschlagenen Pro­tokolls aufzuneymen. Die polnische Regierung nehme mit großer Genugtuung davon Kenntnis, daß die Sowjetregierung keine Vorbehalte gegen die Teilnahme Rumäniens an bent Protokoll macht, und sei bereit, gemäß dem russischen Vorschlag die Initiative zu er- greifen, um die Stellungnahme Rumäniens in der Ange.egenhrit seines Beitrittes zum künf- t:gen Protokoll zu klären. Hinsichtlich dec bal­tischen Staaten, die sich bereits zum Bei- tr.tt bereit erklärt haben, führt die Rote u. a. aus, die Tatsache, daß der Kelloga-Pakt durch d:e Parlamente dieser Staaten nod) nicht ratifiziert fei. könne nicht als Argument be­nutzt toerben, um die Staaten an dem Vorschlag der Sowjetregierung nicht teilnehmen zu lassen. Zum Schluß wird erklärt, daß der polnische Botschafter beauftragt sei, die praktischen Der- Handlungen über die Angelegenheit auf- zunehmen.

Eine Antwort an GÜberi.

Der preußische Finanzminister zur Rcparationssrage.

Glladbeck. 18. Jan. (TA.) 3n einer demo- krathchen Versammlung sprach der preußische Fi­nanzminister Höpker-Aschvsf über das TheML:Das Cntscheidungsjahr 1929". Dabei führte er über die Reparationsfrage u. a. aus: Die Fruge der Regelung der Reparationen sei neu auf geroßt. Die Reparationen hätten bis letzt aufgebracht und auch transferiert werden können, die deutsche Zahlungsbilanz sei aber in £ßn letzten vier Jahren um 11,4 Mil­itär d e nr p a s si v gewesen Insgesamt seien wir dem Ausland mit 14 Milliarden Mk. verschuldet. Das könne nicht so weitergehen. Die Sachverständigen hätten seinerzeit die Mög­lichkeit der Aufnahme von Anleihen unterschätzt und sich weiterhin insofern getäuscht, als sie e i n e viel größere deutsche Ausfuhr erhofft hätten. Der Reparationsagent Parker Gilbert habe in seinem neuesten Bericht gesagt, das Geld für die Reparationen sei in der Reichskasse, aber die Transferfrage habe er nicht berührt, wahrscheinlich mit Absicht, doch sei diese Frage die entscheidende. Parier Gilbert übersehe den schweren Steuerdruck in Deutschland, außerdem habe er auch die Frage nicht unter­sucht, ob die Reparationen auch weiterhin aufgebracht werden könnten. Wenn Parker Gil­bert dem Reiche den Dorwurf mache, es gebe den Ländern zu viel Geld, so überiehe er die Gliederung Deutschlands in Reich, Län­der und Geineinden. Gerade die Länder hätten eine 5»ü*tle von Ausgaben zu erledigen. Der Redner be'nerkte, daß entgegen der Ansicht Parker Gilberts nur die unteren Deamtenklassen in Deutschland heute dasselbe reale Einkommen wie in Friedenszeiten hätten. Außerdem über­sehe Parker Gilbert die große Rot, die heute noch in Deutschland herrsche. Zur Lage der deutschen Industrie bemerkte der Minister, daß eine Ka­pitalsbildung notwendig sei und auch im Interesse der Angestellten und Arbeiter liege. Die Dividenden unserer Werke feiert nicht zu hoch, da der Kapitalzins weit höher sei.

Hugenberg über den Dawesplan.

Dresden, 20. Jan. (TU.) Aus dem Landes­parteitag der ostsächsischen Deutschnationalen Volks­partei sprach Geheimrat Dr. Hugenberg über die Lage der Landwirtsschast und das Dames­problem. Nichts sei so verhängnisvoll für unsere 2anbroirtfd)oft gemeßen, wie die Auswirkungen des Damesvertrages. Die mit ihm einsetzende Ver­schuldung der deutschen Wirtschaft habe sich zu einem großen Teil in Form einer Ueber = schwemm rkn g des deutschen Marktes mit ausländischen Agrarerzeugnissen zum Nachteil der heimischen Landwirtschaft voll­zogen.

WaS den Friedensverträgen und der Politik der letzte» zehn Jahre zugrunde liegt, ist der unsinnige Gedanke, einen Pest Herd neben sich schaffe« zu wollen, selbst aber von An- steckung frei zu bleiben. Darüber lacht der böse Greift der Menschheit, der sich heute im Bolschewismus verkleidet hat. DieWelt" beurteilt ihn falsch, wenn sie ihn als örtliche Krankheitser^cheinung ansieht. Er ist eine Krisis des Industrialismus der Welt, vielleicht eine Krisis unserer Kultur. Er ist der Beginn eines ^unäc'fT seelischen und dann erst äußeren Zu­sammenbruchs. Mit dieser Gefahr wird die Welt ohne Deutschland nicht fertig. DieWelt will aber die ollmhhliche Unterhöhlung der deut­schen Widerskrndslraft nicht sehen, weil diese Einsicht bedeuten wurde, daß der Friede von Versailles zu Boden sinkt. Zur Vertuschung des wirklichen Tatbestandes schwirren ungeheure Lü­gen durch die Well. Leider ist Deutschland an all diesen Lügen beteiligt, weil es nicht den Wut zur Wahrheit hat. Es bleibt nichts übrig, als heute ganz offen und rücksichtslos zu spre-- chen. Die Lügen sind: die des steigenden deutschen Wohlstandes, die der deut­schen Zahlungsfähigkeit und die der Sicherheit der deutschen Währung.

Heute steht der Dawesplan sozusagen vor einer Doppelweiche. Er kann einen Weg aufen, der beim Sturz des Friedens von Der- iailles und der Rettung der Welt endet Frankreich kann ruhig sein: Wir wissen, daß unser« Zukunftshoffnungen, wenn wir noch solche haben, nicht im Westen liegen. England kann ruhig sein: Wir wissen, daß wir den Weltmarkt nicht mehr gewinnen können, sondern daß unsere Politik auf die Stärkung uns« res inne­ren Markte« gerichtet sein muß. Der Da­wesplan kann auch einen anderen Weg laufen nämlich den der Besiegelung der Bolschewist^ rung Deutschlands.

Der Weichensteller in diesem kritischen Augen­blick der WeltgeschiHte ist Amerika. Soll das alles, waS jetzt geschieht, auf ein anständiges ehr» !iches AuSkost-en eines verlorenen Krieges hin- auslaufen oder auf die Begründung einer neuen Sklaverei? Soll es in Zukunft in der Weltgeschichte heißen: 1929 versucht: Ame­rika, in Europa die Sklaverei endgültig einzu- führen? DaS wäre auf die Dauer trotz aller möglichen Wirtschaftssachverständigen der Well ein vergebliches Unterfangen. Es gibt Methode für Reger und Indianer. Ein Volk wir die Deutschen, vor solche Zukunft gestellt, wird sich

Braunschweig. 19. Ian. (WB.) Hundert Jahre sind es heute, feitGoethes Fau ft" am 19. Januar 1829 im dama.igen Braunschweiger Hostheater zum ersten Male auf der Bühne stand. Zweihundert Jahre sind am 22. Januar vergangen seit dem Geburtstag Gott- hold Ephraim Lessings, des Wegberellers Der deutschen klassischen Zeit, der lange Jahre in Wolfenbüttel wirkte und dichtete und in Braun­schweig sein großes Leben beschloß und seine letzte Ruhestätte fand. Den heutigen Beginn der Festveranstaltung und zugleich seinen Höhepunkt bildete die Eröffnung der AusstellungFaust auf der Bühne" in der Burg Dankwarde- rode. Eine Festvorstellung hervorragender Ver­treter der deutschen Geisteswelt, Vertreter der Wissenschaft, Dichter. Künstler, Universttäls- Professoren, viele Mitglieder der Goethe- und Lessing-Gesellschaft hatten sich in der Burg ein­gefunden. Oberbürgermeister Dr. Trautmann führte in seiner Eröffnungsansprache aus:

Das Jahr 1929 wird beherrscht von dem Ge­danken an die beiden ganz Großen: Lessing, den Wegbereiter, und Goethe, den Ersüller. Richt Tote ehren wir, sondern machtvoll in die Ge­genwart Hineinragende, für diese und in ihr wirkende Geisteskräfte unseres Volkes, das trotz ehrlicher und voller Deja.ung der Gegenwart nicht den Dank vergessen Darf gegen die Ver­gangenheit. Braunschweig und Wolfenbüttel sind Gedenkstätten für Goethe und Lessing: Wol- fenbüttel alS Die Geburtsstätte des .Rathan", derEmilia Galotti", Braunschweig als Lessings Ruhestätte und als älrausführungsstatte des größten deutschen Dramas. GoethesFaust". Un­ter Goethe-Lesfing-Iahr, Dem die Goethe- Gesellschaft in Weimar als geistige Füh­rerin Der Veranstaltung Inhalt gab, soll ein Sinnbild fein des Suchens unseres Volkes nach gesteigerter Geisteskultur. Ein Volk, das seine Kräfte aufs äußerste anspannen muß, um feine wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben zu er­füllen, kann und will nicht Feste feiern, kann und will aber durch ernste und wür­dige Veranstaltungen Zeugnis ablegen von den Kulturschätzen, die es besitzt und für seine Fortentwicklung lebendig erhalten will. So ist un­ser Goethe-Les>ing-Iahr eine Volksfeier. Es ist zugleich em Fest der deutschen Jugend, die im »Faust" ihr eigenes Wesen sieht und in Lessing

ten Betrugs. Man rechnet mit Dem VerhanDlungs» beginn Der beiden Prozesse im März.

Professor Silex f.

Wie dieMontagspost" mitieitl, ist Professor Dr. Paul Silex, der bekannte Berliner Augenarzt, am Sonntag im 71. Lebensjahre gestorben. Professor Silex mar in Jorgast geboren uno kam nach längerem Studium in Halle und Breslau und nach einjähriger Assistenzarbell an der Straßburger Augenklinik nach Berlin, wo er 13 Jahre lang an der Bersi,.er Universitäts-Augenklinik tätig war. Nachdem Profeflor Silex die Universitäts­klinik verlassen hatte, richtete er in Berlin eine pri­vate Augenklinik ein. Der berühmte Gelehrte, der weit über die Grenzen Deutschlands hinaus hohen Ruf genoß, litt bereits seit Oktober v.J. an einem schweren Herzleiden, das ihn zwang, feine ärztliche Tätigkeit einzustellen, und ihn monatelang ans Beit fesselte.

Tragischer Anglücksfall auf dem Life.

Ein tragischer Llnalücksfall ereignete sich auf der Havel in der Rühe von Schildhorn bei Span­dau. Der Sohn des Tischlermeisters Guhl geriet beim Schlittschuhlaufen an eine offene Stell« und fiel ins Wasser. Schnell ent­schlossen lief der Vater herbei, um seinen Sohn aus dem Wasser zu ziehen. Das gelang ihm auch, aber das Crs brach unter seinen Süßen, und er ging sofort unter. Wie es scheint, hat Guhl einen Herzschlag erlitten. Trotz eifrigen Suchens konnte Dx Leiche nicht geborgen werden.

Skiläufer durch Caroinen getötet

Am Nordwesthang der Hoch-Risz sind Drei Münchener Skiläufer am Sonntagnachmittag von einer Lawine verschüttet worden. Es gelang, zwei Teilnehmer noch lebend aus den Schneemasfen zu bergen. Der dritte Verschüttete ist noch mehrstün. digem (suchen tot aufgefunden worden. Unter Der Aipelspitze sind am Sonntag Skiläufer von einer Lawine erfaßt worden. Die Zahl der Verschütteten ist noch nicht bekannt. Bisher wurde eine Person tot geborgen.

Explosionsunglück in der Altmark.

In Neukirchen ereignete sich ein schweres Ex- plosionsunglück. Als der Gastwirt Erdmann mit einer brennenden Zigarette einen Raum im Nebengebäude seiner Wirtschaft, in Dem Azetylen lagerte, betrat, erfolgte plötzlich eine heftige Explosion. Das Gebäude wurde völlig zerstört, der Gastwirt selbst g e« tötet.

Explosion einer Karbidlichtanlage.

Als nach Schluß eines Maskenballes in einer Gastwirtschaft in Schüring bei Grabow (Mecklen­burg) das Karbidlicht nicht brennen woltte. begab sich der Wirt mit brennender Zigarette zur Lichtanlage auf dem Hof. Beim Be­treten des Häuschens erfolgte eine Explosion, bei der der Gastwirt getötet wurde. Die Leiche wurde etwa 25 Meter abseits gefunden.

Aus der haft entlassen.

Der Erfinder Djonkowski, der vor mehreren Monaten in Berlin auf Veranlassung der Brüsse­ler Staatsanwaltschaft verhaftet worden war, weil er in dem Verdacht stand, an einem großen Diamantendiebstahl in ter belgischen Hauptstadt beteiligt zu sein, ist auf freien Fuß gesetzt Worten, nachdem das Auswärtige Amt von der belgischen Regierung die Mittei­lung erhalten hatte, daß der Verdacht gegen Djonkowski sich nicht bestätigt hat. Djonwwski ist vor einiger Zeit, wie erinnerlich, mit einem Aetherwellen-Instrument vor die Oeffentllchkeit getreten, das der bekannte russische Professor Theremin als ein Plagiat seiner eigenen Erfindung bezeichnet hat.

Oie Wetterlage.

OwoiÄtmoi ontfltt (jnaro otdem» woimg. oeoem enegee v 5<hnte a Orauptm e Ntbei K Grwiurr.(g)wiMstilie. O. «V «icntn <!« russige» Suflsooweii q Mumijcnet lordwcsl oit Pltnt nitfito mit oem winde Oie oeioen Sietiontn stenenoen Zib» wr. ge>cn die Temperatur an Pie umen veromoen Ortt mit iieitBem tat rvtresoiveau umaertchnztro Luftdruck

Wettervoraussage.

Die Islandstarung hat Den hohen Druck, Der sich bis über SkanDinaoien erstreckte, mehr südöstuch über Den Kontinent zurückgedrängt. Obwohl Die Temperaturwerte gestern tagsüber Den Gefrierpunkt überschritten haben, kam es wahrenD Der vergangenen klaren Nacht vielfach zu Strahlungsfrösten. Obwohl neu. Störungen vom Atlantischen Ozean nach Dem Kontinent heranrücken, werDen wir Doch zunächst im Bereiche Des hohen Drucks eine Fortdauer Der Herr» schenDen Wetterlage zu erwarten haben.

W etteroorhersage für Dienstag: Meist neblig-wolkiges Wetter, Temperaturen nachts unter Null, tags um Null, meist trocken.

WitterungsaussichtenfürMittwoch: Wenig Aenderung Der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 20. Januar: mittags 1,7 Grad Celsius, abenDs- 2,6 Grad Celsius: am 21. Januar: morgens5 Grad Celsius. Maximum 2,3 Grad Celsius, Minimum5,8 GraD Celsius. ErDtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 20. Januar: abends1,2 ©r'b Celsius; am 21. Ja- nuar: morgens1,8 Grad Celsius.

ins.