Freitag, 19. Juli 1929
179. Jahrgang
Nr. 167 Erstes Blatt
Deutschland nimmt die russischen und chinesischen Meressen wahr
Verschiebung der Regiemngskonferenz?
Russischer Korb für England?
London, 19. Juli. (WTB. Funkspruch.) „Mor- ning Post" will von einer Zurückweisung wif- sen, die die britische Regierung in ihren
Die „Germania" schreibt zu der Betrauung Deutschlands mit der Wahrnehmung der russischen und der chinesischen Interessen u. a.: Das Ersuchen Moskaus und Bankings zum Schuh
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Kommumstentumult in Stuttgart.
Stuttgart, 18. Juli. (WTB.) Bei einer von der Kommuni st is ch.x n Partei gestern abend auf dem Marktplatz veranstalteten Demonstration wurde ein in der Uniform des verbotenen Rot-Frontkämpfer-Bundes erschienener Mann festgenommen. Der kommunistische Deichstagsabgeordnete Bogt versuchte
die Abführung des Rotfrontkämpfers zu verhindern. Er wurde daraufhin von den Beamten wegen Widerstandes fe st genommen und zusammen mit dem Rotfrontkämpfer zur Wache gebracht, wo beide nach vorläufiger Feststellung pes Sachverhalts und der Personalien alsbald wieder entlassen wurden. Als die Polizei die Lärmenden, die sich vor der Wache angesammelt hatten, zum Auseinandergehen aufforderte, schoh ein Mann aus der Menge auf die Polizeibeamten. Er traf jedoch einen der Demonstranten. Als ein weiterer Schuh versagte, schlug er nach einem Beamten mit dem Revolver und brachte ihm eine Verletzung über dem linken Auge bei. Der Mann wurde fest- genommen. Die Polizei hat von der Schußwaffe keinen Gebrauch gemacht.
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Weltöffentlichkeit erwartet deshalb von dieser Seite die Vermittlungsaktion. Denn Japan, das mit Ruhe die Dinge verfolgt, wird kaum in der Lage fein, den neutralen Vermittler spielen zu können. Es ist Besitzer der südmandschurischen Dahn, und das bedeutet im juristischen Sinne Befangenheit. Inzwischen marschieren die beiden Armeen auf. Die Operationsbasis ist sehr breit. 2500 Kilometer Grenze müssen besetzt werden. Das ist für die dortigen Verhältnisse so gut wie unmöglich. Man wird deshalb Gewehr bei Fuh stehen bleiben. Dabei werden die Mienen sicherlich irgendeinen kriegerischen Ausdruck annehmen. In Banking und Moskau wird aber derweilen erörtert, wie man den zerrissenen Faden wieder zusammenknüpfen kann. China ist heute Herr der O st - b a h n. Es wird sie kaum wieder herausgeben wollen. Darum dürften die Verhandlungen auf ein Geschäft hinauslaufen. Die Kriege werden deshalb Kalkulationselemente. Lind das ist das Verwerflichste an dieser ganzen Lage.
Der Völkerbund, der im September zusammentritt und die europäische GeneraUiqui- dation anläßlich seiner zehnjährigen Jubelfeier mit einer besonderen Zeremonie feststellen soll, wird zu gleicher Zeit Kriegslust zu spüren bekommen, wenn nicht bis dahin, was sehr wahrscheinlich ist, alles wieder beigelegt sein wird. Ein seltsames Zusammentreffen: Krieg und Frieden. Deutlicher kann das Llebergangsstadium der Gegenwart nicht gekennzeichnet werden.
Deutschland als Gchutzmacht.
Berlin, 19. Juli. (Priv.-Tel.) Wie verlautet, haben sowohl China, als auch die Sowjetunion bei der deutschen Regierung die Wahrnehmung ihrer Interessen beantragt. Die deutsche Regierung hat beiden Ersuchen stattgegeben.
Paris, 18. Juli. (TDI23.) „Journal" will aus London berichten können, daß man in gewissen englischen Kreisen zu verstehen gebe, daß die internationale Konferenz zur Liquidierung des Krieges um einige Wochen, eventuell sogar bis zum Monat Oktober verschoben werden könnte. Man rege an, daß die englischen Staatsmänner und Briand gelegentlich der Völkerbundstagung im September sich zunächst einmal aussprechen sollten. Gewisse englische Organe deuteten auch an, daß England und Frankreich sich schließlich auf Brüssel als Kou- serenzort einigen könnten.
LondonaMonserenzortgesallen?
Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers".
Berlin, 19. Juli. Mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit nimmt man heute in unterrichteten Kreisen an, daß London als Tagungsort der Reparationskonferenz endgültig gefallen ist. Der Kampf um die nun in Frage kommenden Städte dürfte weniger erbittert werden als der um London, denn es scheint, daß es den Franzosen in diesem Zusammenhang vor allem um eine Regelung des Problems des Vorsitzenden in ihrem Sinne ankommt. In London wäre Macdonald als Gastgebender und Beteiligter wohl mit dem Vorsitz beauftragt worden, und gerade das wollten die Franzosen vermeiden. Als dienstältester Ministerpräsident wird Poincarä aber in jeder neutralen Stadt, ganz gleich, ob die Schweiz oder Holland, die Führung übernehmen, und sollte die Konferenz nach der letzten englischen
Anregung auf belgischem Boden in Ostende statt-« finden, so wird wohl auch hier der französische Ministerpräsident als Vertreter einer zudem noch nahe befreundeten Großmacht den Vorsitz erhalten. Ob sich allerdings in letzter Stunde noch ein wirksamer Vorstoß gegen eine Führung durch Poincare, die selbstverständlich durch die Bestimmung der Tagesordnung allein schon sehr einschneidend und einflußreich sein kann, ergeben wird, ist unmöglich vorauszusagen. Wie wir hören, haben die letzten Besprechungen zwischen dem deutschen Botschafter und Herrn Berthelot, die sich um ganz konkrete Fragen drehten, noch zu keinem positiven Ergebnis auch in der Frage der Organisation^ komitees geführt, da die wichtige englische Ant» wort zurzeit noch ausstand.
Belgien hofft auf gemeinsame Räumung.
Brüssel, 18. Juli. (WTB.) Die Zeitung „Ving- liöme Siöcle" kündigt an, daß die Minister IaÄ per, Hymans und H outart Belgien bei dest Reparationskonferenz vertreten werden. Auf belgischer Seite hofft man, daß zwischen London und Paris ein Uebereinkommen in der Frage der Rheinlandräumung erreicht werden wird.
Poincare wieder wohlauf.
Paris, 18. Juli. (WTB.) Minifterpräsidenk Poincarä ist von seiner Unpäßlichkeit vollkommen wiederhergestellt und wird morgen in der Kammer erscheinen.
Bemühungen, die diplomatischen Bea Ziehung mit der S o w j e t r e g i e r u n g wieder aufzunehmen, von feiten Rußlands erfahren habe. Hendersons Rote, in der er darum ersuchte, daß ein Vertreter der Sowjelregie- rung nach London kommen solle, um alle für diü Wiederaufnahme der Beziehungen in Betracht tonu wenden Fragen zu besprechen, die Regelung de? russischen Schulden und die Propaganda in England zu erörtern, sei in Moskau ungünstig ausgenommen worden. Die Lowjetregierung bestehe darauf, daß Verhandlungen über diese Punkte auf dem regelrechten diplomatischen Wege nach der Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen den beiden Regierungen geführt würden. Die Antwort der Sowjetregierung werde itt der kabinettssihung der nächsten Woche erwöge« werden. „Times" dagegen berichtet, daß die Antwort der Lowjetregierung noch nicht im Foreigtt Office elngetroffen sei.
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Ein eigentümliches Zusammentreffen: im West en Europas bemüht man sich um die Generalliquidation des Krieges, um Gefamteuropa feiner Befriedung entgegenzuführen. Im Fernen Osten ist ein Konf likt ausgebrochen, der das Aeußerste erwarten läßt. Die ganze Welt aber hat den Kelloggpakt anerkannt und damit den Krieg geächtet.
Bun soll man nicht gleich in den so alt gewohnten Fehler verfallen und die Dinge ernster nehmen als sie sind. Cs steht ^ebenfalls so gut wie fest, daß es zu einer Schlacht zwischen der russischen und der chinesischen Armee nicht kommt. Man spielt mit der Drohung, um die eigene Position zu verstärken. Im übrigen erwartet man die vermittelndeHand, die die zugespihte Lage zu beruhigen vermag. Es ist dies ohne Frage ein ernstes Unterfangen, und man kann nicht sagen, daß dies nützlich ist. Der Weltkrieg sollte zur Genüge bewiesen haben, daß das Kriegshandwerk kein leichtfertiges Spiel ist. Es ist an und für si-ch ebn Armutszeugnis der Diplomatie, wenn sie sich nur noch mit der robusten Gewalt durchsetzen zu können glaubt. Ganz gleich wie die Dinge in der Mandschurei liegen, ganz gleich wer de facto der Angreifer ist, es bleibt doch das eine bestehen, daß man alle Möglichkeiten zurückgestellt hat, um zum Ziele zu kommen.
Ob Die Schuld in Banking oder in Moskau zu finden ist, wird die Prüfung der Zusammenhänge zu ergeben haben. Diese Prüfung muh im Interesse der Weltpolitik unbedingt vorgenommen werden, und beide Partner werden sich ihr zu fügen haben. 3m Augenblick ist der Zeitpunkt dazu noch nicht gekommen. Jetzt gilt es erst einmal, die Plattform für die Vermittlung zu schaffen. Beide Staaten, China sowohl, als auch Rußland, haben den Kelloggpakt unterschrieben. Beide Staaten haben den Krieg als verwerfliches Mittel der Diplomatie verdammt. Der Kelloggplan ist von Amerika inauguriert worden. Washington
Schließlich muß auch Andeutungen Briands mit aller Entschiedenheit entgegengetreten werden, die dahin gehen, aus der Reparationsbank eine politische Einrichtung zu machen, statt ein Institut zu schaffen, das im Interesse aller die schwierige Abwicklung der deutschen Zahlungen, ihrer Verteilung und der damit zusammenhängenden finanziellen Geschäfte zu besorgen hat. Wenn jetzt gar davon die Rede ist, die Konferenz auf unbestimmte Zeit bis in de» Herbst zu verschieben, so sollten sich die Franzosen das reiflich überlegen. Wir können uns darauf unter keinen Hmständen einlassen.
wirklich ernst an und sind der Meinung, ef, würde außerordentlich töricht von Ruß« land, sein, China in dem Augenblick an ; u -. greifen, in dem Moskau bestrebt sei, eine Versöhnung mit Großbritannien herbeizu- führen. Die Haltung Großbritanniens in dem Konflikt sei streng neutral.
Velagerungszustand in Lharbin.
Tokio, 19. Juli. (WTV. Funkspruch.) Wie aus L h a r b i n gemeldet wird, ist dort sofort nach dem Abbruch der chinesisch-russischen Beziehungen be< Belagerungszustand verhängt worden. Starke chinesische Truppenabteilungen versehen den Patrouillendienst in den ^Straßen. Line Proklamation des Gouverneurs droht für die Verbreitung von unbegründeten Gerüchten die Todesstrafe an. Alle Zeitungen sind unter Zensur gestellt. Das Geschäftsleben ist zum Erliegen gekommen. Im japanischen Konsulat drängen sich die sowjetrussischen Staatsangehörigen, die ein Visum zu erhallen wünschen, um nach Dairen zu gehen.
Abreise des russischen Generalkonsuls aus Peking. London, 19.Juli. (WTB. Funkspruch.) „Daily
Mail" berichtet aus P e k i n g: Der russische Generalkonsul in Peking wird voraussichtlich heute nach Moskau ab fahren. Der deutsche Gesandte wird dann die russischen Interessen wahrnehmen.
Japanische Vorstellungen zur Friedenssicherung?
Tokio, 18. Juli. (WTB.) Obgleich die Regierung noch eine abwartende Haltung zu ter EstttEAng R>r Lag« Zwischen Rußland und China einnimmt, rechnet man in unterrichteten Kreisen mit der Möglichkeit, daß Japan sowohl bei Rußland, wie bei China | Vorstellungen erheben werde, um den
GietzeimAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
vnick und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Steindruck»-! H. Lange in Sietzen. Schristiettung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7.
ihrer Interessen durch Deutschland ist ein Akt von symbolischer Bedeutung und Tragweite. Deutschland hat sich seit Kriegsende sowohl Rußland, wie China gegenüber äußerst loyal.verhalten. Deuschland hat sich in China durch den freiwilligen Verzicht auf seine sämtlichen Konzessionen und Vorrechte ein hohes Maß von Vertrauen uyd Hochachtung erworben. Und es hat Rußland in einer Zeit, als sich noch keine abendländische Macht um die Sowjets bemühte, bereits weitgehende Zugeständnisse, Arbeitskraft und Anleihefummen gewährt. Hm so mehr Anlaß wird Deutschland jetzt haben, in dem unheilschwangeren Konflikt, dessen gordischer Knoten nicht mit einem Schlagwort zu lösen ist, Z u r ü ck h a lt u n g und strikte Neutralität zu üben und zu wünschen, daß der unheilverkündende Streit nicht zwei ebenso zukunftsreiche, wie selbstbewußte Rationen in einen Krieg stürzt.
Die „D. A. Z." sagt u. a.: Es ist mit G e - nugtuung festzustellen, daß sowohl die chinesische, wie auch die Sowjetregierung an Deutschland mit der Bitte herangetreten sind, den Schutz der Chinesen in Rußland und der Russen in China zu übernehmen. In dieser Tatsache ist eine Anerkennung der Friedensarbeit Deutsch- land's zu sehen, die es auf seine eigenen Kosten und zu Gunsten des Weltfriedens in den letzten Jahren geleistet hat. Und in der Tat hat Deutschland nur das eine Interesse, mit allen Kräften daran mitzuarbeiten, daß, wie jeder andere Krieg, so auch der Krieg zwischen der Sowjetunion und China verhindert wird.
Im „B.B. C." wird erklärt: Es darf aber schon jetzt angenommen werden, daß Deutschland sich durch dieses ehrende Vertrauen keinesfalls zu einer Stellungnahme oder auch Vermittlertätigkeit wird verleiten lasten, die über die einfache Wahrnehmung der einmal übernommenen Humanitären Pflichten hinausgeht.
England bleibt neutral.
London, 19.3utL (WTö. Funkspruch.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" berichtet zum russisch-chinesischen Konflikt: Amtliche Kreise sehen die Lage keineswegs für
Außen- und Znnenpoliiik?
Zwar ist die große außenpolitische Aussprache in der französischen Kammer noch nicht beendet, aber ihr Ergebnis steht bereits fest, und der wichtigste Teil liegt hinter uns. Somit ist es wohl an der Zeit, einen Heberblick über das bisherige Ergebnis zu machen. Eins wird aus dem Gang der Verhandlungen jedenfalls klar: die gesamte Aussprache, die sich um außenpolitische Probleme drehte, stand und steht noch vollständig unter innerpolitischen Gesichtspunkten. Pvincarö hat längst keine feste Mehrheit mehr hinter sich, sondern muh lavieren. Der nationalistische Teil der Rechts- Mehrheit, besonders die Gruppe um Marin, versagt ihm die Gefolgschaft, eben aus nationalpolitischen Gründen. So muß er versuchen, sich Hnterstühung von links zu holen, ohne nach rechts anzustoßen und dort noch weitere Abbröckelungen zu verursachen. Die Folge dieser politischen Hnklarheit ist die Tatsache, daß die Ministerreden durchweg gleichfalls an beträchtlicher Hnklarheit leiden. Das gilt ganz besonders für Briand, der zwar nach den neueren Berichten auch diesmal wieder vielfach seine ganze Beredsamkeit entfaltet hat, aber doch ängstlich beflissen war, sich nach keiner Seite irgendwie festzulegen. Rein politisch betrachtet standen die Reden Poincarös auf einem höheren Riveau, auch waren sie aufrichtiger und ehrlicher als die Briands.
Wenn sich die französischen Minister für die bevorstehende Konferenz die Hände freizuhalten bestrebt sind und bestimmte Festlegungen vermeiden, so ist das immerhin verständlich. Freilich steht dieses Verhalten in schroffem Gegensatz au dem der englischen Regierung, die sich rückhaltlos zur deutschen Forderung der Räumung des besetzten Gebietes als unmittelbare Folge der Annahme des Voungplanes bekannt hat. Man kann auch mit einer gewissen Genugtuung feststellen, daß sowohl Poincare wie Briand wiederholt betont haben, die zwischen Frankreich und Deutschland stehenden Fragen müßten unbedingt sämtlich bereinigt werden. Das entspricht vollständig der deutschen Auffassung. Bur haben stch ble" beiden französischen Minister oft so undeutlich ausgedrückt, daß für Mißverständnisse Tür und Tor geöffnet sind. In einem Punkt besonders hat sich Poincare vorteilhaft von Briand unterschieden. Dieser ist bei zwei verschiedenen Ge- lcgenheiten auf die falsche Meldung der „Agence Havas" zurückgekommen, wonach Stresemann gesagt haben sollte, daß das TZoung-Abkom- m e n Deutschland nur für 10 Jahre binden werde. Bekanntlich hat Stresemann nichts derartiges gesagt, sondern nur in seiner Reichstagsrede erwähnt, daß man nach Ansicht der Sachverständigen selbst die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes in der heutigen Zeit auf höchstens 10 Jahre zu übersehen vermöge. Das ist selbstverständlich ganz etwas anderes. Die falsche Darstellung der offiziösen französischen Bachrichtenagentur ist auch sofort von Stresemann selbst dementiert und bei jedesmaligem neuen Auftauchen ist von deutscher Seite auf die Unrichtigkeit der Meldung hingewiesen worden. Das hat Poincare anerkannt, indem er selbst auf einen Zwischenruf erwiderte: „Das hat Stresemann sofort dementiert!" Bichts- destoweniger hat sich Briand bemüßigt gefunden, zweimal auf diese Falschmeldung zurückzu- greisen. Das ist eine Hnaufrichtigkeit, wie wir |ie leider schon oft von Briand erlebt haben.
Bachdem auf Veranlassung der Franzosen selbst ter innere Zus ammenhang zwischen Reparations- und Räumungsfrage hergestellt worden ist, müssen wir nun auch selbstverständlich darauf bestehen, daß es dabei sein Bewenden hat. Wenn Briand davon spricht rind wenn die französische Regierung darauf hinarbrftet, und zwar mit Winkelzügen aller Art, daß erst der Voungplan von Deutschland vorbehaltlos angenommen werden soll, lann aber die Mobilisierung des unge- schützten Teils der deutschen Zahlungen lichergestcllt und nun, unabhängig davon, über 2»ie Räumungsfrage gesprochen werden iönne, dann ist das für Deutschland einfach Anannehmbar. Darüber müssen sich die Herrschaften in Paris ein für alle Mal klar fein, Laß man dem Deutschen Reichstag nicht zu- muten kann, zu allem Ja und Amen zu sagen, ohne auch nur die leiseste Garantie dafür zu besitzen, daß auf das A das B folgt, auf die Annahme des Voungplanes die Räumung des besetzten Gebietes. Es mutz der gesamte Fragenkomplex in toto behandelt und entschieden werden, ehe die Reichsregierung mit den entsprechenden Gesetzentwürfen und dem Gesuch um Ratifizierung des Voungabkommens an den Reichstag kommt.
Ferner möchte man es fast als gemeingefährlich bezeichnen, wenn jetzt Briand wiederum mit den eiten Redensarten von dem Zweifeln an Deutschlands gutem Willen hervortritt. Wir haben unfern guten Willen zur Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen bei der Ausführung des Dawesplanes bis zum heutigen Tage restlos bewiesen. Ein Gleiches kann man von der französischen Regierung nicht behaupten. Die deutsche Reichsregierung ist überhaupt die einzige von allen Regierungen, die hierbei in Frage kommen, gewesen, die sich die größte Mühe gegeben hat, eine verständige und endgültige Lösung des Räu- mungs- und Reparationsproblems herbeizuführen. Wenn jemand ein Recht hat, am guten Willen des anderen zu zweifeln, dann ist es Deutschland im Hinblick auf Frankreich.
't'sch.
Z'ÄLL
• ÄN Wipp L,3U den Srkbmi- wfr dw große Er. "ö der schicksalhaften iegs ront -er Stauen“ Lauf dem die Frauen Alachtfeld des Heim, ^lten Opfern.
)s. Roman von Dar« >on Marguerite The« & Eo, Leipzig. Ganz, arwick Dcepings neue« zeigt den großen eng« 'N Degen. Halb auf ®ut, halb in der mon« oickelnd, bietet der Ao- ■ gesehener Einzelzüge, des high iiie, wie aus ie Scholle. Und wie in öen Dutzends moderner Ratur und Landschaft drohend, das ist span« : den Leser in hohem elt ihn bis zum Schluß
rt" (Verlag Callweh« hest mit einem Aufsatz ichdruck auf das dichte« i M mb gibt einige 'ncr 'DarttcKungdfunL in Hand von 9 Mdn« , Archen, Hosemann, lutsatz über „IM Jahre el zuwenig gewürdigte, ^ch-r Kunstgeschichte zu er neue Lyrik berichtet ichen Belegen. Auch die Hand wissenswerte und m.____
>er Redaktion.
[6 bl, 17 Uhr. Samstag


