Ausgabe 
19.9.1929
 
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meinte unvergessen BleitenI Die Arbeiten im Innern ter Kirche sind unter dem bekannten Kirchenmaler Kienzle (Darmstadt) ausgeführt.

' Rainrod, 18. Sept. Am Sonntag fand dahier das diesjährige Dekanatsmissions­fest des Dekanates Schotten statt. Der Festgottesdienst begann um 1 älhr nachmittags. Eröffnet wurde er durch einen stimmungsvoll vorgetragenen PsalmgesangDer Herr ist mein Hirte", durch den hiesigen Männergesangverein unter Leitung von Lehrer Lehm er. Die Fest­predigt hatte Pfarrer Wolf von Wingershausen übernommen, der auf Grund von Psalm 42, 2 und 3, und Ioh. 7, 37 und 38 sehr packend sprach. Der Gottesdienst sowie die Nachversamm­lung waren von der Gemeinde Rainrod und Festgästen aus der Llmgegend sehr gut besucht. Nach kurzer Kaffeepause zog unter Vorantritt des Musikvereins unter Leitung von Rechner Seibel die Festgemeinde zum Festplatz unter der dicken Buche am illfaer Pfad, einem herr­lich gelegenen Platze in der Nähe des Dorfes mit wundervollem Blick auf Nainrod und die Berge des Vogelsberges. Nach Choralgesang und Be- grühung durch Bürgermeister Dechert sprach als erster Redner Baurat Kessel von Schotten und zeigte in ernster und packender Weise, daß nur bewußte Christen auch rechte Missionsleute fein könnten. Hierauf begrüßte Dekan Wid­mann, Gedern, im Namen des Dekanates die Festgemeinde und gab der Freute Ausdruck,

daß er das erste kirchliche Fest als Dekan ge­rade hier in Rainrod feiern dürfe, mit dem er durch manche persönliche Bande verbunden sei. Der Hauptredner des Tages, Missionar Schmoll, Hersfeld, schilderte in längeren Aus­führungen die Erfolge und Schwierigkeiten auf den verschiedenen Baseler Missionsgebieten. Nach­dem noch der Ortsgeistliche, Pfarrer Römer, Schotten, als Vorsitzender des Dekonatsmissions- vereins den Rechenschaftsbericht erstattet und Altbürgermeister Biehl allen Mitwirkenden ge­dankt hatte, fand das Fest gegen 6 älhr seinen Abschluß. Die Kollekte in Gottesdienst und Nach­versammlung betrug 68,10 Mk. und kommt der Baseler Mission zugute.

Dale« für Freitag, 20 Leptember.

1863: der Sprach- und Altertumsforscher Jakob Grimm in Berlin gestorben; 1870: Einnahme Roms durch die italienische Armee, Ende des Kir­chenstaates; 1898: der Dichter Theater Fontane in Berlin gestorben; 1910: der Schauspieler Josef Kainz in Wien gestorben.

Briefkasten der Redaktion.

2H. M. 100. Wilde Kaninchen gibt es in Oberhessen zweifellos noch an verschiedenen Stellen. Wir konn­ten jedoch keinen bestimmten Ort ermitteln, wo diese Tiere anzutreffen sind.

iit:

irischast.

Oer Handel

in Reichsschuldbuchforderungen.

Die Frankfurter Dörsen-Kommission für den Handel in amtlich nicht notierten Werten gibt von folgender Verfügung des Reichsfinanzmini­sters, deren Inhalt für die Stückzinfenbe- rechn un g von Bedeutung ist, Kenntnis:

(Jür die auf Grund des Kriegsschädenschluh- gefehes vom 28. März 1928 RGBl. I. S. 120 in baä Reichsschuldbuch eingetragenen Entschä­dig u n gsschuldbuchforderungen wer­ten die Zinsen entsprechend der Bestimmung im § 10 Absatz 2 am 15. Oktober und 15. April d. I. fällig. Die Berechnung erfolgt halbjährlich vom 1. April 1929 an, also jeweils für einen Zeitraum vom 1. April bis 30. September bzw. 1. Oktober bis 31. März, so daß die ersten Zinsen für die Zeit vom 1. April bis 30. September 1929 am 15. Oktober 1929 zur Auszahlung gelangen. Da­gegen wird die Zahlung der letzten Zinsrate bereits bei Fälligkeit der entsprechenden Kapital­beträge, also jeweils am 31. März erfolgen.

Zur Erleichterung des Abschlusses von Ge­schäften kurz vor den Zinsterminen wird die Reichsschuldenverwaltung die Zinszahlungslisten nicht am 10. Tage des dem Fälligkeitstermin vorangehenden Monats (§ 22 des ReichZschuld- buchgesehes) abschliehen, sondern erst jeweils am 30. September bzw. 31. März, damit etwaige bis zu diesen Terminen eintretente Änderun­gen in der Person des Gläubigers nach Möglich­keit noch berücksichtigt werden können."

Gläubigerversammlung der Südwestbeuischen Bank.

Gestern fand in Fr ankfur t a. M. eine Gläubigerversammlung der Süd- westdeutschen Bank A.-G. statt, in der ter Vertreter der Deutschen Waren-Treuhand A.-G. die Mitteilung machte, daß außer dem Verlust des Aktienkapitals von I Mill. Mark ein weiterer Verlust v on 8 Mill. Mk. zu verzeichnen sei. Heber bte Umstände, die zu den Verlusten geführt haben, wurde u. a. mitgeteilt, daß nach Grün­dung der Bank eine Reihe von Geschäften der Landesgewerbebank für Südwestdeulschland A.-G. in Karlsruhe übernommen wurde, auf denen ein erheblicher Verlust ruht, der auf mindestens 3,50 Mill. Mk. geschäht wird. Ob und in welchem Umfange eine Verantwortlichkeit des Auf sich ts- rats der Bank für die verlustreichen Geschäfte besteht, werde der Gläubigerausschuh als eine feiner dringendsten Aufgaben unverzüglich zu prüfen haben. Die Versammlung wählte einen Gläubigerausschuh und ermächtigte den Aus­schuß, den Antrag auf Eröffnung des gericht­lichen Vergleichsverfahrens zu stellen, wenn von irgendeiner Seite Konkursantrag gestellt werden sollte.

*

* Mühlen-Fusion. Die G.-V. der Ver- eingte Kunstmühlen A.-G., Landshut genehmigte einstimmig die oorgeschlagene Fusion mit der Kunst­mühle A.-G., Rosenheim und beschloß Aenderung

des Firmennamens inVereinigte Kunstmühlen Landshut-Rosenheim A.-G."

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 19. Sept. Tendenz zu­rückhaltend. Die Stimmung an ter heutigen Börse war freundlich, doch konnte man eine gewisse Zurückhaltung erkennen, da am heutigen Donnerstag Befürchtungen hin­sichtlich einer Diskonterhöhung in Lon­don auftraten. Die Spekulation blieb reser­viert, zumal Aufträge auch heute wieder kaum ei nge troff en sein dürften. Die zunehmende Ar­beitslosigkeit im Reiche machte keinen guten Eindruck. Es waren anfangs noch Abgaben zu beobachten, doch als die Meldung eintraf, daß die Diskontrate der Bank von England unverändert belassen wurde, zeigte sich etwas mehr Unternehmungslust, aber trotzdem war keine nennenswerte Geschäftstewegung zu er­kennen. Rur Spezialwerte traten etwas hervor und es ergaben sich zur ersten Notiz gegenüber der gestrigen Abendbörse überwiegend Kursbesserungen. Die feste gestrige Neuyorker Börse konnte insofern keinen Eindruck machen, da in Amerika die Geldmarktverhältnisse immer noch nicht besonders günstig liegen. Aber im großen und ganzen war die Tendenz freundlicher, denn die zu bemerkenden Deckungen in Glanz- ftoffattien verfehlten ihre Wirkung nicht. Cs ergab sich hier ein Gewinn von 3 Prozent. Etwas hervortreten konnten noch am Elektro- markt Schuckert mit plus 2,5 Prozent, AEG. mit plus 1 Prozent und Siemens mit plus 0,75 Prozent. Elektrische Lieferungen dagegen minus 1,5 Prozent. Farben eröffneten fast unverändert. Autowerte bis 1,5 Prozent fester. Von Montanwerten zogen Bude­rus, Gelsenkirchen, Phönix u. Rhein­stahl bis zu 1 Prozent an. Harpener und Mannesmann lagen vernachlässigt. Nord­deutscher Lloyd waren weiter etwas schwä­cher; H ap a g dagegen etwas höher. Am Ban­ke n m a r 1t war die llmsahtätigkeit etwas reger, bei gut behaupteten Kursen. Berliner Han­delsgesellschaft gaben jedoch 1 Prozent nach. Renten still, zumeist etwas höher. Im Verlaufe war die Hmsahtätigkeit klein, die Kurse waren kaum verändert. Glanz st offaktien zögen weitere 2 Prozent an. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dol­lar 4,2004, gegen Pfund 20,364, London gegen Kabel 4,8466, gegen Paris 123,87, gegen Mai­land 92,6750, gegen Madrid 32,86, gegen Hol­land 12,0890.

Berliner Börse

Berlin, 19. Sept. Obwohl die ersten offi­ziellen Notierungen ter heutigen Börse nicht immer ganz den vorbörslichen Erwartungen ent­sprachen, war ter Grundton doch als freund- l i ch anzufprechen. Schon an der gestrigen Frank­furter Äbendbörfe konnte man eine Beruhigung feftftellen, die ihren Ausgang von Deckungen und angeblich auch Interventionskäufen am Glanz st offmarkt hatte. Nachdem nun Neu-

York trotz des Tagesgeldsahes von 10 Prozent im Verlaufe sehr fest war und heute auch be­kannt wurde, daß in ter Geheimsitzung des Federal Reserve Boards am 17. d. M. eher eine Herabsetzung ter Neuyorker Diskontrate als eine Erhöhung befürwortet wurde, konnte man schon vormittags mit weiteren Deckungen rechnen. Diese wurden prompt vorgenommen, als die Meldung von einem auch heute unver­änderten Londoner Diskontsatz ein- traf. Wieder hatten Goldabflüsse nach Frankreich in Höhe von 225 000 Pfund Befürchtungen hin­sichtlich der Diskontrate aufkommen lassen. Am Kunst seiden markt und in BMW. wurde anscheinend etwas interveniert, letztere erschie­nen sogar mit Plus-Plus-Zeichen. Hier wollte man wissen, daß ein größeres Paket, das bisher auf den Markt drückte, nunmehr in feste Hände übergegangen ist. Die ersten Kurse tagen unein- heitlich und im allgemeinen nur unbedeutend verändert. BMW. gewannen 4,5 Prozent, B e rn- bet g 9 Prozent, G 1 anzstoff 8 Prozent und Papiere wie Mix & Genest, Rheinische Braunkohlen. Polyphon, Chemische Heyden, Elektrische Licht & Kraft, Rheinisch-Westfälische Elektro und Conti Gummi (letztere auf eine Notiz über guten Geschäftsgang), 2 bis 3 Prozent. Ander­seits eröffneten Kali Aschersleben 2 Proz. und Schlesische Gas 2,25 Prozent niedriger. Auch S v e n s k a verloren im Einklang mit schwä­cheren Londoner Meldungen 2,50 Mk. Deutsche An leihen behauptet. Ausländer unein­heitlich. Pfandbriefe eher freundlicher. Der Geldmarkt war leichter. Tagesgeld 6 bis 8,5 Prozent, Monatsgeld 9 bis 10,5 Prozent, Waren­wechsel 7,75 bis 7,60 Prozent. Nach ten ersten Kursen machte die Befestigung trotz eines sehr ruhigen Geschäftes weitere Fortschritte. B M W., Reichsbank, Salzdetfurth,Schlesische Gas und O st w e r k e zogen um etwa 2 Prozent an, und auch sonst ergaben sich etwa einprozentige Gewinne. Auf dem erhöhten Niveau kam aber immer wieder Ware heraus, so daß diese Ge­winne sich später nicht behaupten konnten. Am Glanz st off-Markt machten sich wieder Ab­gaben bemerkbar. In Farben blieb das Ge­schäft ziemlich lebhaft. Man nannte einen Kurs von 5 bis 5,05 Prozent.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

F r a n f f u r t a. M., 19. Sept. Auftrieb: 72 Rin­der, 1163 Kälber, 339 Schafe, 445 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkäl­ber 77 bis 80 Mk., mittlere Mast- und öaugfälter 73 bis 76, geringe Kälber 66 bis 72. Schafe: Mastlämrner und jüngere Masthämrnel (Weite- mast) 47 bis 51, mittlere Mastlämrner, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 46, fleischiges Schafvieh 30 bis 39. Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 87 bis 90, von etwa 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 88 bis 91, von etwa 160 bis 200 Psd. Lebendgewicht 87 bis 90, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfd. Lebend­gewicht 85 bis 88 Mk. Marktverlauf: Schweine rege, ausverkauft. Kälter rege, geräumt. Schafe ruhig, geringer lleterftanb.

Berliner Prodnktenrnarkt.

Berlin, 18. Sept. Das Geschäft am Pro­duktenmarkt bewegte sich heute in sehr ruhigen Bahnen, da weder vom Auslände noch vom Mehlmarkte Anregungen vorlagen. Das Angebot von Inlandbrotgetreite ist angesichts ter Zurück­haltung der Käufer ziemlich reichlich zu nennen, für Weizen waren etwa gestrige Preise zu er­zielen, wobei sich weitere Nachfrage für Ver­ladung nach dem Rhein zeigt. Roggen ist, na­mentlich in Kahnware, auch zu entgegenkommen­den Forderungen schwer unterzubringen. Roggen- stühungskäufe erfolgten heute weder am Liefe­rungsmarkt noch in effektiver Ware. Anschei­nend soll allmählich ein Ausgleich zwischen den bisher bezahlten Interventionspreisen und den im _ freien Markt erzielbaren Preisen herbei­geführt werden. Die Lieferungspreise für Weizen zeigten bei Eröffnung nur unbedeutende Ver­änderungen. Roggen fetzte bis 1 Mark niedriger ein. Am Mehlmarkte erfolgen weiterhin nur kleinste Bedarfskäufe. Hafer infolge weiterer Deckungsnachfrage der Exporteure im Preise be­hauptet, Gerste ruhig.

Kunst und Wissenschaft.

AusstellungDer schöne Mensch". Darmstadt.

In diesen letzten Wochen fanden zahlreiche Füh­rungen statt. Alle Gruppen wurden von Malern geführt. Reisende aus Holland. Italien. Amerika, ein Chinese, der von Bern besonders hierher kam, besuchten die Ausstellung. Demnächst wird der 8000. Besucher erwartet.

Büchertisch.

Das malerische Nidda. 27 Bleistift­zeichnungen von L. Paetow, Berlin, mit be­gleitendem Text von Eugen Cloos. Nidda. Preis 2 Ult. Verlag von L. Cloos, Nidda, 1929. (380) Das Büchlein stellt mit feinen künst­lerisch warm empfundenen und doch äußerst lebenswahren, realistischen Zeichnungen und seinem historisch und sachlich erläuternden Text einen schätzenswerten Beitrag für die heimat­kundlichen Bestrebungen weiter Dolkskreife dar. Ein liebevolles Heranziehen an die Stät­ten unserer alten Volkskultur wird allen Be­sinnlichen willkommen fein.

Ten bisher erschienenen Bänden ter schnell populär gewordenen BücherreiheScherls 2 ° M a r k - R o m a n e" läßt der Verlag soeben drei weitere Bände folgert Die neue Ausstattung hat rasch Anklang gefunden; das handliche For­mat ermöglicht ein bequemes Hnjerbringen auf Reisen und Wochenend; die soliden GanHeinen- bände sind auch ein Schmuck für jeden Bücher­schrank. Ernst Klein bringt eine außer­ordentlich spannende Geschichte:Die Dame mit dem Tigerfel 1, die uns in einen tollen Wirtel interessanter Geschehnisse führt. Sehr interessant weiß auch Karl August von Las- f e r t seinen RomanVe rbrechen auf Schloß W ö r t h" zu gestalten. Einen Zusam­menstoß zwischen den Weltanschauungen ter Großstädter und der traditionsgebundenen Dorf­bewohner bringt uns Emmi Lewald in dem RomanDas Fräulein aus der Stadt". (Buchverlag Scherl, Berlin SW 68. 349 351.)

Westermanns Monatshefte (Ver­lag G. Westermann, Braunschweig), Haden so­eben das erste Heft des 74. Jahrganges heraus­gebracht. Dr. Friedrich Düsel zeichnet an Hand vieler Illustrationen ein klar umrissenes Bild Otto Thieles, der schon manches Genie über­flügelt hat. Der neue Roman von Rudolf Pres- ber,Die Witwe von Ephesus", ist voll Span­nung und Leben. Die Novelle von Georg Was­nerAnd dennoch etwas blieb fürs Leben", läßt die Stutentenjahre mit all ihren Freuten und Sorgen so deutlich am geistigen Auge Darüber- Stehen, als wenn man alles gestern erst erlebt hätte. Dann folgt Carl I. Lucher, ter bekannte Sportschriftsteller, mit seinem östlichen Beitrage Zeltlagerleben" voll Stimmungsblltern, die seine große Verbundenheit mit Gottes freier Na­tur so recht erkennen lassen. Das Gebiet ter Musik berührt ter Aufsatz3ugenterinnerungen an berühmte Musiker", aus dem Nachlaß von Ferruccio Busoni; Dr. Kurt Floericke schrieb für Tiersfreunde die Geschichte terGötter­vögel". Ein hochaktuelles Thema istHellsehen und Wahrsagen', behandelt von älniversitäts- prvsessor Verwehen. Otto Behrens führt uns nach Filmamerika.

Oberfchlesiens heutige Gestalt. Kohle und Eisen im Wiederaufbau und ÖSirt- schastskampf. Von Karl A Ibach. (Verlag Büscher & Sarx, G. m. b. H., Siegen. Broschiert und illustriert 2,50 Mk.) 343.

Letzte Nachrichten.

Weitere Haftentlassungen in der Sprengstoffaffäre.

Berlin, 19. Sept. (MTB. Funkspruch.) Die bei­ten in ter Sprengstoffangelegenheit verhafteten Hof- besilzer Amandus Dick, Vater und Sohn, aus Rönne, find gestern aus der Unter- suchungshaft entlassen worden, da festge- stellt wurde, daß sie nicht in Beziehung zu den Spreng st ofsanschlägen stehen. Das in ihrem Hause gefundene TBaffenlager stammt aus dem Jahre 1920 von den demobilisierten Bal- tikumtruppen. Für den Besitz dieser Waffen werden sich die beiden vor den örtlichen Ju­stizbehörden in einem von der Untersuchung der Sprengstofsangelegenheit völlig getrennten Ver­fahren zu verantworten haben.

Einberufung des Reichstages zum 30. September.

Berlin, 19. Sept. (TU.) Drahtbericht.) In ter Kabinettssihung, die am Donnerstag im Reichstag stattfand, und an ter mit Ausnahme von Dr. Slresemann und Dr. Lurtius sämtliche Reichs­minister teilnahmen, wurde beschlossen, ten Aelte­st e n r a t des Reichstags in seiner morgigen Sitzung zu ersuchen, die Einberufung des Reichs- tagszum3 0. September zur Erledigung des Gesetzes über die Reform der Arbeitslosen­versicherung zu veranlassen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angesührlen Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent.

Frankkurt a M.

Berlin

Frankfurt a M.

Berlin

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--Uhr Kurs

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Anfang. Kur.

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Schluß- Kurs

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Datum

18.9.

19-9.

18 9.

19.9.

Datum

18.9.

19.9.

18-9.

19.9.

6% Dt. Reichsanleihe v 1U27 . . Dl. Anl.-Abids.-Schulo mit AuS- Ich.-Rechten.........

Desgl. ohne AuNos.-Rcchte . . . 7% Franks. Hhp.-Bk. Goldpf. un- tfinbbar blfl 1932......

4Vt% Rheinische Hyp.-Bank Llqu.-

A.C G. abg. BorkriegS-Obltgatiou., rückzahlbar 1932 .....

4% Schweiz. Bundeeb.-Anl.. . . 4% Oesterreichilche Goldrte.. . . 4,20% Oesterr. Silberrtc.....

4% Oesterreich, einhcltl. Rte . . 4% Ungarische Goldrte......

4% Ungarische StaatSr. v. 1910 . 4)i% dcegl. von 1913.....

4% Ungarische Kronenrte.....

4% Türt. Hollanleihe v. 1911 . . 4% TUrlische Bagdadbahn-Anl., Serie I...........

4% deogl. Serie II.......

4% Rumänen ronbert. Rte. . . . 4 Vi% Rumänen Soldanl. von 1919

eillfl. Deuhche Eisenbahn . . 4y, Hamburg-Amerika Paket ... 7 Hainb.-Sstdam. Dampsich. . . 8 Han ja Da mpsichiss.....10

Norddeutscher Lloyd.....8

Allg. Deutsche Credilanfi. . . io Barmer Bankverein .... io Berliner HandelSgeielisch. . . 12 Lommerz- und Prival-Bank . n Tarmsi. u. Notionalbank . . 12 Deutsche Bank......10

Tiskonta-Gesellschaft Snt.. . 10 Dresdner Bant......n>

yiciallban t.........8

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124

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295

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200

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201

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A.E.G............b

Bergmann.........9

Gleltr. Lieferungen.....10

Licht und Kraft......10

gelten L Guilleaume. ... 754 Ges. t. Elcktr. Untern.....10

Hamb. Elettr. Werke .... lu

Rhein. Elcktr.........9

Schlei. Elektr........10

Schuckert.........11

Siemen- 4 Halske.....16

Traniradio..... 8

Lahme yer LEo.......10

Buderus...... 5

Deutfche ErdSl.......6

Essener Steinkohle......P

Geilenkirchener ....... 8

Harpener..........0

Hoefch Elfen........6'-:

Ilfe Bergbau ....... 10 Klücknerwerke.........

Köln-Neuesten........7

Mannesmann........7

Man-felder.........i

Oberschiei. Eilend. Bedars. . .

Lberschles. Kok-werke.....7

Phönix Bergbau......6V4

Rheinische Braunkohlen... 10

Rhetnstahl.........6

Ricbeck Montan..... 7,f

vereinigte Stahl« .....

Olavi Ditnen......1g'/,

Kall Aichersleben.....i<

Kali Westeregeln......10

Kaliwerk Salzdetfurth ... 16

I- ®- Farben-Industrie . . . 12

Dynamit Nobä.......g

Scheideanstalt........ <j Goldschmidt...... . k>

RülgerSwerkc........ß

Metallgclellschast......a

192,5

204,25

138

207

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165

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137

106,25

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383,5

68,75

142

144,5

111,9

106,9

122

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78,25

126.5

192,5 228

169,5 204

138,25 206,/5

142 145,25 185,25 221,13 381,5

165

68,5 112,25

140 141 145 129 213

114

126,65 112

137,5 80,75

102,75 106,25

264 121

113,9

69,65

236 241,75

392

212,75 101,65

72,25 79

126.

193

220,5

168,5

206

137

206,5

145,25

182,5

222,6

383

115,75

141,5

145

114,5

124,75

111,6

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83,25

106,13

266

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391,5

213

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Berlin

Berlin, 18. September Geld Brief

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Kurs Kurs

Schluß»! Anfang- Ku re | Kur-

F-ranzonsche Holländische Italienische Norwegische Deutsch-Lcsi Rumänische Schwedische Schweizer 9" Spanische N Tschcchoilow Ungarische V

Devis

Noten....

Noten......

16,412 16,472

167,96 168,64

22,03 22,11

111,43 111,87

59,01 59,25

2,485 2,505

112,08 112,52

80,64 80,96

61,70 61,94

12,37 12,43

73,00 73,30

iranffurt a. M.

Datum 18.9. 19.9.

18.9. | 19 9.

Noten ......

Noten......

crr.L 100 Kronen Noten......

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Pyutpp Hotz mann....... 96,5 99,5

Heidelberger (lement .... 10 126,5

Cement Karlstadt.....10 igz

Wayß 4 Freitag.......8

95,5 96,5

288,75 289

222,5 220,75

286 294

228 237

234 233,5

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186,13 185,75

43,9 46

51,75 51,6

Echulthel- Pahenhofer ... 15

Ostwerte.........12

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293 297

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Hellstosf Waldhof .... 13V,

Hetlftofl Aickiaiienbura . . iv

Telegraphische Auszahlung.

Charlottenburger Wasser ... 8

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Daimler Motoren......t 45 25

Deutlche Maschinen-gabril . . <

18. September

1$. September

Amtliche Notierung (3clb | Brie,

Amtliche Notierung

Geld

Brie,

Adlerwerke Klever......0 40,5

Ludw. Loew.-.......n

9?al. Automobil ....... c ~

Orenstetn 4 Koppel.....6

Leonhard Tiey......10

Bamag-Meguin ....... 0

Franks. Maschinen......4

Griyner..........6 :8

Heyltgenstaedt .......

HunghanS...... .... 6 60,5

Lechwerke......... 105,75

MaintraUwerte.......6 107,5

Miag...........1< - 125

Relais ulmer .......6

Gebr. Roeder.......1" 109,5

Boigl 4 Haefsner......9

Südd. Zucker.......10 153,5 159

Banknoten

40 41,5

196,5

84,75 83,25

196,75 -

52,5 -

56,75

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124 124

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158,25

Amft.- Rott. Buen.-AireS Brss.-Antw- Christiania. Kopenhagen Stockholm HelsingforS. Italien. . London. . Neuyork . Paris. . . Schweiz . Spanien. Japan . .

Rio de Jan Men in D. Ccft. abgefi Prag . . . Belgrad . Budapest.

Blll 'arten Lissabon . Danzig. . Konstantin. Athen. . Kanada . Un: uap. Cairo .

168,26 1,759

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111,73

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111,93 111,95 112,59 10,563

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4,205 16,455

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1,995 0,4995

59,16 12,44

7,392 73,35 3,041 18,77

168,23 1,757

58,295 111,70 111,71 112,34 10,541 21,945 20,336 4,1965

16,42 80,86 61,86 2,002 0,4965

59,035 12,419

7,380 73,19 3,035 18,76

168,57 1,761

58,415 111,92

111,93 112,56

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4,2045

16,46

81,02

61,98

2,006 0,4985

59,155

12,439

7,394 73,33

3,038

18,80

Berlin, 18. September

Held

Brief

81,31

2,012

5,42

4,164

4,096

20,866

81,47

2,016

5,43

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4,104

20,906

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2,014

5,42

4,166

4,096

20,86

81,46

2,018

5,43

4,174

4,104

20,90

Amerikanische Noten.....

Belgische Noten ....... Dänische Noten ........ iknalikche Noten........

4,177

58,14

111,45

20,30

4,197

58,38

111,89

70.3?