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SinigungüberdasbeWagnahmte Privateigentum in England?
.London, 20. Dez. (WTB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" berichtet, daß im Schatzamt zwischen Vertretern der britischen und der deutschen Regierung ein Uebereinkommen erzielt worden sei üb-er die Frage des vormals deutschen Eigentums, das während des Krieges in England beschlagnahmt wurde. Das Uebereinkommen, das nur aus die formelle Unterzeichnung durch die beiden Regierungen warte, könne als gerecht und für beide Parteien befriedigend angesehen werden. Auf der einen Seite behalte Großbritannien den Ueberschuß aus dem bereits liquidierten Eigentum in Höhe von etwa 14 Millionen Pfund Sterling. Auf der anderen Seite werde es den deutschen E.gentümern das noch nicht liquidierte Eigentum zurückerstatten, das ungefähr auf 2 Millionen Pfund Sterling geschätzt werde, und weiter zu Deutschlands Gunsten auf seinen Anspruch auf 3 bis 4 Millionen Pfund Sterling in amerikanischen Wertpapieren verzichten, über deren Besitz langwierige Auseinandersetzungen vor den amerikanischen Gerichten stattfinden sollten. Schließlich sollen in Uebereinstimmung mit einer früheren Erklärung der britischen Regierung etwa 5 Millionen Pfund Sterling für sog. „T r o st z o h l u n - g c n" von einem für diesen Zweck zu schassenden Schiedsgericht bewilligt werden.
Das 'Abkommen oejeate üie Beseitigung eines Zwischenfalles, der noch vor kurzem die zunehmende Harmonie der eng.isch-deutschen Beziehungen und die Aufsichten der nächsten Haager Konferenz getrübt habe. Diese Mitteilung beweise auch die vollkommene Grundlosigkeit der in der kontinentalen Presse erschienenen Berichte, wonach sich bei den deutsch-englischen Ber- Handlungen solche Schwierigkeiten und solch scharfen Gegensätze ergeben hätten, daß Snowden die Einfügung von Sanktionsklauseln in den Voung-Plan gefordert habe.
Der Deuische GewerkschastSbund zur Wittfchafisttisis.
Berlin. 19. Dez. (WTB.) Der Dorsland des Deutschen Gewcrlschaft.bundes beschäftigte sich mit der Denkschrift des Reichsv eroandes der Deutschen Industrie und mit den schwebenden Wirtschafts- und steuerpolitischen Fragen. Der Borstand faßte eine Entschließung, in der unter Hinweis auf die kürzlich vom Reich Iverband der Deutschen Industrie geforderten Reformen der Sozia l- und Arbeitslosenversicherung: sw. auf den aufreizenden Luxus und den übertrieb encn Lebensaufwand in manchen Volksschichten hingewiesen wird. 3n der Erklärung heißt es weiter: Die Gestaltung unserer Handelsbeziehungen zum Auslande, der Aufbau des deutschen Zolltarifes und die notwendige Reform der Finanzwirtschaft in Reich, Ländern und Gemeinden müssen übereinstimmend ein Höchstmaß von Rücksichtnahme auf die berechtigten Interessen und die gedrückte Lebenslage der Arbeit- n e h m e r s ch a f t aufweisen. Diese Rückiichtnahme vermissen wir in den Kundgebungen der organisierten Wirtschaft, deren Borsch.äge und Pläne einseitig darauf abqeste.lt sind, dem Kapital eineBorrangstellung zu verschaffen. Dagegen wenden wir uns auch int rechtverstandenen Interesse der Wirtschaft und des Bolksganzen. Me Erklärung schließt: Der Deutsche Gewerk- schaftobund erwartet, daß alle beteiligten und verantwortlichen Kreise sich des hohen Ernstes der gegenwärtigen Lage bewußt sind und nichts unterlassen, um auf den berechtigten Willen der Arbeitnehmer auf Würdigung auch ihrer Lcbenslnteressen Rücksicht zu nehmen. Jede Verletzung dieses eigentlich selbstverständlichen Grundsatzes würde die ohiiehin großen Schwierigkeiten der Stunde auf das stärkste erhöhen.
Die Beamten der Reichsbahn.
D e r! i n , 19. Dez. (VDZ.) Im Beamten- a u s s ch u h des Reichstags wurde am Donnerstag eine von allen im Ausschuß vertretenen Par» teien mit Ausnahme der Kommunisten einge- brachte Entschließung angenommen, in der die Reichsregierung ersucht wird, bei der bevorstehenden Aenderung der Reichsbahn- gesehe daraus hinzuwirken
1- Die Reichsbahnbcamten in ihren Rechts- Dienst- und Besoldungsverhältnissen denen der Reichsbeamten gleichzu st eilen: 2. Streitfragen beamtenrechtlicher Art durch die Reichsregierung entscheiden zu lassen; 3. die Zahl der leitenden Be
Die Beisetzung Dr. Aoldins.
Südtirol ehrt seinen Zreiheiltzkämpfer.
Innsbruck, 19. Dez. (TU.) Dr.Roldin, der Südtiroler Freiheitskämpfer, wurde am Mittwoch in der Familiengruft in S a l u r n unter riesiger Beteiligung von Trauernden und Vertretern aller größeren Gemeinden Südtirols bei- aeseht. Die Leichenhalle in Bozen, in der die Aufbahrung Aoldins bis Dienstag erfolgte, war ein Blumengarten. Zahlreiche Kränze mit Schleifen, auf denen aber kein deutsches Wort flehen durfte, waren aus dem ganzen Lande ge» chickt worden. Eine weiß-rote Kranzschleife wurde beschlagnahmt, obwohl auch hier keine Aufschrift angebracht war. Ebenso wurde ein Kranz aus Tannengrün mit zwei Sträußchen Edelweiß beschlagnahmt. Ein Kranz mit schwarzer Schleife mit dem Buchstaben N war der letzte Gruß der Mutter Roldins, die ihre Liebe nicht in fremder Sprache ausdrücken wollte. Tausende nahmen an Der äleberf ü&rung nach Salurn teil. Seit dem Begräbnis des Bozener Bürgermeisters Perathoner hat Bozen einen größeren Leichenzug Nicht mehr gesehen. Vor dem Dorf ©alurn erwarteten die deutschen Mitbürger Roldin, die den Toten durch die Straßen des Ortes trugen. Während der Rächt pilgerten die Solurner an Den Sarg Roldins, und beteten in deutscher Sprache. Bei der Beerdigung am Mittwoch sah man auch Kranzschleifen mit deutschen Inschriften neben zahllosen unbefchrifteten. An der Spitze des Trauerzuges schritten die Salurner und die Bevölkerung des unteren Etschtales. Alle beteten laut in deutscher Sprache. Der Trauerseier wohnten wieder zahlreiche Polizisten bei, die sämtliche Rummern der Kraftwagen aufschrieben, die Trauergäste gebracht hatten.
ZolldeSaiie im Reichstag
Jetzt kommt sie kur
einem
TraglschesSchicksalzw terAIegerpioniere.
Berlin, 19. Dez. (WTB.) Das aus Mar- seille kommende Postflugzeug „Tenerif e", das heute nachmittag in Tempelhof erwartet wurde, hat in dem unsichtigen Wetter den Berliner Flughafen nicht erreicht und ist in der Rahe von Reuruppin bei dem Versuch zu landen, verunglückt. Hierbei wurden der Leiter des Fluges v. Schröder und der Flugkapitän A l -
Sie deutsche Laudwirischast an -er Zahremende.
ReichScrnährungSmirrister Dietrich über das Hilfsprogramm der Regierung.
ReichSernährungöminister Dietrich: Die Voraussetzung für einen verbesserten Zollschutz war die Kündigung des Schwedenvertrages, der noch bis -um 15, Februar lauft.
amten bei der Reichsbahn auf d ie Vorstandsmitglieder zu beschränken ; 4. das System der Leistungszulagen zu beseitigen; 5. die Vorschriften der Gewerbeordnung in vollem Umfang auf die Reichsbahn und ihre Betriebe anzuwenden; 6. den Einfluß der Reichsregierung auf die Reichsbahn zu verstärken.
Aus d^m He fischen Landtag.
Zu den Ausführungen des Abg. Schrei- b e r in Rr. 294 unseres Blattes sendet uns Abg. Dr. Werner folgende Erwi.erung: Herr Abg. Schreiber bestreitet, an dem politischen Wohlverhalten der evangelischen Geistlichkeit Anstoß genommen und ihr gute politische Lehren erteilt zu haben, und behauptet, ich hätte die Tatsachen unrichtig dargestellt. Darauf erwidere ich: Selbstverständlich ist das, was ich gesagt habe, Tatsache und bleibt es auch. Das beweist das amtliche Stenogramm, beweist vor allem Herrn Schreibers Parteifreund Reiber, ter Schreibers Behauptungen zu beweisen versuchte.
einen einigermaßen erträglichen Preis für Roggen zu schassen, die Situation im Osten sich immer bedrohlicher 'gestal en wird.
Die Preislage auf den Großviehmärkten ist durchweg schlecht gewesen. Auf dem Rindermarkt hatte die große Dürre der Sommermonate z t einem starken Angebot und damit zu einer rückläufigen Preisbewegung geführt, vie durch den ausländischen Wettbewerb weiter stark beeinflußt wurde. Dem bedrohlichen weiteren Abrutsch der Preise ist durch die Stützungskäufe der Reichsregierung auf den nordwestdeutschen Großmärtten vorgebeugt worden. Es war daher erforderlich, den Zoll für Rindvieh zu erhöhen. Die Schweinepreise sind abhängig von der Inlandproduk- tion und der Lage des Futtermarktes. In den Handelsvertragsverhandlungen mit Polen wird die Einfuhr eines Schweinekon- t i n gen t 8 deutscherseits z .gestanden, das, zumindest in den ersten Jahren, nicht höher ist, als das durch den früheren Reichrernährungs- minifter Schiele in den damaligen Verhandlungen angebotene Kontingent. Die Förderung der Milchwirtschaft in allen ihren Zweigen ist von ganz besonderer Bedeutung. Der Dutterzoll ist auf 5) Mark erhöht worden. Der erhöhte Dutte zlll ist die Schuhmauer, hinter der sich die Umorganifation der gesamten Milchwirtschaft vollziehen folr. Das Reichs- milchgesetz, befjen Entwurf zur Zeit im Reichsrat beraten wird, bildet die gefetzgeberische Grundlage z i den eingeleiteten Maßnahmen.
Der Minister schloß: D'e Verschuldung der Landwirtschaft ist ganz außerordentlich. Sie stellt sich am 3). Juni 19z9 auf 12,192 Militär- den. Die Verschuldung verlangt eine Ve-zinsung von etwa 1 Milliarde Mark. Eine Ermäßigung des, Zinses wird vorläufig nicht möglich fein. Eine gewisse Erleichterung wird mit Annahme des Voungplanes durch den Fortfall der Ren- tenbanlzinsen eintreten.
brecht schwer verletzt. Der Bordmonteur E i ch e n t o p f kam mit leichteren Verletzungen davon und war in der Lage, den Anglücksfall nach Berlin zu melden und ärztliche Hilfeleistung aus dem 10 Kilometer entfern.cn Fehrbellin herbeizurufen. Die verunglückten beiden Piloten von Schröder und Albrecht sind kurz nach dem Unglück ihren schweren Verletzungen erlegen. Die Maschine streifte mit einer Tragfläche den Boden. Die Fläche ging zu Bruch, und die Maschine fing Feuer. Eichentopf, obwohl selbst verletzt, zog Albrecht, dessen Stiefel bereits brannten, aus dem Flugzeug betau 3 und brachte dann mit Hilfe eines zufällig vorbeikommenden Radfahrers auch Herrn von Schröder in Sicherheit. Von Schrlider und Albrecht waren bereits bewußtlos. Sie bluteten au3 mehreren Wunden. Dieser Unfall nach einem geglückten Fernflug ist um so tragischer, als die Piloten Berlin schon erreicht halten, aber infolge des nebligen Wetters westlich am Stadtgebiet vorbei- ge, logen waten. Rachdem sie ihren Irrtum erkannt hatten^ zwang sie Benzinmangel die Landung bei Reu°Ruppin zu versuchen. Joachim o. Schröder, der auch Prokurist der Deutschen Lufthansa war, ist als Leiter der verschiedenen Sonderexpeditionen der D.L.H. nach Sevilla, nach dem Fernen Osten und nach Konstantinopel bekannt geworden. Der Tod der beiden Männer ist um so tragischer, als sie die schwierigsten Lang- ftrccfenflüge mit großem Erfolg durchgeführt haben und nun nach einer neuen fliegerischen Großtat in unmittelbarer Nähe des Heimathafens einem tückischen Zufall zum Opfer fielen.
Berlin, 19. Dez. (VDZ.) Aus' der Tages- ordnuna .steht zunächst die Beratung des Sofortprogramms, und zwar das Gesetz zur Aenderung des Sabal ft euer- g e setzes und daZ Gesetz über eine befristete Erhöhung des Beitrags in der Arbeitslosenversicherung. Da im Saale nur ungefähr 4 0 Abgeordnete anwesend sind, bezweifeln die Kommunlsten die Beschlußfähigkeit des Hauses. Es muß also eine Aufzahlung stattfinden. Auf die Klingelsig^ale strömen inzwischen weitere Abgeordnete in den Saal. Rach einigen Minuten füllt sich der Saal, so daß das Hau 3 beschlußfähig ist.
Aba. Dr. Hertz (Soz.) begründet die Anträge der Äegierungsvarteien und empsiehlt, die Erhöhung der Tabaksteuer dem Steuerausschuß zu übertoeien. Die B itragserhöhung zur A.bcitl- losenversicherung bedürfe einer Ausfchußberatung nicht.
Abg. Ende (Komm.) bezeichnet das Sofortprogramm und die gesamte Finanzreform als einen Raubzug gegen die arbeitenden Massen. Wenn es zu Unruhen in Deutschland kommt, dann treffe die Verantwortung in erster Linie die Sozialdemokraten. Der Firma Reemtsma werde hier ein Staatsmonopol verschafft. Diese Firma habe die schlimmsten Schiebungen mit Hilfe der Zollverwaltung gemacht. Der sozialdemokratische Abgeordnete und Rechtsanwalt Marum soll an dem Konzern Reemtsma-Aeuer- burg riesige Gewinne gemacht haben. Der Konzern schuldet der Finanzverwaltung Millionen an Steuern und hat dadurch die Finanzverwaltung vollständig in der Hand. Der Konzern Reemtsma-Reuerburg ist eng verbunden dem amerikanischen Tabaktrust.
Abg. F r e i d e 1 (Wirtsch.) erflärt, seine Freunde würden sich die Stellung zur Tabak- steuererhöhung bis nach der Au.schußberatung Vorbehalten. Die B.iiragZerfföfsung zur Arbeitslosenversicherung lehne die Wirllcha,.spartet ab
Damit schließt die Aussprache. Die Tabaksteuervorlage wird dem Steuerausschuß über- wiesen. Die Beitragserhöhung zur Arbeitslosenversicherung wird nach Ab- lehnung kommunistischer Aendernm-'san rüge In zweiter Lesung durch Hammelsprüng mit 225 gegen 137 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen.
2luf der Tagesordnung steht dann die zweite Beratung ter Zolltarif Novelle.
Abg.Robert Schmidt (Soz.) erflärt, die so- zraldemokratische Fraktion werde der Zollvorlage in der Fassung der Ausschußbeschlüsse zustim- men, well Vorsorge getroffen sei, daß die not
wendige Aufbesserung der Erzeugerpreise bei den Agrarprodukten nicht zu einer übermäßigen Preissteigerung für die Verbraucher führt. Den Aluminiumzöllen stimme die sozialdemokratische Fraktion nur zu, weil die übrigen Aluminium erzeugenden Länder die allgemeine Zollfreiheit für Aluminium abgelehnt haben.
2lbg. Stubbendorff (Dn.) führt aus, die Preise der landwirtschaftlichen Produkte lägen trotz der bi'cherigen Zollerhöhungen noch weit unter den Vorkriegspreisen. Der deutsche Markt sei übersetzt mit ausländischen Produkten. Das System der Gleit- S ö 11 e fei bei der gegenwärtigen Lage des Weltmarktes nicht durchführbar. Die Gesamt- tendenz des.Gesetzes sei für die Landwirtschaft gefährlich, llnfere Stellung zur Vorlage wird davon abhängig bleiben, ob unseren Der besserungsanträgen entsprochen wird.
Abg. Dr. Dessauer (Z.) erflärt, bei den Industriezöllen fei eine spätere Rachprüfung erforderlich. Diese müsse aber aus dem Gesamtaspekt der deutschen Wirtschaft erfolgen. Wir erstreben die bewußte Hilfsstcllung der Wirt- schaftsstände untereinander. Sie kommt auch in dieser Vorlage zum Ausdruck.
Abg. Dr. Schneider -Dresden (D. Vp.) wünscht vom Rcichsernährungsminister eine Erklärung, in welchem Umfang er von der Ermächtigung bczüg ich der Roggeneinfuhrscheine Gebrauch machen ipi.L Es würde uns die Erklärung genügen, daß nicht an ein Monopol gedacht wird, sondern daß der freie Betrieb des Getreidehandels auch beim Roggen bestehen bleiben soll. Unmittelbar nach Weihnachten muh der Reichstag beraten über den Zollschutz für eine ganze Reihe von Industrien. (Unruhe bei den Kommunisten.) Rur so kann das Heer der Arbeitslosen vermindert werden.
Berlin, 19. Dez. (WB.) Reichsernährungs- minifter Dr. Dietrich hielt einen Vortrag über die Landwirtschaft an der Jahreswende. Eine große Anzahl landwirtschaftlicher Zölle sei erhöht worden. Die geplanten neuen Zölle sollen nicht starr sein; sie sollen herabgesetzt werden in dem Maße, in dem die Landwirtschaft normale Preise für ihr Getreide erzielen kann. Es sei kein Zweifel, daß man den Weizenpreis beliebig durch die Zollpolitik beeinflussen könne. Der Vermahlungszwang zwinge die Müller und vor allen Dingen die Großmühlen, die Inlandproduktion an Weizen aufzunehmen.
Viel schwieriger lägen die Dinge beim Roggen. Hier sei der Zoll nicht beftimmenb für den Preis. Bei großer Inlandernte werde der Roggenpreis, weil wir mehr produzieren, als wir verbrauchten, auf dem Inlandmarkte gemacht. Tatsächlich fei gegenwärtig der amerikanische Roggen viel teurer als der deutsche. Man könne mit dem Roggenzoll nicht erreichen, daß der Roggenpreis eine angemessene Hohe erreiche, man könne nur verhindern, daß der Roggenmarkt noch mehr verdorben werde.
Da als Absatzgebiete für den deutschen Roggen nur die Rordstaaten in Betracht kämen, so zeige sich, daß zunächst eine Verständigungmlt Polen über die Belieferung dieser Märkte nötig sei. Die Verhandlungen darüber seien im Gange. Es seien auch sonst schon Maßnahmen getroffen worden, die eine geordnete Regelung der deutschen Roggenausfuhr gewährleisten. Darüber hinaus soll eine stärkere Derfüt lern n g dadurch erreicht werden, daß ein größeres Quantum Roggen aus dem Verkehr yer- au8ge*ogen und aufgespeichert werde. Es soll versucht werden, diesen Roggen verbilligt den Schweinezüchtern und Mästern im Aord- westen Deutschlands zurnführen, nachdem er vorher vergällt worden ist, damit er nicht wieder zur menschlichen Ernährung gebraucht werden kann. Es steht fest, daß, wenn es nicht gelingt,
2Ibg. Freybe (WP.): Wir legen Protest ein gegen diese Art der Gesetzesmacherei. Monatelang hat die Regierung Zeit gehabt.
'ommt sie kurz vor Tagesschluß mit Entwurf, der d u r ch g e p e i t s ch t werden muß. Gegen die Ueberschwemmung mit Auslandprodukten muh der deutsche Markt durch ausreichende Zölle geschützt werden. Der Redner begründet verschiedene Aenderungsanträze zu den Fleisch, und Fettzollen sowie eine Entschtiehung zugunsten des freien Getreide- und Futtermittel- Handels.
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Wettervoraussage.
Der hohe Luftdruck wird zwar durch die Südseite der nordwestlichen Störung weiter ostwärts, verdrängt, beherrscht aber immer noch unsere Wetterlage. Heber ganz Deutschland sind durch den Hochdruckeinsluß die Temperaturen noch weiter zurückgegangen. Der Witterungscharakter ändert sich zunächst nicht, zumal die aus dem Hoch ausfließenden Kentinentallustmassen ihren Einfluß jetzt gellend machen. Der Rückgang des Frostes' verschiebt sich infolgedessen noch etwas.
Wettervoraussage für Samstag: Fortdauer des meist heiteren, nur stellenweise nebligen Wetters mit Frost.
Wettervoraussage f ü r Sonntag: Allmählicher Rückgang des FrosteS, neblig und mehr bewölkt.
Lufttemperaturen am 19. Dezember: mittags — 2,3 Grad Celsius, abends — 6,3 Grad; am 20. Dezember: morgens —7,7 Grad. Maximum —2,1 Grad, Minimum —8,1 Grad. — Erdtemperaturcn in 10 cm Tiefe am 19. Dezember: abends 4.7 Grad» am 20. Dezember: morgens — 0,4 Grad Celsius. 1
Amtliche Mnkersporlnachrichlen.
Vogelsberg (Hoherodslopf): minus 10 Grad, 3 bis 4 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski. Rodel mäßig.
Sauerland (Winterberg): Heiter, minus 10 Grad, 12 Zentimeter Schnes. verweht, Sll und Rodel mäßig.
Schwarzwald (Feldberg): Leichter Schneefall, minus 12 Grad, 30 Zentimeter Pulverschnee, nur Ski möglich.
211 pen (Garmisch-Partenkirchen): Heiter, minus 14 Grad, 27 Zentimeter Pulverschnee, Ski: gut, Rodel: mäßig. — (Berchtesgaden): Heiter, minus 8 Grad, 35 Zentimeter Pulverschnee, Ski: und Rodel sehr gut
Oie Wetterlage.
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Wirklich ' nicht.' Diel
Wenn bann der neue Vertrag angenommen ist, dann besteht die Möglichkeit, daß die Zölle schon Anfang nächsten Jahres in Kraft treten können. Der Vorwurf, daß das ErnährungS- Ministerium gebummelt habe, ist ganz unberechtigt. Ohne eine gewisse Hast sind Zollvorlagen nie erledigt worden. Rirgends in der Welt ist die cklndurchführbarkeit von Elci zollen bewiesen worden. Wir haben nicht die Absicht, ein Ee- treidemonopok zu machen. Alle Wünsche der Landwirtschaft können nicht erfüllt werden, denn schließlich besteht die Mehrheit des Volles aus Konsumenten. Bei den Vieh- und Flels' zbllen bestehen keine großen Differerzen mehr. Es wäre für beide Teile günstig, wenn wir in Polen zu einer Verständigung über ein Roggenstzndikat kämen.
Abg. Hepp (Ehr.-R. D.) weist darauf hin, daß die offensichtliche Rotlage der Landwirtschaft heute auch vom Redner der -Sozialdemokratie anerkannt worden sei. Die deutsche Land^ wirtschaft schließe das Jahr 1929 ab mit einem Defizit von anderthalb Milliarden. Bei dieser Lage bedeutet die Vorlage keine ausreichende Hilfe. Die Regierung sei bankrott und habe die Fühlung mit dem Volke verloren. Die Zustimmung der Christlich-Rationalen Bauernpartei sei von der endgültigen Gestaltung der Vorlage abhängig.
Abg. Dr. Fehr (Deutsche Bauernpartei) bedauert, daß die wichtige Zollfrage in letzter Stunde unter großer Hast behandelt werden müsse. Den Ernährungsminister treffe kein Vorwurf deswegen. Wenn jetzt durch Zölle die Preise der Agrarprodukte verbessert werden, dann habe den Ruhen davon nicht mehr dec Landwirt, sondern derjenige, an den diese Produkte schon längst verkauft sind.
Abg. Dr. Rademacher (Dnl.) betont die Rotwendigkeit eines hinreichenden Zollschuhes auch für industrielle Produkte, insbesondere der T e x t i l r n d u st r i e und der Automobilerzeugung.
Abg. Freiherr von Richthofen (Dnl.) sieht in den gleitenden Zöllen den Anreiz zur Spekulation. Wenn der Minister sich beklage, daß er einen Schutthaufen übernommen habe, so dürfe nicht vergessen werden, daß er selbst bei den Zollverhandmngen 1925 mitgewirkt habe, um diesen Schutthaufen zu schaffen.
Rach Ablehnung verschiedener Aenderungs- anträge der Kommunisten, der Deutschnationalen, der Wirtschaftspartei und der Bauerngrup- pen wird die Ausschuhfasfung der Vorlage in zweiter Beratung angenommen. Mit 273 gegen 131 Stimmen wird ein Antrag der Deutschnationalen und der Bauerngruppen auf Erhöhung der Zölle für Schweine und Schweinefleisch abgetehnt. Freitag dritte Beratung der Zollvorloge, dritte Beratung der Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, zweite Beratung Der Tabaksteuererhöhung.


