Ausgabe 
20.3.1929
 
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loschen, ihnen etwa- zu essen an8 Bett zu stellen; denn durch das Hungergefühl wird die Rervosität außerordentlich gesteigert. Man ge­statte nicht, daß die Kinder vor der Zeit auf­stehen oder im Bett lefen und arbeiten. Man bringe sie vielmehr dazu, ganz ruhig in aus­gestreckter Lage bei möglichst etwas gelüftetem Zimmer im Bett zu verharren, bis die Zeit zum Aufstehen gekommen ist. Auch diese Selbftdrszi- plin wird dem Kinde in der Schulzeit wie spä­terhin nützlich sein; denn es ist eine sehr un­angenehme Eigenschaft so gearteter Menschen, wenn sie späterhin aus nervöser Ueberpünktlich- keit sich und chrer Umgebung eine unnötige Un­ruhe schaffen. Der Mensch kann sich durch rich­tige Zeiteinteilung außerordentlich viel An­nehmlichkeiten schaffen, wie Unannehmlichkeiten ersparen. Die Stunde vor der Schule ist gerade dafür eine gute Lehrmeisterin.

Wirtschaft.

Frühjahrs-Pferdemarli in Gießen.

Der heutige Gießener Frühjahrs- Pferdemarkt hatte infolge der günstigen Witterung einen guten Besuch aufzuweisen. Aller­dings war die Zahl der zum Markt gebrachten Pferd« gegenüber dem Frühjahrs-Pferdemarkb von 1928 geringer. Sie betrug 322 Pferde, 19 Fohlen. (Frühjahrs-Pferdemarkt 1928 369 Pferde, 18 Fohlen; Herbstpferdemarkt 1928 == 410 Pferde. 37 Fohlen.) 2m allgemeinen wurde gutes Material vvrgeführt. Der Handel war trotz des guten Besuches außerordentlich ruhig, fast schlep- pend, so daß allgemein geklagt wurde. Der schlechte Geschäftsgang wird auf die ungünstigen wirtschaftlichen Derhclltnisse, sowie auf den lang­andauernden Winter zurückgeführt, wodurch dem Landwirt manche Einnahme an Fuhrlohn usw. ausgeblieben ist. An Preisen wurden bezahlt: für schwere Pferde 900 bis 1000 Mk., bessere Pferde 600 bis 700 Mk., mittlere Pferde 300 bis 400 Mk. Schlachtpreise 60 bis 150 Mk.

Reichsbahn und Waggonindustrie.

2n bem Communiqus über ihre letzte Derwal- tungsratssihung, welches die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft herausgegeben hat, wurde u. a. hinsichtlich der Schwierigkeiten der Finanzierung bei der angespannten Lage der Reichsbahn darauf hingewiesen, daß seitens der Reichsbahn jedemannehmbaren Angebot auf Geldbeschaffung nachgegangen werden könne". Gegenwärtig sind Zwischen Reichsbahn, Wag- gonindustrie und Brückenbau Verhandlungen über die Erteilung neuer Reichsbahn­aufträge in größerem Umfange wie­der in den Vordergrund getreten. Cs handelt sich dabei um ein Objekt, welches für die Waggonindustrie einen Wert von rund 100 Mill. Mark, und für den Brückenbau von etwa 15 Mill. Mk. ausmacht, übrigens ein Projekt, wel­ches schon im vorigen Jahre eine Rolle gespielt hat und daher seit langem in der Schwebe ist. Die ganze Angelegenheit ist eine Frage der Finanzierung, da es der Reichsbahn bei ihrer gegenwärtigen finanziellen Lage unmöglich ist, größere Aufträge an die Industrie selbst zu finanzieren. Man hat nun anscheinend versucht, i>en im Vorjahr vorgeschlagenen Weg der Selbstfinanzierung seitens der 3 n - dustrie natürlich unter Zuhilfenahme der Dan­ken, die die erforderlichen Gelder zur Verfügung stellen sollen, erneut zu beschreiten, und die An­gelegenheit ist bereits soweit gediehen, daß die Verhandlungen mit den Banken, besonders mit der Darmstädter Dank, die bekanntlich der Wag­gonindustrie sehr nahe steht, in den nächsten Tagen ausgenommen werden. Die Waggonindu­strie ist zurzeit sehr mäßig beschäftigt und er­neut an die Reichsbahn, die für das erste Halb­jahr 1929 Aufträge in Höhe von 93 Mill. Mk. erteilt, jedoch später auch noch für das zweite Halbjahr 1929gestreckt" hatte, herangetreten, um weitere Destellungen zu erhalten. Zweifellos besteht bet der Reichsbahn em solcher Mehr­bedarf. Wenn auch die Reichsbahn zur Zeit im Vorstadium der in den nächsten Tagen aufzu­nehmenden Verhandlungen eine Stellungnahme zu dem Projekt zur Zeit ablehnt, so ist doch an­zunehmen, daß sie ihm und der besonderen Art der Finanzierung zustimmen dürste, da der beschrittene Weg sich tatsächlich als ein annehm­bares Angebot auf Geldbeschaffung, dem ja, tote oben gesagt, nachgegangen werden kann, erwei­sen würde. Die Reichsbahn würde in die Lage gesetzt werden, den ihr gestundeten Gegenwert ihrer Aufträge später nach und nach aus ihren laufenden Einnahmen zu decken, wozu sie durch die Unmöglichkeit einer Anleiheaufnahme ge­zwungen ist. Anderseits würden auch die Dan­ken wegen des geringen Risikos ein gutes Ge­

schäft machen, desgleichen die Industrie. Es liegt natürlich nahe, daß auch die Lokomotivinbustrie, ber es recht schlecht geht, ben gleichen Weg be­schreitet, wenn es zunächst für die Waggoninbu- strie und ben Drückenbau gelingt, zu einem er­folgreichen Abschluß zu kommen.

" DerErzbergbau im Februar. Heber die Lage des Erzbergbaues im Februar wird berichtet: Dei ben Siegerlänber Gruben haben sich Förderung und Absatz gegenüber dem Vormonat nicht wesentlich verändert. Das an­haltend kalte Frostwetter erschwerte ben Auf­bereitungsbetrieb über Tage fehr und wirkte sich auf die Gestehungskosten der Gruben ungünstig aus. Die Verkaufspreise erfuhren keine Ver­änderung. Auch im Lahn- und Dillge­biet einfchl. Oberhessen brachte der starke Frost Störungen und Schwierigkeiten beim Ver­sand. Der Umschlag in Oberlahnstein muhte ganz eingestellt werden. Da die Hilfsmaßnahmen der Regierung bisher immer wieder aufgeschoben worden find, hat sich in ber Rotlage der Gruben­betriebe nichts gebessert.

v Bankverein Offenbach. Der Gesamt­umsatz stieg im abgelaufenen Jahre von 320 auf 347 Millionen Mark. Geschästsguthaben erhöhten sich um 200 000, Spareinlagen um 200 000 und Depositen um 350 000 Mark. Der lmsatz im Wechsel- und Scheck­verkehr belief sich auf rund 20 Millionen Mark. Aus dem Reingewinn von 91 195 (83 096) sollen wieder 10 v. f). Dividende verteilt werden. (Generalver­sammlung 25. März.)

* W c st b a n k A.-G., Frankfurt a. M. Das Institut berichtet über eine wesentliche Stei­gerung der Gesamtumsätze, die mit 518,27 Mill. Mark angegeben werben. Das Wechselgeschäft hat sich verdreifacht. Die Einnahmen an Zinsen und Provisionen aus dem Kontokorrentgeschäft stiegen auf 0,576 (0,350) Mill. Mk., aus Effekten, Konsortialbeteiligungen, Devisen, Sorten auf 0,039 (0,037) Mill. Mk. Verwallungskosten und Steuern beanspruchten 0,292 (0,256) Mill. Mk. Aus dem Reingewinn von 350107 (152 917) Mk. sollen wieder 6 Prozent Dividende auf das diesmal voll d videndeberechtigtr Aktienkapital von 5 Mill. Mark verteilt werden. Zum Vortrag verbleiben 13 772 (9117) Mk.

Voigt & Haeffner A. G. Frankfurt a. M. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung wur­den die Dilanz und die Gewinn- und Verlust­rechnung für das Geschäfts'ahr 1923 vorgelegt. Rach Abzug von 3,832 (2,979) Mill. Mk. äln- kosten und 0,776 (0,549) Mitt. Mk. Abschreibun­gen verbleibt einfchl. 66 929 Mk. Vortrag ein Reingewinn von 809 746 (680 769) Mk. Der auf den 23. April einzuberufenben G.-V. wird daraus die Verteilung einer erhöhten Dividende von 9 (8) Prozent au* 7,5 Mitt. Mk. Stammaktien, 8 Prozent auf die 2,5 Mill. Mk. Vorzugsaktien und 7 Prozent auf die 200 000 Mk. Vorzugs­aktien LU vorgefchlagen. Dem Wohlfahrts­fonds sollen 60 000 (50 000) Mk. überwiesen und die restlichen 77 676 Mk. vorgetragen werden.

* H. Fuchs, Waggonfabrik, A.-G., Heidelberg. Die auf den 23. d. M. einberufene Gneraloersammlung ist, wie WTB.-Hcmdclldienst erfährt, abgesagt worden, da sich die Stadt Heidel­berg bis zu diesem Termin über die Kcedithingabe noch nicht schlüssig werden kann. Aus dcm gleichen Grunde ist bekanntlich von der Verwaltung und dem Gläubiger-Ausschuß ein neues Vergleichsver­fahren beantragt worden, da das erste Verfahren bis zur festgesetzten Frist vom 15. März nicht er­ledigt werden konnte.

* Unveränderte Dividenden i m Salzdetfurthkonzern. Die Kaliwerke Salzdetfurth A.-G. verteilt aus einem Reinge­winn von 3,80 (2,59) Mill. Mk. wieder 15 Proz. Dividende. Der Reserve werden 1,21 () Mill. Mark überwiesen und 0,19 (0,18) Mill. Mk. vor­getragen. Die Kaliwerke Aschersleben weisen aus 2,42 (1,73) Mill. Mk. Reingewinn 0,39 () der Reserve zu, verwenden 0,30 () Mill. Mk. für Sonderabschreibungen, verteilen wieder 10 Prozent Dividende und tragen die restlichen 0,17 (0,16) Mill. Mk. vor. Dei den Konsolidierten Alkaliwerken Westeregeln beträgt der Reinge­winn 2,43 (1,83) Mitt. Mk. Der Reserve sotten 0,60 () Mitt. Mk. überwiesen, wieder 10 Prozent Dividende ausgeschüttet und 0,17 (0,17) Mill. Mk. vorgetragen werden.

* Maschinenfabrik Eßlingen A.-G. Die Dilanz für das abgelaufene Geschäfts'ahr er­gibt einschließlich des Vortrages vom Vorjahre mit 297 473,10 Mk. einen Reingewinn von 350 588 Mk. Der Aussichtsrat hat in seiner gestri­gen Sitzung beschlossen, ber auf ben 30. April einzuberusenden G.-2. vorzuschlagen, ben Ge­winn auf neue Rechnung vorzutragen. Von ber Ausschüttung einer Dividende soll abgesehen werden.

' Maschinenfabrik Buckau R. Wolf A.-G., Magdeburg. Der Reingewinn beträgt nach 845 022 (605 910) Mk. Abschreibungen 1408 883 Mark. Der Aufsichtsrat schlägt ber auf ben 5. April anberaumten Generalversammlung eine Dividende von wieder 10 v. H. auf das erhöhte Aktienkapital vor.

Frankfurter Börse.

Frankfurt, 20. März. (Eigener Draht­bericht desGieß. Anz."). Tendenz: behauptet. Im heutigen Vormittagsverkehr Hörle man toei- tcr höhere Kurse. Zum offiziellen (Beginn der Dörse war die Haltung weiter freundlich und zuversichtlich, doch traten auf verschiedenen Märk­ten keine Rückgänge ein. Das Geschäft war nicht ganz so umfangreich wie gestern, da sich das Publikum nach wie vor stark zurück­hielt. Weitere Orders dürften vom Auslande wieder Vorgelegen haben, und Spezialwerte, die bei lebhafter Rachfrage wieder größeres Ge­schäft zu verzeichnen hatten, standen im Vorder­gründe. Der feste Verlauf der gestrigen Reu- horker Dörse und die am dortigen Platze stark haussierenden Kupferaktien wurden günstig be­urteilt. Etwas zur Zurückhaltung mahnen auf der anderen Seite verschiedene Lohnkämpfe im Reich, doch wurde dieser Tatsache wenig Dedeutung beigemessen. Ausschlaggebend blieb die stärkere Beteiligung des Aus­landes am Börsengeschäft. Auch die im Verlaufe in wieder etwas erheblicherem Maße eintreffenben Orbers von dieser Seite hatten eine zeitweise stärkere Belebung des Geschäftes auch an ben Rebenmärkten zur Folge. Eine lebhaftere Geschäftserscheinung konnte auch heute am Dan­ke n m a r kt feftgcftellt werden. Hier waren vor allem Reichsbank plus 3 Prozent gefragt, die übrigen Werte dieses Marktes waren bis zu 2 Prozent gebessert. Schon zur ersten Rotiz waren sehr viele Papiere notiert. Weiteres Interesse bestand für Bergmann, plus 2 Prozent, und auch verschiedentlich für Siemens. Behauptet lagen Licht & Kraft und Elektrische Lieferungen. Far- benaktien 1 Proz. schwächer, während die übrigen Chemiewcr e etwcs fe er trg:n. An Moua m rk. waren Kupferwer.e stärker gefragt. Oktaviminen gewannen 2 Mk.. Mansfelder etwas gedrückt. Mannesmann minus 1,5 Proz. Karstadt plus 2 Mk., Svenska minus 2 Mk. Am Rebenmarkte waren Thüringer Elektrische Lieferungen mit plus 4,5 Proz. stark gefragt. Vereinigte Glanzstoff minus 2,5 Proz.. Zellstosftoerte etwas höher. Sonst waren nennenswerte Veränderung n nicht zu verzeichnen. Renten still. Deutsche Anleihen gehalten. Ausländer eher etwas abbröckelnd. Rach den ersten Kursen konnte die GefchäftZbelebung weitere Fortschritte machen, die Tendenz wurde fest. Im Vordergründe standen Eleltrowerte. Sie­mens konnten bei reger (Nachfrage 4 und Schul­tert 3 Proz. anziehen. Am Geldmarkt war der Sah für Tagesgeld mit 5,5 Proz. leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2142 gegen Pfund 20,461. London gegen Kabel 4,8535. gegen Paris 124,29, gegen Mailand 92,72, Madrid 32,25, gegen Holland 12,1190.

Berliner Börse

Berlin, 20. März. Auch zu Beginn der heu- tigcn Börse konnte sich die s r e u n d l i ch e G r u n d- st i m m u n g der letzten Tage erhalten, doch war zu bemerken, daß sich die ll m s a tz t ä t i g k e i t in ruhigeren Bahnen bewegte. Vorliegende Mo­mente konnten nach beiden Seiten auf die Tendenz wirken. Eine Erklärung des englischen Wirtschaft­lers Paish, in der von einer bevorstehenden W c l t f i n a n z k r i s e die Rede ist, ergebnislose Verhandlungen über Lohnstreitigkeiten an verschie­denen Stellen im Reiche, einige Insolvenzen an der Börse und ein eher ui günst ger Bergbaubericht für den Monat Februar beeinflußten die Börse nach unten, das trotz höheren Geldsatzes feste Reuyork, die Salzdetsurthab Schlüsse und die Ausführungen des Geheimrates Bosch über seine Amerikarcise beein­flußten die Börse nach oben. Das Wichtigste für die heutige Börse war wieder, ob das Auslandinteresse anhalten wird. Man befürchtet doch, wenn auch nur eine geringe Verflachung des Reportgeldsatzes und eine eventuelle Erhöhung um 0,25 o H. Auch die Pariser Verhandlungen dürften vor Ostern kaum zu Ende gebracht werden, und man rechnet bereits mit einer Unterbrechung vom 28. März bis nach den Feiertagen. Zu den ersten Kursen waren die meisten Werte kaum verändert. Durch schwache Haltung fielen Harpener, Chade und Svenska auf, dagegen lagen Metallwerte unter Führung von Otavi, Sch'e- sis'che Zink und Fahlberg, Chemische Heyden usw. fest. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer etwas freundlicher. Pfandbriefe ruhig, zum Teil um eine Kleinigkeit schwächer. An der Haltung des Geld­marktes hatte sich wenig geändert. Tagesgeld mit 5 bis 7 v. H. und darunter wieder erleichtert. Der Ver­lauf war zunächst nicht einheitlich, später wurde es aber vom Siemensmarkt ausgehend allgemein wie­

der fester. Kaliaktien unter Führung von Salzdet­furth und Kunstseidenaktien bis zu 5 v. H., Poly­phon plus 8 o. H und Otavi mit einer weiteren Mark gesteigert usw. Bemerkenswert vernachlässigt lag der AEG.-Markt.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 20. März. Der heutige Produkienmarkt verkehrte infolge ber schwächeren Auslandnotierungen in sehr lustloser Haltung. Die Tendenz neigte nach unten, da auch Material ziemlich reichlich an den Markt kam, bem aber nur wenig Kaufinteresse gegenüberftanb. Die Preise blieben im allgemeinen behauptet. Mais für Futterzwecke und Weizenkleie, sowie Roggen waren stärker angeboten. Dementsprechend war Mais 0,25 Mk., Mais für Futterzwecke sogar bis 0.50 Mk. ermäßigt. Es wurden notiert: Weizen 24 bis 24,15; Roggen 23,25 bis 23,50; Sommer­gerste für Drauzwecke 24; inl. Hafer 24,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 24; Weizenmehl, süd­deutsches Spezial 0, 33,75 bis 34,25; Roggenmehl 30,75 bis 31,75; Weizenlleie 14,15; Roggenkleie 15,50 Mk. Tendenz: schwach.

Kirche und Schule.

Oekanaistag in Lauterbach.

hml. Lauterbach, 18. März. Der Deka- natstag des Dekanates Lauterbach wurde dieser Tage hier in Lauterbach abge- halten. Den Verhandlungen, zu denen 45 Ab­geordnete erschienen waren, ging ein Gottes­dienst voraus, in dem Pfarrer Bohn aus Quecke über Apostelgefchichte 4,23 bis 31 predigte. Rach der Eröffnung und Begrüßung der Anwesenden, wobei besonders des bald 50 Jahre dem Deka­natsausschuß und dem Landeskirchentag angc- hörenden Geheimen Iustizrats Wahl in Schlitz in Anerkennung und Dankbarkeit für seine wert­volle und treue Arbeit für Dekanat und Landes­kirche gedacht wurde, verlas Dekan Schlösser den Bescheid des Landest.rchenamtcs zum Deka- natstag 1927. Die Wahlen zum Dekanatstag wurden genehmigt und der Jahresbericht des Detanatsausschusses für 1927 und 1923 verlesen. Die Rechnung der Dekanatskasse für 1925/27 und der Voranschlag für 1930 und 1931 werden gut­geheißen. Zu weltlichen Mitgliedern des Deka- natsausschus es sind gewählt: A.töürgermeister Schäg (Ober-Moos), Jost Fiedler (Landen- Hausen), Konrad Zinn i. (Maar) und Bürger­meister Thomas Stock (Dlitzenrod). Zum D e - k a n wurde einstimmig w.iedergewählt Dekan Schlösser (Lauterbach), zum Dekanstellver­treter wurde Oberpfarrer (Bodner (Schlitz) toic» dergewählt und als Stellvertreter beider im Dekanatsausschuß Pfarrer Bohn (Queck). Dar­auf hielt Stadtpfarrer K n e l l (Lauterbach) einen Vortrag überKirche und Presse", dem sich die Berichterstattung der Vertrauensmänner für die Aeutzere Mission, Pfarrer Bohn (Queck) und Pfarrer Z e h f u ß (Hopsmannsfeld) anschloß. Mit dem LiedeAch bleib mit deiner Gnade" wurde der Dekanatstag geschlossen.

Taten für Donnerstag, 21. März

Sonnenaufgang 6,2 Hhr, Sonnenuntergang 18,14 älhr. Mondaufgang 13,11 älgr, Mond­untergang 5,0 Uhr.

1685: Johann Sebastian Bach in Eisenach ge­boren; 1763: der Dichter Jean Paul (Friedrich Richter) in Wunsiedel geboren; 1809: ber Staatsmann Jules Favre in Lyon geboren; 1871: Eröffnung des ersten deu.schen Reichstags in Berlin.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

* Das Amtsverkünbigungsblatt ("Ir. 17 vom 19. März enthält: Die Wahlen zum Provinzia^tag ber Provinz Oberh s,c.n. Wahl ber Kreistagsmitglieder für den Kreis Gießen. Reichssteuerüberweisungen. Anmeldung unsallrer-ich r. n s f i t g r Betriebe undTätig- feit:n. Die Ausführung des älrkunder.stempel- gesehes. geueroiStationen. Einführung eines neuen Lesebuches für die Fortbildungsschulen. Verbot von ött-ntlichen Lustbarkciien. Dienst- nachrichten.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Mittwoch, den 20. März.

Sladttirche. 6 Uhr: 6. Passionsandacht; Pfarrer Mahr.

Freitag, den 22. März.

Kapelle des Allen Friedhofs. 6 Uhr: Passions- andacht; Pfarrer Lenz.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse

ftranffurt a M.

19.3.

124,5

450

447,5

264

55

55

56

72

114

142

23,13

Banknoten

Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. Reichsbantdislont 6,5 Prozent, Lombardzinssuß 7,5 Prozent.

12

18

64,5

87,5

10

, 8

10

90,5

279,5

142

23,5

102,5

290

242,5

446

383

262,5

6

13

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6

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6

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6

11

263,5

189

12

12

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^ranlfur^7sL^"^äedin

73

114

117

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23,25

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213

146,75

213

146,75

65

87,5

Devi.enmarkt Berlin-Frankfurt a M.

Telegraphische AuSza hlunq.

127

290

242

448

385

263,5

186

119,13

218

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51,75

54,75 |

218

eng. Dvuiche Wienbahn Hamburg-Amerika Patel Hamb.-Südam. Dampsich. Hansa Dampfldiiff Norddeutscher Lloyd . . QUIfl. TeutidjeSrebltanft. . «armer Bantverel» . Berliner HandclegeleUlch. Gommers- und Privat-Bank Darmst. u. Nationalbank Deutsche Bant Diekonio-Nesellichast Ant.. Dresdner Bant

ÜRÜielbeutldif Gtebttban! . Metallbank . ... vietchSbank .«

119,5

219,25

55,13 51,9

54,5

219.5

32,25 90

281,75

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Gement Karlstadt ..... 9Bat)6 4 Freitag..... !

Schult!,etr Patzenhofer ...

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Zellstoss Waldhos

Zellstofs Aschassenburg ...

Charlottenburger Wasser . .

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Daimler Motoren ......

Demag ...... flbleiroede ÄleDer......

Luvn». Loewe ......

Nat. Automobil ....... Crcnfleln & Koppel.....

Leonhard lieft ...... Bamag-Megutn ...... Franks. Maschinen......

GJriftnet.........

Hculiaenstaedt . .....

Iunghan». . .......

Lechwerke. ......... Mainkrastwerk» ......

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Sltdd. Zucker........

Berl

Schl»s Ulntnnfl fli r

SchluhF l Ubr fl»r^Hufe 19.3. | 20.:. 124,5 | 126,25 142 142

173 -

128,5 I 129,75

Berlin. 19. März

Geld

bru t

(fcaiijüiiid)« Diolen .

12,47

16,53

uoilänDtiajc Noten......

168,28

168.96

Ft lienischr Noten......

22,16

22.24

Norwegische Noten ..... Deutsch Desterr,ä 100 Kronen

112,18

112,62"

59,03

59,27

Numänische Noten......

2,487

2.507

Schwedische Noten......

112,23

112,67

Schweizer Noten ......

81,03

81,35

Spanische Noten.......

64,16

64.44

Tschechoslowakische Noten ..

12,45

12,51

Ungarische Noten

73,22

73,52

."srantsurl a M.

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Schluß-

Kure 1

l Uhr- Kurs

Cch'ub- Kurs

Ansang Kur«

Datum

19.3. |

20-3.

19.3.

20.3.

Vl.iz.u). .....

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178,9

178

177,25

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218

220

217.9

218,25

(Llckir. Lteserungen.....

10

169,5

169,5

169,75

169,25

llicht und Stasi .....

10

214

214,25

214

213,13

Felten 4 Guilleaume....

. 6

145,5

145,75

145,5

Ges. s. Elettr. Unicrn.....

10

237

236,25

236

237

Hamv. Elektr. Werke «...

10

-

148

148

Rhein. Elektr...... .

. 9

166,5

166

165,75

166,75

Schlei. Elektr........

10

207,5

207,5

Schlickert ....

. 8

226

227,5

226.5

226,5

Siemens 4 Halske .....

12

384,5

385

382,5

383

Tronoradio ......

. 8

158,5

159,25

10

167

164,5

167

Buderus . ......

. 5

79,25

79.5

79,5

Deutsche ErdSI ......

. 6

123,75

124,25

123,25

123,75

Essener Sletntohls.....

. 8

127,5

128

Geilenkirchener . . . L ¥i I 4

131,25

131

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Harpener.........

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137,5

137,75

136

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122,75

Ilse Bergbau.......

. 8

212

210.5

211

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.<

106,75

107

107,25

107,5

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Mannesmann.......

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117,5

116

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116,5

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130

129,5

129,25

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Oberschles. Eilend. Bedarf. .

. 6

87,75

88,75

Oberichlei. Kokewerte . -

. 6

104,25

104,5

Phönix Bergbau ...

5Vj

95.75

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Rheinische Braunkohlen . .

1«

295,5

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293,5

Rheinstahl |. % Jahr

VA

127

126,75

127

127,5

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143,25

Bereinigte Stahlw.....

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92,25

92.4

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72.4

70

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Kali LscherZlebcn . .

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218

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217

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Kaliwerk Salzdetlurth . . .

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326

325,75

z. 0». garben-Industrie . .

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249,75

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250

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115,25

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170

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91

91

91,25

Rüigerswerke ......

. 6

92,75

93,25

93

93,75

Melallgelellichaft. . . .

11

IN

Schlub- Kurs

I-Upt flute

Schluh-stAnjong

flute

flute

Datum

19-3.

20-3.

19.3.

20-3.

S% Dl. Hrelchsanleihe >. itiz-

Di. Anl>Ablvi.-Schulo mit Aus

87,3

87,5

lol.-Rechien

54

54

Dergl. ohne Auslos.-Rechte

7% Front,. Hyp.-Bl. Goldps. luv

12,45

12,4

12,6

kündbar bis 1933

90

*

4V*% Rheiniiche Hnp.-Bant Ltau Goldps.

a.tt.®. abg. Bottriegs-Obligation.

81

rückzahlbar 1032

88,5

4% Schweiz. Bundesb.-Anl..

97,751

4% Cc(icneld)Hdie Goldrte..

31

31

4,20% Ceften. Gilbende.

2,9

4% Oesterreich, einheill. Rte

2,05

«

4% Ungarische Goldrte.

25

25

4% Ungarische Gtaatsr. v. 1010 4%% desgl. von 1013

21,4

21,5

*-

22,5

4% Ungarische Kronenne-

2,05

2,05

4% Türk. Zollanleihe v. 1011

4% Türluche Bagdabbahn-Anl.

11,65

11,5

11,4

Serie 1

10,9

10,8

11

4% desgl. Serie N

4% Rumänen convert. Rte.

11,1

11

11,3

9.1

4Vj% Rumänen Äoldanl. von 1913

19,13

19,25

19. M rt

20- März

Sinti liebe Notierung

Amtliche 9

ioiierung Prier

t«eld

Brie-

.'luvt- Non.

168,62

168,9b

168,64

168,98

Bun.-AireS

1,775

1,774

1,769

1,773

Brss.-Antw-

58,455

58,575

58,45

58,57

Christiania.

112,32

112,54

112,29

112,51

Atop.iihno.'n

112,25

112.47

112,20

112,42

Stockholm

112,49

112,71

112,46

112,68

HcliingforS. Italien. . London. . . st.'euyork . . PuriS. . .

10,592

10,612

10,592

10.612

22,05

22.09

22,05

22,09

20,445

20,485

20,438

20.478

4,2165

4,2185

4,2105

4.2185

16,445

16,485

16.44

16,48

Schweiz ..

81,01

81,17

80,995

81.155

Sva t:n

63,34

63,46

63.48

63.60

Japan -

1,878

1,882

1.879

1,880

Rio de Jan Wien in D->

0,501

0,503

0,500

0,502

Cefl. abgest

59,145

59,265

59.165

59,285

Prag

12,463

12,483

12,467

12.487

Belirad .

7,397

7,411

7.395

7.409

Dudav.''t. .

73.37

73,51

73.37

73,51

Bul arten

3,041

3,047

3,041

3.047

Lissabon

18,82

18,86

18,82

18,86

Tanrfl -

81.72

81,88

81.70

81.86

Konst nliu.

2,073

2,077

2,072

5.45

Alben. .

5,44

5,45

5,44

2,076

Lanada

4,186

4,194

4.184*

4,192

Urn uan

4,266

4,274

4,266

4.274

Cairo

20,97

21,01

20,96

21,00

929

129

128,75

-

-

196

197,75

170.25

125,75

125,75

139.75

141,75

141.5

141,75

141,5

141,25

142,25

226.5

224,25

225

198

198

197,25

197,75

278,5

280,4

279,5

280

172,5

174.75

173,5

174.4

164,4

164.75

164,9

165

169.25

170,25

170

170,25

134

136.5

136,65

137

310

315

311,5

313,5

Berlin. 19 März

Weib

lief

.. ..rtiuunaje Noten .....

4,204

58.33

111.98

20,43

4,224

belgische Noten ..... .

58,57

Dänische Noten .......

112,42

Englische Noten........

20,51