Ausgabe 
19.7.1929
 
Einzelbild herunterladen

Frieden zu sichern. Die Frage sei jedoch noch nicht so weit gediehen, daß irgendwelche amt­liche Erwägungen erfolgt seien.

Amerikas Finanzleute befürchten keinen Krieg.

Reuyork, 18. Juli. (WTD.) Dem Heu- Yorker Vertreter des WTD. wurde von Fi- nanzkreisey erklärt, dah der russisch- chinesischen Spannung bisher wenig Bedeutung beigemessen werde, da man er­warte, dah der Krieg verhütet werden könne.

Nanking ist nicht beunruhigt.

Banking, 18. 3ult. (WB.) Der Wortlaut der Sowj.etnote, durch die die Beziehun­gen mit China abgebrochen Werden, ist heute abend hier eingStroffen, und der Minister­präsident hat eine Konferenz der hter der Regierung einberufen. Der Präsident des gesetzgebenden Rates, Huhammin, er­klärte nach der Konferenz, Die Regierung sei nicht beunruhigt, denn die Rote sei er­wartet worden, und man sei der Ansicht, daß nichts Ernstes daraus folgen werde. Ein

Krieg zwischen China und Ruhland sei ganz unwahrscheinlich. Aber auf Grund der Pekinger Aussprache zwischen Tschiangkai- schek und Tfchanghshliang fei die Regie­rung für alle Entwicklungen, die sich ergeben könnten, vorbereitet.

Die Tatze des russischen Sören. Die Niederlassungskastanien im chinesischen Feuer.

London, 19. Süll (WTD. Funkspruch.) Morning Post" meldet aus Washington, dah dort keine Sympathie für China vorhanden sei. Die öffentliche Meinung scheine eher auf seilen Rußlands zu stehen, und zwar nicht wegen besonderer Vorliebe für die Evwjetregierung, sondern weil sie die Eigen­tumsrechte ausländischer Mächte ge­wahrt sehen wolle. Amerika und Japan seien in dieser Frage einig, wenn siedie Tatze des russischen Bären dazu ge­brauchen können, um die Riederlassungs- k a st a n i e n aus dem chinesischen Feuer zu ho­len". Wenn die Sowjetregierung zu weit gehen wollte, werde sie sowohl in Washington, als auch in Tokio Mißbilligung Hervorrufen.

Anschlag ans den österreichischen Bundeskanzler.

Wien, 18. Juli. (WTB. Cig. Drahtbericht.) Als Bundeskanzler Slreeruwih heute vormittag im Auto seine Amtsräume am Ballhausplah verließ, kam es zu einem Auftritt, dessen Hintergründe noch nicht geklärt sind. Ein Mann, der vor dem nächsten Hause gewartet hatte, zog einen Revol­ver hervor und wollte abdrücken. In seiner un­mittelbaren Nähe stand ein Polizisl, der ihm die Waffe noch rechtzeitig entriß und ihn fest nahm. Der Verhaftete behauptet, er habe lediglich beabsichtigt, in die Luft zu feuern, um auf diese weise Aufmerksamkeit zu erregen.

Der Täter. - Die polizeilichen Feststellungen.

Wien, 18. Juli. (WTD) Der Urheber des Anschlags auf den Dundeskanzler hat nach sei­ner Verhaftung angegeben, ursprünglich tat­sächlich ein Attentat geplant zu haben, und zwar auf den Bundespräsidenten. An­scheinend hat er den Dundeskanzler mit dem Bundespräsidenten verwechselt, da sich der Dun-

despräsident zur Zeit nicht in Wien befindet. Es handelt sich um einen arbeitslosen Schneider­gehilfen namens Anton Leitner, der aus Kärnten stammt und vor einigen Tagen aus Düsseldorf nach Wien gekommen ist. Er gab an, daß nach seiner Ansicht der Dundespräsident für das Elend und die Arbeitslosigkeit in Oester­reich verantwortlich zu machen sei. Deshalb habe er gehofft, ihn niederschlagen zu können. Angesichts der zahlreichen, auf Dem Platz auf. gestellten Polizisten, habe er jedoch erkannt, daß sein Plan aussichtslos sei, und so habe er auf einen der dort aufgestellten Sicherheitsbeamten schießen wollen. Die Pistole hat übrigens versagt und Leitner hat sie fortgeworfen. Leitner ist nach seiner eigenen Angabe im verflossenen Winter einige Monate in einer Irrenanstalt un- tergebracht gewesen.

Rach den weiteren Feststellungen der Polizei über Leitner, ist eine Schwester des Genannten in einer Irrenanstalt gestorben und eine andere Schwester befindet sich gegenwärtig in einet) Irrenanstalt. Dem ganzen Vorfall wird" hier keine große Dedeutung beigemessen.

DieAussprache in derfranzösischenKammer.

Das amerikanische Gold als Mchtsaktor.

Paris, 18. Juli. (WD.) Die Kammer setzte heute vormittag die allgemeine Aussprache über die Schuldenabkvmmen fort. Der radikale Abg. Durand wies auf die außer­ordentliche Wirtschaftsmacht der Ver­einigten Staaten hin, der gegenüber die europäischen Staaten sich zusammen- schließen müßten, um ihre Lebensrechte zu wahren. In diesem Werk sei die deutsch-franzö­sische Verständigung eine Notwendigkeit.

. Als der radikale Abg. D e r g e r h, ehemaliger Generalsekretär der Reparationskommission, das Wort ergriff, um auf den Mißerfolg der Ruhrbesetzung zu sprechen zu kommen, ent­stand eine Auseinandersetzung zwischen den Abg. Reibei und Herriot über die Haltung, die Marschall Foch damals gegenüber der Ruhrbesetzung eingenommen hat. Außenmini, ft er Driand bezeichnete es in einer kurzen Zwischenbemerkung als ein bedauerliches Der. fahren, die Meinung der Militärs gegen die Handlungen der Regierung auszuspielen.Der Abg. D e r g e r h erklärte,

die Ruhrbesehung sei nicht nur finanziell ein sehr schlechtes Geschäft gewesen; sie habe auch den Bankrott der französischen These in ollen wesentlichen Punkten herbeigeführt.

Abg. D e r g e r y betonte weitbr, daß er für eine Ratifizierung der Schuldenabkommen un­ter Vorbehalten sei. Der Ministerpräsi­dent habe selbst gesagt, daß eine Richtratifizierung den Dvung-Plan gefährden würde. Er bedauere, dah Frankreich alles in allem 42 Millionen Fran- len erhalten solle. Die französischen Unterhänd­ler müßten auf der bevorstehenden Konferenz unabhängig fein. Wenn Deutschland tatsächlich feine Zahlungen einstelle, werde Amerika nicht bestreiten können, dah Frankreichs Zahlungs­fähigkeit verringert sei. Der Abgeordnete be- llagte weiter das Uebergreifen der ame­rikanischen Finanz auf Industrie und Handel Frankreichs. Die Vertreter des Landes hatten die Pflicht, die finanzielle und wirtschaftliche Unabhängigkeit Deutschlands zu schützen.

Die Amerikaner hätten zwar auf den Krieg als ein Instrument der Diplomatie verzichtet, aber sie wollten nicht auf das Gold als ein Instrument der internationalen Macht ver­zichten.

Rach dem Abgeordneten Dergery ergriff der sozialistische Abgeordnete Vincent Auriol das Wort. Er erinnerte daran, dah alle Ent- täuschungen, über die man sich beklage, aus dem Versailler Vertrag herrührten. Im Augenblick der Friedensverhandlungen wäre es möglich gewesen, durch ein direktes Abkommen unter den Alliierten eine gerechte Verteilung der Kriegslasten vorzunehmen. Man habe ver­sucht, die Enttäuschung des Volkes durch die heuchlerischen Abkommen, die sich an den Ver­sailler Vertrag angeschlossen hätten, zu be­ruhigen, aber man habe im Jahre 1922 groß­artige Derständigungsmöglichkeiten übersehen. Gegen die Sozialisten habe man eine Derleum- dungskampayne geführt. Man habe ihnen vor- aeworfen, öte Deutschen begünstigen zu toollen. Auch während der Ruhrbesetzung hätten die Sozialisten einen Plan vorgelegt. Auriol, der der Kommission angehörte, die über die Schul­denabkommen in Washington verhandelte, ver­breitet sich alsdann über diese Verhandlungen. Er und zwei andere Mitglieder der Kommission seien während der Verhandlungen in Washing­

ton mit dem französischen Dotschafter Bären - g e r nicht einverstanden gewesen. Wäre man llug vorgegangen, dann hätte man wenigstens eine Klausel erlangen können, die Hoover vorgeschlagen habe, und in der die französischen Vorbehalte enthalten gewesen, seien..

Mas den PoungPlan betreffe, so habe er die vollkommene Verbindung zwischen der Repara- klonsschuld und den interalliierten Schulden hergestellt, aber die Verbindung sei nur rein theoretisch.

Schließlich befaßte sich Auriol mit der Frage der Liquidierung des Krieges. Er erklärte, diese Liquidierung könne unter allgemeinem Miß­trauen und Haß nicht in befriedigender Weise er­folgen. Die Regierung müsse die Organisierung der internationalen Zahlungsbank überwachen. Die Sozialisten wünschten die Unterstellung dieser Dank unter die Kontrolle des Döller- bundes.

Der sozialistische Abgeordnete G r u m b a ch, der nach Dincenl-Auriol sprach, ging auf die Rheinlandfrage ein. Er verlas einen Ar­tikel des Abgeordneten Pfarrer S o u l i e r gegen die Rheinlandräumung, ferner Stellen aus der letzten Rede Millerands, wonach das Rheinland ein Pufferstaat werden solle, und kam zu dem Ergebnis, dah die Durchführung des Doung-Planes nur möglich fei bei einer

Politik des Friedens und der europäischen Zu­sammenarbeit

und nicht mit der Politik der Mehrheit. Zu einem Zwischenfall kam es, als ein Abgeordneter den Redner aufforderte:Sprechen Sie franzö­sisch!" und ein anderer ihm zurief:Sie waren in der Schweiz, als wir an der Front waren!" Es entstand ein solcher Tumult, daß der Präsident mit Unterbrechung der Sitzung drohte. G r u m b a ch rief feinen Parteifreunden, die sehr erregt waren, zu:Verteidigt mich nicht gegen Derartiges!" und erklärte dann, als sich der Lärm etwas gelegt hatte:Ich habe mich gegen den Vorwurf, Richtfranzose zu fein, nicht ver­teidigen wollen. Was bleibt Ihnen im Elsaß noch, wenn Sie mich verdächtigen, Richtfranzose zu sein? Das Elsaß," so fuhr Grumbach fort,ist wieder französisch geworden, so französisch, wie das Rheinland deutsch ist.

Nachdem die elsässische Frage nicht mehr be­steht, würden Sie eine große Schuld auf sich laden, wenn Sie nicht alles täten, um die Schwierigkeiten zu beseitigen, die noch zwischen den beiden Republiken bestehen.

Auf die für die beiden Völker so verhängnisvolle Feindschaft muh eine enge Zusammenarbeit folgen.

Der Abgeordnete Rehnaud führte in einer Rachtsihung der französischen Kammer aus, dah die Gegner Frankreichs in Amerika und England die Richtratifizierung wünschten, in England be­sonders, weil man auf das Caillaux-Churchill- Abkommen und die Dalfour-Rote zurückkommen möchte. Frankreich dürfe freilich n»'cht zulassen, dah die Vereinigten Staaten es dränge, bis an die Grenze feiner Zahlungsfähigkeit zu gehen. Man dürfe es nicht zulassen, einen Sou mehr zu bezahlen, als Frankreich von Deutschland erhalte. Frankreich stehe vor der Wahl, entweder über­haupt nicht zu ratifizieren, was einen Streit nicht nur mit den Vereinigten Staaten und mit England, fonden mit allen Staaten, die bereits ratifiziert hätten, bedeute, oder zu ra­tifizieren mit Vorbehalten.

Großfeuer im Emdener Hafen.

Lieber eine Million Mark Brandschaden.

Emden, 18. Juli. (WD.) Im Außen - I Hafen ist ein Grohfeuer ausgebrochen. Der Brand entstand in dem großen fiskalischen, von der Westfälischen Transport A.-G. verwalteten Speicher, in dem sich

über 300 Tonnen Hafer und Gerste zweier Dremer Firmen sowie mehrere Maschi­nen und der Motorenraum für den Detrieb der Elevatoren befinden. Die Elevatoren sind durch den Drand bereits stark beschädigt. Das Feuer wurde kurz vor 17 Uhr entdeckt. Es soll durch

Selbstentzündung

infolge der seit einigen Lägen anhaltenden starken Hitze entstanden sein. Das Speicherdach, an dem augenblicklich Ausbesserungen vorgenommen wur­den, hat in der Mitte eine Oesfnung, durch die Sonnenstrahlen ungehindert Eintritt hatten.

Die Emdener Feuerwehr und fünf Löschboote befinden sich an der Brandstätte. Infolge des Brandes sind die an der Hafenseite des Spei­chers vorüberführenden Schienenstränge, die zur Auhenhafenmole führen, für den Güterverkehr gesperrt. Der Wind weht ziemlich kräftig nach dem Wasser, so daß für den benachbarten mit Holz gefüllten Speicher der Emdener Derkehrs- gesellschaft und für den dahinter liegenden Gaso­meter im Augenblick keine Gefahr besteht. Auf den Drücken und auf dem gegenüberliegenden Deich haben sich viele Reugierige angesammelt. Gegen 19 Uhr war das Feuer noch nicht gelöscht.

Rach den letzten Schätzungen hat der Drand einen

Gesamtschaden von einer Million Mark verursacht. Dem Feuer sind u. a. auch vier große Kranen, die zum Entladen der Schiffe dienen, sowie ein kostspieliger Elevator zum Opfer ge­fallen Die Vorderwand des Dacksteinspeichers mit dem angebauten Wohnhaus ist stehengeblie­ben. Die ehemaligen Speicher gleichen einem wüsten Trümmerhaufen. Der riesige Ele­vator ragt schräg in die Luft und droht ein» zustürzen. Inmitten der Trümmer liegt ein gewaltiger Kessel, dessen eiserne Stützen zusam- mengeschmvlzen sind. Hafenboote und Feuerwehr find kurz vor 20 Uhr noch mit dem Rieder- kämpfen des Feuers beschäftigt, doch kann die größte Gefahr als beseifigt gelten. Der Wind hat sich gedreht und Richtung auf den Holz- speicher genommen. Dei dem Brande erlitten einige Personen, die mit Löscharbeiten beschäftigt waren, Verletzungen. Den

Getreideschaden

schätzt man auf etwa 100 000 Mk. Es find, wie nunmehr festgestellt worden ist, 90 Tonnen Hafer und 150 Tonnen Gerste verbrannt.

Um Mitternacht konnte der Drand im Außen­hafen als gelöscht gelten. Zur Zeit werden Aufräumungsarbeiten durchgeführt. Einzelne noch stehende Eisenkonstruktionen und Mauern werden umgelegt, um Unfällen vor­zubeugen. Hin und wieder flammt der Drand noch auf. Die Feuerwehr hält die ganze Rächt über Drandwache. Die Hafenboote, die zum Löschen des Brandes herbeigeeilt waren, konn­

ten auch inzwischen wieder abrücken. Wie wir weiter erfahren, find

noch zwei Freilager nieder gebrannt.

Die beiden Besitzer haben einen Schaden von je 3 0- bis 40 000 Mark erlitten. Wie uns mitgeteilt wird, dürfte der Gesamtschaden di, gemeldete Summe von einer MillionReichs- ma rk übersteigen.

Schweres Eisenbahnunglück in Amerika.

Neun Tote, über 20 Verletzte.

Denver (Colorado), 18. Juli. (MTV.) Ein Teil des aus Chikago kommenden Exprehzuges der Rocky-Jsland-Bahn stürzte heute früh gegen drei Uhr in der Nähe von Stratton in einen Fluß.

Das Unglück ereignete sich dadurch, daß der sonst seichte 'Bach durch die R e g en g ü s s e der letzten Tage sich in einen reihenden Strom verwandelt hat und die Eisenbahnbrücke durch das Hochwasser unterspült war. Die Lokomotive und der Packwagen des aus zwölf Stahl- und acht Pullman-Wagen bestehenden Zuges entgleisten auf der Drücke. Die neun folgenden Personenwagen rasten ineinander. Die drei letzten Wagen blieben auf den Gleisen stehen. Der Packwagen und ein Personenwagen stürzten von der Drücke in die Ti efe. Ein Personenwagen geriet völlig unter das Wasser, das die Automobilstrabe an der Bahnstrecke und die ganze Umgebung der Unglücksstelle um etwa zwei Meter überflutete. Auch die benachbarten Straßenbrücken waren überspült. Das Hochwasser behinderte das Rettungswerk erheblich Die Bergung der Verunglückten dürst« mehrere Stunden dauern, da man abwarten muh, bis das Wasser zurückgeht. Auf die ersten Rach­richten von dem Unglück eilten die Aerzte aus den zahlreichen umliegenden Orten an die Un­glücksstätte. Ein Krankenzug wurde von der nächstgelegenen Stafion entsandt. Unter den 500 Passagieren des verunglückten Zuges, die fast alle int Schlafe überrascht wurden, befindet sich auch der Reuhorker Theateruntemehmer Morris G e st.

Rach den letzten Meldungen wurden acht Fahrgäste und ein Angestellter der Pullman-Gesellschaft getötet und über 2 0 Per fonen verletzt.

Die Überschwemmungen in Kleinasien.

London, 19. Juli. (WTD. Funkspruch.) Einer Qlgenturmelbung aus Konstantinopel zufolge, neh­men die Ueberschwemmungen in Klein­asien katastrophalen Umfang an. In­folge der Wolkenbrüche und Erdrutsche find viele Dörfer an der Küste in den Wellen verschwunden. Mehr als 1 0 0 0 Perso­nen sind ertrunken. Am schlimmsten sind die Ueberschwemmungen immer noch in der türki­schen Provinz Trapazunt. Zahlreiche Bewohner haben sich in die Berge geflüchtet.

Aus alter Welt.

Die Jungfernfahrt derBremen".

Paris, 18. Juli. (WTD.) Der deutsche PassagierdampferBremen" ist wegen schwe­rer Rebel im Kanal in Cherbourg gegen Mitternacht mit sechs Stunden Verspätung ein­getroffen. Anläßlich dieses ersten Anlau­fens eines französischenHafenswurde der Kapitän im Hamen des deutschen Botschaf­ters v. H o e s ch durch Gesandtschaftsrat D o e h 1 e begrüßt. Ebenso hatten sich der Präsident der Handelskammer und andere offizielle Persönlich­keiten eingefunden und begaben sich zur Be­grüßung an Bord. Um 1.50 Uhr nachts lief das Schiff wieder nach Heuhork aus.

Neuyork, 18.Juli. (WB.) Die Jungfernfahrt derBremen" wird hier mit größtem Inter- esse verfolgt. Die Blätter berichten ausführlich über die Fahrt. DieBremen" wird bei ihrer An­kunft an der Quarantänestation von einem städti­schen Empfangsausschuß begrüßt werden. Bürger­meister Walker wird am Dienstagnachmittag das an Bord derBremen" befindliche Flugzeug auf den NamenNeuyork" taufen.

Do X" über Friedrichshafen.

F r i e d r i ch s h a fe n, 18. Juli. (WB.) Das Flug schiffDo. X" ist heute vormittag von der Werft in Altenrhein zu einem neuen Probef 1 ug aufgestiegen, wobei es in größerer Höhe den Bodensee überquerte und längere Zeit über Friedrichshafen kreuzte. Hachdem hier die erste Flugpost aus dem Flug- schiff abgeworfen worden war, ging dieDo. X vor dem Tiergarten-Hotel n.veber, wo die zur Besichtigung der Riesenmaschine gekommene ita­lienische Luftfahrkommission unter Führung von Unterstaatssekretär F a I b o den Piloten und die Insassen begrüßte.

Schiffskatastrophe im Schwarzen Meer.

Im Hafen von Constanza eingetroffene Dampfer berichten, daß sie nachts SOS-Rufe des 2000 Tonnen großen russischen Dampfers Wolga" empfangen hätten,der am 16. Juli mit Passagieren und Fracht von Noworossijsk in See gegangen war. Der Dampfer sei auf eine schwim­mende Mine geraten; er habe um 3 Uhr gemeldet, daß er sinke und daß 17 Mann der Besatzung und 14 Passagiere bereits ertrunken seien.

Tödlich verlaufene Mensur vor Gericht.

Dor dem Jenaer Schöffengericht sand die­ser Tage der tödliche Ausgang einer zwischen Angehörigen der Jenaer Studentenverbindung Rhenania" undHerzynia" im Juli ausgetra­genen Mensu r ihr Äachspiel. Der 20jährige Student der Medizin Werner S ch ö n i g aus Eibenstock war angeklagt, den Gegner, den Stu­denten Kernitschau, getötet zu haben. Bei der Mensur drang der Schläger Kernitschau in die Gehirnschale. Auch das Gehirn wurde ver­letzt und Kernitschau starb bald darauf. Die Be­weisaufnahme ergab, dah eine absichtliche Tö­tung auf keinen Fall in Frage kommt. Vom Fechtmeister wurde darauf hingewiefen. daß es sich um eine Verquickung äußerst unglücklicher Umstände handelt und daß der Fall als Einzel­fall betrachtet werde» muffe. Das Gericht fpcach

den Angeklagten von der Anklage wegen Tö­tung frei, da die Tötung ungewollt war. Hin­gegen stellte sich das Gericht auf den Stand­punkt, dah der Schläger als tödliche Waffe zu betrachten fei und verurteilte den Studenten Schönig wegen Teilnahme am Zweikampf und DergeAns gegen das Strafgesetzbuch zu sechs Monaten Gefängnis.

Oie Wetterlage.

,0°

La (oruna

Donnerstaa, d.ISJull, 1929.7" ahos.

=^V5 dan

,7

.0)«

OWolkenlos, o heiter. Q nait> oeoecei « woixig. O oeoedtt Rege^

* Schnee & tirauoem a titoei "R Gewitter.©wind$tiiic. «O-» seh» leichter Ost £ massiger Südsüdwest Q stürmischer "ordwes» Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie oei den Stationen stenenden Zah­len geben die Temperatur an Die Linien veromdeo Orte mit gleichen! auf rteeresmveau umgerechneten Luftdruck

Wettervoraussage.

Die Luftdruckverteilung hat wenig Aenderung erfahren. Roch immer lagert die flache Druck­störung über dem Atlantischen Ozean, ohne wesentlichen Cinsluh auszuüben. Ein Hochdruck­rücken erstreckt sich quer über Deutschland. Jedoch kommt eine ausgesprochene Hochdruckwetterlage nicht zustande, da infolge der unregelmäßigen Windströmung in Deutschland immer noch Stö­rungen hervorgerufen werden können. Gewitter­neigung bleibt also bestehen.

Wettervoraussage für Samstag: Teils heiter, teils wolkig, noch heiß und lolole Gewitterneigung.

Wettervoraussage für Sonntag! Roch keine wesentliche Aenderung.

Lufttemperaturen am 18. Juli: mittags 28,6 Grad Celsius, abends 21,7 Grad, am 19. Juli: morgens 22,4 Grad. Maximum 31,1 Grad, Minimum 1 Grad. *-! Somrenjcheiudausr 9 HwkdSL r J

S

Sen»

li§ Unruhe

WÄke mA W Anden

M S»

e*Lrfidj viele |tl 7,2=

Dege

tirtiML dN>N jyjrcr«*s h-Mphiert.

/Eigenes, fc J Zeii mt td, aneinander Einander ju ü" £ 6«W 9* sch desto mehr J it müssen, mit t litte zusammen)! sch Menschen beg «chmdschasl »ei Mslächliches D etilen Srinnerm Denschen cm ö utb man sollte v aibcren schließen, ren °L «'M"! fe ist merkouröi, gen Scholungsm grgenüberftehen. l gjet audj in 6efu< I-obachler ein, d kanntschasten iW anderen, die si­chrer angeblichen 2 läfig wie die Lärm in der Zerstreuung erblicken.

Sparsam^

Sie anhaltende mit in Mreichen mS den Dass e lerung inben gesteigert. Ge; iah re ist diesma Weigerung von 3

Sn den kehlen Frühjahr 1928 ob kachverständigen gemein sehr gering überall - unb ja sondern auch in E tot wenigen Tagei Androhung scharst' Wasserverbrauch o letmangel, der bi vasserstandes geh Lause des verstoss sai lenen Schneem,