Ausgabe 
20.12.1929
 
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Bornotizen.

Tageskalender für

Stadttheater:Die Troerinnen", 2)

schwörens" und'et euch vor leichten Frauen".

Weihnachtsfeier im Turnverein von 1 846. Am kommenden Sonntavnachmittag 4 Uhr findet die We hnachtsfeier für d e Kinder- abteilung des To. v. 1846 in der Turnhalle statt. Ein reichhaltiges Weihnachtsprogramm wer­den die kleinen Turner und Turnerinnen zeigen; es wird lediglich durch sie bestritten. Eine Jugend­kapelle hat den musikalischen Teil übernommen. Da ein zahlreicher Besuch wieder zu erwarten ist. emp­fiehlt es sich, frühzeitig zu kommen. (Siehe heutige Anzeige.)

Der Bund ..Haus und Schule" ver­anstaltet heute abend, 23 Uhr, in der 3o* hanneskirche seine Weihnachtsfeier. Die Ansprache hält Pfarrer Waas. Die Feier wird durch ge­sangliche, instrumentale und deklamatorische Dar­bietungen reich ausgestaltet. Man beachte die heutige Anzeige.

sagen Sie?- -Jawohl, meine Herren, ich trinke nur Kaffee Hag. Man kann Ihn Jetzt auch In Vakuum- [ Dosen bekommen, wie In Amerika. Der Kaffee hält sich In diesen luftleer ge­machten Dosen

* Der Provinzialtag der Provinz Oberhessen ist zu seiner konstituierenden Sitzung auf den 9. Januar 1930 in den Sitzungs­saal des Regierungsgebäudes zu Gieren einbe­rufen worden. Nach der Konstituierung des Hau­ses ist zunächst die Wahl des Provinzialaus­schusses und der Ersatzmänner vorzunehmen. Wei­ter ist zu entscheiden über die Uebertragung von Provinzialstraßenstrecken und Brücken in das Eigentum der Stadt Gießen.

"Weihnachtselnkäufemöalich st schon vor de m 24. Dezember. Die Hessische Amt­liche Pressestelle teilt mit: Einem Wunsche des

Kindern rechte Weihnachtsfreude schafft. Liebe, die sich zeigt im Erlauschen der Wunsche, im Aue suchen der Gaben und nicht zu.eht in dem Wi.len, in oll der Dorfreude und den Tagen der Erfüllung Kind zu sein mit unfern Kindern, sie mit unserer Freude emporzuheben über Alltag und Wirklichkeit und sie das märchenhaft Schöne des Weihnachtsfestes empfinden zu lassen. J.

Unsere Krleg-zräSerstä «en in Frankreich.

Der 1. stellvertretende Präsident und der erste Schriftführer des Dolksbundcs Deutsche Kriegs­gräberfürsorge haben vor kurzem eine größere Anzahl deutscher Ehren st ätten in Frankreich besucht, um sich an Ort und Stelle von dem Fortgang der Dau- und Pflanzarbeilen Hu unterrichten. Ihrem ausführlichen Bericht, der jetzt vorliegt, ist zu entnehmen, daß die' Arbei­ten durchaus den Erwartungen entsprechen. Tie Steinarbciten sind materialgerecht und handwerk­lich nach den von den Künstlern des Volksbun- des gegebenen Richtlinien ausgeführt. Manche schlichte, eindrucksvolle Erinnerungszeichen auf den 62 Friedhöfen, die sich im Bau befinden, zei­gen von dem treuen Gedenken der deutschen Hei­mat. Diele Sammelaräber sind schon in würdi­gen Zustand gebracht und über und über mit Dosen, Heidekraut, Lavendel oder Immergrün bepflanzt. Gut angewachsene Hecken umgeben die Gräberanlagen, deren ausgedehnte Flächen durch Baumgruppen aufgcteilt oder hainartig bepflanzt sind. Dach Fertigstellung dieser Friedhöfe wird der Dolksbund für die Hälfte aller in Frank­reich aufgefundenen deutschen Gefallenen wür­dige Ruhestätten geschaffen haben.

Daten siir Samstag, 21. Dezember.

Sonnenaufgang: 8.03 Uhr, Sonnenuntergang: 15 53 älhr. Mondaufgang: 22.17 Uhr, Mond- untcrgang: 11.52 Uhr.

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Bund für Haus und Schule: Weihnachts­feier, 20 Uhr, in der Johannesiirche. Volks- Hochschule: Aufführung der Schüler des Lan­deseiziehungsheims Burg Vordeck:Das Got­teskind". 20 Uhr, Katholisches Vereinshaus. HeimatvereinigungSch'.ffenbe g": Te fammlung, 23 Uhr, Hotel Köhler. Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße: .Seelenverkäufer" undEin besserer

kett im Interesse der Veranstaltung und für ihre glänzenden Leistungen. Den Abschluß der Feier bildete der übliche Tanz.

Da MeutsiheSängerbundesfest193r.

WSV. Frankfurt a. M., 18. Dcz. Vor einem nicht al z i zahlreichen Publikum sprach gestern abend Dr. Hermann üjer das Sän­gerbundesfest 1932 in Frankfurt a.M. Vach den bisherigen Erfahrungen könne man. normale Verhältnisse vorausgesetzt, ohne sich einem gefährlichen Optimismus Hinz ".geben, die gesamte Tei.'nehmerschaft auf nicht u.ilec 153 000 annehmen. Frankfurt liege auch in dieser Hin­sicht sehr günstig, sei von den stärksten Sänger­bünden sehr bequem z i erreichen. Mehr als 63 Prozent der sämtlichen 857003 Bundesfänger sind in den umliegenden Gauen ansässig. Wenn auch die Großmarkiholle, ohne die die Wahl kaum auf Frankfurt gefallen wäre, nur 25 000 Sängern und 25 C00 Zuhörern Aaum gibt, so würde das quantitative Minder durch ein quali­tatives Mehr erseht werden. Die Festhalle mit ihrem Fassungsvermögen von 15 000 Hörern käme vor allem für die Einzelkonzerte der großen Vereine und Bünde in Frage. Die 150 000 Teilnehmer des Fei z iges würden bei 12er-Auf- stellung 15 Kilometer weit reichen. Hinsichtlich Les Festplatzes ist man z r dem Ergebnis gelangt und auch der städtische Dezernent ist damit ein­verstanden, daß nur der Ostpark dvzr heran- gczogen werden kann. Bei der Unterbringung der 15j 000 Gäste sollen Massenquariiere nach Mög­lichkeit vermieden werden. Die Wohnungsgrenze darf man mit Hanau, Darmstadt, Mai. z Wies­baden, Homburg. Friedberg umschreiben: es soll dabei eine angemessene Bezahlung in Betracht kommen.

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Gießen, den 20. Dezember 1929.

Weihnachisfreude.

Weihnachten steht vor der Tür. Mancher Vater bmlt besorgt an seinen Ge.dbeütel, manche Mutter grämt sich heimlich, weil sie ihren Kindern keine faltbaren Geschenke kaufen kann. Und doch ist Weihnachtüfreude im Grund genommen etwas, Pas nicht von der Große und Schwere der Feldtasche abhängt. Unsere Kinder haben PLünsche, deren Erfüllung Geld kostet? Gewiß: Eber ihr Wunschzettel weist neben vielem Un- BtfüII&arcn auch bescheidene W..nsche auf. Kinder Ftr-b von Natur aus anspruchslos. Cs bedarf i> irklich feiner Kostbarkeiten, um ihre Augen l.rr Glück erstrahlen zu lassen, besonders, wenn die haben vom Glanze der Weihnachtskerzen ver­gäbet sind.

I Ich kannte einen kleinen Jungen, dessen Eltern llch in Liebe zu dem kleinen Kerl nicht genug tun pnnten. So bauten sie ihm an Weihnachten Liren überreichen Gabentisch auf. Ais der große Augenblick gekommen war, in dem der Kleine all hi« Herrlichkeiten zu sehen bekam, griff er zur Iknttäuschung der Eltern nach einer Schachtel, I) c aus Versehen vom Auspacken her stehen geblieben war. Den ganzen Aöend spielte er Irit ihr und hatte für die eigentlichen Geschenke llaiim ein Auge.

I Eicher würden es ihm nicht alle Kinder gleich- piT. Aber sicher denken auch nicht alle so wie pries kleine Mädchen, das am Weihnachtsabend »nnz heimlich seine Geschenke umdrehte, um zu g'Uiersuchen, ob auf der Rückseite noch etwas vom IjlreiS zu erkennen war, und dem seine Eltern Ibie Freude verdoppelten, wenn sie ein wenig Inuchhalfen, daß die Fahl, die man da eben ge­lte de noch erspähen konnte, recht groß war.

I Im allgemeinen ist es doch so, daß die Kinder Ibie Gaben nicht nach ihrem Geldwert beurteilen. IMcht das Wertvolle ist es, das ihre Weihnachts- kireude schafft, viel wichtiger ist, daß das, was Dir ihnen bieten, wirklich von den kleinen Herzen rrfchnt wurde. Wenn dein Junge sich brennend Inne Eisenbahn wünscht, schenke ihm um alles nicht ins praktischen Gründen einen Wintermantel. Lu würdest ihm damit wenig Freude machen, [llnb wenn der Herzenswunsch deiner Tochter leihe Handtasche ist, suche sie nicht ausgerechnet |an Weihnachten zur Innerlichkeit zu erziehen, [intern du ihr ein wertvolles Buch schenkst. Es $ »erben dich sonst am Bescherabend ein Paar ent- [Löschte Augen ansehen, die eine rechte Weih- [nacht^freude nicht aufkommen lassen. Weihnach- ' len ist nun einmal ein Fest, da elterliche Klug- i heil und Vernunft sich kindlichen Wünschen beugen ' muh.

», Wie sagt Otto Ernst In seinemWinteickonnen- märchen":An Weihnachten so l der Beschenkte [losten von dem goldnen Lleberfluh der Welt", und man soll ihm schenken, was ihm unter gewöhn­lichen Umständen nicht erreichbar wäre! Wenn ber arme Teufel barfuß läuft, so schenkt ihm [Stiefel und Strümpfe: wenn er aber des Leibes Lotdurft hat, so schenkt ihm eine Trüffelwurst [oder eine Radierung von Klinger oder warum nicht, wenn er sich's wünscht?! eine kleine [Drehorgel!"

Roch eins müssen wir bedenken, wenn wir den [Himbern mit unseren Gaben wirklich Freude machen wollen: 'Das wir ihnen schenken, müssen [sie als uneingeschränktes Eigentum betrachten Ilinnen, mit dem sie nach Belieben schalten und malten dürfen. Richt ,als ob wir ruhig zusehen lo'Iten, wenn sie etwas mutwillig zerstören. Aber . buich ein ewig mahnendes:Gib acht! Sei vor- MHtig!" können wir unsern Kindern ein Spielzeug »geradezu verekeln. Wenn du deinem Mädel eine dnppe schenkst, will es damit spielen, d. h. es toi1! sie an- und ausziehen, waschen und kämmen. Missen und liebdrücken. Ob sie davon schöner SD'nb? In unseren Augen sicher nicht. Aber ein Mimd wünscht sich keine Puppe, um sie wie einen Ilvsibaren Gegenstand zu hüten.

Wirklich, der große Geldbeutel allein macht's Michi! Vielmehr ist es elterliche Liebe, die unfern

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Reichstags entsprechend, dem er bei ber Verabschie­dung des Gesetzes über den Ladenschluß am 24. De- zemocr Ausdruck gegeben Hot, wird das Publikum gebeten, seine Weihnachtscinkäufe möglichst früh­zeitig zu erledigen. Die öffentlichen Verwaltungen und Die wirtschaftlichen Verbände ber Arbeitgeber sind ersucht worden, Lohnzahlungen und Ausschüt­tungen anläßlich des Welhnachtsfestes möglichst schon vor dem 24. Dezember vorzunchmen.

** Paketannahme bei den Gießener Postämtern am nächsten Sonntag. Am Sonntag, 22. Dezember, sind die Paketannahmen von 8 bis 12 und 14 bis 18 Uhr geöffnet.

* Sie Gießener Geldinstitute geben im Heuligen Anzeigenteil bekannt, daß ihre Kassen und Schalter am Weihnachtsheiligabend nach­mittags geschlossen sind.

* Geschäftsjubiläum. Der Friseur­meister Karl Muhl, Bahnhofstraße 54, kann heule auf das 30sährige Bestehen seines Ge­schäftes zurückblicken.

"Fremdenvorstellungen im Gieße­ner Stadttheater. Am Sonntag, 22. De­zember, wird nachmittags 15 Uhr das Märchen D a s tapfere Schneiderlein" von Alois Prasch gegeben. Musik von Gust. v. Boßler. Dieses Stück ist einer der größten Märchenersolge der vergangenen Jahre. Die Kinder werden nicht nur in Spannung gehalten, sondern freuen sich über die lustigen Tiere, Kinderballetts, ent­zückenden Ueberraschungen. Abends 19 Uhr geht Julius Berstls LustspielSeribbys Sup­pen sind die beste n" in Szene. Gießen hatte mit diesem Stück die südwestdeutsche Erstauffüh­rung und einen außerordentlichen Erfolg. 2n Berlin ging im Komödienhaus Berstls Werk über fünfzig Mal über die Bretter. Franz Arzdorf hat in diesem Stück einen seiner größten Er­folge. Seine Partnerin ist Marianne Mewes. Spielleitung Peter Fasso11. Fremdenvorstel­lung. Ermäßigte Preise.

* Der Eisenbahn-Verein Gießen veranstaltete am vorigen Samstag anläßlich seines 30jährigen Bestehens im Katholischen Vereins- Haus gemeinsam mit dem Reichsbahn-Turn- und -Sport-Verein und dem Be'.chsbahn-Stenographen- Verein eine Jubiläumsfeier. Die Bachmittags­stunden waren einer Veranstaltung für die Kin­der der Mitglieder gewidmet. Hier wurde etwa 400 Kindern beschert. Das Gesangsquartett Flügelrad" und eine Musikkapelle wirkten bei dieser Feier mit und erhöhten die Stimmung der Stunde, die noch durch eine Theateraufführung bereichert wurde. Am Abend folgte die Stif­tungsfestfeier in den außerordentlich stark be­suchten Festräumen. Mitglieder der Gießener Militärkapelle und das QuartettFlügelrad" leiteten den Abend mit instrumentalen und ge­sanglichen Darbietungen ein. Darauf sprach Frl. Paula Müller einen von dem Heimatdichter Georg Heß verfaßten Prolog über das Eisen­bahnerleben, den sie in guter Weise zum Vortrag brachte. Der Vorsitzende des Eisenbahn-Vereins, Beichsbahnobersekretär Alt Haus, gab sodann einen interessanten Rückblick auf die Geschichte des Vereins feit seiner Gründung im Jahre 1899. Anschließend wurden die Mitbegründer Bona - rius, Diehl, Luh und Walther in An­betracht ihrer Verdienste um den Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt und durch die Ucbcr- reichung von Ehrenurkunden ausgezeichnet. Den Dank der Gefeierten brachte Herr Donarius zum Ausdruck. Die Sängerin Frl. v. d. Heidt erfreute im weiteren Verlaufe des Abends die Besucher mit ausgezeichneten Liedervorträgen, die Damen- und Herrenriege des Reichsbahn- Turn- und Sportvereins zeigte vortreffliche tur­nerische Leistungen, die Gesangsabteilung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer in Gie­ßen bereicherte den Abend durch schöne Männer­chöre, und schließlich wurde noch eine lustige Theateraufführung gegeben. Durch diese und eine 2lnzahl wei lerer frohgestimmter Darbietungen brachte der Abend eine Fülle von abwechslungs­reichen Unterhaltungen, die von den Besuchern mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden. Der Vorsitzende des R^ichsbahn-Tum- und Sport- vere'ns, OberbahnhoisvorsteherHe i nzelmann, dankte allen Milwi. lenden für ihre ei.rige Tätig-

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