Ausgabe 
19.10.1929
 
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Der Reichswehrminister wandte sich dann an die jungen Söhne des gefallenen Kommandanten der altenLeipzig" und ermahnte sie. Person- lichkeiten,ganze Kerle" zu werden, ihrem Vater nachzueifern, dann werde der Segen dieses Va­ters aus ihrem Leben ruhen. Er sprach sodann den Dank der Wehrmacht dafür aus, dah es trotz unserer Rotzeit wieder gelungen sei, ein neues Schiff, wenn auch nur als Ersahbau, unsere« Marine zuzuführen. Dank dafür gebühre vor allen Dingen den gesetzgebenden Körperschaften.

Der Kampf der Geister um die Wehrmacht werde mit besseren Aussichten durchgekämpft werden, wenn die Wehrmacht den weilen Kreisen des deutschen Volkes möglichst nähertrete und dem Volke zeige, was sie ist: ein Teil des Volkes, der für jedes Volk, das in der Well gellen will, eine unabweisbare Notwendigkeit ist.

Wenn mächtige Handelsschiffe, wie vor kurzem dieBremen", den Hamen Deutschlands hinaus­tragen in alle Meere, die Völker verbinden und den Handel fördern, so gehören zu diesen Fahr­zeugen größter Dimensionen notwendig auch Kriegsschiffe. Es ist ein gewaltiges Schiff, das heute vom Stapel gelassen ist: aber selbst im kleinsten Schiff, das die Marine hinausschickt in die fernen Länder, liegt eine gar nicht abzu- schähende geistige Kraft. Es sind nicht immer die Kanonen, es sind letzten Endes die geistigen Kräfte, die alles beherei^en auf dieser Welt. Und so soll auch aus diesem kleinen Schiff, aus diesem kleinen Kreuzer, eine geistige Kraft hin­ausströmen und wieder zurückströmen in unsere Heimat, in das Vinnenland, die der Entwicklung des deutschen Volkes neuen Auftrieb gibt. Auch bei diesem jüngsten Kinde unserer Marine ist ein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen. Diele Köpfe und Hände haben mitgewirkt, um dieses Kunstwerk zu konstruieren und zu bauen, Ihnen allen gebühre sein wärmster Dank. Der Minister erwähnte dann die diplomatische Vedeutung eines solchen Kreuzers.

Die Reisen unserer kleinen Kreuzer, unserer Schulschiffe, hätten in den letzten Jahren nach ollen Berichten wesentlich dazu beigetrogen, die Weltstimmung wieder für uns zu gewinnen. So sehe auch der Minister des Aeuheren in jedem deutschen Schiff, das wir hinaussenden, ein

Mittel seiner Politik.

Der Reichswehrminister gab dann dem Wunsche Ausdruck, daß die geistige Kraft, die von der Leipzig" ausgeht, die ganze Vesahung des jungen Schiffes durchströme, damit ein geistiges Fluidum hergestellt werde zwischen Besatzung und Vaterstadt. ilnö an den Leipziger Oberbürgermeister sich wendend, erklärte der Minister:Senden Sie uns den Deist der Wissenschaften, der in Leipzig feine Wohnstätten hat, und wenn Sie in das Paket den notwen­digen Humor hineintun können, dann tun Sie es, denn jeder Dienst und jede Tätigkeit, die wirklich einen Erfolg haben sollen, müssen ge­tragen sein von einem gewissen goldenen Humor und einem großen Optimismus, und schicken Sie dies gelegentlich an Bord des Schiffes." Dann wünschte der Minister dem Schiff, dem jungen Täufling, glückliche Fahrt zu Auh und Frommen der deutschen Republik und des deutschen Volkes, und sprach zum Schluß feine Wünsche für die Iadestädte und die Patenstadt Leipzig aus, der er weiteres Blühen und Ge­deihen wünschte.

Aach dem Reichswehrministcr ergriff der sächsische Ministerpräsident Dr. Bünger das Wort, der dem Reichswehrminister dankte und mit einem Hoch auf die Reichsmarine schloß.

Die Festgäste blieben in lebhafter Unterhaltung noch längere Zeit beisammen.

Oer Glückwunsch

-es Reichsprasi-enien.

Berlin, 18. Oft. (WTB.) Der Reichswehr- minister ® r oener richtete aus Wilhelmshaven folgende telegraphische Meldung an den Reichspräsidenten:

KreuzerLeipzig" in Anwesenheit der Ehren­gäste, unter ihnen acht Lieberlebende der im heldenmütigen Kampf bei den Falklandsinseln gefallenen altenLeipzig"-Besatzung, auf Marine­werft soeben glücklich vom Stapel gelaufen.

Der Reichspräsident erwiderte darauf: Für die Meldung vom glücklich erfolgten Stapel­lauf dankend, wünsche ich dem neuen Kreuzer E, der den Aamen des im heldenmütigen Kampf bei den Falklandsinseln am 8. Dezember 1914 gesun­kenen KreuzersLeipzig" trägt und dadurch das Gedenken an dieses tapfere Schiff und die mit ihm untergegangenen braven Kame­raden lebendig erhalten wird, allezeit glück­liche Fahrt. Möge die neueLeipzig" in treuer Pflichterfüllung der alten n a ch e i f e r n.

von Hindenburg, Reichspräsident."

Mac-onal-

üfrer die Eeeabrüstung.

Ottawa, 18. Oft. (WTB.) Bei einem Ban­kett, das von der kanadischen Regie­rung gestern abend zu Ehren des englischen Premierministers gegeben wurde, hielt Mac- donald nach einer Begrüßung des kanadischen Premierministers MackenzieKing eine Rede, in J)er er ausführte, er kehre nach London zurück, um die Besprechungen mit Frank­reich, Italien und Japan in der glei­chen offenherzigen und freimütigen Weise auf­zunehmen, in der die Verhandlungen mit der amerikanischen Regierung geführt worden seien.

Er hoffe, daß im nächsten Frühjahr ein Ab­kommen abgeschlossen werden könne, das den größten und wichtigsten Fortschritt auf dem Wege zum Weltfrieden darstelle.

Diese Mächte würden während der Verhand­lungen auf dem Laufenden gehalten werden, und wenn irgendein anderes Land über den Fort- schritt der Verhandlungen unterrichtet zu sein wünsche, so werde diesem Wunsche entsprochen werden. Macdonald erklärte ferner, daß mit den Vereinigten Staaten keine end­gültigen Vereinbarungen getroffen worden seien, weil sich beide Parteien darüber klar gewesen seien, daß es noch andere Ra­tionen in der Welt gebe, und weil sie keines­wegs die Absicht hatten, diesen ihren Willen aufzuzwingen. Die Dleinungsverschiedenheiten. die bestünden, würden das Zustandekommen eines Abkommens, das alle Rationen der Welt um­fasse, nicht verhindern.

Oer Kampf um das Volksbegehren.

Hindenburg gegen H 4 des Volksbegehrens.

Berlin, 18.Ott (WB.) 3m Laufe des heutigen Vortrags des Reichskanzlers nahm (wie wir in einem Teile unserer gestrigen Ausgabe bereits mel­deten. D. Red.) der Herr Reichspräsident Gelegenheit, den § 4 des Volksbegehrens, welcher Reichskanzler und Reichsminister, die den Poungplan oder ähnliche Verträge abschliehen, un­ter die Anklage des Landesverrats stellt, als einen unsachlichen und persönlichen poli­tischen Angriff zu bezeichnen, den er be­dauere und verurteile. Der Herr Reichs­präsident ersuchte den Herrn Reichskanzler, hier­von den Mitgliedern des Reichskabinetts Kenntnis zu geben.

Die Pressestelle der Deutschnatio- nalen Volkspartei wendet sich unter der UeberschriftIrreführung des Reichsprä­sidenten" gegen die Feststellung, daß der § 4 des Volksbegehrens jeden Minister oder Bevollmächtig­ten für den Abschluß des Poungplanes oder ähn­licher Abmachungen wegen Landesverrates bestra­fen will. Demgegenüber wird von zuständiger Seite festgestellt,, daß der § 4 des Volksbegehrens in Ver­bindung mit dessen § 3 den Abschluß aller Verträge, die Reparationsverpflich­tungen enthalten, schon jetzt als la n des- verräterische Handlung brandmarkt, wenn auch selbstverständlich, wie bei jedem Strafgesetz, eine strafrechtliche Verfolgung im Einzelfalle erst für die nach dem Inkrafttreten dieses Strafgesetzes begangenen Handlungen eintreten kann: insbeson­dere wird im § 3 die Zustimmung zum Poung- p l a n als landesverräterische Handlung hingestellt und damit gegen die Reichsregierung der Vor­wurf erhoben, daß sie sich einer nach der Auffassung der Antragsteller mit Zuchthaus zu bestrafenden Tat schuldig mache. Jeder, der für das Volksbe­gehren eintrete, mache sich diesen Vorwurf zu eigen, und beteilige sich an dem unsachlichen und persön­lichen politischen Angriff, den der Herr Reichs­präsident in seiner Aeußerung an den Reichskanz­ler bedauert und verurteilt hat.

Oer Reichskanzler über das Giahlhelm-Berbot.

Berlin, 18. Oft.- (WTB.) Die Reichs- tagssraktion der Deutschnationalen Volkspartei hat ein an den Reichs- kanzle r gerichtetes Schreiben vom 16. Oktober veröffentlicht. Auf dieses Schreiben hat der Reichstanzler nachstehende Antwort erteilt:

Eine Rachprüfung der von der Reichs­regierung erklärten Zustimmung zu dem Ver­bot des Stahlhelms durch den preußi­schen Minister des Innern kommt nicht in Frage. Vorab bemerk.» ich, daß Ihre Auffassung rechtsirrtümlich ist, wonach im vorliegenden Falle unter der Reichsregierung die Gesamtheit der Reichsminister zu verstehen sei. Wo in Reichsverfasiung und in Gesehen von Reichs- regieruna gesprochen wird, ist nur in Aus­nahmefällen das Gesamtkabin:tt gemeint. Lieber­wiegend bezeichnet die Reichsverfassung damit jeweils die zuständigen Ressortminister. (Dgl. die Entscheidung des Reichsgerichts in Strafsachen vom 14. Aovember 1924, abgedruckt in der amt­lichen Sammlung, Bd. 58, S. 40, übereinstimmend mit dem Triepel-Archiv für öffentliches Recht, Dd. 39, S. 480.)

Ein Beschluß des Gesamlkabinells war sonach nicht erforderlich.

Auch in früheren Fällen, so bei dem 'Verbot der Ortsgruppe Elmshorn des Bundes Wehrwolf vom 19. März 1926, Olympia vom 28. Juli 1926, Wiking und des Jung-Wiking vom gleichen Tage, Orts­gruppe Hindenburg des Noten Frontkämpfer-Bundes vom 25. August 1926, Kreisgruppe Grottkau des Stahlhelms vom 9. Dezember 1926, Ortsgruppe Falkenburg des Roten Frontkämpfer-Bundes ein­schließlich der Roten Jungfront vom 18. Januar 1928, bei denen die Reichsminister Külz und vonKeu - dell mitgewirkt haben, ist ebenso verfahren worden. Ich darf ferner darauf Hinweisen, daß beim dies­jährigen Verbot des Roten Frontkämpfer-Bundes genau nach den gleichen Grundsätzen verfahren wor­den ist.

Der Reichsminister des Innern hat also auf Grund des in Theorie und Praxis anerkannten Rechtszustandes gehandelt. Meine Zustimmung als die des für die Bestimmung der Richtlinien der Politik zuständigen Reichskanzlers hat er vorher eingeholt. Darüber hinaus hat der Reichsminister des Innern auch die Stellung­nahme des Auswärtigen Amtes eingeholt und feine Entscheidung erst getroffen, nachdem auch vom Auswärtigen Amt keine Bedenken erhoben worden sind.

In der Sache selbst beziehe ich mich auf die Be­gründung, die der für das Verbot zuständige preu­ßische Minister des Innern diesem Verbot schriftlich und mündlich im Preußischen Landtag in der Sit­zung vom 16. Oktober gegeben hat. Die Geländespiele des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold tragen, wie dies der politischen Einstellung des

Reichsbanners entspricht, keinen militärischen Cha­rakter im Sinne des Gesetzes vom 21. März 1921.

Oie Amtsenthebung

-es Regierungsrats Bierbach.

Berlin. 18. Oft. (WTB.) Zu den Presse­meldungen über den Fall Regierungsrat Johan­nes B i e r b a ch , Düsseldorf, teilt der Amtliche Preußische Pressedienst folgenden Beschluß des preußischen Innenministers und des Finanzministers mit:Gegen den Reg.erungsrat Johannes Bierbach, Düssel­dorf, welcher hinreichend verdächtig erscheint, die ihm durch sein Amt auferlegten Pflichten da­durch verletzt zu haben, daß er sich agitatorisch, so durch Llnterzeichnung eines in Rümmer 521 derDüsseldorfer Rach richten" deröfsentlichten verhetzenden Aufrufs zugunsten des Volksbegeh­rensFreiheitsgesetz" betätigt hat, obwohl dieses in seinem § 4 den Herrn Reichskanzler und die Herren Reichsminister als Personen kenn­zeichnet, die das Verbrechen des Landesverrats zu begehen gewillt seien und vor deren Beginnen sich das deutsche Volk nur durch Zuchthausstrafen schützen könne, wird auf Grund der § 2 und 23 des Gesetzes betreffend die Dienstvergehen der nichtrichterlichen Beamten vom 21. Juli 1852 (Gesetzessammlung Seite 465) das förmliche Disziplinarverfahren mit dem Ziele der Entfernung aus dem Amte eingeleitet. Gleichzeitig wird auf Grund des § 50 des Diszi- plinargesetzes die sofortige Suspendie­rung des Angeschuldigten von seinem Amte verfügt."

Oer Deutsche Beamteubun- zum Volksbegehren.

Berlin, 18. Ott. (WB.) Der geschäftsführende Vorstand des Deutschen Beamte nbundes hat heute in seiner Sitzung zum Volksbegeh­ren durch folgende Entschließung Stellung genom­men:

Der geschäftsführende Vorstand des Deutschen Beamtenbundes stellt fest, daß es sich in dem Volksbegehren mit dem KennwortFreiheitsgesetz" um keine parteipolitische Angelegen­heit, sondern um eine Lebens- und Zu­kunftsfrage des deutschen Volkes von allgemeiner politischer Bedeutung handelt. (£r ist daher bereit und verpflichtet, dazu Stellung zu nehmen. Der Deutsche Beamtenbund ist einig mit allen Volksgenossen darin, daß die Be­hauptung von der alleinigen Schuld Deutschlands am Kriege mit allen zweck­mäßig erscheinenden Mitteln bis zum Widerruf b e - k ä m p f t werden muß, wie das bisher von allen deutschen Regierungen geschehen ist. Er erkennt im Poungplan, im Ganzen gesehen, mit allen Vorbehalten im Einzelnen, einen Fortschritt gegenüber dem Dawesplan, und begrüßt insbeson­dere die damit oerbunbene baldige Räumung des besetzten Gebietes. Er muß die im §4 des Volksbegehrens enthaltene Aechtung aller derer als Landesverräter, die das ausführen, was durch ordnungsmäßige Gesetzgebung beschlossen wor­den ist, als unvereinbar mit den Grund­sätzen eines Rechtsstaates erklären. Der Bund sieht mit Sorge die jahrelangen Anstrengun­gen um den Wiederaufstieg Deutschlands iind um Verständigung mit anderen Völkern g e = fährdet und befürchtet daraus schwere innerpolitische Kämpfe zum Nachteil des Volksstaates und des deutschen Volkes. Der geschäfts­führende Vorstand billigt die von der Bundeslei­tung getroffenen Maßnahmen, um die Beamten von der Unterstützung dieses Volksbegehrens sernzu- halten."

Sperrung -er Postscheckkonten von Stahthelmführern?

Berlin, 19. Oft. (Sil.) In Rheinland-West­falen sind, wie dieD. A. Z." erfährt, die P v st- scheckkonten der als Stahlhelmführer bekannten Personen gesperrt worden. Die D. A. Z." erfährt weiter aus zuverlässiger QueUe, daß auch in anderen Provinzen Postscheckkonten der leitenden Männer des Stahlhelms durch die Post gesperrt worden seien. DieseMel- bungen seien geeignet, das Dementi der Regie­rung, daß sie nicht beabsichtige, auch andere Lan­desverbände des Stahlhelms zu verbieten, in höchst eigenartigem Lichte erscheinen zu lassen. Das Blatt bemerft dazu:Hier liegt ein Symp­tom für Kopflosigkeit und Frivolität der verant­wortlichen Stellen vor, das mit aller Schärfe ge- brandmarkt werden müsse. Die bürgerlichen Par­teien der Regierungskoalition, und zwar alle, kämen in eine Lage, die gänzlich unmöglich sei."

Ausschluß zweier Volksparteiter aus dem Stahlhelm.

Hamburg, 18. Oft. (WB.) Der Hamburger Landesverband des Stahlhelm hat den deutsch­volksparteilichen Bürgerschaftsabgeordneten Rechts­anwalt Dr. R. B e h n und den Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Erich F e n g e r, ausgeschlossen, weil beide den Aufruf des Landesausschusses der Deutschen Volks- Partei gegen das Volksbegehren unter­zeichnet haben.

Mackenzie King gab bekannt, daß dem englischen Premierminister die Würde eines kanadischen Geheimen Rates ver­liehen worden sei, und fügte hinzu, Laß Hoo­ver und Macdonald der Welt ein glän­zendes Beispiel gegeben und gezeigt hät­ten, wie das gute Einvernehmen zwischen den Rationen durch direkte Verhandlungen gefördert werden könne.

Japan ist guten Willens.

Tokio, 18. Oft. (WB.) Lieber die Haltung Japans auf der bevorstehenden Flotten­konferenz erklärte Außenminister Shide- h a r a, Japan werde in Zusammenarbeit mit den anderen Seemächten aufrichtige Qlnftrcn- gungen unternehmen, um zu einer Herab- lebung der Rüstungsausgaben zu gelangen Der Außenmmister sprach bje Zuversicht aus daß vre Konferenz zur Förderung des Friedens und der VerstarckUgung unter den Rationen, woran dem spanischen Volke von jeher so viel gelegen fei, i oettragen werde.

Gin neuer englisch-amerikanischer Schiedsvertrag?

London, 19. Oft. (WTB. Funksvruch.) Der Sonderberichterstatter derDaily Äews', der sich im Gefolge Macdonalds befindet, meldet aus Ottawa, daß demnächst ein neuer Schieds - vertrag zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten entworfen werde. Der kanadische Premierminister Macken­zie King habe sogar darauf gedrungen, dah Großbritannien und die Vereinigten Staaten noch weiter gehen und eine englisch-amerika­nische Kommission nach dem Vorbild der kanadisch-amerifanischen Kommission schaffen soll­ten. Dieser Vorschlag würde sowohl in London als auch in Washington sorgfältig erwogen. Dem Korrespondenten zufolge zeigte sich Mac do- nald hocherfreut über den italieni­schen Vorschlag an Frankreich hinsichtlich einer gegenseitigen Verständigung über die Ma» rincabniftungdfragen.

Aus aller Welt.

Berliner (Äeldschrankräuber erbeuten 140000 Mark.

In der Rächt zum Freitag drangen Geld- schranfeinbrecher in die Geschäftsräume der Baufirma Doswau & Knauer in der Mohrcnstraße in Berlin ein. Die Verbrecher schweißten einen älteren Arnheim, der im Lohn­bureau stand, kunstgerecht auf, nahmen die für die Lohnzahlung am Freitag bereitgestellten Lohntüten heraus und stiegen damit, wahr­scheinlich weil das Zimmer durch die Schweiß- arbeit erstickend heiß war, ein Stockwerk tiefer in ein Zimmer, wo sie in aller Ruhe am Tisch Platz nahmen. Die Lohntüten wurden aufgerissen und das Papiergeld herausgenommen. Das Hart­geld ließen sie zurück. Auch Deutel mit Silber­geld. die im Schrank standen, haben sie gar nicht berührt. Sie erbeuteten etwa 1 40 000 Mark. Rach Spuren, die man gefunden hat, scheint die Kolonne von einem Hause in der Taubcnstraße, das unbewacht ist, heraufgekommen zu fein. Es ist anzunehmen, daß sie erst in den Morgenstunden durch das Haus in der Laubenstraße hinausgegangen sind. Ihr wert­vollstes Werkzeug haben sie mitgenommen.

Württembergfahrt desGraf Zeppelin".

Stuttgart. 18. Olt. (ALTD.) Das Luft­schiffGraf Zeppelin" wird am Sonntag um 9 Llhr unter Führung von Dr. Eckener in Friedrichshafen auffteigen und eine Fahrt durch Württemberg machen. Gegen 13 Llhr wird das Schiff auf dem Stuttgarter Flughafen in Böblingen landen und dort etwa drei Stunden verweilen. Der Landung des Schiffes schließt sich ein Empfang durch die toürt- tembergische Staatsregierung und die Städte Stuttgart und Böblingen an. Der Start des Luftschiffes zur Rückfahrt ist gegen 16 Llhr zu erwarten. Wegen der zur Zeit herrschenden trü­ben und dunstigen Witterung ist der für Sams­tag geplante Flug desGraf Zeppelin" nach der Schweiz vom Programm abgeseht toorben.

Die wenig Sicht bietende Wi'.t^rung int Boden- feegebiet hat auch dazu geführt, daß die für Freitag in Aussicht genommene Fahrt deS Do. X mit etwa 150 Passagieren an Bord unterbleiben muhte. Falls die Wett:rverhält- nisse eine günstige Wendung erfahren, wird der Flug am Samstag zur Ausführung kommen.

Neuer Probeflug desR 101.

London, 18. Okt. (WB.) Das Luftschiff R 101" mit etwa 50 Fahrgästen an Bord fuhr um 8.15 Uhr vormittags zu einem Probeflug, her neun Stunden dauern soll, von Eardington ab. Das Wetter war ruhig. Unter den Fahrgästen befindet sich der Luftfahrtminister Lord Thomson. Das Luftschiff hat um 18.45 Uhr seine Ueoungsfahrt beendet und wurde wieder an seinem Ankermast fest- gemacht.

Großfeuer in Westfalen.

Herten (Westfalen), 19. Okt. (WTB. Funk- spruch.) In dem Anwesen des Landwirtes Over­beck brach gestern abend ein Feuer aus, das sich bei dem herrschenden Winde in kurzer Zeit auf sämtliche Rebengebäude ausdehnte. Die Wanne-Eickeler und die Hertener Feuerwehr und Löschzüge der ZecheGeneral Blumenthal" konn­ten nicht verhindern, daß eines der Gebäude vollkommen niederbrannte. Die Ernte und wertvolle landwirtschaftliche Maschinen verbrannten. Der Gesamtschaden dürfte sich auf über 60 000 Mark belaufen.

Aufsehen erregender Diebstahl in Reuyork.

Die Reuhorker Polizei teilt mit, dah be­waffnete Räuber einen Panzerkraft­wagen mit 6 3 0 0 0 Dollars Inhalt am unteren Broadway gestohlen haben. Der Wa­gen wurde wiedergefunden, doch werden die Einzelheiten des Diebstahls während der Unter» suchung geheimgehalten.

Zwölf Tote bei einer Explosionskatastrophe.

Bilbao, 18. Okt. (WTB.) In Mara­caibo explodierte ein Hochofen. Zwölf Personen wurden getötet und 24 schwer verletzt.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die Südseite der nördlichen Störung hat unter Barometerfall ihren Einfluß bis über die Alpen ausgedehnt. Da durch die Störung eine weitere Zu­fuhr ozeanischer Luftmassen bedingt wird, so ist noch kein beständiges Wetter zu erwarten. Wenn auch vorübergehend Aufheiterung eintritt, so muß mit der eintretenden Bewölkung auch mit vereinzelten Niederschlägen gerechnet werden.

Wettervoraussage für Sonntag: Wechselnd wolkig, vorübergehend auch aufheiternd, kühl, vereinzelte Schauer.