Lach auf eigenem Platze. Das Dorspiel endete in Butzbach 3: l für Butzbach. Allerdings spielte die Mannschaft damals mit vier Mann Ersatz. Die jetzige Ausstellung ist zwar besser als damals, aber doch noch nicht genügend eingespielt. Die Frage nach dem Sieger ist also volllommen offen.
Arbeiter-Turn- und Sporibund.
Am kommenden Sonntag werden sich Wieseck! und Heuchelheim I in Wieseck ein Gesellschaftsspiel liefern. Ob es den Gästen gelingt, wie im letzten Spiele Sieger zu bleiben, hängt von dem Antreten der Einheimischen ab. die sich in kompletter Aufstellung auf eigenem Platze schwer schlagen lassen werden.
Vorher wird der neue Bez.rksmeister dec 2. Klasse, Wieseck !d. die erste Mannschaft Staufenbergs zum Gegner im Freundschaftsspiel haben. Hier werden die Einheimischen sicherer Sieger bleiben.
Die 1. Jugend Wieseck- hat sich die Jugend Heuchelheims verpflichtet. Hier ist der AuSgang offen zu lassen.
Am Sonntagvormitllg treffen sich die Oberst usenturner des Bezirk- zu einem Aus- jcheidungsturnen in Wieseck.
Schwimmverband und Turnerschafi.
Am Wochenende gibt es in Berlin eine Zusammenkunft zwischen dem Deutschen Schwimmoervand und der Deutschen Turnerschaft, bei der die Verhandlungen über eine Zusammenarbeit der beiden Sportoerbände ausgenommen werden sollen. Die Turnerschaft wird dabei durch die beiden Vorsitzenden Staatsminister a. D. Dominicas und Dr. Thiemer (Dresden), sowie durch den Oberturnwart Steding (Bremen) vertreten, während die Schwimmer zu dieser Sitzung eine fünfköpfige Kommission, bestehend aus dem Verbandsoorsitzenden Dr. Geisom (Frankfurt) und Georg Hax (Berlin) und dem Derbands- schwimmwart Binner (Breslau), sowie Dr. Höfl- meyer (München) und Dr. Ärmer (Bonn) entsenden werden.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
X Klein-Linden, 19. Dez. Bei der Versteigerung des durch die Feldbereinigung in der hiesigen Gemarkung ausgewiesenen M a s setz e l ä n d e s wurde der Betrag von über 65 000 Marl erzielt. Dieser Kaufbetrag wurde als sog. Sicherheitshypothek, verteilt auf die einzelnen Grundstücke, amtsgerichtlich eingetragen. Nachdem der Kaufbetrag nun gezahlt ist, werden die Käufer ausgefordert, den Antrag auf Teillöschung der Sicherheitshypothek zu stellen. — Dieser Tage sand in der hiesigen Klcinkinderschule durch Missionar D o m a h aus Lich ein Lichtbilder- vortrag über die Chinamission statt. Der lange Jahre in China tätig gewesene Redner schilderte in anschaulicher Weise die großen Schwierigkeiten, die in diesem früher für Fremde ganz verschlossenem Gebiet zu überwinden sind. Die eigenartigen Sitten der Bevölkerung verlangen von den Missionaren große Selbstüberwindung, da die Annahme dieser Gebräuche Voraussetzung für den Verkehr sei. 3n einer großen Zahl guter Lichtbilder wurden die Anwesenden in dieses Gebiet eingeführt. Die Kollekte war für die Chinamission bestimmt.
ch Wieseck, 19.Dez. In der hiesigen Volkshochschule sprach gestern abend unsere Lehrerin Frl. Leyerzaps über das zeitgemäße Thema: „Du und dein Heim". Ihre tief durchdachten Ausführungen zeigten die große sozialethische Bedeutung der Heimglückfrage für unsere schnellebige und oberflächliche Zeit. Vicht auf eine kostspielige und prunkvolle Einrichtung kommt es an, sondern behaglich und gemütlich soll das Heim sein, so daß man sich darin wohl- sühlen kann. Die Einrichtung soll keinen Eindruck machen, sondern soll Ausdruck der Seele werden. Farbengebung, Möbelformen, Raumverteilung und Schmuck sollen sinnvoll gestaltet werden, lind vom hygienischen Standpunkt ist recht viel Sonne und Licht in unseren Räumen zu fordern. Zahlreiche Lichtbilder von vorbildlichen Einrichtungen und Möbelstücken illustrierten die beifällig aufgenommenen Darlegungen der Rednerin.
6 Gründer g, 18. Dez. Dieser Tage hatte der hiesige Obst- und Gartenbauverein zu einem zweiten Vortragsabend in diesem Winter eingeladen. Auch diesmal konnte der Vorsitzende wieder ein zahlreich erschienenes Pu-
Das Erbe des Herrn von Anstetten.
Vornan von 3* Echneider-Foersil
Urheber-Rechtsschutz durch
Verlag Oskar Meister, Werdau Löa.
31. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Schweig doch," schrie sie gequält auf und hielt seinen Arm fest. „Wie soll ich dir glauben, daß du mich liebst, wenn du immer so schreckliche Dinge redest."
„Man ist doch so bald vergessen, Hilde!"
„Laß mich!" Sie machte sich von ihm los und lief den schmalen Pfad entlang, baß er ihr kaum zu folgen vermochte. Erst bei einem der Landhäuser holte er sie ein.
„Wirst du mir noch einmal davonlaufen, du?" Gr hielt sie von hinten umfaßt, daß sie kaum Atem zu holen vermochte. ..Weißt du nicht, daß Du mir gehörst? Eine Flucht vor mir gibt es nicht! Ich würde dich zurückholen und wenn ich den Boden nach dir durchwühlen müßte.“
Zhre Brust hob sich mühsam, Denn er hielt poch immer seine Arme Darüber gespannt. Aber ihre Augen strahlten chn an. „Ist es nicht Sünde, so viele Jahre des Glücks zwecklos vergeudet zu haben?"
„Wir holen es nach, Drunhilde."
»Bis zum letzten Rest? Hang Pcter?" „Bis zum letzten Rest," versprach er.
Sie ertrug den Blick seiner Augen nicht mehr und barg Den Kopf an seiner Achsel. Zu zweien faßen sie eine halbe Stunde später auf Der Terrasse des Hotels und ließen die Gläser aneinander klingen.
„Wie Damals, Hans Pet r! — W<i)t du noch?" Sie hatte ihre Hand auf die seine gelegt und • fühlte, wie diese zitterte. Rachdenllich drehte sie den breiten Goldreifen, Der an feiner Rechten glänzte und liebkoste Dabei seine schlanken Finger. »Wenn ich nicht fünfunDDreißtg Jahre wäre, würde ich denken, er wäre das erstemal, daß ich liebe. So außer Rand und Band war ick nicht einmal in unseren Flitterwochen.'
Mttum begrüßen. DaS zur Behandlung stehende Thema lautete: „Schädlingsbekämpfung im Obst- und Gartenbau." Der hierfür gewonnene Redner, Studienrat Dr. Heßler, Hess. Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft. Friedberg, erörterte in etwa dreistündigen, äußerst interessanten und eingehenden Ausführung gen Entwicklung, Leben, Schädigung und Bekämpfung der dem Obst- und ©arlcnbaucr unliebsamen kleinen Lebewesen, Er zeigte zunächst, wie nur Derjenige, Der sich Der großen Mühe Der Erforschung Der Lebensgewohnheiten dieser kleinen Lebewesen unterzieht, die richtigen Wege in Der Bekämpfung Zuschlägen kann. Er führte alsdann in sehr instruktiver und leicht verständlicher Weise Den Zuhörern die jetzt noch Draußen anzutreffenden Schädlinge durch einen im Geiste unternommenen »Gang" durch die Obst- und Gartenkulturen näher. So wurden gemeinsam auf diesem Gang an den Obftbäumen der Frostspanner, Die Gespinste (Winterquartiere) Der stark behaarten Räupchen des Goldafters, des Schwans, die Eier des Ringelspinners, Blutlaus, Schildlaus, die kleinen schrotschußähnlichen Löchelchen, verursacht durch den kleinen oder großen Obstbaumsplintkäfer oder Mottenkäser, der Pilz Fruchtschimmel (Monüia), Schorf oder Grind (rusikladium) entdeckt. Auf Dem „Rund- aang durch den Gemüsegarten" wurden hie und da noch Kohlstrünke angetrossen mit verkrüppelten Wurzeln, die cnttoeDer durch Kohlhernie ßerborgerufen oder falls sich Fraßgänge darin finden, durch den Kohlgallrüßler verursacht sind. Auf einer anderen Stelle, an Der Sellerie ausgemacht worden war, lagen noch rot, gelblich oder weißlich getupfte Blätter umher, von einer Pilzkrankheit befallen. All diese tierischen wie pilzlichen Schädlinge wurden sodann von dem Dor- tragenden an Hand sehr schöner und klarer Lichtbilder in ihrer Entwicklung und Lebensweise, vor allem ihren Schädigungen (durch natürliche Fraßbilder) vor Augen geführt. Hierbei wurden die jeweils entsprechenden Bekampfungsmaßnah- men genannt, soweit sie nicht allgemeiner Ratur sind. So empfahl der Redner gegen Den auch in diesem Jahr häufig auf getretenen Erdfloh das Erdflohmittel „Eklatin". Zur Dekämpsung Der Kohlhernie und des Kohlgallenrüßlers wurde empfohlen, möglichst sechs Jahre lang keinen Kohl auf Den betreffenden Grundstücken zu bauen. Zur Niederhaltung der pilzlichen Schädlinge des Selleries riet er zu einem Verbrennen Der befallenen Blätter. Als wirksame Bekämpfungsmaßnahme gegen die ebenfalls recht häufig und massenhaft auftretenden Blattläuse empfahl er das Bespritzen mit „Aphidon" oder Quassia- schmierseifenlösung. Zur Riederhaltung Der Monilia sollen Die befallenen Früchte mit etwas Fruchtholz abgeschnitten und verbrannt werden. Sehr interessierte auch das Mittel, das der Vortragende zur Abhaltung der Spatzen von frisch gelegten Erbsen erwähnte. Rach seiner Meinung ist es am zweckmäßigsten, mit einem Drahtgeflecht zu überfbannen, da alles andere, wie Aufhängen von Scherben usw., nichts nützt. An allgemeinen Dekämpsungsmaßnahmen. vor allem im Obstbau, sind nach den Ausführungen des Vortragenden die folgenden Arbeiten wichtig: Ausputzen und Abkrahen Der Bäume, Aufhängen von Rist- kästen, Anlage von Fanggürteln und ßeimrlngcn, und ganz besonders gegen Die fressenden Insekten das Bespritzen mit Den Carbolineen Florium oder Dendrin, sowie mit Arsenpräparaten, an Deren Spitze das Rosprasit steht. Bei letzterem Mittel sind im Gegensatz zu Rosprasen Derbrennungs- schäden kaum zu befürchten, wenn Die Konzentration richtig ist (bei der ersten Spritze 2prozentig, bei Den weiteren Spritzen Iprozeniig). Durch das Spritzen werden vor allem auch Algen, F echten und Moose abgetötet, der Stamm dunkler, die Blätter dunkelgrüner erhalten und dadurch eine gute Atmungsmöglichkeit des Baumes getoäßr- Iciftet. Um einen vollen Erfolg durch das Spritzen zu erzielen,empfahl der Redner dringend gemeinsames Vorgehen und die Ausführung Der Spritz- arbeiten durch geschulte Leute, wie es von Dem hiesigen Obst- und Gartenbauverein im kommenden Frühjahr geplant ist. Reicher Beifall lohnte die interessanten Aussührungeir.
0 Holzheim, 19. Dez. Olm verflossenen Sonntag veranstaltete Der hiesige Kaninchen- u n D Geflügelzuchtverein in dem Saale des Gastwirts Georg SameS eine groß angelegte Ausstellung. Diese war mit 140 Rummern Geflügel beschickt. Dazu kommen noch die Kaninchen. In Der ersten Klasse Geflügel rich-
„Ist dir Der Mann von heute mehr, als der von damals?"
Sein Blick war ihr ein Rätsel. „Wo denkst du hin," 'schmollte sie. „Aber die Liebe meiner achtzehn Jahre ist doch eine ganz andere gewesen, als meine reife von jetzt. Fühlst du das nicht auch, Hans Peter?"
Ihre Wangen tauchten unter seinem „Ja" in eine dunkle Glut. „Bernd wird nicht wissen, wie er daran ist, wenn wir nach Hause kommen, und er solch unsinnig verliebte Eltern zurückerhält. Er hat doch furchtbar unter unserem Zerwürfnis gelitten.“
Sie sah Den Gatten erblassen und ließ ihren Blick dem seinen folgen. An einem Der Reben» tische hatte ein Herr in grauem Anzug Platz genommen, der mit einer lässigen Bewegung den Kellner herbeirief.
Er gab in halblautem Ton eine Anweisung und rief noch ein: „Mezzo Litro bianka" nach. Dann ein flüchtiges Gleiten Der grauen Augen über Die Terrasse hin. Er hatte sich schon erhoben und kam geradewegs auf Den Tisch zu.
Anstetten ging ihm entgegen.
„Baron, dieses Zusammentreffen!"
„Ich hätte Sie wahrhaftig nicht auf Capri vermutet, Dr. Alsworth!" Ein. Ineinandertauchen Blick in Blick. „Dars ich Sie meiner Frau vorstellen?"
-Der Engländer neigte sich über Drunhildes Finger und horchte Dem Klang Der Stimme nach, welche Die Vorstellung beenDet hatte.
„Befinden Sie sich auf einer Vergnügungsreise, verehrter Doktor? Rein? Zur Erholung?, sagte Anstetten, Der sich wiedergefunden hatte. „Indien wird doch auf Die Dauer jedem Europäer mehr oder minder gefährlich. Darf ich Sie an unteren Tisch bitten? Brunhilde, du gestattest, daß ich mit Dr. Alsworth Erinnerungen ausiaufche?"
Die schöne Frau verriet mit feinem Wimperzucken, daß sie lieber mit Dem Gatten allein gewesen wäre. Sie kam sich vor wie eine ganz jung Vermählte, die jede Störung der Flitterwochen durch einen Drittel als einen Eingriff in ihre Defitzrechte empfindet.
Trotzdem wurde fle allmählich von Dem Gespräch gefesselt, das Die beiden Männer führten. Selten noch hatte ihr Hans Peter von Indien
tote Der Schreinermeister Ostheim aus Echzell. Bei Der großen Zahl auserlesener Tiere war es nicht leicht, die Bewertung gerecht Durchzuführen. Die Prämiierung hatte foIgenDes Ergebnis: (Es folgen nur die Bewertungen von sehr gut aufwärts: s. g. bedeutet' sehr gut.) Hühner. Dem Heinrich Z e i ß wurde für das beste Huhn der Bundes-Ehrenpreis zuerkannt. Barnevelder: Friedrich Will Ehrenpreis, f. g. 2 und s. g. 3. Weiße Whandottes: Heinrich Zeiß Bundes- Ehrenpreis, zweimal s. g. 1, zweimal s. g. 3; Wilhelm Klotz f. g. 2; Heinrich Klytz Ehrenpreis. Gold-Whandottes: Otto Klee f. g. 2; Wilhelm Klee f. g. 1. Rhodeländer: Wilhelm Friedrich Laux zwei Ehrenpreise, s.g. 2 und f. g.; Heinrich Jung I. s. g. 2. Dominikaner: Wilhelm Zeiß IX. Ehrenpreis, s. g. 2 und s. g. 3; Reinhard Müller s. g. Rebhuhnfarbige Italiener: Heinrich Mehl s. g. 1; Heinrich Jung I. s. g. 2. Schwarze Italiener: Heinrich Alles Ehrenpreis, f. g. 1 und s. g. 2. Schwarzscheckige Italiener: Wilhelm Jung II. Ehrenpreis, f. g. 3; Otto Arch s. g. 2. Weiße Italiener: Wilhelm Jung IX. s. g. 3. Schwarze Rheinländer: Ernst Jung Ehrenpreis, s.g.2: Wilhelm Zeiß s.g.3: Ernst Reitz s.g. Weißes Leghorn: Wilhelm Ohly s.g.2: Karl Buß f.g. 1. Westfälische Totleger: Karl Reitz s. g. 1. Schwarze Zwerg-Wyandottes: Wilhelm Görlach Ehrenpreis. Zwerg-Rhodeländer: Wilhelm Görlach f. g. 1, s. g. 2 und s. g. 3. Federsüßige porzellanfarbige Zwerge: Wilhelm Zeiß IX. s.g. 1, s.g.2. — Tauben. Reisebriestauben: Ernst Reitz Ehrenpreis, s. g. 3 und f. g.; Wilhelm Röhrig f. g. 3; Max Bamberger Ehrenpreis, s. g. 1 und s. g. 2. Schönheitsbries tauben: Karl Schneider s. g. 3. Weiße hessische Kröpfer: Heinrich Mülleri. Ehrenpreis. Blaue hessische Kröpfer: Otto Arch s.g. 3: Heinrich Alles Ehrenpreis, s.g. 2. Elster- Kröpfer: Karl Buß f. g. 1. Koburger Lerchen: Heinrich Mülleri. s. g. 1. Lahore: Wilhelm Zeiß IX. Ehrenpreis und s. g. 3 — Für die Abteilung Kaninchen hatte man Gerhard, Kirch- Göns, als Preisrichter gewonnen, Der folgende Preise verteilte: Klein-Cinchilla: Heinrich Görlach Ehrenpreis: Heinrich Jäger 2. Preis. Grau- filber: Heinrich Görlach 2. Preis: Hermann Schöck 3. Preis. Blaue Wiener: Heinrich Zeiß 1. Preis. Deutsche Widder: Heinrich Klee I. 3. Preis. — Die Gemeinde hatte 15 Mk. als Ehrenpreis gestiftet. Auch von Privatleuten waren namhafte Geldbeträge beigesteuert worden. Der noch junge Verein hat sich unter seinem rührigen Vorsitzenden gut entwickelt. Er kann mit seiner Lokalschau, Die gut besucht war, voll und ganz zufrieden fein.
Df. LangSDorf, 19. Dez. Am Sonntagnachmittag führte im hiesigen Rathaussaal der von ' hier gebürtige Dr. Kleinkurt als Vertreter der Film stelle des Starkenburger Landjugendbundes zwei Filme vor. Im ersten wurden in anschaulicher Weife die ßeiftun* gen Der land- und forstwirtschaftlichen Dcruss- genossenschaft, in landwirtschaftlichen Betrieben öfters vorkommende Anfälle und deren Verhütung zu Gesicht gebracht. Ein zweiter Filin, der mit der Landwirtschaft nicht in Zusammenhang steht, betitelt „Des Königs Grenadiere", sollte den Erschienenen e:n Stück aus vergangenen Tagen zeigen. Der Besuch der Vorführung ließ auch hier zu wünschen übrig.
T Obbornhofen, 19. Dez. Gestern wurde die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde. Frau Marie Schäfer, unter großer Beteiligung von nah und fern zu Grabe getragen. In guter körperlicher Rüstigkeit konnte sie noch bis in Die letzten Tilge sämtliche Arbeiten des Haushaltes verrichten. Die Verblichene stand int 90. Lebensjahre. Der älteste Einwohner unserer Gemeinde ist der Handelsmann Hirsch Scheuer, der 88 Lenze hat kommen und gehen sehen.
Kreis Büdingen.
I! Büdingen, 19. Dez. Durch den starken Autoverkehr in der Obergasse zu Büdingen ist das Straßenpflaster so stark beschädigt worden, daß Abhilfe geschaffen werden muß. Der Gemeinderat hatte deshalb in seiner jüngsten Sitzung über die Herstellung der Straße zu beraten. Tie Provinzialdirektion Oberhessen, Abteilung für Tiefbau, hatte zu diesem Projekt einen Voranschlag ausgearbeitet. Da sich jedoch der Ausführung starke technische Schwierigkeiten in den Weg stellten, mußte der Gemeinderat die Vorlage ablehnen. — Das Postamt Büdingen hatte beim Gemeinderat Antrag auf Errichtung von Reuwohnungen
erzählt. And nun entwickelte sich ihr ein so bezaubernd fesselndes Bild, daß fic die Finger auj den Arm des Gatten legend, bat: „Du mußt mich einmal mit hinübernehmen. Ich bin ehrlich neugierig geworden auf dieses Wunderland. And außerdem möchte ich auch ganz gerne wieder Günther einmal begrüßen. Es reizt mich, euch beide nebeneinander zu sehen. Haben Sie die Aehnlich- keit auch so verblüffend gefunden, Doktor?"
Alsworth bejahte mit Aeberzeugung. „Es konnte gerade so gut Baron Günther neben Ihnen sitzen, wie Ihr Gatte, Gnädigste. Sie würden es nicht einmal merken."
.Ooh!" Drunhilde lachte belustigt. „Soweit ist es dann doch noch nicht. Obwohl — ich habe mich schon des öfteren gefragt, woher es kommt. Daß mein Mann soviel von feinem Detter angenommen hat. Sehen Sie — wie zum Beispiel jetzt — dieses Zurückwersen des Kopfes, dann seine Art zu sprechen. Ich meine, früher war auch deine Stimme etwas Heller, Hans Peter, und du mußt außerdem zugeben, Daß Du viel schweigsamer warst," sagte sie und hielt dabei seine Hand mit der ihren herabgedrückt.
„Glück macht beredt!" wehrte dieser.
.Zuweilen macht es auch stumm." Ihr Blick senkte sich tief in den seinen, „aber ich habe, wirtlich gar nichts Dagegen, Daß Da Dich Günther etwas angepaßt hast. 3n meinem Erinnern lebt er als ein lieber, wenn auch e.woS selbstbewußter Mensch. Auch Davon scheinst du profitiert zu haben." Sic gewahrte fein Erblassen und suchte ihre Rede abzuschwächen. „Ich habe Das ganz gerne, wenn ein Mann auf sich hält und würde es sicher weniger begrüßen, wenn du zu Den Kriechern gehörtest."
Sie nickte Lllsworth zu und hob Dem Gatten dos Glos entgegen. Als ein Frösteln über ihren Körper lief, fragte er sie, ob er sie auf das Zimmer bringen dürfe.
Der Doktor sah den beiden nach und hätte einen finnenDen Ausdruck um Den MunD. Eigentlich war eS ja nicht verwunderlich. Daß Die Täuschung so über die Maßen gut gelang. Aber wenn dann eines Tages — dar Leben hatte zuweilen so hirnverbrannte Zufälle — d'.e Entlarvung kam. mußte DaS ein furchtbarer Schlag für beide werden.
für Beamte Der Post gestellt. Leider finß Die GrunDsätze Der Deutschen Reichspost für Die Gewährung von Baudarlehen unD Bnugeld für • Die Gemeinde nicht annehmbar. Infolgedessen ver- siel auch dieser Antrag der Ablehnung. — Wie im vorigen Jahre, so soll auch in Diesem Jahre an bedürftige Familien eine Winterbeihilfe geleistet werden. Die Fürforgekommission ist beauftragt, die Liste der in Betracht kommenden. Personen dem Gemeinderat zur Rachprüsung schnellstens vorzulegen. ES wurde ein vorläufiger Kredit von 1500 Alk. zur Verfügung gestellt. — Von dem Angebot zur Aufnahme langfristiger Baudarlehn bei dec Reichsversicherungsanstalt für Angestellte durch Vermittlung der Kommunalen Landesbank konnte der Gemeinderat keinen Gebrauch machen.
△ Ridda, 19. Dez. In Diesen Tagen verließ Die seitherige Krankenschwester für die Gemeinden Ridda und Kohden Marie b Ung unsere Stadt, nachdem sie 38 Jahre lang ihren aufopfernden, schweren Beruf mit großer Hingabe und Gewissenhaftigkeit auSgeüfct hat, davon 16 Jahre hier an ihrem letzten Wirkungs- orte. Sie will den wohlverdienten Ruhestand bei ihren Verwandten in ihrem Geburtsorte Sponsheim in Rheinhessen verleben, doch fiel ihr der Abschied auS Oberhessen schwer, da ihr von den meisten Familien ihres Wirkungskreises große Verehrung und Wertschätzung zum Ausdruck gebracht wurde. Zahlreiche Geschenke und Andenken wurden ihr von vielen Familien verehrt. denen sie in schweren Leidensstunden durch ihre unermüdliche Pflege bei Tag und Dacht hilfreich und tröstend beigeftanixm hatte. Im Cafs Stork hierselbft fand der Scheidenden zu Ehren vom evangelischen SchwesternverbanD für Oberhefsen eine würdige Abschiedsfeier statt, an Der Die Vorsitzende, Gräfin Elisabeth von Schlitz, und der Leiter des Verbandes. Pfarrer Kornman n von Rodheim an Der Horloff, teilnahmen, in geziemender Weise der großen Verdienste Der scheidenden Krankenschwester gedachten und ihr einen sriedllchen Lebensabend wünschten. Der Verein Krankenpflege in Ridda wöchlte die bisherige Dekanats- kran'enschwester für drn Bezirk Ridda, Elisabeth Feik aus Aellershausen bei Schlitz, zue Rochfolgerin der Gemeindeschwester Mario Ebling. An Stelle der Schwester Elisabeth wird am 1. Januar 1930 Schwester Lotte Baum aus Wabern bei Kassel als Dekanatsschwester treten und hier ihren Wohnsitz nehmen.
Kreis Alsfeld.
H AlsseId, 18. Dez. Aus der (Stabt* Vorstandssitzung: Am Dienstag tagte Dee seitherige Stadtrat zum letzten Male. Erledigt wurde noch die Abrechnung über den Prämienmarkt 1 929. Wie auS der Rechnung hervorging, schließt die eigentliche Marktveranstaltung gerade noch ohne Defizit ab, während die Damit verbundene sportliche Veranstaltung, Reiterfest und Pferderennen, einen Fehlbetrag von 1171 Mk. aufweist. Der Vorsitzende gibt als Grund hierfür die geringere Eüi- nahme aus der sportlichen Veranstaltung an. deren Besuch immer mehr zurückgehe, wahrend der Marktbesuch sich gehoben habe. Die Abrechnung wurde, entsprechend Dem Vorschläge der Marktkommifsion, genehmigt und gleichzeitig beschlossen, die Kosten für die Erbauung der Unter» stellhalle für Vieh im Restbetrag von 1197 'Hit. die ursprünglich auS den Aeberfchüssen der Prä» rnienrnärlte gedeckt werden sollen, auf die Stadt- laffe zu übernehmen. Die W i r t s ch a s t S » rechnung über den Reubau des Gin- familienhaufes in der Hochstraße in Höhe von 21 300 Mk. wurde genehmigt. Der Voranschlag betrug 19 300 Mk. Auf einen Antrag der benachbarten Gemeinde Eudorf wegen Chaussierung des GrenzwegeS Alsfeld—Eudorf an Der Abfahrt DeS sog. El» benröDer Grabens tourbe beschlossen. Dem Gesuche stattzugeben unter Der Bedingung, daß die Gemeinde Eudorf anteilmäßig die Hälfte Der Kosten übernimmt. Die Ausführung Der Arbeit soll Durch die Gemeinde Eudorf erfolgen. Ein Gesuch des Sportvereins 06 Alsfeld um Ueberlassung der Reithalle zu Uebunyszwecken an zwei Abenden in der Woche gegen eine jährliche Abgabe von 40 Mk wurde genehmigt, Fuß- balltraining ist in der Halle nicht gestattet. Unter Mitteilungen gab Der VorsitzenDe em Schreiben Der Provinzialdirektion Oberhefsen, Abteilung Tiefbau, bekannt, wonach die Provinz die
Anstetten kam eben, durch die verglaste Doppeltür« zurück und hielt den Blick auf ihn gerichtet. Sein Glück ist nicht rein, dachte Alsworth. Das Gefühl der Schuld nimmt ihm die Sicherheit.
Der Baron sah daS geleerte Glas Del Engländers und wie dieser dem Ober winkte, es nachzufüllen. Wit einer raschen Belegung hielt er ihm die Hand zurück. „Ich möchte gerne über Verschiedenes mit Ihnen sp.ehen, Dollar, aber nicht hier. Würden Sie Die Güte haben, ein Stück mit mir zu gehen? Vielleicht gegen die Klippen hin. Es i|t mondhell und völlig ungefährlich.
Alsworth erhob sich sofort. Ehe . sie den Garten verließen, der sich um das Hotel zog, gab eS noch einen kleinen Aufenthalt. Ein Gast kam mit allen Zeichen großer Erregung hereingeftürzt. Unten an Der Marina hatte das Meer eine Leiche angespült. Ein junges Mädchen, das zu den Pensionären des Hotels gehörte. Es halle, aus Kummer über die Treulosigkeit seines Verlobten, den Tod gesucht.
„Ein solches Ende werde ich über kurz ober lang auch einmal nehmen." Anstetten ging r.eöen Alsworth den schmalen Steg entlang, der zwischen den Felsen hinführte.
Da der Doktor unvermittelt stehen blieb, war auch der Baron gezwungen, Den Schritt zu verhalten. „Ich tounDere mich, Daß Sie überhaupt auf solche GcDanken kommen, Baron, — DaS andere läge viel näher."
„Welches andere?"
„Die Sache in Ordnung zu bringen, solange eS noch Zeit ist."
„Die Stunde ist längst verpaßt, Doktor! — Längst! Die einzige Minute, in der es möglich gewesen wäre, zu reden, ist vorüber. Meine Liebe zu dieser Frau und mein Begehren, sie mein zu nennen, hat jede Stimme der Vernunft in mir erstickt. Run ist es zu spät. Ich tarnt nichts tun. als die Sekunden nützen. Die mir noch bleiben, mich in meinem Glücke zu tonnen."
„Ist es Denn überhaupt ein Glück. Baron?"
„Sie haben recht! Es ist in Wirklichkeit eine große Selbsttäuschung. d:r ich mich hingebe. Und wenn der Tote ptir nicht soviel wie ein Bruder gewesen wäre — ich glaube — ich könnte ihm sogar fluchen, baß er mir dieses Erbe aufce- Drängt hat," (Fortsetzung folgt)


