Ausgabe 
20.2.1929
 
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Vorlage biete feine geeignete Grundlage für ein Trentnerveriorgungsgesetz. Ganz inlon.eguent fei auch die Haltung des Rentnerbundes, der alle diejenigen der öffentlichen Fürsorge überlassen wolle, die nicht ein Vermögen von über 10 000 Ml. hätten. Seltsam mute das Verholten der Volks­partei an, die sich in diesem Falle im Gegensatz zu den von ihr gestellten Vegierungsmitgliedern fetze. Für ihren Antrag werde die Bayerische Dolkspartei nur stimmen können bei Annahme deS sozialdemokratischen Antrages auf Deckung der Kosten ter*> eine InslatiönSgewin<steuer.

Abg. Dr. Best lVolksrechtpartei) hält ei-en Rechtsanspruch der > ^nrentner auf Ver orgch.g für gegeben und erklärt sich mit dem sozialdemo­kratischen DeckungZantrag einverstanden.

Abg. Dr. Rademacher (Dn.) erklärt: Wenn die Deutschnationalen als ^Regierungspartei lein Kleinrentnerversorgungsgeseh einbrachten, so habe das daran gelegen, weil Meinungsverschie­denheiten mit den Zentrumsministern bestanden. «Hört. hört? rechts.) Das Kabinett habe sich damals einer sachlichen Stellungnahme enthalten und so den in ihm vertretenen Parteien den Weg frcigelaHeiL (Lachen und Lärm.) Die von den Sozialdemokraten jetzt beantragte Inflationssteuer sei schon vor fünf Jahren als technisch undurch­führbar bezeichnet worden. Dieser Antrag fei nur dazu bestimmt, den Rechtsanspruch der Rent­ner zunichte zu machen. Die Deutschnationalen würden alle A-lräge der übrigen Parteien ab» lernen.

Abg. Tantzen (Dem.) wendet sich gegen Abg. Dr. Rademacher. Der Ausgangspunkt der ganzen Rentnernot sei die im Kriege getriebene An- leihepolttit gewesen. Der letzte Rest fei den Rent­nern in der Zeit des Ruhrkampfes genommen worden. . _

Abg. Keil (Soz.) erklärt: Als die Deutsch- nationalen in der Regierung sahen, wurden den Rentnern nur demagogische Phrasen geboten, terft jetzt, unter einem sozialdemokratischen Ar- beitsmimster. wird ihnen Hilfe geleistet.

Von der W i r L s ch a f t s p a r t e i ist in­zwischen folgende Entschließung eingegangen: Die Rei7)sregierung wird ersucht, unverzüg­lich einen Gesetzentwurf vorzulegen, wonach Pen­sionen über 12000 Mark von Reich, Ländern und Gemeinden nicht mehr ge­zahlt werden. Die durch diese Pensionslür- zung erzielten Ersparnisse sind für die not­leidenden Rentner zu verwenden.

Die Entschlietzung der Wirtschastspartei wird gegen die Stimmen der Deutschnationalen und der Vollspartei a n g e n o nf-m e n.

Der sozialdemokratische Antrag auf Ein­führung einer Jnflationsgewinn- steuer wird gegen die Deutschnationalen, die Deutsche Dolkspartei, die Wirtschastspartei und die Demokraten im Hammelsprung mit 181 ge­gen 141 angenommen. Mit diesem Zusatz wird bann gegen die Deutschnationalen die volks­parteiliche Entschlietzung angenommen, datz den Rentnern ein Rechtsanspruch auf eine bestimmt« Tente gesichert werden soll.

Rach Ablehnung des kommunistischen Aen- derungsautrages wird bann die Ausschuß- entschlietzung gegen die Deutschnationalen und die Deutsche Dolkspartei u-9 g e n e m m e n.

Mittwoch Regierungserklärung über die Be­triebssicherheit der Reichsbahn.

Geg:n die Ruhestörer im Reichstag.

Lobe droht mit schärfsten Disziplinär- matznahmen.

Berlin, 20. Febr. fV.D.Z.) Dem Aettesten» rat des Reichstags hat der Reichstagspräsident eine Reihe von verschärften Ordnungsmahnah- men vorgeschlagen, deren Einführung durch die in letzter Zeit immer häufiger werdenden Tumulte in den Reich Stagssihungen notwendig werden. tLs handelt sich dabei in erster Linie um eine Verstärkung der uniformierten und nichtunifor­mierten Polizei. An den Geschä.tSordnungsaus- schütz wird das Ersuchen gerichtet, eine weitere Bersch' r ung der DisziPlinarmatzregeln gegen Abgeordnete herbeizuführen. so eine längere 13 i e b «»n g der Diäten u nd der Fahrkarten. Ferner ist an die Polizei ein Hinweis dahin gegeben worden, datz sie, wenn ein Zusammenwirken von Abgeord­neten und störenden Tribünenbe­suchern festgestellt wird, sich an die Immuni­tät der Abgeordneten nicht kehren, sondern die Abgeordneten wegen eines Vergehens auf frischer Tat sofort verhaften solle. Ferner soll für solche Fälle ein Verfah­ren wegen Hausfriedensbruches ein» geleitet werden. Im übrigen erklärte der Reichs- tagSpräfident, datz gegen jedes Schimpfwort und jeden beschimpfenden Zuruf seitens des Präsiden­ten mit unnachsichtlicher Schärfe vor­gegangen werden wird.

Kleinkrieg um die Vergangenheit. 'Aus Grund des Artikels 48." Gegen­sätze im Kabinett.

Berlin, 20. Febr. (Priv.-Tel.) In diesen Tagen hat sich, wie wir hären, das Reichskabinett mit dem heute noch bestehenden, in den Jahren 1923 '24 erlassenen Verordungen auf Grund des Artikels 48 der Reichsver- fafamg beschäftigt. Dabei sind teilweise der Oesfentlichkeit sehr teenig bekannte und höchst eigentüm'.iche RechtSituationen zutage getreten, die auch im ReichZkabinett nicht geklärt werden tonnten, und die teilweise sogar zu recht leb» haften Gegensätzen zwischen den einzelnen Refforts siihrten. Wer weiß z. B., datz heute noch die Ge­bühren für die Sichtvermerke der P ä s f e für Auslandreilen auf Grund des Artikels 48, allo auf Grund einer Rotverordnung aus den Jahren 1923 24 erhoben werden? Zur Zeit der Stabilisierung wurde auf Grund des Ermächü« gunasgesetzes eine betreffende Verordnung vom Reichs )räsrden!en erlassen, die bis beute besteht und die nach Ansicht der zuständigen Stellen erst bann zurückgezogen werden kann, wenn als Ersatz ein entsprechendes Gesetz durch den Reichstag erlassen ist. Aus denselben Jahren sind heute noch rund ein Dutzend Derocdnungen des Reichspräsidenten in Kraft. Einige wie z. B. Verordnungen über die Zurückhaltung von Le» densmitteln, von Skkupationsleistungen im be­setzten Gebiet und über die Kostenverfahren der inzwischen ausgehobenen auherordentlichen Ge­richte, sind von der Praxis läng st über­holt und tonnten leicht durch eine neue Verord­nung des Reichspräsidenten zurückgezogen wer­ben Andere dagegen haben auch heute noch praktische Funktionen, so datz für sie zunächst

Die Konservativen gegen dir Regierung Baldwin.

London. 20. Febr. (WTB.-Funkfpruch.) Die Regierung ist gestern im Unterhaus mit knap­per Rot der Gefahr einer ihr durch ihre eigene Partei bereiteten Riederlage en gangen. An­satz dazu gaben die Erörterungen über die Hf he der Entschädigung für Personen in Irland, die während der dortigen Llnruhen infolge ihrer loyalen Haltung gegenüber der bri­tischen Regierung finanzielle Verluste erlitten haben. Verschiedene konservative Mit­glieder erklärten die vorgesehene Entschädigung für zu gering und wandten sich mit Schärfe gegen die von Amery und Churchill abgegebenen Er­klärungen. Die Krise wurde vorläufig verhindert, als Baldwin im Saal erschien und die Ver­tagung der Debatte durchsetzte.Times" bezeich­nete den Vorgang als eine zweifellose Den, ü - tigung der Regierung und sagt, Baldwin habe zwar die Lage gerettet, aber den Schah- lanzler und den Kolonialminister, die beide als Wortführer des Kabinetts gesprochen hatten, i n eine sehr peinliche Lage gebracht.

Der Fall lllitz im neuen Licht. Begründete Zweifel an der Ncchtsmätzig- leit des Verfahrens.

Kattowitz. 19. Febr. (WD.) DieKatto- wiher Zeitung" meldet, datz der Wojwode von Oberfchlesien sich gestern nach Warschau begeben hat. Die Reise wird in Zusammenhang gebracht mit der Auslosung des schlesischen Sejm und der Verhaftung des Abgeordneten Lllitz. In War­schauer politischen Kreisen soll sich ein Llmschwung der Stimmung und eine Veränderung der Anschauungen über die Zweckmäßig» feit der gegenwärtigen Erledigung der ober» schlesischen Angelegenheiten vorbereiten. Die Gazeta Robotnitzc? stellte $ur Auslösung des schlesischen Sejm fest, datz im Augenblick der Verhaftung des Abgeordneten Ll'itz der schle­sische Sejm noch existierte, so datz die Verhaftung des Abgeordneten Lllih ein Bruch der Immunität sei. Das Blatt behauptet, datz der schlesische Sejm auch heute noch nicht aufgelöst fei, da die Rechtsgültigkeit W durch den Staatspräsidenten erlassenen Auflö- sungsdekrels er st mit der Veröffentli­chung imMonitor Polski" eintrete. Dies fei jedoch bisher noch nicht geschehen. Die Abgeordneten hätten ebenfalls noch keinen schrift­lichen ober sonstigen offiziellen Bescheid über die Auflösung des Sejm erhalten. Mit dieser Fest­stellung gewinnt die Angelegenheit Lllih ein ganz neues Bild. Inzwischen scheint man aus polnischer Seite zu versuchen, dem Verhafteten nicht nur e'.ne einmalige Gesetzesübertretung unterzuschieben, sondern den Haftbefehl damit zu rechtfertigen, datz dringender Verdacht bestehe, datz Lllitz mehrmals zur Desertion verhalfen haben soll.

Kanadas Vorschläge zur Minderheitenfrage.

Genf, 19. Febr. (TL1.) Die neuen Vorschläge des kanadischen Senators Dandurand zu der Minderheitenfrage sind soeben im Sekretariat des Völkerbundes e.ngetrossen. Dandurand hakte be­reits im Laufe des Januars beim Generalsekre­tär den Ant.ag gestellt, auf die Tagesordnung der Märztagung des Rates die Frage des Ver­fahrens bei der Behandlung derMinder- heitenbeschwerden durch den Völkerbund zu setzen. Zur Begründung dieses Antrages hat Sena.or Dandu.and nunmehr dem Generalsekre­tär des Völkerbundes seine ins einzelne gehm- den praktischen Vorschläge übermittelt, die eine grundsätzliche Rachprüfung des bisherigen Min­derheitenverfahrens beim Völkerbund vordem Lieber den Inhalt der neuen kanadischen Dor-- schläge wird von selten des Generalsekrekariats strengstes Stillschweigen geübt, jedoch verlautet von gut unterrichteter Seite, datz in den kanadischen Vorschlägen auch der Gedanke der Schaffung eines ständigen Win» derheitenausschusfes beim Völkerbund berührt wird. Ferner soll in den kanadischen Vorschlägen die Einführung der Oeffent» lief) feit in den De.Handlungen des Ratsaus­schusses für die Minderheitenfragen gefordert werden. Die Derhandtungen des bekannten Dre'.er-Ausschuffes des Dölkerb:mdsrates für die Minderheitenfrage standen bisher unter völ­ligem Ausschluß der Oes.entl'.chkcit. Auch über das Ergebnis der Verhandlungen wurde selbst den beschwerdeführenden Mmdrrheitm keinerlei Mitteilung gemacht. Der Völ- kerbunds.at wird nunmehr auf der M.r^tagung auf Grund der kanadischen Vorschläge und des Antrages von Dr. Strescmann in die Gesamt- crörterung der Minderheitenfragen zintreim.

primo de Rivera setzt sich durch. Tic spanische Artillerie zum zweiten Male aufgelöst.

Paris, 20. Febr. (Privatmeldung) Wie Journal" aus Madrid meldet, hat Primo de Rivera im gestrigen Ministerrat ein de­tailliertes Expose über die jüngsten Ereignisse gegeben. Er habe dabei offen erHärt, datz die Krone für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung verantwortlich sei und datz er nicht im Amt bleiben würde, wenn die energischen Maßnahmen, die er für nötig halte, um eine Wiederholung der letzten Ereignisse zu vermeiden, abgelehnt würden. Der König habe den Dorschlöqen feine» Ersten Ministers zugestimmt. Zwischen der Krone und dem Ministerpräsiden­ten herrsche also volles Einvernehmen über daS, was die Lage erfordere. Der König habe ein Dekret unterzeichnet, durch daS die Ar-

etnmaT ein Ersah, wie z. D. bei der Ge­bührenverordnung, geschaffen werden muß. So glaubt z. B. das Reichsfinanzministerium eine QkrcrLnung über dir ©teuerfabotagc einst­weilen nicht entbehren zu können, während eine andere Bestimmung über Öen Schutz lebens­wichtiger Betriebe auf Wunsch der Ar­beitnehmerseite aufgehoben werden soll, wogegen die Arbeitgeber abA auS psychologilchen Grün­den opponieren. Im Reichslabin'.tt hat man sich über diese Frage zunächst noch nicht einigen können, so datz die entsprechrnbe Vorlage an das Reichsinnenministerium zurückverwiesen werden mutzte.

tttlerictoaffe zum zweiten 2Raleauf» gelöst wird (die erste Auflösung geht auf das Jahr 1926 zurück), und weiter die von der Re­gierung vorgeschlagenen Matznahmen gegen die meisten bei dem letzten Aufstaird kompromittier- ten Persönlichkeiten gebilligt.

Der Hessische Landtag tritt am S.März zusammen.

Darmstadt, 19. Febr. Der Aeltesten - rat des Landtags trat gestern nachmittag zu einer Sitzung zusammen. Die Kommunisten hatten die sofortige Einberufung des Landtags ge­fordert mit Rücksicht auf die durch die Kälte bei den Erwerbslosen entstandene R 01lage. Der Aeltestenrat war der Ansicht, datz der Finanzausschutz bereits alle Wege be­schritten, die zur Behebung der Rot nötig sind und datz auch seither schon die Dezirksfürsorge- verbände in dieser Richtung getan haben was möglich war. Die einzelnen Fraktionsvertreter waren daher der Ansicht, datz eine frühere Ein­berufung des Plenums als zum 5. März nicht notwendig sei.

Aus aller Welt.

Panik in der Neuyorkcr Untergrundbahn.

Neu yor t. 20.Febr. (WTV. Funkspruch.) Auf der Unlergrundbahnstrecke nach hoboken geriet gestern zur Zett des grotzen Abendverkehr» e i n vollbesetzter Untergrundbahnzug un­ter dem hundfonfluh i n Brand. Die plötz­lich ausschlagenden Flammen und der schnell zu­nehmende dichte Rauch verursachten eine autzer- ordentliche Panik unter den Fahrgästen, bei der mehrere lebensgefährlich und über 50 leichter ver­letzt wurden. Außerdem erkrankten über 100 Per fonen an Rauchvergiftung.

Die Darstellungen der Pastagiere über die Ursache des vra'.rdes weichen voneinander ab. Die einen wollen ihn auf Kurzschluß zorückführen. die an­deren behaupten. Zeitungs- und andere Pvmerab- fälle. die neben den Gleisen lagen, hätten s^h ent­zündet. Als die Flammen an den Wagen des be­troffenen Zuges emporschofsen und Rauch in die Abteile drang, sind die Fahrgäste in wilder Flucht, einander drängend und stoßend, in die Hinte­ren Wagen gestürzt, wo sie von den ahnungs­losen Insassen heftig abgewehrl wurden. Es kam zu Kämpfen, bei denen nicht nur Kleider zer­rissen. sondern auch Personen verletzt wurden. Viele wurden ohnmächtig. Rur mit großer Mühe gelang es. die Passagiere, die vielfach durch die Panik völlig verwirrt waren, zu Futz durch den Tunnel nach Reuyork zurückzuführen, was säst zwei Stunden dauerte, viele brachen zusammen, als sie die frische Luft erreichten.

Tcr geplante Mittclmecrflug deSGraf Zeppelin".

Zu den verschiedenen Pressenachrichten über den vom LuftschiffGras Zeppe.in" geplanten Orient» slug wird uns von unterrichteter Seite folgendes mitgeleilt: Die Luftschiffbau Zeppelin G. m. b. H. hat bereits vor mehreren Wochen bei den zu­ständigen Behörden den Antrag gestellt, für einen von ihr geplanten Mittelmeer «lug, der u. a. über Aegypten führen sollte, die erforder­liche Genehmigung der beteiligten fremden Regierungen zu beschaffen. Das Auswärtige Amt hat sich jo,ort mit der An­gelegenheit befaßt Aus An atz eines kurz vor­her von anderer Seite gestellten Antra­ges ähnlicher Art war dem Auswärtigen Amt bekannt, datz die Erteilung der Genehmi­gung zum üeberfliegen von Aeghp » t e n von den hierfür maßgebenden Stellen in Kairo neuerdings aus grundsätzlichen Erwägun­gen a b g e I e b n t wird. Es ist trotzdem versucht worden, angesichts der besonderen Bedeutung einer Fahrt desGraf Zeppelin", die Be­willigung einerAusnahme zu erlangen. Leider haben diese Versuche zu einem nega­tiven Ergebnis g:.jrt. Die z iftänbigen Reichs­behörden stehen mit der Luftschiffbau Zeppelin G. m. b. H. in Verbindung, um die Frage zu klä­ren. ob und in welcher Weise der Mittelmeerflug unter den gegebenen Llmständen durchgeführt wer­den kann.

Reue Zeppelinhalle in Friedrichshafen.

Bei dem vor einiger Zett ausgeschriebenen Wett­bewerb für den Bau einer neuen Zeppelinhalle in Friedrichshafen Hot die Gute-Hoffnungs« Hütte in Oberhausen den Zuschlag erhalten. Mit dem Bau der neuen Luftschiffhalle wird voraus­sichtlich im Mai d. I. begonnen werden. Es handelt sich um ein Objekt von v i e r 5 . i l I i 0 n e n Mark.

Opfer des brechenden Elses.

In Mannheim brachen in später Abendstunde beim Uebersch reiten des Neckars zwei junge Leute in der Nähe des Ufers durch die Eis­decke. Während ein 25jähriger Kaufmann aus Lud- w'.gshafen gerettet werden konnte, ist eine 19jäh- rige Mannheimerin unter der Eisdecke verschwun­den. Ihre Leiche konnte noch nicht geborgen wer­den. Auch im N h e i n e i s sind inzwischen kilo­meterweit Risse unter donnerähnlichem Krachen ent­standen. Die Bevölkerung, die noch am Montag den ganzen Tag den Rhein überschritt, wird drin­gend gewarnt, den Fluß zu überschreiten. Es finden sich jedoch noch zahlreiche Waghalsige, die die War- nur.g nicht beachten, so datz weitere Unfälle nicht ausgeschlossen sind.

3000 Häuser in Berlin ohne Wasser.

Jnsol'e des schweren Frostes der letzten Wochen sind in Berlin durch Einfrieren der Kanalisation und der Wasserleitung schwere Schäden entstan­den, und zwar sind von den inägefamt 90 000 Häufern Berlins, die von den städtischen Wasfer» werken beliefert werden, 3000 von der Wasser­zufuhr abgeschnitten. Die Versorgung dieser Häu­ser mit Wasser wird von den Wasserwerken nur mit großer Mühe durch Sprengwagen und Zapf­stellen aufrechterhallen.

Schwere Gasexplosion in Solingen.

In Solingen erfolgte in der Unteren Haupt­straße eine schwere Gasexplosion. Bereits am Abend hatten die Einwohner Gasgeruch bemerkt. Die Arbeller des Gaswerks konnten jedoch die undichte Stelle nicht finden. Man öffnete daher die Kanalschächte, damit daS GaS entweichen konnte. Das Gas sammelte sich nun in einem verschlossen gebliebenen Kanal und explodierte schließlich mll großer Gewalt. Mer Passanten wurden verletzt, einer davon schwer. In einer Straßenfront von etwa 120 m

Länge find sämtliche Spiegelscheiben und Fenster- scheiben im Erdgeschoß der anliegenden Häufe, zerstört. 3m Umkreis des Schachts hat fidi die Straße um etwa einen halben Meter gehoben und bietet ein Bild großer Verwüstung.

Eine ganze Familie durch Gasvergiftung verunglückt.

In Trier wurde eine aus Vater, Mutter und einem 25jährigen Sohn bestehende Familie tot in den Betten aufgefunden. Es liegt Oa; Vergiftung vor. Eine zweite, im gleichen Hause wob nenbe Familie konnte noch um Hilfe rufen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Das Gas wen infolge eines Rohrbruchs von her Stral­aus ins Haus eingedrungen.

Gaskalastrophe in einem Pariser Nachtasyl.

3n einem Rachtasyl wurden elf Pers 0 ne > durch Aus strömen von Gas, das auf einen Rohrbruch zurückzufühven war. getötet 3m Lause der Rächt bis T Uhr mordens sind stündlich vier Kubikmeter Gas audgeftrömt Dn Versuch der Feuerwehr, den Bewußtlosen Rel tung zu bringen, ist deshalb fe'llgefchlagen, tceV man sie in einen beirachbarten Raum brachte, der ebenfalls vom Gas heimgesucht war Bei der Ueoerführung der Verunglückten sollen die Feuerwehrleute außerdem auch vergessen haben, die Ramen zu notieren, so daß die 3dm- tität der Derunglückien jetzt nicht mehr mit Sicherheit festzustcllen ift

verhängnisvolle Spielerei.

Ein schreckliches Ente fanden in dem Erfur. benachbarten Walschleben zwei 18jährige Bur­schen. Sie hatten sich während der FÄHstücks- pause in der dortigen Zuckerfabrik in eine zum Zuckertrocknen aufgestellte Trommel gefetzt uni die Trommel a n g e ft e H t. Da die Trommel mit großer Geschwindigkeit rotierte, gelang es ihnen nicht mehr, den Wstellhebel zu ergreifen. Rach der Frühstückspause fand man d.e beiden in fürchterlich verstümmeltem Zustande in der Trommel auf.

Drei Frauen bei einem vronde umgekommeo.

Bei einer Feuersbrunst in einem Hause in Wal lasey (Cheshire) kamen drei Frauen ums Leben Der Mann einer der Frauen rettete seine Kind« über die bereits brennende Treppe. Als er hieraw zur Rettung seiner Frau zurückkehren wollte, roar es jedoch zu spät, da die Flammen jedes Bordrin gen unmöglich machten.

Zwei vergarbeiler

bei einer Explosion flüssiger Lust zerrissen.

Beim Tränken von Patronen im Schacht Mer« kers (Rhön) explodierten einige Kannen, die un­gefähr 100 Liker flüjiger Luft enthielten. <jxk: mit der Zubereitung der Patronen beschäftigt Arbeiter wurden in Stücke gerissen. 2?. ungefähr hundert Meter Entfernung werden meh­rere Arbeiter zu Boden geschkeudert. Auch ein» Wand von anderthalb Meter Dicke wurde ein#

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Eisenbahnunglück bei Kempten.

Bei Kempten im Allgäu fuhr der Rachtgüter« zug 8413 bei der Einfahrt in den Kempten« Güterbahnhof auf eine Wagenpartie auf. Set Lokomotivführer erlitt dabei so schwere Derlehungen, daß er kurz darauf starb. Ci» Hilfsarbeiter wurde schwer verletzt ins Kranken­haus eingellesert. Die Lolomotive und ein Güter­wagen wurden stark beschädigt.

Sechs Tote bei einem Eisenbahnunglück in Amerika

Ein Perfonenzug der LouisvilleHenderfori - St. Louis Eisenbahn stieß nahe H e n ö c r f c an einer scharfen Kurve mit einem Gülerzug za- fammen. Rach den bisher vorliegenden OKeUun' gen sind dabei sechs Beamte drs Personal der beiden Züge getötet worden, während von den Passagieren niemand ernstlich verletzt tour^: Die beiden Lokomotiven und die Gepäckwagca des Personenzu^es wurden bei dem Zusammen­stoß ineinander geschoben und gerieten in Brand. Die Opfer des Llnglücks lagen unter dm Trüm­mern begraben. Man vermutet, daß das Hnilüd durch ein Mißverständnis bei der ©.gnalftellun; verursacht wurde.

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Wettervoraussage.

Wettervoraussage für Donnerst«p Meist heiteres Wetter und trocken, nachts ftärlei Fröste.

Witterungsaussichten für Freitag Wenig Aenderung der Wetterlage.

Lufttemperaturen: am 19.Februar: rnd tage2,2 Grad Celsius, abends5,1 Grad Cd1 sius: am 29. Februar: morgens10,2 Grad' sius. Maximum 1,2 Grad Celsius, Miniimo> 10,4 Grad Celsius. Erdtemperaturen: In jtij Zentimeter Tiefe: am 19. Februar: abends -»41 Grad Celsius: am 20. Februar: morgens4,8 Celsius. Sonnenscheindauer 7 Stunden.